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Dienstag, 13. April 2021

Zombi Holocaust Review

Zombi Holocaust

Story:

 

In New York finden mysteriöse Morde statt, bei denen den Leichen Körperteile oder Organe entnommen und gestohlen werden. Die Täter entstammen scheinbar einer Art Sekte. Eine Gruppe aus Protagonisten (u.a. Ian McCulloch, Alexandra Delli Colli, Sherry Buchanan) recherchieren auf einer einsamen Insel und stossen dabei auf Kannibalen, Zombies und einen verrückten Arzt (Donald O'Brien)…

 

Meine Meinung:

 

Zombi Holocaust empfand ich aktuell als besser als bei der letzten Sichtung. Der Film war ein Versuch, zwei der damals bekannten Ital. Horror-Genres miteinander zu vereinen. So gibt es im Film Kannibalen (1. Filmhälfte) und Zombies (2. Filmhälfte) zu sehen. Die Zombies kommen im Vergleich etwas zu kurz.

 

Was mir aktuell am Film sehr gefiel waren der grosse Unterhaltungswert, die Musik und vor allem die Tatsache, dass der Film extrem blutig geraten ist. Dabei ist nicht nur der Blutgehalt sehr gut (= hoch) sondern die Spezialeffekte sind qualitativ erste Sahne (Ausnahme: fliegende Puppe/Dummy). Sehr gute Effekte. Teilweise wurden vermutlich Innereien aus Metzgereien / Schlachthöfen gebraucht, was im Ital. Kino der Zeit nicht unüblich war (zudem: realistischer geht nicht). Einige Seiten listen Giannetto De Rossi als Mann hinter den Effekten - jedoch gibt imdb.com andere Künstler an, so dass ich nicht wirklich weiss, ob De Rossi auch für Zombi Holocaust tätig war oder nicht...

 

Die Story ist nur Mittel zum Zweck, aber durch den Start im Krankenhaus wird genug Abwechslung generiert, so dass der Film auch nie wirklich langweilig wird. Im Gegenteil: der Unterhaltungswert ist sehr gross, auch wenn dem Film gegen Ende etwas die Puste / Ideen / Budget ausgehen (der verrückte Arzt z.B. wird unblutig getötet = schade). Die Settings erinnern an Zombi 2 und einen verrückten Arzt in den Plot einzubauen, sorgte vor allem in den USA für eigenwillige Ideen, so dass Zombi Holocaust dort in einer veränderten Fassung als Doctor Butcher, M.D. veröffentlicht wurde.

 

Die Musik ist ein Mix aus eigens erstelltem und dem Soundtrack von Emanuelle and the Last Cannibals (von Nico Fidenco). Unter dessen Klängen bekommen es «Stars» wie Alexandra Delli Colli (Der New York Ripper), Sherry Buchanan (Der Tod trägt schwarzes Leder) oder Ian McCulloch (Zombi 2, Contamination) mit Kannibalen & Zombies zu tun. Der positive Nebeneffekt: keine Rape-Szenen & kein Tier-Snuff (wie dies in vielen anderen Kannibalen-Filmen der Fall ist). Es geht doch!

 

Fazit: Für Fans des Italo-Splatter-Filmes absolut zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Zombi Holocaust

 

Italien 1980

 

R: Marino Girolami

 

D: Ian McCulloch, Alexandra Delli Colli, Sherry Buchanan, Peter O'Neal, Donald O'Brien

 

Laufzeit der UK-Blu: 84:14 Min.

 

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: 12.04.21

 

Fassungen: Mir lagen die DVD aus Japan von SPO und die UK-Blu Ray von 88 Films vor = Wendecover, Englisch/Ital. mit englischen Subs, sehr gute Bildqualität und als Bonus gibt es eine Doku in Spielfilmlänge und im Booklet ein Interview mit Star Ian McCulloch. Die Blu-Ray aus den USA (Severin Films) dürfte auch ansehnlich sein und bietet auch zum ersten Mal die veränderte US-Fassung (Doctor Butcher, M.D.) in HD. In Deutsch über Österreich von XT Video auf Blu-Ray erschienen.

Dienstag, 2. Oktober 2018

Antropophagus Review

Horroktober 2018 Spezial
Antropophagus

Story:

Touristen (u.a. Tisa Farrow) werden auf einer Insel von einem Kannibalen (George Eastman) gejagt…

Meine Meinung:

Antropophagus ist in Deutschland vor allem durch seine Zensurgeschichte bekannt. Der Film wurde in Deutschland zensiert und verboten. Szenen aus dem Film liefen im Free-TV zur besten Sendezeit (sogar einige der zensierten Szenen), nur um gegen «Brutalos» und Horrorfilme hetzen zu können. Traurige Szenen aus Deutschland. Auch in anderen Ländern erging es dem Film nicht besser (z.B. in England gehörte der Film auch zu den «Video Nasties»).

Solches Marketing war für Regisseur Joe D’Amato natürlich ein gefundenes Fressen, so wurde der Film weltweit bekannt und stiess bei Horrorfans aller Welt auf grosses Interesse. Nach einer erneuten Sichtung – die letzte ist über zehn Jahre her, komme ich zum Schluss, dass es schade ist, dass der Film oft nur auf seine Gewalt, die darüber hinaus auch nur vereinzelt in zwei-drei Szenen härter erscheint, reduziert wird.

Das hat Antropophagus nicht verdient. Heute fand ich den Film deutlich stimmungsvoller als in der Vergangenheit. Der Film spielt mit den Klischees des Horrorfilmes – man denkt, jederzeit schlägt der Man-Eater zu und dann wartet man trotzdem noch ab (à la Tanz der Teufel). Es dauert auch sehr lange, bis man den Mörder sieht. Oder dessen Jagd und Gewaltszenen. Da kommen schon fast Tierhorrorfilm-Motive zum Tragen, wie auch bei den Szenen im Meer zu Beginn und Ego-Shooter Perspektiven fanden schon damals statt und lange vor Maniac oder Hardcore Henry Einsatz im Kino. Der Film bietet stimmungsvolle, schöne und abwechslungsreiche Settings, die eine grossartige Atmosphäre heraufbeschwören. Zum Teil kann man dem Film Gothic-Elemente, die sich auch in jeder Hammer-Produktion gut machen würden, nicht absprechen.

Für die Wahl des «Man-Eater» (so der Titel in Deutschland) hat man bewusst den grossen George Eastman (2019: After the Fall of New York, Hands of Steel) genommen, der als Hüne perfekt in die Rolle passt. Dazu das zerzauste, verrückte Haar und Make-Up Maske – und fertig ist der irre Kannibale. Er spielte in vielen Ital. Filmen und Genres mit, auch oft im Horrorfilm, obwohl er das Genre eigentlich nicht mag. Die anderen Stars sind okay, aber mir bis auf Tisa Farrow (Zombi 2, The Last Hunter, Dokumentation Video Nasties: Moral Panic, Censorship & Videotape) unbekannt.

Bekannter ist Regisseur Joe D’Amato, vor allem mit seiner späteren Verbindung von Sex- und Horrorfilmmotiven. Er hat jeglichen Schund gedreht und jede noch so negative Kritik war ihm willkommen. Er drehte mit Grössen wie Klaus Kinski (Death Smiles on a Murderer), weitere Zusammenarbeiten mit George Eastman (Foltergarten der Sinnlichkeit), der hübschen Laura Gemser (Emanuelle and the Last Cannibals), Schmuddel-Schund (Papaya - Die Liebesgöttin der Cannibalen), starke Verbindung von Sex und Gewalt (In der Gewalt der Zombies), Absurd (die «Fortsetzung» zu Man-Eater) oder Caligula 2 - The Untold Story (Fortsetzung zu Caligula). Nebst Man-Eater und Absurd ist ausserdem noch Buio Omega aka Sado - Stoß das Tor zur Hölle einer der bekannteste Titel in Deutschland, da auch wegen Zensuren und Verboten betroffen.

Was die Effekte angehen, wurde gutgetrickst und sparsam gearbeitet (so kam z.B. auch ein totes Kaninchen zum Einsatz, welches als Fötus der schwangeren Frau herhalten musste). Die derberen Szenen lassen sich an einer Hand ablesen – eine 18er Freigabe sollte heute problemlos möglich sein. Ich würde Antropophagus auch nicht als Splatterfilm, sondern als Horrorfilm mit vereinzelten Splatterszenen bezeichnen. Reine Gore-Fans dürften so oder so enttäuscht werden, da der Film mit der Mehrheit der Effekte bis zum Finale zuwartet.

Fazit: Besser als in Erinnerung habend – vor allem was die stimmungsvollen Bilder und die Gruselatmosphäre angehen! Jedem Fan des Ital. Genre-Kinos zu empfehlen!

Infos:

O: Antropophagus

Italien 1980

R: Joe D'Amato

D: Tisa Farrow, George Eastman, Saverio Vallone, Serena Grandi, Margaret Mazzantini, Mark Bodin

Laufzeit der Ital. DVD: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: 02.10.18

Fassungen: Mir lagen die Ital. DVD von Beat Records und die DVD aus Japan von SPO Entertainment vor. Zur Ital. DVD = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität (Bildqualität auch für heutige Verhätlnisse noch immer sehr gut), Ital. Ton und englische Subs. Englisch Dubbed Fassung auch enthalten. Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray in diversen Ländern - einige der neuen HD Master sind mir, im Vergleich zur alten DVD aus Italien, aber klar zu dunkel (Bildvergleiche, welche ich im Netz gesehen habe). Früher hat man Master, die zu dunkel waren (auch eine Art der Zensur), kritisiert, heute sind einige der neuen Master für meinen persönlichen Geschmack zu dunkel. Die DVD aus Japan steht als Sammelstück in meiner Sammlung (beim Kauf gab es die Ital. DVD damals noch nicht). Was Blu-Rays angehen würde ich die Severin nehmen (sehr hell) oder die Erstauflage aus England  (wobei: eher Severin). Die Neuauflage von 88 Films aus England ist z.T. so dunkel, dass man gar nichts erkennt.

Sonntag, 27. August 2017

Nightwish Review


Nightwish

Story:

Ein Professor (Jack Starrett) entwickelt eine Maschine, mit welcher er unbewusste Alpträume aufzeichnen und real darstellen kann. Mit seinen Studenten plant er danach ein mysteriöses Anwesen, um welches viele Gerüchte herumgeistern (von Mutationen, die durch Trinkwasser verursacht werden bis hin zu Geistern oder Aliens), auf paranormale Phänomene hin zu untersuchen. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Nightwish, der 1988 gedreht aber erst 1990 veröffentlicht worden sein soll, ist eine eher vergessene 80er Jahre Horrorperle, wenn man so viel. Im Gegensatz zu vielen anderen Horrorfilmen wurde Nightwish eine optimale Fassung bisher erspart – und daher kamen viele Fans auch höchstens zu VHS Zeiten in den Genuss des Filmes und der Film ist allgemein weniger bekannt als andere Genre-Werke.

Bei mir war es vor über zehn Jahren die ultramiese Red Edition DVD – so dass der Film schnell wieder aus meinem Gedächtnis verschwand. Und über zehn Jahre passierte nichts, so dass Hardcore Fans auf alternative Medien (VHS, Laserdisc etc.) ausweichen mussten, um dem Film nochmals eine Chance zu geben.

Und eine passable Bildqualität ist gerade bei dem Film wichtig*. Nightwish ist ein nicht uninteressanter Film, der durch drei Gründe punktet:

1. Die Story ist Mal was Anderes im Vergleich zu den ewigen Halloweens, Freitag der 13. oder A Nightmare on Elm Street Fortsetzungen oder Klonen. Das muss man dem Film anrechnen. Es werden Mad Scientist Motive vermischt mit Übernatürlichem, Geisterhaus, Aliens und Body Snatchers Anleihen und Traumspielereien, so dass der Zuschauer wie die Figuren im Film nicht weiss wie im Geschieht – und am Ende darf interpretiert werden.

2. Eine gewisse unfreiwillige Komik tut sich in ein-zwei Szenen und was einige Figuren angehen auf. Das sorgt für Lacher und lockert das Gezeigte auf. Als Professor ist Jack Starrett (mir bekannt aus seiner Rolle in Rambo) zu sehen und die mir bekannteste Rolle hatte Brian Thompson (kannte ich aus Akte X). Der restliche Cast ist mir nicht bekannt, aber solide durchschnittlich (die zwei Mädels auch nicht hässlich). Natürlich ginge es besser – was Talent und Schauspiel angehen – aber ich habe schon deutlich miesere Leistungen gesehen und immerhin nerven die Figuren nicht.

3. *Für mich nebst Story der beste Punkt bzw. warum mir der Film am besten gefällt: die Spezialeffekte von der KNB Group. Dahinter verbergen sich Robert Kurtzman, Greg Nicotero und Howard Berger. Das Trio hat in vielen Horrorfilmen tolle Spezialeffekte auf die Leinwand gezaubert, z.B. in Body Bags, Jason Goes to Hell, Bride of Re-Animator, House III oder Mindwarp oder führten Regie und konnten dort ebenfalls mit Effekten auf sich aufmerksam machen (Wishmaster, The Rage).

So durften sie sich auch in Nightwish austoben und deshalb ist eine gute Bildqualität wichtig. Z.B. erkennt man in der deutschen Red Edition DVD Fassung die Mehrheit der Effekte NICHT. Und das ist schade.

Denn von obligatorischen Effekten (abgetrennte Gliedmassen, zombieartige Fressszene, beides zu Beginn des Filmes) gibt es auch im Verlauf der Story immer mehr sonderbare Effekte zu sehen – z.B. ein überfahrener Hase, ein abgetrennter Finger, ein sich öffnender Schädel aus welchem Insekten hinauskrabbeln, grosse Rückenwunde mit Blick auf die Wirbelsäule bis hin zu einer Beinwunde, Opfer welche à la Aliens an die Wand «geheftet» sind und als Brutstätte dienen inklusive viele eklige Beulen-Geschwür-Mutationen (vor allem Brian Thompsons «Endszene» ist schöne Effekte Kunst seitens der Special Effects Crew).

Vor allem ab Mitteilteil und vor dem Ende toben sich die Effekte Künstler so richtig aus, was für den Zuschauer bedeutet: etwas Geduld haben. Zu Beginn und zwischendurch gibt es auch immer Mal wieder einen Effekt zu bestaunen, doch die wirklich tollen Szenen kommen erst später. Warten lohnt sich…Paar Längen sind in einem solchen Film absolut normal, man sollte halt auch nicht zu hohe Erwartungen an einen solchen B-80er Jahre-Horrorfilm haben.

Daneben gibt es noch einige alte CGI Szenen, wenn man so will - welche natürlich für heutige Verhältnisse altbacken wirken. Manch einer wird auch billig und/oder Trash sagen – für mich sind es auch heute charmante Effekte, welche halt einfach dazu gehören und nicht weiter stören.

So gesehen ist Nightwish für mich ein sehr solider 80er Jahre Horrorfilm, der zwar nicht wirklich spannend oder stimmungsvoll ist, dafür mit soliden Figuren und starken Effekten aufwarten kann bei einer Story, welche 08/15 Slasher weit hinter sich lässt und immerhin etwas Neues bieten und eigene Wege geht.

Infos:

O: Nightwish

USA 1989

R: Bruce R. Cook

D: Artur Cybulski, Alisha Das, Tom Dugan, Elizabeth Kaitan, Clayton Rohner, Brian Thompson, Jack Starrett

Laufzeit der jap. VHS: Ca. 93 Min.

Gesehen bzw. Review überarbeitet am: 21.08.17

Fassungen: Die deutsche DVD von Red Edition ist nicht zu empfehlen*. Die franz. DVD ist nur Franz. Dubbed und Out of Stock, hätte aber ein schönes Covermotiv zu bieten. 

Daher muss der Fan auf andere Medien ausweichen. Mir lagen das VHS aus Japan und die US Laserdisc vor. 

Jap. VHS = Uncut, O-Ton, feste englische UT, solide Bildqualität = besser und heller als bei der deutschen DVD d.h. man erkennt jetzt endlich die schönen Effekte Kreationen der KBN FX Group, welche man in der deutschen DVD teilweise gar nicht mehr als solche erkennt und wahrnimmt.

Die US LD ist natürlich Frei von festen UT im Gegensatz zum jap. VHS aber nicht mehr ganz so hell in den Effekten bzw. deren Szenen aber noch immer besser schaubar als bei der deutschen DVD.

Wurde nun im August 2017 von Unearthed Films auf Blu Ray angekündigt – soll gar ein 4K Master sein. Wurde, welch Überraschung, kurz darauf auch von einem deutschen Label (CMV) angekündigt. Ein Vö Termin für die kommende US Blu Ray ist noch nicht bekannt.

*Meinung zur alten Red Edition DVD von meinem alten review zitiert:

«Der Film ist ganz gut und wäre kaufenswert, allerdings nicht in der deutschen Fassung von Laser Paradise. Die DVD ist Uncut und das ist das einzige gute an seiner Existenz. Die Red Edition DVD ist nur in Vollbild, hat keine richtigen Extras und kein O- Ton. Aber das schlimmste ist sicher die total miese und viel zu dunkle Bildqualität, teilweise erkennt man kaum was. Man hat da nur ein altes und mieses VHS Master als Vorlage gehabt, und weil man nicht selbst in der Lage ist, zu restaurieren, kam dabei halt auch nur Schrott raus d.h. kauft die DVD nicht. Ist keinen Cent wert. Warten auf eine bessere DVD aus dem Ausland…»

Nachtrag 05.11.19:

Nach Neusichtung ist die neue US-Blu-Ray von Unearthed Films nur zu empfehlen: Schuber, Booklet, exklusive Extras, 4K Master - der Film sah nie so gut aus! Endlich kommen die wunderbaren Effekte und Masken im Film voll zur Geltung!  Das lange Warten hat sich gelohnt!