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Mittwoch, 1. Juli 2026

The Manchu Boxer

 

The Manchu Boxer

Story:

Ein koreanischer Gangsterboss (Kim Ki-Joo) und seine Leute (Sammo Hung, Wilson Tong, Sin Jin-Hui) lassen vor einem Kampfturnier die Konkurrenz töten, damit er sich beim Turnier selbst zum Gewinner küren kann. Als Ku Yu-Changs (Lau Wing) Freund ebenfalls getötet wird (inklusive weitere Opfer, Vergewaltigungen und Suizide), bricht Ku Yu-Chang mit seinem Gelübde (nicht mehr zu kämpfen) und schwört Rache…

Meine Meinung (Extended Version):

The Manchu Boxer ist eine Co-Produktion zweiter Firmen (u.a. Golden Harvest). Einer aus Hong Kong und einer aus Südkorea. Das ist auch der Grund, warum vor Ort in Südkorea gedreht wurde und warum der Film zum Teil einen südkoreanischen Cast bietet. The Manchu Boxer bietet Inhalte, die der Fan aus anderen Filmen bereits kennt (Chinese Hercules, The Big Boss). Mir hat der Film gut gefallen. Ich sah den Film in einer Sammo Hung Collection und ich würde fast sagen, dass es der beste der drei Filme war.

Der Film von Wu Ma (spielt auch eine kleine Rolle, wird aber gleich am Anfang von Lau Wing getötet) und Kim Si-hyun (The Eighth Master, The Uninvited Guest of the Star Ferry) hat mir durch mehrere Faktoren gut gefallen. Zum einen die Drehorte. Das alte, verschneite und felsige Südkorea-Setting ist immer eine willkommene Abwechslung zu den Eastern, die in HK oder Taiwan gedreht wurden. Das gibt einfach schon eine ganz andere Stimmung. Zudem ist der Film ernst, hart, dramatisch, blutig (selbst in dieser noch leicht zensierten Version) und absolut humorlos. Auch das hat gefallen.

Der Plot ist Mittel zum Zweck. Von Lau Wing (Human Lanterns, Bastard Swordsman, The Enchantress) bin ich nie ein grosser Fan gewesen. Hier sollte er als neuer Held etabliert werden, was sich jedoch für Golden Harvest und Lau Wing nicht auszahlte. Ich muss jedoch sagen, dass er seine Sache hier gut macht. Auch an den Bösewichten hatte ich Freude. Der «Oberboss» wird von Koreaner Kim Ki-Joo (Hard Bastard, Fury in Shaolin Temple) verkörpert. Der macht das ok.

Noch mehr Freude hatte ich an Wilson Tong (Snake Deadly Act) sowie Sammo Hung (Shanghai Shanghai) als Kämpfer des Oberbosses. Die spielen japanische Charaktere. Die machen das gut. Sammo Hung war auch für die Action-Choreographie zuständig. Toll war noch das Mädel bei den Bösewichten: die mit Messern bewaffnete Sin Jin-Hui machte Lust auf mehr. Schade, dass sie scheinbar kaum in anderen Produktionen vor der Kamera stand. Welch Verschwendung.

 Fazit: Kung Fu Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Qi Sheng Quan Wang, Daepyeong-won-a

HK, Südkorea 1974

R: Wu Ma, Kim Si-hyun

D: Kim Ki-Joo, Sammo Hung, Wilson Tong, Sin Jin-Hui, Lau Wing, Wu Ma, Jeong Ae-Jeong, Tao Min-Ming, Kao Chiang

Laufzeit der UK-Blu (Extended Version): 92:53 Min.

Gesehen am: 01.07.26

Fassungen: Gesehen als UK-Blu-Ray von Eureka (Triple Threat) = obwohl zwei Fassungen an Bord (Kinofassung und ein Extended Cut) ist die längere Fassung dennoch nicht Uncut. Es fehlen Gewaltszenen (fünf Stück). Die Schnitte fallen aber, kennt man die Uncut nicht, nicht auf. Diese Szenen sind bei der auch zensierten US-DVD von Brentwood Home Video zu sehen (Englisch Dubbed, veränderter Soundtrack, Master sieht massiv dunkel aus, so dass kaum was zu erkennen in den Gewaltmomenten). Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. O-Ton mit englischen Subs. Schuber, Wendecover und Booklet.

Montag, 18. Mai 2026

Der Superfighter

Der Superfighter

Story:

Dragon (Jackie Chan) und seine Freunde (u.a. Tai Bo, Mars) arbeiten bei der Küstenwache. Diese plus die Polizei (Yuen Biao) und Freunde (Sammo Hung) machen es sich zur Aufgabe, störende Piraten (u.a. Dick Wei, Lee Hoi-Sang) aufzuhalten…

Meine Meinung:

Aka Project A. Den Film sah ich nur einmal und das ist 20 Jahre her. Der Superfighter, besser bekannt unter seinem englischen Titel Project A, gilt als Klassiker in Jackie Chans Karriere. Jackie Chan (The Protector, Police Story, Snake and Crane Arts of Shaolin) führte Regie, spielt die Hauptrolle, war am Drehbuch beteiligt und war zusammen mit seinem Stunt-Team und Co. (Mars, Sammo Hung) an der Kampf-Choreographie und den Stunts beteiligt. Jackie Chan das Multitalent. Ich war gespannt auf den Film, da ich bis auf ein-zwei Details (der Uhrwerk-Stunt und das Piraten-Setting) nichts mehr wusste.

Ich bin kein allzu grosser Piraten-Fan. Das ist auch ein Setting, welches im HK-Kino eher selten zum Einsatz kommt. Da kommen mir spontan z.B. The Pirate (Shaw Brothers), Once Upon a Time in China 5 - Dr. Wong gegen die Piraten oder King of the Sea in den Sinn. Der Superfighter ist nebst Filmen wie Wheels on Meals, Winners and Sinners (wobei Jackie Chan und Yuen Biao nur Neben- und Gastrollen haben), My Lucky Stars, Twinkle, Twinkle Lucky Stars und Dragons Forever einer der Filme, in denen Jackie Chan auch mit seinen «Brüdern» Sammo Hung (Point of No Return, Don't Give a Damn) und Yuen Biao (Kick Boxer, On the Run) vor der Kamera stand.

Davon sind Der Superfighter, Wheels on Meals sowie Dragons Forever sicher die bekanntesten und besten Werke. Der Superfighter hat die 2. Sichtung bestanden. Der Film ist alles in allem wirklich gut, aber für mich dennoch nicht ein Kracher. Wie ich bereits sagte, ich bin kein allzu grosser Piraten-Fan und es gab doch auch einige Längen. Es dauert auch sehr lange, bis der Hauptplot loslegt. Statt Gruppenkämpfe hätte ich mir lieber mehr Ein Mann gegen Ein Mann Duelle gewünscht und da sich Jackie Chan den Film mit Yuen Biao und Sammo Hung teilt, kommen die Stars auch etwas zu kurz. Da gilt auch für die Bösewichte, die von Dick Wei (kommt praktisch nur im Finale vor) und Lee Hoi-Sang (Kung Fu Genius) gespielt werden.

Alles in allem ist der Film dennoch mehr oder weniger unterhaltsam und das nötige Budget war auch vorhanden. Einige der Stunts sind auch heute noch sehr spektakulär und an der Kampf-Choreographie gibt es nichts auszusetzen. Es gibt jedoch weniger zu lachen, als erwartet. Eines der Highlights war für mich nach wie vor die Verfolgungsjagd mit den Fahrrädern. Zudem war es schön, bekannte Gesichter wie Tai Bo (Ninja in the Dragon's Den), Mars (Police Story 3 Super Cop), Wu Ma (Just Heroes), Kwan Hoi-San (Devil Curse), Fung Ging-Man (Two Toothless Tigers), To Siu-Ming (The First Vampire in China) oder Chin Ka-Lok (Mr. Vampire Saga IV) in Gastauftritten gesehen zu haben.

Fazit: Ich habe die Fortsetzung immer favorisiert. Etwas, was ich nach dieser Sichtung bestätigt sehe. Dennoch für Jackie Chan Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: Project A Part II

Infos:

O: 'A' Gai Waak

HK 1983

R: Jackie Chan

D: Jackie Chan, Sammo Hung, Yuen Biao, Dick Wei, Tai Bo, Mars, Kwan Hoi-San, Lee Hoi-Sang, Wu Ma, Fung Ging-Man, To Siu-Ming

Laufzeit der deutschen DVD: 100:34 Min.

Gesehen am: Juli 2006 / Neusichtung am: 18.05.26

Fassungen: Gesehen via deutsche DVD von Splendid = Uncut, O-Ton mit deutschen Subs, solide Bild- und Tonqualität (Nicht anamorph). Gibt es inzwischen in Deutschland auch auf Blu-Ray und UHD.

Donnerstag, 14. Mai 2026

The Blade

The Blade

Story:

Ting On (Vincent Zhao Wenzhuo) rettet die Tochter (Valerie Chow Kar-Ling) seines Meisters (Austin Wai Tin-Chi) und verliert dabei einen Arm und stürzt in den vermeintlichen Tod. Doch Ting On überlebt und bringt sich selbst, auch mit nur einem Arm, eine Kampftechnik bei, die es ihm erlaubt, zu überleben. Denn er kennt nur ein Ziel: Rache am Killer (Xiong Xinxin) seines Vaters zu üben!

Meine Meinung:

The Blade von Tsui Hark (Shanghai Blues, Dragon Inn) stellt ein Remake des Shaw Brothers Klassikers The One-Armed Swordsman mit Jimmy Wang Yu dar. Dem Chang Cheh Klassiker. Der Film entstand 1995 und zu einer Zeit, als das goldene HK-Kino schon fast erloschen war. Die Unsicherheit aufgrund politischer und geschichtlicher Ereignisse (1997 die Rückkehr nach China) wirkte sich auch negativ auf das HK-Kino aus. Zudem liess sich Tsui Hark vom Arthouse-Regisseur Wong Kar-Wai beeinflussen.

Obwohl The Blade teilweise sehr gute Kritiken bekam, nehme ich den Film als überbewertet wahr. Zudem ist The Blade nicht das, was ich von einem richtigen HK-Film der 90er erwarte. Ich sah mir The Blade heute, wenn ich mich nicht irre, zum dritten Mal an. Im Januar 2006 sah ich den Film via UK-DVD und empfand den gemäss meinem uralten Review als gelungen. Als Warner Archive dazumal ihre DVD veröffentlichte, empfand ich The Blade nur noch als mittelmässig. Dies hat sich auch mit der neusten Sichtung nicht geändert.

Somit blieben Tsui Harks beste Filme nach wie vor Titel wie Once Upon a Time in China oder seine ersten drei Titel, die für die New Wave Bewegung immens wichtig waren: The Butterfly Murders, We're Going to Eat You sowie Dangerous Encounter - 1st Kind. Die drei Titel sind für meinen Geschmack nach wie vor die besten Titel, die Tsui Hark realisiert hat. Was mich seit der 2. Sichtung an The Blade am meisten gestört hat, störte mich auch bei der heutigen Sichtung. Trotz angepassten Erwartungen. Die Erzählweise des weiblichen Charakters und ihre Kommentare waren einfach nur nervend. Sie kommentiert das Geschehen und all ihre Szenen hätten entfernt gehört.

Ohne ihre nervenden Momente wäre der Film auch kurzweiliger gewesen. Die Dreiecksbeziehung fesselt nicht und man fiebert mit ihr auch nicht mit. Es ist zwar ganz nett, am Ende als alte Frau in der Rolle der Siu Ling einen Altstar wie Suet Nei (A Mysterious Weapon, Paragon of Sword and Knife 1 + 2) zu sehen, aber im Grossen und Ganzen waren praktisch alle Momente mit Siu Ling und ihren philosophischen Dialogen ermüdend, nervend und zogen den Film unnötig in die Länge. Das war das grosse Minus des Filmes, dessen Laufzeit mit 109 Minuten zu lang ausgefallen ist. Desweitern gibt es vor allem in den ersten 53 Minuten auch kaum sehenswerte Actionsequenzen zu sehen.

Trotz Beteiligung von Namen wie Stephen Tung Wai (Mars Villa), Mang Hoi (The Blonde Fury) oder Yuen Bun (legt auch einen Gastauftritt hin) ist die Choreographie der Kampfszenen so schnell, so verwackelt und so unübersichtlich gefilmt, dass davon oft sowieso so gut wie nichts erkannt werden kann. Drei solche Choreographen an Bord zu haben und dann solche Actionszenen zu realisieren, grenzt schon fast an Arbeitsverweigerung. Dass weitere bekannte Gesichter in Gastauftritten nicht aufgefallen sind, überrascht bei der wilden Kameraführung nicht. Da wären u.a. auch CAT. III Psycho William Ho Ka-Kui (Daughter of Darkness) und Ngai Sing (Flash Point) zu sehen gewesen.

Dennoch hat mich die wilde Kameraarbeit in den Kampfszenen diesmal nicht mehr sonderlich gestört. Da konnte ich die Erwartungen anpassen und damit meinen Frieden tätigen. Denn rein optisch ist der Film halt schon auch sehr gelungen und düster. Es gibt einige innovative Kamerafahrten die im Mix aus Geschrei, Chaos, Blut und Schlamm (zudem ohne einen Funken Humor inszeniert) bestens funktionieren und in der Tat einen interessanten Mehrwert darstellen. Vincent Zhao Wenzhuo (Once Upon a Time in China 4 & 5, Fong Sai Yuk) gibt alles und am meisten Freude hatte ich an Xiong Xinxin (Once Upon a Time in China and America) als Bösewicht. Der hat mich schon bei der ersten Sichtung absolut überzeugt und der Finalkampf allein empfand ich schon immer als sehenswert. Da kommen Samurai- und Italo-Western Vibes zum Tragen! Sehr cool!

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten. Für mich leider nur eine durchschnittliche Arbeit, die aufgrund des Finalkampfes und der Optik des Filmes knapp in der Sammlung bleibt…

Infos:

O: Dao

HK 1995

R: Tsuo Hark

D: Vincent Zhao Wenzhuo, Valerie Chow Kar-Ling, Xiong Xinxin, Austin Wai Tin-Chi, Moses Chan Ho, Suet Nei, William Ho Ka-Kui, Michael Tse Tin-Wah, Ngai Sing, Yuen Bun

Laufzeit der US-DVD: Ca. 106 Min.

Gesehen am: Jan. 2006 / Neusichtung am: 14.05.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Warner Archive vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. In Deutschland gibt es den Film nur in Deutsch auf DVD (Titel: The Blade - Das zerbrochene Schwert). Die deutsche Synchronisation soll «miserabel» sein. Wer eine Blu-Ray möchte, muss nach USA oder England schauen (The Criterion Collection).

Dienstag, 10. Februar 2026

The Big Brother

The Big Brother

Story:

Stephen See (Alex Man) begleitet seinen Nachbarn und Kumpel Willie (Michael Miu Kiu-Wai) an eine Party (so eine Art Bachelor Party, Gentlemen's Club, Maid-Café). Dort gewinnt Stephen See zufällig den Wettbewerb und plötzlich hat er eine Dame an der Seite: Randy (Emily Chu). Diese stellt sein Leben auf den Kopf. Auf dieser Party sah Willie, dass seine Frau Kit Man (Kitman Mak Kit-Man) dort arbeitet, was er nicht wusste. Kit Man verliebt während der Party in den Gastgeber Kar Ho Tsuen (Simon Yam). Willie will dies verhindern und fragt bei Stephen um Hilfe. Dieser findet zudem heraus, dass Kar Ho Tsuen Dreck am Stecken hat und ein Menschenhändler ist…

Meine Meinung:

The Big Brother war, als ich 2019 in Südkorea war, ein Blindkauf. Es handelt sich um die HK-Actionkomödie aus dem Jahr 1987 nicht zu verwechseln mit The Big Brother aus dem Jahr 1990 (auch mit Alex Man). Der Film von Tommy Fan, der durch Golden Harvest vertrieben wurde, hat mir sehr gut und besser als erwartet gefallen. Von Tommy Fan kenne ich sonst nur The Last Duel, ebenso mit Alex Man in der Hauptrolle. Ungesehen liegt (auch als südkoreanische Videokassette) noch The Gang of Five rum.

The Big Brother ist mehrheitlich eine Komödie. Jedoch eine wirklich amüsante, lustige und abwechslungsreiche. Obwohl die mir vorliegende Fassung nicht Englisch freundlich war, empfand ich den Film und die darin gezeigte Situationskomik als lustig. Wer HK-Filme aus der Zeit (Ende der 80er, Anfang der 90er) mag, wird den Film sicherlich mögen. Mit englischen Subs kommt der Film sicherlich noch leicht amüsanter und ggf. derber. Immerhin sind es für heutige Zeiten heikle Themen (der Wettbewerbspreis ist eine Sklavin) und ggf. wird der dunkelhäutige Kämpfer im Finale noch rassistisch beschimpft. Das war im HK-Kino der Zeit nicht unüblich (in The Cyprus Tigers wird der Schwarze Kämpfer in den Untertiteln immer als Affe betitelt).

Geholfen hat, dass ich die Stars kenne und mich vor der Sichtung um den Plot informiert habe. Damit war das Sehvergnügen, fehlende englische Untertitel hin oder her, nicht eingeschränkt. Der Film vermag mit Sympathie und Charisma zu überzeugen. Das gilt auch um den Cast um Namen wie Alex Man (Fatal Recall), Simon Yam (natürlich als Bösewicht), Michael Miu Kiu-Wai (Scared Stiff), Emily Chu (The Plot), Kitman Mak Kit-Man (To Spy with Love) und Jimmy Au Shui-Wai (The Dragon Fighter). Als Handlanger von Simon Yam sind in Nebenrollen der schielende Yue Tau-Wan (der im Finale als Ninja verkleidet auftritt) und ein junger Robin Shou (mit Schnauz) zu sehen. Der Name des schwarzen Kämpfers konnte ich leider nicht ausmachen.

Die Mehrheit der Actionszenen kommt erst im Finale vor (Lagerhallen-Setting). Die Actionszenen bestehen aus kleineren Stunts, Dingen, die kaputt gehen und Kampfszenen. Dabei fallen Personen schon Mal in Kisten oder Tische oder machen Bekanntschaft mit dem harten Boden. Dabei macht vor allem der Kampf von Jimmy Au Shui-Wai gegen einen jungen Robin Shou richtig viel Spass. Knackig und rasant gefilmt und choreographiert. Stark! Dabei werden auch schon Gegenstände à la Born to Fight in die Kampfszene integriert. Und das Brüste Leben retten, sieht man auch hier wieder. Die Szene mit der Aktentasche im Finale war jedoch vorhersehbar. Was jedoch überraschend war, war die Tatsache, dass es keine Szene mit Urin zu sehen gab. Fast ein Wunder in einer HK-Komödie aus der Zeitspanne!

Fazit: Schön, auch heute noch solche positiven Überraschungen erleben zu dürfen. Da hole ich mir sicher noch eine Englisch freundliche Fassung von!

Infos:

O: Yat Goh

HK 1987

R: Tommy Fan

D: Alex Man, Simon Yam, Robin Shou, Michael Miu Kiu-Wai, Emily Chu, Kitman Mak Kit-Man, Jimmy Au Shui-Wai, Lee Heung-Kam, Yue Tau-Wan

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 92:18 Min.

Gesehen am: 10.02.26

Fassungen: Mir lag die südkoreanische VHS von Dong-A Export Co., Ltd. und Seo Jin Trading Co., Ltd. vor = Vollbild, Kantonesischer O-Ton mit koreanischen Subs, gute Bildqualität, sah Uncut aus (Alex Mans nackter Arsch oder Brüste der ausländischen Flamme mit Simon Yam im Bett sind zu sehen). Es gibt keine DVD, Blu-Ray, UHD oder deutsche Fassung (Stand: Feb. 2026). Die HK-LD von Star hat keine englischen Subs. Die HK VCD von Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) soll englische Subs haben.

Donnerstag, 29. Januar 2026

Game of Death

 

Game of Death

Story:

Billy Lo (Bruce Lee, Kim Tae-Jeong, Chen Yao-Po) wird während Dreharbeiten von mafiösen Gangstern (Hugh O'Brian, Dean Jagger) erpresst. Um diesen entkommen zu können, täuscht Billy seinen Tod vor. Doch die Gangster lassen nicht locker und entführen Billys Freundin (Colleen Camp), ehe es in einem Restaurant zum Finale mit den Endgegnern (Dan Inosanto, Kareem Abdul-Jabbar, Ji Han-Jae) der Gangster kommt…

Meine Meinung (Alternate Mandarin Version):

Game of Death wurde zu Ehren von Ji Han-Jae angesehen, der am 28.01.26 verstorben ist. Ji Han-Jae war ein Hapkido-Meister und wurde daher von Bruce Lee auserwählt, in seinem nie zu Ende gestellten Game of Death einen der Endgegner zu spielen. Ji Han-Jae spielte zu der Zeit auch in der Golden Harvest Produktion Hapkido an der Seite von Angela Mao mit. Game of Death wurde nicht zu Ende gedreht, da Bruce Lee unerwartet verstarb. So gibt es nur ca. 15 Minuten an Filmmaterial mit Bruce Lee zu sehen. Der Film wurde durch Golden Harvest und dank der Mithilfe von Robert Clouse (Regisseur von Enter the Dragon) sowie Sammo Hung (Der kleine Dicke mit dem Superschlag) fertig gestellt.

In den chinesischen Fassungen werden nebst Bruce Lee auch Sammo Hung sowie Robert Clouse als Regisseure gelistet. Die Kampf-Choreographie besorgte nach dem Ausscheiden von Bruce Lee auch Sammo Hung, der zudem im Film auch als Ringkämpfer (Kampf gegen Robert Wall) zu sehen ist. Ein gelungener Kampf. Sammo Hung hat allgemein eine gute Arbeit verrichtet. Natürlich sind die Szenen mit dem echten Bruce Lee, die praktisch alle nur im Finale vorkommen und die Kämpfe gegen Ji Han-jae, Danny Inosanto sowie Kareem Abdul-Jabbar zeigen, am besten und allein deshalb ist der Film schon sehenswert. Chuck Norris hingegen ist nur in Archiv-Szenen aus The Way of the Dragon zu sehen. Roy Chiao (Killer Wears White) fehlt in der alternativen Mandarin-Fassung (in meinen Augen kein Verlust).

Aber auch die anderen Actionszenen, choreographiert von Sammo Hung (Ringkampf, Lagerhallen Kämpfe, Teehaus Kampf), sind lohnenswert. In der Lagerhalle gibt es viele Motorrad-Stunts und Zeitlupenaufnahmen zu sehen. Auch der gelbe Anzug, den Bruce Lee im Finale tragen sollte und in unzähligen Filmen als Hommage verwendet wurde (Jacky Cheung in High Risk oder Uma Thurman in Kill Bill: Vol. 1), kommt vor. Stark war auch der besagte Teehaus-Kampf mit Casanova Wong (Master Killers), der dann auch in der nicht offiziellen Fortsetzung Game of Death II Verwendung finden sollte. Eine tolle Sequenz, in der auch Kicker Casanova Wong zeigen kann, was er draufhat.

Fazit: Einer der besten Bruceploitation-Filme und nur schon alleine wegen den echten Bruce Lee Aufnahmen sehenswert!

Gefolgt von: Game of Death II

Infos:

O: Siwang youxi (Mandarin Titel)

HK, USA 1978

R (Alternate Mandarin Version): Bruce Lee, Sammo Hung, Robert Clouse

D: Bruce Lee, Kim Tai-chung, Colleen Camp, Robert Wall, Sammo Hung, Casanova Wong, Ji Han-jae, Danny Inosanto, Chuck Norris, Kareem Abdul-Jabbar, James Tien, Hugh O'Brian, Dean Jagger

Laufzeit der UK-Blu (Alternate Mandarin Version): 90:20 Min.

Gesehen am: Mai 2008 (Internationale Fassung) / Neusichtung (Alternate Mandarin Version): 29.01.26

Fassungen: Die Neusichtung wurde als UK-Blu-Ray via Bruce Lee at Golden Harvest Set von Arrow Video durchgeführt. Im Set sind unzählige Fassungen zu Game of Death enthalten: Internationale Fassung (nur in Englisch), Alternative jap. Fassung, die chinesische Fassung, eine alternative Kantonesische Fassung, eine alternative Mandarin Fassung sowie die legendäre The Final Game of Death Fassung (223 Min.) Version mit allem Material, welches Bruce Lee selbst drehte inklusive der legendären, zuvor nie gesehen «log fight» Kampfsequenz. Für die Neusichtung schaute ich mir die alternative Mandarin Fassung an. Diese ist bis auf die entschärften Nunchakus (im Kampf Bruce Lee gegen Danny Inosanto) sehenswert da anderer Vorspann, anderes Ende und sowohl die Teehaus Kampfszene mit Casanova Wong sowie die Kampfszene mit Ji Han-jae sind in der Fassung enthalten. Mandarin Audio passt zu den Filmen aus der Zeit auch am besten. Auch die Musik ist passend (ich ziehe den Joseph Koo Track dem US-Soundtrack vor). Es gibt dazu Unmengen an Extras auf der Disc (Interviews etc.). Die The Final Game of Death Fassung werde ich demnächst auch noch schauen. In Deutschland bisher (als Mein letzter Kampf) nur als internationale Version zu erwerben.

Freitag, 16. Januar 2026

Battle Creek Brawl

Battle Creek Brawl

Story:

Jerry (Jackie Chan) und seine Freundin (Kristine DeBell) geraten zwischen die Fronten von zwei Gangstern (José Ferrer, Ron Max). Jerry wird auserwählt, an einem Kampfturnier teilzunehmen. Das Hauptziel ist es, Kiss (H.B. Haggerty) zu besiegen…

Meine Meinung:

Battle Creek Brawl ist zwar kein Kracher in der Karriere des Jackie Chan (Who Am I?, Police Story, The Protector), aber aus zwei Gründen ist der Film dennoch interessant. Zum einen deshalb, weil sich Jackie Chan hier erstmals selbst spricht. Es ist seine Stimme, die im Originalton (Englisch) zu hören ist. Das sollte dann erst wieder in Police Story 3 der Fall sein. Ansonsten wurde er, wie das im HK-Kino der Zeit üblich war, gedubbed. Der zweite Punkt betrifft die Drehorte und Settings. Es wurde versucht, Jackie Chan in den USA als Star zu etablieren. Damit war Jackie Chan nebst Alexander Fu Sheng (Chinatown Kid), Bruce Lee (The Way of the Dragon), Mang Hoi & Bruce Leung (Kidnap in Rome) und Michael Chan Wai-Man (Adventure in Denmark) einer der ersten, der sein Glück im Ausland versuchte. Etwas, was später noch andere Stars tun sollten (z.B. Jet Li in The Master oder The Final Defector).

Battle Creek Brawl ist eine Co-Produktion zwischen den USA und Hong Kong. Der Film wurde u.a. mit Mitteln aus Hong Kong von Golden Harvest produziert. Jackie Chan spielt die Hauptrolle und Regie führte Robert Clouse der zuvor bereits mit Bruce Lee in der Hinsicht einen ähnlichen Film drehte = Enter the Dragon. Er schien also der richtige Mann, einen Cast aus den USA und HK vor der Kamera zu vereinen und damit erfolgreich zu sein. Der Erfolg blieb jedoch aus. Jackie Chan wurde damit in den USA nicht zum gefragten Star, wie erhofft. Abgesehen von Jackie Chan ist der Cast ansonsten zu 90% Amerikanisch. Es sind mir unbekannte Namen, die hier mitwirken. Der Film spielt im Chicago der 30er Jahre.

Ich sah Battle Creek Brawl seit 19 Jahren nicht mehr. Wie ich bereits erwähnte, gehört der Film nicht zwingend zu den Highlights in Jackie Chans Karriere. Die Musik (Jazz) war nervend und repetitiv. Auf Dauer konnte ich die Klänge nicht mehr hören. Jazz gefällt mir persönlich nicht. Nicht meine Musikrichtung. Das ist natürlich Geschmackssache. Auf der anderen Seite ist der Film anspruchslos kurzweilig. Der Einbezug von Gegenständen in die Kampf-Choreographie war schon hier amüsant anzusehen, auch wenn Jackie Chan leider nicht selbst die Kampfszenen steuern oder inszenieren durfte. Die Kampfszenen sind daher deutlich langsamer und auch einige Stufen unspektakulärer ausgefallen, als im damaligen HK-Kino, was wohl auch am US-Cast lag.

Die Figurenzeichnung, gerade jene der bösen Kämpfer, war zum Teil schräg (der küssende Wrestling Bösewicht). Ob das so ein Wrestling-Ding ist? Und ob Jackie Chan wusste, dass seine Filmfreundin (Kristine DeBell) vier Jahre zuvor in einem Comedy-Sex-Musical (Alice in Wonderland: An X-Rated Musical Fantasy) in den US-Kinos grosse Erfolge feierte? Die Disc hat Unmengen an Extras, u.a. auch mit Beteiligten wie besagte Kristine DeBell. Auch ihr Filmdebüt wird dabei nicht ausgelassen. Die Extras muss ich aber noch schauen. Jackie Chans limitiertes Englisch in der Produktion anzumerken. Seine wenigen Dialoge wirkten dabei wie jene von Arnie in Terminator. Möglichst wenig Dialoge und in vielen Szenen wird nonverbale Kommunikation vorgezogen.

Fazit: Jackie Chan Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: The Big Brawl

HK, USA 1980

R: Robert Clouse

D: Jackie Chan, Kristine DeBell, H.B. Haggerty, Mako, José Ferrer, Ron Max

Laufzeit der US-Blu: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Jan. 2007 / Neusichtung am: 15.01.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Shout Factory = The Jackie Chan Collection: Volume 1) = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton (ist Englisch = Jackie Chans erster Film, in dem seine echte Stimme zu hören ist) und englische Subs vorhanden. Dazu viele exklusive Extras, u.a. Interviews mit dem Produzenten, mit Jackie Chan, mit Kristine DeBell, eine über 60minütige Doku über Jackie Chan etc. In Deutschland als Die große Keilerei Uncut von Splendid auf Blu-Ray zu haben (Deutsch/Englisch mit deutschen Subs).

Mittwoch, 16. Juli 2025

Once Upon a Time in China II

Once Upon a Time in China II

Story:

1895 in China:

Wong Fei Hung (Jet Li), sein Schüler (Max Mok) und seine 13. Tante (Rosamund Kwan) reisen nach Shanghai. Dort treibt die Sekte White Lotus unter ihrem Anführer Gao Kung (Xiong Xin-Xin) ihr Unwesen. Diese haben es vor allem gegen die Engländer abgesehen und führen Terroranschläge durch. Zur gleichen Zeit wird Dr. Sun Yat-Sen (Zhang Tielin) zum Staatsfeind erklärt. Wong Fei Hung nimmt den Kampf gegen die White Lotus Sekte auf und setzt sich, da Dr. Sun Yat-Sen unterstützend, auf die Todesliste von Commander Lan (Donnie Yen)…

Meine Meinung:

Kann Tsui Hark (Aces Go Places II, A Better Tomorrow 3, Black Mask 2: City of Masks) an seinen Vorgänger-Hit Once Upon a Time in China anknüpfen? Ja, das kann er. Diesen übertreffen? Nein, das nicht. Die Fortsetzung zu Once Upon a Time in China hält das hohe Qualitäts-Level des Vorgängers. Nebst Jet Li kehrt noch Rosamund Kwan zurück. Kent Cheng entfällt und die im ersten Film von Yuen Biaos gespielten Figur wird folgerichtig von Max Mok gespielt. Neu an Bord sind Shaw Brothers Legende David Chiang, Xiong Xin-Xin als Bösewicht (kommt im 3. Teil in einer neuen Rolle wieder vor) und Donnie Yen als 2. Bösewicht.

Jet Li (The Sorcerer and the White Snake, The Master, Martial Arts of Shaolin) bekommt diesmal mehr Screentime. Er darf sein Können erneut eindrucksvoll unter Beweis stellen. Er scheint für die Drahtseil-Akte und Kampfszenen wie geschaffen. Und dank der Zusammenarbeit mit Choreograph Yuen Woo-Ping (Eine Prise für tödliche Pfeifen, Shaolin Drunkard, Dreadnaught) werden die Kampfszenen erneut zum Highlight des Filmes. Rosamund Kwan (Undeclared War, The Assassin) bekommt weniger Screentime. Sie ist u.a. in einer amüsanten Szene über Hundefleisch zu sehen. Dass Yuen Biao ersetzt wurde, war korrekt, da sein Potenzial total verschwendet wurde. Die Rolle seiner Figur wird nun von Max Mok (An Eye for an Eye, Usurpers of Emperor's Power) gespielt.

Als Shaw Brothers Fan war ich erfreut zu sehen, dass ja auch David Chiang (The Shanghai Thirteen, The Boxer from Shantung, Blooded Treasury Fight) mitwirkt. Allerdings spielt dieser eine relativ unbedeutende Nebenrolle und dies ohne Action. Von Donnie Yen (Blade II, Ip Man 4: The Finale, Special ID) hätte ich mir mehr Screentime gewünscht. Mit der (White Lotus) Sekte wird zu viel Zeit verschwendet und das Overacting von Xiong Xin-Xin (stand schon in The Blade in einem Tsui Hark Film vor der Kamera) war z.T. fast zu viel des Guten. In einem Gastauftritt sehen wir noch CAT. III Psycho William Ho Ka-Kui (Daughter of Darkness). Donnie Yen kehrt hier auch zu seinem Entdecker Yuen Woo-Ping zurück. Unvergessen sind dessen Zusammenarbeiten wie Drunken Tai Chi, Mismatched Couples oder In the Line of Duty 4.

Dass geschichtlich reale Figuren (nebst Wong Fei Hung) wie Sun Yat-sen in den Plot integriert wurden, wusste ich gar nicht mehr. Er floh von den Kommunisten aus China nach Taiwan, der Rest ist Geschichte. Dass ist auch der Grund, warum China Taiwan täglich droht und provoziert. Der Film ist einen Tick ernster als der Vorgänger, was mir gefiel. Ernster heisst düsterer, weniger Klamauk und teilweise geht es überraschend brutal zu, wenn vor allem Westliche mit brennenden Pfeilen angegriffen werden. Zudem fand ich es positiv, dass der Fokus diesmal mehr auf Jet Li liegt, und nicht seinem Schüler oder anderen Drittpersonen.

Fazit: Schon allein aufgrund des Finalkampfes ist der Film sehenswert! Must See Titel für Jet Li und Donnie Yen Fans!

Gefolgt von: Once Upon a Time in China III

Infos:

O: Wong Fei-Hung II: Nam Yi Dong Ji Keung

HK 1992

R: Tsui Hark

D: Jet Li, Rosamund Kwan, Max Mok, Donnie Yen, David Chiang, Xiong Xin-Xin, William Ho Ka-Kui, Zhang Tielin

Laufzeit der US-Blu: Ca. 112 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neue Sichtung am: 20.04.25

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray via der Once Upon a Time in China: The Complete Films Box von Criterion Collection = O-Ton, Englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, Uncut. Es gibt diverse Extras wie u.a. ein Interview mit Donnie Yen oder eine Doku über Wong Fei Hung. Ich bin aber nicht dazu gekommen, mir die Extras anzusehen. Gibt es in Deutschland von Splendid Film auf Blu-Ray (auch Uncut, mit O-Ton und deutschen Subs).

Freitag, 2. Mai 2025

Witch from Nepal

Witch from Nepal

Story:

Joe (Chow Yun-Fat) macht zusammen mit seiner Freundin (Yammie Lam Kit-Ying) in Nepal Urlaub, als er auf eine mysteriöse Frau (Emily Chu) trifft, die ihm magische Kräfte überträgt. Beide beginnen eine Affäre. Doch ein Katzen-Krieger (Dick Wei) ist hinter Joes Affäre her und trachtet ihr und ihrem Umfeld nach dem Leben. In den Strassen Hong Kongs kommt es zum finalen Duell…

Meine Meinung:

Aka Nepal Affair. Nachdem das US-Label Vinegar Syndrome den Film als Blu-Ray angekündigt hat (wie auch das UK-Label 88 Films), wollte ich meine HK-DVD, eine relativ alte Scheibe, verkaufen. Doch der Deal schlug fehl. So nutzte ich diese Chance, um mir den Film nochmals anzusehen, statt Witch from Nepal, eine Mitte der 80er Jahre Produktion aus Hong Kong, blind neu zu kaufen. Und das war eine korrekte Entscheidung. Denn der Film konnte mich eigentlich nicht mehr wirklich überzeugen und ein Neukauf ist ausgeschlossen und eigentlich müsste ich den Film auch aus der Filmsammlung verbannen.

Witch from Nepal, teilweise wirklich vor Ort in Tibet gedreht, ist nämlich vor allem eins: uninteressant und langweilig. Sehr langweilig. Wenn man bedenkt, welche Namen und welches Filmstudio hinter mit dem Projekt standen (Ching Siu-Tung, Dick Wei, Chow Yun-Fat, Alan Chui Chung-San, Phillip Kwok Chun-Fung, Golden Harvest) kann man eigentlich nur enttäuscht sein. Das dürfte zusammen mit The Scripture with No Words oder Naked Weapon der uninteressanteste Film von Regisseur Ching Siu-Tung (Duel to the Death, A Chinese Ghost Story, Wonder Seven) sein. Auch die kaum vorhandene Action ist im Grossen und Ganzen enttäuschend. Trotz bekannter Namen wie Alan Chui Chung-San (The 7 Grandmasters) und Venom Star Phillip Kwok (Hard Boiled).

Der ähnlich gelagerte (Filmstudio, Herstellungsjahr, Herstellungsland, Chow Yun-Fat) The Seventh Curse war da um Längen besser. In jeder Hinsicht. Chow Yun-Fat (Wild Search, City War, Scared Stiff) war solide. Aber allein durch seine Präsenz kann er die Qualität des lahmen Filmes und des lahmen Plots nicht verbessern. Dick Wei (No Way Back, Rosa, To Kill a Mastermind) als Katzen Geist-Krieger bekommt nur im Finale paar coole Szenen spendiert. Allgemein gibt es nur im Finale und vor dem Finale die besten Szenen zu sehen, die u.a. Zombies und einen Kampf zwischen Dick Wei und Chow Yun-Fat auf menschenleeren Strassen in Hong Kong beinhalten, inklusive eines sehenswerten Abganges von Dick Weis Figur.

Fazit: Kein Must See Titel. Dazu ist der Film viel zu langweilig…

Infos:

O: Qi Yuan

HK 1986

R: Ching Siu-Tung

D: Chow Yun-Fat, Dick Wei, Emily Chu, Lam Kit-Ying

Laufzeit der HK-DVD: 88:51 Min.

Gesehen am: Nov. 2008 / Neusichtung am: 10.02.25

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Universe vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, Code Free, nicht anamorph, durchschnittliche Bild- und Tonqualität. Wer den Film mag, sollte die Vinegar Syndrome Blu-Ray (Double Feature zusammen mit The Seventh Curse) kaufen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2025).

Dienstag, 11. März 2025

Iceman Cometh

Iceman Cometh

Story:

Ming Dynastie:

Fang Shou Zheng (Yuen Biao) jagt den Mörder und Vergewaltiger Feng San (Yuen Wah). Durch einen Zufall werden beide eingefroren und erwachen im Hong Kong des Jahres 1989 wieder. Fang Shou Zheng tut sich mit der modernen Technik schwer. Er gerät an die Prostituierte Polly (Maggie Cheung), während Feng in seine alten Tugenden abdriftet. Dies hat zur Folge, dass Fang ihm auf die Schliche kommt. Die Jagd beginnt erneut…

Meine Meinung:

Nebst Naked Killer dürfte Iceman Cometh, nicht zu verwechseln mit dem taiwanesischen Film Iceman Cometh aus dem Jahr 1990 mit Child of Peach Star Lin Hsiao-Lu, Clarence Ford bekanntester und kommerziellster Film darstellen. Ihm zu Ehren (Clarence Ford Todesnachricht wurde erst vor paar Tagen kommuniziert) kam es zu einer Neusichtung der Golden Harvest-Produktion. Ich sah den Film ich seit unendlich vielen Jahren nicht mehr. Ich konnte mich nur noch an den Finalkampf und 1-2 andere Szenen erinnern. Ich fand den Film früher überbewertet. Und das hat sich auch aktuell nicht geändert.

Für meinen Geschmack gab es zu wenig Action. Wenn ich mir ansehe, wer im Film involviert war (Biao, Yuen Wah, Chin Ka-Lok, Yuen Tak) grenzt das Gezeigte an Potenzialverschwendung. Mit den Namen wäre so viel mehr möglich gewesen. Daher überrascht es mich auch nicht, dass der Film, der zwar an der HK Film Awards für mehrere Preise nominiert war, diese schlussendlich nicht gewann. Für meinen Geschmack gibt es zu wenig Action, zu wenig Kampfszenen, im Mittelteil zu viele Längen und die Laufzeit ist mit fast zwei Stunden zu lang geraten.

Die Schwertkampfszenen im klassischen Setting zu Beginn waren überraschend cool und stark gefilmt. An das Setting konnte ich mich noch erinnern. Die Kameraführung war ziemlich gelungen und der Schnee und die weisse Landschaft sorgen für viel Atmosphäre. Zwischendurch gibt es einige nette Cameo-Auftritte mit gutem Humor (Stanley Fung, Tai Bo, Ka Lee, Corey Yuen). Das Highlight war jedoch der Finalkampf zwischen Yuen Biao (A Kid from Tibet, The Champions, Above the Law) und Yuen Wah (Kick Boxer, To Kill a Mastermind, Eastern Condors). Teilweise gibt es auch Shoot-Outs und Schwertkämpfe. Die Kampfszenen ohne Waffen im Finale fand ich am besten.

Maggie Cheungs (The Twin Dragons, The Seventh Curse, Police Story 1, 2 + 3) Figur fand ich hingegen relativ nervend und eigentlich wenig sympathisch. Ihr nahm man die Rolle als Prostituierte nicht ab. Den Humor, der von ihr oder der Moderne, die Yuen Biaos gespielte Figur überfordert, nehmen Zuviel Platz im Mittelteil ein. Maggie Cheungs Figur hätte man komplett weglassen und den Film straffen können. So wäre der Film rasanter geworden. Und besser. Die Musik war leider auch relativ unspektakulär. Was die Gastauftritte angehen, haben mir Stanley Fung (Thrilling Story) und vor allem Tai Bo (Back Home) am meisten zugesagt.

Fazit: Solider Durchschnitt, aber definitiv nicht zu Yuen Biaos besten Filmen zählend!

Infos:

O: Gap Dung Gei Hap

HK 1989

R: Clarence Ford

D: Yuen Biao, Yueh Wah, Maggie Cheung, Walter Tso, Tai Bo, Ka Lee, Elvis Tsui, Wong Jing, Stanley Fung

Laufzeit der HK-DVD: 113:56 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 08.03.25

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Joy Sales / Fortune Star vor = Schuber, Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität.  In England und den USA gibt es den Film als Blu-Ray (von 88 Films und Vinegar Syndrome). Diese beinhalten auch den zehn Minuten längeren Cut aus Taiwan. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2025).

Samstag, 22. Februar 2025

The Way of the Dragon

 

The Way of the Dragon

Story:

Tang Lung (Bruce Lee) wird von Hong Kong nach Italien, Rom geschickt. Er soll dort helfen, dass Restaurant von Cheng Ching Hua (Nora Miao) vor Gangstern (Jon Benn, Wei Ping-Ao, Chuck Norris, Robert Wall, Hwang In-Shik, Piet Schweer) zu beschützten, welche Cheng Ching Hua zum Kauf zwingen wollen…

Meine Meinung:

Nach den Erfolgen, die Golden Harvest mit Bruce Lee in The Big Boss und Fist of Fury eingefahren hatte und die Jimmy Wang Yu als Hong Kongs Superstar ablöste, wurde Bruce Lee Vertrauen geschenkt, indem er für seinen 3. Film für Golden Harvest nicht nur als Hautfigur und Star vor der Kamera stand, sondern Bruce Lee, der den Film auch produzierte, sollte auch Regie führen und das Drehbuch schreiben inklusive die Kampfszenen choreographieren.

Da Bruce Lee später so überraschend starb, sollte The Way of the Dragon sein einziger Spielfilm sein, in dem er auch Regie führte. The Way of the Dragon, dessen Produktion sehr spannend verlief (ich empfehle die Extras der Arrow Video Disc zu sichten, viele interessante bis berührende Infos), wurde vor Ort in Italien gedreht. Mit einer HK-Crew, mit einem Italienischen Cast und mit weiteren Ausländern aus den USA. Ein internationaler Mix. Aus Italien wurde Malisa Longo (Salon Kitty) für einen amüsanten Cameo-Auftritt vor die Kamera geholt (und sie wird dennoch als «Hauptfigur» im Vorspann erwähnt).

Aus den USA heuerte Bruce Lee den damaligen Welt-Champion Chuck Norris (Invasion USA, Code of Silence, Hero and the Terror) und später in Rom vor Ort dessen Schüler Robert Wall (Enter the Dragon) für die Rollen als Bösewicht an. Aus Korea wurde Hwang In-Shik (Hard Bastard, Dragon Lord) eingeflogen, der ebenfalls einen der Bösewichte spielen sollte. Hauptbösewicht wird von Jon Benn (The Clones of Bruce Lee, Challenge of the Tiger) gespielt, dessen rechte Hand von Wei Ping-Ao (= Comic-Charakter) und als Kleingangster wurden auch internationale Namen verpflichtet (z.B. den aus Schweden stammende Piet Schweer). Nora Miao (The Beauty Escort, The Kung Fu Kid) und Shaw Brothers Star Anthony Lau (The Brothers, The Pure and the Evil) haben grosse Rollen bekommen.

Ich sah den Film schon lange nicht mehr. Ich hatte den Film nicht mehr als so lustig in Erinnerung und der Klamauk und Humor war schon sehr gewöhnungsbedürftig. Bruce Lees Figur, aus dem fernen Hong Kong kommend, vom Landei in die Grossstadt, zuzusehen, wie er mit der Moderne und neuen Kultur Probleme hat, war schon ein Mix aus amüsant, unterhaltsam, gewagt und eigentlich doof statt wirklich lustig. Auch das Overacvting der Bösewichte geht in diese Richtung, abgesehen von dem Trio, welches erst vor dem Finale im Film eingeflogen wird (Chuck Norris, Robert Wall, Hwang In-Shik). Chuck Norris erste Szene mit Italo-Western Vibes, ist ein epischer Moment in dem Film!

Der Film, der sogar einige Längen hat, wartet auch mit nackten Tatsachen (Malisa Longo Auftritt als Prostituierte, damals in Bruce Lees Hotelzimmer gedreht), viel Klamauk und Sightseeing aus Rom auf. Den Film ausserhalb Hong Kongs zu drehen half mit, den Film erfolgreich zu machen. Ein kluger Schachzug und damit war Bruce Lee anderen Stars wie Jet Li (The Defector – Der Dragon Fighter, The Master), Michael Chan Wai-Man (Adventure in Denmark), Alexander Fu Sheng (Chinatown Kid) oder Jackie Chan (Rumble in the Bronx) weit voraus. Trotz dem wilden (und fast schon trashigen) Mix, hat der Film dadurch einen gewissen Reiz, auch wenn mir The Big Boss und Fist of Fury besser gefallen. Ich würde den Film qualitativ in etwa auf die auch international besetzten Enter the Dragon Stufe setzen.

Die Kampfszenen sind okay. Sie sind realistischer als in früheren Filmen und wirken daher auch unspektakulärer. Bei den ganzen Ausländern sieht man jedoch auch teilweise, dass da wohl nicht immer ein echter Kontakt bei den Kampfszenen bestand. Es macht aber Freude, wenn Bruce Lee die Gangster, die auch fast aus einem Troma oder Charles Bronson Film stammen könnte, verdrischt. Erst gegen Ende, wenn Bruce Lee gegen Chuck Norris, Robert Wall und Hwang In-Shik kämpft, werden die Kampfszenen besser. Das Finale vor toller Kulisse (es wurde Geld gezahlt, damit die Innenaufnahmen vom Kolosseum entstanden sind) ist dann einer der besten Endkämpfe, welche das HK-Kino je hervorgebracht hat, wenn sich Bruce Lee und Chuck Norris in einem Kampf auf Leben und Tod, trotzdem Respekt und Ehre erweisen.

Fazit: Man kann von The Way of the Dragon halten was man will, dennoch muss dem wegweisenden Klassiker Respekt und Ehre gezollt werden! Pflichtprogramm für Bruce Lee Fans!

Infos:

O: Meng Long Guo Jiang

HK 1972

R: Bruce Lee

D: Bruce Lee, Anthony Lau, Nora Miao, Jon Benn, Wei Ping-Ao, Chuck Norris, Robert Wall, Hwang In-Shik, Piet Schweer, Malisa Longo

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 99 Min.

Gesehen am: Okt. 2007 / Neusichtung am: 13.12.24

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video («Bruce Lee at Golden Harvest» Box). Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute bis hervorragende Bild- und Tonqualität, Unmengen an Extras. Nebst jap. Extended Fassung (Neue Musik, veränderte, längere Credits = eigentlich wenig interessant) gefallen ansonsten folgende Extras: Die Doku «The Way of the Camera», glaub die war sogar in Spielfilmlänge, fand ich sehenswert. Viele Hintergründe und viele Fans der Szene kommen zu Wort (Andre Morgan, Michael Worth, Jon Kreng, Andy Cheng, Frank Djeng, David Yeung, Piet Schweer, Jon Benn und John Saxon). Das Interview mit Italienerin Malisa Longo, die im Film nur einen Cameo-Auftritt hinlegt, fand ich auch spannend. Vor allem, weil sie nicht aus der «Kung Fu Szene» stammt und ihre Ansichten wiedergibt. Sehr rührend fand ich die Infos von John Young und seinem Treffen mit Bruce Lee. Von den Archiv-Interviews habe ich nicht alle gesehen, nur jene von Jon Benn, Bob Wall und Hwang In-shik. Die fand ich auch interessant. Es hätte noch mehr Bonusmaterial, aber ich habe nicht für alles Zeit. In Deutschland gibt es den Film von Universum Film Uncut auf Blu-Ray. Titel: Die Todeskralle schlägt wieder zu.

Dienstag, 10. September 2024

Hand of Death

Hand of Death

Story:

Commander Shih (James Tin Chuen) ist ein Verräter. Er verrät die Shaolin Kämpfer und arbeitet für die Mandschuren. Ihm ist er zu verdanken, dass Zhang Yi (John Woo), der im Besitz einer wichtigen Karte war, verhaftet und zum Tode verurteilt wird. Yung Fei (Dorian Tan Tao-Liang) macht es sich zusammen mit anderen Kämpfern (u.a. Jackie Chan) zur Aufgabe, Commander Shih und Co. (u.a. Yuen Wah, Sammo Hung) aufzuhalten…

Meine Meinung:

Hand of Death sah ich seit 2008 nicht mehr. Ich hatte das Frühwerk von John Woo (The Killer, Heroes Shed no Tears) nie als Kracher in Erinnerung oder als solches abgespeichert. Ich wusste auch kaum mehr was über den Film. Ich wusste nur, dass Kung Fu und klassisches Setting inklusive Jackie Chan (Dragon Fist, Police Story) in einer Nebenrolle. John Woo, der seine Karriere bei den Shaw Brothers begann (unter seinem Mentor Chang Cheh), war inzwischen zu Golden Harvest übergewechselt.

Dort versuchte er sich im klassischen Kung Fu Film und spielt auch eine kleine Nebenrolle. Der Film ist absolut ok und solide, aber im Grossen und Ganzen eben auch nicht wirklich was Besonderes. Aber gut, um Erfahrungen zu sammeln. Nur drei Jahre später sollte John Woo mit Last Hurrah for Chivalry einen Kracher aus dem Hut zaubern. Die Erfahrungen, die er in Hand of Death sammelte, zahlten sich schlussendlich aus.

John Woo drehte den Film in Taiwan und Südkorea. Es sind auch viele Darsteller aus Südkorea dabei. Die Settings sind hübsch. Wo der Film seine klaren Stärken hat ist seine Musik (sein Theme), der Finalkampf von Jackie Chan und der Finalkampf zwischen James Tin Chuen (The Big Boss) und Dorian Tan Tao-Liang (Drei wild wie der Teufel). Der war stark und dessen Choreographie auch absolut sehenswert, wie auch jene von Jackie Chans Kampf gegen zwei Killer. Die Kampfchoreographie besorgte Sammo Hung (Pantyhose Hero, Slickers Vs Killers), der wie Yuen Wah (The Master, Eastern Condors) auch eine Nebenrolle als Bösewicht spielt.

Die Kampfszene zuvor sind solide, aber erreichen nie die Qualität der besagten Szenen im Finale. Die Szenen zuvor ragen nicht aus der Masse heraus. Der Plot empfand ich als relativ dürftig und es gab für meinen Geschmack auch die ein oder andere Länge. Zudem mag Dorian Tan Tao-Liang ein spektakulärer Kicker sein, aber er misst doch recht viel Charisma. Jackie Chan darf nur im Finale zeigen, zu was er fähig ist und von den Figuren gefielen mir sonst die Bösewichte. James Tin war gut und Sammo Hung als dessen rechte Hand machte viel Spass.

In Cameo-Auftritten sind noch einige bekannte Namen wie Wilson Tong (einer der kämpfenden Shaolin Mönche zu Beginn des Filmes), Yuen Biao (der von James Tin beim Einsammeln der Pfeile erschossen wird), dem späteren «Venoms» Darsteller Lu Feng (nicht erkannt), Robert Tai (nicht erkannt) oder Hard-Boiled Star Phillip Kwok (nicht erkannt) zu sehen. Es soll sich bei Hand of Death um John Woos erste Arbeit für Golden Harvest handeln und um den ersten Film, der die drei «Brüder» Sammo Hung, Yuen Biao und Jackie Chan in einem Film vereint.

Fazit: Kein Kracher, aber Old School Kung Fu Fans schlagen trotzdem zu!

Infos:

O: Shao Lin Men

HK 1976

R: John Woo

D: James Tin Chuen, John Woo, Dorian Tan Tao-Liang, Sammo Hung, Kim Ki-Joo, Yuen Wah, Jackie Chan, Yuen Biao, Wilson Tong, Phillip Kwok, Lu Feng, Robert Tai,

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 97:05 Min.

Gesehen am: April 2008 / Neusichtung am: 16.06.24

Fassungen: Siehe Last Hurrah for Chivalry. Double Feature. Schuber, Wendecover, Uncut, O-Ton, englische Subs, John Woo Interview und Audiokommentar als Bonusmaterial, hervorragende Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland von Splendid auf Blu-Ray (Uncut, Deutsch oder O-Ton, deutsche Subs).

Dienstag, 20. August 2024

Dragon Lord

Dragon Lord

Story:

Die beiden Lausbuben Lung (Jackie Chan) und Wong (Mars), die sich seit Jugendjahren kennen, geraten durch mehrere Zufälle zwischen die Fronten einer Gangster-Bande. Ein Gangster (Hwang In-Shik) und dessen Bande wollen chinesische Schätze stehlen und ausserhalb Chinas verkaufen. Deputy Hoi (Michael Chan Wai-Man) kann dies ethisch nicht akzeptieren und will die Gruppe verlassen, zum Wiederwillen des Bosses. Diese haben es nun auf seinen Kopf abgesehen und da stösst der verwundete Deputy Hoi zufällig auf Lung und Wong…

Meine Meinung (Hong Kong Cut):

Zweitsichtung seit März 2007. Ich wusste bis auf ein bis zwei Momente (Rugby-Spiel, ein Stunt im Finale) nichts mehr. Ich hatte aber noch im Gefühl, dass ich Dragon Lord immer etwas schwächer fand als andere Jackie Chan Werke. Und dieser Erinnerung muss ich auch nach dieser Zweitsichtung zustimmen: Dragon Lord ist durchschnittlich und deutlich überbewertet. Wäre da nicht das tolle, 20minütige Finale, könnte man den Film getrost in die Tonne treten.

Das Problem ist die Tatsache, dass der Film von und mit Jackie Chan (The Accidental Spy, The Twins Effect 2) bis zum Finale kaum Action bietet. Natürlich, es gibt die stark choreographierte Start-Sequenz mit dem «Rugby-Spiel» und im Mittelteil die Federball-Fussball-Sequenz. Allein an letzterer wurde laut Interview mit Mars vier Wochen und mehr gedreht. Aber ohne Kung Fu sind auch diese Momente schlussendlich irgendwie lahm und unspektakulär.

Wenn ich «Fussball» in Verbindung mit Kung Fu sehen will, dann à la The Champions. Der viele Humor war auch oft unlustig und einige der Nebenfiguren wie Tai Bo (We're Going to Eat You, Back Home) oder Cheng Kang-Yeh (The Gambling Syndicate, 2 tödliche Fäuste im Schatten der Schlange) nervend. Die Sidekicks dienten nur dem Klamauk. Es wird damit zu viel Zeit vergeudet. Die Musik war billig. Der eigentliche Plot kommt kaum zur Sprache. Laut Interview mit Mars betrug das gefilmte Material am Ende fünf Stunden. Da musste natürlich viel entfernt werden.

Das könnte auch die Ursache sein, warum vieles unausgereift wirkt. Oder in der Extended Fassung unpassend verändert wurde (z.B. Rugby-Szene im Finale nach dem Endkampf statt zu Beginn). Jackie Chan machte dabei als Regisseur aber noch wichtige Erfahrungen, ehe er später Erfolg nach Erfolg abliefern sollte. Er war nebst seinem Stunt-Team, Fung Hak-On (A Mad World of Fools, The Fantastic Magic Baby), der im Film auch in einem Gastauftritt zu sehen ist und dem leider verstorbenen Corey Yuen (Buddha Killer, Fong Sai Yuk), dem zu Ehren die Zweitsichtung abgehalten wurde, für die Choreographie und Action zuständig.

Die Action-Szenen im Finale sind der Wahnsinn. Auch die Stunts knallen schön heftig rein. In den Szenen zeigen Jackie Chan und Mars (Lackey and the Lady Tiger, Knockabout) ihr Talent und Können. Für die Golden Harvest Produktion, die komplett in Taiwan gedreht wurde (in Südkorea war es dazumal, gedreht wurde u.a. im Oktober, viel zu kalt), wurde aus Südkorea Hwang In-Shik (The Association, A Fist Full of Talons) eingeflogen. Der «Endboss» aus Jackie Chans The Young Master. Auch er überzeugt restlos. Corey Yuen ist in einer Minirolle zu sehen, Tien Feng (The Snake Girl Drops In, Kwan-Fu – Das Schwert des Todes) sorgt auch nur für Klamauk und Michael Chan Wai-Man (The Deadly Breaking Sword, The Master Strikes Back) bekommt leider so gut wie keine Action-Sequenz spendiert. Aber schön, ihn in einem Jackie Chan Film zu sehen.

Fazit: Nur dank dem Finale und zwei zugedrückten Augen und nur für ultimative Jackie Chan Fans sehenswert!

Infos:

O: Lung Siu Yau

HK 1982

R: Jackie Chan

D: Jackie Chan, Mars, Hwang In-Shik, Michael Chan Wai-Man, Suet Lee, Paul Chang Chung, Tien Feng, Tai Bo, Cheng Kang-Yeh, Fung Hak-On, Corey Yuen

Laufzeit der US-Blu: Ca. 96 Min. (Hong Kong Cut) / Ca. 103 Min. (Extended Cut)

Gesehen am: März 2007 / Neusichtung am: 13.08.24

Fassungen: Mir lag für eine 2. Sichtung die US-Blu-Ray von Shout Factory vor. Die Box enthält mehrere Jackie Chan Filme. Für eine Zusammenstellung siehe das Dragon Fist Review. Zu Dragon Lord sind zwei Fassungen enthalten. Für mich ist aber der Hong Kong Cut die priorisierte Fassung. Die 2. Fassung (= Extended Version) ist mir zu lang, zu verändert (Rugby-Szene nach dem Finalkampf statt zu Beginn) und Michael Chan Wai-Man bekommt in dieser gar keine Action-Szene spendiert. Auf der deutschen Blu-Ray sind auch beide Fassungen enthalten (von Splendid). Als Extras gibt es Interviews mit Louis Sit, Mars und Hwang In-Shik.