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Montag, 29. Juni 2026

Terror Firmer

Terror Firmer

Story:

Der blinde Regisseur Larry Benjamin (Lloyd Kaufman) will mit seiner Crew (u.a. Charlotte Kaufman, Trent Haaga, Alyce LaTourelle, Reverend Jen Miller, Yaniv Sharon, Mo Fischer, Debbie Rochon, Roy David, Lyle Derek, Will Keenan) eine Fortsetzung zu The Toxic Avenger drehen. Doch ein irrer Killer stört die Dreharbeiten...

Meine Meinung:

Terror Firmer muss ich sacken und auf mich wirken lassen. Es gab einen Zeitpunkt während der Sichtung, wo ich dachte, den werde ich verkaufen und nicht mehr in der Sammlung lassen. Aber gegen Ende wird der Film nochmal verrückter und irgendwie hat der Film etwas in mir ausgelöst, so dass ich den Film vorerst noch behalten werde. Bei Terror Firmer handelt es sich um einen Troma-Film aus dem Jahr 1999 von und mit Lloyd Kaufman (Poultrygeist: Night of the Chicken Dead, The Toxic Avenger, Vampire Zombies…from Space!).

Der Film bietet viele Film-in-Film Momente (es wird eine Fortsetzung zu The Toxic Avenger gedreht) und der Auto-Crash (aus der Troma-Produktion Sgt. Kabukiman N.Y.P.D.) wurde erneut in den Plot integriert (ein Running Gag in Troma-Filmen). Daneben gibt es Cameos von Namen wie Lemmy, den South Park Schöpfern Matt Stone und Trey Parker inklusive Ron Jeremy. Alles Namen und Gesichter, die in Vergangenheit in Troma-Filmen zu sehen waren (= Cannibal! The Musical, Tromeo & Juliet, Citizen Toxie: The Toxic Avenger IV). Daneben lässt Lloyd Kaufman sogar alte Bekannte (Fleischberg Joe Fleishaker) oder die eigene Familie (Töchterchen Charlotte) im Film auflaufen.

Wo der Film für mich punktet, ist einerseits seine schier unglaubliche (perverse) Kreativität und seine vielen skurrilen Ideen und Momente. Das muss man gesehen haben, um es zu glauben. Daneben empfand ich den Ekelfaktor als positiv. Es gab wirklich mehrere Szenen, die auch in mir Ekel hervorgerufen haben (vor allem die Szene, in der alle im Auto erbrechen). Die war echt supereklig, auch weil es einfach so echt aussah. Bäh! Und wenn einem Film gelingt, solche Gefühle in dem Zuschauer zu wecken, dann macht man da schon was richtig. Das Nächste, was mir gefiel war die Tatsache, dass der Film, insbesondre aus heutiger Sichtweise, extrem politisch unkorrekt ist (sogar im Abspann geht es dementsprechend weiter, z.B. die Namen-Bezeichnungen der Figuren).

Die Effekte sind derb, blutig und gut getrickst. Und nebst Splatter gibt es sämtliche Fäkalien zu sehen, die man sich nur vorstellen kann. Der Film beinhaltet viel pubertierenden, geschmacklosen und infantilen Fäkalhumor. Die Schauspieler sind mutig und bemüht. Was ich am Film hingegen ankreiden kann, sind Längen. Mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden war mir der Film doch zu lang und es gibt lahme Füllszenen. Es gab mir auch zu viele (total unerotische) Sexszenen. Da hätte ich lieber mehr Morde vom Killer gesehen. Und es gab mir zu viele nackte Männer in dem Film. Das ist aber Geschmackssache, auch wenn die Gender-Frage hier sowieso groteske Züge annimmt, auch wenn eigentlich im Horror-Genre nichts Neues (siehe Psycho, Das Schweigen der Lämmer, Blutgericht in Texas, The Tenant oder Monster: Die Geschichte von Ed Gein).  

Fazit: Troma-Fans können einen Blick riskieren, aber danach duschen nicht vergessen!

Infos:

O: Terror Firmer

USA 1999

R: Lloyd Kaufman

D: Charlotte Kaufman, Lloyd Kaufman, Joe Fleishaker, Trent Haaga, Alyce LaTourelle, Reverend Jen Miller, Yaniv Sharon, Mo Fischer, Debbie Rochon, Roy David, Lyle Derek, Will Keenan, Matt Stone, Trey Parker, Lemmy, Ron Jeremy

Laufzeit der US-DVD: 114:14 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 29.06.26

Fassungen: Mir lag die Doppel-DVD aus den USA von Troma vor = bis auf fehlende Englische Subs eine anständige Fassung = qualitativ i.O., Uncut, O-Ton, viele Extras. Den Film gibt es in Deutschland von '84 Entertainment auf Blu-Ray (Deutsch/Englisch, keine Subs, Uncut).

Montag, 8. Dezember 2025

The Toxic Avenger Review

The Toxic Avenger

Story:

Winston (Peter Dinklage) braucht ein Medikament, ansonsten wird er sterben. Er arbeitet als Hausmeister für eine Firma, die Medikamente herstellt. Doch dessen CEO (Kevin Bacon) lehnt ab und demütigt Winston. Winston, der in armen Verhältnissen lebt, bricht nachts auf der Suche nach dem Medikament ein und wird vom Sicherheitsdienst erschossen. Die Leiche wird in Chemikalien entsorgt. Doch diese sorgen dafür, dass Winston als entstellter Freak mit übermenschlichen Kräften (Luisa Guerreiro) zurückkehrt um an den Bösewichten (u.a. Elijah Wood) Rache zu üben…

Meine Meinung:

The Toxic Avenger, angeblich seit Jahren abgedreht aber keinen Verleih gefunden, ist das Remake des Troma-Klassikers mit gleichnamigem Titel. Geben einige Quellen an, dass dafür der Gewaltgrad schuld sei, dann muss ich sagen, dass das nur Marketing-Gequatsche ist. The Toxic Avenger lohnt sich nämlich eigentlich nicht wirklich und wäre auf Netflix und Co. besser aufgehoben gewesen als im Kino. Der Film ist fürs Kino schlicht zu billig. Und das war sicher auch das Grund, warum der Film so lange keinen Verlieh fand.

Es handelt sich in meinen Augen auch nicht um einen echten Troma-Film, auch wenn der Film u.a. von Lloyd Kaufman und Michael Herz produziert wurde. Zwar ist der Film wirklich bemüht, den Charme der alten Filme auferstehen zu lassen (es gibt auch Hommagen an Class of Nuke 'Em High, den Original The Toxic Avenger oder an den Song Body Talk inklusive Gastauftritt von Lloyd Kaufmann am Ende) und für eine einmalige Sichtung ist der Film okay (aber mehr auch nicht). Der Film wirkt für einen Kinofilm zu billig (da ging das Budget wohl für seine Stars drauf).

Zudem wirkt der Film zu steril, zu sauber, zu zahm und zu harmlos. Wenig Splatter. Wenn, dann geht es ultraschnell (Kamera fängt Szene zu kurz ein oder schwankt zu schnell weg), findet im off screen statt oder mehrheitlich wird auf erkennbares und billiges CGI-Blut- und Splattereffekte gesetzt, was einfach billig aussieht und den Szenen jeglichen Charm und Härte raubt. Auch in der Hinsicht (Splattergehalt) überzeugt der Film nicht. Der Film spielt das Ganze mit angezogener Handbremse ab und moderne, eigene Inhalte haben hier und da auch einen gewissen Woke-Charakter.

Das Einzige, was mir gut gefallen hat, war der verseuchte Vogel, der immer wieder auftaucht und die Bösewichte. Die haben mir durch die Bank gefallen und die verspürten so was die ein Troma-Feeling. Zudem haben Stars wie Elijah Wood (The Faculty, Maniac, Come to Daddy) und Kevin Bacon (Freitag der 13., Beverly Hills Cop: Axel F, MaXXXine) auch viel mehr Screentime erhalten, was erwartet. Die gehen als Bösewichte schon gut ab, ebenso ihre Gang (dessen Ende auf der Bühne war aber eine grosse Enttäuschung, da so massiv viel CGI-Einsatz).

Fazit: Ein Remake, welches die Welt nicht braucht!

Infos:

O: The Toxic Avenger

USA 2023

R: Macon Blair

D: Jacob Tremblay, Elijah Wood, Kevin Bacon, Peter Dinklage, Macon Blair, Julia Davis, Luisa Guerreiro

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 102 Min.

Gesehen am: 25.09.25

Fassungen: In Bern im Kino gesehen: Uncut (ab 16 Jahren), Englischer Ton, deutsche Untertitel. Das Kino in Muri b. Bern scheint das einzige in der ganzen Schweiz zu sein, dass den Film in den nächsten Tagen immerhin mind. 3x im Originalton zeigen wird. In Deutschland soll der Film am 22.01.26 von capelight pictures auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.

Sonntag, 20. Oktober 2024

The Taint


Horroktober 2024

The Taint

Story:

Durch vergiftetes Trinkwasser mutieren Männer zu Frauen hassenden Monstern und Triebtätern. Phil O'Ginny (Drew Bolduc) und Misandra (Colleen Walsh) versuchen zu überleben…

Meine Meinung:

Um Troma wurde es in den letzten Jahren still. 2011 haben sie zusammen mit einer anderen Produktionsfirma The Taint realisiert. Ich wurde indirekt durch einen Kollegen auf den Film aufmerksam, der mir die DVD aus einem Blu-Ray/DVD-Set schenkte. Ansonsten wäre ich auf den Film gar nie aufmerksam geworden. Der Film hat seine positiven Momente, aber alles in allem ist The Taint kein Film für meine Sammlung.

Dabei beginnt der Film voller Elan und Motivation seitens der Macher und den Effekte-Spezialisten. So gibt es bereits in den ersten 15 Minuten so viele Ekel-Szenen zu sehen, dass der Zuschauer sofort weiss, dass er sich in einem Troma-Film befindet. Zu diesen typischen Troma-Inhalten zählen nackte Tatsachen, Erbrochenes, Urin, Sperma, Stuhlgang, Splatter und verrückte Männer, die sich wie "Rednecks" aus einem Edward Lee Roman verhalten (z.B. The Bighead).

Nach einem starken Start flacht der Film, der nur ca. 70 Minuten läuft, jedoch ab. Der Plot ist hohl, der Film hat trotz seiner kurzen Laufzeit auch Längen und dass die einzige weibliche Hauptfigur am Ende nicht überlebt fand ich doof. So richtig Punkte gekostet hat aber das Ende selbst, was mir nicht gefallen hat. Die ewigen Flashbacks haben immer wieder Längen in den Plot gefressen und es gab mir viel zu viele Gummi-Schwänze.

Die handgemachten Effekte warne cool und einige Hommagen (an Freddy Krüger oder Leatherface) fand ich cool wie auch den Soundtrack im Retro-Stil. Als ich mir den Film anschaute, wusste ich im Übrigen noch nicht, ob es sich bei The Taint um einen richtigen Troma-Film oder einen aufgekauft und nur vertriebenen Titel à la The Stendhal Syndrome oder Rabid Grannies handelt. Den Film kann man gut einmal schauen, es gibt einige abgefahrene und aberwitzige Ideen.

Fazit:  Geschmackssache. Für mich persönlich nichts für die Sammlung, aber für einen langweiligen Abend unterhaltsam und spassig.

Infos:

O: The Taint

USA 2011

R: Dan Nelson, Drew Bolduc

D: Drew Bolduc, Colleen Walsh, Cody Crenshaw, Kenneth Hall, Gabriella Herzberg, Richard Spencer

Laufzeit der US-DVD: Ca. 70 Min.

Gesehen am: Okt. 2024

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Troma vor = Geschenk eines Kollegen, der das US-Set gekauft hat. In dieser sind eine Blu-Ray und eine DVD vom Film enthalten. Er schenkte mir die DVD. Der Film ist Uncut und hat eine sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt auch englische Subs. Die Blu-Ray wäre eine Region-All Disc. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2024).

Dienstag, 14. November 2023

Poultrygeist - Night of the Chicken Dead

Poultrygeist - Night of the Chicken Dead

Story:

Auf ehemaligem Indianer-Land wird, trotz Warnungen, ein Fast-Food Restaurant gebaut. Die Angestellten (Jason Yachanin, Robin L. Watkins, Joshua Olatunde, Caleb Emerson, Rose Ghavami, Khalid Rivera) und Gäste (Kate Graham, Allyson Sereboff, Joe Fleishaker, Lloyd Kaufman, Brian Cheverie) kämpfen dort gegen Chicken Zombies um ihr Überleben…

Meine Meinung:

Poultrygeist - Night of the Chicken Dead habe ich seit 2008 nicht mehr gesehen. Zeit für eine Neusichtung. Der Film fliegt leider aus der Sammlung. Schlecht ist Poultrygeist - Night of the Chicken Dead nicht, einfach nicht mehr gut genug für die Sammlung. Es besteht kaum Motivation, den Film jemals wieder zuschauen. Dabei fängt der Film mit herrlich ekligen Geschmacklosigkeiten erst Mal gut an. Die ersten 20 Minuten haben wirklich überraschend viel Spass gemacht, wenn man kein Niveau erwartet.

Danach folgt das Hauptproblem: Längen im Mittelteil! Der Film ist mit einer Laufzeit von 100 Minuten gut 20-30 Minuten zu lang. In Mittelteil flacht der Film dann stark ab. Gore gibt es im Mittelteil zu wenig, Geschmacklosigkeiten bleiben zwar vorhanden, aber der Plot tritt nicht von der Stelle und lahme Songs (der Film ist z.T. auch ein Musical) dominieren. Erst im Finale wird der Film dann wieder sehenswert. Und genau wegen dem lahmen Mittelteil bleibt der Film auch nicht in der Sammlung.

Wer Troma-Filme, Trash, Geschmacklosen, nackte Tatsachen und politisch unkorrekten Humor mag, kann sich Poultrygeist - Night of the Chicken Dead auf jeden Fall ansehen. Der Film hat viele verrückte, fantasievolle und innovative Ideen, die teilweise herrlich amüsant und sehenswert geworden sind. Auch die grosse Anzahl an Splatter-Szenen und Effekte sind sehr gut geworden. Vor allem das Massaker der Zombie-Chicken im Finale war das Highlight des Filmes. Dazu kommen diverse Monster-Kreationen und Hommagen an frühere Troma-Filme (der Monster-Penis aus Tromeo and Juliet oder der immer ewig recycelte Auto-Crash). Die Effekte sind allgemein herrlich und absolut sehenswert.

Jason Yachanin und Kate Graham geben ein sympathisches Duo ab. Regisseur Lloyd Kaufman (The Toxic Avenger, Hanger) spielt eine kleinere Nebenrolle. Auch sonst gibt es im Film Altbekannte wie Joe Fleishaker zu sehen, der in einigen der ekligsten Szenen im Film abbekommen hat (wobei es da unendlich viele Gibt mit unzähligen Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen). Ihn sah man in vielen Troma-Filmen wie Troma's War, The Toxic Avenger Part II, Sgt. Kabukiman N.Y.P.D., Terror Firmer. Einen Gastauftritt legt Ex-Porno-Star Ron Jeremy hin. Der Film erinnert vom Setting an die neuste Necrostorm-Produktion Taeter Burger, welche auch in einem Fast-Food Lokal spielt.

Fazit: Hätte ein grosser Kracher werden können, hätte der Film nicht so viele lahme Füllszenen im Mittelteil abbekommen. Schade. Für Troma-Fans dennoch sehenswert!

Infos:

O: Poultrygeist - Night of the Chicken Dead

USA 2006

R: Lloyd Kaufman

D: Jason Yachanin, Kate Graham, Allyson Sereboff, Robin L. Watkins, Joshua Olatunde, Caleb Emerson, Rose Ghavami, Khalid Rivera, Joe Fleishaker, Lloyd Kaufman, Ron Jeremy, Brian Cheverie

Laufzeit der US-DVD: 102:49 Min.

Gesehen am: Okt. 2008 / Neusichtung am: 04.10.23

Fassungen: Mir lag die limitierte US-DVD von Troma vor = Eggs-clusive 3-Disc Edition = Uncut, viele Extras, O-Ton, keine Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Auch die US-Blu-Ray oder deutsche DVD haben keine Untertitel.

Montag, 23. August 2021

Combat Shock Review

Combat Shock

Story:

 

Frankie Dunlan (Rick Giovinazzo) war in Vietnam und hat Schreckliches erlebt. Davon hat sich Frankie nie erholt. Das Schicksal meint es weiterhin nicht gut mit ihm: Geldprobleme, keinen Job, Druck von Gangstern ausgesetzt, Beziehungsprobleme und ein behindertes Baby lassen Frankie an den Rand des Wahnsinns gleiten…

 

Meine Meinung:

 

Troma hat nicht nur Filme gedreht und veröffentlicht (wie z.B. The Toxic Avenger) sondern auch Filme aufgekauft und in ihrem Programm vertrieben (z.B. Cannibal! The Musical). In letzte Kategorie gehört auch das Low-Budget Kriegsdrama Combat Shock von Buddy Giovinazzo, der danach jedoch nie mehr an seinen «Erfolg» anknüpfen konnte.

 

Vielleicht wäre der Film ohne Troma Vermarktung erfolgreicher gewesen, aber so ging dieser etwas unter. Combat Shock ist nämlich ein bierernster Film und von Trash, Klamauk oder Humor weit entfernt, auch wenn es hier und da zu einem Overacting kommt (vor allem die Gangster-Banden waren doch relativ mässig und nervend gespielt).

 

Das war auch der Punkt, der schlussendlich dazu führt, dass der Film aus der Sammlung verbannt wird. Es gibt Szenen aus dem Krieg (Rückblenden und «Füllszenen» aus dem Archiv), Szenen aus dem Familienleben von Frankie und wie er sich als letztes ausser Haus gegen Gangster erwehren muss. Letztere Szenen nehmen am meisten Platz ein und diese empfand ich aufgrund ihrer Darbietung und dem teilweise schlechten Schauspiel als durchschnittlich bis nervend.

 

Die Kriegs-Szenen (teilweise schöner Splatter und Kritik am Krieg) und die Szenen mit Frankies Frau und behindertem Kind, welches mich ans Baby aus Eraserhead erinnerte, empfand ich als deutlich stimmungsvoller und besser. Hätte man das Hauptgewicht auf diese Szenen gelegt, wäre das dem Film gut bekommen. Mit Ausnahme der Gangster-Figuren war der Rest gut und solide gespielt.

 

Die Hoffnungslosigkeit, der fehlende Humor und das tragische, derbe Ende (Schlag in Magengrube) waren hingegen genau nach meinem Geschmack und Combat Shock beweist eindrücklich, dass auch mit wenig Budget (oder vielleicht genau deshalb) eine starke Wirkung erzielt werde kann!

 

Fazit: Geschmackssache – für Indie und Low-Budget-Filmfans auf jeden Fall sehenswert!  

 

Infos:

 

O: Combat Shock

 

USA 1984

 

R: Buddy Giovinazzo

 

D: Rick Giovinazzo, Veronica Stork, Mitch Maglio, Asaph Livni, Nick Nasta

 

Laufzeit der US-DVD: k.A.

 

Gesehen am: ? / Neusichtung am: 28.05.21

 

Fassungen: Mir lag die alte Code Free-US-DVD von Troma vor, die als «The Director’s Cut» vermarktet wird. In Deutschland Uncut von '84 Entertainment von auf DVD veröffentlicht in drei Fassungen (Zensierter Kino-Cut, der DC und ein Extended Cut = wahrscheinlich eine Art «Krekel-Cut» und Hybrid-Fassung zwischen Kino-Fassung und DC = nur Vermutung. In Deutschland nur auf DVD zu haben. Eine Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Mai 2021).

Dienstag, 22. Juni 2021

The Toxic Avenger Review

The Toxic Avenger

Story:

 

Tromaville: Schwächling Melvin (Mark Torgl) verwandelt sich dank Giftmüll in den Superhelden Toxic Avenger (Mitch Cohen), der dem Bösen in der Stadt den Kampf ansagt…

 

Meine Meinung:

 

The Toxic Avenger war einer dieser Filme, mit denen ich als Jugendlicher und als Fan des Horrorfilmes relativ schnell in Berührung kam (nebst Filmen wie Dawn of the Dead, Day of the Dead, The Dead Next Door, Hellraiser 3, Blutgericht in Texas etc.). The Toxic Avenger ist so was wie das Aushängeschild der US-Trash-Filmbude Troma und wohl ihr bisher erfolgreichster und bekanntester Film. Es folgten drei Fortsetzungen, eine Zeichentrick-Serie und 2008 sogar ein Rock-Musical. Ein Remake mit Kevin Bacon (als Bösewicht) und Elijah Wood ist in Produktion!

 

Ich sah den Film seit Ewigkeiten nicht mehr und die Neusichtung hat phasenweise richtig Spass gemacht. Man kann sich The Toxic Avenger gut weckgucken. Aber an einer zukünftigen Sichtung bin ich trotz solidem Unterhaltungswert nicht mehr interessiert, so dass der Film die Sammlung verlässt. Geschmäcker verändern sich halt…

 

Der Film war alles in allem für meinen aktuellen Filmgeschmack zu billig und zu höhepunktarm. Vor allem vor dem Finale flacht der Film über einen längeren Zeitpunkt beachtlich ab. Der Film hat seine Momente: das Overacting der Figuren (vor allem die Bösewichte, die mich teilweise auch an Charles Bronson Death Wish Filme erinnert haben), den Vorspann/Intro zum Film, die Musik, fiese Szenen wie das überfahrene Kind, ein-zwei der Effekte-Szenen waren stark (vor allem im Fast Food Restaurant oder im Finale) und auch die deutsche Trash-Synchro mochte ich schon immer. Passt gut.

 

Trotzdem bietet der Film, auch wenn der bessere Superhelden-Film als 90% aller Marvel-Filme zusammengezählt, zu wenig, um in Zukunft nochmal geschaut zu werden! Ich denke, am Ende wird wohl nur Teil vier in der Sammlung bleiben…

 

Fazit: Geschmackssacke! Für Trash- und Troma-Fans natürlich ein Must Have Titel, da sich mein Geschmack hinsichtlich Filme aber etwas verändert hat, fliegt The Toxic Avenger aus der Sammlung…

 

Gefolgt von: The Toxic Avenger Part II

 

Infos:

 

O: The Toxic Avenger

 

USA 1984

 

R: Michael Herz, Lloyd Kaufman

 

D: Mitch Cohen, Andree Maranda, Jennifer Babtist, Cindy Manion, Robert Prichard

 

Laufzeit der deutschen DVD: 91:23 Min.

 

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: 20.03.21

 

Fassungen: Mir lag die alte deutsche DVD von One World Entertainment vor = DC, Deutsch/Englisch, keine Subs, solide Bild- und Tonqualität, diverse Extras. Gibt es von 84 Entertainment in D auf Blu-Ray (Uncut).

Rabid Grannies Review


Rabid Grannies

Story:

 

Diverse Familienmitglieder, die eigentlich gerne bald erben würden, schleimen sich bei einer Geburtstagsfeier der zwei Grossmütter bei diesen ein. Doch das Fest wird zum Alptraum, als sich die zwei Ladies in blutrünstige Dämonen verwandeln, die nach Menschenfleisch gieren…

 

Meine Meinung:

 

Wenn ich an Belgien denke kommen mir oberflächlich, stereotyp und klischeehaft denkend folgendes in den Sinn: spezielle Arthouse Filme, die ich am NIFFF sah, Kinderschänder Marc Dutroux, Belgien Witze, Islamisten-Hotspots, Romelu Lukaku, das europäische Parlament oder Van Darm. Und noch etwas kommt mir in den Sinn: der belgische Dämonen-Fun-Splatter Rabid Grannies aus dem Jahre 1988!

 

Rabid Grannies, der in vielen Ländern durch Troma vertrieben wurde, ist ein Low-Budget Fun-Splatter, den ich mag und zu dem ich einen speziellen Bezug habe. Ich wurde für Rabid Grannies nämlich angezeigt und verurteilt (plus die Astro DVD musste ich zur Vernichtung den Behörend übergeben und im Strafbefehl haben sie den Filmtitel falsch geschrieben). Ihr denkt jetzt: Was? In der Schweiz?

 

Ja, in der Schweiz. In der Schweiz ist es so, dass es keine verbindliche Verbotsliste wie in Deutschland gibt. Jeder Kanton handhabt es anders. Die Liste ist nicht verbindlich und wurde einfach 1:1 aus Deutschland übernommen. Eine Behörde wie die FSK oder die BPjM (Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) gibt es bei uns nicht.

 

In einigen Kantonen gehen die Behörden nach dieser unverbindlichen Liste, in anderen Kantonen nicht. Filme, die auf der Verbotsliste stehen, können in Videotheken und Online erworben werden, liefen z.T. im Schweizer Free-TV, in Berner Kinos (z.B. Cinématte) oder am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest). Geschäfte, die Filme der Verbotsliste verkaufen wurden nicht angezeigt. Privatpersonen, die von dort gekauft haben jedoch schon (dazu liegen mir Zeitungsartikel vor)...

 

Im Gegensatz zu Deutschland ist in der Schweiz auch der Besitz verboten. Da gab es vor langer Zeit eine Phase, wo die Behörden mit dieser Willkür Geld gemacht haben. Als Schweizer Konsument kann man sich nicht schützen, da erst der Richter nach eigenem Ermessen sagt, ob ein Film verboten ist oder nicht. Und das kann jeder Richter anders beurteilen. Es gibt also keinen Schutz, da die Liste nicht verbindlich ist und der Konsument theoretisch oder eben auch praktisch für jeden Film angezeigt werden könnte…

 

Zurück zu Rabid Grannies: den Film mag ich seit Jugendzeiten. Es gibt mehrere Fassungen zum Film. Den Troma-Cut kann man knicken, da in praktisch jeder Gore-Szene zensiert. Dass dies die vom Regisseur favorisierte Fassung sprich Director’s Cut sein soll, ist purer Schwachsinn. Dazu empfehle ich euch den Audiokommentar von Emmanuel Kervyn anzuhören, als er bei der Troma-Fassung bzw. Sichtung merkt, dass dort Effekte-Sequenzen fehlen…

 

Meine letzte Sichtung basierte auf dem Re-Cut (entstand 2012) – eine Fassung die in Handlung, besonders in den ersten 30 Minuten, verkürzt und umgeschnitten wurde. Heuer sichtete ich die reguläre Fassung, welche im XT Video Set als «Classic Version» bekannt ist = in Sachen Gewalt Uncut, in wenig Handlung zensiert. In meinen Augen stellt dies die beste Fassung dar. 

 

Zwar ist der Film in den ersten 30 Minuten harmlos und ohne Effekte auskommend, aber die Szenen sind trotzdem sehenswert und nicht uninteressant, da die Familienmitglieder eingeführt werden. Die Einführung bietet amüsanten Humor und dazu passende, trashige deutsche Synchronisation. Daher möchte ich diese Szenen nicht missen.

 

Nach einer halben Stunde geht es los: die zwei Grossmütter verwandeln sich in Dämonen und gieren nach ihren Familienangehörigen. Spass, Unterhaltung, schwarzer Humor und genug Splatter sind vorhanden, um zu überzeugen. Zwar sind 2-3 Tötungsszenen wirklich fies, aber die Beschlagnahme in Deutschland ist dennoch ein Witz. Der Film ist sichtbar lustig, eine Komödie, die Effekte klar als solche zu erkennen (billig und unecht). Da müsste heute im direkten Vergleich ja jeder Horrorfilm verboten werden…

 

Die mir total unbekannten Darsteller und Laien haben einen guten Job gemacht. Ich mochte den öfters politisch unkorrekten Humor und die Spezialeffekte und Make-Up Masken (Dämonen Fratzen und Fingernägel) waren charmant und genau nach meinem Geschmack getrickst. Und vergessen wir an der Stelle nicht die abwechslungsreichen Splatter-Effekte die für einen hohen und fast pausenlosen Bodycount sorgen und die fantasievoll und innovativ umgesetzt wurden.

 

Fazit: Wer Low-Budget Fun-Splatter-Filme mag, sollte sich Rabid Grannies nicht entgehen lassen! Nebst Demons einer der besten Horrorfilme mit Dämonen.

 

Infos:

 

O: Les mémés cannibales

 

Belgien 1988

 

R: Emmanuel Kervyn

 

D: Catherine Aymerie, Caroline Braeckman, Richard Cotica

 

Laufzeit der «österreichischen» DVD: 84:31 Min.

 

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: 18.03.21

 

Fassungen: Mir liegen zwei DVDs vor: 1. Die DVD von XT Video und 2. die DVD aus Japan von Dark Rabbit, welche ich mir im Urlaub in Japan (2010 müsste dies gewesen sein) gekauft habe. Die DVD aus Japan ist überraschenderweise in Gewalt zensiert (also die Troma-Fassung) und daher uninteressant. Die XT Video DVD hat drei Fassungen: die Troma-Fassung (in Handlung länger, in Gewalt zensiert), den Re-Cut (umgeschnitten, fast ganze Einleitung fehlt) und die früher von Astro veröffentlichte Fassung (glaub nennt sich im Set Classic Cut). Letztere ist die beste Fassung = in Handlung leicht zensiert, in Gewalt Uncut in Deutsch/Englisch. Solide Bildqualität. Hier und da könnte die Qualität etwas heller und/oder schärfer sein, aber im Grossen und Ganzen brauche ich da kein Upgrade. Es soll von Shock (früher Japan Shock) in Zukunft eine Blu-Ray erscheinen (mit komplett neuer Synchro). Nachtrag 26.01.24: Ende 2023 hat das US-Label Vinegar Syndrome den Film angekündigt und diese Fassung habe ich gleich bestellt. Dies ist, mit Ausnahme des deutschen Trash-Dubs, die weltweit beste Fassung zum Film. Erstmals Uncut (Gore und Handlung komplett), neu restauriert, Englischer Dub, englische Subs, Wendecover, Region All Disc, alte und neue exklusive Extras. Der Film wurde ohne Dialoge gedreht und später Englisch synchronisiert d.h. der englische O-Ton ist auch "nur" ein Dub. Ich würde den deutschen Dub sogar als leicht amüsanter und passender beschreiben. Das liegt aber daran, dass ich den Film bisher immer nur in Deutsch sah. Die Bildqualität ist sehr gut, vom Ton war ich etwas enttäuscht. Den Film mochte ich nach wie vor und war erstaunt, wie toll die Effekte in einer bessere Qualität wirken. An 2-3 Gore-Szenen erinnerte ich mich gar nicht mehr und die Effekte sind charmant und innovativ. Schöner, sympathischer Fun-Splatter mit viel schwarzem Humor.