No Other Choice
Story:
Ehemann und Vater Man-soo (Lee Byung-hun) verliert nach 25 Jahren seinen Job. Trotz Bewerbungen steht er auch ein Jahr später noch ohne Job da und arbeitet als «Aushilfe» im Supermarkt. Dies hat negative Folgen für seine Familie. Danach fasst Man-soo einen radikalen Plan, um eine Stelle zu bekommen und die Konkurrenz «abzuschütteln»…
Meine Meinung:
No Other Choice ist der neuste Film von Old Boy Regisseur Park Chan-wook (Sympathy for Mr. Vengeance, Sympathy for Lady Vengeance, The Handmaiden, Joint Security Area). Die Prämisse des Filmes hörte sich vielversprechend an. Daher ging ich doch mit einer gewissen Vorfreude ins Kino. Leider konnte mich der Film jedoch nicht abholen. Ganz überrascht bin ich dennoch nicht, da ich allgemein kein wirklich grosser Fan von Park Chan-wook bin (Ausnahme: Old Boy). Ansonsten finde ich die Mehrheit seiner Filme überbewertet. Optisch meist schick, aber sonst relativ zäh und lahm.
Das trifft auch auf No Other Choice zu, der es in der Schweiz sogar ins reguläre Kinoprogramm geschafft hat. Das hatte ich nicht erwartet und das gefiel. Der Film ist bombastisch gefilmt worden. Extrem schöne Bilder, spezielle und innovative Kameraeinstellungen, wunderschöne Bilder und Optik. Die Machart und Inszenierung des Filmes (Ton und Musik) sind ein Genuss, sieht der Zuschauer von einer CGI-Schlange in einer einzelnen Szene ab. Ggf. könnte schon fast von einem Style over Substance Faktor gesprochen werden.
Der Film sieht nicht nur fantastisch aus, sondern ist auch unglaublich gut gespielt. Besonders die Hauptfiguren waren sehr überzeugend. Da geben Lee Byung-hun (A Bittersweet Life, I Saw the Devil) und Son Ye-jin einfach alles. Eine der besten Szenen war die Kostümparty, die fast in einem Drama endet. Aber auch die Nebenfiguren sind alle toll gecastet und überzeugen in ihren Rollen. Zudem gibt es schöne Herbst-Bilder zu sehen. Die lassen Wild Vibes aufkommen, was ich als Wild-Liebhaber (Link 1, Link 2, Link 3) von der Stimmung, die diese Szenen generiert haben, sehr mochte.
Leider bewegt sich der Plot zunächst kaum vom Fleck und der Film weiss nicht, was er eigentlich sein möchte. Ich hätte den Inhalt und dessen Verlauf auch anders erwartet. Da hatte ich vor der Sichtung falsche Erwartungen. Da der Film eine Laufzeit von über zwei Stunden aufweist, wurde die Sichtung auf Dauer zäh und zuweilen auch sehr langweilig. Es braucht viel Sitzfleisch. Und die «Actionparts» sind dabei rar und selten. Und viele der "lustigen Szenen" waren nicht leider nicht wirklich lustig (die wenigen Zuschauer haben kaum bis nie gelacht).
Fazit: Optisch stark, inhaltlich schwach. Fans von Park Chan-wook können dennoch einen Blick riskieren…
Infos:
O: Eojjeol suga eopda
Südkorea 2025
R: Park Chan-wook
D: Lee Byung-hun, Son Ye-jin, Park Hee-soon, Lee Sung-min, Yeom Hye-ran
Laufzeit der Kinofassung: Ca. 139 Min.
Gesehen am: 05.02.26
Fassungen: In Bern im Kino gesehen = Uncut, O-Ton, deutsche
Subs. Soll Ende Mai in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.


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