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Donnerstag, 15. Januar 2026

The Ninth Heart


The Ninth Heart

Story:

Student Martin (Ondrej Pavelka) macht es sich zur Aufgabe, eine Prinzessin (Julie Juristová), die unter einem Bann eines bösartigen Magiers (Juraj Kukura) leidet, zu retten…  

Meine Meinung:

Nach Beauty and the Beast der zweite Titel von Juraj Herz in Severin Films Box-Set All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2. The Ninth Heart ist ein Ende der 70er Jahre Märchen, welches eine spätere Neusichtung verdient. Denn nicht alles an The Ninth Heart hat mir gefallen. Ich bin aber sicher, dass mir der Film bei einer zukünftigen Sichtung mit angepassten Erwartungen mehr zusagen wird. Der Film, dessen Intro toll anzusehen ist (gezeichnete Animationen mit Herzen und Skeletten), hat seine schwächste Phase in den ersten 30-45 Minuten.

Zwar werden in dieser Zeitspanne die Figuren eingeführt, aber abgesehen davon kommt der Plot kaum zum Zug. Es findet kein Verlauf statt und speziell der Humor in diesen Szenen nervt und auf Dauer kommt Langeweile auf. Die Darsteller um Ondrej Pavelka, Anna Malová oder Josef Kemr machten jedoch einen glaubwürdigeren Eindruck als jene, die in Beauty and the Beast zu sehen waren. Auch Juraj Kukura als böser Zauberer gefiel, während die Prinzessin, gespielt von Julie Juristová, etwas blass charakterisiert wird und abfällt. Das Ende war in der Hinsicht auch vorhersehbar, aber dennoch schön.

Die besten Momente hat der Film im letzten Viertel. Wenn sich Martin ins Schloss und die wundersame «Unterwelt» und «Kammern» des Magiers begibt, sind das durch und durch sehenswerte, fantasievolle, märchenhafte und stimmige Sequenzen und Settings, die es lohnt, mehrfach zu entdecken. Diesen verdankt es der Film auch, dass ich mich später an eine sichere Zweitsichtung wagen werde. Was zudem erwähnt sein sollte, ist auch die perfekte Musikuntermalung dieser Szenen. Das pochende Herz in der Tonspur war superb. Allgemein war die Musik passend und klasse.

Fazit: Nicht uninteressantes Märchen!

Infos:

O: Deváté srdce

Tschechoslowakei 1978, 1979 (je nach Quelle)

R: Juraj Herz

D: Ondrej Pavelka, Julie Juristová, Juraj Kukura, Anna Malová, Josef Kemr, Frantisek Filipovský, Premysl Kocí

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 92 Min.

Gesehen am: 15.01.25

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (= All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut. In Deutschland als Das neunte Herz als DVD zu haben (nur Deutscher Ton).

Samstag, 4. Oktober 2025

Hexenhammer Review

Horroktober 2025

Hexenhammer

Story:

Böhmen gegen Ende des 17. Jahrhundert:

Ein Inquisitor missbraucht seine Macht, um an den Reichtum besser gestellten Einwohnern zu kommen. Durch Folter gestehen sie am Ende alle. Der Prozess beginnt…

Meine Meinung:

Aka Die Hexenjagd. Hexenhammer, den ich im März 2010 unter dem Titel Witches' Hammer sah, sah ich nun erstmals auf Blu-Ray und in Deutsch. Der Film erzählt von einigen der letzten Hexenprozesse aus Böhmen, die sich am Ende des 17. Jahrhunderts zugetragen haben. Der Film aus der Tschechoslowakei wirkt, auch aufgrund der Schwarzweissbilder, sehr stimmungsvoll und atmosphärisch. Im Gegensatz zu Mark of the Devil und Co. geht es in Hexenhammer, was die grafischen Gewalt- und Folterszenen angehen, harmloser zu.

Der Film zeigt klar, deutlich und eindrücklich, wie Menschen dazumal ihre Macht missbrauchten. Macht, um reich zu werden. Macht, um andere zum Schweigen zu bringen. Macht, um Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Macht, um im Namen der Kirche Opfer zu bringen. Vor allem Frauen, aber auch Männer, wurden zu Opfern. Und es sollte nicht beim Pöbel bleiben. Auch reiche und besser gestellte Menschen wurden zu «Opfern».

Die mir unbekannten Darsteller machen ihre Sache ordentlich. Die deutsche Synchronisation ist auch gelungen. Obwohl der Film harmloser ist, als andere Filme zum Thema Hexenverfolgung, gibt es auch hier die ein oder andere fiese Sequenz oder einen Hauch Erotik- und Nacktheit zu erspähen. Interessant ist jedoch, wie die Prozesse ablaufen und wie sich auch das Gremium nicht immer einig ist. Machtbesessen und falsch sind sie aber praktisch alle. Auch vor Freunden wird nicht halt gemacht. Die Denunziation war an der Tagesordnung. Jeder auf seinen eigenen Vorteil aus.

Fazit: Nicht uninteressantes Historiendrama!

Infos:

O: Kladivo na carodejnice

Tschechoslowakei 1970

R: Otakar Vávra

D: Elo Romancik, Vladimír Smeral, Sona Valentová, Josef Kemr, Lola Skrbková, Jirina Stepnicková

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 106:58 Min.

Gesehen am: März 2010 / Neusichtung am: Okt. 2025

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Ostalgica vor = DVD und zwei Hörspiel-CDs, Booklet und Schuber. Uncut, Deutsch/Tschechisch mit Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität.  

Montag, 24. Juli 2017

Marketa Lazarová Review

Marketa Lazarová

Story:

13. Jahrhundert böhmische Wälder:

Ein deutscher aus reichem Hause, Christian (Vlastimil Harapes), wird von zwei Söhnen des Kozlik (u.a. Josef Kemr) auf seiner Reise entführt. Kozil und seine Bande sind bekannt, in der Gegend ihr Unwesen zu treiben und sind das Übel vieler Überfälle. Der König schickt Pivo und seine Armee los, um Kozlik das Handwerk zu legen und Christian zu befreien. Kozlik erhofft sich indes Hilfe von Lazar (Michal Kozuch), der jedoch ablehnt. Daraufhin wird dessen jungfräuliche Tochter Marketa (Magda Vásáryová) von Kozlik entführt. Die Schlacht um Entführungen und Rettungsversuche spitzt sich zu, als Kozliks einarmiger Sohn (Ivan Palúch) in die Hände von Pivo gelangt und es im Finale zur alles entscheidenden Schlacht kommt…

Meine Meinung:

Marketa Lazarová, der teilweise als bester tschechischer Film aller Zeiten gehandelt wird, ist ein intensives, aufwändig und eindrückliches wenn auch teilweise erschwertes, wenig unterhaltsames Kino geworden.

Das liegt daran, dass der fast 3stünder sehr komplex ist, normale Erzählstrukturen über Bord geworfen werden, man in die Geschichte viel interpretieren kann und viel Figuren und Nebenfiguren vorkommen.

Das heisst als Zuschauer muss man bei der Sache sein, sich einfinden, sich konzentrieren. Im Vergleich zum russischen Film Es ist schwer ein Gott zu sein, auch von Bildstörung in Deutschland veröffentlicht worden, ist Marketa Lazarová jedoch besser schaubar und einfacher zu folgen.

Das s/w sorgt für eine fesselnde Stimmung, Requisiten, Bauten, Kostüme etc. veranschaulichen das für damalige Verhältnisse hohe Budget, die Darsteller machen ihre Sache ebenfalls sehr gut und die Story hat zwar auch Längen, bietet aber verschiedene interessante Inhalte und Aspekte (Reich gegen Arm, Religion gegen Heidentum, Rolle in der Gruppe etc.).

Teilweise wirkt der Film gar märchenhaft oder surreal. Kriegsfilm und Actionszenen wie auch Gewalt kommen nur sporadisch vor – man sollte daher keinen blutigen Mittelalter Streifen erwarten. Inhaltlich orientiert man sich am besten an Kozlik (der Hauptclan) vs die Armee des Königs und gegen Lazar. So kann man die Lager und die Figuren am besten auseinanderhalten.

Ein Film, dessen Sehvergnügen nicht unterhaltend sein will, und doch wird man in Anbetracht dessen, was man zu sehen bekommt, gefesselt und erstaunt zurückblicken und sich fragen, was man da eben gesehen hat! Ein Film, der lohnt, mehrfach geschaut und genossen zu werden – in Hinblick auf dessen Komplexität sicherlich empfehlenswert.

Infos:

O: Marketa Lazarová

Tschechoslowakei 1967

R: Frantisek Vlácil

D: Josef Kemr, Magda Vásáryová, Nada Hejna, Jaroslav Moucka, Frantisek Velecký, Karel Vasicek

Laufzeit der deutschen Blu Ray: 165:19 Min.

Gesehen am: 11.06.17

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu Ray von Bildstörung vor = Bonusdisc auf DVD, Schuber, Booklet mit Extras, erstklassige Bild- und Tonqualität, O-Ton (90% Tschechisch, 10% Deutsch) mit deutschen UT, Uncut.