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Freitag, 24. Juli 2026

Pai Yu Ching

Pai Yu Ching

Story:

Ein maskierter Dieb stiehlt eine Schriftrolle. Später wird Pai Yu-Cheng (Tien Peng), der zusammen mit einer Frau (Hsu Feng) und einem Kind (Lin Hsiao-Hu) durchs Land reist, fälschlicherweise als dieser Dieb «erkannt». Daher versuchen nun, etliche Kämpfer Pai Yu-Cheng auszuschalten, da Zhu Da-Shao (Ko Hsiao-Pao) und seine Männer (Pai Ying) ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt haben…

Meine Meinung:

Pai Yu Ching war ein absoluter Blindkauf. Ich hörte nie zuvor von diesem Film. Es handelt sich um eine Ende der 70er Jahre Produktion aus Taiwan. Regie führte Li Chia (The Lost Swordship). Von ihm liegt mir noch sein Sword Named Revenge ungesehen als taiwanesische DVD vor. Mit Nam Keung (H. K.) Film Co., Ltd. stand eine sehr unbekannte Produktionsfirma hinter dem Film. Pai Yu Ching hat mir dabei gut gefallen. Es sollte nicht die letzte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Li Chia und Star Tien Peng bleiben.

Trotz fehlender englischer Untertitel (vielleicht waren sie auch einfach nicht zu sehen, da ggf. das Vollbild zusätzlich gezoomt wurde) und Gu Long als einer der beiden Drehbuchautoren war der Plot diesmal sehr leicht verständlich. Ein unbekannter Dieb stiehlt eine Schriftrolle und hängt die Tat Tien Peng an. Dieser muss sich gegen diverse Kämpfer wehren. Im Finale wird ein Überraschungsbösewicht aus dem Hut gezaubert (mit einer Peitsche bewaffnet). Ende. Wirklich einfach zu verstehen und immer nachvollziehbar. Der Film, der regelmässig und von Beginn an Kampfszenen bietet, unterhält.

Der völlige Verzicht auf Humor, die fantasievollen Waffen, Kämpfer und deren Gimmicks, die Anzahl Kampfszenen und die abwechslungsreichen Natur-Settings Taiwans haben mir zugesagt. Tien Peng (The Elimination Pursuit, The Swordsman of All Swordsmen, Sword with the Windbell) ist die perfekte Wahl als Antiheld. Er macht das schauspielerisch wie auch in den Kampfszenen gut. An seiner Seite befindet sich Ein Hauch von Zen Star Hsu Feng (Legend of the Mountain, Assassin, The Valiant Ones). Pai Ying (Raiders of the Shaolin Temple, A Fistful of Talons) spielt den Betrogenen, der sich ebenfalls einige tolle Kämpfe liefert. Er spielt auch eine der Hauptrollen.

Fazit: Fans von Tien Peng können bedenkenlos zugreifen!

Infos:

O: Bai Yu Jing

Taiwan 1977

R: Li Chia

D: Tien Peng, Hsu Feng, Pai Ying, Lin Hsiao-Hu, Ko Hsiao-Pao, Tang Pao-Yun, Wang Quen, Wen Chiang-Long

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 81:46 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag das südkoreanische VHS von NVC vor = Vollbild und ggf. noch zusätzlich gezoomt (und leider auch hier und da störend), Mandarin O-Ton mit koreanischen Subs. Sah Uncut aus (allerdings fehlt der Vorspann). Mit Ausnahme der ersten fünf Minuten solide Bildqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2026).

Montag, 1. Juni 2026

Swordsman

Swordsman

Story:

Eine wertvolle Schriftrolle wird gestohlen. Wer die Inhalte dieser Schriftrolle kennt und umsetzen kann, der wird unbesiegbar sein. Der oberste Richter (Lau Shun) und seine rechte Hand (Jacky Cheung) machen es sich zur Aufgabe, die Schriftrolle zu finden. Dazu haben sie auch Dritte (u.a. Yuen Wah) beauftragt. Auch diverse Clans sind hinter dieser her. Ling Wu Chung (Sam Hui) sowie Kiddo (Cecilia Yip Tung) geraten in einer Färberei zwischen die Fronten der Parteien…

Meine Meinung:

Swordsman ist der Auftakt in eine dreiteilige Wuxia-Reihe mit fantasievollen Kämpfen, unzähligen Figuren und rasanter Wire-Work-Action. Obwohl die Dreharbeiten von Swordsman durch diverse Tatsachen chaotisch waren und zudem in die Länge gezogen wurden, wirkt das Endergebnis rund und zufriedenstellend. Je nach Datenbanken sind nämlich ganze fünf bis sechs Namen als Regisseure geleistet: Tsui Hark (The Blade), King Hu (Come Drink with Me), Ann Hui (The Secret), Andrew Kam (The Big Heat), Ching Siu-Tung (Duel to the Death) sowie Raymond Lee Wai-Man (Dragon Inn).

Tsui Hark wollte sein Idol King Ku auf dem Regiestuhl haben. Doch unterschiedliche Ansichten und Differenzen inklusive des Gesundheitszustands von King Hu sorgten dazu, dass dieser vor Beendigung des Filmes seinen Posten verliess. Dadurch wurde das Projekt vorübergehend auf Eis gelegt. Auf Druck von Produzenten und Investoren ging es später weiter und Tsui Hark sah sich gezwungen, selbst Regie zu führen. Da er jedoch noch in anderen Projekten feststeckte, wurden Ann Hui (sie half King Hu noch in Taiwan), Ching Siu-Tung (er sorgte für die Actionchoreographie), Raymond Lee Wai-Man & Andrew Kam angeheuert, damit sich Tsui Hark zeitweise auch anderen Produktionen widmen konnte.

Wie gesagt, dem Film sieht man diese "Störungen" nicht negativ an. Von den Originalszenen von King Hu soll nur sehr wenig Material im Film gelandet sein. Der Film wirkt in der Tat wie ein typischer 90er Jahre Wuxia à la Tsui Hark und Ching Siu-Tung. Es handelt sich bei dem Erstlingswerk der Reihe übrigens um eine Wuxia Literatur Verfilmung. Verfilmt wurde die Geschichte The Smiling, Proud Wanderer. Ob diese gelungen ist, kann ich nicht beurteilen, da ich diese nicht kenne. Swordsman sah ich seit fast 20 Jahren nicht mehr. Der Film hat die Neusichtung bestanden. Der Film erreicht jedoch keine Kracher-Qualitäten. Dafür gab es die ein oder andere lahme Sequenz. Mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden war der Film auch zu lang.

Zudem gab es mind. drei Gesangsmomente, die ich zum Fremdschämen fand und die ich spulen musste. Da aber Sam Hui (The Private Eyes, Aces Go Places II, The Last Message) die Hauptrolle verkörperte (auch Sänger), war klar, dass er auch singen würde. Er bringt je nach Szene auch etwas zu viel Humor in den Film und ihm nehme ich den Action-Star nicht ganz ab, auch wenn er in der Hinsicht auch in anderen Filmen erfolgreich war (Dragon from Russia). Die Auftritte von Wu Ma (14 Blades) sowie Lam Ching-Ying (mit total billigem Fake-Bart) hätte man genau so gut streichen können. Die bringen kaum Mehrwert und werden gegen Ende als Flashback sogar nochmals unnötig wiederholt.

Wo der Film für mich nebst den rasanten und fantasievollen Actionmomenten überzeugte, war seine Wahl der Bösewichte. Yuen Wah (Iceman Cometh, Kung Fu vs. Acrobatic) war sehr solide und noch mehr Freude hatte ich Jacky Cheung (Bullet in the Head, Tiger Cage) sowie Lau Shun. Jacky Cheung passt mir manchmal gar nicht (z.B. Bullet for Hire). Hier war er aber von Anfang an stark, da er einen Bösewicht und die rechte Hand des Oberbösewichts spielt. Ohne humorvolle Slapstick-Einlagen. Und in dieser Rolle gefiel er mir ausserordentlich gut. So auch Lau Shun (The Ultimate Vampire), der am 29.06.26 verstorben ist. Er spielt den Eunuchen (in den deutschen Untertiteln als «oberster Richter») und Hauptbösewicht (und ich liebe das in dem Genre, wenn Eunuchen die Endgegner sind) und jede Szene mit ihm war ein Genuss. Die Färberei (welche fast wie ein abgelegenes Gasthaus wirkt) hatte zudem Dragon Inn, The Green Dragon Inn und Co. Vibes.

Fazit: 90er Jahre Wuxia-Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: Swordsman II

Infos:

O: Siu Ngo Gong Woo

HK, TW 1990

R: Tsui Hark, King Hu, Ann Hui, Andrew Kam, Ching Siu-Tung, Raymond Lee Wai-Man

D: Lau Shun, Jacky Cheung, Yuen Wah, Sam Hui, Cecilia Yip Tung, Lau Siu-Ming, Sharla Cheung Man, Fennie Yuen Kit-Ying, Wu Ma, Lam Ching-Ying

Laufzeit der deutschen DVD: 113:02 Min.

Gesehen am: Juni 2008 / Neusichtung am: 01.06.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von e-m-s vor = reguläre HK-Fassung Uncut, in Deutsch/Kantonesisch mit deutschen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Die Taiwan-Fassung (ZDF-Free TV, deutsche Blu-Ray von T&G Vision Film / Cargo Records, deutsche VHS-Fassungen) ist länger, aber die Erweiterungen sind bis auf eine Szene (blutige Handgelenkverletzung von einer Sekunde) vernachlässigbar. In Deutschland ist der Film als Meister des Schwertes veröffentlicht worden.

Samstag, 16. Mai 2026

The Black Enforcer

The Black Enforcer

Story:

Kuan Yun-Fei (Tien Feng) hat 14 Menschenleben auf dem Gewissen und ist auf dem Weg, zum Gericht eskortiert zu werden. Nachts gelingt ihm die Flucht. Doch zuvor töten er und seine Männer die ganze Familie von Kung Tien-Lung (Tang Ching) inklusive vergewaltigen dessen Tochter. Kung Tien-Lung wird verletzt und wandert danach 15 Jahre ins Gefängnis. Danach sieht er die Zeit der Rache gekommen. Derweil lebt Kuan Yun-Fei, der inzwischen erblindet ist, mit seiner Familie ein ruhiges und abgelegenes Leben…

Meine Meinung:

The Black Enforcer war auch einer dieser Shaw Brothers Titel, die es mit Ausnahme der ZiiEagle Fassung nicht auf VCD und DVD gab. Celestial hat um das Jahr 2000 zwar begonnen, ca. 90% aller Shaw-Titel zu restaurieren und auf VCD und DVD zu veröffentlichen, doch einige Titel gingen ihnen, warum auch immer, durch die Lappen. Titel wie This Man Is Dangerous, To Kill a Mastermind, Ghosts Galore, I Will Finally Knock You Down, Dad!Pursuit of a KillerCurse of Evil, Spirit of the Raped, Revenge of the Corpse, Misfire, The Imperial Tomb Raiders, Crazy Nuts of Kung Fu, Karate King, The Psychopath, Mission Impossible, Die Wilden Engel von Hong KongShadow GirlLovers Blades, Die Bande des gelben Drachen oder Na Cha and the Seven Devils.

Dank verschiedenen Labels wie Shout Factory, TVP, Koch Media und 88 Films sind nun einige dieser Filme auf physikalischem Medium erschienen. Einige der oben genannten gab es immerhin auf VHS oder LD. Zu diesen "verschollenen" Titeln gehörte auch The Black Enforcer. Ein Wuxia und eine angebliche Co-Produktion zwischen den Shaw Brothers (also Hong Kong) sowie Südkorea, wobei in Datenbanken nur Ho Meng-Hua (Shaolin Abbot, Shaolin Hand Lock, The Mighty Peking Man) als Regisseur und kein zweiter, koreanischer gelistet wird. Fakt ist, dass scheinbar der Cast während des Drehs ausgetauscht wurde. Gedreht wurde vor Ort im kalten und verschneiten Südkorea.

Der Film ist zwar kein Kracher, hat mir aber dennoch wirklich gut gefallen. Es sind vor allem zwei Dinge, dir mir zusagten. Zum einen die teilweisen Drehorte vor Ort in Südkorea. Die geben dem Film einen anderen Touch. Viele der Shaw-Filme sind reine Studio-Filme d.h. auch alle Outdoor-Aufnahmen sind nicht selten in Studios gedreht worden. So nicht in The Black Enforcer, auch wenn es selbstverständlich auch hier einige Studio-Aufnahmen gibt (z.B. das Finale = die Bildqualität der Blu-Ray ist so gut, dass an der übermalten Wand am Ende sogar Türen zu erkennen sind!).

Der andere Punkt, den ich mochte, war die grimmige Geschichte um Moral und Rache. Und dass sich diese eben oft auch nicht lohnt. Der Film nimmt sich für seine Figuren Zeit, das mochte ich. Einige der Duelle erinnerten an japanische Samuraifilm und/oder den Italo-Western. Tien Feng (The Awaken Punch, General Invincible) gibt einen soliden Bösewicht und Tang Ching (Bat Without Wings, Thirty Six Killers) einen soliden (Anti)Helden ab. Abgesehen von den beiden und von Choe Kwang-Ho haben mir ansonsten die Mädels gut gefallen. Auch in den ethischen Momenten. Da waren die Filmtöchter den Filmsöhnen überlegen. Cliff Lok (The Invisible Terrorist), den ich nicht wirklich charismatisch finde, hat nur eine kleine Rolle bekommen (zum Glück).  Die Kampfszenen sind hübsch blutig umgesetzt worden. Zusammen mit dem Weiss des Schnee ergibt das hier und da eine schöne Ästhetik.

Fazit: Shaw Brothers Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Hei Ling Guan

HK 1972

R: Ho Meng-Hua

D: Tien Feng, Tang Ching, Wang Ping, Fang Jen-Tzu, Choe Seong, Chao Hsiung, Choe Kwang-Ho, Cliff Lok

Laufzeit der US-Blu: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Juni 2015 / Neusichtung am: 16.05.26

Fassungen: Früher sah ich davon eine ZiiEagle Kopie. Nun sah ich den Film via US-Blu-Ray von Shout Factory (Shaw Brothers Classics Vol. 6) = Wohl die erste Heimmedium Version (zuvor gab es weder eine VHS, LD, VCD, DVD oder Blu-Ray Fassung, zumindest nicht von Celestial), O-Ton mit englischen Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).

Donnerstag, 14. Mai 2026

The Blade

The Blade

Story:

Ting On (Vincent Zhao Wenzhuo) rettet die Tochter (Valerie Chow Kar-Ling) seines Meisters (Austin Wai Tin-Chi) und verliert dabei einen Arm und stürzt in den vermeintlichen Tod. Doch Ting On überlebt und bringt sich selbst, auch mit nur einem Arm, eine Kampftechnik bei, die es ihm erlaubt, zu überleben. Denn er kennt nur ein Ziel: Rache am Killer (Xiong Xinxin) seines Vaters zu üben!

Meine Meinung:

The Blade von Tsui Hark (Shanghai Blues, Dragon Inn) stellt ein Remake des Shaw Brothers Klassikers The One-Armed Swordsman mit Jimmy Wang Yu dar. Dem Chang Cheh Klassiker. Der Film entstand 1995 und zu einer Zeit, als das goldene HK-Kino schon fast erloschen war. Die Unsicherheit aufgrund politischer und geschichtlicher Ereignisse (1997 die Rückkehr nach China) wirkte sich auch negativ auf das HK-Kino aus. Zudem liess sich Tsui Hark vom Arthouse-Regisseur Wong Kar-Wai beeinflussen.

Obwohl The Blade teilweise sehr gute Kritiken bekam, nehme ich den Film als überbewertet wahr. Zudem ist The Blade nicht das, was ich von einem richtigen HK-Film der 90er erwarte. Ich sah mir The Blade heute, wenn ich mich nicht irre, zum dritten Mal an. Im Januar 2006 sah ich den Film via UK-DVD und empfand den gemäss meinem uralten Review als gelungen. Als Warner Archive dazumal ihre DVD veröffentlichte, empfand ich The Blade nur noch als mittelmässig. Dies hat sich auch mit der neusten Sichtung nicht geändert.

Somit blieben Tsui Harks beste Filme nach wie vor Titel wie Once Upon a Time in China oder seine ersten drei Titel, die für die New Wave Bewegung immens wichtig waren: The Butterfly Murders, We're Going to Eat You sowie Dangerous Encounter - 1st Kind. Die drei Titel sind für meinen Geschmack nach wie vor die besten Titel, die Tsui Hark realisiert hat. Was mich seit der 2. Sichtung an The Blade am meisten gestört hat, störte mich auch bei der heutigen Sichtung. Trotz angepassten Erwartungen. Die Erzählweise des weiblichen Charakters und ihre Kommentare waren einfach nur nervend. Sie kommentiert das Geschehen und all ihre Szenen hätten entfernt gehört.

Ohne ihre nervenden Momente wäre der Film auch kurzweiliger gewesen. Die Dreiecksbeziehung fesselt nicht und man fiebert mit ihr auch nicht mit. Es ist zwar ganz nett, am Ende als alte Frau in der Rolle der Siu Ling einen Altstar wie Suet Nei (A Mysterious Weapon, Paragon of Sword and Knife 1 + 2) zu sehen, aber im Grossen und Ganzen waren praktisch alle Momente mit Siu Ling und ihren philosophischen Dialogen ermüdend, nervend und zogen den Film unnötig in die Länge. Das war das grosse Minus des Filmes, dessen Laufzeit mit 109 Minuten zu lang ausgefallen ist. Desweitern gibt es vor allem in den ersten 53 Minuten auch kaum sehenswerte Actionsequenzen zu sehen.

Trotz Beteiligung von Namen wie Stephen Tung Wai (Mars Villa), Mang Hoi (The Blonde Fury) oder Yuen Bun (legt auch einen Gastauftritt hin) ist die Choreographie der Kampfszenen so schnell, so verwackelt und so unübersichtlich gefilmt, dass davon oft sowieso so gut wie nichts erkannt werden kann. Drei solche Choreographen an Bord zu haben und dann solche Actionszenen zu realisieren, grenzt schon fast an Arbeitsverweigerung. Dass weitere bekannte Gesichter in Gastauftritten nicht aufgefallen sind, überrascht bei der wilden Kameraführung nicht. Da wären u.a. auch CAT. III Psycho William Ho Ka-Kui (Daughter of Darkness) und Ngai Sing (Flash Point) zu sehen gewesen.

Dennoch hat mich die wilde Kameraarbeit in den Kampfszenen diesmal nicht mehr sonderlich gestört. Da konnte ich die Erwartungen anpassen und damit meinen Frieden tätigen. Denn rein optisch ist der Film halt schon auch sehr gelungen und düster. Es gibt einige innovative Kamerafahrten die im Mix aus Geschrei, Chaos, Blut und Schlamm (zudem ohne einen Funken Humor inszeniert) bestens funktionieren und in der Tat einen interessanten Mehrwert darstellen. Vincent Zhao Wenzhuo (Once Upon a Time in China 4 & 5, Fong Sai Yuk) gibt alles und am meisten Freude hatte ich an Xiong Xinxin (Once Upon a Time in China and America) als Bösewicht. Der hat mich schon bei der ersten Sichtung absolut überzeugt und der Finalkampf allein empfand ich schon immer als sehenswert. Da kommen Samurai- und Italo-Western Vibes zum Tragen! Sehr cool!

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten. Für mich leider nur eine durchschnittliche Arbeit, die aufgrund des Finalkampfes und der Optik des Filmes knapp in der Sammlung bleibt…

Infos:

O: Dao

HK 1995

R: Tsuo Hark

D: Vincent Zhao Wenzhuo, Valerie Chow Kar-Ling, Xiong Xinxin, Austin Wai Tin-Chi, Moses Chan Ho, Suet Nei, William Ho Ka-Kui, Michael Tse Tin-Wah, Ngai Sing, Yuen Bun

Laufzeit der US-DVD: Ca. 106 Min.

Gesehen am: Jan. 2006 / Neusichtung am: 14.05.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Warner Archive vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. In Deutschland gibt es den Film nur in Deutsch auf DVD (Titel: The Blade - Das zerbrochene Schwert). Die deutsche Synchronisation soll «miserabel» sein. Wer eine Blu-Ray möchte, muss nach USA oder England schauen (The Criterion Collection).

Donnerstag, 12. Februar 2026

The Swordsman of All Swordsmen


The Swordsman of All Swordsmen

Story:

Tsai Ying-Chieh (Tien Peng) musste als Kind mit ansehen, wie seine Eltern von mehreren Kämpfern (u.a. Miao Tian) getötet wurden. Nun ist Tien Peng ein junger Mann und sinnt auf Rache. Doch als er auf die Tochter (Polly Shang-Kuan Ling-Feng) eines Täters (Tsao Chien) trifft und sie ihm das Leben rettet, kommt Tien Peng in ein ethisches Dilemma…

Meine Meinung:

The Swordsman of All Swordsmen ist ein wunderschöner und sehenswerter Wuxia aus dem Jahr 1968. Regisseur Joseph Kuo (The 7 Grandmasters, The Mighty One, Born Invincible) liess sich vom Shaw Brothers Film Come Drink with Me und einigen japanischen Filmen beeinflussen und inspirieren. Der Film gilt als erster Teil der «Tsai Ying-Chieh» Trilogie. Tsai Ying-Chieh wird von Tien Peng gespielt. In den «Fortsetzungen» (The Bravest Revenge, The Ghost Hill) führte Joseph Kuo jedoch nicht mehr Regie.

Die Rache-Geschichte in The Swordsman of All Swordsmen mag auf den ersten Blick wenig originell anmuten, dennoch bietet der Plot und Inhalt am Ende doch etwas mehr Anspruch als andere Filme mit ähnlichen Inhalten. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass sich Held Tsai Ying-Chieh im Verlauf des Filmes mit der von Polly Shang-Kuan Ling-Feng gespielten Figur anfreundet und sogar von ihr gerettet wird, nur am Ende festzustellen, dass auch ihr Vater einer der Täter ist, den er jagt. Zudem ist dieser inzwischen blind geworden und geläutert.

Das ethische Dilemma kommt gut zur Geltung. Die schönen Kameraeinstellungen, die stimmungsvollen Settings (das Duell am Strand war eines der Highlights des Filmes) und die überzeugenden Darsteller in den Kampfszenen machen den Film zu einem sehenswerten Sehvergnügen. Tien Peng (The Elimination Pursuit, Sword with the Windbell, The Lost Swordship) macht seine Sache ordentlich und eine damals noch sehr junge Polly Shang-Kuan Ling-Feng (Zodiac Fighters, Empress Dowager's Agate Vase, A Girl Called Tigress) überzeugt wie auch die herrlich fiesen Bösewichte.

Fazit: Sehenswerter Wuxia!

Infos:

O: Yi Dai Jian Wang

Taiwan 1968

R Joseph Kuo

D: Tien Peng, Miao Tian, Polly Shang-Kuan Ling-Feng, Tsao Chien

Laufzeit der UK-Blu: 85:45 Min.

Gesehen am: ? / Neusichtung am: 11.02.26

Fassungen: Nach meiner 1. Sichtung (DVD aus Taiwan) war nun die UK-Blu-Ray von Eureka an der Reihe. Das Set kommt mit Schuber, Karten, Poster, einem Bonusfilm (Mystery of Chess Boxing) und seinem informativen Joseph Kuo Interview daher. Der Film ist Uncut, im O-Ton und hat englische Subs. Die Bild- und Tonqualität sind exzellent (vom taiwanesischen Filminstitut restauriert). Lief in Deutschland zumindest im Kino (als Der Fünfarmige Tiger).

Donnerstag, 18. September 2025

The Avenger Review

The Avenger

Story:

Devil Knight (Chiang Pin) ist ein Wanderer. Er geht umher und hilft Menschen in Not.  Hermit master (Chen Li-Yun) hat es auf Devil Knight abgesehen. Sie engagiert diverse Killer (Li Hsuan, Wai Wang, Lin Jiang, Ko Yu-Min), unter anderem mit Lügen, um Devil Knight zu töten. Doch der scheint unbesiegbar ehe es im Finale zum Showdown kommt…

Meine Meinung:

Aka Blood and Guts (On Screen-Titel). Aka Samurai Blood, Samurai Guts. Bei The Avenger handelt es sich um einen frühen Wuxia aus Taiwan, der Anfang der 70ern veröffentlicht wurde. Regie führte Li Kuo-Hua. Dieser führte nur bei einer kleinen Anzahl von Filmen Regie. Als Kopie liegt mir (noch ungesehen) Clam Fairy vor, ein Fantasy-Film. Dazu finde ich im Netz nicht viel. Freue ich mich darauf. The Avenger sah ich in Mandarin ohne Untertitel.

Dem Plot kann man dennoch gut folgen. Der Held Devil Knight wird von Chiang Pin (The Death Player) gespielt und diverse Bösewichte, die mehrheitlich wie japanische Samurai aussehen, wollen ihm an den Kragen. Mehr gibt es zum Plot nicht zu sagen. Der ist dünn und erfüllt seinen Zweck. Der Film hat mir gut gefallen, auch wenn das Vollbild hier sehr störend war (mehr als sonst) und ich Chiang Pin als Helden wenig charismatisch fand.

Der Film hat am Anfang und Mittelteil nicht sonderlich viel Kampfszenen. Diese sind aber solide in Szene gesetzt und erinnern hier und da ans japanische Kino. Auf der zweiten Disc (ich sah mir den Film via VCD an) gibt es praktisch nur noch Kämpfe zu sehen. Der Film gefällt durch einige blutige Schwertkampfszenen, die zudem allgemein sehr fantasievoll ausgefallen sind wie auch das Aussehen, die Gimmicks oder die Waffen der Kämpfer. Li Hsuan, der weibliche Lead, war stark in ihrer Rolle und läuft Chiang Pin den Rang ab.

Fazit: Wuxia Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Zhui Ming Sha Shou

Taiwan 1971

R: Li Kuo-Hua

D: Chiang Pin, Chen Li-Yun, Li Hsuan, Wai Wang, Lin Jiang, Ko Yu-Min

Laufzeit der HK-VCD: 47:51 Min. (1. Disc) / 33:58 (2. Disc)

Gesehen am: 21.06.25

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Ocean Shores vor = Uncut, Mandarin und Englisch gesprochene Fassungen (sollen unterschiedliche Musik haben), keine Subs, leider nur Vollbild (Originalbildformat wäre 2,35:1). Das Ocean Shores VHS trägt den Titel Samurai Blood, Samurai Guts. Da ist mir mind. eine Englisch Dubbed Ausgabe bekannt. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juni 2025).

Donnerstag, 20. März 2025

The Sword of Many Lovers

The Sword of Many Lovers

Story:

Der junge Draufgänger Hu Fei (Leon Lai) hat gleich zwei Frauenherzen erobert: jenes von Poison Sue (Michelle Reis) und dieses von Purple Yuen (Sharla Cheung Man). Purple Yuen ist das uneheliche Kind von dem alten Schwertkämpfer Feng (Elvis Tsui Kam-Kong) und resultiert aus einer Vergewaltigung. Purple Yuen will ihre Mutter rächen und ihren Vater töten. Auch Hu Fei hat mit ihm noch eine Rechnung zu begleichen…

Meine Meinung:

The Sword of Many Lovers ist ein Wuxia, dessen Plot scheinbar schon zu Shaw Brothers Zeiten verfilmt wurde (Legend of the Fox, New Tales of the Flying Fox). The Sword of Many Lovers, den es interessanterweise in Hong Kong wohl nicht Mal auf DVD gibt, hat mir gut gefallen. Ich mochte zwar nicht alles an dem Film, aber im Grossen und Ganzen war der Film unterhaltsam und sehenswert. Der Story kann man anhand der Figuren gut folgen, sofern man kein Greenhorn des HK-Kinos der damaligen Zeit ist. Regie führte Poon Man-Kit (To Be Number One).

Die Highlights waren die Actionszenen, die wilde und rasante Choreographie, die interessanten Gimmicks und Waffen, der Fantasy-Gehalt und der krude Humor des damaligen HK-Kinos. Zum Teil hatte der Film Italo-Western Vibes. Zu «krude» passt auch Elvis Tsui (Shaolin and Wu Tang, This Man Is Dangerous, The Seventh Curse) als Bösewicht, wobei letzterer fast schon ein inzestuös Verhalten zu seinem behinderten Sohn aufzeigt und immerhin resultiert auch seine Filmtochter aus einer Vergewaltigung. Sharla Cheung Man (Tiger Cage 3) und Michelle Reis (A Chinese Ghost Story 2) waren solide. Die Kampf- Choreographie wurde cool gefilmt (wie fast alle Filme aus dieser Zeit in diesem Setting) und stammt aus der Hand von Michael Mak Tong-Kit (Dragon Force, Butterfly & Sword).

Schwach war Lead Leon Lai (Fun and Fury). Ihn mochte ich noch nie sonderlich, auch wenn er in den Kampfszenen zu überzeugen weiss. CAT. III Psychopath William Ho Ka-Kui (seine wohl bekannteste Rolle: Daughter of Darkness) ist in einer Nebenrolle zu sehen. Es ist etwas schade, dass es nicht noch mehr Kampfszenen gab. Vor allem von Elvis Tsui hätte ich gerne mehr gesehen. So gibt es auch einige Momente mit Längen oder Klamauk. Es gibt aber auch etliche krude-komische Szenen wie einen Skorpion fressenden Zwerg, der sich auch als Maulwurf versucht, Schweine-Urin, der ins Gesicht von Michelle Reis spritzt (sieht mehr wie Sperma aus), ein Golf-Spiel mit einem abgetrennten Kopf, eine Mutter, die ihrem Sohn den Torso aufschlitzt oder ein aus einem Körper brechendes Skelett.

Fazit: Wuxia Fans können einen Blick riskieren! Bekomme ich gerade Lust, die Shaw Brothers Filme dazu aufzufrischen…

Infos:

O: Fei Hu Wai Zhuan

HK 1993

R: Poon Man-Kit

D: Leon Lai, Sharla Cheung Man, Michelle Reis, Elvis Tsui Kam-Kong, William Ho Ka-Kui

Laufzeit der HK-LD: Ca. 113 Min.

Gesehen am: 05.01.24

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Universe vor = Widescreen, O-Ton, englische Subs, Uncut, durchschnittliche Bild- und Tonqualität. In HK ist der Film ebenso auf VCD und VHS raus. In Frankreich gibt es den Film auf DVD (ohne englische Subs). In HK scheint er auf DVD nicht veröffentlicht worden zu sein. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Montag, 17. März 2025

She'd Hate Rather Love

She'd Hate Rather Love

Story:

China zu Ende der Sung-Dynastie:

Die Chin fallen in China ein und sorgen für Angst und Schrecken. Den Eindringlingen gelingt es, den mächtigen General Chang zu töten. Dessen Tochter (Han Hsiang Chin) schwört Rache und setzt dabei auf Chin Shan Kuo (David Tong Wai). Dieser soll den Tod des Generals rächen und den Täter (Wei Su) zur Rechenschaft ziehen. Einfacher gesagt als getan, denn dieser wird von vier Leibwächtern (u.a. Miao Tian, Chang Feng, Wan Chung-Shan) bewacht…

Meine Meinung:

She'd Hate Rather Love (das DVD-Cover der taiwanesischen Disc schreibt fälschlicherweise Pather statt Rather) ist ein Anfang der 70er Jahre Wuxia/Schwertkampffilm aus Taiwan von Regisseur Hua Hui-Ying, der laut der Hong Kong Filmdatenbank nur bei ganzen zwei Filmen Regie führte und sonst vor allem als Cinematographer zuständig war. Die DVD lag seit Jahren ungesehen in meiner Sammlung. Vor genau zehn Jahren war ich in Taiwan im Urlaub und von den ca. 60-70 Filmen, die ich vor Ort kaufte, gehörte auch She'd Hate Rather Love dazu.

Im Moment spare ich = weniger Kinobesuche, weniger Fast Food Bestellungen, weniger Filmkäufe, weniger Restaurantbesuche, weniger Fahrten in andere Kantone. Dafür bleibt mehr Freizeit um Filme zu schauen. Um meinen Stapel von ungeschauten Filmen zu verkleinern. Dessen Anzahl ist dreistellig. Mein Ziel ist es, wieder unter 800 ungesehen Filme zu kommen. Bald habe ich das Ziel erreicht. She'd Hate Rather Love ist solide. Wer klassische Schwertkampffilme mag, wird sich mit She'd Hate Rather Love anfreunden können.

Es sind zwar keine mir bekannten Namen dabei, aber die Akteure machen einen soliden und glaubhaften Job, sowohl bei den Helden (das Mädel und der Bärtige Held) sowie die überzeichneten Schurken und Bösewichte. Die Kampfszenen sind dabei auf den ersten Blick nichts Besonderes und relativ harmlos. Dafür ist der Film stimmig was den Einsatz von innovativen Waffen, Kostümen und originellen Kameraeinstellungen angehen. Und ich mochte den äusserts simplen Plot des Filmes, bei welchem der Zuschauer nicht mitdenken muss. Ausserdem drückt der Film, vor allem am Anfang, stark aufs Tempo.

Fazit: Swordplay/Wuxia Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Ci Man Wang

Taiwan 1971

R: Hua Hui-Ying

D: Han Hsiang Chin, David Tong Wai, Wei Su, Miao Tian, Chang Feng, Wan Chung-Shan

Laufzeit der taiwanesischen DVD: 91:15 Min.

Gesehen am: 04.01.25

Fassungen: Gesehen via Retro Martial Arts Classic Box von Hoker Records = zusammen mit zwei weiteren Filmen in einer Box veröffentlicht. Widescreen, Mandarin O-Ton, englische Subs, Uncut, gute Bild- und Tonqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2025).

Dienstag, 27. Februar 2024

Imperial Sword

Imperial Sword

Story:

Ein Richter wird vor korrupten Offizieren ermordet. Die Tochter des Richters (Judy Lee) sinnt auf Rache. Die Bösewichte (Chang Yi, Blacky Ko Shou-Liang, Lung Fei, Jack Long Shi-Chia, Chin Lung, Yueh Yang) suchen nach dem Blood Rain Sword, werden von der Rächerin aber immer wieder gestört…

Meine Meinung:

Imperial Sword hat mir ziemlich gut gefallen. Das durch die Tatsachen, dass es eher wenig Klamauk und dafür viel fantasievolle Action gibt (vor allem Gimmicks und Waffen der Kämpfer) und auch der Cast kann sich sehen lassen, vor allem bei den Bösewichten. Der Ende der 70er Jahre Eastern aus Taiwan von Regisseur Chen Chi-Hwa (The Ape Girl, Retreat of the Godfather, The Young Taoism Fighter) hat mich gut unterhalten und mich von der Operation meiner Katze abgelenkt.

Die Story ist etwas verworren und es lohnt sich, diese zuvor zu studieren und in Erfahrung zu bringen. Wer die einzelnen Stars kennt, wird dem Plot danach problemlos folgen können. Ansonsten wird es schwierig, da, trotz englischen Untertiteln (mehr dazu unter Fassungen), diese in dieser Form und Fassung wenig brauchbar sind. Der Fan solcher Filme muss nicht selten schlechte Bildqualitäten in Kauf nehmen - Imperial Sword ist dabei leider auch schlechter als andere VHS.

Es wird mit Schwertern, Metallstangen, Metall-Krallenhänden oder einer fliegenden Guillotine gekämpft. Da kamen mir Filme wie Master of the Flying Guillotine, Shaolin – Eine Faust die tötet, A Sword Renounced, The Flying Guillotine oder The Avenging Eagle in den Sinn. Vor allem die Guillotine und die Krallenhände von Bösewicht Chang Yi (The File of Heroes) haben es mir angetan. Er hat mich dabei an Ku Feng und seinen Finalkampf gegen Ti Lung und Alexander Fu Sheng aus The Avenging Eagle erinnert.

Allgemein hat der Film, auch aufgrund des Casts, Shaw Brothers Vibes. Chang Yi spielt, Mal wieder, den Bösewicht und er macht dies sehr gut. Leider hat er dabei nur zwei Kampfszenen abbekommen, die aber zu den Highlights des Filmes zählen. Auch die anderen Bösewichte haben mir sehr gefallen, allen voran Lung Fei (The 7 Grandmasters), Blacky Ko Shou-Liang (Der Silberspeer der Shaolin) mit Tomas Milian Frisur (aus Die Strickmütze) sowie das Duo Jack Long Shi-Chia und Chin Lung. Was die Helden angehen überzeugen Judy Lee (The Legend of Mother Goddess) und Tien Peng (The Lost Swordship). Das Kind ist erträglich.

Fazit:

Für Kung Fu und Swordplay-Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Sheng Jian Feng Yun

Taiwan 1977

R: Chen Chi-Hwa

D: Chang Yi, Tien Peng, Judy Lee, Yueh Yang, Hsieh Hsing, Ho Kang, Suen Ling, Blacky Ko Shou-Liang, Lung Fei, Jack Long Shi-Chia, Chin Lung

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 83:34 Min.

Gesehen am: 09.01.24

Fassungen: Mir lag das VHS von Dong Yang Production aus Südkorea vor = durchschnittliche Bildqualität d.h. unscharf, verwaschen und die englischen Subs sind oft kaum lesbar, da heller Hintergrund. Dafür nicht abgedunkelt. O-Ton, wahrscheinlich Uncut. Auf DVD gibt es den Film in den USA und England (Vollbild, nur Englisch Dubbed). Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2024).

Mittwoch, 6. September 2023

The Elimination Pursuit

The Elimination Pursuit

Story:

Ein schwarzgekleideter, wortkarger Einzelgänger (Tien Peng) nimmt den Kampf gegen den Devil Clan (u.a. Kwan Chung) auf. Viele Feinde (u.a. Hsiao Hou-Tou, Chang Chung-Yu, Li Chu-Yong) warten auf ihn. Zwei Polizisten (Pearl Chang Ling, Tien Ho) sind ebenfalls auf dem Weg, die Hintermänner des Devil Clans zu verhaften…

Meine Meinung:

Aka The Three Famous Constables. The Elimination Pursuit lag viele Jahre ungesehen rum. Als ich das Cover sah wusste ich nicht, dass Tien Peng oder Pearl Chang Ling mitwirken. Beide unter anderem Namen auf dem Cover abgebildet. Tien Peng spielte in vielen Schwertkampffilmen mit (The Lost Swordship, Sword with the Windbell, The Silver Spear) und Pearl Chang (The Invincible Swordswoman, Inheritor of Kung Fu, General Invincible), besonders bekannt durch Wolf Devil Woman, bedarf keiner grossen Vorstellung mehr.

The Elimination Pursuit, ein taiwanesischer 80er Jahre Wuxia im sehr düsteren und nebeligen Gewand, von Chang Peng-Yi (Shaolin Kung Fu Mystagogue, Relentless Broken Blade), hat mir dabei sehr gut gefallen. Der Film war besser als erwartet. Ein echter Kracher. Von Chang Peng-Yi liegen noch andere Filme ungesehen rum: Clutch of Power (UK-DVD), The Romantic Double Rings (Korea VHS) und Awe Inspiring Weapon (Korea-VHS). Nach The Elimination Pursuit bin ich sehr gespannt auf diese Filme.

The Elimination Pursuit beginnt mit einem Song und einer Art Best-of-Zusammenstellung von Szenen des Filmes. Viele Taiwan-Produktionen aus der Zeit taten dies: der Zuschauer bekommt so was wie eine Art Trailer zu sehen. Macht Lust auf mehr! Was am Film gefällt sind die vielen dunklen, düsteren und nebligen Szenen. Atmosphärisch dicht, düster und sehr stimmungsvoll. Dennoch will ich den Film nicht ins Horrorgenre drücken, wie das an manch einem Ort geschrieben steht. Die Stimmung ist aber toll und gefällt.

Ich mochte den Plot: dieser ist nicht langweilig und dem Verlauf ist gut zu Folgen. Tien Peng macht einen auf Okami – einen einsamen, schweigsamen Antihelden. Er überzeugt extrem in dieser mysteriösen Rolle als schier unbesiegbarer Schwertkämpfer, der unendlich viele Feinde im Film ins Jenseits schickt. Tien Ho und Pearl Chang sind dann zwei Constables, die, wie Tien Peng, ebenso hinter dem Devil Clan her sind. Ihre Präsenz ist kleiner als jene von Tien Peng. Beide überzeugen aber auch. Was auch passt, ist der Einsatz von Italo-Western Musik. Herrlich!

Desweitern ist der Film zu keiner Sekunde langweilig: es gibt fast alle fünf Minuten Kampfszenen. Diese Duelle erinnern ans Italo-Western und/oder japanische Samurai-Genre. Einzelne Szenen sind auch so gefilmt, da passt die Italo-Western Musik noch besser zu den Kampfszenen. Es gibt jede Menge abgefahrene Kampfszenen. Fantasievoll, blutig, abwechslungsreich. Der Humor wurde zum Glück auf ein bis zwei Szenen reduziert und ist nicht vorhanden. Humorvolle und damit eher unpassende Szenen betreffen Lin Kuang-Yung, der zum Glück nur eine kleine Rolle spielt und im Verlauf des Filmes auch verstirbt. Glück gehabt!

Fazit: Kracher des taiwanesischen Wuxia Genres!

Infos:

O: San Da Ming Bu Hui Jing Shi

Taiwan 1983

R: Chang Peng-Yi

D: Tien Peng, Pearl Chang Ling, Tien Ho, Kwan Chung, Hsiao Hou-Tou, Chang Chung-Yu, Li Chu-Yong

Laufzeit der UK-DVD: Ca. 79 Min.

Gesehen am: 07.08.23

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Rarescope vor. Auf der Disc prangt hingegen das Logo von Vengeance Video = schaut aus wie ein nicht anamorpher 35mm Print in Widescreen mit viel Charme, in Mandarin mit festen englischen und chinesischen Subs. Wahrscheinlich Uncut. Daneben gibt es noch eine Vollbild-VHS aus Taiwan. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Aug. 2023).

Freitag, 18. August 2023

The Virgin Sword

The Virgin Sword

Story:

Szu Ma Hung (Connie Chan) sucht nach den drei Mördern ihres Vaters. Auf ihrem Weg wird sie von Chin Chung Yu (Kenneth Tsang Kong) begleitet. Sie treffen auf Ah Hsiang und dessen Vater Hu Nun Chau (Sek Kin). Hu Nun Chau schickt Szu Ma Hung zu einem maskierten Meister, der ihr eine spezielle Kampftechnik beibringt und sie bewaffnet. Nun ist die Zeit der Rache gekommen, ehe Szu Ma Hung erfährt, dass die drei Killer von einer Drittperson bezahlt wurden, ihren Vater zu töten. Bezahlt von wem?

Meine Meinung:

The Virgin Sword ist für Fans, die gerne klassische Swordplay-Filme mögen, zu empfehlen! Der Ende der 60er Jahre Film aus Hong Kong ist auch aus der Hinsicht interessant, da auf Kantonesisch gedreht. Während viele andere klassische Eastern (z.B. der Shaw Brothers zu der Zeit) in Mandarin gedreht wurden, ist The Virgin Sword ein Kantonesischer Swordplay-Film. Der Film präsentiert eine der beliebtesten Hong Kong Darstellerinnen der 60er Jahre in der Hauptrolle: Connie Chan (Paragon of Sword and Knife, Paragon of Sword and Knife 2).

Sie stand in der Zeit oft nebst Namen wie Suet "Schmollmund" Nei oder Kenneth Tsang Kong (Police Story 3 Super Cop) vor der Kamera. Letzterer ist auch hier zu sehen wie auch Sek Kin (Enter the Dragon) als heimlicher Bösewicht. Der Film hat mir gefallen. Ich war aber sehr froh, eine Fassung mit verständlichen (zumindest meist) Untertiteln gesehen zu haben. Sonst hätte ich den Plot sehr wirr gefunden.

Es gibt nämlich viele Figuren und Charaktere. Einige Dinge sind mir auch jetzt noch unklar: z.B. warum Sek Kin Connies Filmvater töten liess. Das wird zwar am Ende erklärt, jedoch lagen ausgerechnet diese Szenen nur mit koreanischen Subs vor = für mich nicht verständlich. Ich erschrak auch, wie viele Szenen in der HK-Fassung fehlen, sowohl Handlung, Dialoge wie auch Gewalt! Der Film ist, wie einige andere Ende der 60er Jahre Eastern, recht blutig und kreativ.

Die Schwertkampf-Szenen sind solide. Nichts Spezielles. Besser wird es, wenn geflogen und/oder spezielle Waffen in die Kampfszenen integriert werden. Dann werden die Kampfszenen besser, interessanter und auch optisch cool. Die Kameraarbeit ist dabei teilweise originell.  Ich mochte zudem die Trainingsszenen vom Meister und Connie Chan in der Höhle mit den Laternen: optisch schick und sehr hypnotisch in Szene gesetzt! Sek Kin macht als Bösewicht eine gute Figur, Connie Chan gefällt als toughe, rächende aber dennoch reizvolle junge Kämpferin. 

Das Schauspiel des jungen Kenneth Tsang Kong hingegen fand ich doch (noch) relativ laienhaft. Interessant ist, dass diese 60er Jahre HK-Swordplay-Filme um Connie Chan, Suet "Schmollmund" Nei und Co. bei Fans scheinbar weniger beliebt sind als andere Filme dieser Art. Was The Virgin Sword angeht, finde ich (auf Englisch) praktisch nichts zum Film (Reviews z.B.). Interessant ist jedoch, dass Connie Chan und Suet Nei immerhin in Ric Meyers Buch Films of Fury: The Kung Fu Movie Book eine Erwähnung finden inklusive The Virgin Sword = das Buch wird auf die Wunschliste gesetzt!

Fazit: Wer klassische 60er Jahre Swordplay-Filme aus Hong Kong mag, sollte sich diese Sparte um die Filme mit Connie Chan, Kenneth Tsang & Suet "Schmollmund" Nei nicht entgehen lassen! Das gibt es noch Vieles zu entdecken!

Infos:

O: Juk Neoi Gim

HK 1969

R: Chan Lit-Ban

D: Connie Chan, Kenneth Tsang, Chan Ho-Kau, Shih Kein, Wong Oi-Ming

Laufzeit der Uncut Fassung: 85:18 Min.

Gesehen am: 23.07.23

Fassungen: Die HK-Fassung ist zensiert. In Korea gibt es drei verschiedene VHS. Die Fassungen sind leider Dubbed in Mandarin mit koreanischen Subs. Zwei VHS sind stark zensiert, haben aber auch Szenen, die in der TVB-Fassung fehlen. Ein VHS aus Südkorea ist jedoch Uncut. Ich zitiere meinen Kumpel C. aus Deutschland, der alle Fassungen Original zu Hause und verglichen hat:

"Bei den zwei gekürzten Virgin Swords rechts handelt es sich um echte Schwerverbrechen. Es fehlen 12 Minuten, viel wurde zensiert und den Vogel haben sie mit dem Intro abgeschossen. Es wurde ein neuer Vorspann erstellt mit Best-of-Szenen aus dem Film und währenddessen läuft noch der originale Ton samt Dialogen vom echten Intro des Films, man hört z.B. wie die zwei Typen ins Gras beißen, sieht aber nur den behämmerten neuen Vorspann. Sowas hab ich echt noch nie erlebt."

Ich habe den Film in Kantonesisch mit englischen Subs in einer Online Fassung gesehen. Fehlende Stellen wurden vom VHS aus Südkorea ergänzt = auch Uncut. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt.