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Samstag, 25. Juli 2026

The Criminal

The Criminal

Story:

Hung (Jimmy Wang Yu) ersticht in Notwehr als 12jähriger einen Mann und wandert danach für zehn Jahre ins Gefängnis. Sein Vater (Wang Yin) ist selbst Richter. Als Hung nach zehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, folgen Spannungen innerhalb der Familie. Eine Gangster-Bande (u.a. Phillip Ko Fei), angeführt von Lung Fei, buhlt um Hung und will diesen in die Bande integrieren, um damit den Richter auszuschalten…

Meine Meinung:

The Criminal ist zwar kein Kracher in der langen Karriere des Shaw Brothers Superstars Jimmy Wang Yu (The One-Armed Swordsman, The Chinese Boxer, Die Todesbucht der Shaolin), dennoch aber ein nicht uninteressanter Film in dessen Filmschaffen. Bei The Criminal handelt es sich um ein Drama aus Taiwan von Regisseur Li Su (Midnight Cowgirl, The Chinese Whimsy, Duel with Death) aus dem Jahr 1977. Li Su drehte bereits zuvor einmal mit Jimmy Wang Yu. Und zwar den Film The Magnificent Chivalry. Ich würde den Film mit Jimmy Wang Yus Arbeit in The Black Friday sowie dem Shaw Brothers Streifen My Son vergleichen.

Alle drei Filme sind per se keine Action- oder Kung-Fu-Filme. Aber in allen drei Filmen geht es dann doch nicht ohne, wobei The Criminal sicherlich noch eine leicht höhere Anzahl an Kampfszenen bietet, als z.B. The Black Friday. The Criminal ist mehrheitlich ein Familiendrama mit sozialem Kommentar. Dieser lautet, dass es sich nicht auszahlt, gegen das Gesetz zu verstossen. Der Inhalt bringt zudem den Vater sowohl den Sohn in ein ethisches Dilemma. Das Ende wirkt konsequent. Ich hatte auf jeden Fall Freude, Jimmy Wang Yu Mal in einem modernen Setting zu sehen. Der Film hat viele Dialoge und meine VHS hatte keine englischen Untertitel. Dennoch konnte ich dem Plot problemlos folgen.

Nebst Jimmy Wang Yu kannte ich vor allem Namen wie Lung Fei oder Phillip Ko Fei (liefet sich einen Kampf gegen Jimmy Wang Yu). Lung Fei spielt eine grosse Rolle, da Anführer der Gangster. Trotz fehlendem Bart und Schnauz war Lung Fei (Eunuch of the Western Palace, Kung Fu Mama, The Cavalier) gut zu erkennen. Er liefert sich im Finale einen Schlagabtausch gegen Jimmy Wang Yu und er macht das, wie auch Phillip Ko Fei (mehr ein Gastauftritt), sehr solide. Der Mix aus Familiendrama, etwas Gangster-Action inklusive 70er Jahre Feeling (Musik, Kleider) sowie Gerichtsfilm und Sozialkritik hat meiner Meinung nach gut funktioniert, so dass ich den Film, zumindest Hardcore-Fans von Jimmy Wang Yu, empfehlen kann.

Infos:

O: Pan Jue

Taiwan 1977

R: Li Su

D: Jimmy Wang Yu, Lung Fei, Wang Yin, Phillip Ko Fei, Tao Chi, Nancy Lau Nam-Kai, Li Hsiang, Tu Man-Sheng, Kou Feng, Li Chiang, Lee Man-Tai

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 82:59 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag das südkoreanische VHS von Dae Yeong Video Production vor = Statt Widescreen Vollbild, O-Ton Mandarin mit koreanischen Subs, unbekannt ob Uncut/Cut (am Ende, als sich der Vater vom Duo am Bahnhof verabschiedet und den Zug besteigt, wirkte es abgehackt. Eine Nacktszene war hingegen zu sehen), solide Bildqualität. Es scheint den Film auch von Ocean Shores zu geben (als VHS und unter dem Titel The Verdict). Zudem gibt es den Film in den USA von Rainbow auf VHS (Mandarin mit englischen Subs). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2026). Szenen aus The Criminal wurden zudem für den späteren «cut & paste» Film Thundering Ninja verwendet.

Samstag, 15. Juni 2019

So-ae Fighting Skill Review

So-ae Fighting Skill

Story:

Suk-bul sucht in der Mandschurei nach dem Feind seines Vaters. Nach einem Kampf zieht Suk-bul mit dem Freund seines Vaters, Hwa Sam-yu, weiter. Sie stossen auf Opiumschmuggler und einen bösen General, der mehrere Frauen entführt (und u.a. tötet). Suk-bul lernt die übrigen Frauen im Kampf, damit sie Rache nehmen können. Derweil findet Hwa Sam-yu heraus, dass sein Feind Ho sein Sohn ist, den er vor 20 Jahren verlor. Ho wird daraufhin von General Bong-pa vergiftet und stirbt. Hwa Sam-yu, Suk-bul und eine Armee von kämpfenden Frauen sorgen im finalen Duell für Gerechtigkeit…

Meine Meinung:

So-ae Fighting Skill ist ein seltener und unbekannter Old School Eastern aus Südkorea aus dem Jahre 1983. Die Vorbilder (die Kollegen aus Taiwan und Hong Kong) sieht man dem Werk jederzeit an. Old School Martial Arts, viele Outdoor-Aufnahmen, Trainingsszenen, Klamauk im Wechsel mit Härten, Racheinhalt und Hwa Sam-yu sieht aus wie Simon Yuen Siu-Tin als Beggar So in Drunken Master. Da nahm man sich diese Rolle sichtlich als Vorbild. Passt auch, da Drunken Master paar Jahre zuvor für Furore sorgte (1978).

Die Story ist ein wenig konfus, vor allem wenn man über den Inhalt nicht Bescheid weiss. Englische Subs sind natürlich nicht vorhanden und gibt es auch nicht - So-ae Fighting Skill wurde ausserhalb Südkoreas nie veröffentlicht und gibt es nur als seltene VHS aus dem Land. Es lohnt sich, vor dem Sehen eine Inhaltsangabe aufzutreiben. Der Film ist technisch nicht auf dem Niveau von Old School Filmen aus Hong Kong oder Taiwan. Der Klamauk war z.T. auch nicht wirklich lustig. Dazu kommt, dass der Film wohl eine Fortsetzung ist und die ganze Reihe drei bis vier Filme umfasst. Die Vorgänger nicht zu kennen half nicht, die Story besser zu verstehen.

Die Darsteller waren solide. Ob Vollbild das Originalbildformat ist? Ich weiss es nicht, aber zum Teil hatte ich das Gefühl, dass durch das Bildformat Bildmaterial verloren geht, was sich in einigen Kampfszenen negativ bemerkbar machte. Die Qualität der Trainings- und Kampfszenen darf man nicht mit Filmen aus HK / TW vergleichen. Es gibt zwar Spezialisten in Südkorea in Sachen Martial Arts (Kim Won-Jin, Casanova Wong, Hwang Jang-Lee), doch diese waren in dieser Produktion nicht beteiligt, weder als Darsteller noch als Choreographen.

Man darf auch nicht auf zu viel Frauenpower hoffen – etwas, was man, wenn man das Cover des VHS sieht plus die Bilder auf der Rückseite, auch missverstehen könnte. Die Pics lassen nämlich suggerieren, dass es sich um einen Frauen-Rache-Film handelt – dabei nehmen gerade diese Szenen nur wenig Platz ein im Inhalt. Es geht mehr um die männlichen Figuren.

Regie führt der in Nordkorea geborene Lee Hyung-pyo. Laut der koreanischen Filmdatenbank hat er eine Vielzahl von Filmen realisiert. Interessant sein könnten: Dracula in a Coffin (1982), Woman's Martial Arts (1982 – dieser dürfte ein Vorgänger zu So-ae Fighting Skill sein, da gleiche Figuren und Darsteller), Duel to the Death (er wird in einigen Datenbanken als Regisseur gelistet und auch an Filmfesten ehrte man ihn für Duel to the Death – laut dem Regisseur selbst hatte er jedoch mit dem Film gar nichts am Hut), Aekwon Fighting Skill (scheint der erste Teil zu sein, Woman's Martial Arts Teil zwei, So-ae Fighting Skill Teil drei) oder Yosa Martial Arts (1980).

Fazit: Kann man sich als Old School Kung Fu Fan anschauen, aber man sollte die Erwartungen klein halten, möglichst nicht mit dem HK / Taiwan-Kino vergleichen und sich zuvor über den Inhalt informieren. Dann wird man solide unterhalten. Den Film würde ich aber so oder so nur ultimativen Old School Kung Fu Film Fans empfehlen!

Infos:

O: So-aegwon

Südkorea 1983

R: Lee Hyung-pyo

D: Gang Yong-seok, Bae Su-chun, Yun Jeong-im, Kim Seon-ja, Kwon Il-soo

Laufzeit der südkoreanischen VHS: Ca. 86 Min.

Gesehen am: 27.04.19

Fassungen: Mir lag das VHS aus Südkorea von Dae Yeong Video Production vor (während dem Film selbst kommt aber SKC Werbung!) = Uncut, O-Ton, gute Bildqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt = gibt keine DVD, keine Fassung im O-Ton mit englischen Subs bzw. wurde ausserhalb Südkoreas nie veröffentlicht (Stand: April 2019).