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Mittwoch, 8. Juli 2026

Subsuelo

NIFFF 2026 Spezial

Subsuelo

Story:

Ein Unfall während des Sommers sollte das Leben der Zwillinge Eva (Julia Martínez) und Fabián (Diego Garisa) grundlegend verändern…

Meine Meinung:

Subsuelo ist ein schwieriger Film. Hier und da war im Voraus schon klar, was der Inhalt sein würde. Da brauchte man gar nicht viel zu lesen, tief zu graben oder Bilder aus dem Trailer zu interpretieren. Es handelt sich um eine spanisch-uruguayische Co-Produktion von Regisseur Fernando Franco. Dieser wie auch die Schauspieler um Julia Martínez oder Diego Garisa sind mit total unbekannt. Subsuelo gelingt es, durch seine unangenehme Prämisse zu fesseln und zu schocken.

Der Film und seine Themen (sexueller Missbrauch, Inzest, Pädophilie, Tierleid) werden hier nicht exploitativ gezeigt, sondern trocken, kühl, nüchtern und erschreckend realistisch erzählt, so dass einige Momente, Szenen und Dialoge, vor allem zwischen Eva und Fabián, kaum auszuhalten sind. Ist so was unterhaltsam oder darf so was Entertainment sein? Der Film zeigt eine gebrochene Familie, in der praktisch jeder leidet. Dennoch wird klar, dass da schon vor dem Unfall solche Tendenzen vorhanden waren.

Julia Martínez und Diego Garisa spielen das, wie auch alle anderen, grandios. Es handelt sich fast um eine Art Kammerspiel im Familienhaus der Familie. Der Plot ist spannend. Als Zuschauer will man wissen, wie der Film endet. Wird es für Eva Gerechtigkeit geben? Wird sie Kraft finden, aus ihrer Hölle und der toxischen Umgebung fliehen zu können? Und immer, wenn man meint, im Film schon alles gesehen zu haben, setzt der noch einen drauf. Das einzige, was mir dann extrem missfiel und den Film auch schlecht enden lässt und qualitativ stark runterzieht, war das Ende. Was sollte das denn? Ein offenes Ende bei dem Plot und den Gefühlen, die zuvor aufgebaut wurden? Eine Schande! Dass wäre so, als würde Titanic enden, bevor das Schiff den Eisberg rammt… Schwach von Regisseur Fernando Franco!

Infos:

O: Subsuelo

Spanien, Uruguay 2025

R: Fernando Franco

D: Julia Martinez, Diego Garisa, Sonia Almarcha

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 115 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Nightborn

NIFFF 2026 Spezial

Nightborn

Story:

Saga (Seidi Haarla) und ihr Mann Jon (Rupert Grint) beziehen ein Haus im finnischen Wald. Der perfekte Ort, um das frische Babyglück zu zelebrieren. Doch nach und nach hat Saga das Gefühl, dass mit dem Baby etwas nicht stimmt…

Meine Meinung:

Nightborn ist eine europäische Produktion, die nebst NIFFF auch in den regulären Kinos laufen wird. Warum der Film daher am NIFFF gleich dreimal läuft, ist mir nicht bekannt. Nightborn war auch der Eröffnungsfilm des NIFFF 2026. Nightborn ist ein Mix aus schwarzer Komödie, Baby-Horror und Sozialkritik. Zwar ist Nightborn kein Film für meine Filmsammlung, dennoch wurde ich bestens unterhalten. Die Zeit ging vorbei, es gibt einige schön makabre Einfälle und viel zu lachen. Der Film stammt von der Regisseurin Hanna Bergholm (Hatching).

Im Vergleich zu Hatching ist Nightborn weniger nervend und massentauglicher. Die Drehorte sind stimmungsvoll und toll gewählt, ich empfand den Film von Anfang an als unterhaltsam und der Film ist stark gespielt. Vor allem Seidi Haarla macht einen fantastischen Job und zeigt, wie schwer es ist, eine Mutter zu sein und wie Druck durch Ehemann, Gesellschaft, eigene Emotionen und eigene Familienangehörige zu echtem Horror werden können. Dass mit dem Baby etwas stimmt, daraus wird im Film kein Geheimnis gemacht, auch wenn das Umfeld dies zuerst mit Ausreden unterdrückt und wegschaut.

Eine gewisse Spannung ist gegeben. Wo steuert der Film hin? Was hat es mit dem Baum, der durch den Boden wäschst, zu tun? Wird die Beziehung zu Jon halten und wird er sie am Ende unterstützen oder nicht? Was hat es mit finnischen Trollen und Wesen aus der finnischen Folklore zu tun (Ende)? Da wären einige Antworten noch interessant gewesen. Das Ende ist sicherlich Geschmackssache. Da sind die Meinungen gespalten. Einige werden dem Film auch vorwerfen, dass die männliche Rolle oberflächlich und negativ dargestellt wurde.

Fazit: War spassig und unterhaltsam!

Infos:

O: Yön lapsi

Finnland, Litauen, Frankreich, Grossbritannien 2026

R: Hanna Bergholm

D: Seidi Haarla, Rupert Grint, Pamela Tola, Pirkko Saisio, Rebecca Lacey

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 92 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Saccharine

NIFFF 2026 Spezial

Saccharine

Story:

Eine Medizinstudentin (Midori Francis) experimentiert mit Pillen bestehend aus menschlicher Asche, um an Gewicht zu verlieren. Doch das bringt unerwartete Nebenwirkungen mit sich…

Meine Meinung:

Saccharine reiht sich zu Filmen à la Raw (mit Abstrichen Alpha), The Substance, The Beauty (die Serie), Species (auch am diesjährigen NIFFF gesehen) oder Grafted. Die Inhalte? Es geht um Körper (Veränderungen), zuweilen Bodyhorror-Inhalte, Sozialkritik und mehrheitlich nahmen Frauen auf dem Regiestuhl Platz. Saccharine hat mir dabei gut gefallen, auch wenn ich denke, dass es am Ende für die Sammlung trotzdem nicht reicht. Hätte ich den Film hingegen als Blindkauf erworben, hätte ich den wohl in die Filmsammlung integriert. 100% festlegen mag ich mich aber (noch) nicht.

Saccharine ist ein australischer Film und Regie führte Natalie Erika James (Apartment 7A) während Midori Francis die Hauptrolle verkörpert. Ich mochte das Setting. Sie spielt eine lesbische Medizinstudentin. Damit wird auch gleich der Grundstein für den Plot gelegt und wie sie im Verlauf des Filmes weiterhin an «Asche» von Toten kommt. Der Film nimmt sich für seine Plot sehr viel Zeit und der Film beginnt sehr ruhig, die Figuren ausgiebig einzuführen. Der Film nimmt sich da mehr Zeit, als andere Filme. Wer also von Anfang an auf irgendwelche Body-Horror- oder Ekeleffekte hofft, dürfte enttäuscht werden.

Ich fand den Plot interessant, da auch ein Geist eine Rolle spielt. Das verknüpft mit sozialem Druck, schlechtem Selbstwertgefühl, Bodyshaming und Essstörungen ergibt am Ende eine interessante Mischung. Technisch ist der Film hervorragend: tolle Effekte, toll geschnitten (z.B. die Masturbations-Sequenz mit den krassen Gegensätzen als Kontrast), überzeugende Figuren, interessanter Plot, paar hübsch eklige Momente aber auch einen Hauch Erotik. Über das Ende kann gestritten werden. Hätte es dieses so noch gebraucht oder nicht? Auf jeden Fall passt es dich ganz gut zum Film.

Fazit: Fans von Raw und Co. können bedenkenlos einen Blick riskieren!

Infos:

O: Saccharine

Australien 2026

R: Natalie Erika James

D: Midori Francis, Madeleine Madden, Danielle Macdonald

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 112 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).