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Montag, 1. Juni 2026

Swordsman

Swordsman

Story:

Eine wertvolle Schriftrolle wird gestohlen. Wer die Inhalte dieser Schriftrolle kennt und umsetzen kann, der wird unbesiegbar sein. Der oberste Richter (Lau Shun) und seine rechte Hand (Jacky Cheung) machen es sich zur Aufgabe, die Schriftrolle zu finden. Dazu haben sie auch Dritte (u.a. Yuen Wah) beauftragt. Auch diverse Clans sind hinter dieser her. Ling Wu Chung (Sam Hui) sowie Kiddo (Cecilia Yip Tung) geraten in einer Färberei zwischen die Fronten der Parteien…

Meine Meinung:

Swordsman ist der Auftakt in eine dreiteilige Wuxia-Reihe mit fantasievollen Kämpfen, unzähligen Figuren und rasanter Wire-Work-Action. Obwohl die Dreharbeiten von Swordsman durch diverse Tatsachen chaotisch waren und zudem in die Länge gezogen wurden, wirkt das Endergebnis rund und zufriedenstellend. Je nach Datenbanken sind nämlich ganze fünf bis sechs Namen als Regisseure geleistet: Tsui Hark (The Blade), King Hu (Come Drink with Me), Ann Hui (The Secret), Andrew Kam (The Big Heat), Ching Siu-Tung (Duel to the Death) sowie Raymond Lee Wai-Man (Dragon Inn).

Tsui Hark wollte sein Idol King Ku auf dem Regiestuhl haben. Doch unterschiedliche Ansichten und Differenzen inklusive des Gesundheitszustands von King Hu sorgten dazu, dass dieser vor Beendigung des Filmes seinen Posten verliess. Dadurch wurde das Projekt vorübergehend auf Eis gelegt. Auf Druck von Produzenten und Investoren ging es später weiter und Tsui Hark sah sich gezwungen, selbst Regie zu führen. Da er jedoch noch in anderen Projekten feststeckte, wurden Ann Hui (sie half King Hu noch in Taiwan), Ching Siu-Tung (er sorgte für die Actionchoreographie), Raymond Lee Wai-Man & Andrew Kam angeheuert, damit sich Tsui Hark zeitweise auch anderen Produktionen widmen konnte.

Wie gesagt, dem Film sieht man diese "Störungen" nicht negativ an. Von den Originalszenen von King Hu soll nur sehr wenig Material im Film gelandet sein. Der Film wirkt in der Tat wie ein typischer 90er Jahre Wuxia à la Tsui Hark und Ching Siu-Tung. Es handelt sich bei dem Erstlingswerk der Reihe übrigens um eine Wuxia Literatur Verfilmung. Verfilmt wurde die Geschichte The Smiling, Proud Wanderer. Ob diese gelungen ist, kann ich nicht beurteilen, da ich diese nicht kenne. Swordsman sah ich seit fast 20 Jahren nicht mehr. Der Film hat die Neusichtung bestanden. Der Film erreicht jedoch keine Kracher-Qualitäten. Dafür gab es die ein oder andere lahme Sequenz. Mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden war der Film auch zu lang.

Zudem gab es mind. drei Gesangsmomente, die ich zum Fremdschämen fand und die ich spulen musste. Da aber Sam Hui (The Private Eyes, Aces Go Places II, The Last Message) die Hauptrolle verkörperte (auch Sänger), war klar, dass er auch singen würde. Er bringt je nach Szene auch etwas zu viel Humor in den Film und ihm nehme ich den Action-Star nicht ganz ab, auch wenn er in der Hinsicht auch in anderen Filmen erfolgreich war (Dragon from Russia). Die Auftritte von Wu Ma (14 Blades) sowie Lam Ching-Ying (mit total billigem Fake-Bart) hätte man genau so gut streichen können. Die bringen kaum Mehrwert und werden gegen Ende als Flashback sogar nochmals unnötig wiederholt.

Wo der Film für mich nebst den rasanten und fantasievollen Actionmomenten überzeugte, war seine Wahl der Bösewichte. Yuen Wah (Iceman Cometh, Kung Fu vs. Acrobatic) war sehr solide und noch mehr Freude hatte ich Jacky Cheung (Bullet in the Head, Tiger Cage) sowie Lau Shun. Jacky Cheung passt mir manchmal gar nicht (z.B. Bullet for Hire). Hier war er aber von Anfang an stark, da er einen Bösewicht und die rechte Hand des Oberbösewichts spielt. Ohne humorvolle Slapstick-Einlagen. Und in dieser Rolle gefiel er mir ausserordentlich gut. So auch Lau Shun (The Ultimate Vampire), der am 29.06.26 verstorben ist. Er spielt den Eunuchen (in den deutschen Untertiteln als «oberster Richter») und Hauptbösewicht (und ich liebe das in dem Genre, wenn Eunuchen die Endgegner sind) und jede Szene mit ihm war ein Genuss. Die Färberei (welche fast wie ein abgelegenes Gasthaus wirkt) hatte zudem Dragon Inn, The Green Dragon Inn und Co. Vibes.

Fazit: 90er Jahre Wuxia-Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: Swordsman II

Infos:

O: Siu Ngo Gong Woo

HK, TW 1990

R: Tsui Hark, King Hu, Ann Hui, Andrew Kam, Ching Siu-Tung, Raymond Lee Wai-Man

D: Lau Shun, Jacky Cheung, Yuen Wah, Sam Hui, Cecilia Yip Tung, Lau Siu-Ming, Sharla Cheung Man, Fennie Yuen Kit-Ying, Wu Ma, Lam Ching-Ying

Laufzeit der deutschen DVD: 113:02 Min.

Gesehen am: Juni 2008 / Neusichtung am: 01.06.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von e-m-s vor = reguläre HK-Fassung Uncut, in Deutsch/Kantonesisch mit deutschen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Die Taiwan-Fassung (ZDF-Free TV, deutsche Blu-Ray von T&G Vision Film / Cargo Records, deutsche VHS-Fassungen) ist länger, aber die Erweiterungen sind bis auf eine Szene (blutige Handgelenkverletzung von einer Sekunde) vernachlässigbar. In Deutschland ist der Film als Meister des Schwertes veröffentlicht worden.

Sonntag, 8. März 2026

The Soul Guardians

The Soul Guardians

Story:

Eine Polizeieinheit stürmt das Lager eines satanischen Kultes, nur um festzustellen, dass alle Mitglieder tot sind. Durch Suizid. Ein schwangeres Opfer schafft es bis ins Krankenhaus. Dort stirbt sie, ihre Tochter kann aber gerettet werden. 20 Jahre später sucht die dunkel Macht nach der jungen Frau, um durch ihren Körper wiedergeboren zu werden. Ehemalige Sekten-Anhänger sterben, die Polizei ermittelt und mehrere «Soul Guardians» setzen such zum Ziel, die junge Frau vor den dunklen Mächten zu schützen…

Meine Meinung:

Als ich 2008 in Hong Kong war, kaufte ich, so viel ich noch weiss, über 100 Filme. Auch einige VCDs. Das waren zu einem Teil reine Blindkäufe. So einer war The Soul Guardians. Bei The Soul Guardians handelt es sich um einen Ende der 90er Jahre Film aus Südkorea, der vor allem für seinen teilweisen Einsatz von CGI-Effekten das damalige Kino in Südkorea revolutioniert haben soll. Wer jetzt vermutet, dass es sich bei The Soul Guardians um eine «CGI-Schlacht» handelt, der irrt.

Ich fand den Film solide. Ich fühlte mich gut unterhalten. Die erste Disc (meiner VCD-Version) war dabei etwas unterhaltsamer und bot mehr Action. Der Film erinnerte mich zwar an Filme wie Sieben, Warlock – Satans Sohn kehrt zurück und Co., machte das aber ganz ordentlich. Besser gut geklaut als nicht, würde ich meinen. Jedoch stimmt das so nicht ganz: es handelt sich beim Film um eine Verfilmung eines in Südkoreas populären Romans (Toemarok). Die CGI-Effekte haben 90er Jahre Vibes, so à la Buffy - Im Bann der Dämonen. Die fliegenden Messer haben mich vor allem an oben genannten «Warlock» erinnert. Eine Einstellung vom besessenen Kind erinnerte mich zudem an der 80er Jahre Horrorstreifen Evilspeak.

Der Film bietet einen guten Mix aus Okkult-Thriller, Krimi, Action- und Horrorfilm. Hier und da erinnerten mich einzelne Szenen auch an Sci-Fi Momente aus Matrix oder Terminator, wo einige Sequenzen fast 1:1 aus den Klassikern stammen könnten. Oder die Kleidung. Oder der Dauerregen. Das Böse kommt hier in diversen Formen. Zum einen kann es auch Objekte und Gegenstände befallen und töten, zum anderen in der Form eines Killersoldaten. Daher wirkt der Film auch kurzweilig, abwechslungsreich und unterhaltsam.

Der Cast besteht aus Namen wie Kim Roi-ha (Memories of Murder), Ahn Sung-ki (Musa), Shin Hyun-jun (Shadowless Sword), Lee Ki-young (A Bittersweet Life) oder Lee Beom-soo (The City of Violence). Der weibliche Hauptstar Chu Sang-mi, feierte 2000 mit Say Yes grosse Erfolge. Einen Film, den ich nicht kenne, nun aber viel Gutes gelesen habe = Wunschliste. The Soul Guardians kommt in dieser Form (VCD, kein DTS-Ton, keine englischen Untertitel, leicht zensiert) nicht in die Sammlung. Wäre mir für die Sichtung z.B. die DVD aus Südkorea zur Verfügung gestanden, hätte ich den Film behalten. So bin ich jedoch unschlüssig, ob ich neu kaufen werde oder ob es bei dieser einen Sichtung bleiben wird.

Fazit: Fans von südkoreanischen Horrorfilmen können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Toemalog

Südkorea 1998

R: Park Gwang-choon

D: Ahn Sung-ki, Shin Hyeon-joon, Choo Sang-mi, Oh Hyeon-cheol, Chu Sang-mi

Laufzeit der HK-VCD: 49:51 Min. (1. Disc) / 47:21 Min. (2. Disc)

Gesehen am: 08.03.26

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Winson Entertainment vor = solide Bild- und Tonqualität, O-Ton mit chinesischen Subs (nicht Englisch freundlich), ca. 34 Sekunden zensiert (0.5-1 Sek. Gewalt, Rest = Sexszene). Qualitativ am besten dürfte die DVD aus Südkorea sein (DTS-Ton, Uncut, englische Untertitel). Die deutsche DVD (als Soul Guardians - Die Seelenwächter) hat zwar auch O-Ton, aber keine Untertitel. Es scheint keine Blu-Ray zu geben (Stand: März 2026).

Mittwoch, 4. März 2026

November

 

November

Story:

Estland im 19. Jahrhundert, im November und zu Zeiten der Pestgefahr:

Für das einfache Volk, Bauern und Dorfbewohner sind es schwere Zeiten. Zwar helfen die Kratts bei der Arbeit, doch nicht selten verlieren Menschen ihre Seele, um mit dem Teufel zu Geschäften und sich Vorteile zu erhoffen. Liina (Rea Lest) verliebt sich in Hans (Jörgen Liik). Dieser hat jedoch nur Augen für die Tochter (Jette Loona Hermanis) des Barons (Dieter Laser). Da beschliesst es Liina mit einem Zauber…

Meine Meinung:

November, in wunderschönen Schwarzweiss-Bildern gedreht, basiert auf dem Roman Der Scheunenvogt (Rehepapp ehk November) von Andrus Kivirähk. Einem Roman, der als unverfilmbar galt. Den Film, den ich via Severin Films Box All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 sah, ist ein Mix aus Romann-Verfilmung, Folklore, Märchen und Arthouse-Film. Ob der Roman 1:1 übernommen und verfilmt wurde, weiss ich nicht, da ich diesen nicht kenne.

Regisseur Rainer Sarnet hatte die Idee zum Film bereits im Jahr 2005. Es dauert jedoch bis 2014, ehe der den Film drehen konnte (innerhalb von 60 Tagen zwischen 2014-2016). Ich sah mir den Film ohne jegliches Vorwissen an. Optisch sind die Bilder ein Genuss und zuweilen sehr stimmungsvoll. Absolut zum Geniessen. Der Fantasy- und Märchen-Anteil ist ebenfalls sehr hoch. Ich hätte gerne etwas mehr von den Kratt gesehen. Die Kratt sind die «Kreaturen», die in der estnischen Folklore aus Gegenständen zusammengebaut und dann dank einer Seele Leben eingehaucht bekommen. Diese könnten direkt (optisch) aus einem Horrorfilm stammen.

Es geht jedoch primär nicht um die Kratt. Inhaltlich könnte ich fast von einem Style over Substance Faktor sprechen. Mit einer Laufzeit von fast 120 Minuten war mir der Film jedoch zu lang, der Plot zu dünn, der Humor unpassend und die Figuren und deren Schicksale (eine tragische Love-Story gibt es obendrein) uninteressant. Das ist schade. Die Dramatik und Tragik färben nicht auf den Zuschauer ab, da die Figuren einem nichts an Herz wachsen, auch wenn ich das Ende, da kein Happy End, doch mochte. The Human Centipede Star Dieter Laser ist hier in einer kleinen Nebenrolle und übrigens in seiner letzten Rolle zu sehen, bevor er kurze Zeit später starb.

Fazit: Optisch toll, sonst weniger mein Fall.

Infos:

O: November

Estland, Polen, Holland 2017

R: Rainer Sarnet

D: Jörgen Liik, Dieter Laser, Katariina Unt, Rea Lest, Mari Abel, Arvo Kukumägi, Jaan Tooming, Jette Loona Hermanis

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 119 Min.

Gesehen am: 04.03.26

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = Hervorragende Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton und englische Subs vorhanden. Gibt es in Deutschland auf Blu-Ray von donau film / ALIVE (Uncut, Deutsch/Estnisch mit deutschen Subs).

Freitag, 23. Januar 2026

The Housemaid


The Housemaid

Story:

Millie Calloway (Sydney Sweeney) wird bei dem Ehepaar Nina (Amanda Seyfried) und Andrew (Brandon Sklenar) Winchester als Nanny angestellt. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Als ich The Housemaid von Paul Feig (von ihm kenne ich nur Spy = den habe ich als lustig in Erinnerung), nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Klassiker aus Südkorea, im Kino sah, wusste ich nur drei Dinge über den Film. Erstens: Es handelt sich um eine Roman-Verfilmung (diesen kenne ich nicht). Zweitens: die Hauptdarstellerin aus Immaculate (Sydney Sweeney) spielt auch hier eine der Hauptrollen. Drittens: in einem Forum las ich einige Spoiler freie Zeilen zum Film, die vielversprechend tönten. Mehr wusste ich nicht. Weder Plot (wobei ich dies beim Titel erraten konnte) noch Trailer waren mir bekannt.

Leider ist aus der Roman-Verfilmung kein guter Film geworden. Der Inhalt basiert, wie bereits erwähnt, auf einem Roman, dessen 08/15 Inhalt vorhersehbar und für Gen Z Frauen (was dem Film zu jeder Sekunde anzusehen ist) geschrieben wurde. Dessen «Erfolg» wurde durch Social Media gehyped (wohl ein Zeitgeist Phänomen wie in der Vergangenheit bei der Bibel oder Mein Kampf) und ist zu vernachlässigen. Der Film und auch die Bilder dazu sollen lediglich junge Menschen, die sich von X, TikTok und Co. blenden lassen, beeindrucken. Daher sehen der Film und die Figuren auch uninteressant, oberflächlich und austauschbar aus.

Der Plot ist absolut unglaubwürdig (die Polizistin im Finale und ihre Vernehmung) und voraussehbar. Twists gab es eigentlich keine. Wer noch nicht durch Social Media verblödet ist, wird die «Twists» schnell ausmachen. Die lange Laufzeit (der Film läuft über zwei Stunden) tut ihr übriges dazu. Vor allem die ersten ¾ waren sehr öde und langweilig. Die Musik-Wahl gefiel mir persönlich gar nicht und war absolut schrecklich. Eine echte Spannung ist nicht auszumachen und die Figuren, die aus der Social Media und Influencer Hölle stammen könnten, sind dem Zuschauer total gleichgültig. Der Film wirkt gegen Ende mehr und mehr unfreiwillig komisch.

Fazit: Geld- und Zeitverschwendung!

Infos:

O: The Housemaid

USA 2025

R: Paul Feig

D: Sydney Sweeney, Amanda Seyfried, Brandon Sklenar

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 131 Min.

Gesehen am: 23.01.26

Fassungen: In Bern im Kino gesehen = Uncut (ab 16 Jahren), Englisch, mit deutschen Subs. Die deutsche Disc (Blu-Ray, UHD, DVD) soll am 01.05.26 erscheinen (Stand: Jan. 2026).

Sonntag, 14. Dezember 2025

Who Can Kill a Child? Review

Who Can Kill a Child?

Story:

Ein Ehepaar (Lewis Fiander, Prunella Ransome) erlebt auf einer Ferieninsel die Hölle…

Meine Meinung:

Da ich gestern das mexikanische Remake sah, war ich motiviert und interessiert, das spanische Original anzusehen. Um vergleichen zu können. Und das Remake unterscheidet sich nur leicht vom Original. Mit anderen Worten: Come Out and Play ist fast ein 1:1 Remake. Mit hier und da kleinen Abweichungen und das Intro des Original (mit vielen Szenen aus dem 2. Weltkrieg und aus den Konzentrationslagern) ist im Remake nicht zu sehen. Im Grossen und Ganzen gefällt mir das Original etwas besser. Das weil etwas derber, mehr Charme bietend und irgendwie haben die Figuren weniger genervt (das Paar sowie die Kinder). Wie derber? Dies aufgrund einer Szene mit nackter Haut. Was in beiden Filmen gleich ist, sind Handlungen, die von den Erwachsenen unüberlegt erfolgen.

Das Ende im Original gefiel mir von der Inszenierung leicht besser. Die Musik gefiel mir in beiden Filmen gut. Regisseur Narciso Ibáñez Serrador geht gut mit der ethischen Fragestellung um, ob Dritte ein Kind tönten könnten und liefert genug Stoff, um dies dem Zuschauer näher zu bringen. Das Thema war dazumal kontrovers und machte den Film zu einem kleinen Kult-Hit. Motive und Erklärungen werden keine geliefert d.h. zumindest nicht in der Originalversion. In der deutschen Fassung (mit dem Titel Scream) werden Strahlen von Aliens (!!!) für das Verhalten der Kinder verantwortlich gemacht. Der Film erinnert aus heutiger Sicht auch leicht an den skandinavischen Film Speak No Evil. Wie hoch ist die persönliche Toleranzgrenze, ehe man sich wehrt und zurückschlägt.  

Wer heutige Nachrichten anschaut ist kaum mehr schockiert zu hören, wie Kinder schon im unmündigen Alter Morde begehen. So wäre der Stoff aus heutiger Sicht zwar noch immer kontrovers (wenn man heute ein neues Remake drehen würde), aber die Hemmschwelle, sich in der heutigen Welt gegen mordende Kinder zur Wehr zu stellen und sein Leben zu schützen, indem die Bedrohung ausgeschaltet wird, mutet sicherlich etwas einfacher an. Der Plot basiert übrigens auf einem Roman von Juan José Plans. In diesem wird erklärt, wie die Kinder zu kleinen Mördern werden. Es handelt sich also um eine Roman-Verfilmung. Im Vergleich zu Filmen wie Kinder des Zorns, The Children oder Das Dorf der Verdammten stellt Who Can Kill a Child? sicherlich die anspruchvollste Variante dar.

Fazit: Auch heute noch heiss diskutiert!

Infos:

O: ¿Quién puede matar a un niño?

Spanien 1976

R: Narciso Ibáñez Serrador

D: Lewis Fiander, Prunella Ransome, Antonio Iranzo, Miguel Narros, María Luisa Arias, Marisa Porcel

Laufzeit der US-DVD: 111:50 Min.

Gesehen am: Okt. 2007 / Neusichtung am: 17.11.25

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Dark Sky Films vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton mit Subs (O-Ton ist ein Mix aus Englisch und Spanisch), exklusives Interview als Bonus. Gibt es in Deutschland Uncut von Fokus Media auf Blu-Ray (als Ein Kind zu töten…).

Mittwoch, 10. Dezember 2025

Frankenstein Review

ZFF 2025

Frankenstein

Story:

Victor Frankenstein (Oscar Isaac) hat das Ziel, aus Leichenteilen einen Menschen zu kreieren und diesem Leben ein zu hauchen. In Harlander (Christoph Waltz) findet er einen mächtigen Finanzier, der sein Projekt finanziell deckt. Doch Victor Frankenstein ahnt nicht, was er mit seinem Experiment lostreten wird…

Meine Meinung:

2025 waren nur zwei Besuche in Zürich am Zürich Film Festival angesagt. Der Abschluss machte Ende Sept. Frankenstein. Eine Netflix-Produktion des Spaniers Guillermo del Toro (Blade II). Der Film, der in einigen wenigen ausgesuchten Kinos laufen wird (wohl damit Netflix den Film für die Oscars einreichen kann), ist ansonsten später auf dem Streaming-Anbieter Netflix zu sehen. Da passt der Film eigentlich auch ganz gut hin. Die Frankenstein-Story ist mir mehr oder weniger bekannt, auch wenn ich den Original Roman nicht kenne (sollte ich einmal nachholen) und/oder nur wenige Filme mit der Thematik gesehen habe.

Frankenstein ist solide. Der Plot ist halt relativ spannungsarm. Ob sich der Film im Vergleich zu anderen Verfilmungen mehr an den Roman hält oder nicht, ist mir nicht bekannt. Mit einer Laufzeit von über zwei Stunden empfand ich den Film, der in zwei Kapitel unterteilt ist, als zu lang. Hier und da gibt es optisch aufwändige und schöne Bilder zu sehen. Auf der anderen Seite sieht der Film auch zu unecht und künstlich aus. CGI-Hintergründe und Settings. Zudem gab es mir viel zu viele CGI-Tiere im Film zu sehen. So was mag ich nicht.

Es gibt jedoch auch einige handgemachte Effekte. Vor allem wie Frankenstein das Monster zusammenbaut, wurde stark getrickst. Tolle Effekte. Der Start in den Film, in dem das Monster im Eis wütet und die Matrosen wie Insekten in der Gegend herumwirft, hatte für mich mehr Marvel-Superhelden Charakter, was ich als störend empfand. Was für mich nicht funktioniert hat und wenig glaubhaft anmutete war der Sub-Plot zwischen dem Monster und der von Mia Goths (X, Pearl, MaXXXine) gespielter Figur. Da wäre es interessant zu wissen, ob das im Roman mehr Tiefe und somit mehr Glaubwürdigkeit widerfährt.

Nebst Mia Goth war mir ansonsten nur Christoph Waltz (aus Quentin Tarantinos Inglourious Basterds) ein Begriff. Er spielt, wie auch sie, eine Nebenrolle. Beide machen das solide, mehr aber auch nicht. Der mir unbekannte Oscar Isaac konnte mich nicht 100% überzeugen. Jacob Elordi als das Monster war schauspielerisch gut, vor allem im Finale, welches emotionaler war, als erwartet. Abgesehen davon empfand ich das «Monster-Make-Up» als wenig sehenswert. Schade. Frankenstein ist alles andere als schlecht, aber bei solchen Big-Budget Produktionen werte ich strenger, als z.B. beim Kung Fu Film aus Taiwan. Daher kann ich sagen, dass Frankenstein kein Film für meine Sammlung wird. Dafür bot der Film schlicht nichts Neues und war mir zu zäh erzählt.

Fazit: Ich bleibe lieber bei Flesh for Frankenstein und Frankenweenie!

Infos:

O: Frankenstein

USA, Mexiko 2025

R: Guillermo del Toro

D: Jacob Elordi, Oscar Isaac, Mia Goth, Christoph Waltz, Ralph Ineson, David Bradley

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 149 Min.

Gesehen am: 30.09.25

Fassungen: Am Zürich Film Festival 2025 im Kino gesehen = In Englisch mit deutschen Untertiteln. Der Film wird im Okt. auch einen regulären Kinostart erhalten, ehe er dann auch auf Netflix zu sehen sein wird (Netflix-Produktion).

Mittwoch, 12. November 2025

The Woman of Wrath Review

The Woman of Wrath

Story:

Taiwan während der japanischen Besatzung:

Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Shih (Pat Ha Man-Jik) wird an ein anderes Fischerdorf verkauft und mit einem älteren Mann (Pai Ying), der als Metzger arbeitet, zwangsverheiratet. Shih sieht sich täglich Schlägen und sexueller Gewalt ausgeliefert. Ob sie ihrem Leben, welches einem Gefängnis gleicht, entkommen wird?

Meine Meinung:

Es gibt Filme, die entsprechen einem Zeitgeist-Phänomen. Die haben nicht viel Budget, aber junge Talente vor und hinter der Kamera. New Wave Vibes. Um Effekte zu sparen, wird auch auf reale Gewalt gegen Tiere nicht verzichtet. Da kommen mir direkt und indirekt Titel wie Cannibal Man oder Silip: Daughters of Eve in den Sinn. Und da passt auch der taiwanesische Film The Woman of Wrath perfekt dazu. Der Film, der ganz leicht auch an Bedevilled erinnert, ist eine Novellen-Verfilmung. Chang Chong-Cheung hat dabei die Novelle The Butcher's Wife verfilmt.

Der Film gehört dabei zur Taiwan New Cinema Bewegung und hatte mit Zensurproblemen zu kämpfen. Ganze acht Szenen flogen aus dem Film, bevor der in die Kinos kam. Der Film, der auf einer Insel Taiwans gedreht wurde und zur Zeit der japanischen Besatzung handelt, ist ein sehr ruhiger Film. Ein Slow-Burner. Ein durch und durch deprimierender Film, abseits des Mainstreams. Der Film wartet mit Pat Ha Man-Jik (Profile in Anger, My Name Ain't Suzie) auf, die dazumal vor allem durch ihre Rolle in Nomad auf sich aufmerksam machte. Ihre wortkarge Leistung ist eindrücklich.

Der Film zeigt eindrücklich das Leid auf, welches ein Mensch ertragen kann. Seelische, sexuelle und körperliche Gewalt. Traditionen und sture Rollenbilder. Auf der einen Seite haben wir ihren Ehemann, der als Metzger arbeitet und auch deshalb von der Gesellschaft geächtet wird. Auf der anderen Seite haben ausgerechnet die anderen Frauen auch viel Hass für Shih übrig und sprechen die Taten des Ehemannes schön. Die Kamera fängt überdurchschnittlich tolle Bilder ein und die Musik ist aussergewöhnlich und trägt nebst Naturkulissen- und Geräuschen (das Brechen der Wellen) viel zur Stimmung des Filmes bei.

Der Cast war allgemein sehr gut. Pai Ying (Assassin, Heroes in the Late Ming Dynasty, Adventure in Denmark) spielt den Metzger ebenfalls stark. Glaubhaft. Das Mädchen, welches im Film hier und da vorkommt, ist auch überzeugend und nervt nicht (auf Humor wird in dem dramatischen Film sowieso total verzichtet). Der Film kann fast als eine Art dramatisches und sozialkritisches Kammerspiel mit Selbstjustiz-Momenten angesehen werden. Und wie zu Beginn erwähnt gibt es hier einige sehr derbe Momente zu sehen, in denen echte Tiere zu Schaden kommen. Hauptsächlich sind es Schlachtungen (Schweine). Wie die Tiere getötet und auch zerteilt werden.

Der makabre Höhepunkt ist dann erreicht, wenn der Metzger seine Frau mit echten Innereien bewirft (laut Interview wurde Pat Ha Man-Jik bei der Szene ohnmächtig). Sie hätte lieber Fake-Innereien gehabt, aber für solche Effekte war kein Geld vorhanden. Aber auch eine Katze (nach ihr wird getreten) und Enten-Babys (fast die schlimmste Szene, fand ich) werden nicht verschont. Das mag für heutige Verhältnisse ein No-Go sein, aber als billiger (Schockeffekt) und als Metapher (für den Metzger ist seine Frau nichts anderes als ein Stück Vieh) waren diese Szenen nachvollziehbar. Und eben dem Zeitgeist geschuldet. Wie bei Cannibal Holocaust und Co.  

Fazit: Eindrückliches Drama, das unter die Haut geht! Toll, noch solch unbekannte Perlen zu entdecken…

Infos:

O: Sha Fu

Taiwan 1983

R: Chang Chong-Cheung

D: Pat Ha Man-Jik, Pai Ying, Grace Chen Shu-Fang, Yang Li-Yin, Li Hai-Hsing

Laufzeit der taiwanesischen Blu-Ray: Ca. 102 Min.

Gesehen am: 15.07.25

Fassungen: Mir lag die neue taiwanesische Blu-Ray vom taiwanesischen Filminstitut vor = 40th Anniversary Restored Edition. Seit mehreren Jahren wurde der Film neu restauriert. Der Film kommt Full Uncut daher (inklusive acht ehemals zensierte Szenen), im O-Ton, mit englischen Subs, einem Schuber, Karten und einem ca. 70seitigen Booklet (Infos in Chinesisch und Englisch, u.a. gibt es Hintergrundinfos zur Restauration, zur Zensur zum Film und es gibt ein Interview mit Star Pat Ha Man-Jik). Die Bild- und Tonqualität sind der Wahnsinn. Der Film schaut aus wie ein aktueller, neuer Film. Ehemals zensierte Szenen fallen qualitativ nicht ab. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2025).

Mittwoch, 22. Oktober 2025

The Long Walk Review

The Long Walk

Story:

Eine Gruppe von jungen Männern (u.a. Cooper Hoffman, David Jonsson, Ben Wang, Charlie Plummer, Tut Nyuot) nimmt am «Long Walk» Teil. Es gibt diverse Regeln. Die wichtigste ist: laufen oder sterben! Begleitet werden sie vom Major (Mark Hamill) und seiner Truppe. Nur dem letzten Überlebenden ist ein Preisgeld und die Erfüllung eines Wunsches sicher…

Meine Meinung:

Auf The Long Walk wurde ich vor paar Wochen aufmerksam. Zuerst schrieb mir ein Kumpel dazu und später sah ich den Trailer im Kino: und der Trailer sah vielversprechend aus = Kinobesuch beschlossene Sache. Es handelt sich bei The Long Walk um eine Stephen King Roman Verfilmung. Es ist, wie schon bei Running Man, eine Geschichte, die Stephen King unter seinem Pseudonym Richard Bachman geschrieben hat. Ich kenne den Roman nicht.

Nach dem Kinobesuch muss ich sagen, dass der Film nicht ganz das halten kann, was der Trailer in mir ausgelöst hat. The Long Walk ist absolut solide und gut schaubar, aber im Grossen und Ganzen absolut nichts Besonders oder Spezielles. Es kommen in der Tat typische Stephen King Vibes auf, aber der Inhalt war halt auch sehr dünn, bleibt ohne Erklärungen und der Verlauf ist auf Dauer sehr repetitiv. Der Film ist technisch gut gemacht, er geht schnell zur Sache und die Darsteller machten ihre Sache mehr als ordentlich. Der Cast ist mir bis auf Mark Hamill unbekannt.

Ihn kenne ich aus Filmen wie Midnight Ride, The Guyver, Sleepwalkers oder Body Bags. Die Mehrheit dürfte ihn aus der Original Star Wars-Reihe kennen, wo er die Hauptrolle spielte (als Luke Skywalker). Er spielt hier den Major. Ich habe gelesen, dass seine Figur im Roman eindrücklicher sein soll. Allgemein habe ich gelesen, dass es für den Film doch viele Änderungen gab. Auch sollen sich die Figuren im Roman z.T. anders verhalten Es scheint für den Film diverses verändert worden zu sein. Ob das auch für das Ende gilt, weiss ich nicht. Ich habe extra nicht mehr dazu gelesen, da ich mir den Roman holen werde. Ich werde gespannt sein, wie sich dieser vom Film unterscheiden wird.

Fazit: Stephen King Fans können einen Blick riskieren. Was mich angeht, wird es beim Kinobesuch bleiben. Kein Kauf und kein Film für meine (Film)Sammlung.

Infos:

O: The Long Walk

USA 2025

R: Francis Lawrence

D: Cooper Hoffman, David Jonsson, Ben Wang, Charlie Plummer, Tut Nyuot, Mark Hamill

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 108 Min.

Gesehen am: 11.09.25

Fassungen: Im Kino gesehen (Englisch mit Untertiteln, Uncut). Eine deutsche DVD, Blu-Ray und UHD sind noch nicht angekündigt (Stand: Sept. 2025).

Sonntag, 17. August 2025

The Brave Archer

Shawgust 2025

The Brave Archer

Story:

Kuo Tsing (Alexander Fu Sheng) wächst bei den 7 Seltsamen (u.a. Tsai Hung, Lam Fai-Wong, Lo Meng, Lu Feng) auf. Er macht sich nach einem Angriff auf den Weg zu einem Duell. Unterwegs trifft er auf neue Freunde (u.a. Dick Wei und Kara Hui) und trifft auf diverse Meister (u.a. Ku Feng und Phillip Kwok), welche ihn trainieren. Am Ende muss er gegen Ouyang Ke (Danny Lee) antreten, um das Herz seiner Liebe (Tien Niu) zu gewinnen…

Meine Meinung:

The Brave Archer stellt die Verfilmung chinesischer Literatur dar. Die Shaw Brothers verfilmten The Legend of the Condor Heroes. Insgesamt umfasst die Reihe vier Filme. Ende der 70er Jahre wurde Chang Cheh (Kuan - Der unerbittliche Rächer, Five Element Ninjas, Dancing King) beauftragt, den Stoff mit seinem damaligen Star Alexander Fu Sheng (Chinatown Kid, Heroes Two, Disciples of Shaolin) zu verfilmen. Der Film ist sehr komplex und konnte mich während der 2. Sichtung nicht 100% überzeugen. Es kommen etliche Figuren vor, die alle im Vorspann vorgestellt werden. Einige der Darsteller kommen nur im Vorspann vor und dessen gespielte Figuren sind nicht Mal im Film zu sehen. Schräg.

Nebst Alexander Fu Sheng tummeln sich hier Namen wie Phillip Kwok (einer der Meister, den Fu Sheng trifft), Ku Feng (Dito), Johnny Wang Lung-Wei (taucht nur im Finale auf und kämpft unspektakulär gegen Ku Feng), Danny Lee (mit ihm werde ich ihn Shaw Produktionen nicht warm), Dick Wei (Vater von Kara Hui), Kara Hui (Tochter von Dick Wei), Chan Shen (spielt fast immer die gleichen Rollen), Fan Mei-Sheng, Lo Meng (Venom-Star), Lu Feng (Venom-Star) oder Ti Lung (kommt nur im Vorspann vor). Tsai Hung sah durch seine Perücke doof aus und Ku Kuan-Chung und Lam Fai-Wong waren wenig sympathisch und (durch ihr Aussehen) fast schon nervend.

Für Chang Cheh Verhältnisse ist das Fazit eigentlich (vor allem in Sachen Action, Blutgehalt und Choreographie) enttäuschend. Die 1. Hälfte mochte ich mehr als die 2. Eigentlich geht es darum, dass sich Alexander Fu Sheng in die Welt auf macht, um sich zu duellieren. Zuerst denkt der Zuschauer noch, dass es eine Rache-Story gibt. Am Ende muss Fu Sheng dann gegen Danny Lee antreten, um das Herz seiner Liebe (Niedlich: Tien Niu) zu erobern. Zwischendurch lässt er sich von diversen Meistern weiter trainieren. Alexander Fu Sheng wirkt gehemmt/lustlos und viele der anderen Stars kommen viel zu kurz oder können kaum bis nichts von ihrem Können zeigen. Schade. Der Film wirkt überladen und verschenkt viel Potenzial. Die beste Szene ist jene mit der grossen Gummi-Schlange. Warum nicht mehr davon?

Fazit: Da wäre mehr möglich gewesen!

Gefolgt von: The Brave Archer 2

Infos:

HK 1977

R: Chang Cheh

D: Alexander Fu Sheng, Tien Niu, Phillip Kwok, Ku Feng, Johnny Wang Lung-Wei, Danny Lee, Dick Wei, Kara Hui, Chan Shen, Fan Mei-Sheng, Lo Meng, Ti Lung, Tsai Hung, Ku Kuan-Chung, Lam Fai-Wong, Lu Feng

Laufzeit der US-Blu: Ca. 122 Min.

Gesehen am: Jan. 2013 / Neusichtung am: Aug. 2025

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Shout Factory vor (The Brave Archer Collection) = O-Ton, englische Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, 15minütiges Extra mit David West. In Deutschland lief der Film als Der Schwur des Karateka in einer stark zensierten Form im Kino. Es gibt in Deutschland keine VHS, DVD oder Blu-Ray (wohl, weil ca. 50 Min. an Handlung entfernt wurden).

Dienstag, 12. August 2025

Killer Clans

Shawgust 2025

Killer Clans

Story:

Uncle Sun Yu (Ku Feng) sieht sich diversen Gefahren ausgesetzt. Seine Söhne und Bodyguards (Lo Lieh, Yueh Hua, Wang Chung) haben alle Hände voll zu tun. Zwei der drei Söhne sterben. Was hat es mit dem mysteriösen Meng Sheng Wen (Tsung Hua) auf sich? Wer spielt ein doppeltest Spiel?  

Meine Meinung:

Chu Yuan (Perils of the Sentimental Swordsman, Full Moon Scimitar, Die Bande des gelben Drachen) verfilmte Mitte der 70er Jahre für die Shaw Brothers die Gu Long Novelle Meteor, Butterfly, Sword, die 1993 erneut verfilmt wurde (Butterfly and Sword mit Michelle Yeoh und Donnie Yen) und die 2003 in China eine TV-Serie erhielt (mit Norman Tsui). Geschichten von Gu Long sind oft wirr, bieten viele Figuren und sind komplex. So auch Killer Clans. Die Hülle und Fülle an Figuren und bekannten Namen in dem Wuxia sind beachtlich:

Ku Feng (The Black Tavern), Yueh Hua (Challenge the Invincible), Norman Tsui (Blood Ritual), Danny Lee (Love to Kill), Lo Lieh (King Boxer), Fan Mei-Sheng (Angel with the Iron Fists), Wang Chung (The Delinquent), Yang Chi-Ching (The One-Armed Swordsman), Wang Hsieh (Queen Hustler), Chan Shen (The Psychopath), Fung Hak-On (The Iron-Fisted Monk), Cheng Kang-Yeh (Dragon Lord), Corey Yuen (Eastern Condors). Die Hauptfiguren sind Ku Feng (alle wollen ihm an den Kragen), Yueh Hua, Tsung Hua (ihn fand ich als Helden wenig sympathisch) und Ching Li (eine der wenigen Frauen im Film).

Schade, dass Lo Lieh und Wang Chung doch schneller als erwartet aus dem Film scheiden. Die haben mir beide nämlich sehr gut gefallen. Ku Feng war auch stark und Yueh Hua dreht gegen Ende auch auf. Selten, dass der als Bösewicht zu sehen ist. Da fällt mir spontan gerade nur The Unique Lama auf. Interessant ist, dass Lo Lieh den gleichen Charakter in dem ein Jahr später gedrehten Death Duel erneut spielen sollte. Es handelt sich ebenso um eine Gu Long Verfilmung. Ob er dort mehr Screentime bekommen sollte?

Killer Clans hat mir im Grossen und Ganzen gut gefallen, auch wenn mir einfachere Plots oder rein taiwanesische Wuxia lieber sind. Der Film hätte mir mit einem charismatischerem «Helden» mehr zugesagt. Zudem war es schon fast etwas zu viel des Guten, wie sich die Figuren gegenseitig in den Rücken fallen und tolle Kampfszenen werden hier und da immer wieder durch zu viele Dialoge ausgebremst. Die Kampfszenen von Lo Lieh, Wang Chung sowie Yueh Hua waren sehenswert. Hier und da geht es auch blutig zu und ein Hauch an Erotik darf auch nicht fehlen.

Fazit: Wuxia Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Liu Xing Hu Die Jian

HK 1976

R: Chu Yuan

D: Ku Feng, Lo Lieh, Yueh Hua, Wang Chung, Tsung Hua, Ching Li, Danny Lee, Norman Tsui, Fan Mei-Sheng, Yang Chi-Ching, Wang Hsieh, Chan Shen, Fung Hak-On, Cheng Kang-Yeh, Corey Yuen

Laufzeit der US-Blu: Ca. 101 Min.

Gesehen am: Feb. 2011 / Neusichtung am: Aug. 2025

Fassungen: Die Neusichtung erfolgte als US-Blu-Ray von Shout Factory via Shaw Brothers Classics Vol. 3 = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs und diverse Extras vorhanden. Die Extras, die mehrheitlich auf dem Cover nicht erwähnt werden, sind interessant = Interview mit Ku Feng und Shum Long-Tin. Vor allem letzterer steuert viel zur Person Gu Long dabei. Das fand ich spannend. Wenig fesselnd war das Feature mit James Mudge, der über Chor Yuen erzählt (und warum trägt er ein Dario Argento Shirt?). Das habe ich nach paar Minuten abgebrochen. Die deutsche Blu-Ray ist nicht Uncut und es gibt keine Subs zum Mandarin O-Ton = nicht zu empfehlen. In Deutschland ist der Film als Killer Clans - Die Herrschaft des Schwertes erschienen.

Donnerstag, 7. August 2025

Thirteen

 

Shawgust 2025

Thirteen

Story:

Die 13jährige Lu Chih-Pai (Tien Niu) verguckt sich in «ihren Onkel» Shih Hsin-Chiao (Ling Yun). Sie beginnt für ihr zu schwärmen. Doch Shih Hsin-Chiao ist nicht interessiert. Da trifft Lu Chih-Pai auf den Macho Hung Sen (Wong Yu). Letzterer vergewaltigt und schwängert sie. Lu Chih-Pai will abtreiben, doch ihr fehlt das Geld. Dazu kommt, dass ihr Vater im Krankenhaus im Sterben liegt. Soll sie Shih Hsin-Chiao um Hilfe bitten?

Meine Meinung:

Auf der Suche nach Titeln für meinen «Shawgust» wollte ich auch Titel integrieren, die ich nur via ZiiEagle-Box schauen kann. Da gibt es noch Filme aus Genres abseits des Kung Fu Kinos = Musicals, Dramen, Komödien oder Erotik-Filme. Ich stiess auf den Film Thirteen von Regisseur Sung Tsun-Shou. Letzterer hat in seiner Karriere vor allem Dramen gedreht und war eigentlich kaum für die Shaw Brothers aktiv. Ein-zwei Filme stechen aus seiner Karriere jedoch heraus und sind untypisch für seine Genre-Wahl. Zum einen der taiwanesische Schwertkampffilm Iron Petticoat, zum anderen Filme mit Ghost (Ghost of the Mirror = mit Brigitte Lin drehte er mehrfach) oder Fantasy-Inhalten (The Legend of the Parrot = gibt es als VHS in Südkorea). Ungesehen (und als US-VHS) liegt mir noch sein Hard Man with Guts vor.

Bei Thirteen handelt es sich um einen Mix aus Drama, Love-Story und Coming of Age-Film. Anhand einiger Infos, welche ich im Netz finde, handelt es sich um eine Verfilmung eines Romans einer Frau. Das Ende wurde für den Film abgeändert (im Roman schlägt sich das junge Mädel am Ende allein durch, im Film braucht sie am Ende die Hilfe ihres Onkels). Das Originalende hätte mir mehr zugesagt. Der Film ist solide, aber nichts für die private Film-Sammlung (auf DVD, Blu-Ray etc.). Tien Niu (Lackey and the Lady Tiger, City War, Just Heroes), damals 15 oder 16 Jahre alt, spielt eine 13jährige. In ihrer Sex/Nacktszene (in der ZiiEagle Fassung zensiert) kam ein Body-Double zum Einsatz. Sie spielt das naiv und gut. Mit gekonnt gewolltem Lolita-Effekt.

Abgesehen von dieser einen Szene ist der Film in keiner Art und Weise explizit und wirklich nur ein harmloses Drama. Ling Yun (Eagle Flying in September, The Beauty Escort), in diversen Shaw-Arbeiten zu sehen (Killers on Wheels), war solide. Aber nicht erwähnenswert gut oder eine Leistung, die in Erinnerung bleiben wird. Sehr überzeugt und interessant empfand ich hingegen die Rolle des jungen Wong Yu (Executioners from Shaolin, Dirty Ho, The Young Avenger). Er, der mich in vielen Shaw-Filmen aufgrund seines Comic-Charakters nervte, überzeugt hier als «Playboy», der sich dem jungen Mädel annimmt, sie zum Sex zwingt und sie schlussendlich schwängert. Er war in dieser für ihn ungewohnten Rolle überzeugend und eine gute Wahl.

Fazit: Solides Drama!

Infos:

O: Zao Shou

HK 1974

R: Sung Tsun-Shou

D: Tien Niu, Ling Yun, Wong Yu, Gigi Wong Suk-Yee, Teresa Ha Ping, Chin Han

Laufzeit der ZiiEagle Fassung: Ca. 90 Min.

Gesehen am: Aug. 2025

Fassungen: Gesehen via ZiiEagle Box = gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs aber nicht ganz Uncut. In der Sexszene zwischen Tien Niu und Wong Yu fehlen ca. sechs Szenen (Nackt-Szenen und die Vergewaltigung und weitere Szenen nach dem Akt). Uncut dürfte die DVD aus Taiwan von Deltamac und die aus Hong Kong von IVL sein. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2025).

Sonntag, 20. Juli 2025

Snake Woman's Marriage

Snake Woman's Marriage

Story:

Baek (Judy Lee) ist die weisse Schlange. Sie verwandelt sich in einen Menschen und versucht, ein unauffälliges Leben zu führen. Zusammen mit der grünen Schlange (Chang Chin). Doch ein Trunkenbold bringt das Leben von Baek in Gefahr. Ihre Tarnung schwindet und ihr Leben gerät aus den Fugen, als ein Mönch auf sie und ihre wahre Identität aufmerksam wird…

Meine Meinung:

Die Legende der weissen Schlange (oder der weissen und grünen Schlange) gehört zur chinesischen Mythologie. Es handelt sich um eine literarische Geschichte und um eine Legende. Es gibt unzählige Verfilmungen. Ich kannte bisher nur zwei. Tsui Harks Green Snake (an den ich mich nicht erinnern kann, habe den aber als stark abgespeichert) und den China-CGI-Schund The Sorcerer and the White Snake. Mit Snake Woman's Marriage kommt nun erstmals eine ältere 70er Jahre Produktion aus Taiwan dazu, die sich auch diesem Stoff angenommen hat. Ungesehen liegt noch die HKer 1978er Version Love of the White Snake vor. Die frühste Variante, welche ich sichten könnte, wäre die 1962er Produktion der Shaw Brothers = Madame White Snake (müsste auf der ZiiEagle Box enthalten sein).

Son Yang, der Regisseur des nicht uninteressanten Kung Fu Filmes The Unique Lama, setzt auf die bekannte Geschichte ohne grössere Überraschungen. Gesungen wird auch. Nach einem charmanten Intro in den Start herrscht jedoch erst Mal relativ lange Langeweile. Der Film nimmt sich Zeit, englische Untertitel gibt es keine aber die Szenen sind relativ belanglos. Plot, Liebesgeschichte, Humor. Keine Action. Keine Effekte. Die Darsteller sind solide. Judy Lee (Shaolin Invincibles) macht ihren Part ordentlich, auch wenn sie in Kampfrollen mehr Spass macht.

Kurz vor der 50. Minute wird der Film erstmal etwas interessanter. Es gibt dann die charmanten Schlagen-Effekte zu sehen. Ich weiss nicht, ob die Schlange später auch für die taiwanesische Produktion King of Snake gebraucht wurde. Gut möglich. Dann gibt es auch eine längere Sequenz, in der Martial Arts nicht fehlen darf, es gibt einen Sturm und eine Sintflut und am Ende kämpft die Schlange gegen den Mönch. So wird die Highlights leider nur kurz zu sehen und an einer Hand abzählbar. Leider ist auch billige Musik aus dem Archiv vorhanden, die sicher in jeder 2. Kung Fu Komödie aus Hong Kong und Taiwan zu hören ist.

Fazit: Eigentlich absolut kein Kracher und nur wenig Sehenswertes bietend. Da die wenigen positiven Momente dennoch Charme haben, bleibt das Ding vorerst und mit zwei zugedrückten Augen erstmal in der Sammlung…

Infos:

O: Bai She Da Nao Tian Gong

Taiwan 1975

R: Son Yang

D: Judy Lee, Chiang Pin, Chen Hui-Lou, Lu Ping, Wang Sun

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 85:18 Min. (ein kurzer Werbeclip kommt während dem Film vor und wurde angerechnet).

Gesehen am: 28.04.25

Fassungen: Mir lag die südkoreanische VHS von Jeil Video Production (JVP) vor = Mandarin O-Ton mit koreanischen Subs, Vollbild, solide Bild- und Tonqualität. In HK gibt es eine VCD (Mandarin Audio ohne Subs). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: April 2025).

Sonntag, 18. Mai 2025

The Monkey

The Monkey

Story:

Nachdem die Zwillinge Bill und Hil (Theo James) auf dem Dachboden eine Affenfigur finden, lösen sie damit eine mysteriöse Mordserie auf. Was hat es mit der Figur auf sich?

Meine Meinung:

Auf The Monkey freute ich mich. Nachdem ich 2025 im Kino mehrfach nicht wirklich befriedigt wurde (Nosferatu und Wolf Man), sollte es Osgood Perkins (February) neuer Film, basierend auf einer Kurzgeschichte von Stephen King, die ich nicht kenne, richten. Nach Longlegs, den ich 2024 sehr mochte, waren gewisse Erwartungen vorhanden. Ich schaute mir von The Monkey nur den ersten Trailer an. Keine weiteren Trailer und ich habe bewusst keine Reviews gelesen. So ging ich ohne falsche Erwartungen und auch ohne wirkliches Vorwissen ins Kino.

Leider hat sich auch dieser Kinobesuch nicht wirklich gelohnt. Ist The Monkey langweilig? Definitiv nein. Im Gegenteil: ich wurde unterhalten und langweilig wurde es nie. Aber ist The Monkey ein guter Film? Nein! Leider nicht. Ich kenne die Kurzgeschichte von Stephen King nicht. Der Plot mit dem Zwilling kommt in dieser, was ich inzwischen herausgefunden habe, nicht vor. Diesen hätte man im Film auch komplett weglassen können. The Monkey kann definitiv nicht an einen Longlegs oder February anknüpfen. Der Film wird als schwarze Horrorkomödie betitelt. Der Film, der an die Final Destination Reihe erinnert, ist zwar wie bereits erwähnt alles andere als langweilig und unterhaltsam, aber der Film, die Dialoge, der Plot, der "Humor", das Drehbuch und die Figuren sind allesamt total bescheuert.

Der Horror funktioniert nicht, spannend oder gruselig wird es nie (auch wenn der Affe creepy wirkt), wirklich explizit blutig ist der Film auch nicht (der ganze Gore passiert praktisch im off screen, zu schnell oder mit sichtbaren CGI-Elementen vermischt) und der Humor und die Dialoge könnten von einem 12jährigen stammen. Vor allem die total überzeichneten Charaktere, die Dialoge und der «Humor» waren übel. Bei uns im Kino wurde den ganzen Film über nicht einmal gelacht. Der Film fühlt sich an wie ein Witz, der erzählt wird, und der aber nicht witzig ist und dessen Erzähler und seine Reaktion zum Fremdschämen einlädt. Elijah Wood (Maniac) spielt keine Hauptfigur und kommt nur ca. zwei Minuten vor.

Fazit: Nach Longlegs kann man von The Monkey nur enttäuscht sein!

Infos:

O: The Monkey

Grossbritannien, USA 2025

R: Osgood Perkins

D: Theo James, Elijah Wood, Sarah Levy, Osgood Perkins, Tatiana Maslany, Laura Mennell

Laufzeit der Originalversion: Ca. 98 Min.

Gesehen am: 20.02.25

Fassungen: Im Kino gesehen in Englisch mit deutschen und franz. Untertiteln. Uncut. Eine deutsche Blu-Ray ist noch nicht angekündigt (Stand: Feb. 2025).

Freitag, 9. Mai 2025

Who Fears the Devil

Who Fears the Devil

Story:

John (Hedges Capers) lebt bei einem Grossvater (Denver Pyle). Abgelegen von der restlichen Welt, kämpfen sie seit Generationen gegen das Böse. Dazu nutzen sie als Waffe eine Gitarre, die mit Silber-Saiten ausgestattet ist. Nachdem die Gitarre ihren Dienst verweigert und der Grossvater stirbt, macht sich John auf den Weg, neues Silber für die Gitarre zu finden. Auf seinem Weg erlebt er diverse Abenteuer und (gefährliche) Begegnungen…

Meine Meinung:

Who Fears the Devil war ein schwacher Beitrag der All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 Box von Severin Films. Der Film basiert auf einer Geschichte von Manly Wade Wellman und der Film bedient sich zweier Adaptionen daraus, wobei der Drehbuchautor noch eine eigene Rahmenhandlung dazu gedichtet hat. Ich kenne die Vorlage nicht, daher kann ich keine Vergleiche liefern.

Der Film aus dem Jahr 1974 hat mir bis auf einzelne, zuweilen stimmungsvolle und atmosphärisch dichte Sequenzen und die Szene mit dem Vogel, nicht gefallen. Die Szenen mit dem Vogel beinhalten charmante und sympathische Stop-Motion Effekte. Die mochte ich. Da hätte es gerne mehr geben dürfen. Abgesehen davon war der Film sehr langweilig. Ich bin fast eingeschlafen. Die Idee ist gut und Potenzial wäre vorhanden gewesen. Die Rahmenhandlung hat mir explizit nicht gefallen. Ich denke, hätte man diese weggelassen (der Link ins Moderne), hätte mir der Film leicht besser gefallen.

Die mir unbekannten Darsteller waren wenig interessant oder überzeugend. Vor allem Hedges Capers als Hauptfigur fand ich schwach, auch wenn sein Casting, er ist auch ein realer Sänger, nachvollziehbar ist, da im Film auch gesungen wird. Leider sind die ganzen Songs relativ schwach und bieten keinen Mehrwehrt und/oder werten den Film qualitativ nicht auf. Für die Effekte waren Gene Warren und Harry Walton zuständig. Die arbeiteten u.a. für bekannte Produktionen wie RoboCop, Hollow Man oder Piranha 3D mit.

Fazit: Ich kann den Film nicht empfehlen, da eher ein antikapitalistischer-Hippie Film als was Anderes. Und statt des Hundes hätte ich lieber eine Katze gesehen. Manly Wade Wellman war übrigens auch kein Fan der filmischen Umsetzung...

Infos:

O: The Legend of Hillbilly John

USA 1974

R: John Newland

D: Hedges Capers, Denver Pyle, Susan Strasberg, Percy Rodriguez, R.G. Armstrong

Laufzeit der US-Blu: Ca. 89 Min.

Gesehen am: 16.02.25

Fassungen: Gesehen via All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 (US-Blu-Ray von Severin Films). Als Master diente ein 35mm Print, der restauriert wurde (sehr gute Qualität). O-Ton und englische Subs sind vorhanden wie auch eine Vielzahl an exklusiven Extras (Interview mit Hauptdarsteller, Interview mit dem Produzenten etc.). Region-All-Disc. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2025).

Freitag, 25. April 2025

Peter Pan's Neverland Nightmare

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Peter Pan's Neverland Nightmare

Story:

Peter Pan (Martin Portlock) entführt und tötet Kinder. Als ihr kleiner Bruder entführt wird, macht es sich Wendy Darling (Megan Placito) zur Aufgabe, ihren Bruder aus den Fängen Pans zu retten…

Meine Meinung:

In den letzten Jahren herrschte ein Hype, ausgelaufene Kinder-Märchen-Rechte zu kaufen um danach Low-Budget Horrorfilme in diesen Settings zu drehen. Die bekanntesten dürften Winnie the Pooh: Blood and Honey und dessen Fortsetzung Winnie-the-Pooh: Blood and Honey 2 sein.  Es folgten und/oder folgen noch Titel wie Pinocchio: Unstrung, Bambi: The Reckoning, The Mouse Trap oder Popeye the Slayer Man. Peter Pan's Neverland Nightmare reiht sich auch in diese Kategorie, auch wenn der Film zu den besseren diesen Vertretern zählen soll.

Das kann ich weder bestätigen noch dementieren, da ich andere Filme aus diesem «Film-Universum» nicht kenne. Da ist, ehrlich gesagt, aber auch kein Interesse vorhanden. Peter Pan's Neverland Nightmare habe ich (für das Brugggore Filmfestival) gebucht mit dem Wissen, dass mich der Film nicht sonderlich interessieren würde. Mir gefiel ehrlich gesagt schon das Artwork und das Aussehen von Peter Pan nicht (billige Joker-Imitation). Martin Portlock konnte mich dann auch nicht wirklich abholen und auch sein Make-Up-Face überzeugte mich nicht.

Ansonsten legt der Film ein hohes und zuweilen kompromissloses Tempo an den Tag. Der dünne Plot gibt seinem Protagonisten Gelegenheit für sadistische und breit ausgewalzte Mordszenen (Ausnahme: wenn Kinder die Opfer sind, dann zeigt der Film in der Hinsicht nichts). Es sind aber definitiv mehr die Erwachsenen (die Angehörigen der Kinder), die grausame und schmerzhafte Tode sterben. Der Plot kann man aber nicht ernst nehmen, aller Ernsthaftigkeit zum Trotz.  

Dafür wirken Peter Pan oder Figuren wie Tinker Bell wie aus einer Freakshow.  Von den Figuren hat mir eigentlich praktisch nur Megan Placito als Wendy gefallen, die im Finale auch erstaunlich viel einstecken muss, wenn sie zur Art Scream Queen mutiert und dem sadistischen Peter Pan den Kampf ansagt. Polizeiarbeit ist im Film inexistent. Eine mögliche Fortsetzung wird angeteasert, bevor der Abspann abläuft. Da würde ich dann wohl dankend ablehnen…

Fazit: Geschmackssacke. Weniger mein Fall. Wem jedoch schon Winnie the Pooh: Blood and Honey und Co. zusagte, kann bedenkenlos einen Blick riskieren!

Infos:

O: Peter Pan's Neverland Nightmare

USA, Australien, Grossbritannien 2025

R: Scott Chambers

D: Kit Green, Martin Portlock, Kierston Wareing, Peter DeSouza-Feighoney, Chrissie Wunna, Megan Placito

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 89 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut und in Englischer Sprache. Soll am 22.05.25 in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen (von Plaion Pictures).