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Dienstag, 3. August 2021

The Machine Girl


Webmaster mit Regisseur Noboru Iguchi am NIFFF

The Machine Girl

Story:

 

Als ihr Bruder durch die Yakuza seinen Tod findet, schwört sie (Minase Yashiro) blutige Rache. Selbst als ihr der Arm amputiert wird, kämpft sie danach gegen die Täter weiter…

 

Meine Meinung:

 

The Machine Girl war 2008 bei Release-Date ein kleiner Hit und wurde von Genre-Fans weltweit heiss erwartet. Der Film hat dazumal eine Art Hype um diese Art-Film ausgelöst. Die Folge waren diverse Nachzügler, die dann leider im Verlauf aber immer billiger wurden. Da kamen Filme wie Mutant Girls Squad, Robo Geisha, Zombie Ass: Toilet of the Dead, Tokyo Gore Police, Vampire Girl vs. Frankenstein Girl, Helldriver, Hard Revenge Milly, Gothic & Lolita Psycho oder Meatball Machine Kodoku.  

 

2008 empfand ich den Film als sehr gut, nahezu als Meisterwerk. Diese Meinung kann ich heute nicht mehr teilen. Dennoch ist der Film gut genug, um in der Sammlung zu bleiben. Ob das für die ganzen The Machine Girl Nachzügler auch gelten wird, ist jedoch eine andere Frage. The Machine Girl, der durch Tokyo Shock Hintermänner (u.a. Christian Alexander Morán) produziert wurde, gefällt vor allem durch die verrückten, skurrilen Waffen und Splatter-Effekte.

 

Cool ist, dass diese (Splattereffekte) aufwändig in Szene gesetzt und vor allem handgemacht sind (dank Yoshihiro Nishimura). Dies ist ein Fakt, den ich in späteren Filmen dieser Art nicht mag: dort wurde das Budget immer kleiner und immer mehr kamen die Effekte aus dem PC. Und das CGI Blut sieht einfach total billig aus – kein Charme, kein NIX. Übertriebes Blutspritzen und Blutfontänen haben im jap. Kino eine lange Tradition – siehe Filme wie Okami – Das Schwert der Rache oder Razor 2: The Snare.

 

Dies wurde in The Machine Girl auf neue Art und Weise übertrieben zelebriert. Vor allem die zweite Filmhälfte hat den Film in dieser Hinsicht (vor der Entsorgung aus der Sammlung) gerettet. Mir missfiel ansonsten der relativ billige Look des Filmes. Die Story ist nichts Besonderes. In der 1. Film-Hälfte gibt es Längen und noch relativ wenig Action/Blut-Spritzen zu sehen. Die Figuren haben mehr genervt (dank Overacting) statt überzeugt, so dass der Film wirklich nur dank den abgefahrenen und kreativen Bluteffekten in der 2. Filmhälfte zu gefallen weiss, welche mir ab und zu ein Schmunzeln entlockt haben.

 

Fazit: Nur für Fans von abgefahrenen, Low-Budget Fetisch (Schulmädchen) und Trash-Splatter-Filmen aus Japan zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Kataude mashin gâru

 

Japan, USA 2008

 

R: Noboru Iguchi

 

D: Minase Yashiro, Asami, Kentarô Shimazu, Honoka, Tarô Suwa

 

Laufzeit der US-DVD: 97:08 Min.

 

Gesehen am: Juni 2008 / Review überarbeitet am: 14.04.21

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Tokyo Shock vor = gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton, englische Subs. Die DVD wurde mir von Regisseur Noboru Iguchi am NIFFF signiert! Wer eine Blu-Ray möchte sollte zur Ausgabe aus England oder Österreich greifen. In Deutscher Sprache soll es demnächst (ca. Mitte Mai 2021) eine Neuauflage in einer besseren Bildqualität geben, da die Dragon Disc (Österreich) sehr schlecht geworden sein soll.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Tag Review

Tag

Story:

Die Schülerin Mitsuko (Reina Triendl) überlebt als einzige einen mysteriösen Umfall, bei dem alle Mitschülerinnen, die Busfahrerin und Lehrerin und auch der Bus selbst durch «eine höhere Macht» halbiert werden. Mitsuko entkommt in ihre Schule, scheint an Amnesie zu leiden und auch dort ist der Horror noch lange nicht zu Ende…

Meine Meinung:

Tag ist ein Film, bei welchem ich sehr gespannt bin, wie er mir nach einer Zweitsichtung gefallen wird. Auf den ersten Blick fand ich den Film im Vergleich zu anderen Werken des Regisseurs (Why Don't You Play in Hell?, Cold Fish, Guilty of Romance, Love Exposure oder Exte: Hair Extensions) weniger gut. Das lag vor allem an der verworrenen Story aber noch mehr an der Figur Mitsuko, welche mich teilweise genervt hat. Gut ist, dass sie im Verlauf der Handlung in andere Körper schlüpft und durch andere Darstellerinnen gespielt wird.

Was ich dem Film zugutehalten muss ist die Unterhaltsamkeit. Im Vergleich zu anderen Sion Sono Streifen läuft der Film mit ca. 85 Minuten nur kurz. Dafür geht es actionreich zur Sache, dem Zuschauer werden kaum Verschnaufpausen gegeben wie auch den Figuren im Film. Die Story ist spannend da rätselhaft. Ob einem das Ende und die Wendungen gefallen werden, hängt stark vom persönlichen Geschmack ab. Man sollte sich bewusst sein, dass der Film ziemlich fantasievoll ist – viele verrückte, bizarre Ideen, die fast nur von einem Japaner entsprungen sein können, runden das Ganze, hier und da gar amüsant und witzig, ab.

Die Darsteller machen ihre Sache okay bis gut. Reina Triendl fand ich einfach nicht sympathisch und sie nervte, aber agieren tut sie gut. Die Effekte sind zum Teil recht blutig, wobei nur selten auf handgemachte Effekte gesetzt wird (Kopf zermatschen, Handstumpf, Hälfte vom Kopf wegschiessen, offener Fraktur, das Resultat d.h. herumliegende Opfer). Ansonsten bestehen die Effekte vor allem aus dem PC. Für die handgemachten Effekte war Yoshihiro Nishimura zuständig. In Tag wurde versucht, auf weniger übertriebene Effekte zu setzen (gilt nur für handgemachte Effekte, alles andere ist übertrieben). Yoshihiro Nishimura ist fleissig, war für unzählige Effekte Kreationen im japanischen Film zuständig, z.B. Tokyo Gore Police, Suicide Club (auch Sion Sono), Zombie Ass oder Robo-Geish oder auch als Regisseur (Meatball Machine Kodoku).

Und der 3. bekannte Genre-Beteiligte stellt Tak Sakaguchi, der Star aus Versus, dar. Er war Action-Director. Man sieht es den wenigen Kampfszenen auch an, dass ein fähiger Mann diese in Szene gesetzt hat. Ob die Darstellerinnen wirklich Martial Arts beherrschen? Weiss ich nicht, aber man sieht es ihnen auf jeden Fall nicht an, falls es nicht so wäre. Nur schon die Kameraarbeit zeugt davon, dass Tak Sakaguchi sein Handwerk beherrscht. Daher freue ich mich auch sehr auf den kommenden Film mit Tak Sakaguchi: Re:Born. Soll Anfang 2018 in England auf Blu Ray / DVD erscheinen und UK Trailer von Eureka sieht vielversprechend aus.

Fazit: Bevor ich ein definitives Urteil fälle muss eine 2. Sichtung her. Auf den ersten Blick weniger sehenswert als andere Filme von Sion Sono, aber dessen Fans natürlich trotzdem zu empfehlen! 

Infos:

O: Riaru onigokko

Japan 2015

R: Sion Sono

D: Reina Triendl, Mariko Shinoda, Erina Mano, Yuki Sakurai

Laufzeit der HK DVD: Ca. 85 Min.

Gesehen am: 07.11.17

Fassungen: Die deutsche Fassung von Shock (früher Japan Shock) kam zuerst – teures Mediabook mit DVD und Blu Ray, japanischem Ton und keinen Untertiteln – toll. Dazu kam, dass der Film auch später ganz regulär (und viel billiger) Uncut in den deutschen Handel kam – durch I-On New Media (inhaltsgleich mit Shock). Wer O-Ton und englische Subs will muss zur US Ausgabe greifen (so viel ich noch weiss nur eine DVD-R/Blu Ray-R), zur kommenden UK (DVD / Blu Ray Combo) zur DVD aus Indonesien oder zur HK DVD. Mir lag letztere vor = Code drei Scheibe, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und noch bessere Tonqualität. Die Tonspuren des Labels (Edko) fand ich schon in der Vergangenheit immer sehr gut (Ong-Bak, Tom Yum Goong). Film ist Uncut (CAT. III Freigabe) und die Fassung ist im Vergleich zu den anderen Fassungen auch klar billiger im Erwerb. 

Dienstag, 4. Juli 2017

Meatball Machine Kodoku Review

 
NIFFF 2017 Spezial
Meatball Machine Kodoku

Story:

Aliens lassen eine Glaskuppel auf eine Stadt nieder, dringen in die Menschen ein und verwandeln sie in tödliche Robotermutationen, die sich gegenseitig töten. Nur eine kleine Truppe von Menschen sagt den Aliens den Kampf an, darunter u.a. ein zwar infizierter Schuldeneintreiber, der das eingenistete Alien "dank seiner Krebszellen" jedoch vernichtet hat und nicht unter dessen Einfluss steht...

Meine Meinung:

Ob es sich hierbei um eine offizielle Fortsetzung zum 2005er Film The Meatball Machine handelt, ist mir nicht bekannt.

Auf alle Fälle ist Yoshihiro Nishimura mit einem total verrückten und abgedrehten Film zurück. Das ganze lässt sich kaum in Worte fassen, so abenteuerlich, fantasievoll, originell aber auch total schwachsinnig, wie es hier zugeht.

Der Regisseur zitiert aber auch viel - da kommt mir spontan in den Sinn: Italo Western, Verweise auf Hitler und Nazi-Deutschland (inklusive Hitlergruss und Schnauz), Helldriver (auch von Yoshihiro Nishimura), Tetsuo: The Iron Man, Power Rangers, Jackie Chan und sein Drunken Boxing oder die TV Serie Under the Dome.

Dazu jede Menge Blut (etwas CGI leider auch, aber viel handgemachte Effekte), jedoch nur wenig Explizites (es gibt aber einige tolle Szenen) sondern vor allem viele "Blut-Fontänen". Dafür sind die Mensch-Roboter-Mutationen die klaren Effekte Highlights des Filmes, und ich denke dafür ging auch die meiste Kohle des Budget drauf. Man sollte daher vor allem an diesen Effekten Freude haben!

Innovativ war auch die Idee, dass die Mutationen die Eigenschaften der Menschen als Waffe benützen = jeder Infizierte hat unterschiedliche Waffen. Durch das Töten eines weiteren Aliens kommt ein neues Gimmick dazu.

Der Humor ist grenzdebil, aber auch geschmackslos d.h. vor japanischen Fetischen wird nicht halt gemacht wie auch nicht vor "Kritik an der Kirche" und von Kindern (ein Kind wird sichtbar getötet und der Kommentar dazu: "Ich hasse Kinder"). Yoshihiro Nishimura scheint nichts und niemand heilig zu sein und er scheint es zu lieben, bis an die Grenzen des guten Geschmacks zu gehen.

Die Figuren sind okay, aber unbekannte No-Names. Zu Beginn (nach einem tollen und düsteren Vorspann, der leider nichts mit dem späteren Inhalt des Filmes zu tun hat, eigentlich schade) muss der Fan auch warten, bevor der Gore-Spass los geht - man muss sicher mit einer halben Stunde ohne Effekte rechnen, doch dafür geht danach bis zum Ende die Post ab - pausenlos.

Fazit: Mir war der Film fast zu blöd wobei ich eingestehen muss, dass er schon einige herrliche originelle Ideen gab (auch das Ende bzw. das Motiv der Aliens) soll heissen ich weiss noch nicht ob ich den Film in die Sammlung stellen würde, aber Fans von Helldriver und Co. (Machine Girl, Tokyo Gore Police, Mutant Girls Squad, Vampire Girl Vs. Frankenstein Girl) ist der Film wärmstens zu empfehlen!

Infos:

O: Kodoku: Mîtobôru mashin

Japan 2017

R: Yoshihiro Nishimura

D: Tomori Abe, Kensuke Ashihara, Satoshi Eishima, Goki, Yôta Kawase, Riri Kôda

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 108 Min.

Gesehen am: Am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest): Juli 2017

Fassungen: Am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) gesehen im O-Ton mit englischen UT. Eine DVD/Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: Juli 2017).