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Montag, 18. Mai 2026

The Prodigal Boxer II

The Prodigal Boxer II

Story:

Fong Sai-yu (Meng Fei) infiltriert in einer Undercover-Aktion das Anwesen des Bösewichts (Lu Ping). Dessen Mitarbeiter und rechte Hand Kow Lee (Dorian Tan Tao-Liang) erkennt den jungen Helden sofort und will sich mit ihm messen. Nach einem Kampf werden sie zu Freunden und am Ende erkennt auch Kow Lee, dass sein Meister ein Tyrann ist, der aufgehalten werden muss. Treu steht er seinem neuen Freund Fong Sai-yu im Kampf zur Seite…

Meine Meinung (Re-released re-edit/New edit):

The Prodigal Boxer II ist die direkte Fortsetzung von The Prodigal Boxer. In der Hauptrolle kehrt Meng Fei (Take the Rap, Shaolin Hero, Eagle Flying in September) als Volksheld Fong Sai-Yuk zurück. Die Rolle steht im definitiv gut. Regie führt erneut Ulysses Au-Yeung Jun (The Wandering Dragon, Island Warriors, The Ming Patriots). Yasuaki Kurata (Tiger) und Wong Ching (Shaolin Temple) kehren nur in Rückblenden zurück. Neu an Bord sind Dorian Tan Tao-Liang (Tornado of Pearl River) sowie Doris Lung Chun-Erh (keine kampfbetonte Rolle).

Wer den ersten Film mochte, wird auch die Fortsetzung mögen. Mir lag nur die Wiederaufführungsfassung vor. Diese zeigt ca. 30 Minuten des ersten Filmes. Was dabei von der ursprünglichen Version entfernt wurde, ist mir nicht bekannt. Nach dem Start wechselt der Film zu den Szenen des ersten Teiles und zeigt eine Art actionbetonte Zusammenfassung. Daher auch die Szenen mit Yasuaki Kurata & Wong Ching. Dazu wird nett ein Link zur Fortsetzung eingestreut. Plötzlich sehen wir im Finale des ersten Teiles nämlich Dorian Tan Tao-Liang als Zuschauer des Kampfes. Danach wechselt der Film zum neuen Plot.

Und der besteht dann fast nur noch aus Action. Meng Fei muss, bevor er gegen den Hauptboss antreten kann, dessen vier Killer ausschalten. Und wir sehen nach den Flashbacks des ersten Teiles nur noch das plus den Endkampf. Und das war doch ziemlich cool, auch wenn vor allem die von Doris Lung Chun-Erh gespielte Figur ziemlich auf der Strecke bleibt. Die Kampfchoreographie steuerte Lau Kar-Wing (The Fake Ghost Catchers) bei. Die Choreographie war bodenständig, sehenswert und realistisch. Die Duelle muten etwas kürzer an, als im Vorgänger. Dafür wurde der Blutgehalt nach oben geschraubt. Einziges kleines Manko ist, dass Meng Fei die vier Killer relativ schnell besiegt. Da hätte ich mir durchaus härtere, längere und dramatischere Kämpfe gewünscht. Alles in allem aber sehenswert!

Fazit: Fans des ersten Teiles schalten ein!  

Infos:

O: Chuan Ji Fang Shi Yu

Taiwan, HK (je nach Quelle) 1976

R: Ulysses Au-Yeung Jun

D: Meng Fei, Dorian Tan Tao-Liang, Doris Lung Chun-Erh, Lu Ping, Wei Ping-Ao

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 85:50 Min. (inklusive einer kurzen Werbeunterbrechung)

Gesehen am: 18.05.26

Fassungen: Mir lag das VHS aus Südkorea von Sam Boo Video Production vor = Mandarin O-Ton mit englischen, chinesischen und koreanischen Subs, solide Bild- und Tonqualität. Die englischen Subs fehlen nur in den ersten ca. zehn Minuten und in den letzten Dialogen vor der The End Einblendung. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Mai 2026). Der Film wurde nach seiner Erstaufführung später nochmals unter anderem Titel (Young Hero of Shaolin) und mit Archivaufnahmen (in denen u.a. Yasuaki Kurata zu sehen ist) des ersten Teiles neu aufgeführt. Die südkoreanische VHS-Fassung entspricht auch diesem «New Edit».

Mittwoch, 16. April 2025

The Prodigal Boxer



The Prodigal Boxer

Story:

Fong Sai-Yuks (Meng Fei) Vater (Sze-Ma Wah-Lung) wird getötet. Fong Sai-Yuk will Rache, doch der Versuch scheitert aufgrund seiner noch unerfahrenen Kampferfahrungen. Fong Sai-Yuk zieht sich aufs Land zurück, wo er von seiner Mutter (Maggie Li Lin-Lin) trainiert wird, um am Ende Rache üben zu können…

Meine Meinung:

Wie bereits bei Wong Fei-Hung gibt es auch die Person Fong Sai-Yuk betreffend ältere Filme, die sich um den Volkshelden bemühen. Es war also nicht erst Jet Li, der in den 90ern in die Haut von Fong Sai-Yuk schlüpfte (in Corey Yuens Fong Sai Yuk 1 + 2), sondern dies geschah schon 1972 in der taiwanesischen Produktion von Ulysses Au-Yeung Jun (The Wandering Dragon, Island Warriors, Shaolin Warrior). In dieser ist der junge Meng Fei (The Unbeaten 28, The Unique Lama, The Invincible Kung Fu Trio) als Titelheld zu sehen. Meng Fei spielte in dem erwähnten The Invincible Kung Fu Trio auch den anderen Volkshelden Wong Fei-Hung.

Der Film ist ein Basher. Der Film hat mir gut und um ehrlich zu sein, sogar etwas besser als die Jet Li Filme gefallen. Der Grund ist der, dass The Prodigal Boxer ein ernster Film ist. Hier wird auf Klamauk, Humor und Love-Story verzichtet. Der Film ist ernster als die späteren Jet Li Filme. Es geht dramatisch, teilweise auch überraschend hart zur Sache. Der Plot ist auf das nötigste limitiert und gradlinig. Der Film hat mich vom Inhalt und dessen Aufbau leicht an die Shaw Brothers Produktion Executioners from Shaolin erinnert. Die Kampfszenen, von Lau Kar-Wing choreographiert, werden im Verlauf des Filmes immer besser.

Den Wandel, den Meng Fei als Held durchmacht, kommt glaubhaft und mit viel Emotion und Wut zur Geltung. Das wird im Finale deutlich. Nebst Meng Fei haben mir vor allem die zwei Haupt-Bösewichte sehr gut gefallen. Zum einen sehen wir den immer fleissigen Japaner Yasuaki Kurata (The Golden Triangle, Seven to One, Aces Go Places II), der hier vor allem durch spektakuläre Beinarbeit und Kicks auftrumpft, zum anderen sehen wir Shanghai Thirteen Bösewicht Wong Ching (The Thirty Million Dollar Rush, The Imp, Mobfix Patrol) als dessen «Bruder». Auch dieser überzeugt. Eine der eindrücklichsten Szenen ist jene, in welcher Meng Fei eine Art Alptraum hat, nachdem er das erste Duell überlebt. Starke Szene!

Fazit: Sehenswert!

Gefolgt von: Prodigal Boxer II (liegt mir ungesehen vor) & The Secret of the Shaolin Poles

Infos:

O: Fang shiyu

Taiwan 1972

R: Ulysses Au-Yeung Jun

D: Meng Fei, Yasuaki Kurata, Maggie Li Lin-Lin, Pa Hung, Wong Ching, Fung Hak-On, Brandy Yuen Jan-Yeung, Lau Kar-Wing, Sze-Ma Wah-Lung

Laufzeit der US-Blu: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 08.02.25 / 2. Sichtung (in Mandarin): Mai 2025

Fassungen: Gesehen via The Basher Box = US-Blu-Ray (Region-All-Disc), zwei Filme im Set (The Awaken Punch & The Prodigal Boxer), Uncut, Englischer Dub (und Englische Subs), 4K Master eines 35mm Print = hervorragende Bild- und Tonqualität. Der Englische Dub ist mässig Schade, dass kein O-Ton an Bord ist. Aus Japan sollte ich noch ein US-VHS von Inter-Continental Video erhalten, welches in Mandarin ist. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2025). Nachtrag Mai 2025: Nun sah ich mir den Film als US-VHS von Inter-Continental Video an. Dieses bekam ich aus Japan und ich wusste, dass es sich um eine Mandarin-Ausgabe handelt. Zu meinem Glück sind sogar englische & chinesische Subs dabei. Das VHS ist, mit Ausnahme des Vorspannes, jedoch nur in Vollbild. Bis auf die Alptraum-Szene stört das Vollbild aber nicht. Der Film hat mir während der 2. Sichtung besser gefallen. Der Film kommt in Mandarin definitiv besser und hat teilweise schon fast epische Qualitäten. Ob ich die US-Blu-Ray nochmals einlegen werde, weiss ich nicht. 

Montag, 17. Februar 2025

The Ming Patriots




Von Gordon Liu signiert

The Ming Patriots

Story:

Bösewicht Prince Yu (Chang Yi) jagt einer entflohenen Prinzessin und deren Meister nach. Diese sind im Besitz von Perlen und einer Liste, welche sie einem General der Opposition (Roy Chiao) übergeben wollen. Später werden die Gejagten von weiteren Bösewichten gejagt (u.a. Michael Chan Wai-Man, Lung Fei). Auf der Gegenseite werden die Prinzessin und ihr Meister von Zhao Yu-Jun (Judy Lee) und Li Tia-Long (Bruce Lai) begleitet, welche sie beschützten und gegen die Bösewichte ankämpfen…

Meine Meinung:

The Ming Patriots steht schon länger, vor allem aufgrund Michael Chan Wai-Man (The Big Boss Part II, Blooded Treasury Fight, Dragon Lord), auf der Wunschliste. Und jetzt kommt es: ich habe den Film schon in der Sammlung und den Streifen im Jahr 2009 schon gesehen! Doch das wusste ich bis Mitte Dez. 2024 nicht (mehr). Ich sah mir den Film sogar beim Kollegen an (mehr dazu unter Fassungen) und ich erinnerte mich nicht, den Film 2009 schon gesehen zu haben. Ob ich an Demenz leide? Oder zu viele gleiche Eastern schaue? Wohl letzteres plus die unterschiedlichen (Alternativ)Titel und Fassungen…

The Ming Patriots von Ulysses Au-Yeung Jun (The Nude Body Case in Tokyo, King of the Children, Island Warriors), eine Produktion von First Films, 1975 gedreht (zusammen mit anderen Klassikern wie u.a. The Secret Rivals, The 18 Bronzemen) ist ein sehenswerter Eastern. Der Plot ist weder originell noch neu. Im Grossen und Ganzen kann der Plot als eine lange Verfolgungsjagd beschrieben werden. Es gibt viele Kampfszenen. Nur vor dem Finale gibt es 2-3 kleinere Hänger. Abgesehen davon wird ein hohes Tempo mit vielen Kampfszenen an den Tag gelegt. Einzelkämpfe aber auch Gruppenkämpfe. Dazu: z.T. mit Italo-Western Musik, cool!

Die Kampfchoreographie stammt von Lau Kar-Wing (The 36th Chamber of Shaolin, Master of the Flying Guillotine, His Name Is Nobody) und Liu Chia-Liang (Shaolin and Wu Tang, Executioners from Shaolin, Dirty Ho). Das ist auch der Grund, warum der Film in der US-DVD-Collection Gordon Liu and the Lau Family zu finden ist (mehr dazu unter Fassungen). Der Film hat einen grossartigen Cast mit Namen wie Michael Chan Wai-Man, Chang Yi (Shaolin Traitorous, The Shaolin Kids, Profile in Anger), Bruce Lai (Dragon Force, The Gold Connection, The New Game of Death), Judy Lee (The Unique Lama, Imperial Sword, The Legend of Mother Goddess), Lung Fei (Story in Temple Red Lily, Right Overcomes Might), Carter Wong (The Mysterious Heroes), Roy Chiao (Good Bad & Losers) oder Lung Fong (The Rebellious Reign). Carter Wong und Roy Chiao haben nur kleine Rollen am Anfang bzw. am Ende.

Ich hatte vor allem an Michael Chan Wai-Man als Bösewicht, an Chang Yi als Endboss und Bösewicht (ich könnte schwören, dass er im gleichen Outfit schon in einem anderen Film als Bösewicht zu sehen war), an Judy Lee als toughe Kämpferin und Heldin und an Bruceploitation-Star Bruce Lai als Held Freude, der hier ausserhalb des Bruceploitation eine starke Performance bietet. Nebst den lahmen Hängern vor dem Finale wird der Film durch einen Comic-Charakter, der leider dann auch im Finalkampf mitmischt (plus das überraschende Auftauchen von Roy Chiao und seinen Männern) «gestört». Ich hätte mehr Freude gehabt, wenn der schier unbesiegbare Chang Yi durch Judy Lee und Bruce Lai besiegt worden wäre. Desweitern gibt es, ganz im Stil von Ital. Kannibalenfilme, eine unschöne Tiersnuff-Szene mit einem Schwein zu sehen. Abgesehen davon aber sehenswert!

Fazit: Eastern Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Zhong Yuan Biao Ju

HK 1976

R: Ulysses Au-Yeung Jun

D: Michael Chan Wai-Man, Chang Yi, Bruce Lai, Judy Lee, Lung Fei, Roy Chiao, Carter Wong, Lung Fong, Jack Long Shi-Chia,

Laufzeit der libanesischen Betamax: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Sept. 2009 / Neusichtung: 11.12.24

Fassungen: Ich sah den Film beim Kumpel, nachdem ich einmal nicht erfolgreich versuchte, aus einem Auktionshaus in Hong Kong, einem VHS zu dem Film zu kaufen (Der Verkäufer fand die VHS angeblich in seinem Warenhaus nicht mehr). Mein Kumpel hat drei Versionen zu dem Film: Das US-VHS von World Video (Mandarin mit festen englischen & chinesischen Subs, 1,33:1), das deutsche VHS mit klarer Gewalt-Zensur (Titel: Stärker als 1000 Drachen) und eine Betamax aus dem Libanon (Englisch mit französischen und arabischen, gelben Subs, beste Qualität und an den Seiten am meisten Bild). Dazu kommt, dass bei der US-VHS, bei einem Rollenwechsel, längere Sequenzen am Stück fehlen, die auch Kampfszenen betreffen. Bei der Fassung aus dem Libanon fehlt auch eine Mini-Sequenz, aber im Grossen und Ganzen sah dort die Sequenz praktisch am komplettesten aus. Und am meisten Bild. Und die beste Qualität. Und davon habe ich sogar noch eine DVD von VideoAsia (als Revenge of the Patriots) = gemäss meinem alten Reviewe in einer schlechten Bildqualität (sogar von Work-Print Qualität spreche ich da oder längeren Sequenzen ohne Bild). Englisch. K.A. ob Uncut/Cut. Habe die Fassung verglichen. Die in der US-VHS fehlende Sequenz ist bei der DVD einfach ca. acht Sekunden schwarz (schwarzes Bild). Die Bildqualität ist deutlich schlechter als beim US-VHS oder der libanesischen Betamax. Die DVD wurde von Gordon Liu signiert (siehe Foto). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Dez. 2024).

Freitag, 1. März 2024

The Wandering Dragon

The Wandering Dragon

Story:

Shih Feng wird von seinem Vater mit eiserner Hand erzogen. Er soll schliesslich ein Kämpfer werden. Doch Shih Feng hat andere Pläne und unzählige Versuche, ihn im Kung Fu auszubilden, scheitern. Doch immer wieder wird Shih Feng mit Problemen konfrontiert, aus denen er, meist irgendwie durch Glück, entkommen kann. Erst als er sich verliebt (in Elsa Yang) und ein Bösewicht ihn kastrieren will, lernt er schliesslich doch Kung Fu…

Meine Meinung:

The Wandering Dragon ist eine solide Ende der 70er Jahre Kung-Fu-Komödie. Nur solide, da es meiner Meinung nach zu wenig Kämpfe gab. Das lag aber am Plot: Shih Feng spielt den Helden zunächst als Faulenzer, der nicht Kung Fu lernen will. Als Kind nicht, als junger Erwachsener nicht. So versuchen es diverse Parteien. So kommt es zu episodenartigen, humoristischen Sub-Plots - aber eben kaum zu Kampfszenen. Das, vor allem in Kombination mit dem englischen Dub, macht diese Szenen relativ lahm, unlustig und wenig interessant.

Der Film startet mit einem Zusammenschnitt von Action-Szenen in den Film. Man könnte fast von einer Art Trailer sprechen. Hier und da gibt es vereinzelt Kung Fu Kämpfe zu sehen, die Lust auf mehr machen. Bis man dann endlich mehr davon zu sehen bekommt, muss der Fan jedoch bis auf das letzte Viertel des Filmes warten. In den Kampfszenen machen Shih Feng (The Idiot Swordsman) als Held, Wang Kuan-Hsiung (Chivalry Deadly Feud) und Pai Ying (The 72 Desperate Rebels) als Bösewicht eine gute Figur. Elsa Yang (Deadly Silver Angels) ist vor allem niedlich, darf aber auch kurz im Finalkampf mitmischen.

Regisseur Ulysses Au-Yeung Jun (Island Warriors) hat hierfür mit Lin Chi-Jan zusammengearbeitet und Regie geführt. Beide sollten nochmals zusammenarbeiten. Für Ulysses Au-Yeung Juns Arbeiten Big Land Flying Eagles und The Desperate Killer fungierte Lin Chi-Jan als Drehbuchautor. Ansonsten war es um Lin Chi-Jan, im Gegensatz zu Ulysses Au-Yeung Jun, still in der Filmwelt. Wer den typischen asiatischen Klamauk (Musik, Dialoge, Englischer Dub) und dazu passende Nebenrollen wie Yu Bong (der Fettsack) nicht gänzlich furchtbar findet, wird am Ende immerhin mit coolen und sehenswerten Kämpfen belohnt.

Fazit: Kung-Fu Fans können einen Blick riskieren! Wäre in Mandarin sicherlich erträglich als mit Englischem Dub…

Infos:

O: Lang Zi You Long

Taiwan 1978

R: Ulysses Au-Yeung Jun, Lin Chi-Jan

D: Shih Feng, Elsa Yang, Wang Kuan-Hsiung, Pai Ying, Miao Tian, Lu Ping

Laufzeit der indonesischen Betamax: Ca. 99 Min.

Gesehen am: 11.01.24

Fassungen: Mir lag die indonesische Betamax von Pan Video vor = solide Bild- und Tonqualität, nur Vollbild, Englischer Dub (mässig). Das VHS aus HK von Ocean Shores ist in Mandarin mit englischen Subs. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2024).

Sonntag, 3. Dezember 2023

Island Warriors

 

Island Warriors

Story:

Da bin ich nun Mal so frech, die Inhaltsangabe der Letterboxd Datenbank zu zitieren (https://letterboxd.com/film/the-country-of-beauties/):

«Semi-naked Amazonian warriors defend their girls only island from from male pirates from the men only island.»

Meine Meinung:

Aka The Country of Beauties. Taiwan-Produktion und wilder, fast schon trashig anmutender Genre-Mix von Ulysses Au-Yeung Jun (Fatal Recall, The Woman from the Hell, Shaolin Warrior) um eine Insel, die von knapp bekleideten Amazonen und einer Königin, fast schon sektenähnlich anmutet, regiert wird. Als Königin darf Elsa Yang Hui-Shan (Deadly Silver Angels, The Woman from Hell, The Phantom Chivalry) ran und in einer grösseren Nebenrolle ist Don Wong Tao (Slaughter in San Francisco, Eunuch of the Western Palace, Fatal Needles vs. Fatal Fists) zu sehen.

Die Kostüme sind fantasievoll, die Aussenaufnahmen und der Start des Filmes haben schon fast Midsommar / The Wicker Man Vibes und die Innensets sind wundervoll in Szene gesetzt. Der Film ist in Sachen Genre wechselhaft: Kung Fu, Amazonen, Komödie, Folter, Erotik. Alles ist vertreten. Der hier und da sonderbare Slapstick und Klamauk war hingegen eher störend und nervend. In der Mandarin gesprochenen Fassung aber erträglicher, als im englischen Dub. Die Kastrationen erinnern an Ilsa - She Wolf of the SS. Sichtlich blutig geht es aber definitiv nicht zu und her.

Teilweise ist der Film schlecht gealtert (80er Jahre Friseuren). Nebst dem teilweise störendem Genre-Wechsel holte mich auch die Musik nicht ab. Ich würde sagen, die Musik war praktisch gesamthaft aus westlichen Filmen zusammengestohlen. Ich kann die Filme aber nicht benennen. Bei einem Track, der immer wieder gespielt wird, würde ich jedoch auf Rambo tippen. Und das Stück passte meiner Meinung nach nicht sonderlich gut zum Film.

Es gibt gute Musikstücke, die oft im Eastern zu hören sind und die passen, z.B. Italo-Western Musik. Oder Musik aus Halloween und A Nightmare on Elm Street 2, was moderne Anfang der 90er Jahre Actionfilme aus Taiwan angehen. Auch das passt. Italo-Western Musik hätte meiner Meinung nach besser zum Film gepasst. Ausnahme war die Musik, als sie die Babys ausgesetzt haben – das war episch und passend.

Der Film hat hier und da auch Längen. Gegen Ende wird es actionlastiger. Die Actionszenen sind solide, aber mehr auch nicht. Etwas Spektakel gibt es am Anfang zu sehen, wobei da sicherlich Turnerinnen und Akrobatinnen als «Schauspieler» eingesetzt wurden (à la Born to Fight). Der Film punktet vor allem durch seine verrückten Ideen, Inhalte, die originellen Sets und die bunten und innovativen Outfits. Die Darsteller waren bemüht. Ausser Elsa Yang Hui-Shan und Don Wong Tao sind fast nur Frauen im Film (in grossen Rollen) zu sehen. Der Cast war mir bis auf die zwei genannten Stars unbekannt.

Fazit: Wer gerne Filme wie Deadly Silver Angels und Co. mag, kann einen Blick riskieren!

Infos:

O: Yang yang jun

Taiwan 1981

R: Ulysses Au-Yeung Jun

D: Elsa Yang Hui-Shan, Don Wong Tao, Fanny Fang Fang-Fang, Wu Chiao-Ling, Mary Wong Ma-Lee, Ha Kwong-Li, Cheng Hsiu-Ying, Teresa Tsui Jun-Jun

Laufzeit der jap. VHS: 89:47 Min.

Gesehen am: 14.1.23

Fassungen: Ich war kurz im Besitz der VHS aus dem Libanon (Englisch Dubbed mit arabischen Subs) und habe dieses dann gegen das VHS aus Japan (von Tohokushinsha Home Video) getauscht. Grund: das VHS aus Japan bietet den Originalton Mandarin. Das VHS aus dem Libanon habe ich mir noch digitalisiert, bevor ich es verkauft habe, so dass ich theoretisch auch diese Fassung noch ansehen könnte. Es gibt weder eine DVD, noch eine deutsche Fassung, noch eine Blu-Ray (Stand: Nov. 2023). Im Direktvergleich ist das Bild der jap. VHS heller und bietet mehr Bildinformationen an den Seiten.






Dienstag, 30. August 2022

The Secret of Shaolin Poles Reviews



The Secret of Shaolin Poles

Story:

 

Commander Ma (Chang Yi) setzt ein Kopfgeld auf Held Fong Sai Yuk (Mang Fei) aus. Dies zieht diverse Feinde und Nachahmer (u.a. Lau Kar-Wing) nach sich. Besonders Japaner Ryunokai Daisai (Yasuaki Kurata) ist bedacht darauf, Fong Sai Yuk zu töten. In einem ersten Duell wird Fong Sai Yuk verwundet und danach von Commander Mas Bruder (Dorian Tan Tao-Liang) trainiert, um in einem 2. Duell eine Chance gegen den Japaner zu haben und seine «Freundin» (Doris Lung Chun-Erh) zu retten…

 

Meine Meinung:

 

The Secret of Shaolin Poles ist ein 1977er Eastern aus Taiwan (oder Hong Kong, je nach Quelle) und war besser als erwartet und fast ein Kracher! Angeblich handelt es sich um einen dritten Teil einer Trilogie (1. Teil = The Prodigal Boxer, 2. Teil = Prodigal Boxer II) und viele Szenen haben an spätere Klassiker wie The Young Master (der Fächer-Kampf) oder Once Upon a Time In China (Pferdeschwanz Kampf) erinnert. Schön!

 

Der Kung Fu Film von Ulysses Au-Yeung Jun (Fatal Recall, The Woman from the Hell, Shaolin Warrior) überzeugt durch viele spektakuläre Kampfszenen, die stark von Lau Kar-Leung (The Eight Diagram Pole Fighter) choreographiert wurden. Sehenswert und qualitativ hochwertig! Es wird mit oder ohne Waffen, auf «Poles» oder dem Boden gekämpft. Die Kampfszenen sind wunderbar anzusehen. Nicht nur die Kampfszenen von Mang Fei mit dem Fächer (gegen Lau Kar-Wing), sondern vor allem die zwei langen, harten Duelle gegen Yasuaki Kurata und der Finalkampf gegen Chang Yi.

 

Dazu kommen nebst Italo-Western Musik andere typische Klischees, die das Kung-Fu Genre dazumal bereithielt: etwas Klamauk (wobei sich der Ton immer düsterer färbt und der Klamauk bald verschwindet), miese Englische Synchro, Schüler-Meister Thema (wobei auch eher am Rande), böser Tyrann, Kinder, Urin-Szenen und grandiose Schmollszenen von Doris Lung Chun-Erh (7 Men of Kungfu). Dank der vielen Kämpfe (die auch lange dauern) gibt es nur wenig Längen.

 

Was dem Film nebst starken Kung-Fu Szenen sehenswert macht, ist sein toller Cast: Mang Fei als chinesischer Robin Hood und Nationalheld Fong Sai Yuk, Yasuaki Kurata (Fist of Legend) in wohl einer seiner besten Kung Fu Rollen als Bösewicht, Dorian Tan Tao-Liang (Horror Holiday) als Krüppel-Meister, Lau Kar-Wing (The Odd Couple) in einer Nebenrolle und sehr Freude hatte ich an Chang Yi (Shaolin Kung Fu - Der gelbe Tiger) als weisshaarigen Bösewicht und Endgegner während mich Doris Lung Chun-Erh teilweise vom Gesicht her an Maggie Cheung erinnerte. Und wie niedlich sie schmollen kann…

 

Fazit: Für Kung-Fu und Eastern Fans unbedingt sehenswert!

 

Infos:

 

O: Fang Shi Yu Da Po Mei Hua Zhuang

 

HK / Taiwan (je nach Quelle…) 1977

 

R: Ulysses Au-Yeung Jun

 

D: Chang Yi, Mang Fei, Lau Kar-Wing, Yasuaki Kurata, Dorian Tan Tao-Liang, Doris Lung Chun-Erh

 

Laufzeit der holländischen VHS: 95:24 Min.

 

Laufzeit der chinesischen DVCD: 86:89 Min.

 

Gesehen am: 20.08.22

 

Fassungen: Mir lag das Englisch Dubbed und Vollbild VHS aus Holland von Dragon Video vor = Uncut und scheinbar länger als die UK-DVD, die zensiert sein soll. Bildqualität ist auf gutem VHS Niveau, leider Vollbild und Englischer Dub teilweise schlecht. Eine O-Ton Fassung mit/ohne Subs ist mir nicht bekannt. Es gibt ebenso keine Blu-Ray und/oder eine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2022). Nachtrag 13.05.23: für eine 2. Sichtung lag mir nun die DVCD aus China vor = Bootleg und eine Ocean Shores Kopie (einer VCD?) in Englisch oder Mandarin. Gekauft da ich den Film in Mandarin wollte. Die Bildqualität ist gut. Es gibt keine Subs. Im Gegensatz zum VHS aus Holland (inzwischen verkauft) läuft die VCD kürzer (86 statt 95 Minuten). Scheinen Szenen zu fehlen. Mir jedoch nicht aufgefallen, was fehlt.

Mittwoch, 28. April 2021

Police Force Review

Police Force

Story:

 

Nachdem sein Freund Liang (Alexander Fu Sheng) von Gangstern getötet wurde, tritt Huang (Wang Chung), um seinen Freud zu rächen, der Polizei bei. Dies verspricht er nicht nur sich, sondern auch der Freundin (Lily Li) von Liang…

 

Meine Meinung:

 

Von Police Force war ich bei meiner Erstsichtung leicht enttäuscht. Grund war dieser, da ich, damals ein Greenhorn, dachte, dass Jimmy Wag Yu im Film mitspielt. Ich hatte den deutschen Titel («Wang Yung») falsch in Erinnerung und dachte der heisst «Wang Yu» wie einige der Wang Yu Filme, die in Deutschland veröffentlicht wurden (z.B. Wang Yu – Der Karatebomber).

 

Der Film gefällt mir aktuell deutlich besser als früher, da ich diesmal mit korrekten Erwartungen an den Film ging. Das Werk von Chang Cheh (Seven Man Army) und Ulysses Au-Yeung Jun (King of the Children) trägt vor allem die Handschrift von Chang Cheh. Police Force stellt im Shaw Brothers Universum eine Art Premiere dar, da modernes Setting.

 

Der Film ist ein Mix aus Ausbildung/Werbefilm für die Hong Konger Polizei, Rache- und Selbstjustiz, Drama und Heroic Bloodshed. Der Mix machts und der Film gefällt. Der Film kann gar als Art Vorgänger von Police Story und Co. gesehen werden. Der Film sollte Wang Chung (Mobfix Patrol), der leider im April dieses Jahres verstarb, zum Star machen.

 

Doch es kam alles anders: nebst den Mitwirkenden Lily Li (Shadow Girl), Wang Chung und Fung Hak-On machte der Film aus dem Nebendarsteller Alexander Fu Sheng einen Star – der tragische Ausgang und der damit verbundene Legendenstatus (à la Bruce Lee und Co) waren garantiert und Fans bestens bekannt (späterer Unfall-Tod).

 

Ich kann diesen Ausgang (von Fu Sheng) zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Obwohl Fu Sheng nur wenige Szenen bekommen hat, waren vor allem seine Action- und seine Todesszene des Filmes typisch für Chang Cheh: Aufopfernd, heldenhaft, episch. Ein stolzes Sterben in Zeitlupe! Dennoch will ich die Leistung von Wang Chung nicht vernachlässigen: als Rächer und harter Hund bei den Cops gefällt er sehr gut! Nur Lily Li bleibt leicht hinter den Erwartungen.

 

Die Action-Szenen beschränken sich auf wenige Shoot-Outs, kleinere Stunts (Wang Chung und Yacht) und vor allem Kampfszenen. Diese sind grundsolide und wurden u.a. von Lau Kar-Leung choreographiert. Wer gerne harte Kämpfe hat mit einem Schuss Realismus / Dramatik, macht mit Police Force alles richtig!

 

Fazit: Schade, dass Wang Chung ein grösserer Erfolg und Status im Vergleich zu seinen Shaw Brothers Kollegen verwehrt blieb – dennoch gehört er zu meinen Shaw Brothers Helden und wer ihn mag, kommt an Police Force nicht herum!

 

Infos:

 

O: Jing Cha

 

HK 1973

 

R: Chang Cheh, Ulysses Au-Yeung Jun

 

D: Wang Chung, Lily Li Li-Li, Wang Hsieh, Wang Kuang-Yu, Fung Hak-On, Alexander Fu Sheng

 

Laufzeit der HK-DVD: 101:08 Min.

 

Neusichtung und Review geschrieben: Ende April 2021

 

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von IVL vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland Uncut von Black Hill Pictures unter dem Titel Wang Yung - Stahlharte Hongkong-Killer (DVD oder Blu-Ray).

Sonntag, 14. März 2021

The Woman from the Hell Review

The Woman from the Hell

Story:

 

Eine junge Frau tötet mit einer Nadel Männer. Die Polizei ermittelt und sieht in einer Kollegin der potenziellen Killerin die Chance, der Täterin auf die Schliche zu kommen…

 

Meine Meinung:

 

The Woman from the Hell, der den On-Screen Titel A Lady Came from the Hell trägt, wäre sicherlich ein interessanter Film à la Kill for Love, The Lady Avenger oder The Nude Body Case in Tokyo. 100% beurteilen kann ich dies nicht, da die VHS stark fehlerhaft war. Das Band hatte Störungen und lange «Jump Cuts» Aussetzer. Mit anderen Worten: es blieben NUR 44:28 Minuten des Filmes übrig!

 

Dass man damit einem Film und dessen Wertung nicht gerecht werden kann, versteht sich von selbst. Der Film beginnt schmuddelig mit Akt-Fotos (und einer blonden Geweilo-Dame, die es sogar aufs Cover des VHS geschafft hat = bessere Werbung gibt es nicht) und erzählt eine Rache-Geschichte die eine dramatische Hintergrundgeschichte als Motiv liefert.

 

Der Film von Ting Chiang und Ulysses Au-Yeung Jun (Thou Shall Not Kill ... But Once) ist ein sogenanntes Taiwan Black Movie und wer diese mag, macht mit The Woman from the Hell nichts falsch. Chen Hui-Mei (Mission Impossible) gibt die Täterin, welche Männer jagt und diese ersticht.

 

Au Wai (Purple Darts) spielt den ermittelten Cop. Am Ende wird es dramatisch (zum Glück war das Ende auf dem Band). Von den Morden waren nur zwei auf dem Band, beim 2. oder bei einem möglichen 3. Mordfall gabs einen langen Ausfall. Was ich von der Story weiss und was ich sah, hätte mich angesprochen und gefallen.

 

Mit anderen Worten: der Film bleibt auf der Wunschliste um davon später einmal eine komplette Fassung zu bekommen, die dem Film auch gerecht wird! Das VHS bleibt wie schon The Concrete Jungle als Kuriosität in der Sammlung. Ausserdem mag ich die Papp-Verpackung. Hat Charme…

 

Infos:

 

O: Chong Di Yu Lai De Nu Ren

 

Taiwan 1974

 

R: Ulysses Au-Yeung Jun, Ting Chiang

 

D: Au Wai, Wang Ping-Ping, Ting Chiang, Sun Yueh, Wang Yu, Tin Man-Chung, Yi Yuen

 

Laufzeit der VHS aus China: 44:28 Min.

 

Gesehen am: 28.12.20

 

Fassungen: Mir lag das VHS von China von "China Arts (F.E.) Video Production Co." vor = wahrscheinlich ein Bootleg und Kopie der Ocean Shores VHS oder VCD, O-Ton, englische und chinesische Subs, mittelmässige Bildqualität mit vielen Filmrissen. Vom Originalfilm fehlt viel Material. Der Film läuft auf dieser VHS nur noch 44:28 Minuten. Eine DVD, Blu-Ray oder deutsche Fassung sind mir nicht bekannt. Von Ocean Shores gibt es mind. eine VCD.