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Montag, 17. August 2026

Curse II: The Bite

Curse II: The Bite

Story:

Lisa (Jill Schoelen) und Clarks (J. Eddie Peck) Road-Trip wird zum Höllentrip, als Clark von einer Schlange gebissen und sich danach zu verändern beginnt…

Meine Meinung:

Curse II: The Bite ist die, wie es scheint, nicht offizielle «Fortsetzung» von The Curse aus dem Jahr 1987 (H.P. Lovecraft Story), für dessen Effekte sich Lucio Fulci auszeichnete (und er hat den Film mit produziert.). Eigentlich fast eine internationale Produktion. So verhält es sich auch mit Curse II: The Bite, dessen Herstellungsländer Italien, Japan, Holland sowie USA lauten. Regie führte Italiener Frederico Prosperi, der u.a. Wild Beasts produziert hat. Auch ein Horrorfilm mit Tieren. Ovidio G. Assonitis (Piranha II: The Spawning) hat den Film produziert. Zudem wurde der Film auch mit Geldern aus Japan finanziert.

Apropos Japan: Spezialeffekte-Künstler Screaming Mad George, der für Filme wie Faust: Love of the Damned, Predator, A Nightmare on Elm Street 3: Dream Warriors, A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master, Bride of Re-Animator, Dentist II, The Guyver oder Necronomicon die Effekte und Make-Up Masken und Monster kreierte, war auch in Curse II: The Bite für die Effekte zuständig. Heute wurde bekannt, dass Screaming Mad George, bereits im Feb. dieses Jahres, verstorben ist. Ihm zu Ehren kam es zur Neusichtung von Curse II: The Bite. Vergleiche mit dem Vorgänger kann ich aktuell keine mehr anbringen.

Curse II: The Bite ist solide, aber kein Kracher. Der Film erzählt eine simple Story, die teilweise Motive des Backwood- wie auch Tierhorrorfilmes aufzeigt. Der Film nahm sich für meinen Geschmack etwas zu viel Zeit mit dem Plot. Etwas mehr Effekte und Horror wären schon am Anfang und Mittelteil wünschenswert gewesen. Die Musik empfand ich teilweise als etwas unspektakulär und billig. Die wenigen Effekte, die am Anfang und Mitte des Filmes präsentiert werden, waren auch etwas zu simpel und zu wenig abwechslungsreich. Zudem war der schmutzige Verband eklig und es gab einige eklige Szenen (als Clark damit während der Autofahrt zwischen den Beinen seiner Partnerin rumfummelt).

Dafür wird der Fan im Finale mit hervorragenden Effekten belohnt, die ich so nicht mehr in Erinnerung hatte. Verwandlungsszenen, Verfolgungsjagden, Ekel-Szenen, Fake- und echte Schlangen und teilweise hatte der Film HK-Black-Magic-Horror-Vibes, wenn Clark z.B. Baby-Schlangen erbricht. Es gibt einige herrlich fiese und widerwärtige Szenen. Vor allem wer Angst vor Schlangen hat, dem dürften einige dieser Sequenzen in Schockstarre versetzen. Toll. Es lohnt sich also, zu warten. Der Fan wird im Finale mit sehenswerten Effekten belohnt. Starke Arbeit von Screaming Mad George. Beim Cast hat vor allem Jill Schoelen gefallen, die Erfahrungen im Genre vorzuweisen hat (Chiller, The Stepfather, Cutting Class, The Phantom of the Opera, Popcorn).

Fazit: Tolles Finale!

Gefolgt von: Panga

Infos:

O: Curse II: The Bite

Italien, Japan, Niederlande, USA 1989

R: Frederico Prosperi

D: Jill Schoelen, J. Eddie Peck, Jamie Farr, Savina Gersak, Marianne Muellerleile, Bo Svenson

Laufzeit der US-DVD: Ca. 98 Min.

Gesehen am: Dez. 2007 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via US-DVD von MGM/20th Century Fox. Beide «The Curse» Filme auf einer Flipper-DVD. Uncut, O-Ton, englische Subs, solide Bild- und Tonqualität (Vollbild). Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray (UK, US). In Deutschland bisher nur auf DVD (The Bite). In Deutsch oder Englisch ohne Subs.

Samstag, 16. Mai 2026

Pakt der Wölfe

Pakt der Wölfe

Story:

Frankreich im Jahr 1766:

Morde im ganzen Land, begangen von einer Bestie, sollen im Auftrag des Königs untersucht werden. Dieser schickt Grégoire de Fronsac (Samuel Le Bihan) und seinen Helfer (Mark Dacascos) los, um den Fall aufzuklären…

Meine Meinung (Kinofassung):

Pakt der Wölfe sah ich 2002 mit meinem Bruder und meinem Vater im Kino. Ich war damals noch ein Jugendlicher. Pakt der Wölfe gefällt mir auch heute noch extrem gut. In meinen Augen ist Pakt der Wölfe einer der besten Filme von Christophe Gans (Crying Freeman, Necronomicon). Dass Christophe Gans ein Fan des HK-Kinos ist, sieht man auch Pakt der Wölfe in den Actionszenen an. Dazu kommt, dass Christophe Gans hier nach Crying Freeman erneut mit Mark Dacascos (Sabotage, John Wick: Chapter 3 - Parabellum, China Strike Force) zusammenarbeitete.

Pakt der Wölfe ist ein nicht uninteressanter Mix aus Historienfilm, Kostümdrama, Actionfilm (Martial Arts), Krimi sowie Monster- und Tierhorrorfilm. Der Mix ist in der Tat speziell, originell und innovativ. Mir gefiel er. Trotz seiner stolzen Laufzeit von über zwei Stunden (auch in der regulären, von mir gesichteten Kinofassung) wurde mir zu keiner Sekunde langweilig. Der Film sieht mit Ausnahme von einzelnen Aufnahmen des Biestes, dem man hier und da etwas billiges CGI ankreiden darf, einfach toll aus. Superbe Kameraarbeit und Choreographien, viel Einsatz von Zeitlupe und einfach schöne gefilmt und passende Settings.

Mark Dacascos macht in den Kampfszenen, wenig überraschend, eine starke Figur. So aber auch Samuel Le Bihan. Samuel Le Bihan gibt einen sympathischen Helden ab.  So stark Samuel Le Bihan als Held agiert, so toll macht das auf der anderen Seite Vincent Cassel als Bösewicht. Vincent Cassel, der dazumal mit Monica Bellucci (Beetlejuice Beetlejuice) zusammen war, die im Film auch mitwirkt, war dazumal im franz. Kino ein grosser Star. So war es damals nicht ungewöhnlich, ihn und seine Freundin in vielen Kinofilmen gesehen zu haben (z.B. Dobermann, Irreversible, Die purpurnen Flüsse). In einer Nebenrolle ist noch Genre-Star Philippe Nahon (High Tension) zu sehen.

Fazit: Abgefahren und fantasievoll. Der beste Film von Christophe Gans!

Infos:

O: Le Pacte des loups

Frankreich 2001

R: Christophe Gans

D: Samuel Le Bihan, Mark Dacascos, Émilie Dequenne, Vincent Cassel, Monica Bellucci, Jacques Perrin, Christian Marc, Karin Kriström, Philippe Nahon

Laufzeit der deutschen DVD (Kinofassung): 136:57 Min.

Gesehen am: 21.02.2002 / Neusichtung am: 16.05.26

Fassungen: Mir lag die deutsche Doppel-DVD von Helkon / Columbia TriStar vor = Kinofassung sowie der längere Director’s Cut (etwas mehr Figurentiefe) plus viele Extra verteilt auf zwei Discs. Ich sah mir die Kinofassung an = Deutsch/Franz. mit Untertiteln (sehr gute deutsche Synchronisation), exzellente Ton- und Bildqualität (DTS-Deutsch). Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray und UHD.

Dienstag, 28. April 2026

Infested

Infested

Story:

Eine Gruppe von Bewohnern (u.a. Théo Christine) kämpfen gegen einen aggressive Spinnenplage, die sich im Block vermehrt, um ihr Überleben…

Meine Meinung:

Infested ist ein französischer Tierhorrorfilm um mordende Spinnen und stellt gleichzeitig Sébastien Vaniceks Regiedebüt dar, dem Regisseur des kommenden, neuen Evil Dead Filmes (= Evil Dead Burn). Der Film ist nicht nur ein Tierhorrorfilm, sondern bietet auch eine sozialkritische Note (Diskriminierung). Die Figuren stammen aus der Banlieue und der Film spielt auch dort in einem Häuserblock.  Der Film wurde dazumal fast zeitglich mit Sting veröffentlicht, den ich am BIFFF sah und sehr enttäuscht war. Zudem nervte Sting.

Infested habe ich im gleichen Jahr am Brugggore Filmfestival nebst anderen Titeln wie Aberrance, How to Kill Monsters, Le Vourdalak oder Minore verpasst. Seither stand der Titel auf meiner immer zu langen Wunschliste. Nun holte ich die Sichtung von Infested nach und in meinen Augen ist Infested nicht nur deutlich besser und sehenswerter als Sting, sondern auch abgesehen davon einer der besten Tierhorrorfilme mit Spinnen. Es ist nicht alles perfekt, aber im Grossen und Ganzen macht Infested Vieles richtig.

Vor allem wer Angst vor Spinnen hat (oder sie einfach eklig findet), sollte sich Infested ansehen. Es gab in der Tat zwei-drei tolle Szenen, die auch ich eklig und scary fand. Das waren aber beides Szenen, in denen die Spinnen noch nicht so gross waren (z.B. die Badezimmer-Szene). Das klaustrophobische und dunkle Setting plus Kameraarbeit tragen viel zur Stimmung bei. Oft sind die Spinnen, vor allem am Anfang, immer nur schnell oder in Hintergründen zu sehen. Und das macht die Szenen dann auch creepy und unheimlich. Oder wie sie in den Boxen verstaut zu sehen sind. Eklig.

Sobald die Spinnen grösser werden, verschwindet der angstvolle Faktor. Zwar wurden echte Spinnen (200 Riesenkrabbenspinnen) verwendet, um diese später digital zu vergrössern, aber das sieht man den Viechern halt auch an. Auch wenn die Bewegungen sicherlich natürlicher sind als bei reinen CGI-Spinnen, so war das ein gewisser Minuspunkt. Zudem war auch das Finale an sich relativ lahm und kann das Niveau, welches der Film im Mittelteil aufbaut, nicht halten. Die Figuren sind stark gespielt. Charakterisiert wird vor allem die Gruppe, die ums Überleben kämpft. Der Horror startet nach ca. einer halben Stunde. Zuvor entwickeln sich die Figuren und der Plot.

Fazit: Tierhorrorfans zu empfehlen!

Infos:

O: Vermines

Frankreich 2023

R: Sébastien Vanicek

D: Théo Christine, Sofia Lesaffre, Jérôme Niel, Lisa Nyarko, Finnegan Oldfield

Laufzeit der Bootleg-Blu-Ray: Ca. 106 Min.

Gesehen am: 28.04.26

Fassungen: Ich habe den Film als Bootleg-Blu-Ray vom Kumpel geschenkt bekommen. Der Film ist Uncut, die Bild- und Tonqualität sind sehr gut und zum Französischen Originalton können englische Untertitel zugeschaltet werden. In Deutschland gibt es den Film als Spiders - Ihr Biss ist der Tod auf DVD, Blu-Ray und UHD.

Freitag, 24. April 2026

Higuma!! The Killer Bear

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Higuma!! The Killer Bear

Story:

Nach dem Suizid seines Vaters und den Schulden seiner Mutter gerät Fuku (Fuku Suzuki) in illegale Geschäfte, um schnell viel Geld zu verdienen. Als Wan (Wan Marui) einen Diamanten, der für den Boss gedacht ist, stiehlt, soll sie im Wald exekutiert und vergraben werden. Doch ausgerechnet dann taucht ein Bär auf und Fuku, Wan und Co. kämpfen ums Überleben…

Meine Meinung:

Ein japanischer Tierhorrorfilm mit einem Monster-Bär? Tolles Plakat und angeblich alles practical effects? Den musste ich mir am Filmfest geben! Nach dem Durchzappen des Trailers war ich hingegen skeptisch. Was Japan und Bären angehen, steht zudem noch der Sonny Chiba Streifen Yellow Fangs auf meiner zu langen Wunschliste. Higuma!! The Killer Bear ist der bisher beste Film am diesjährigen Filmfestival und meine Skepsis war unbegründet. Endlich habe ich den ersten Kracher, der es auf meine Wunschliste schafft.

Der Hauptgrund ist natürlich der Monster-Bär. Der sieht einfach nur cool und charmant aus. Und nichts mit CGI (nur wie er am Ende rennt, sah ggf. danach aus). Da wird, im Gegensatz zu klassischen Tierhorrorfilmen, auch nicht zugewartet, sondern gleich in seiner ersten Szene sehen wir den Bären in seiner vollen Pracht. Der Bär, der oft auch mehr wie eine grosse, etwas fette Katze aussieht, bewegt sich schwerfällig wie Godzilla und stösst Laute aus, die genauso gut von der grossen Echse stammen könnten. Da hatte mich der Film schon gewonnen.

Der Film startet auch sympathisch mit Fuku Suzuki als Videospielentwickler, der seiner Mutter das neuste Videospiel vorführt. Zudem ist die von Fuku Suzuki ein Katzen-Fan und eine sympathische Figur. Mit der Rahmenhandlung um den Suizid seines Vaters und dem Druck der Mutter, da Schulden, hat der Film auch mehr Gefühl und Herz, als erwartet. Danach startet Fuku Suzukis Gangster-Karriere und ca. 30 Minuten später, nachdem die Figuren eingeführt und die Ausgangslage klar sind, erscheint der Bär (und auch erst dann die Titeleinblendung, und was für eine!).

Mit Wan Marui hat der Film eine gute Komponente zu Fuku Suzuki gefunden. Auch sie ist sympathisch und bringt, zumindest in den Gangster-Momenten, einen Anflug von Action (Martial Arts) in den Film. Der Film bietet auch einige schöne, handgemachte Splattereffekte. Auf Dauer sieht man dem Film an, dass das Budget nicht unendlich war, da viele Taten dann fast nur noch im off screen stattfanden. Das wird vor allem im Finale deutlich, wo eine ganze Gruppe von Gangstern als Kanonenfutter präsentiert wird, aber nur ein «Mord» wird gezeigt.

Das kann ich dem Film aber verzeihen, denn jede Szene mit dem Bären liess mich lächeln und schmunzeln. Dazu kommen die sympathischen Figuren, Splattereffekte und toller, amüsanter Humor. Es gab viel zu lachen und der Film war, vielleicht wenn er hier und da auch etwas zu lang anmutete, sehenswert und kommt mit viel Herzblut daher. Das Einzige, was ich dem Film ankreiden kann, ist das Finale d.h. wie der Bär besiegt wird. Die Szene wird teilweise im Trailer gezeigt und das sah halt schon einfach irgendwie billig und künstlich aus (auch mit GCI?). Zudem sehr unspektakulär.

Fazit: Fans von Tierhorror- und japanischen Monsterfilmen können sich freuen!

Infos:

O: ヒグマ!!

Japan 2026

R: Eisuke Naitô

D: Fuku Suzuki, Wan Marui, Takashi Ukaji

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 100 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Japanisch mit Untertiteln. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Donnerstag, 23. April 2026

Omukade

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Omukade

Story:

Zweiter Weltkrieg:

Japanische Soldaten halten Gefangene und Zwangsarbeiter in einem Lager. Es kommt zu einer Flucht. Bei dieser werden einige Soldaten wie auch die Gejagten in einem Höhlensystem eingefangen.  Dort haust ein uraltes Geschöpf und bald schon kämpfen alle ums Überleben…

Meine Meinung:

Auf den Tier- und Monsterfilm Omukade freute ich mich am Filmfestival fast am meisten. Der Trailer sah vielversprechend aus und einzelne Szenen erinnerten mich an The Deep Dark den ich am BIFFF sah und an der sehenswerten Tierhorrorfilm The Nest. Daher war es nur logisch, Omukade zu buchen. Gleichzeitig musste ich aufpassen, nicht zu viel zu erwarten.

Es handelt sich um einen thailändischen Film der zur Zeit der japanischen Besatzung im 2. Weltkrieg angesiedelt ist. Inhalt des Filmes ist ein fiktives Monster (Yokai Omukade = Riesentausendfüssler), welches für Angst und Schrecken sorgt. Zudem hat der Omukade viele kleine Helfer, die auch Opfer in willenlose «Zombies» verwandelt (einige Szenen erinnern dabei an Filme wie Die Nacht der Creeps oder Aliens). Der Film ist mehrheitlich Tier- und Monsterhorror. Aber auch etwas Drama, Krieg sowie Actionfilm. Auf asiatischen Humor wird gänzlich verzichtet.

Regie führte ein Regiegespann (Chalit Krileadmongkon sowie Pakphum Wongjinda), welches bisher mehrheitlich Tier- sowie Monsterhorrorfilme drehte. Ich glaube zumindest einen Titel Mal irgendwo zuvor aufgeschnappt zu haben = The Beast Below. NIFFF? BIFFF? In einem Forum darüber gelesen? Ich weiss es nicht mehr. Aber auf alle Fälle interessant, dass die Regisseure ein Faible für Tier- und Monsterinhalte hegen.

Der Cast war mir unbekannt. Bis auf einzelne, wenige Charaktere (z.B. den jap. General mit dem Hitlerschnauz) fand ich die Figuren gelungen. Jede Partie ist im Überlebenskampf vertreten: Engländer, Thailänder und Japaner. Vor allem mit dem kämpfenden Mädel habe ich mit gefiebert und hoffte, dass sie überlebenden würde. Den Engländer fand ich hingegen doof und es ist schade, dass er überlebt. Das mit dem Hitlerschnauz kenne ich zu Genüge aus 70er Jahre Kung Fu Filmen aus Taiwan und Hong Kong. Da wurden die Japaner auch gerne als Bösewichte dargestellt.

Und? Lohnt sich der Film? Omukade war nicht langweilig und positiv ist, dass er sehr abwechslungsreich ist. Natürlich gibt es auch einige CGI-Momente, welche ich stattdessen lieber mit altmodischen Effekten gesehen hätte. Hier und da hätte die Kamera länger und ruhiger sein dürfen (oft recht verwackelt und hektisch). Der Anfang des Filmes und die Erzählstruktur wirkte leicht gehetzt. Was mich hingegen nicht störte, war die Dunkelheit. Das wirkte authentisch und sehr stimmungsvoll (à la The Deep Dark, The Descent).

Für eine einmalige Sichtung war der Film absolut okay, aber an die Klasse eines The Deep Dark reicht Omukade doch nicht heran. Dafür waren die Highlights (Gore, Handgemachte Monster-Effekte) dann doch immer etwas zu kurz oder unübersichtlich zu sehen.  Zudem war die Kameraführung im ersten Viertel des Filmes, speziell in den Kriegs- und Actionszenen in den Erzählungen, zu unübersichtlich und viel zu nah dran. Das hat auch Punkte gekostet. Die besten Szenen hat der Film, wenig überraschend, sobald die Figuren in der Höhle gefangen sind.

Fazit: Tierhorrorfans können durchaus einen Blick riskieren!

Infos:

O: Omukade

Thailand 2025

R: Chalit Krileadmongkon, Pakphum Wongjinda

D: Narilya Gulmongkolpech, James Laver, Yasaka Chaisorn, Daung, Ohmi Ryota, Hideki Nagayama, Keerati Sivakua

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 93 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Thailändisch mit Untertiteln. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Dienstag, 27. Januar 2026

Primate



Primate

Story:

Affe Ben (Miguel Torres Umba) infiziert sich mit Tollwut. Eine Gruppe von Jugendlichen (u.a. Gia Hunter, Johnny Sequoyah, Victoria Wyant, Benjamin Cheng, Jess Alexander) kämpfen in einem Haus ums Überleben…

Meine Meinung:

Als ich den Trailer zum Tierhorrorfilm Primate sah, war ein Kinobesuch für mich beschlossene Sache. Auch 2026 stehen einige interessante Kinobesuche an. Filme wie 28 Years Later: The Bone Temple und The Housemaid wurden bereits gesichtet. Andere Filme, die nebst Primate interessant sein könnten sind Send Help (Sam Raimi), No Other Choice (neuer Park Chan-wook), Scream 7 (vielleicht…) They Will Kill You (Trailer im Kino gesehen), Ready or Not 2: Here I Come (dito), Lee Cronin's The Mummy (neue The Mummy Verfilmung), Whistle, Obsession, Scary Movie 6 (vielleicht), Resident Evil (vom Weapons Regisseur) oder Werwulf (der neue Robert Eggers). Insgeheim hoffe ich noch auf einen Kinotermin der A24-Produktion Undertone. Allerdings wurden 2025 auch einige Kinofilme, die offizielle Kinostart-Termine hatten, nachträglich gestrichen (HIM oder Keeper).

Leider kam es, obwohl geplant und voller Vorfreude, zu keiner Kinosichtung von Primate. Warum? Der Film wurde leider nicht im Original gezeigt, daher wurde der Kinobesuch gestrichen. Daher schaute ich mir den Film Online via Stream an. Primate stammt von Regisseur Johannes Roberts, der schon Erfahrungen im Tierhorrorfilm gesammelt hat. Und zwar mit seinen beiden Shark Tierhorrorfilmen 47 Meters Down sowie dessen Fortsetzung 47 Meters Down: Uncaged. Der Film war überraschend gut und im Vergleich zu seinen früheren Tierhorrorfilmen geht es in Primate praktisch humorlos und kompromisslos zur Sache. Es gibt einige spannende Momente (die Szene mit dem Schrank à la Halloween), die ich so nicht erwartet hätte. Das gleiche gilt für die Effekte und den Gewaltgrad.

Der Inhalt mag zwar nur klischeehaft, 08/15, wenig originell und an US-Slasher erinnern (10 kleine Negerlein Prinzip), aber der Affe war wirklich scary und fieser, als ich dies erwartet hätte (und das, obwohl ich Affen nicht mag). Teilweise scheint wohl ein echter Affe (ggf. mit sehr gutem CGI) und ein Darsteller in einem Kostüm (durch Miguel Torres Umba) für den Film verwendet worden zu sein plus Masken und Animatronics für Close-Ups. Die menschlichen Figuren sind zwar wenig interessant und der Anfang des Filmes relativ lahm, wer aber zuwartet, wird danach mit tollem Horror bis zum Ende belohnt.

Fazit: Für Tierhorrorfans zu empfehlen. Primate landet auf meiner Wunschliste!

Infos:

O: Primate

USA, UK, Kanada, Australien 2025

R: Johannes Roberts

D: Gia Hunter, Johnny Sequoyah, Victoria Wyant, Benjamin Cheng, Jess Alexander, Troy Kotsur, Miguel Torres Umba

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 89 Min.

Gesehen am: 27.01.26 / 2. Sichtung (US-Blu-Ray): Juli 2026

Fassungen: Läuft in der Schweiz, wie es scheint, nur synchronisiert in den Kinos d.h. auf Ital., Franz. oder Deutsch. Keine O-Ton Vorstellung gefunden. Daher wurde der Film via Stream Uncut und in Englisch angesehen. Eine DVD, Blu-Ray und UHD sind noch nicht angekündigt (Stand: Jan. 2026). Nachtrag Juli 2026: Für eine 2. Sichtung lag mir die US-Blu-Ray von Paramount vor. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden. Primate ist ein kleiner, fieser und intensiver Tierhorrorfilm, der mit Ben einen bösen und ekligen "Michael Myers" präsentiert, der ab der 30. Minute pausenlos für Angst, Schrecken und Gore sorgt. Horrorfans zu empfehlen. Jedoch müssen dazu erst ca. 25 Minuten lahme Minuten überstanden werden, dafür entschädigt der Film danach mit tollen Effekten. DIe US-Blu-Ray ist technisch hervorragend. 

Sonntag, 14. Dezember 2025

47 Meters Down: Uncaged Review

47 Meters Down: Uncaged

Story:

Vier Mädels (u.a. Sistine Rose Stallone) kämpfen in einer Unterwasser-Höhle um ihr Leben, als sie es mit einem Hai zu tun bekommen…

Meine Meinung:

Der Regisseur von The Strangers: Prey at Night, der schon den Erstling 47 Meters Down realisierte, den ich 2017 in Berlin am FFF sah, inszenierte auch gleich die zwei Jahre später entstandene Fortsetzung. Ich sah den Vorgänger, wie ich bereits erwähnte, nur am FFF in Deutschland und kann mich kaum an den Film erinnern. Ich würde aber sagen, dass die Fortsetzung besser geworden ist. Allgemein war der Film besser als ich es erwartet habe. Klar, viele Dinge sind Zufälle, unglaubwürdig und die Handlungen der Figuren nicht nachvollziehbar, aber ich wurde doch bestens unterhalten.

Das ist schon fast Trash-Kino erster Güte. Sogar eine Szene à la Deep Blue Sea gibt es hier zu sehen (vorhersehbar). Andere Zuschauer vergleichen den Film mit einem Slasher (mit Haien statt einem meuchelnden, Masken tragenden Killer) oder mit dem grossartigen The Descent. Nur mit Haien statt Monstern. Der Film sieht unglaublich gut aus, ist schön gefilmt und wartet mit schicken Slow-Mo-Aufnahmen auf. Die Haie sind in einigen Szenen nicht sonderlich toll animiert. Wenn jedoch nur Close-Ups zu sehen sind, sehen die Dinger hier und da schon toll unheimlich aus.

Dem Film gelingt es, zu fesseln und eine gewisse Spannung aufzubauen. Das Setting, die Unterwasserhöhle, gibt mehr her, als zunächst erwartet. Gegen Ende übertreibt es der Film dann etwas und hetzt fast von einem Finale zum nächsten. Die letzten 15 Minuten oder so sind herrlich trashige Übertreibung. Muss man fast gesehen haben, um es zu glauben. Der Cast war passend zum Film. Keine bekannten Namen dabei und nichts, was aus der Masse herausragt (halt alles mehr oder weniger gut aussehende Frauen in knappen Bikinis). Darunter ist auch eine Tochter von Actionlegende Silvester Stallone.

Fazit: Wer Tierhorrorfilme mit Haifischen mag, dürfte mit 47 Meters Down: Uncaged seinen Spass haben!

Infos:

O: 47 Meters Down: Uncaged

Grossbritannien 2019

R: Johannes Roberts

D: Nia Long, John Corbett, Sophie Nélisse, Brec Bassinger, Sistine Rose Stallone

Laufzeit der US-DVD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 15.11.25

Fassungen: Ich bekam vom Kumpel die US-DVD von Lions Gate geschenkt (es war eine DVD/Blu-Ray Combo-Fassung) sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Gibt es in Deutschland auf DVD und Blu-Ray.

Freitag, 12. September 2025

Jurassic Shark 2 Review

Jurassic Shark 2

Story:

Siehe Der weisse Hai (nur dass die Handlung in Jurassic Shark 2 an einem Fluss spielt)

Meine Meinung:

Bei Jurassic Shark 2 handelt es sich um eine Mogelpackung aus Deutschland. Der Film heisst eigentlich Great White und obwohl der ultrabillige Film vorgibt, auf einer wahren Geschichte zu beruhen, wird ganz einfach das grosse Vorbild Jaws kopiert. Nur dass der Plot hier in einem Fluss (!!!) und nicht am Meer spielt. Und einen echten Hai (als Effekt, sieht man Mal hier und da von einer Haiflosse ab) oder wirkliche Effekte oder wirkliche Action gibt es nicht zu sehen.

Jurassic Shark 2 dürfte wohl einer der billigsten und miesesten Tierhorrorfilme sein, die ich je sah. Von daher überrascht es mich nicht, dass der Film als Bonusfilm (in der Im Schatten des Kilimandscharo DVD) beilag. Wer würde sonst solchen Schund kaufen und schauen? Wohl niemand! Der Film erzählt fast 1:1 den Plot aus Der weisse Hai. Jedoch ohne Effekte, ohne Qualität und ohne Budget. Billiger als hier geht es fast nicht mehr.

Die deutsche Synchronisation, der billige Look des Filmes (z.B. das Intro in den Film), die «Schauspieler» und die hölzernen, unfreiwillig komischen und lächerlichen Dialoge tun ihr übriges dazu. So weit bekannt, war Great White eine Direct to Video Produktion. Selbst für eine solche ist der Film unglaublich mies und billig ausgefallen. Kein Vergleich zu anderen Direct to Video Produktionen aus der Zeit. Der Cast ist unbekannt und laut Datenbanken war das der einzige Film, den «Regisseur» Zac Reeder verbrochen hat. Zum Glück!

Fazit: Billigster Schund. Zeit- und Geldverschwendung. Nicht Mal für Hai- und Tierhorrorfans zu empfehlen!

Infos:

O: Great White (je nach Quelle auch Shark)

USA 1998 (je nach Quelle 2000)

R: Zac Reeder

D: Richard Keats, Terry Arrowsmith, Stephanie Rose Allen, R.J. Collins

Laufzeit der deutschen DVD: 87:13 Min.

Gesehen am: 12.06.25

Fassungen: Siehe Im Schatten des Kilimandscharo = Uncut, in Deutsch, solide Bild- und Tonqualität. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Juni 2025).

Donnerstag, 11. September 2025

Im Schatten des Kilimandscharo Review

Im Schatten des Kilimandscharo

Story:

Aufgrund einer langanhaltenden Dürre tun sich Paviane zusammen und greifen Menschen auf der Suche nach Nahrung und Fleisch an. Eine Gruppe aus Überlebenden (u.a. John Rhys-Davies) versuchen zu überleben…

Meine Meinung:

Im Schatten des Kilimandscharo ist ein Mitte der 80er Jahre Tierhorrorfilm im Afrika/Affen-Setting. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit und eine der Hauptrollen spielt der spätere Der Herr der Ringe Star John Rhys-Davies. Ich bekam den Film geschenkt. Ansonsten hätte der Film wohl nie meine Wege gekreuzt. Der Film, auch vor Ort in Kenia gedreht, ist solide. Leider ist das nicht der Fall, was die DVD-Fassung betrifft (mehr dazu unter Fassungen).

In einer würdigen Fassung wäre der Film ggf. sogar für die Sammlung geeignet. Aber nicht in dieser Form. Der Film ist alles in allem kurzweilig, unterhaltsam und nicht uninteressant. Der Film erinnert an andere Tierhorrorfilme, in denen sich Tiere zusammentun, um für Angst und Schrecken zu sorgen (Ameisen, Piranhas, Hunde, Katzen, Vögel…). Hier sind es Paviane. Die Aufnahmen der angreifenden Paviane, vor allem die Zeitlupenszenen, sind eindrücklich inszeniert.

Auch die direkten Angriffe sind toll getrickst. Ein Mix aus echten Affen und in Close-Ups ggf. auch Effekte und Requisiten/Puppen. Auch das ein oder andere blutige Detail gibt es zu sehen (bzw. in der deutschen Fassung eben nicht zu sehen). Der Film ist sehr solide, gut gemacht und durch die Drehorte vor realem Ort (Kenia) gelingt es dem Film, eine intensive und authentische Grundstimmung zu generieren. Die Figuren sind solide gespielt, wie der Zuschauer, dass von dieser Art Film auch erwarten darf.

Fazit: Tierhorrorfans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: In the Shadow of Kilimanjaro

Kenia, UK 1986

R: Raju Patel

D: John Rhys-Davies, Timothy Bottoms, Irene Miracle, Michele Carey, Leonard Trolley, Patty Foley

Laufzeit der deutschen DVD: 92:17 Min.

Gesehen am: 12.06.25

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Maritim Pictures / Cargo Records = Mediabook mit Booklet und Bonusfilm (Jurassic Shark 2). Die DVD ist leider zensiert. Es fehlt eine Szene. Die Bildqualität ist nicht wirklich toll. Da wurde wohl einfach eine VHS kopiert. Eine deutsche Uncut-Fassung gibt es nicht. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Juni 2025).

Dienstag, 4. März 2025

Der Weisse Hai

Der Weisse Hai

Story:

Ein Hai verschreckt eine Insel und deren Bewohner in Angst und Schrecken. Während sich der Bürgermeister (Murray Hamilton) vor allem um kommerzielle Einschränkungen sorgt, erkennt Chief Brody (Roy Scheider) das wahre Problem. Zusammen mit einem Meeresbiologen (Richard Dreyfuss) und einem Fischer (Robert Shaw) will Brody den Hai finden und unschädlich machen…

Meine Meinung:

Der Weisse Hai ist einer meiner Lieblingsfilme. Der Titel und die Sichtung sind mit viel Nostalgie verbunden. Ich sah den Film als Kind und hatte danach wirklich Angst, wenn wir in Spanien am Meer Urlaub machten, von einem Hai gefressen zu werden. Zum Glück hat sich das mit dem Älterwerden verändert und es kamen keine neuen Ängste (oder sonstige gestörte Verhaltensweisen dazu). Ich mag den Film, der drei Fortsetzungen widerfuhr und zu einem Kultklassiker und grossen Erfolg wurde, unglaublich gut. Einer der besten Tierhorrorfilme überhaupt. Und wohl der beste Titel des Tierhorror Sub-Genres mit einem Hai als Erzeuger von Angst und Schrecken.

Ein dazumal junger Steven Spielberg genoss das Vertrauen von Universal und landete mit Der Weisse Hai einen Welterfolg. Der Plot, der auf einem Roman von Peter Benchley basiert (ich glaube, den Roman hole ich mir Mal), wird mit vielen tollen Figuren erzählt. Das Kleinstadt-Feeling der Insel mag ich. Roy Scheider (Sorcerer) als Chief Brody ist die perfekte Wahl, wie auch die Besetzung von Robert Shaw (From Russia with Love) sowie Richard Dreyfuss (Piranha 3D). Alle sind auf ihre Art und Weise sympathisch und unterhalten und harmonieren toll zusammen. Grandioses Schauspiel des Trios. Der Soundtrack trägt viel zur Stimmung und Spannung es Filmes bei.

Damit die Spannungskurve auch immer schön oben bleibt wird der Hai auch erst spät dem Zuschauer präsentiert. Zuvor sieht man nur die Flosse. Das ganze Tier, dessen Grösse oder mörderische Zähne bleiben dem Zuschauer lange verborgen. Ein Merkmal, was auch später in zahlreichen Tierhorrorfilmen für «Spannung» sorgen sollte. Dem Zuschauer das Tier (oder Monster) länger vorenthalten, damit eine Spannung gegeben ist, wurde zur "Regel". Die Effekte in Der Weisse Hai sind stark anzusehen. Die Kameraarbeit ist exzellent, so dass der Hai auch heuer nicht immer (so schnell) als Modell auszumachen ist.

Fazit: Sehenswerter und wegweisender Klassiker!

Gefolgt von: Der Weisse Hai 2

Infos:

O: Jaws

USA 1975

R: Steven Spielberg

D: Roy Scheider, Robert Shaw, Richard Dreyfuss, Murray Hamilton

Laufzeit der deutschen DVD: 118:52 Min.

Gesehen am: Kindheit / Neusichtung: 29.12.24

Fassungen: Mir liegt die deutsche DVD von Columbia TriStar / Universal vor = Uncut, Deutsch/Englisch mit Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Original Kino-Synchro. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray und UHD. Mir ist unbekannt, ob dort die Kino-Synchro oder die später neu synchronisierte deutsche Sprachfassung enthalten ist.

Donnerstag, 23. Januar 2025

White Crocodile Queen

White Crocodile Queen

Story:

Eine Frau gebärt ein weisses Krokodil und danach ein Mädchen. Danach werden die Eltern von Dieben (u.a. Soendjoto Adibroto) getötet. Viele Jahre später ist aus dem Mädchen eine junge Frau geworden (Suzzanna). Ihre Zwillingsschwester ist eine Art Krokodil-Gottheit (Suzzanna), welche ihre menschliche Schwester und sämtliche Krokodile in der Umgebung als Mordwerkzeug benutzt, um den Tod ihrer Eltern zu rächen…

Meine Meinung:

Aka The White Alligator. 1988 war Suzzanna (Sundelbolong, The Queen of Black Magic, Revenge of Samson) inzwischen von Rapi Films zur Konkurrenz gewechselt. Sie drehte nun für Soraya Intercine Film PT Filme. Laut der US-Doku Suzzanna: The Queen of Black Magic drehte sie allein in den 80ern zwischen 30-40 Horrorfilme und wurde zu einem der grössten Stars des indonesischen Kinos. White Crocodile Queen basiert, wie so viele andere indonesische Filme aus der Zeit, auf eine indonesische Folklore (aus Jakarta).

White Crocodile Queen ist dabei nebst Sundelbolong sowie The Queen of Black Magic der bisher beste und abgefahrenste Suzzanna Film, den ich gesehen habe. In dem Film von H. Tjut Djalil (Mystics in Bali, Lady Terminator, The Warrior and the Ninja) überzeugt Suzzanna in einer Doppelrolle. Der Film bietet viel Magisches, Fantastisches und der Ideenreichtum scheint keine Grenzen zu kennen. Die Kostüme sind bunt, die Settings stimmungsvoll und es wird sogar gesungen. Etwas, was ich in dem Genre bisher noch nicht sah. Suzzanna, die hier nach Sundelbolong erneut eine Prostituierte (wobei sie in Sundelbolong eine Ex-Prostituierte darstellt) spielt, scheint wie geschaffen für solche Rollen. Sie macht das sehr gut und besser als einige ihrer Co-Stars.

Das Overacting einiger Figuren und der Humor waren etwas störend, gehören aber halt zu dem Genre und der Zeit dazu. Der Film beginnt stark und der Mittelteil lässt es dann erst Mal etwas ruhiger angehen. Der Film gibt sich auch relativ sexy und blutig. Es gibt einige tolle Splatter-Szenen und Gummi-Krokodile. Die vielen abgefahrenen und charmanten Effekten sind dabei genau nach meinem Geschmack getrickst. Schon die Geburtsszene zu Beginn ist sehenswert und wie sich später ein Baby-Krokodil in einen Bauch frisst (durch eine Wunde), hat schon fast HK-Horror-Qualitäten.  Wer das damalige Kino aus Indonesien mag, wird den Film mögen.

Fazit: Sehenswerter Film mit Suzzanna!

Infos:

O: Ratu Buaya Putih

Indonesien 1987 (je nach Quelle 1988)

R: Sisworo Gautama Putra

D: Suzzanna, Jeffry Daniel, Vera Magdalena, Soendjoto Adibroto, Rita Sheba

Laufzeit der Indonesian Fan Project Fassung: 91:08 Min.

Gesehen am: 26.11.24

Fassungen: Mir lag die DVD von Indonesian Fan Project vor = auf 30 Stück limitiert (ich habe Nr. 26). Die Fassung ist in Indonesisch mit englischen Untertiteln. Ob sie 100% Uncut ist, weiss ich nicht. Die Bild- und Tonqualität sind solide (VCD-Qualität). Es gibt den Film daneben als Laserdisc (Indonesien), VHS (Malaysia) und VCD (Malaysia). Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2024). Daumen drücken, dass der in Zukunft von Mondo Macabro, Severin Films, Vinegar Syndrome oder Terror Vision veröffentlicht werden wird.

Mittwoch, 1. Januar 2025

Genocide

Japanuary 2025

Genocide

Story:

Ein Flugzeug der US-Air-Force stürzt über Japan ab, nachdem es von einem Schwarm Bienen angegriffen wurde. Die Besatzung kann sich zwar retten, doch der Soldat (Chico Lourant), der die Beobachtungen hautnah miterlebte, ist kognitiv dem Wahnsinn verfallen. Diverse Parteien, darunter eine mysteriöse Blondine (Kathy Horan), versuchen hinter das Geheimnis des Geschehens zu kommen…

Meine Meinung:

Für den aktuellen Japanuary habe ich von meinem Kumpel einige Filme geliehen bekommen. Darunter Genocide, ein Film aus dem Jahr 1968 und ein skurriler Genre-Mix aus Sci-Fi, Sozialkritik, Agentenfilm/Krimi/Abenteuer- und Tierhorror. Der Film von Kazui Nihonmatsu (Guila, Frankensteins Teufelsei) ist dabei nur durchschnittlich geraten, trotz internationalem Cast und Namen wie Chico Lourant (The Street Fighter, Detective Bureau 2-3: Go to Hell, Bastards!) oder Kathy Horan (The Green Slime), die auch abgesehen von Genocide in mehreren japanischen Genre-Filmen zu sehen waren.

Leicht erinnert der Film sogar an Tsui Harks Meisterwerk Die Todesgrotten der Shaolin. Der Plot war für mich, und damit werde ich dem Film nicht ganz gerecht, konfus. Dies auch aufgrund Flashback und fehlender englischer Dialoge. Die mir vorliegende Fassung lag nur in Japanisch ohne Untertitel vor, so dass ich die Motive, Erklärungen und Verläufe des Plots nicht 100% verstehen konnte. Der Film hatte aber definitiv Längen und das Schauspiel, besonders von Chico Lourant als kognitiv eingeschränkter, war schlecht und peinlich gespielt (à la Dean Shek in A Better Tomorrow 2).

Der Film startet mit charmanten Effekten, wenn das Modellflugzeug zu brennen beginnt und abstürzt. Die Insekten, vor allem Bienen, sind mehr Nebendarsteller in der Geschichte. Es gibt aber doch einige Close-Ups von Insekten, so dass auch Dario Argento, der dies auch für Phenomena umsetzte, Freude gehabt hätte. Dazu gibt es auch hier und da Archiv-Aufnahmen vom Krieg zu sehen. Auch damit spielt der Film und auch eine (Atom?)Bombe ist für den Plot von Wichtigkeit. Ich habe auch gelesen, dass die von Kathy Horan gespielte Figur (= Bösewicht) eine Holocaust-Überlebende spielen soll. Warum sie aber die Welt (mit Hilfe der Insekten) vernichten will, ist mir unklar. Aber im Grossen und Ganzen ist der Film mehrheitlich lahm und naiv, so dass ich den Streifen nicht wirklich empfehlen kann.

Infos:

O: Konchû daisensô

Japan 1968

R: Kazui Nihonmatsu

D: Chico Lourant, Kathy Horan, Reiko Hitomi, Emi Shindo, Yūsuke Kawazu, Keisuke Sonoi

Laufzeit der jap. DVD: 84:03 Min.

Gesehen am: Jan. 2025

Fassungen: Mir lag die japanische DVD von Shochiku Home Video vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, nur Japanischer Ton ohne Untertitel. War früher in Deutschland (Titel: Genocide - Die Killerbienen greifen an) nur zensiert zu haben. Das Label NEW haben den Film jedoch in der Zwischenzeit auch Uncut veröffentlicht (dürfte wohl 1:1 der DVD aus Japan entsprechen). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Jan. 2025).

Montag, 23. September 2024

The White Buffalo

The White Buffalo

Story:

Black Hills im Jahr 1875:

Bill Hickok (Charles Bronson) hat den immer wiederkehrenden Alptraum von einem mörderischen weissen Büffel, der Angst und Schrecken verbreitet. Angeblich wurde vor kurzem ein solches Tier erlegt. Dennoch macht sich Bill auf die Suche. Er wird von Charlie Zane (Jack Warden) begleitet. Als sie in Indianergebiet stossen, werden die Indianer auf sie aufmerksam. Vor allem Crazy Horse (Will Sampson). Doch bevor das Trio die Suche nach dem weissen Büffel fortsetzen kann, müssen andere Hindernisse in Form von schiesswütigen Kerlen behoben werden…

Meine Meinung:

The White Buffalo erinnert zwar an Filme wie Der Weisse Hai, Orca, Moby Dick, The Whale God oder den später entstandenen Yellow Fangs (= Wunschliste), dennoch ist der Film zu empfehlen. Zumindest für Charles Bronson (Das Gesetz bin ich, Death Hunt, Death Wish) Fans. Western- und Selbstjustiz-Star Charles Bronson arbeitete in The White Buffalo einmal mehr mit Regisseur J. Lee Thompson zusammen. Beide haben schon öfters Filme zusammengedreht (10 to Midnight, The Evil That Men Do, Messenger of Death, Death Wish 4). Horrorfans dürften J. Lee Thompson aufgrund Ab in die Ewigkeit kennen.

The White Buffalo ist ein Mix aus Western und Tierhorrorfilm. Das macht den Reiz aus, vor allem letzteres mag ich persönlich sehr. Der Film ist zwar kein Kracher, aber die Tierhorrorelemente sind stimmungsvoll und sehenswert. Die Effekte, die dabei genutzt werden, sind charmant und genau nach meinem Geschmack. Der weisse Büffel ist toll getrickst und wie er sich z.B. beim Start des Filmes durch die Indianer metzelt, ist nicht von schlechten Eltern. Dabei fungiert eine tolle Kameraarbeit und der weisse Schnee machen die Szenen atmosphärisch dicht.

Der weisse Büffel darf nebst Anfang dann erst wieder im Finale wüten. Zwar kommt er ab und zu noch vor, aber nur in den Alpträumen der von Charles Bronson gespielten Figur. Diese Szenen sind die Highlights des Filmes. Und wer Charles Bronson mag, wird den Film so oder so mögen. Die Co-Stars sind solide bis klischeehaft (die ganzen Stereotypen und mythologischen Darstellungen der Indianer). Der Rest der Story bzw. die Western-Szenen sind solide und ok, aber nichts Besonderes. Die Western-Verhältnisse dominieren den Tierhorrorplot. Umgekehrt wäre mir persönlich lieber gewesen, aber man kann nicht alles haben.

Fazit: Charles Bronson und Tierhorrorfilm-Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: The White Buffalo

USA 1977

R: J. Lee Thompson

D: Charles Bronson, Jack Warden, Will Sampson

Gesehen am: ? / Neusichtung am: 14.08.24

Fassungen: Die Erstsichtung erfolgte als deutsche DVD. Zwischenzeitlich lag die DVD aus Südkorea Zuhause. Diese wurde nun aber durch die US-Blu-Ray von Kino Lorber ersetzt. Film ist Uncut, die Bild- und Tonqualität sind hervorragend, es gibt zum O-Ton englische Subs. Scheint es in Deutschland noch immer nur auf DVD zu geben (Deutsch/Englisch ohne Untertitel). Titel: Der weisse Büffel.

Samstag, 7. September 2024

Family Tradition

Family Tradition

Inhalt:

"In this Novel of Eldritch Horror and Gourmet cooking, the Authors whet your Appetite with a delectable Trip to the Pacific Northwest in Search of the rare Crackjaw Eel. This Romp through the Woods is flavored with Inbred Rednecks, sauced with generous Helpings of Sex and topped with an Ending that’s sure to have Food Critics Raving the World over. Only those with Strong Stomachs and a Taste for Heavy Spice should Attempt this Meal.

In Family Tradition, Lee and Pelan show that there are far more Terrible Things Lurking in the Rain Forests of the Pacific Northwest than Amphetamine-Crazed Rednecks…Secrets man was not meant to Sample. It’s «Kitchen Confidential» written by Jeffrey Dahmer on Acid, with Just a Touch of Lovecraftian Flavor and a Hint of Gritty Realism to Satisfy even the Most Discriminating Palate.

Indulge Yourself and Enjoy the Sumptuous Haute Cuisine Served up by these Two Masters of Guerilla Gastronomic Outrage. Not Only will you Think Twice before Visiting the Woods again, you Just Might Never Look at the Food Network in Quite the Same Way…

From the Duo that Brought you Goon, Shifters, and the Cult Favorite Splatterspunk, Family Tradition is a Feast of the Senses that is Best Devoured before it Devours You."

Meine Meinung:

Die Inhaltsangabe und Beschreibung, vom Back-Cover des Buches zitiert, hört sich in meinen Augen nicht speziell an. Dennoch gehört Family Tradition zu den besseren Werken von Edward Lee. Mit einer Länge von nur 150 Seiten ist es unglaublich kurzweilig, unterhaltsam und amüsant zu lesen. Trotz der Kürze wurden unglaublich viele verrückte und fantasievolle Themen in den Plot gesteckt inklusive vieler kaputter Typen (nicht nur die Rednecks). Und wie für Edward Lee üblich, gibt es gegen Ende einen Twist.

Dieser könnte aber auch von John Pelan stammen. Oder zumindest die letzte Szene des Romans, denn diese hat mir persönlich irgendwie nicht gefallen. Passte nicht zum Rest der Story. Da wäre ein anderes Ende mit ihr wünschenswerter gewesen. Die beiden haben schon für andere Romane zusammengearbeitet. In Shifters oder Goon. Family Tradition bietet viel Sex (Frau und Transsexuelle), Perversitäten (Würmer in die Selbstbefriedigung einbinden), Backwood- und Rednecks, absolut perverse Koch-Szenen (in denen Opfer als Lebensmittel herhalten müssen) und Monster- und Tierhorrorelemente. Jedoch immer mit viel schwarzem Humor. 

Ich hatte Family Tradition schon einmal gelesen. Ich wusste jedoch nicht mehr viel. Einige Dinge hatte ich auch mit Edward Lees Slither verwechselt. Die Innovationen und der Fantasiegehalt, vor allem in den Rezepten des Rednecks, der dazu lebende Menschen verwendet, war wohl eines der Highlights des Filmes. Da musste ich mehrfach staunen! Zumal auch mit grossem Ekelfaktor verbunden, Mal abgesehen von Szenen die Würmer oder Blutegel beinhalten. Die eher «normalen» Sex-Szenen sind diesmal eigentlich weniger «pervers». Da gibt es Momente mit Rollenspielen, Unterwerfung und Natursekt.

Fazit: Für Edward Lee Fans zu empfehlen!

Infos:

In Deutschland erschienen: Nein

Sprache: Englisch

Verlag: Necro Publications

Anzahl Seiten: 150

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch 

Autor: Edward Lee, John Pelan

Erschienen: Feb. 2014

Mittwoch, 21. August 2024

Orca

Orca

Story:

Captain Nolan (Richard Harris) trifft zufällig auf einen Orca. Als er diesen fangen will, verletzt und tötet er unabsichtlich statt dem Männchen das schwangere Weibchen. Danach terrorisiert der Orca Nolan und seine Crew und will blutige Rache…

Meine Meinung:

Nach dem weltweiten Erfolg von Steven Spielbergs Jaws (1975) kamen diverse Nachahmer wie Grizzly (1976), The last Jaws - Der weisse Killer (1981) oder besagter Orca in die Kinos. Letzterer im Jahr 1977. Produzent Dino De Laurentiis (Death Wish, Halloween II, Assassins) liess den mir unbekannten Michael Anderson auf dem Regiestuhl Platz nehmen und für das Drehbuch zeichnete sich u.a. der Italo-Western-Erfahrene Sergio Donati (Shoot First, Die Later) aus, der Mitte August 2024 verstarb. Man wollte den weissen Hai mit einem grösseren Tier toppen und liess daher einen Orca als «Killer» fungieren. Plus Moby Dick Vibes.

Ich sah den Film seit 2008 nicht mehr. Der Film hat die Zweitsichtung bestanden. Ich mag den Film sehr. Zwar ist der Plot nicht unbedingt originell, aber die Umsetzung ist sehr gelungen. Ich mag die Kleinstadt-Stimmung, ich mag die Figuren, ich mag die Infos über Orcas. Sogar dank solchen Filmen können Zuschauer noch was lernen. Orcas sind, wie auch Elefanten oder Krähen, sehr intelligent und/oder können sich lange an Ereignisse erinnern. Dies wird im Film gekonnt in den Plot integriert. Die menschlichen Figuren machen im Film Fehler, die zu weiteren Tragödien führen. Die Szene mit dem Baby Orca war in der Tat unschön anzusehen.

Dabei ist der Film stark gespielt. Richard Harris und Charlotte Rampling (Angel Heart, Benedetta) sind die Leads. Sie spielen stark. Richard Harris hat zudem eine tolle deutsche Stimme abbekommen. Auch die Nebenrollen wie Bo Derek und Co. überzeugen und Will Sampson war im ähnlich gelagerten The White Buffalo (1977) zu sehen (übrigens auch von Dino De Laurentiis produziert). Die Musik ist wunderschön und stammt von Ennio Morricone (Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger, Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien, Malastrana). Die mechanischen Effekte (Fake-Orcas) sind stark. Es wurden aber auch echte, dressierte Tiere benutzt. Die Attacken sind furchteinflössend und das Finale stimmungsvoll und spannend.

Fazit: Sehenswert!

Infos:

O: Orca

USA 1977

R: Michael Anderson

D: Richard Harris, Charlotte Rampling, Keenan Wynn, Bo Derek, Robert Carradine, Peter Hooten, Will Sampson

Laufzeit der deutschen DVD: 88:16 Min.

Gesehen am: April 2008 / Neusichtung am: 15.08.24

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Kinowelt vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit Untertiteln. Die deutsche Synchronisation ist absolut hervorragend. Den Film gibt es inzwischen in Deutschland auch auf Blu-Ray.

Montag, 8. Juli 2024

Animale

NIFFF 2024

Animale

Story:

Camargue, Südfrankreich:

Nejma (Oulaya Amamra) trainiert für den Corsa camarguenca Wettbewerb. Kurze Zeit darauf werden im Dorf tote Männer gefunden. Die Gerüchte, dass dafür ein Stief verantwortlich ist, machen die Runde…

Meine Meinung:

Animale, der auch bei der Eröffnungszeremonie des diesjährigen NIFFF lief (und somit ganze dreimal gezeigt wird), ist ein sehr stimmungsvoller und bildgewaltiger Film. Stark gespielt, tolles Setting, extrem stimmungsvolle, atmosphärische Bilder. Was den Inhalt angeht, hatte ich eine Theorie, welche such am Ende, wenig überraschend, auch bestätigt hat. Was Animale angekreidet werden kann, ist der Plot. Nejma wird von Männern vergewaltigt. Sie rächt sich und tötet diese. Rape & Revenge Inhalt, jedoch nicht im Exploitation-Setting. Die Bodyhorror-Elemente, die bereits die Vorführerin am NIFFF erwähnte, sind als Metapher zu verstehen, die der gequälten Nejma entsprechen.

Sieht man von aktuellen Klischees und Stereotypen in vielen (Woken) Filmen und auch hier ab (alle Männer sind böse mit Ausnahme des homosexuellen Mannes), hat Animale gefesselt und war der bisher 2. beste NIFFF Beitrag. Ja, der Plot war in der Hinsicht spannungsarm, gar vorhersehbar. Aber dennoch war das Gezeigte (optisch) schön anzusehen. Zudem hatte ich von dieser Sportart noch nie gehört. Dass dies in Frankreich Tradition hat, war mir nicht bewusst. Am Anfang dachte ich, es geht um Stierkämpfe. Falsch gedacht.

Der Film war nicht nur schön gefilmt, sondern auch technisch toll in Szene gesetzt. Die wenigen Kills hingegen finden praktisch alle im off screen statt. In der Hinsicht darf nicht viel erwartet werden. Die Bodyhorror-Momente hätten für meinen Geschmack auch zahlreicher sein dürfen und sind Grund dafür, dass ein Film wie Animale schlussendlich durch diesen «fantastischen» Einschuss, an einem Fantasy Film Fest laufen darf. Die mir unbekannten Darsteller haben allesamt einen guten Job gemacht, auch wenn die meisten Figuren mit Ausnahme von Nejma kaum beleuchtet werden.  

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Animale

Frankreich 2024

R: Emma Benestan

D: Oulaya Amamra, Vivien Rodriguez, Elies-Morgan Admi-Bensellam, Damien Rebattel, Claude Chaballier

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 98 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen in Franz. mit englischen Subs, Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024).