Species
Story:
Margot Loiseau (Mara Taquin) arbeitet neu als Assistenzärztin im Notfall. Sie will Ärztin werden. Sie steht unter der Leitung der renommierten, aber knallharten Ärztin Dr. Vergile (Karin Viard). Mit anderen Kandidaten (Kim Higelin, Sami Outalbali) nimmt der Konkurrenzdruck zu. Nachdem Margot eine Patientin mit sonderbarem Rückenausschlag behandelt hat, nimmt sie kurze Zeit später auch an sich Veränderungen wahr…
Meine Meinung:
Auf Species, so der englische Titel dieses französischen Filmes, war ich gespannt. Von Species wusste ich praktisch nichts. Ich glaube, dass es zu dem Zeitpunkt, als ich mir am NIFFF die Vorstellung gebucht habe, auch noch keinen Trailer zum Film existierte. Das ist nicht Mal so unüblich. Das kommt bei Filmen, die an Filmfestivals laufen, ab und zu vor (oder dass noch kein Filmplakat existiert). Aber auch solche Filme haben ihren Reiz, da der Zuschauer wirklich nicht weiss, was er da zu sehen bekommt. Es ist nicht möglich, sich anhand eines Trailers oder eines Plakates Vorstellungen zum Film zu machen.
Das Setting im Krankenhaus fand ich als Diplomierter Pflegefachmann (so heisst die Ausbildung der Krankenschwester in der Schweiz), der seit über 16 Jahren im Pflegeberuf arbeitet, spannend. Gerade im Bezug auf einen möglichen Horrorfilm mit möglichen Themen wie Paranoia, Infektionen, Zombies bzw. Infizierte. Um was genau geht es denn in Species? Der Film war inhaltlich spannend, konnte mich aber am Ende nicht ganz überzeugen. Der Film ist eine übertriebene und sozialkritische Satire. Das kann der Zuschauer gut finden. Für mich war der Film, der sich zuerst realistisch gibt, am Ende zu überdreht.
Die anti-kapitalistische Sozialkritik von Regisseurin Marion Le Coroller am Ende gefiel mir nicht. Auf der einen Seite ist es schön, dass sie schützend die Hand über die Gen-Z und deren Arbeitsmoral hält und mögliche Folgen, auf satirische und übertriebene Art und Weise, aufzeigt. Auf der anderen Seite sehe ich selbst tagtäglich im Beruf, dass viele der heutigen jüngeren Arbeitskräfte eine schlechte Arbeitsmoral haben und teilweise im Beruf unbrauchbar sind. Der Film zeigt diese Auswirkungen aus der Sicht aus zwei Berufen: im Pflegeberuf und im Bankwesen. Ich selbst habe diese Erfahrungen, die Margot im Film macht, nicht gemacht, obwohl ich seit über 16 Jahren und mit den beiden Ausbildungen zusammen 22 Jahre im Pflegeberuf tätig bin. Ok, sie ist Assistenzärztin, ich «nur» Pflegefachmann.
Natürlich werden Menschen im Beruf ausgenutzt, aber viele lassen das halt auch zu. Ich bin der Meinung, dass viele auch selbst schuld sind und nicht zu sich schauen. Ich spreche jedoch aus der Sicht der Langzeitpflege (Alters- und Pflegeheime) und nicht aus dem Akut d.h. nicht aus der Sicht einer Angestellten im Krankenhaus. In der Langzeitpflege ist das krasse Gegenteil der Fall: da kann die Angestellte auch grottenschlecht arbeiten, lügen, immer krank sein, gefährliche Pflege leisten, psychisch auffällig sein, bei Angehörigen Reklamationen auslösen, Rückmeldungen nie annehmen und nie umsetzen, Weisungen missachten etc. und es passiert nichts. Es wird weggeschaut und geduldet da Personalmangel (und schlechte Vorgesetzte). Das ist erschreckend. Da wünschte ich mir, dass man Menschen, die nichts im Pflegeberuf verloren haben, da krank, manipulativ, nicht teamfähig, nicht reflektierend und einfach nur faul und asozial, aussortieren würde. Aber Pustekuchen. Das ist der Alltag in der Langzeitpflege.
Species ist zwar eine Zeitlang inhaltlich spannend, bevor klarer wird, wo die Reise hinsteuert, technisch innovativ und toll gespielt, aber das Problem ist für mich die Tatsache, dass der Film stark an The Substance und vor allem die Serie The Beauty erinnert. Vor allem an Letztere fühlte ich mich sehr erinnert, da sich auch dort die Opfer verändern und aggressive Tendenzen entwickeln, ähnlich wie hier. Und andere auch angesteckt werden können. Daher muss ich sagen, dass ich den Inhalt in Species nicht wirklich neu, erfrischend oder original fand. Die Bodyhorror-Momente hätten für meinen Geschmack auch gerne ekliger sein dürfen. Die Musik von Rob war passend, dennoch kommen die Klänge nicht an seine Arbeit aus Maniac heran.
Fazit: Geschmackssache. Viele werden Species abfeiern. Ich fand den Film absolut in Ordnung, aber ich fühlte mich zu sehr an die Serie The Beauty erinnert und das Ende traf meinen persönlichen Geschmack nicht = Es dürfte bei dieser Sichtung bleiben…
Infos:
O: Sanguine
Frankreich, Belgien 2026
R: Marion Le Coroller
D: Mara Taquin, Karin Viard, Kim Higelin, Sami Outalbali
Laufzeit der Kinofassung: Ca. 103 Min.
Gesehen am: NIFFF 2026
Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit
englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli
2026).

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