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Samstag, 4. Juli 2026

Fifteen

NIFFF 2026 Spezial

Fifteen

Story:

Ligia und Mayte (Greta Martí, Macarena Oz) werden bald 15 Jahre alt und freuen sich auf ihre Quinceañera (= «ein traditionelles lateinamerikanisches Fest zum 15. Geburtstag eines Mädchens»). Doch als Ligia von ihrem Freund, der infiziert scheint, schwanger wird, hat das ungewollte Folgen und die Quinceañera wird anders, als erhofft…

Meine Meinung:

Fifteen ist ein mexikanischer Beitrag und ein Mix aus Sozialkritik (Abtreibungen, Klassenunterschied, Mobbing, Gesellschaftliche Erwartungen), Coming of Age, Komödie und Body- sowie Schwangerschaftshorror und erinnert dabei inhaltlich an Filme wie Carrie oder Ginger Snaps. Der Film ist kein Kracher, aber am heutigen ersten NIFFF-Tag fühlte ich mich während Fifteen am besten unterhalten, was meine drei Vorstellungen betrifft.

Ich sah am NIFFF zwar schon bessere Coming of Age Filme (= Alpha, Grave), aber auch schlechtere (= Mi bestia) oder in etwa gleich gute (Teddy, It Lives Inside). Fifteen war für meinen Geschmack mehr oder weniger unterhaltsam, auch wenn es hier und da einige Mängel und Hänger gab. Manchmal ging der Film ein Schritt vorwärts, und danach gleich wieder zwei Schritte zurück. Das Brüder-Regisseuren-Paar ist zumindest in Mexiko für ihre Independent-Filme bekannt. Vor Fifteen drehten sie bereits einen Horrorfilm mit Bodyhorror-Elementen (The Containment).

Fifteen hat mir vor allem deshalb gefallen, da sich der Film nicht ernst nimmt, ich ihn auf eine Art und Weise wirklich auch amüsant fand, es praktische Effekte gab statt CGI Gore (auch wenn nur wenige) und am besten waren die zwei jungen Schauspielerinnen Greta Martí und Macarena Oz. Die waren herausragend. Auch die anderen Jung-Darstellerinnen haben Spass gemacht, auch wenn ihre Rollen bewusst überzeichnet dargestellt wurden (z.B. die reiche Göre). Da haben die Filmemacher aber auch gekonnt damit gespielt. So wird z.B. die Figur, die am meisten nervt, am Ende am brutalsten getötet.

Von den beiden Mädels scheint zumindest Greta Marti keine Erfahrungen im Filmgeschäft zu haben. Ein beachtliches Debüt. Einige der Erwachsenendarsteller spielten bereits in Genre-Filmen mit, welche ich auch am NIFFF oder am BIFFF gesehen habe (Huesera: The Bone Woman, Deus Irae). Richtig spannend ist der Film nicht, dennoch fühlte ich mit den Mädels mit und hoffte, dass am Ende beide wieder zusammenfinden. Dass ich mit den Figuren sympathisiert habe, spricht auch für die Inszenierung. 

Inhaltlich und wie der Film inszeniert wurde, wirkte der Film aber hier und da steinig. Nach Nachvollziehbarkeit und Logik sollte nie gesucht werden. Wer den Film zu realistisch nimmt, dürfte sich dabei den Kopf zerbrechen. Mehr Tempo, mehr Horrorparts und mehr handgemachte Effekte wären dem Film sicher gutgestanden. Dass es jedoch bei solchen Independent-Produktionen nicht unendlich Budget für Effekte gibt, sollte sich jedoch auch von selbst verstehen.

Fazit: Absolut ok!

Infos:

O: Quince

Mexiko, Argentinien 2026

R: Jack Zagha Kababie, Yossy Zagha

D: Greta Martí, Macarena Oz, Aminta Ireta, Enrique Arreola, Mercedes Hernández, Cloe Juresa Furgan

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 97 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Dienstag, 5. Mai 2026

Nazareno Cruz and the Wolf

 

Nazareno Cruz and the Wolf

Story:

Nazareno Cruz (Juan José Camero) wird als siebtes Kind geboren. Als er die schöne Griselda (Marina Magali) kennen und lieben lernt, erscheint Nazareno später der mysteriöse Fremde (Alfredo Alcón). Dieser verspricht ihm Macht und Reichtum, wenn er von Griselda ablässt. Kommt Nazareno dem nicht nach, wird er als Werwolf sein Dasein fristen. Nazareno glaubt den Geschichten des Fremden nicht und bleibt seiner Griselda treu. Mit fatalen Folgen…

Meine Meinung:

Nazareno Cruz and the Wolf ist ein Mitte der 70er Jahre Werwolf-Film aus Argentinien und basiert auf einer Idee, die zunächst als Hörspiel konzipiert war. Und diese Idee soll angeblich auf einer Folklore aus Paraguay basieren. Der Film ist in Argentinien sehr bekannt und gilt als Klassiker. Ausserhalb Argentiniens widerfuhr dem Film weniger Erfolg und Anerkennung. Mir gefiel der Film nicht wirklich. Der Film wirkt wie ein Mix aus Werwolf-Film, Musical, Märchen, Komödie, Arthouse und wie ein Theaterstück.

Der Film wirkte mit seinen nur 86 Minuten deutlich länger. Es gab Längen und der Film ist alles andere, als eine Mainstream-Produktion. Das Schauspiel mutet öfters laienhaft und theatralisch an. Der Film war mir oft zu laut, zu windig (Dauerwind) und zu hysterisch (Protagonisten, die am Schreien sind). Die Musik oft auch unpassend. Einige Stücke stammten wohl wirklich aus einer Oper und Operngesang in nun wirklich nicht meins. When A Child Is Born, welches ich bisher nur aus Mondos kannte (Magia Nuda), passte da schon besser zur Surrealität seiner Szenen.

Die Darsteller sind mir allesamt unbekannt. Der Plot ist nicht gradlinig. Zu oft verliert sich der Film in ellenlangen Nebensequenzen, unbedeutenden oder sich wiederholenden Bildern. Hier und da gibt es einige stimmungsvolle oder interessante Aufnahmen zu sehen. Eine Art Darstellung der Hölle im letzten Viertel war nicht uninteressant. Der hier und da durchsickernde Klamauk gefiel mir nicht, passte aber zum Film als Ganzes. Wer auf Monster- und Werwolf-Effekte hofft, sollte diese Erwartungen gleich wieder im Keim ersticken. Als «Werwolf» dient ein normaler Wolf, der gefilmt wurde.

Fazit: Sicher stark Geschmackssache, aber Nazareno Cruz and the Wolf war definitiv nicht mein Fall…

Infos:

O: Nazareno Cruz y el lobo

Argentinien 1975

R: Leonardo Favio

D: Juan José Camero, Marina Magali, Alfredo Alcón

Laufzeit der US-Blu: Ca. 88 Min.

Gesehen am: 05.05.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films vor (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt und es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).

Donnerstag, 24. April 2025

1978

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

1978

Story:

Argentinien während der Militärregierung:

Während dem WM-Finale zwischen Argentinien und Holland wird eine Gruppe von jungen Menschen entführt und gefoltert. Doch die Folterer bekommen nicht das, was sie sich von ihren Handlungen erwarten…

Meine Meinung:

1978 erinnerte mich ein wenig an Filme wie The Void, Baskin oder From Dusk Till Dawn. Der Film beginnt nicht uninteressant und ist bemüht, ein reales Setting zu generieren (Fussball-Weltmeisterschaft und folternde Militärdiktatur) und daraus einen Horrorfilm mit sozialkritischer Note zu gestalten. Dank der kurzen Laufzeit von nur 76 Min. wird der Film zu keiner Sekunde langweilig.   

Dennoch vermag der Film nicht wirklich vollkommen zu überzeugen. Es fehlt dem Film an Identifikationsfiguren. Jene, welche am Anfang am meisten Screentime erhalten, sind die Folterer. Und diese werden leider viel zu schnell ausgeschaltet und dezimiert. Obwohl der Film paar saftige und blutige Effekte und ein-zwei weitere coole Make-Up Masken und Effekte zu verzeichnen hat, sieht man dem Werk sein limitiertes Budget an.

Schnelle Schnitte, off screen Morde, die Nacharbeit ist zu sehen aber nicht die Tat selbst (oder ein Kehlenschnitt und es spitzt so gut wie kein Tropfen Blut). Lange macht es 1978 solide, aber ausgerechnet gegen Ende flacht der Film ab. Alles geht zu schnell. Schlag auf Schlag. Sei es die Geburt des Teufels, des Babys oder wie der Teufel besiegt wird. So als ob die Filmemacher unbedingt unter 80 Minuten bleiben mussten. So endet 1978 unbefriedigend.

Fazit: Es wäre mehr möglich gewesen. Verschenktes Potenzial…

Infos:

O: 1978

Argentinien 2024

R: Luciano Onetti, Nicolás Onetti

D: Agustín Pardella, Carlos Portaluppi, Mario Alarcón, Agustin Olcese, Jorge Lorenzo, Santiago Ríos

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 76 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut, im O-Ton mit englischen Subs. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Samstag, 20. April 2024

When Evil Lurks

BIFFF 2024 Spezial

When Evil Lurks

Story:

Ein Mann wird verdächtigt, besessen zu sein. Dieser wird von drei Männern weggeschafft. Danach bricht das Böse über die Gemeinde…

Meine Meinung:

2017 machte Regisseur Demián Rugna mit Terrified auf sich aufmerksam. Ich bereue es nach wie vor, dass ich den Film am NIFFF 2018 verpasst habe (Unbekannte Verspätung wegen Panne, nach langem Warten verliess ich den Kinosaal). Der wäre im Kino sicher gut gekommen. When Evil Lurks ist sein neuster Film. Da halfen auch die Amerikaner mit, den Film zu produzieren, besser gesagt Samuel Zimmerman, der den Film dann auch ins «Shudder» Programm aufgenommen hat.

When Evil Lurks hat mir eigentlich gefallen, aber nicht 100% überzeugt. Ich fand den Film weniger spannend als Terrified und fand vor allem die Inszenierung der Geschichte, dessen Verlauf und die Handlungen der Figuren teilweise als relativ unzusammenhängend und unlogisch. Der Film startet derb und mit viel Ekel-Szenen und Schock-Inhalten. Das hat mir gefallen, vor allem die Ekelszenen.

Auch mit Gewalt wird nicht spärlich umgegangen. Aber einige Szenen wirkten unecht und/oder auch mit CGI versehen (als sich die Frau die Axt ins Gesicht rammt z.B.), zumal einige Szenen ultraschnell geschnitten sind. Auf der anderen Seite gibt es derbe Momente, in denen Kinder oder Tiere unfein behandelt werden. Szenen, die nicht allen gefallen dürften. Das Finale hatte fast Children of the Corn Vibes.

Die Darsteller waren gut bis mittelmässig. Die Figurenzeichnung fand ich wenig speziell. Ich fieberte mit den Figuren nicht mit. Mir war es egal, wer am Ende des Kampfs gewinnen sollte: Gut oder Böse. Das Ende hat mir dann sogar gefallen. Ich fand den Film relativ unterhaltsam und packend, aber weiss das Gezeigte noch nicht so recht einzuordnen. Auf der einen Seite war der Film cool, auf der andere Seite hat es mich dennoch nicht 100% gepackt und mich überzeugt.

Aber eines ist sicher: Demián Rugna ist ein Name, den man sich im Horrorbereich merken sollte! 

Infos:

O: Cuando acecha la maldad

Argentinien, USA 2023

R: Demián Rugna

D: Ezequiel Rodríguez, Luis Ziembrowski, Demián Salomón, Emilio Vodanovich

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 99 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 im O-Ton, mit englischen Subs und Uncut. Den Film gibt es seit Ende März 2024 in den USA auf Blu-Ray. Eine deutsche Vö ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2014).

Freitag, 19. April 2024

Deus Irae

BIFFF 2024 Spezial

Deus Irae

Story:

Father Javier gehört eine Gruppe von drei exkommunizierten Priestern an, die Besessene jagen und unschädlich machen…

Meine Meinung:

Deus Irae entstand unter chaotischen Zuständen. Der Film war sechs Jahre in der Mache. Mehrfach wurde das Projekt, aufgrund Geldmangels und sonstigen Einflüssen (Covid-Pause), unterbrochen. Das hat Regisseur Pedro Cristiani, der auch zur BIFFF Jury gehört, auf der Bühne vor der Sichtung erklärt. Daher wurde der Film gesplittet: d.h. Deus Irae wird nicht zu Ende erzählt. Die Filmemacher erhoffen sich so mehr Einnahmen (schon der Kurzfilm aus dem Jahr 2010 brachte so die Finanzierung des ersten Teiles von Deus Irae) um später den Rest in einem 2. Film zu Ende erzählen zu können.

Werde ich mir die mögliche Fortsetzung ansehen? Nein! Der Film war nicht grottenschlecht, aber auch alles andere als gut. Wirklich cool waren nur sämtliche handgemachte Creature-Effects, Monster und Goreszenen. Da gab Regisseur Pedro Cristiani eine schöne Antwort, als er gefragt wurde, warum er auf practical-effects setzt: «Weil sie besser sind». Schöne Ansichten, die Pedro Cristiani zu handgemachten Effekten vs. CGI-Effekten besitzt.

Die Effekte sind Klasse, aber spärlich eingesetzt. Es gibt aber in der Tat 1-2 ganz coole Monster-Effekte. Allerdings machen gute Effekte lange noch keinen guten Film aus. Der Plot ist total verworren. Unzählige Rückblenden (teilweise wiederholen sie sich sogar) sorgen dafür, dass keine gradlinige oder logische Story erzählt wird. Eine echte Spannung ist nicht vorhanden. Die 85 Minuten fühlten sich klar länger an und ich bin fast eigeschlafen. Die Musik ist auch unauffällig (wie auch der Cast) und das Editing und die Kameraführung haben mich teilweise genervt.

Fazit: Guter Wille, schlechte Umsetzung! 

Infos:

O: Deus Irae

Argentinien 2023

R: Pedro Cristiani

D: Pablo Ragoni, Gastón Ricaud, Sabrina Macchi, Jorge Prado, Agustín Rittano

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 85 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 Uncut, im O-Ton und mit englischen Subs. Es gibt noch keine DVD / Blu-Ray (Stand: April 2024).

Sonntag, 14. April 2024

Marisa & Gomoso

BIFFF 2024 Spezial

Marisa & Gomoso

Story:

Marisa, ein naiver ehemaliger Star einer Kindersendung trifft nach Jahren auf Gomoso, die niedliche Puppe aus vergangenen TV-Show-Tagen. Beide landen nach einem Besäufnis im Bett. Marisa verspricht sich die grosse Liebe, doch Gomoso hofft auf ein Comeback ihrer gemeinsamen Show «Marisa & Gomoso». Doch als Marisa vom One-Night-Stand mit Gomoso schwanger wird, eskaliert die Situation…

Meine Meinung:

Marisa & Gomoso sah nach hübsch politisch unkorrektem und geschmacklosem Trash aus. Alles in allem war der Film aber weniger lustig, als erhofft. Und in einigen Dingen auch zahmer, als gedacht (Nacktszenen). Das ist schade, da man mit dem Model Bianca Temperini eine schöne Frau als Hauptdarstellerin ausgewählt hatte, die sich auch sonst nicht zu schade ist, nackte Haut zu präsentieren (in künstlerischer Form).

Die Idee zum «argentinischen Ted» hatte Regisseur Pablo Parés, dessen Filme schon öfters auf Filmfestspielen zu sehen waren. An einem NIFFF sah ich z.B. seinen Daemonium: Soldier of the Underworld. Marisa & Gomoso ist nicht der erhoffte Kracher und/oder Geheimtipp. Und ich muss zugeben, seltener geschmunzelt zu haben, als erwartet. Dennoch hat der Film irgendwie sein Herz am rechten Fleck und der Film war kurzweilig.

Und vor allem hat mir eben besagte Bianca Temperini gefallen. Optisch, aber auch ihre Naivität hat in einige Szenen zum Schmunzeln angeregt. Wenn der Film hübsch derb und geschmacklos war, war meist Erbrochenes nicht weit entfernt oder Föten und sonstige Körperausscheidungen. Ansonsten sind es mehr Drogenszenen, die dominieren. Und die vulgäre Sprache. Seltener rassistische Kommentare (vor allem Schwarze werden mehrfach, sogar noch im Abspann bei den Outtakes, negativ dargestellt).

Die Sex-Orgien hingegen waren zu zahm und zu pubertär (warum Szenen mit Umschnalldildos lustig sein sollen, weiss ich nicht). Im ganzen Film gibt es nur einmal eine Brust zu sehen. Ansonsten gibt es keine Nacktszenen zu sehen. Gomoso ist genau das Gegenteil von Marisa. Die Film-im-Film-Szenen ihrer Show (oder die Anspielung auf The Ring in der Alptraum-Szene) oder die Szenen im Abspann waren hübsch naiv und sehenswert. Warum nicht mehr davon und in dem Stil? Die anderen Hauptfiguren haben mir, bis auf Marisas Mutter, wenig gefallen. Zu nerdig und stereotypische Darstellung.

Fazit: Hätte gerne derber sein dürfen!  

Infos:

O: Marisa y Gomoso

Argentinien 2023

R: Pablo Parés

D: Bruno Giacobbe, Nacho Joshas, Bianca Temperini

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 83 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 im O-Ton mit englischen Subs, Uncut. Eine DVD oder Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: April 2024).

Dienstag, 4. Februar 2020

Terrified Review


Terrified

Story:

Nach einem mysteriösen Mord ermitteln mehrere Personen (u.a. ein örtlicher Polizist und eine auf paranormale Phänomene ausgebildete Expertin) in dem Fall…

Meine Meinung:

Terrified, ein argentinischer Gruselfilm, habe ich vor zwei Jahren am NIFFF verpasst. Dies fand ich immer schade (da vor allem Gutes zum Film gehört), im Nachhinein betrachtet. Ich wartete und wartete und noch immer gibt es den Film ausserhalb Japans nicht auf DVD/Blu-Ray. Da fremdsprachiger Film bringt mir die Blu-Ray aus Japan nichts (da keine englischen Subs).

Dank dem Gratismonat auf Netflix, der leider vor allem viel Durchschnittliches bot, kam es zu einer kleinen Überraschung: Terrified haben sie in ihr Programm aufgenommen – also doch noch die Chance, den Film mit verständlichen Subs (Deutsch oder Englisch) zu sichten. Schön. So wurde Terrified nach nicht Mal einem Monat zu meinem letzten «Netflix Abenteuer» (danach Abo wieder gekündigt).

Terrified war zwar auch kein Highlight und hat einige Schwächen, aber ist genug eigenständig und zum Teil hübsch gruselig, so dass der Film die Sichtung absolut Wert war. Der wäre im Kino bestimmt sehr gut gekommen. Die Story ist mysteriös, nicht vorhersehbar. Es gibt am Ende offene Fragen, was nicht allen Zuschauern gefallen dürfte.

Phasenweise wirkt der Film etwas episodenhaft, da zuerst nicht ganz ersichtlich, wer die Hauptfiguren sind. Einige der Hauptfiguren spielten phasenweise nur durchschnittlich und in ein-zwei Szenen störte schwarzer Humor. Abgesehen davon war der Film unheimlich, spannend, creepy und zuweilen überraschend kompromisslos. Paar Mal lief es mir kalt den Rücken runter und/oder waren Szenen sehr unheimlich und gut gefilmt, um damit Spannung und Grusel zu erzeugen.

Man fiebert auf jeden Fall mit und da man als Zuschauer nicht weiss, wo die Reise hinsteuert, ist Spannung bis zum Ende garantiert. Wer sich schnell gruseln lässt, dürfte mit Terrified Probleme haben…mir gefiel er phasenweise, so dass überlegt wird, den Film in die Sammlung zu stellen, sollte es Mal eine Blu-Ray ausserhalb Japans (bzw. weitere Fassungen ausserhalb Netflix) geben.

Fazit: War auf jeden Fall Mal was anderes und keine 08/15 Gruselunterhaltung…

Infos:

O: Aterrados

Argentinien 2017

R: Demián Rugna

D: Ariel Chavarría, Maximiliano Ghione, Norberto Gonzalo, Hugo Halbrich, George L. Lewis

Laufzeit der Online Fassung: Ca. 87 Min.

Gesehen am: 13.11.19

Fassungen: Gesehen auf Netflix im O-Ton, Uncut und mit deutschen Subs. Eine Version mit englischen oder deutschen Subs ausserhalb Netflix gibt es bisher nicht. In Japan ist der Film zumindest auf Blu-Ray erschienen. Nachtrag 02.02.22: Inzwischen gibt es den Film auch offiziell mit englischen Subs auf Blu-Ray, so z.B. in England von Acorn Media = Uncut, O-Ton mit englischen Subs oder englischer Dub, gute Bildqualität, sehr gute Tonqualität, keine Extras. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2022). Der Film ist definitiv stimmungsvoll und in einzelnen Szenen innovativ und hat die 2. Sichtung bestanden.

Samstag, 11. Mai 2019

The Devil's Possessed Review

The Devil's Possessed

Story:

Frankreich 1650: Der reiche Burgherr Gilles de Lancré (Paul Naschy) droht den Verstand zu verlieren – durch bezaubernde Frauen, Niederlagen auf dem Schlachtfeld und den Einfluss eines Magiers versucht er, unsterblich zu werden und entwickelt sich zum Tyrannen, der auch vor Entführung und Mord (vor allem an jungen Bauernmägden) nicht zurückschreckt. Doch das Volk beginnt zu rebellieren und bekommt Hilfe eines noblen Schwertkämpfers…

Meine Meinung:

Von der 2. Paul Naschy Collection Box, die Shout (Scream) Factory veröffentlicht hat, stellt The Devil's Possessed bisher zusammen mit Exorcism die schwächeren Beiträge dar, was nicht heissen soll, dass die Filme schlecht und nicht empfehlenswert wären. Weil das sind sie unbedingt, gerade als Paul Naschy Fan. Man darf einfach nicht die gleiche Qualität erwarten (den Film betreffend, nicht das Master, Bildqualität etc. meinend) wie bei The Werewolf and the Yeti, A Dragonfly for Each Corpse oder Hunchback of the Morgue.

Die haben mir einfach besser gefallen. Die Settings sagten mir zu, es gab mehr Erotik, Blut, Effekte, Action, Budget. Mehr verrückte Inhalte (vor allem in The Werewolf and the Yeti). Der Verlauf der Geschichte in The Devil's Possessed wird ganz gemächlich erzählt. Es gibt Füllszenen und auch Längen. Effekte gibt es zu sehen, und hingegen anderer Reviews fand ich diese klasse – aber was die Anzahl angeht, sind diese ziemlich limitiert und rar gesät.

Paul Naschy selbst hat sehr gut gespielt und den Film fast alleine getragen – nebst den Effekten. Ihn sehe ich, vor allem als Bösewicht, sehr gerne. Die anderen Bösewichte (die sexy Frau an seiner Seite und der Zauberer) sagten mir auch zu. Die Bösewichte gefielen mir besser als die Helden, die recht schwach charakterisiert wurden. Eigentlich hätte man es Naschy Figur am Ende gewünscht, dass er und nicht der Pöbel siegt.

Das Mittelalter-Setting (und Helden à la Robin Hood in Strumpfhosen) kommt, trotz kleinem Budget gut zum Tragen. Wer die Filme von Paul Naschy mag, sollte sich den Film nicht entgehen lassen (vor allem nicht in der erwähnten Collection, da fünf Filme für wenig Geld).

Infos:

O: El Mariscal del infierno

Spanien, Argentinien 1974

R: León Klimovsky

D: Paul Naschy, Norma Sebre, Guillermo Bredeston, Mariano Vidal Molina, Graciela Nilson

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 95 Min.

Gesehen am: 30.03.19

Fassungen: US-Blu-Ray Set von Shout (Scream) Factory in welchem fünf Filme enthalten sind. Film ist Uncut, liegt in Spanisch/Englisch mit englischen Subs vor und die Bildqualität ist erstklassig. Dazu ein Booklet vorhanden. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2019).

Sonntag, 8. Juli 2018

Murder Me, Monster Review


NIFFF 2018 Spezial
Murder Me, Monster

Story:

In den Anden werden mehrere Frauenleichen gefunden – ohne Kopf. Schnell ist ein Verdächtiger dingfest gemacht. Dieser gesteht aber nicht, sondern äussert, dass ein Monster die Morde begangen hat. Einmal mehr gerät dem Täter die Flucht – die Polizei ermittelt…

Meine Meinung:

Auf diesen Film aus Chile / Argentinien war eine gewisse Vorfreude durch die Inhaltsangabe gegeben. Exotisches Land, weit ab von der modernen Grossstadt, mysteriöse Morde, Einheimische, die ermitteln, schöne Landschaften, jeder kennt jeden Figuren (Kleinstadt). Dies erhoffte ich mir und fühlte mich dabei an die sehenswerten Filme Mörderland und Memories of Murder erinnert.

Bei Murder Me, Monster handelt es sich um einen Mix aus Krimi, Drama aber auch Arthouse-Film – zumindest gab es einige Passagen, die mich an Twin Peaks und Co. erinnert haben. Es bleiben auch Fragen unbeantwortet. Der Film braucht etwas Zeit, bis er fesselt. Die unverbrauchten Darsteller sind aber sehr überzeugend und die Landschaften und Settings, wie erwartet, wunderschön. Vor allem diese im letzten Viertel sind sehr spannend, unheimlich und stimmungsvoll geworden.

Vor allem der ruhige, mysteriöse Kontrast vieler Szenen fand ich spannend. Es wird eine bedrohliche Atmosphäre aufgebaut. Der Film wirkt phasenweise traurig, düster, hoffnungslos – so als ob es kein Happy End geben würde. Übernatürliche Elemente, welche sich in der Krimi-Geschichte breit machen, gibt es auch (wobei wir wieder bei Thema Arthouse bzw. Twin Peaks wären).

Es gibt einige gute Effekte der Leichen (ohne Kopf und/oder die Köpfe bezogen). Da wird kein Detail ausgelassen. Der Film fängt quasi auch mit einer tollen Effekt-Szene an und hat daher sofort und überraschend gefesselt. Man sollte aber nicht zu viel Effekte oder einen Splatterfilm erwarten. 

Desweitern gibt es jedoch noch eine weitere sehenswerte Effekte-Szene zu sehen, auf die ich aber nicht weiter eingehe, da ich sonst Überraschungen verderben würde. Sagen wir aber so: diese Szene hat mich mit purer Freude und einem Lächeln zurückgelassen! Murder Me, Monster ist ein ruhiger Film. Man darf nicht viel Action erwarten.

Und dieses positive Schlussgefühl, welches mir in Murder Me, Monster hochkam, sorgt auch dafür, dass ich den Film in die Sammlung stellen werde, da es ein Film ist, der sich lohnt, ein zweites Mal gesichtet zu werden (um Zusammenhänge zu verstehen, um unentdeckte Details zu erfahren etc.).

Fazit: Bisher der beste Film nebst A Nightmare on Elm Street 2 am diesjährigen NIFFF! Wem Filme wie Mörderland und Memories of Murder zusagten, sollte einen Blick riskieren...

Infos:

O: Murder Me, Monster

Argentinien, Frankreich, Chile 2018

R: Alejandro Fadel

D: Esteban Bigliardi, Francisco Carrasco, Tania Casciani, Romina Iniesta, Victor Lopez

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 109 Min.

Gesehen am: 07.07.18 (NIFFF)

Fassungen: Den Film am NIFFF 2018 gesehen im O-Ton mit englischen/franz. UT. Eine DVD / Blu Ray ist noch nicht angekündigt (Stand: Juli 2018). Nachtrag 13.12.23: Lange Zeit gab es den Film nur in Japan auf DVD/Blu-Ray d.h. ohne englische Sprache/Subs. 2023 ist der Film ganz überraschend, still und leise, in England, auf Blu-Ray erschienen. Von Anti-Worlds mit Booklet, Wendecover, Uncut, O-Ton, englischen Subs und vielen exklusiven Extras wie Audiokommentar, geschnittenen Szenen etc. Zudem ist ein Kurzfilm (The Enigmatic Element) als Bonus auf der Disc, der eine Verbindung zu Murder Me, Monster haben soll. Die Laufzeit beträgt ca. 40 Minuten. Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Die Disc ist Region All. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden. Der Film hat es erneut geschafft, mich mit seinen langsamen, hypnotischen Bildern und der abgelegenen Einöde, in welcher die Figuren leben und leiden, abzuholen und zu fesseln. Stark! 

Donnerstag, 31. Mai 2018

Master of Horror Review

NIFFF 2016 Spezial
Master of Horror

Story:

Erzählt werden folgende drei Edgar Allen Poe Kurzgeschichten:

1. Geschichte: Ein Wissenschaftler probt neue Methoden am lebendigem Menschen - mit fatalen Folgen...

2. Geschichte: Eine Ehefrau betrügt ihren Ehemann. Der Mann hat eine besondere Überraschung für sie und den Liebhaber parat...

3. Geschichte: Ein Neffe taucht auf und hilft einem kaltherzigen und fiesen Verwandten sein Geschäft zu führen. Doch es lauert am Ende eine Überraschung auf den Neffen und den Ladenbesitzer...

Meine Meinung:

Dieser argentinische Gruselfilm in s/w lief am NIFFF in der Retroperspektive. Verfilmt wurden dabei drei Geschichten - eine Haushälterin findet in einer Gewitternacht ein Buch und liest sich diese drei Geschichten vor (Rahmenhandlung). Der Film ist okay und man kann sich Master of Horror gut einmal ansehen.

Vorausgesetzt man mag alte Filme. Ein Highlight ist der Film nicht. Man ahnt eigentlich bei jeder Geschichte schon wohin der Weg führen wird, womit natürlich keine echte Spannung entstehen kann. Dazu kommt, dass nur drei Geschichten erzählt werden was bei einer Gesamtlaufzeit von zwei Stunden dann doch etwas wenig war und im umgekehrten Fall heisst dies: man muss mit Längen rechnen.

Gut waren: Die Darsteller haben ihren Job solide und souverän gemeistert, die wenigen Effekte waren toll, der Film an sich handwerklich sehr solide inszeniert und gut gemacht. Ob die filmischen Edgar Allen Poe Verfilmungen den Romanen entsprechen (oder ob abgeändert wurde) ist mir nicht bekannt, da ich diese nicht kenne.

Fazit: Kann man gut einmal schauen, aber reicht leider nicht für die Sammlung. Dafür zu unspektakulär und mit zu wenigen Höhepunkten dafür zu vielen Längen versehen.

Infos:

O: Obras maestras del terror

Argentinien 1960

R: Enrique Carreras

D: Narciso Ibáñez Serrador, Narciso Ibáñez Menta, Mercedes Carreras

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 120 Min.

Gesehen am: NIFFF 2016 (Juli 2016)

Fassungen: Habe den Film am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) 2016 gesehen in Spanisch mit englischen UT. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2018). Es scheint mind. eine legale DVD zu geben (aus Spanien, nur in Spanisch und ohne Subs).

Sonntag, 1. April 2018

Muerte en Buenos Aires Review

NIFFF 2016 Spezial
Muerte en Buenos Aires

Story:

Buenos Aires, 1989: Ein reicher und bekannter Bürger wird tot aufgefunden. Wohlmöglich ein Stricher Mord. Der Fall wird vom harten Cop Chavez bearbeitet, der unerwartet Hilfe eines jungen Wachtmeisters (Chino Darín) bekommt...

Meine Meinung:

Muerte en Buenos Aires fängt gut an - ein Krimi/Thriller der spannend beginnt. Dazu kommt, dass alle Darsteller einen fantastischen Job machen. Der Film bietet auch eine latente Erotik und einen tollen Soundtrack. Die Story ist spannend, voller Emotionen, Gefühle, Intrigen, Paranoia. Doch mit der Zeit flacht der Film ab - die Story wird gar zu konfus und konstruiert.

Die Figuren nehmen Handlungen vor, die nicht nachvollziehbar sind (Chavez am Ende). Und das Ende hat mir nicht gefallen, weil es mir einfach schlicht gesagt "zu schwul" war. So was muss ich nicht sehen in einem Film, auch wenn der Film natürlich storybedingt im Schwulenmilieu spielt und auch wenn die Szene auch einen keinen Twist parat hält.

Trotzdem: nicht mein Fall und stark Geschmackssache. Ansonsten ein unterhaltsamer, optisch schick in Szene gesetzter Erotikthriller/Krimi, der leider mit dem Fortschreiten der Story immer mehr an Glaubwürdigkeit verliert aus welcher teilweise einige konfuse Szenen entstehen.

Kann man sich einmal ansehen, aber für meinen Geschmack kein Must See Titel…

Infos:

O: Muerte en Buenos Aires

Argentinien 2014

R: Natalia Meta

D: Monica Antonopulos, Hugo Arana, Fabián Arenillas

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 90 Min.

Gesehen am: NIFFF 2016 (Juli 2016)

Fassungen: Habe den Film am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) 2016 gesehen in Spanisch mit deutschen UT. Nachtrag 01.04.18: Der Film wurde in Deutschland zwar auf DVD veröffentlicht, aber nur in Spanisch mit deutschen Subs. Eine deutsche Sprachfassung liegt nicht vor.