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Samstag, 25. Juli 2026

The Criminal

The Criminal

Story:

Hung (Jimmy Wang Yu) ersticht in Notwehr als 12jähriger einen Mann und wandert danach für zehn Jahre ins Gefängnis. Sein Vater (Wang Yin) ist selbst Richter. Als Hung nach zehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, folgen Spannungen innerhalb der Familie. Eine Gangster-Bande (u.a. Phillip Ko Fei), angeführt von Lung Fei, buhlt um Hung und will diesen in die Bande integrieren, um damit den Richter auszuschalten…

Meine Meinung:

The Criminal ist zwar kein Kracher in der langen Karriere des Shaw Brothers Superstars Jimmy Wang Yu (The One-Armed Swordsman, The Chinese Boxer, Die Todesbucht der Shaolin), dennoch aber ein nicht uninteressanter Film in dessen Filmschaffen. Bei The Criminal handelt es sich um ein Drama aus Taiwan von Regisseur Li Su (Midnight Cowgirl, The Chinese Whimsy, Duel with Death) aus dem Jahr 1977. Li Su drehte bereits zuvor einmal mit Jimmy Wang Yu. Und zwar den Film The Magnificent Chivalry. Ich würde den Film mit Jimmy Wang Yus Arbeit in The Black Friday sowie dem Shaw Brothers Streifen My Son vergleichen.

Alle drei Filme sind per se keine Action- oder Kung-Fu-Filme. Aber in allen drei Filmen geht es dann doch nicht ohne, wobei The Criminal sicherlich noch eine leicht höhere Anzahl an Kampfszenen bietet, als z.B. The Black Friday. The Criminal ist mehrheitlich ein Familiendrama mit sozialem Kommentar. Dieser lautet, dass es sich nicht auszahlt, gegen das Gesetz zu verstossen. Der Inhalt bringt zudem den Vater sowohl den Sohn in ein ethisches Dilemma. Das Ende wirkt konsequent. Ich hatte auf jeden Fall Freude, Jimmy Wang Yu Mal in einem modernen Setting zu sehen. Der Film hat viele Dialoge und meine VHS hatte keine englischen Untertitel. Dennoch konnte ich dem Plot problemlos folgen.

Nebst Jimmy Wang Yu kannte ich vor allem Namen wie Lung Fei oder Phillip Ko Fei (liefet sich einen Kampf gegen Jimmy Wang Yu). Lung Fei spielt eine grosse Rolle, da Anführer der Gangster. Trotz fehlendem Bart und Schnauz war Lung Fei (Eunuch of the Western Palace, Kung Fu Mama, The Cavalier) gut zu erkennen. Er liefert sich im Finale einen Schlagabtausch gegen Jimmy Wang Yu und er macht das, wie auch Phillip Ko Fei (mehr ein Gastauftritt), sehr solide. Der Mix aus Familiendrama, etwas Gangster-Action inklusive 70er Jahre Feeling (Musik, Kleider) sowie Gerichtsfilm und Sozialkritik hat meiner Meinung nach gut funktioniert, so dass ich den Film, zumindest Hardcore-Fans von Jimmy Wang Yu, empfehlen kann.

Infos:

O: Pan Jue

Taiwan 1977

R: Li Su

D: Jimmy Wang Yu, Lung Fei, Wang Yin, Phillip Ko Fei, Tao Chi, Nancy Lau Nam-Kai, Li Hsiang, Tu Man-Sheng, Kou Feng, Li Chiang, Lee Man-Tai

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 82:59 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag das südkoreanische VHS von Dae Yeong Video Production vor = Statt Widescreen Vollbild, O-Ton Mandarin mit koreanischen Subs, unbekannt ob Uncut/Cut (am Ende, als sich der Vater vom Duo am Bahnhof verabschiedet und den Zug besteigt, wirkte es abgehackt. Eine Nacktszene war hingegen zu sehen), solide Bildqualität. Es scheint den Film auch von Ocean Shores zu geben (als VHS und unter dem Titel The Verdict). Zudem gibt es den Film in den USA von Rainbow auf VHS (Mandarin mit englischen Subs). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2026). Szenen aus The Criminal wurden zudem für den späteren «cut & paste» Film Thundering Ninja verwendet.

Donnerstag, 9. Juli 2026

At the Place of Ghosts

NIFFF 2026 Spezial

At the Place of Ghosts

Story:

Zwei Brüder (Blake Alec Miranda und Forrest Goodluck) mit schwerer Vergangenheit sind gezwungen, sich wieder zu vereinen. Sie müssen, um einen Geist aufhalten zu können, tief in die Wälder eindringen…

Meine Meinung:

At the Place of Ghosts hat mir nicht wirklich gefallen. At the Place of Ghosts ist ein kanadisch-belgischer Film im Indigenen Setting. Der Film ist aber nicht wirklich eine grosse Auseinandersetzung mit den australischen Ur-Völkern, eigentlich auch kaum ein Ghost-Film und schon gar kein Folkhorror-Film, obwohl öfters als solcher betitelt. Viel mehr ist das ein Familiendrama um zwei Brüder, die seit ihrer Kind- und Jugendzeit ein schweres Geheimnis hüten. Die sich entfremdet haben. Es geht um Kummer, Trauma und Vergebung.

At the Place of Ghosts hat einige schöne Naturaufnahmen und überzeugt durch die Settings. Die Musik war authentisch und zum Setting passend. Zudem war der Film von den mir unbekannten Darstellern gut gespielt. Leider blieben die Figuren relativ blass charakterisiert, so dass ich mit ihnen nicht mit gefiebert habe. Es entstehen nicht wirklich Sympathien für die zwei Brüder. Inhaltlich hat mich der Film auch nicht abgeholt. Richtig spannend wurde es nie und die Zeitreisen während ihrer Reise in den Wäldern wirkte mehr irritierend oder aufgesetzt, so z.B., wenn die Ureinwohner von ausländischen Soldaten angegriffen werden.

Laut KI starteten Kämpfe zwischen australischen Ureinwohnern und ausländischen Kolonisten im Jahr 1788. Dass es dazumal schon Power-Frauen als Soldatinnen gab (dazu noch lesbisch, so wie es dargestellt wurde), ist einfach unglaubwürdig. Die Szene nahm vielleicht fünf Minuten im Film ein und wirkte unpassend und aufgesetzt. Vielleicht waren das Auflagen, die integriert sein mussten, um Fördergelder zu bekommen (einer der Brüder ist auch homosexuell, und daraus wird für den Plot eigentlich auch wenig gemacht). Das Finale war enttäuschend und die CGI-Effekte waren schlecht. Ich mag keine CGI.-Geister (die sich dann in Blätter auflösen) und ganz übel und schlecht waren die Szenen mit den CGI-Wölfen. Einfach nur grauenhaft und peinlich. Klar, dass ist eine Independent Produktion, aber trotzdem. Dann lieber gar nicht solche Szenen drehen, als solchen Mist zu zelebrieren.

Da hatte ich leider falsche Erwartungen. Ich hatte mir mehr (Folk)Horror versprochen, so dass ich am Ende mit At the Place of Ghosts nur wenig anzufangen wusste…

Infos:

O: Sk+te'kmujue'katik

Kanada, Belgien 2025

R: Bretten Hannam

D: Blake Alec Miranda, Martha Irving, Forrest Goodluck

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 81 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Mittwoch, 8. Juli 2026

Subsuelo

NIFFF 2026 Spezial

Subsuelo

Story:

Ein Unfall während des Sommers sollte das Leben der Zwillinge Eva (Julia Martínez) und Fabián (Diego Garisa) grundlegend verändern…

Meine Meinung:

Subsuelo ist ein schwieriger Film. Hier und da war im Voraus schon klar, was der Inhalt sein würde. Da brauchte man gar nicht viel zu lesen, tief zu graben oder Bilder aus dem Trailer zu interpretieren. Es handelt sich um eine spanisch-uruguayische Co-Produktion von Regisseur Fernando Franco. Dieser wie auch die Schauspieler um Julia Martínez oder Diego Garisa sind mit total unbekannt. Subsuelo gelingt es, durch seine unangenehme Prämisse zu fesseln und zu schocken.

Der Film und seine Themen (sexueller Missbrauch, Inzest, Pädophilie, Tierleid) werden hier nicht exploitativ gezeigt, sondern trocken, kühl, nüchtern und erschreckend realistisch erzählt, so dass einige Momente, Szenen und Dialoge, vor allem zwischen Eva und Fabián, kaum auszuhalten sind. Ist so was unterhaltsam oder darf so was Entertainment sein? Der Film zeigt eine gebrochene Familie, in der praktisch jeder leidet. Dennoch wird klar, dass da schon vor dem Unfall solche Tendenzen vorhanden waren.

Julia Martínez und Diego Garisa spielen das, wie auch alle anderen, grandios. Es handelt sich fast um eine Art Kammerspiel im Familienhaus der Familie. Der Plot ist spannend. Als Zuschauer will man wissen, wie der Film endet. Wird es für Eva Gerechtigkeit geben? Wird sie Kraft finden, aus ihrer Hölle und der toxischen Umgebung fliehen zu können? Und immer, wenn man meint, im Film schon alles gesehen zu haben, setzt der noch einen drauf. Das einzige, was mir dann extrem missfiel und den Film auch schlecht enden lässt und qualitativ stark runterzieht, war das Ende. Was sollte das denn? Ein offenes Ende bei dem Plot und den Gefühlen, die zuvor aufgebaut wurden? Eine Schande! Dass wäre so, als würde Titanic enden, bevor das Schiff den Eisberg rammt… Schwach von Regisseur Fernando Franco!

Infos:

O: Subsuelo

Spanien, Uruguay 2025

R: Fernando Franco

D: Julia Martinez, Diego Garisa, Sonia Almarcha

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 115 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Dienstag, 7. Juli 2026

The Ones Who Grieve

NIFFF 2026 Spezial

The Ones Who Grieve

Story:

Im 19. Jahrhundert vor dem 1. Weltkrieg:

Eine Krankheit namens «Black Veil» sorgt für Angst und Schrecken. Zélie (Zélie Rixhon) und ihre Mutter (Isabelle Anciaux) werden von ihrem streng religiösen Vater und Ehemann Jacob (Thierry Frémont) terrorisiert und schikaniert. Jacob wünscht sich noch einen Sohn und hat derweil alle Hände voll zu tun, um Infizierte zu beseitigen. Als ein Infizierter auf dem Dachboden der Scheune auftaucht sieht Zélie eine mögliche Chance gekommen, ihren Vater damit beseitigen zu lassen…

Meine Meinung:

Mit Quarxx kam ich auch an einem vergangenen NIFFF erstmals in Berührung, als ich mir All the Gods in the Sky ansah. Diesen fand ich dazumal sehr interessant. The Ones Who Grieve ist nun bereits der dritte Spielfilm von Quarxx, der am NIFFF zu sehen ist. Pandemonium habe ich letztes oder vorletztes Jahr verpasst und/oder ausgelassen. Quarxx ist für sein kontroverses und provokantes Kino bekannt, daher buchte ich The Ones Who Grieve.

Quarxx stellte den Film am NIFFF vor. Es geht um das Patriarchat, sagte er, und er sah sich danach den kompletten Film, wenn ich nicht irre, handelte es sich um die Weltpremiere, vor Ort an. Und er erwähnte «Zombies» und meinte damit wohl die Opfer der Seuche «Black Veil». The Ones Who Grieve ist erneut ein nicht uninteressanter, spezieller und auch provokanter Film. Jedoch konnte mich der Film weniger fesseln als All the Gods in the Sky. Quarxx arbeitet hier wieder mit Schauspielern aus seinen vergangenen Filmen zusammen.

The Ones Who Grieve wirkte fast zu überladen und übertrieben. Teilweise hatte ich auch fast mehr den Eindruck, eine Art Satire und Parodie zu sehen. Quarxx sprach vom Patriarchat und das wird in dem Film und deren Darstellung massiv auf die Spitze getrieben. Und das kam auch bei den Zuschauern des Filmes nicht gut an. Auf Letterboxd schrieb z.B. jemand: «Introduced as a film about patriarchy and there is no arguing that. It may be 100% critical of the monsters it portrays but factually this is just two hours of women suffering, pointless.».

Ich fragte mich, ob es Quarxx wirklich darum ging, dass Patriarchat kritisch darzustellen oder ob er mehr mit der Erwartungshaltung der Zuschauer zu dem Thema spielte. Denn Jacob ist wirklich ein sehr grosses Ekel, aber teilweise mutet der Film fast mehr wie eine schwarze Komödie an, als ein echtes Drama. Und wenn jemand wie Jacob so wie im Film dargestellt wird und von allen mehr und mehr gehasst wird, was sollte dann das Ende? Das dürfte so ziemlich alle Zuschauer vor den Kopf stossen. Wo bleibt die Gerechtigkeit? Das das nicht gefallen wird, kann ich verstehen. Der Applaus am Ende war sehr verhalten. Ich denke, viele waren aufgrund des Endes irritiert. Auf der anderen Seite gefiel mir das. Denn so lässt sich ein Regisseur nicht in eine Schublade stecken.

Der Film ist technisch gut gemacht, mehr oder weniger «unterhaltsam» (die Zeit geht beim Schauen vorbei) und als Zuschauer stellt man sich die Frage, wo der Film hinsteuert. Jedoch wirkt der Film mit seinen Themen auch überladen und einige Dinge hätten besser beleuchtet und/oder ggf. besser weggelassen werden sollen. Patriarchat, Kritik an Religion und Kirche, Seuche, Wissenschaft vs. Religion oder Mad-scientist Motive, Familiendrama, sucht es euch aus. Und was sollte die Szene, in der sich die Mutter einen riesigen Wurm (?) oder Parasiten (?) aus der Vagina oder dem Anus zieht? Schade, wurde darauf nicht mehr eingegangen…

Fazit: Quarxx dürfte mit seinem neusten Film erneut polarisieren = alles richtig gemacht!

Infos:

O: Les Âmes en peine

Frankreich 2026

R: Quarxx

D: Thierry Frémont, Zélie Rixhon, Isabelle Anciaux

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 116 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Dienstag, 23. Juni 2026

Akelarre

 

Akelarre

Story:

17. Jahrhundert in Navarre:

Lord Fermin (Walter Vidarte) lässt das Dorf nach Hexen absuchen und erhält dabei Hilfe des Inquisitors (José Luis López Vázquez).  Verdächtige werden verhaftet und durch Folter zu Geständnissen gezwungen. Damit will sich der tyrannische Lord Fermin einen Bauer namens Unai (Patxi Bisquert) vom Leib halten, der gegen seine tyrannischen Machenschaften ankämpft und als eine junge Frau (Silvia Munt) in Haft gefoltert wird, kommt es zum Aufstand…

Meine Meinung:

Einerseits freute ich mich auf Akelarre, andererseits war ich skeptisch. Ich freute mich da klassisches Hexen-Verfolgungssetting. Ich hoffte auf einen stimmungsvollen Film. Auf der anderen Seite fand ich schon das offizielle Plakat zum Film irgendwie «billig», völlig uninteressant und wenig ansprechend. Und leider trifft das auch als Gesamtfazit auf den Film von Pedro Olea zu. Der Film passt damit jedoch thematisch und inhaltlich in die Box von Severin Films (Folklore-Inhalte).

Das macht einen Film aber noch lange nicht gut. Für meinen Geschmack hatte der Film durchs Band TV-Niveau. Ich dachte, hier einen TV-Film vorgesetzt zu bekommen. So wirkt der Inhalt und dessen Qualität auf mich. Das wirkte so, als schaue ich mir im Free-TV einen deutschen TV-Film auf ZDF und Co. an, statt einen fantastischen Beitrag aus Spanien. Ich bin überrascht, dass der überhaupt im Kino lief. Weniger überrascht bin ich, als ich gelesen habe, dass der in der Berlinale gezeigt wurde. Wohl mehr aufgrund politischer Hintergründe statt filmischer Qualität. Passt.

Der Film wirkte auf mich, wie bereits das Film-Plakat, durch und durch billig. Zudem ist der Film zu 95% ein dialoglastiges Drama. Der Plot um Hexen, Folter oder deren Folgen sind sehr klein. Wer da andere Erwartungen hegt, dürfte sehr enttäuscht werden. Der Film bietet praktisch nur Dialoge und dürfte daher höchstens Fans von (billigen-TV-Soap-Opera) Dramen befriedigen. Ich fand den Film einfach nur öde und total langweilig. Da halfen auch die soliden Darsteller nicht, dass zu optimieren. Schade. Da wäre durchaus mehr möglich gewesen…

Fazit: Zeitverschwendung!  

Infos:

O: Akelarre

Spanien 1984

R: Pedro Olea

D: Silvia Munt, José Luis López Vázquez, Mary Carrillo, Walter Vidarte, Patxi Bisquert

Laufzeit der US-Blu: Ca. 97 Min.

Gesehen am: 23.06.26

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = O-Ton mit englischen Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Als Extras gibt es Interviews mit Cast und Crew. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2026).

Samstag, 20. Juni 2026

The Death of Robin Hood

 

The Death of Robin Hood

Story:

Robin Hood (Hugh Jackman) hat eine blutige Vergangenheit voller Diebstähle und Morde zu verzeichnen. Aktuell hilft er seinem Freund Edward (Bill Skarsgård) dabei, seine Ehefrau (Katie Breen) aus den Fängen von Dritten zu befreien, was in späteren Etappen in einem Blutbad endet. Robin Hood wird dabei schwer verletzt und von Edward auf eine Insel gebracht, auf welcher Sister Brigid (Jodie Comer) Menschen heilt und pflegt. Als Robin Hood später erfährt, dass Edward getötet wurde und dessen Tochter (Faith Delaney) und ein möglicher Feind (Noah Jupe) auf der Insel auftauchen, ändert sich alles...

Meine Meinung:

The Death of Robin Hood ging ich relativ erwartungslos und fast ohne Vorwissen schauen. Ein Freund hat mich vor einigen Wochen indirekt auf den Film aufmerksam gemacht. Ich wusste nur, so im Halbwissen, dass es sich um einen neuen A24 Film handelt. Die haben zuletzt ja wieder einige interessante Titel auf die Leinwand gezaubert (z.B. Backrooms, Undertone oder Bring Her Back). The Death of Robin Hood, der eine gänzlich neue Variation von Robin Hood erzählt (als Art Antiheld), ist jedoch ein aufgekaufter A24-Film und keine reine A24-Produktion. Das macht der Qualität aber nicht aus.

The Death of Robin Hood ist definitiv, trotz Namen wie Hugh Jackman (ihn kenne ich nur aus einem Film) und Bill Skarsgård (Barbarian, Locked, It), kein Mainstream-Film geworden und obwohl es sich «nur» um eine amerikanische Produktion handelt, wurde der Film vor Ort in Irland (und England) gedreht. Und zwar in 35mm. Wo der Film punktet, sind die Drehorte, Settings und Aufnahmen. Der Film hat eine ganz eigne, neblige Stimmung (fast etwas à la Conquest), die dem düsteren und tragischen Setting toll zu stehen bekommt. Auch diverse Gesänge und Lieder passen hervorragend dazu und der Cast macht seinen Job hervorragend.

Es war interessant, Mal eine etwas andere Robin Hood Variante zu sehen. Die erste Hälfte des Filmes ist die mit Action, Gewalt, Blut und Schlamm, auch wenn in der Hinsicht in diversen Reviews, was den Gewaltgrad angeht, übertrieben wird. Nebst Nebel ist der Film in den Szenen auch sehr dunkel, was die Momente aber stimmungsvoll werden lässt. Die zweite Filmhälfte ist dann die ruhige, in der sich der Plot, dessen Verlauf und die Charaktere entfalten und vertiefen können. Es gibt interessante Wendungen, auch wenn das Ende selbst dann vorhersehbar (aber trotzdem gut und intensiv) war.

Fazit: Ein nicht uninteressanter Film, der perfekt ins A24-programm passt!

Infos:

O: The Death of Robin Hood

USA 2026

R: Michael Sarnoski

D: Hugh Jackman, Katie Breen, Bill Skarsgård, Jodie Comer, Faith Delaney, Murray Bartlett, Noah Jupe

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 123 Min.

Gesehen am: 20.06.26

Fassungen: Im Kino gesehen ab 16/14 = Uncut, O-Ton mit deutschen Subs. Soll am 25.09.26 in Deutschland auf DVD und Blu-Ray erscheinen.

Mittwoch, 3. Juni 2026

The Attic

The Attic

Story:

Louise (Carrie Snodgress) arbeitet als Bibliothekarin und soll bald durch eine jüngere Angestellte ersetzt werden. Louise ist eine Einzelgängerin und trinkt. Sie hat kein einfaches Leben und lebt zusammen mit ihrem strengen und tyrannischen Vater (Ray Milland), der im Rollstuhl sitzt und von Louise gepflegt wird. Nach und nach driftet Louise in den Wahnsinn ab, als sie nachts mit Männern verkehrt, versucht, auf der Arbeit freundschaftliche Kontakte zu knüpfen, sich zu suizidieren versucht (oder Mord- und Gewaltfantasien gegen den Vater hegt) und eines Tages einen Affen kauft und mit nach Hause nimmt…

Meine Meinung:

The Attic schaute ich mir heute an, weil ich die DVD danach aussortieren wollte. Ich habe schon erwartet, dass The Attic kein Film für meine Sammlung werden würde. So war es auch. Die DVD kaufte ich in der Vergangenheit schliesslich auch wegen dem Film mit Klaus Kinski, der im Set enthalten ist (Crawlspace). Da mir der aber überraschenderweise auch nicht mehr wirklich gefällt, fliegt die Disc nun aus der Sammlung.

Was The Attic angeht dachte ich zuerst, dass es sich um einen alten Film aus dem Jahr 1945 handelt. Dass der Film aus dem Jahr 1980 ist, erfuhr ich erst kurz vor der Sichtung, als ich zum Film Infos einholte. Das war mir recht. Denn Filme aus den 40ern entsprechen nun Mal nicht meinem Filmgeschmack. The Attic ist kein Kracher, aber für eine einmalige Sichtung okay. Ich wusste eigentlich praktisch nichts vom Plot. Auf dem Cover sah ich das Affen-Spielzeug, welches an The Monkey erinnert. Aber mir war bewusst, dass es wohl kein Tierhorrorfilm werden würde.

Dennoch kommen einige unheimliche Affen vor (Plüschtiere- und Spielzeuge). Und leider später auch ein echter Affe. Ich mag Affen nicht. Ich finde die irgendwie eklig, ich weiss auch nicht warum. Der Film ist eigentlich ein Drama. Ein Vater, der Betreuung und Unterstützung braucht, da im Rollstuhl sitzend (wobei er das, so wie es scheint, vergangenen Taten der Tochter zu verdanken hat), gleichzeitig aber ein absoluter Tyrann ist, der seine Tochter für sich beansprucht, kontrolliert und herabwürdigt. Sie hat diverse Traumata, trinkt und ist suizidgefährdet. Co-Abhängigkeit. Der Film ist stark gespielt. Ray Milland als Vater ist solide und Carrie Snodgress spielt das sogar exzellent. Das Ende ist sehr gemein…

Infos:

O: The Attic

USA 1980

R: George Edwards

D: Carrie Snodgress, Ray Milland, Ruth Cox, Rosemary Murphy, Frances Bay

Laufzeit der US-DVD: 100:36 Min.

Gesehen am: 02.06.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD vor (Midnite Movies Double Feature). Auf dieser befindet sich auch noch Crawlspace. Zu The Attic = gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton, englische Subs. In Deutschland zensiert auf VHS, Uncut auf DVD. Titel: 13 Stufen zum Terror. Label: Eyecatcher Movies. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Juni 2026).

Freitag, 15. Mai 2026

Born Under Crossed Stars

 

Born Under Crossed Stars

Story:

Japan in den 20ern:

Jûkichi Suzuki (Ken Yamauchi) ist ehrgeizig und will was werden. Er gerät mit seinem Vater in Konflikt und später sind es zwei Frauen, die ihm den Kopf verdrehen. Taneko (Yumiko Nogaw) ist modern, frech und charmant. Suzuko (Masako Izumi) ist traditionell und altmodisch veranlagt. Nach und nach gerät Jûkichis Leben aus den Fugen und er kämpft gegen seine eigenen Prinzipien an…

Meine Meinung:

Mit Born Under Crossed Stars habe ich Arrow Videos Edition Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1 endlich beendet. Und ich muss sagen, dass der Kauf für mich ein Fehlkauf darstellt. Die Frühwerke von Seijun Suzuki (The Boy Who Came Back, The Wind-of-Youth Group Crosses the Mountain Pass, Teenage Yakuza sowie The Incorrigible) sind, zur Liebe zu den späten Klassikern (Detective Bureau 2-3: Go to Hell Bastards!, Branded to Kill, Tokyo Drifter, Youth of the Beast) des Regisseurs, nicht meine Kragenweite. Definitiv nicht.

Es sind vielleicht zwei ganze Filme aus dem Set, die leicht besser sind (Teenage Yakuza und The Incorrigible), aber dennoch von Must See Titeln weit entfernt sind. Und den Rest kann man knicken. Born Under Crossed Stars wartet teilweise mit dem gleichen Cast aus The Incorrigible auf. Letzterer war aber besser. Born Under Crossed Stars ist zwar gut gespielt und optisch schick, aber der Inhalt fesselt wenig. Der Film war mir auch viel zu lustig. Das hätte ich nicht erwartet und war störend. So muss man um die Figuren nie Angst haben und der Film, der Coming of Age und New Wave Vibes beinhaltet, wirkt dadurch zu wenig dramatisch. Die komischen und lustigen Momente haben hier definitiv gestört.

Was den Cast angeht, macht vor allem Yumiko Nogaw eine gute Figur. Sie spielte auch in späteren Filmen von Seijun Suzuki mit (Gate of Flesh sowie Story of a Prostitute) und war auch abgesehen davon in vielen Genre-Filmen zu sehen (Hokuriku Proxy War, Killer’s Mission). Ken Yamauchi war aufgrund des Overacting wenig überzeugend. Er konnte danach auch nicht wirklich auf eine bekannte Filmographie zurückblicken. Masako Izumi (Haunted Samurai) war solide, aber bliebt im Schatten von Yumiko Nogaw. Alles in allem machten die Schauspieler ihre Sache solide.

Fazit: Kein Must Have Titel, auch nicht für Fans von Seijun Suzuki!

Infos:

O: Akutarôden: Waruihoshi no Shita Demo

Japan 1965

R: Seijun Suzuki

D: Ken Yamauchi, Masako Izumi, Yumiko Nogaw, Jun Tatara, Kotoe Hatsui, Masahiko Tanimura, Masao Mishima

Laufzeit der UK-Blu: 96:52 Min.

Gesehen am: 15.05.26

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video (Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1) = Hervorragende Bild- und Tonqualität, fünf Filme und Booklet in einem Set (jeweils auf DVD und Blu-Ray), in Japanisch mit englischen Subs. Born Under Crossed Stars ist zensiert (Hahnenkämpfe). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).

Dienstag, 28. April 2026

Always There

Always There

Story:

Young-ah, aus armen Verhältnissen stammend, rutscht in städtische Gefilde ab d.h. wird von einer Gang gezwungen, als Prostituierte zu arbeiten. Kang Baek-chon, der seinen Bruder durch erwähnte Gang verloren hat, will diese zerschlagen. Als er zufällig auf Young-ah trifft, verliebt er sich in sie. Derweil bekommt die Gang ein neues Mitglied: Cobra. Dieser soll die Organisation beschützen. Wird Kang Baek-chon die Gang zerschlagen und Young-ah aus ihren Fängen retten können?

Meine Meinung:

Always There war ein Blindkauf, den ich rund um das Jahr 2018/2019 getätigt habe. Und dieser hat sich nicht gelohnt. Es handelt sich bei Always There um einen Mix aus Thriller, Drama, Erotik- und Gangster-Film aus dem Jahr 1990, wobei die Bösewichte alle aus dem HK-Kino der damaligen Gangsterstreifen von John Woo stammen könnten. Das ist unverkennbar, dass diese Filme aus Hong Kong, die extrem erfolgreich waren, als Inspirationsquelle dienten.

Der Film von Seok Do-Won ist solide, aber kein Kracher. Seok Do-Won hat in den 90ern einige Erotikfilme realisiert. Dabei waren vor allem einige Madame Aema Fortsetzungen (Madame Aema 4-8 inklusive den 10. Teil sowie die Dracula Variante Dracula Emma). Im Vergleich zu diesen ist Always There aufwändiger. Ob der Film in Südkorea jedoch tatsächlich im Kino lief, weiss ich nicht. Der Cast ist mir jedoch auch unbekannt. Zumindest von den Namen her.

Die einzigen zwei Schauspieler, welche in Filmen mitgewirkt habe, die ich kenne, betreffen vor allem das Kung Fu-Kino. Da halfen die Koreaner auch mit und/oder einige ihrer Stars waren in Produktionen aus Taiwan oder Hong Kong zu sehen. In Always There sehen wir dabei Seo Pyeong-Seok, den ich aus Hitman in the Hand of Buddha kenne sowie Kim Kuk-hyeon, den ich in Filmen wie The Clones of Bruce Lee und dem koreanischen Casanova Wong Film For the Motherland sah. Die Darsteller sind solide. Nur die Dramatik am Ende war mir zu laienhaft.

Bei Kung-Fu Filmen stört es (oft) nicht, wenn englische Untertitel fehlen. Hier war es jedoch, würde ich meinen, vielleicht von Nachteil. Auf der anderen Seite gibt der Plot wirklich auch nicht viel her. Alles schon viele Male gesehen. Naives Mädel vom Lande wird in der urbanen Stadt ausgenutzt. Für eine Film mit Erotikszenen ist der Film zu konservativ (auch wenn es kurze Nacktszenen zu sehen gibt) und für einen Film mit Actionszenen und Gangstern muss der Fan bis zum Finale warten, bis Mal was passiert (paar wenige blutige Shoot-Outs). Soll heissen es gibt viele Längen. Zu wenig Action, zu viel Drama.

Fazit: Nicht wirklich zu empfehlen!

Infos:

O: Eonjena geu jalina

Südkorea 1990

R: Seok Do-Won

D: Jeong So-Nyeo, Kim Cheon-Man

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 97:45 Min.

Gesehen am: 28.04.26

Fassungen: Mir lag das südkoreanische VHS von Jung Woo Cinema vor = Sah Uncut aus (paar blutige Shoot-Outs und paar wenige Nacktszenen), Koreanischer O-Ton, sehr gute Bildqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: April 2026).

Montag, 30. März 2026

Deadly Angels Strike Back

 

Deadly Angels Strike Back

Story:

Herman (Barry Prima) wird von Gangstern (u.a. George Rudy) erpresst, gezwungen und gefügig gemacht. In dem Zustand muss er Windy (Eva Arnaz) vergewaltigen. Die anderen Angels (Dana Christina, Dewi Debbie Cynthia) bekommen davon mit und rächen die Vergewaltigung…

Meine Meinung:

Nach dem Erfolg von 5 Deadly Angels kehrten die Angels ein Jahr später zurück. Deadly Angels Strike Back wurde erneut von Danu Umbara (Jungle Virgin Force) realisiert und aus dem Vorgänger kehren Namen wie Dewi Debbie Cynthia (Mystics in Bali), Dana Christina (Blazing Battle), Eva Arnaz (Special Silencers) sowie Barry Prima (The Devil’s Sword) zurück. Barry Prima und Eva Arnaz waren zwei der damaligen Top-Stars und sollen zu der Zeit auch verheiratet gewesen sein. George Rudy (The Hungry Snake Woman) mimt einen der Bösewichte und Gangster (natürlich dunkel gekleidet und Sonnenbrille tragend).

Der Film startet mit einem Art Trailer zum Film und danach folgt die erste, ruhigere Hälfte des Filmes. Diese erinnert ans Taiwan Black Kino und der Inhalt entspricht dem Rape & Revenge Genre. Das heisst die Szenen sind zwar nicht zu explizit (d.h. keine I Spit on Your Grave «Qualitäten») in Sachen nackte Tatsachen, dennoch sind die Szenen nicht ohne und verfehlen nicht ihre Wirkung. Die erste Hälfte des Filmes würde ich als Mix aus Drama und Rape & Revenge-Film bezeichnen. Die Action, die der Zusammenschnitt des Filmes zeigt, kommt erst in der zweitem Filmhälfte zum Tragen.

In der gibt es dann Verfolgungsjagden, Kampfszenen (mit oder ohne Waffen) und auch einige blutige Details. Besonders die Kampfszenen im Dschungel oder die Zeitlupensaufnahmen der Stunts (Crashs mit Auto etc.) sind toll inszeniert. Das sind die Stärken des Filmes. Und diese Szenen erinnern ans HK-Kino der Zeit und scheinen von dort inspiriert zu sein. Barry Prima ist solide, wird aber von den Mädels an die Wand gespielt. George Rudy gibt einen wunderbaren Fiesling ab. Dass sich im Finale die Selbstjustiz nur bedingt lohnt und auch die Helden hinter Gittern laden, war im asiatischen Kino der Zeit nichts Aussergewöhnliches.

Fazit: Wer den ersten Teil mochte, kann sich bedenkenlos an die Fortsetzung wagen!

Infos:

O: Cewek Jagoan Beraksi Kembali

Indonesien 1981

R: Danu Umbara

D: Dewi Debbie Cynthia, Dana Christina, Eva Arnaz, Barry Prima, George Rudy, Eddy S. Jonathan

Laufzeit der libanesischen VHS: 81:00 Min.

Gesehen am: 29.03.26

Fassungen: Ich habe den Film beim Kumpel gesehen der davon nebst einer VCD drei VHS-Fassungen hat (aus Indonesien, aus Malaysia und aus dem Libanon). Wir schauten uns die VHS aus dem Libanon von Video Lebanese International an = einzige bekannte Englische Fassung zum Film mit franz. und arabischen Subs, gute Bildqualität, leicht Widescreen, k.A. ob Uncut oder nicht (sah nicht zensiert aus). Der in Deutschland von Schröder Media veröffentlichte Film Tödliche Engel 2 ist nicht der korrekte Deadly Angels Strike Back d.h. nicht die offizielle Fortsetzung, sondern der Film Fire of Vengeance. Das sind zwei unterschiedliche Filme und die ofdb hat daraus einen Film "gemacht" (wurde in deren Forum heute gemeldet d.h. dürfte demnächst korrigiert werden). Ob das auch für das deutsche VHS gilt, ist mir nicht bekannt (aber sehr wahrscheinlich). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: März 2026).

Donnerstag, 5. Februar 2026

Love Unto Waste

Love Unto Waste

Story:

Tony Cheung (Tony Leung Chiu-Wai) und drei Freundinnen (Elaine Jin, Irene Wan Pik-Ha, Tsai Chin) geniessen das Party-Leben in Hong Kong in vollen Zügen. Alle Frauen buhlen um Tony. Erst als eine ihrer Freundinnen tot aufgefunden und Inspektor Lan (Chow Yun-Fat) zu ermitteln beginnt, wird das Leben zur Spassbremse...

Meine Meinung:

Als 88 Films den Mitte der 80er Jahre HK-Film Love Unto Waste auf Blu-Ray angekündigt haben, war ich überrascht. Ein Film, dessen Titel ich zuvor noch nie wahrnahm. Angeblich ein gefeierter New Wave-Film mit Mystery-Inhalten und mit einem Cast um damalige Rookies wie Tony Leung Chiu-Wai (People’s Hero, My Heart Is That Eternal Rose, Butterfly Sword) oder den späteren Superstar Chow Yun-Fat (Long Good Bye, Full Contact, The Story of Woo Viet). Da musste ich natürlich zuschlagen. Gleichzeitig fragte ich mich, ob sich ein solcher Nischenfilm lohnt. Von den Verkaufszahlen und so.

Love Unto Waste hat mir leider gar nicht gefallen. Warum Regisseur Stanley Kwan ein so grosses Aufsehen geniesset (New Wave und Arthouse Vibes), kann ich mir wirklich nicht erklären. Auch sein Ghost-Film Rouge, mit welchem er Erfolge feierte, fand ich überbewertet und blieb nur knapp in der Sammlung. Und abgesehen davon gelang ihm sonst gar nichts. Der Film wird seinem New Wave/Arthouse-Ruf nicht gerecht und die vielen Normierungen an den HK-Film Awards (1987) sind meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Der Film und Plot inklusive dessen Verlauf waren zu sinnlos, zu lahm und zu selbstverliebt. Da wollte Stanley Kwan etwas schaffen, was anderen Regisseuren gelang (z.B. Patrick Tam mit seinem Nomad). Die Dramatik und der Verlauf des Plots fesseln und führen zu nichts (vor allem der Plot). Mystery-Inhalte (davon sprechen Filmdatenbanken und sogar das Back-Cover der UK-Blu-Ray) gibt es auch keine zu sehen.

Der Film hat nur drei gute Szenen: Tony Leung Chiu-Wai kotzt über Billie, Chow Yun-Fat verteilt eine Ohrfeige und sorgt für Ruhe und Chow Yun-Fats Heil Hitler Szene (hat Regisseur Stanley Kwan kurz vorher Let Sleeping Corpses Lie gesehen?). Die Figuren waren alle unsympathisch. Als Zuschauer war mir dessen Schicksal egal und gleichgültig. Chow Yun-Fat nahm ich seine Rolle nicht ab.

Fazit: Kommt im Gegensatz zu Rouge nicht in die Sammlung!

Infos:

O: Deiha tsing

HK 1986

R: Stanley Kwan

D: Tony Leung Chiu-Wai, Elaine Jin, Irene Wan Pik-Ha, Tsai Chin, Chow Yun-Fat

Laufzeit der UK-Blu: 98:19 Min.

Gesehen am: 05.02.26

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von 88 Films vor = Schuber, Wendecover, Uncut, O-Ton, englische Subs, exzellente Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2026). Das US-VHS von Tai Seng zeigt die überraschende Szene mit Chow Yun-Fat und dem Hitlergruss (siehe Bild unten). 

Donnerstag, 8. Januar 2026

Madeleine

Madeleine

Story:

Madeleine (Camille Keaton) wird nach einer Fehlgeburt von mysteriösen Visionen und Alpträumen heimgesucht. Mit der Zeit nimmt ihr Verlangen nach sexuellen Abenteuern mit anderen Männern mehr und mehr zu. Was hat es damit auf sich?

Meine Meinung:

Madeleine ist der dritte Film in Vinegar Syndromes Camille Keaton in Italy Set. Leider hat mir nach Tragic Ceremony auch Madeleine nicht wirklich gefallen. Zwei von drei Filmen, die in meiner Sammlung nichts verloren haben. Und Sex of the Witch war auch kein Kracher, kam aber immerhin knapp in die Sammlung. Madeleine ist der Film, an dem sich Fans von Camille Keaton am meisten über Nackt- und Sexszenen freuen dürfen. Zwar kein Vergleich zu ihrem späteren Hit I Spit on Your Grave, aber immerhin. Was mir gefiel war die Musik und hier und da die psychedelischen Bilder und die Stimmung.

Aber im Grossen und Ganzen herrscht gähnende Langeweile. Der Plot gibt nicht viel her. Teilweise fühlte ich mich an einen Film mit vielen tanzenden Hippies erinnert. Endlose, uninteressante Dialoge, viele Dates und etwas Sex, aber sonst passiert nichts. Da kann nicht Mal das Ende etwas retten. Das ist Geschmackssache. Es gibt ähnliche Filme mit ähnlichen Enden aber mit besseren Plots. Die besten Szenen hat der Film im ersten Viertel, wenn noch so was wie Spannung und Stimmung generiert wird.

Aber nachdem sich Camille Keaton in den einen Hippie verguckt, der nach einer Weile im Pool Selbstmord begeht, flacht der Film ab. Zuvor durfte sich der Zuschauer an kitschigen Momenten «erfreuen» (Camille Keaton reitet oben durch nackt in Zeitlupe auf einem Pferd oder rennt am Strand herum). Der Film ist ein sonderbarer, wenig greifbarer Genre-Mix. Mit Horror oder dem Gialli-Genre hat Madeleine jedoch nichts zu tun. Lahmes Mystery-Drama trifft es besser…

Fazit: Nicht wirklich zu empfehlen!

Infos:

O: Madeleine, Aanatomia di un Incubo

Italien 1974

R: Roberto Mauri

D: Camille Keaton, Riccardo Salvino, Pier Maria Rossi, Paola Senatore, Silvano Tranquilli, Gualtiero Rispoli

Laufzeit der US-Blu: 102:35 Min.

Gesehen am: 08.01.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray (Camille Keaton in Italy) von Vinegar Syndrome = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, nur Englischer Ton (in der sich Camille Keaton aber selbst gesprochen hat). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026). Als Extras gibt es einen AK (mit Camille Keaton), eine alternative Szene, Interviews (mit Camille Keaton).

Freitag, 2. Januar 2026

The Incorrigible

Japanuary 2026

The Incorrigible

Story:

Togo Konno (Ken Yamanouchi) ist ein schwieriger Jugendlicher. Deshalb wird er von seiner Mutter bei einem Bekannten, der in einer anderen Stadt lebt, abgeladen. Sie verlässt ihn danach. Bei dem Bekannten soll er zu etwas werden. Doch auch hier bringt sich Togo in Schwierigkeiten, als er aneckt und/oder sich verliebt…

Meine Meinung:

Im Grossen und Ganzen würde ich heute sagen, dass der Kauf dieser Edition (Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1) ein Fehler war. Ich wurde erst 2017 auf Seijun Suzuki aufmerksam. Dank dem NIFFF. Das war ein tolles Jahr, seine besten Filme im Kino entdecken zu dürfen. Und dabei hätte ich es auch bleiben sollen. Die Frühwerke von Seijun Suzuki sind eigentlich, für meinen Geschmack, keine Must See oder Must Have Titel. Das ist auch der Grund, warum ich mich so schwertue, die Filme der Box, anzusehen. Und ich bekam die Box im Feb. 2018.

The Incorrigible ist zwar nach Teenage Yakuza der zweite bessere Titel aus der Box, aber dennoch nichts, was ich eigentlich in der Sammlung stehen haben müsste, um es mal neutral auszudrücken. Die Handlung von The Incorrigible spielt im Jahr 1910. Der Film ist ein Mix aus Drama und Coming of Age. Gangster- oder Yakuza-Settings sucht der Zuschauer fast vergebens. Ich mochte den Mix aus Drama und Coming of Age, auch wenn ich zuerst einen Gangster-Film erwartet hatte.

Der Film ist stark gespielt. Die Darsteller sind mir namentlich nicht bekannt. Lead Ken Yamanouchi spielte zwei Jahre später in Seijun Suzukis Born Under Crossed Stars mit. Das ist der letzte Film aus der Box, den ich mir noch ansehen muss. Ken Yamanouchi hatte seinen filmischen Höhepunkt in den 60ern. Masako Izumi, die die weibliche Rolle spielt, kenne ich u.a. aus dem Samuraifilm Haunted Samurai. Beide harmonieren gut in dem Film. Es knistert richtig und eigentlich wünscht man beiden ein Happy End. Aber das es anders kommt, war fast zu erwarten (was ich aber auch mochte).

Und was Asao Sano (Cops vs. Thugs) angeht, den sah man später noch in weiteren Filmen von Seijun Suzuki = Kagero-za, Fighting Elegy oder Detective Bureau 2-3: Go to Hell, Bastards!. Die Darsteller machen ihre Sache ordentlich, auch unter der Berücksichtigung ihres z.T. jungen Alters. Der Film ist optisch schön gefilmt und die Schwarzweissbilder sind stimmungsvoll. Die Settings wie auch die Kostüme wirken authentisch. Eine gewisse Naivität der Figuren und/oder Vorhersehbarkeit des Plots waren leicht schade, aber abgesehen davon hat der Film als Drama und Coming of Age Film bestens funktioniert.

Fazit: Kein Must See Titel, aber Fans von Seijun Suzuki können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Akutarô

Japan 1963

R: Seijun Suzuki

D: Ken Yamanouchi, Masako Izumi, Midori Ashiro, Chiharu Kuri, Shinsuke Ashida

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video (Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Sonntag, 28. Dezember 2025

Man on the Brink Review

Man on the Brink

Story:

Der junge Cop Ho Wing-Chui (Eddie Chen) willigt ein, sich für zwei Jahre für eine Undercover-Mission zur Verfügung zu stellen. Er soll eine Gruppe Triaden (u.a. Mak Ho-Man, Leung Siu-Wah) infiltrieren. Seine Schwester und seine Freundin (Ada Fung Oi-Tsz) darf er nicht einweihen.  Die Mission geht nicht spurlos an Ho Wing-Chui vorbei…

Meine Meinung:

Man on the Brink ist ein New Wave Hong Kong Film von Alex Cheung Kwok-Ming, dessen Cops and Robbers für mich ein echtes Juwel darstellt. Daher war ich gespannt auf den Film. Es ist schade, dass Alex Cheung Kwok-Ming (Framed, Chatter Street Killer, Twinkle Twinkle Little Star) nur wenige Filme realisiert hat. Darunter auch zwei Shaw Brothers Filme, u.a. Danger Has Two Faces. Der Film stammt aus dem Jahr 1981 und war ein voller Erfolg. 1982 gewann der Streifen am Golden Horse Film Festival mehrere Preise.

Man on the Brink hat mir zwar nicht ganz so gut wie der düstere Cops and Robbers Gefallen, dennoch mag ich diese nihilistischen New Wave Crime-Streifen im modernen Setting. Daher sehe ich The Man on the Brink noch weit über dem Durchschnitt. Der Film ist ruhig und versucht, realistisch zu sein. Der junge Eddie Chan spielt das toll. Der Film ist ein Mix aus Crime-Streifen und Drama. Es gibt mehrere spannende Szenen, die intensiv wirken und toll inszeniert sind. Es gibt nur wenige Action- und Gewaltmomente. Diese haben jedoch viel Power und Kraft.

Auch die Musik und Kameraarbeit waren toll. Der Cast aus mir wenig bekannten Namen war auch stark gewählt. Eddie Chen spielte zu der Zeit in mehreren interessanten Filmen wie Bad Boys (habe ich ungesehen als US-VHS), The Beasts, The Security, He Lives by Night, The Accident, Devil Fetus oder Law with Two Phases. Meist spielte er Polizisten. Die Co-Stars werden von Ga Lun (Jumping Ash), Ada Fung Oi-Tsz (Söldner kennen keine Gnade), Kam Hing-Yin (0.38), Leung Siu-Wah (The Clones of Bruce Lee) und Mak Ho-Man (The Saviour) gespielt.

Fazit: Nicht ganz so stark wie Cops and Robbers, aber definitiv sehenswert!

Infos:

O: Bin Yuen Man

HK 1981

R: Alex Cheung Kwok-Ming

D: Eddie Chen, Mak Ho-Man, Leung Siu-Wah, Tang Yuk-Wing, Ada Fung Oi-Tsz, Ga Lun, Kam Hing-Yin, Leung Hon-Fai

Laufzeit der HK-Blu: 101:00 Min.

Gesehen am: 28.12.25

Fassungen: Mir lag die HK-Blu-Ray von CN Entertainment vor = Schuber, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs, Uncut. Leider sind die Extras nicht Englisch untertitelt. Das Special «Movie Talk: Alex Cheung» sah nämlich interessant aus (und dauert über 60 Minuten). Gibt es in Deutschland als Mann ohne Ausweg auf DVD. Die neue US-Blu-Ray hat mehr Extras als die HK-Disc und ist zudem auch, was das Bonusmaterial angeht, Englisch untertitelt.

Samstag, 6. Dezember 2025

The Pig, the Snake and the Pigeon Review

The Pig, the Snake and the Pigeon

Story:

Nach einem Mord taucht Gangster Gui-lin für vier Jahre unter. Auf seiner Flucht verletzt er einen Polizisten. Nach vier Jahren erhält er die Diagnose Lungenkrebs im 4. Stadium und dass er nur noch drei bis maximal sechs Monate zu Leben hätte. Er will sich stellen und sein Gewissen reinwaschen. Im Polizeirevier findet er heraus, dass er nur auf deren «Most wanted» Liste nur den 3. Platz belegt. Also macht es sich Gui-lin zur Aufgabe, die Gangster der vorderen Plätze aufzuspüren und zu eliminieren…

Meine Meinung:

Ich wurde durch ein deutsches Forum auf den taiwanesischen Film The Pig, the Snake and the Pigeon, der nach dem dortigen Kinostart auf Netflix verbannt wurde, aufmerksam. Das, was ich dort las, hörte sich vielversprechend an. Leider kann ich diese Meinungen nicht teilen. Mir gefiel an The Pig, the Snake and the Pigeon wenig, so dass der Film eines HK-Regisseurs, obwohl er für viele Preise nominiert wurde und auch einige gewann, nicht in die Filmsammlung aufgenommen wird.

Der Film stammt von Wong Ching-Po, der auch das Drehbuchschrieb. Der hat in seiner gesamten Karriere vielleicht zwei bekanntere Filme veröffentlicht. 2010 den Rache-Thriller Revenge: A Love Story (mit Martial Arts und Shaw Brothers Stars wie Chin Siu-Ho und Anthony Lau Wing) und danach den Martial Arts Film Once Upon a Time in Shanghai mit Sammo Hung und Chen Kuan-Tai in Nebenrollen. Abgesehen davon ist Ching-Po Wong in der Versenkung verschwunden. Der Cast in The Pig, the Snake and the Pigeon würde ich als relativ unbekannt und unerfahren beschrieben.

Der Film beginnt nicht uninteressant. Allerdings wirkt es am Ende so, als würde man hier zwei verschiedene Filme ansehen. Das Ende passte dann irgendwie gut zum Gesamtfazit. In meinen Augen ist der Film, wie auch die Handlungen der Figuren und der Plot total sinn- und belanglos. So Pseudo-Arthouse-Drama-Crap, der sich vielsagend «cool» und «tiefgründig» geben will. Der Funke sprang bei mir aber nicht über. Nach der 1. Hälfte taten sich einige Längen auf (der Film hat eine über zweistündige Laufzeit).

Die Figuren, alle von ihnen und auch unser "Antiheld", waren total unsympathisch und eindimensional und uninteressant gezeichnet und charakterisiert. Die Actionszenen beschränken sich auf ein bis zwei Momente. Es sind vor allem Verfolgungsjagden (zu Fuss) und kürzere Fights. Und ein-zwei Shootouts. Die Actionszenen waren sehr solide. Davon hätte ich gerne mehr gesehen. Wie die Sekten-Fuzzis erschossen worden, holte mich jedoch aus einer Tiefschlafphase raus. Überrascht war ich auch über die Tatsache, dass es in Taiwan die Todesstrafe gibt.

Fazit: Geschmackssache. Nicht mein «cup of tea»…

Infos:

O: Zhou Chu Chu San Hai

Taiwan 2023

R: Ching-Po Wong

D: Ethan Juan, Ben Yuen, Yi-Wen Chen, Gingle Wang, Lee-zen Lee

Laufzeit der malaysischen DVD: Ca. 134 Min.

Gesehen am: 14.09.25

Fassungen: Der Film lief in Taiwan in den Kinos und ist seitdem vor allem auf Netflix zu sehen (die haben die Rechte gekauft, es ist kein echter reiner Netflix-Film). Mir lag die DVD aus Malaysia vor = gute Bild- und Tonqualität, O-Ton Mandarin und englische Subs. Mir sind keine Schnitte aufgefallen. Trotz «Original» Hinweis auf dem DVD-Cover bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich eine offizielle DVD ist. Andere physische Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Sept. 2025).