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Freitag, 25. April 2025

Peter Pan's Neverland Nightmare

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Peter Pan's Neverland Nightmare

Story:

Peter Pan (Martin Portlock) entführt und tötet Kinder. Als ihr kleiner Bruder entführt wird, macht es sich Wendy Darling (Megan Placito) zur Aufgabe, ihren Bruder aus den Fängen Pans zu retten…

Meine Meinung:

In den letzten Jahren herrschte ein Hype, ausgelaufene Kinder-Märchen-Rechte zu kaufen um danach Low-Budget Horrorfilme in diesen Settings zu drehen. Die bekanntesten dürften Winnie the Pooh: Blood and Honey und dessen Fortsetzung Winnie-the-Pooh: Blood and Honey 2 sein.  Es folgten und/oder folgen noch Titel wie Pinocchio: Unstrung, Bambi: The Reckoning, The Mouse Trap oder Popeye the Slayer Man. Peter Pan's Neverland Nightmare reiht sich auch in diese Kategorie, auch wenn der Film zu den besseren diesen Vertretern zählen soll.

Das kann ich weder bestätigen noch dementieren, da ich andere Filme aus diesem «Film-Universum» nicht kenne. Da ist, ehrlich gesagt, aber auch kein Interesse vorhanden. Peter Pan's Neverland Nightmare habe ich (für das Brugggore Filmfestival) gebucht mit dem Wissen, dass mich der Film nicht sonderlich interessieren würde. Mir gefiel ehrlich gesagt schon das Artwork und das Aussehen von Peter Pan nicht (billige Joker-Imitation). Martin Portlock konnte mich dann auch nicht wirklich abholen und auch sein Make-Up-Face überzeugte mich nicht.

Ansonsten legt der Film ein hohes und zuweilen kompromissloses Tempo an den Tag. Der dünne Plot gibt seinem Protagonisten Gelegenheit für sadistische und breit ausgewalzte Mordszenen (Ausnahme: wenn Kinder die Opfer sind, dann zeigt der Film in der Hinsicht nichts). Es sind aber definitiv mehr die Erwachsenen (die Angehörigen der Kinder), die grausame und schmerzhafte Tode sterben. Der Plot kann man aber nicht ernst nehmen, aller Ernsthaftigkeit zum Trotz.  

Dafür wirken Peter Pan oder Figuren wie Tinker Bell wie aus einer Freakshow.  Von den Figuren hat mir eigentlich praktisch nur Megan Placito als Wendy gefallen, die im Finale auch erstaunlich viel einstecken muss, wenn sie zur Art Scream Queen mutiert und dem sadistischen Peter Pan den Kampf ansagt. Polizeiarbeit ist im Film inexistent. Eine mögliche Fortsetzung wird angeteasert, bevor der Abspann abläuft. Da würde ich dann wohl dankend ablehnen…

Fazit: Geschmackssacke. Weniger mein Fall. Wem jedoch schon Winnie the Pooh: Blood and Honey und Co. zusagte, kann bedenkenlos einen Blick riskieren!

Infos:

O: Peter Pan's Neverland Nightmare

USA, Australien, Grossbritannien 2025

R: Scott Chambers

D: Kit Green, Martin Portlock, Kierston Wareing, Peter DeSouza-Feighoney, Chrissie Wunna, Megan Placito

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 89 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut und in Englischer Sprache. Soll am 22.05.25 in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen (von Plaion Pictures).

Sonntag, 8. September 2024

The Last House on the Left

The Last House on the Left

Story:

Die minderjährigen Mädels Mari (Sandra Peabody) und Phyllis (Lucy Grantham) wollen ein Rockkonzert besuchen und fallen Gangster Krug Stillo (David Hess) und Co. (Fred J. Lincoln, Jeramie Rain, Marc Sheffler) in die Hände. Das sadistische Treiben hat den Tod der beiden Mädchen zur Folge. Die Gangster fliehen sich in ein Haus, wo sie von, ohne es zu wissen, Maris Eltern (Cynthia Carr, Richard Towers) aufgenommen werden…

Meine Meinung:

The Last House on the Left vereint drei damalige No-Names, die später im Horrorgenre richtig erfolgreich werden sollten: Wes Craven, Sean S. Cunningham und Steve Miner. Wes Craven führte Regie und schrieb das Drehbuch, während Sean S. Cunningham den Film produzierte und Steve Miner fungierte als Produktionsassistent. Wes Craven hatte später vor allem mit A Nightmare on Elm Street und der Horrorfigur Freddy Krüger, die er damit erschuf, grosse Erfolge, während Sean S. Cunningham mit Friday the 13th auch eine der bekanntesten Horrorfilmreihen überhaupt lostrat und Steve Miner war für mehrere bekannte und solide Horrorfilme zuständig (Warlock, House, Friday the 13th Part 2).

Nebst Das Haus der Vergessenen, A Nightmare on Elm Street und Scream würde ich den Film als einen der besten Filme von Wes Craven bezeichnen. The Last House on the Left ist ein unglaublich fieser Bastard von einem Film. Durch das kleine Budget und die daraus resultierende (dreckige) Optik und Schlichtheit der Machart wirkt der Film und seine sadistischen Momente durch und durch authentisch und intensiv. Wes Craven war sich erst später bewusst, wie brutal sein Film und einzelne Momente wirkten. Daher entschärfte er auch persönlich einige Momente (z.B. den Tod von Phyllis). Und dennoch gehen viele Szenen, auch wenn entschärft oder nicht explizit, definitiv unter die Haut.

Dagegen kann das spätere Remake zum Film (im Jahr 2009 erschienen) oder Nachahmer (z.B. der Ital. Film Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien) einpacken. Der Grundton und Sadismus aus Wes Cravens Terrorklassiker bleiben definitiv unerreicht. Damit zählt der Rape & Revenge Film zu einem der besseren in diesem sonderbaren Sub-Genre. Dabei hatte Wes Craven auch Glück bei der Wahl der Darsteller, insbesondere bei David Hess, der einen wunderbar fiesen und schweinischen Dreckskerl und Soziopathen spielte. Dieser tat dies so abgrundtief bösartig, dass er später in ähnlichen Rollen erneut vor der Kamera stand (z.B. in Der Schlitzer). Er war ausserdem für die tolle Musik und den Soundtrack des Filmes zuständig.

Fazit: 70er Jahre Exploitation in Reinkultur!

Infos:

O: The Last House on the Left

USA 1972

R: Wes Craven

D: Sandra Peabody, Lucy Grantham, David Hess, Fred J. Lincoln, Jeramie Rain, Marc Sheffler, Cynthia Carr, Richard Towers

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 84:10 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Neusichtung am: 14.06.24

Fassungen: Mir lag die österreichische Blu-Ray von Turbine / NSM vor = 40th Anniversary Edition mit Schuber, limitiert auf 5000 Stück, Deutsch/Englisch mit Subs, «Uncut» Kinofassung und den Rohschnitt (Krug & Company Fassung) zum Film, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gab immer Gerüchte, dass der Film von Wes Craven selbst für die Kinoauswertung zensiert wurde und eine echte «Uncut» nie veröffentlicht wurde.  Es gibt keine längere Fassung als diese Blu-Ray. Als Bonus gibt es aber längere Szenen zu sehen (vor allem zum Tod von Phyllis inklusive Aushangfotos von forciertem lesbischem Sex, die im Film nicht zu sehen sind). Der Film ist in Deutschland nicht mehr beschlagnahmt und nicht mehr indiziert. Aus der Schulzeit liegt mir noch das Astro VHS vor. In Deutschlands hiess der Film z.T. auch Mondo Brutale. Dieses VHS mag ich. Schickes Artwork, viel Nostalgie. Daher behalte ich das. Damals für ca. drei CHF einem Schweizer Forenuser (ehemaliges Schweizer Filmforum) abgekauft.

Freitag, 12. Januar 2024

Door

Japanuary 2024

Door

Story:

Hausfrau Yasuko (Keiko Takahashi) zeigt sich über Werbeanrufe und Verkaufsmänner genervt. Es kommt so weit, dass sie einem Verkäufer die Hand mit der Tür eingeklemmt. Danach kommt es zu einer Reihe von mysteriösen Vorkommnissen: Beschriftungen an der Haustüre, unseriöse Postsendungen, Telefonterror. Und es sollte nicht dabei bleiben…

Meine Meinung:

Ich wurde erstmals durch das Buch Japanese Cinema Encyclopedia - Horror / Fantasy / Science Fiction von Thomas und Yuko Mihara Weisser auf Door und Fortsetzungen aufmerksam. Umso erfreuter war ich, als ich sah, dass die Filme nun auf Blu-Ray und mit englischen Subs erscheinen = bestellt und Wunschliste abgearbeitet. Door hat mir gut gefallen. Der Film hat eine ganz spezielle, eigene Stimmung.

Der Aufbau des Plots ist langsam. Der Film ist ein Mix aus Drama, Thriller, Home-Invasion, Horror und Terrorkino. Regisseur Banmei Takahashi beweist ein gutes Händchen bei der Inszenierung. Die Kameraarbeit ist exzellent, die Wahl der Musik aussergewöhnlich und die Darsteller durch die Bank glaubhaft und authentisch. Man fiebert mit Yasuko mit. Keiko Takahashi (Uzumaki) ist übrigens die Ehefrau des Regisseurs. Regisseur Banmei Takahashi war bis zu Door im Sex-Film-Geschäftig tätig. Dies änderte sich erst mit Door.

Speziell im Finale geht im Film dann die Post ab. Nach einem langen Vorspiel eskaliert der Orgasmus, so zusagen. Die Kameraführung, spezifisch die aus der Vogelperspektive, in welcher Yasuko durch etliche Zimmer gejagt wird und sich gegenüber dem unerwünschten Besucher wehrt, war mehr als sehenswert. Der Bösewicht des Filmes wird stark von Daijiro Tsutsumi gespielt. Die wenigen Effekte sind stark getrickst. Der kammerspielartige Terror kommt gut zur Geltung. Teilweise fühlte ich mich aufgrund des Telefonterrors an den späteren Slasher Scream erinnert.

Gefolgt von: Door II

Infos:

O: Doa

Japan 1988

R: Banmei Takahashi

D: Keiko Takahashi, Daijiro Tsutsumi, Shirô Shimomoto

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 93:55 Min.

Gesehen am: Jan. 2024

Fassungen:  Mir lag die UK-Blu-Ray von third window films vor = Schuber, Booklet, restaurierte Fassung, O-Ton, englische Subs (wohl erste Fassung weltweit die englische Untertitel bietet), Uncut. Ton- und Bildqualität sind sehr gut. Als Bonus gibt es ein Interview mit dem Regisseur und die Fortsetzung Door II ist auch mit an Bord.

Montag, 4. Dezember 2023

Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien

Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien

Story:

Zwei Studentinnen (Laura D'Angelo, Irene Miracle) werden auf der Zugreise von Deutschland nach Italien von einer Frau (Macha Méril) und zwei Männern (Flavio Bucci, Gianfranco De Grassi) gedemütigt, gefoltert, vergewaltigt und getötet. In Italien trifft das Trio dann zufällig auf die Eltern der Ermordeten (Enrico Maria Salerno, Marina Berti). Als diese erfahren, was das Trio zu verantworten hat, greifen sie zur Selbstjustiz…

Meine Meinung:

Im Gegensatz zu Malastrana wäre Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien nach der Neusichtung fast aus der Sammlung geflogen. Es ist der deutlich weniger interessanter Film und vor allem «nur» eine dreiste Last House on the Left Kopie von Wes Cravens Terrorklassiker mit David Hess. Das deutsche Label spricht z.B. von einem «absoluten Klassiker des Terrorkinos». Das sind, wenn schon, meiner Meinung nach eben besagter Last House on the Left oder Tobe Hoopers Blutgericht in Texas. Dass die Italiener auf erfolgreiche Trends aus dem Ausland aufsprangen und diese kopierten, ist nicht neu.

Aber in Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien erinnert zu vieles an das grosse Vorbild, der einfach besser ist. Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien ist zwar technisch einwandfrei und auch toll gefilmt, aber gerade die 1. Filmhälfte ist viel zu lahm, das der Film komplett überzeugt. Die Rache-Aktionen im Finale sind hingegen viel zu kurz und dass die von Macha Méril (Deep Red) gespielte Frau am Ende nicht Mal bestraft wird, sondern überlebt, hat mich verärgert. Wer z.B. Wes Cravens Klassiker nicht kennt, dürfte mit Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien definitiv mehr «Spass» haben, sofern man davon in diesem Rape & Revenge Schmuddel-Exploitation-Film überhaupt davon sprechen kann.

Flavio Bucci (Suspiria) und Gianfranco De Grassi (The Church) waren ok, aber mehr auch nicht. Da waren die Eltern schon besser dargestellt, allen voran der rächende Vater, gespielt von Enrico Maria Salerno (Die Grausamen Drei). Die Mutter ist leider nur passiv bei der Sache. Die Mädels müssen Schlimmes über sich ergehen lassen ehe sie als Dummies aus dem Zug (köstlich) fliegen. Laura D'Angelo und Irene Miracle (Inferno) machen das gut und sehen auch bezaubernd aus. Die Musik, von Meister Ennio Morricone (Wenn Du krepierst - lebe ich), passt hervorragend zur den einzelnen Gefühlsmomenten im Film und mit so einem Namen liess sich natürlich auch gut werben.

Fazit: Bleibt knapp in der Sammlung - noch! Mal sehen, was die Zukunft bringt…

Infos:

O: L'Ultimo Treno della Notte

Italien 1975

R: Aldo Lado

D: Flavio Bucci, Laura D'Angelo, Irene Miracle, Gianfranco De Grassi, Macha Méril, Enrico Maria Salerno, Marina Berti

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 94:00 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 29.11.23

Fassungen: Mir lag das Mediabook von Koch Media vor = Film auf DVD und Blu-Ray plus 1 Bonus-DVD und Booklet. Film ist Uncut, Bild- und Tonqualität sind hervorragend und der Film liegt in Deutsch, Englisch, Ital. mit deutschen Subs vor. Die deutsche Synchronisation ist gelungen.

Montag, 8. November 2021

La settima donna Review

La settima donna

Story:

 

Drei Bankräuber (u.a. Ray Lovelock) geraten auf der Flucht vor der Polizei an ein kleines Internat, welches von Schwester Cristina (Florinda Bolkan) geführt wird. Es folgen Androhungen von Gewalt und sexuelle Übergriffe auf die Schülerinnen…

 

Meine Meinung:

 

Der in Deutschland lange Zeit beschlagnahmte Film Junge Mädchen zur Liebe gezwungen (was für ein Titel!) fängt wie ein typischer Poliziotteschi an: Banküberfall, blutige Shoot-Outs, Gangster, potenzielle Verfolgungsjagd. Danach nimmt der Film Formen an, die mehr an Last House on the Left, Night Train Murders und Co. erinnern lassen.

 

Und so ist es auch: Junge Mädchen zur Liebe gezwungen, der im Original La settima donna heisst (übersetzt: «Die siebte Frau»), ist von einem Poliziotteschi weit entfernt. Sadismus, Terrorkino und pure Exploitation herrschen vor, auch wenn ich sicher bin, dass der Film mit einem anderen deutschen Titel in Vergangenheit nicht beschlagnahmt worden wäre.

 

Der Film kam vor kurzem von FilmArt neu raus (Blu-Ray). Solche Filme schaut der Fan am besten auf Deutsch, da diese meist durch die grandiose deutsche Synchro aufgewertet werden. Für mich stellte sich die Frage: brauche ich ein Upgrade ja/nein. Die Antwort: der Film gefiel mir nicht mehr und fliegt sogar aus der Sammlung.

 

Kann gut sein, dass der in Deutsch besser kommt. Würde ich sogar drauf wetten. Aber der Film war trotz seiner 86 Minuten Laufzeit relativ unspektakulär und lahm. Zwar hat der Film von Franco Prosperi (Policeman Luc Merenda) bekannte Genre-Namen wie Florinda Bolkan (A Man to Respect) und Ray Lovelock (Let Sleeping Corpses Lie) zu bieten, aber die retten den Film auch nicht.

 

Der Soundtrack war leider auch nicht wirklich toll. Im Grossen und Ganzen war der Film langweilig. Natürlich gibt es 2-3 fiese Szenen, die machen den Braten aber nicht fett. 2-3 fast schon surrealistisch angehauchte Szenen hingegen waren gut wie auch das Ende, dass fast aus einem Horrorfilm hätte stammen können.

 

Fazit: Gefiel mir leider nicht mehr. Euro Cult Fans können dennoch einen Blick riskieren…

 

Infos:

 

O: La settima donna

 

Italien 1978

 

R: Franco Prosperi

 

D: Florinda Bolkan, Ray Lovelock, Flavio Andreini, Stefano Cedrati, Sherry Buchanan, Laura Tanziani, Luisa Maneri

 

Laufzeit der jap. DVD: 86:10 Min.

 

Neusichtung am: 26.07.21

 

Fassungen: Mir lag die DVD aus Japan von Media Suits vor. Diese ist, warum auch immer, in Handlung leicht zensiert (sechs Sekunden). Der Film liegt in Englisch/Ital. mit jap. Subs vor. Bild- und Tonqualität sind gut. Wer den Film in Deutsch geniessen möchte (sicherlich eine Aufwertung), dem sei die deutsche Blu-Ray von FilmArt zu empfehlen. Der Film, der früher jahrelang verboten war, ist inzwischen Frei von seiner Beschlagnahmung (seit 2020).

Sonntag, 17. Oktober 2021

Inside Review

 Horroktober 2021

Inside

Story:

Sarah (Alysson Paradis), schwanger und seit einigen Monaten Witwe, wird einen abends von einer unbekannten Frau (Béatrice Dalle) aufgesucht und terrorisiert. Als die Polizei auftaucht ist von der Unbekannten nichts mehr zu sehen, doch der Alptraum ist für Sarah noch lange nicht vorbei...

Meine Meinung:

High Tension, ein Mix aus Terrorfilm und hartem Slasher aus Frankreich, hat 2003 international für Furore gesorgt. Der Film kam auf Filmfestspielen und vor allem im Horrorfilm-Lager sehr gut an. Weitere Filme dieser Art aus Frankreich waren die Folge: Inside, Martyrs, Frontier(s), Livid oder Among the Living.

Mit Inside kommt damit nebst High Tension der meiner Meinung nach beste neuzeitliche Terrorfilm aus Frankreich, während ich betreffend Martyrs oder Frontier(s) denke, dass es Kandidaten sind, die nach Neusichtung aus der Sammlung fliegen könnten.

Nicht so Inside: zwar ist die ganz grosse Schlagkraft nicht mehr vorhanden (da man bei Neusichtung ja schon weiss, wie der Film ausgehen wird), aber Inside ist bestes Terrorkino aus Frankreich. Wer radikale Filme wie High Tension mag, wird wohl auch Inside mögen. Inside, der 2016 sogar ein englischsprachiges Remake aus Spanien erhielt, ist eine kammerspielartige Schlachtplatte sonderglichen.

Inside ist herrlich fies, blutig, kompromisslos und schmerzhaft. Auch auch bei Zweitsichtung sind genug Szenen vorhanden die noch immer unter die Haut gehen und in ihrer Intensität und Kompromisslosigkeit nichts von ihrer Stärke verloren haben.  Beim Plot, der schnell zur Sache kommt und minimalistisch erzählt wird, müssen hingegen Abstriche in Kauf genommen werden.

Vor allem das Verhalten einiger Figuren und derbe Logiklöcher (Türe geöffnet lassen, Cops, "Zombie-Cop") sollen an der Stelle nicht unerwähnt belieben. Aber wer sucht in dieser Art Film schon nach Logik? Und der Inhalt von Inside ist HORROR und TERROR pur (schon ab und an in der Zeitung von solchen Fällen gelesen – erschreckend). 

Dazu kommt, dass der Film technisch stark inszeniert ist (absolut spektakuläre Splatter-Effekte) und glaubhaft gespielt. Vom Duo Alysson Paradis und Béatrice Dalle überzeugt vor allem letztere als durchgeknallte Psycho-Tante. Sie sah man wie auch die Regisseure noch in weiteren Horrorfilmen (Leatherface, ABCs of Death 2, Lux Æterna).

Fazit: Wer das neue franz. Horrorkino liebt, sollte sich Inside nicht entgehen lassen!  

PS: 2018 erschien auch eine franz. TV-Serie: À l'intérieur mit Béatrice Dalle.

Infos:

O:  À l'intérieur

Frankreich 2007

R: Alexandre Bustillo, Julien Maur

D: Béatrice Dalle, Alysson Paradis, Nathalie Roussel, François-Régis Marchasson, Jean-Baptiste Tabourin

Laufzeit der US-DVD: 82:19 Min.

Gesehen am: 31.08.08 / Neusichtung am: Okt. 2021

Fassungen: Mir lag die US-DVD mit Schuber von Dimension vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Englisch oder O-Ton franz. mit englischen Subs. Wer in Deutsch schauen möchte muss zur Ösi-Fassungen von NSM schauen (Deutsch/Franz. und deutsche Subs, Uncut). Gibt es auch als Blu-Ray. Film wurde in Deutschland verboten!

Donnerstag, 2. September 2021

Brother of Darkness Review

Brother of Darkness

Story:

 

Wah (William Ho Ka-Kui), der regelmässig im Knast sitzt, Drogen konsumiert und Schulden hat, macht seiner Familie (Chang Gan-Wing, Lai Suen) und Frau (Chan Pooi-Kei) das Leben zur Hölle. Eines Tages kann Wahs Bruder (Hugo Ng Doi-Yung) nicht länger zusehen und schlägt zurück, mit tödlichen Folgen…

 

Meine Meinung:

 

Im Gegensatz zu Daughter of Darkness (praktisch gleicher Cast) hat mir Brother of Darkness zu wenig gut gefallen, um in der Sammlung zu bleiben. Die Neusichtung hat der Film nicht mehr bestanden. Der Film ist ein Mix aus CAT. III Film, Soft-Sex, schwarzer Komödie, Drama und Gerichtsfilm. Vor allem William Ho Ka-Kui (Diary of a Serial Killer) ist im ersten Viertel für einige Lacher gut (Ehefrau verkaufen).

 

Leider wird der Film danach durch den lahmen Mittelteil gestört: William Ho Ka-Kui verschwindet erst Mal lange von der Bildfläche und taucht erst kurz vor dem Finale wieder auf und Lily Chung Suk-Wai steht nicht im Mittelpunkt sondern ihr "impotenter Freund" gespielt von Hugo Ng. Er verhält sich gegenüber seiner Freundin wie ein Arschloch (z.B. reagiert er gegen sie ungehalten und aggressiv, weil sie sich selbst befriedigt) und ist deshalb unsympathisch.

 

Hugo Ng Doi-Yungs Figur hat sehr genervt und war schlecht gespielt. Nebst dem lahmen und uninteressanten Mittelteil (Gerichtsverhandlung) ist Hugo Ngs Schauspiel der Hauptgrund, warum der Film aus der Sammlung fliegt. Im Vergleich zu Daughter of Darkness ist der Film auch deutlich zahmer. Ich hätte lieber mehr von William Ho Ka-Kui oder Lily Chung Suk-Wai (Red to Kill) gesehen. Zusätzlich zu sehen sind: Chang Gan-Wing (bekannt aus Story of Ricky) und Anthony Wong (Ebola Syndrome). Regie führt CAT. III Spezialist Billy Tang (Run and Kill).

 

Fazit: Geschmackssache – wer sich an Hugo Ng Doi-Yungs Darbietung und Figur nicht stört, wird den Streifen vermutlich klar besser finden. Daher: Fans von CAT. III Filmen aus der Zeit können sicher einen Blick riskieren…

 

Infos:

 

O: Ti tian xing dao zhi sha xiong

 

HK 1994

 

R: Billy Tang

 

D: William Ho Ka-Kui, Hugo Ng Doi-Yung, Chan Pooi-Kei, Lily Chung Suk-Wai, Chang Gan-Wing, Lai Suen, Anthony Wong

 

Laufzeit der HK-DVD: 84:13 Min.

 

Neusichtung am: 10.06.21

 

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Universe vor = zensiert, Canto mit englischen Subs, gute Bild- und Tonqualität. Zwei der Schnitte sollen in der HK-LD zu sehen sein, dafür fehlen dort andere Szenen. Mir selbst fielen beim Schauen zwei sichtbare Schnitte auf (Mord an Mutter, Hugo Ng verprügelt William Ho). Eine wirkliche Uncut-Fassung gibt es ebenso wenig wie eine Deutsche oder eine Blu-Ray Disc (Stand: Juni 2021).