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Samstag, 25. Juli 2026

Drunken Master

Drunken Master

Story:

Wong Fei-Hungs (Jackie Chan) Vater (Lam Kau) soll durch Profikiller Thunderleg (Hwang Jang-Lee) eliminiert werden. Wong Fei-Hung spannt zusammen mit Beggar So (Simon Yuen Siu-Tin), der ihn in Sachen Kung Fu ausbildet, um seinen Vater retten und den Feind besiegen zu können…

Meine Meinung:

Etwa ein halbes Jahr nach dem Erfolgsfilm Die Schlange im Schatten des Adlers startete im Jahr 1978 (im Oktober) der nächste Hit in den Hong Konger Kinos: Drunken Master! Erneut von Yuen Woo-Ping (Blades of the Guardians, The Buddhist Fist) und mit Namen wie Jackie Chan (Der Superfighter, City Hunter), Simon Yuen (Fist of the Double K, The Valiant Ones), Hwang Jang-Lee (Hitman in the Hand of Buddha, Boss) sowie Dean Shek (Mantis Fists and Tiger Claws of Shaolin). Produziert wurde der Klassiker erneut von Ng See-Yuen (The Good and the Bad). Zusammen mit Die Schlange im Schatten des Adlers war der Film ein extremer Erfolg und machte aus Jackie Chan einen Star. Zudem wurden Kung-Fu-Komödien salonfähig. Es folgten unzählige Nachahmer.

Jackie Chan spielt hier den Volkshelden Wong Fei Hung, der später auch von anderen Stars gespielt werden sollte (z.B. von Jet Li in der Once Upon a Time in China Reihe). Und auch die Shaw Brothers sollten in der Hinsicht kurze Zeit später mitmischen = in Martial Club sollte Glatzkopf Gordon Liu in die Rolle des frechen Kung-Fu-Kämpfers schlüpfen, und sich im Finale einen spektakulären Kampf gegen Johnny Wang Lung-Wei liefern. Jackie Chan verkörpert Wong Fei Hung gekonnt. Jackie Chan kann sein Talent (Körperbeherrschung, seine Physik und sein Talent für Humor) gekonnt in den Film einbringen. Der Film bietet eine grosse Anzahl an Kampf- und Trainingsszenen.

Diese wurden von Regisseur Yuen Woo-Ping und Shaw Brothers Star Hsu Hsia (Eine Prise für tödliche Pfeifen) gekonnt choreographiert. Die Kampfszenen sind auf aller höchstem Niveau und steigern sich immer mehr und mehr. Der Film hat allgemein regelmässig Kampf- und Trainingszenen zu bieten, so dass kaum Längen aufkommen. Egal ob mit oder ohne Waffen oder mit Alltagesgegenständen, die in Kampfhandlungen integriert werden, gekämpft wird. Nebst Jackie Chan brillieren in diesen Szenen auch Simon Yuen, der seinen Meister spielt, sowie der koreanische Kicker Hwang Jang-Lee, den ich als Bösewicht immer gerne sehe. Das bekannte Wong Fei-Hung Theme ist mehrmals zu hören.

Wenn ich überhaupt etwas an Drunken Master bemängeln möchte, dann die ansonsten eher unauffällige Musik. Da bot Die Schlange im Schatten des Adlers coolere Musik in den Kampf- und Trainingszenen (oder im Vorspann). Und der Plot ist selbst für diese Art Film ausserordentlich dünn. Hwang Jang-Lee hat eigentlich relativ wenig Screentime und kommt fast nur im letzten Viertel vor. Bis zu dem Zeitpunkt ist eigentlich auch kaum ein wirklicher Handlungstrang ersichtlich. Aber das ist meckern auf hohem Niveau!

Fazit: Zurecht ein Klassiker!

Gefolgt von: Drunken Master II

Infos:

O: Jui Kuen

HK 1978

R: Yuen Woo-Ping

D: Jackie Chan, Hwang Jang-Lee, Simon Yuen Siu-Tin, Dean Shek, Lam Kau, Linda Lin Ying, Chiang Kam, Fung Ging-Man, San Kuai, Tino Wong Cheung

Laufzeit der US-DVD: 111:10 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Columbia TriStar vor = Uncut, Englisch oder Kantonesisch (paar wenige Dialoge sind auch im Canto Track nur auf Englisch) mit englischen Subs. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray (z.B. England) und in Deutschland auf DVD (als Sie nannten ihn Knochenbrecher).

Mittwoch, 1. April 2026

Mantis Fists and Tiger Claws of Shaolin

 

Mantis Fists and Tiger Claws of Shaolin

Story:

Pai Yung Feng (John Cheung Ng-Long) macht es sich zur Aufgabe, seine Schwester (Yu On-Kei), die als Prostituierte in einem Bordell arbeitet, freizukaufen. Auf dem Weg dorthin rettet er die Kellnerin Shuang Shuang (Sarina Sai Zhu-Juan) vor aufdringlichen Kerlen, die später alle tot im Wald gefunden werden. Darunter ist auch der Sohn von Hung Chun Piao (Dean Shek). Hung Chun Piao plant nun, Pai Yung Feng zu töten, da er meint, dass dieser der Mörder ist. Doch wer ist in Wahrheit der mysteriöse Killer?

Meine Meinung (SPOILER):

Mantis Fists and Tiger Claws of Shaolin lag seit 2017 ungesehen rum. Erst durch einen neu entstandenen Kontakt zu einem Deutschen Sammler wurde ich indirekt motiviert, den Film anzuschauen, jedoch in einer anderen Fassung (mehr dazu unter Fassungen). Bei Mantis Fists and Tiger Claws of Shaolin handelt es sich um einen Ende der 70er Jahre (1977) Eastern aus Hong Kong von Goldig Films (The Gold Connection, Cunning Kids, Two Wondrous Tigers).

Der Film von Simon Chui Yee-Ngau (auch Action-Regie) und Cheung Sum (war auch für das Drehbuch zuständig) wartet mit John Cheung Ng-Long (The Eagle's Killer, Kung Fu Master Named Drunk Cat, The 36th Chamber of Shaolin) als Star auf. Er hat in einigen Filmen, die von Goldig Films produziert wurden, mitgewirkt. Einer seiner bekanntesten Titel dürfte Snake in the Monkey's Shadow sein. Mantis Fists and Tiger Claws of Shaolin hat mir sehr gut gefallen. Der Film ist aus mehreren Gründen erwähnenswert, die ich so nicht erwartet hätte.

Zum einen die Rolle von Dean Shek (His Name Is Nobody, A Better Tomorrow 2, By Hook or by Crook). Dean Shek spielt oftmals übertriebene Comic-Charaktere. Dass er auch ernstere Rollen spielen kann, ist mir bewusst, auch wenn ich dies selten erlebt habe (z.B. in The Bravest Fist nebst Michael Chan Wai-Man). Hier spielt er nicht nur eine ernste Rolle, sondern auch den Hauptbösewicht. Und er macht das ausserordentlich gut. Seine Kampfszenen, egal ob mit oder ohne Waffen oder sonstigen Überraschungen (einem Krug aus giftigem Wein), sind stark choreographiert und im Finale gibt er einen harten Brocken ab.

Auf Humor und Klamauk wird im Film verzichtet. Ganz ohne kommt der Film dennoch nicht aus. Wobei es mehr ein Overacting ist, welches einige der Handlanger von Dean Shek an den Tag legen. Vor allem dann, wenn es um die Vergewaltigungen von der von Sarina Sai Zhu-Juan gespielten Figur geht. Da drehen die Herren im Film durch (Mimik, Lachen etc.). Sehr übertrieben und cartoonhaft dargestellt. Aber alles in allem ein ernster Eastern. Dazu passt dann auch der Genre-Mix. 

Der Film ist nämlich ein Genre-Mix aus Kung-Fu-Streifen, Monster-Film (an der Stelle will ich auch nicht mehr verraten, aber die Auflösung ist unglaublich amüsant und innovativ) und Rape & Revenge-Inhalten. Einige Zuschauer haben die Menge an Vergewaltigungen im Film kritisiert, aber am Ende wird deutlich, dass es mit dem Plot und dem Verlauf des Plots zu tun hat. Ein unschönes, aber wichtiges Merkmal der Geschichte. Hut ab vor der mir unbekannten Darstellerin Sarina Sai Zhu-Juan (The Dragon Lives Again, Hot Blood), die dabei gut agiert hat. Da auch die Kampfszenen und die Waffen, welche die Kämpfer brauchen, rocken, kann ich nur eine Empfehlung aussprechen!

Fazit: Sehenswerter Kung-Fu-Film, der leider viel zu wenig bekannt ist!

Infos:

O: Huet Hoi Tong Long Chau

HK 1977

R: Cheung Sum, Simon Chui Yee-Ang

D: John Cheung Ng-Long, Yu On-Kei, Sarina Sai Zhu-Juan, Dean Shek

Laufzeit der DVD-R-Fassung: 95:44 Min.

Gesehen am: 01.04.26

Fassungen: Mir lag seit 2017 ungesehen eine US-Bootleg-DVD rum. Diese ist, wie ich nun getestet habe, Englisch Dubbed und kommt nicht in die Sammlung. Warum nicht? Von einem Kumpel aus Deutschland habe ich eine selbst gebastelte Version als DVD-R erhalten. Diese hat mehrere Vorteile wie z.B. Widescreen Bild (Master = franz. VHS = Mantis, le tigre de Shaolin) und diverse Audio-Optionen. Für mich war vor allem der Mandarin-Track ausschlaggebend. Dazu gibt es zwei englische Untertitelspuren (einmal in Weiss, einmal in Gelb). Die Fassung findet sich inzwischen auch auf YouTube. Offizielle, mir bekannte Fassungen sind die VHS aus Frankreich (kostet auf Ebay ca. 100 Euro), eine VHS aus Algerien (Englisch Dubbed mit franz. und arabischen Subs) und eine US-DVD (Englisch Dubbed). Zudem gibt es noch eine UK-DVD von Vengeance Video. Dort ist mind. auch englischer Ton enthalten. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: April 2026). In China und Taiwan finde ich nur Bootlegs (Taiwan) und auf dem chinesischen «YouTube» auch nur Mandarin Ausgaben (jedoch ohne irgendwelche Subs und in Vollbild).

Sonntag, 18. Januar 2026

Broken Oath


Broken Oath

Story:

Liu Chieh Lien (Angela Mao) will den Tod ihrer Eltern (u.a. Ho Mei) rächen. Nach ihrer Ausbildung in einem Shaolin Kloster zieht sie in die weite Welt los, um die Bösewichte (u.a. Michael Chan Wai-Man, Fong Yau, Jin Bong-Jin) zu finden und zu töten. Auch ein Geheimagent (Bruce Leung Siu-Lung) ist den Bösewichten auf der Spur…

Meine Meinung:

Broken Oath stammt vom ehemaligen Shaw Brothers und King Boxer Regisseur Chung Chang-wha (The Double Crossers). Der Koreaner ist nach seiner Zeit bei den Shaw Brothers (Heads for Sale) zu Golden Harvest gewechselt und drehte einige Filme mit dem damaligen weiblichen Golden Harvest Superstar Angela Mao (The Association). Ich sah mir den Film, den ich seit dem Dezember 2011 nicht mehr sah, zu Ehren von Bruce Leung (Bruce and the Iron Finger, The Dragon Lives Again, Gang Master) an.

Der 70er Jahre Eastern Star starb Mitte Januar 2026. Bruce Leung war vor allem als Darsteller und Choreograph bekannt. Zu seinen besten Werken zählen für mich Filme wie Bruce, Hong Kong Master, Call Me Dragon, The Good and the Bad oder Little Super Man (trotz dem Klamauk im ¼). Ihm zu Ehren habe ich drei Filme ausgewählt, welche ich aktuell schauen werde. Den Anfang machte Broken Oath. Der Angela Mao Klassiker gilt als Hong Kongs Antwort auf Lady Snowblood. Broken Oath hat die Neusichtung bestanden.

Der Plot ist simpel und die Kampfszenen sind solide und zuweilen spektakulär. Gegen Ende wird der Film besser und besser und gewinnt an Fahrt. Es gibt diverse spannende Waffen und Gimmicks, besonders bei den Bösewichten. Krallen aus Metall, Feuer oder mit messerscharfen bestückten Waffen im Finale (Sammo Hungs Waffe). Das war cool. Dazu kommt ein toller Cast von diversen Schauspielern, die über genug Martial Arts Wissen verfügen, um zu überzeugen. Angela Mao macht in den Kampszenen eine gute Figur, auch wenn sie leicht Charisma vermissen lässt und ihre Geheimtechnik mit den Skorpionen auf Dauer öde wirkt.

Was mich aber teilweise an ihr störte, aber das ist nur ein kleines Detail und Geschmackssache, war ihr Outfit. Das, was die meiste Zeit trägt, gefiel mir ebenso wenig wie ihre Frisur. Schade, dass sie während dem Film nicht so auftrat, wie im Finale. Die anderen zwei grossen Namen sind wie erwähnt Bruce Leung, der hier einen Agenten spielt. Er bekommt fast die spektakulären Kampfszenen spendiert, vor allem jene im Finale sind eine Augenweide. Dazu Michael Chan Wai-Man (The Delivery, The Kung Fu Kid, The Furious Killer) als harter Brocken, der sich im Finale mit Bruce Leung einen eindrücklichen Kampf liefert.

Der in Südkorea gedrehte Film wartet mit einer Choreographie von Yuen Woo-Ping (Wicked City, Snake in the Eagle’s Shadow) auf. Sogar Dean Shek (The Big Risk) bekommt einen kurzen Schlagabtausch spendiert. Rollen, in denen er kämpft, sind selten, aber vorhanden = (The Bravest Fist). Gegen Ende taucht Sammo Hung (Pantyhose Hero) als Bösewicht auf. Der liefert sich einen tollen Kampf gegen Angela Mao. Die beiden standen zusammen mit Carter Wong in mehreren Golden Harvest Produktionen vor der Kamera. Die Musik hätte des Filmes hätte besser sein können. Das waren lahme Archivklänge. Zu den tollen Duellen hätte Italo-Western Musik bestens gepasst und die Szenen noch aufgewertet.

Fazit: Für Angela Mao und Kung Fu Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Po Jie

HK 1977

R: Chung Chang-wha

D: Angela Mao, Michael Chan Wai-Man, Fong Yau, Bruce Leung Siu-Lung, Ho Mei, Ha Yue, Wang Lai, Dean Shek, Sammo Hung, Han Ying-Chieh, Jin Bong-Jin

Laufzeit der HK-DVD: 93:08 Min.

Gesehen am: Dez. 2011 / Neusichtung am: 18.01.26

Fassungen: Gesehen via HK-DVD von Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) = 2022 von Angela Mao signieren lassen, Uncut (= HK-Kinofassung), O-Ton mit englischen Subs, gute Bild- und Tonqualität. Auf der UK-Blu-Ray von Eureka befindet sich nebst Kinofassung noch eine ca. fünf Min. längere Extended Version. Mir persönlich reicht die HK-Kinofassung (auf der HK-DVD). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Sonntag, 14. Dezember 2025

The Big Risk Review

The Big Risk

Story:

Boss Shih Da-Hu (Tong Tin-Hei) und seine Männer (u.a. Eddy Ko) arbeiten mit den Japanern (u.a. Lee Wan-Chung) zusammen. Held Zhang Li-Hang (Nick Cheung Lik) arbeitet für die Regierung. Der Agent will Boss Shih und die Japaner aufhalten. Es geht auch um eine wichtige Liste, die es zu finden gilt. Als Zhangs Freundin Chao Hsiao-Lan (Queenie Kong Hoh-Yan) entführt wird, entführt Zhang den Sohn des Bosses (Dean Sheak) um einen Geiselaustausch vorzuschlagen…

Meine Meinung:

The Big Risk ist ein solider Basher aus dem Jahr 1974 von Joseph Kong (Tiger Force, Bruce's Fingers, Enter Three Dragons, The Furious Killer), der mit Tough Guy wohl einen der besten und sehenswertesten Bashers überhaupt auf die Leinwand gezaubert hat. The Big Risk ist simple Unterhaltung und für Fans des Genres zu empfehlen, auch wenn der Film in meinen Augen (natürlich) nicht an einen Film wie Tough Guy heranreicht. Joseph Kong, der viel mit Michael Chan Wai-Man zusammengearbeitet hat, drehte bereits in Tough Guy mit Star Nick Cheung Lik, der hier die Hauptrolle spielt.

Was The Big Risk in noch höhere Sphären kapituliert hätte, wären ein auffallender Soundtrack gewesen (z.B. Italo-Western Musik), ein gewisser Blutgehalt à la die taiwanesischen Filme mit Jimmy Wang Yu aus der Zeit (z.B. The Hero) oder ein charismatischerer Cast. Abgesehen davon kann ich an The Big Risk nichts bemängeln. Die Darsteller verstehen ihr Hand- und Fusswerk. Die Anzahl Kampfszenen ist enorm, die taiwanesischen Settings abwechslungsreich und der Film versucht, so viel Abwechslung wie möglich zu bieten. Auf Klamauk und Humor wird verzichtet.

Nick Cheung Lik zeigt eine eindrückliche Beinarbeit. Seine Kicks sind erste Sahne. Aber er war mir, wie auch die Bösewichte, nicht sonderlich charismatisch. Bei den Bösewichten meine ich damit den Japaner inklusive Hitler-Bärtchen und den Glatzkopf, gespielt von Tong Tin-Hei (2 tödliche Fäuste im Schatten der Schlange). Überrascht war ich, dass der Film, obwohl so gut wie nicht blutig, kompromisslos agiert. Eine nackte Frau wird erstochen und auch Queenie Kong Hoh-Yan (The Delinquent), immerhin eine der Hauptfiguren, überlebt den Film nicht. Dean Shek (Bruce, Hong Kong Master) war solide und Eddy Ko (Sleeping Fist) spielt eine grosse Nebenrolle (mit Kampfszenen).

Fazit: Solider Basher mit kaum Längen und einer schier unglaublichen Anzahl von Kampfszenen!

Infos:

O: Hu Dou Hu

HK 1974

R: Joseph Kong

D: Tong Tin-Hei, Eddy Ko, Lee Wan-Chung, Nick Cheung Lik, Queenie Kong Hoh-Yan, Dean Shek

Laufzeit der koreanische n VHS (inklusive einer kurzen Unterbrechung für einen Werbespot): 84:58 Min.

Fassungen: Mir lag die VHS von Südkorea vor. Diese ist in Vollbild, in Mandarin und bietet koreanische Subs. Die Bildqualität ist okay, wenn auch etwas dunkel und unscharf. Der Film spielt jedoch nie nachts, so dass das mit dem leicht zu dunklen Bild nicht negativ ins Gewicht fällt. Der Film sah Uncut aus (inklusive der nackten Frau, die erstochen wird). Eine O-Ton Fassung mit englischen Untertiteln ist mir nicht bekannt. Es gibt keine DVD, Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2025).

Sonntag, 23. November 2025

They Came to Rob Hong Kong Review

They Came to Rob Hong Kong

Story:

Mao (Roy Cheung), ein Gangster aus Hong Kong, entkommt in China der chinesischen Polizei (u.a. Kara Hui, Ann Bridgewater). Mao stellt vor Ort eine Gruppe aus Verbündeten (u.a. Chin Siu-Ho, Dean Shek, Sandra Ng, Stanley Fung, Eric Tsang, Charlie Cho Cha-Lee, Shing Fui-On) zusammen. Jenny (Chingmy Yau) wird ihre Ausbildnerin. Ihr Zielt ist es, in Hong Kong einen grossen Coup zu landen…

Meine Meinung:

They Came to Rob Hong Kong sah ich zufällig, als ich ein befreundetes Ehepaar besuchte via YouTube auf ihrem TV. Es handelt sich um eine Ende der 80er Jahre Actionkomödie aus Hong Kong und um einen Film von Clarence Ford (Info), der dieses Jahr zu jung verstorben ist. Zu dem Zeitpunkt habe ich praktisch alle seine Filme, die ich auf dem Blog noch nicht beschrieben hatte, gesichtet. They Came to Rob Hong Kong hatte ich nie, aber ich glaube, den Film auf einer Wunschliste notiert zu haben.

Wir wurden positiv überrascht. Wer das moderne Kino aus Hong Kong mag (Ende 80er Jahre, 1990-1995), dürfte mit They Came to Rob Hong Kong viel Spass haben. Der Film hat eigentlich kaum Plot. Dieser dient mehr als Aufhänger und dem Selbstzweck. Zum Banküberfall kommt es z.B. nie. Roy Cheung (School on Fire, Wild Search) spielt den Gangster, der sich gleich zu Beginn u.a. mit Kara Hui (Mrs K, Madam City Hunter) harte Kämpfe und coole Stunts abliefert (inklusive eines blutigen Shoot-Outs).

Danach kommt es zur Rekrutierung der Einzelpersonen, die Roy Cheung meint, für seinen Banküberfall brauchen zu können. Und hier ändert sich der Ton des Filmes weg von harter Action zu Slapstick, Situationskomik, Blödeleien, sexistischem, derbem und politisch unkorrekten Humor. Mit anderen Worten: zu viel Spass! Der Film erinnert dabei von dem Tonfall und dem Mix (Action und Klamauk) an die «Lucky Stars» Film. Dass dann auch noch zwei der «Lucky Stars», nämlich Eric Tsang (The Last Blood, Hitman) und Stanley Fung (Thrilling Story, Winners Takes All), hier zu sehen sind, passt perfekt dazu.

Der Film ist spassig und unterhaltsam. Klamauk im ständigen Wechsel mir rasanten Kampfszenen, die spektakulär anzusehen und stark choreographiert wurden. Venom-Star Phillip Kwok (Holy Flame of the Martial World, The Cat) hat diese choreographiert. Dazu kommt ein unglaublicher Cast. Noch nicht erwähnte Namen wären z.B. Chin Siu-Ho (Fast Fingers, The Seventh Curse), Dean Shek (By Hook or by Crook, Aces Go Places), Sandra Ng (Forced Nightmare, The Inspector Wears Skirts), Charlie Cho Cha-Lee (Who Cares, The Two Jolly Cops), Shing Fui-On (Running Mate, Brave Young Girls) und eine junge Chingmy Yau (Raped by an Angel, City Hunter).

Fazit: Nebst The Man from Vietnam, Naked Killer und Cheap Killers der beste Film von Clarence Ford!

Infos:

O: Ba bo qin bing

HK 1989

R: Clarence Ford

D: Roy Cheung, Kara Hui, Ann Bridgewater, Chin Siu-Ho, Dean Shek, Sandra Ng, Stanley Fung, Eric Tsang, Charlie Cho Cha-Lee, Shing Fui-On, Chingmy Yau

Laufzeit der YouTube Fassung: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 15.08.25

Fassungen: Beim Kumpel via YouTube Kanal (den offiziellen von Mei Ah) gesehen. Im O-Ton mit chinesischen und englischen Subs. Dürfte das HD-Master der HK-Blu-Ray gewesen sein. Diese läuft jedoch 98 Minuten (Online finde ich Versionen, die 98:41 Min. laufen), während die YouTube Fassungen nur 90:52 und 91:02 Minuten (Mandarin und Canto) laufen. Der YouTube Print soll zensiert sein. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2025).

Mittwoch, 5. November 2025

Bruce, Hong Kong Master Review


Bruce, Hong Kong Master

Story:

Wang Li-Shans (Dean Shek) Freundin wird von Gangstern überfallen, vergewaltigt und getötet. Danach nimmt sein Kollege Xiao Long (Bruce Leung Siu-Lung) das Gesetz in die eigene Hand und säubert die Strassen Hong Kongs vor Abschaum, ehe er sich im Finale, als Dr. Cheng Dong-Qiao (Stanley Fung) und Shirley (Sylvia Chang Ai-Chia) von Gangstern (Sammo Hung, Bolo Yeung, Addy Sung Gam-Loi) entführt werden, einem Kampf auf Leben und Tod gegenübersteht...

Meine Meinung:

Aka Hong Kong Superman. Von Bruce, Hong Kong Master wurde ich positiv überrascht. Ich habe, aufgrund dem «Bruce» im Titel und der Tatsache, dass Bruce Leung Siu-Lung (Bruce and the Iron Finger, The Dragon Lives Again, Call Me Dragon) mitspielt, einen Bruceploitation-Film erwartet. Pustekuchen. Stattdessen gibt es einen Mix aus Drama, Kung Fu und Rape & Revenge Streifen zu sehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen aus der Zeit ohne Klamauk und Humor. Das Ganze ist ernst, humorlos, hart und dramatisch inszeniert. Der Film spielt im damaligen Hong Kong der 70er Jahre.

Nebst Bruce Leung Siu-Lung, der auch für die Kampfchoreographie zuständig war, sehen wir im Film Namen wie Sylvia Chang (sehr schnuckelig), Stanley Fung (RIP), Dean Shek (seine Rolle hat A Better Tomorrow 2 Vibes), Carter Wong (nur am Anfang kurz zu sehen), Bolo Yeung (Bösewicht, dessen Tod im Finale zensiert wurde), Sammo Hung (Bösewicht an der Seite von Bolo), Addy Sung Gam-Loi (Bösewicht an der Seite von Bolo) und Mars (nicht erkannt). Ich würde den Film zu den besten Rollen von Bruce Leung Siu-Lung zählen. Dean Shek fungiert zudem noch als Assistent Director.

Regie führte Ting Shan-Hsi, der auch das Drehbuch schrieb und auch für die Shaw Brothers tätig war (Blood Reincarnation, Imperial Tomb Raiders, Whiplash). Ob sich Ting Shan-Hsi am US-Vorbild Death Wish orientiert hat? Möglich wäre es. Der entstand ein Jahr vor Bruce, Hong Kong Master. Die erste Hälfte von Bruce, Hong Kong Master ist die ruhigere. In dieser werden die Figuren gekonnt vorgestellt, zu ihnen wird eine Beziehung aufgebaut und es gibt dramatische Momente zu sehen. In der zweiten Hälfte dominieren dann knallharte Kampfszenen, die praktisch pausenlos bis zum Finale anhalten. An Sammo Hung und Bolo Yeung als Bösewichte und «Endgegner» von Bruce Leung Siu-Lung hatte ich grosse Freude.

Fazit: Sehenswert!

Infos:

O: Xiang Gang Chao Ren

HK 1975

R: Ting Shan-Hsi

D: Bruce Leung Siu-Lung, Sammo Hung, Bolo Yeung, Dean Shek, Stanley Fung, Addy Sung Gam-Loi, Carter Wong, Mars, Sylvia Chang Ai-Chia

Laufzeit der HK-VHS: 76:58 Min.

Gesehen am: 31.10.25 / 2. Sichtung (DVD-R): Dez. 2025

Fassungen: Mir lag das VHS von Ocean Shores vor = nebst dem On-Screen Titel fehlt auch im Finale etwas. Den Tod von Bolo Yeung sieht man überhaupt nicht. Da scheint ein ganzer Block zu fehlen. Auf der Rückseite der VHS hat es zudem ein Bild vom Finalkampf zwischen Bruce Leung Siu-Lung, Sammo Hung und Bolo Yeung, welches auch im Film nicht zu sehen ist. Der englische Dub ist erträglich, die Bildqualität ist gut, Originalbildformat liegt nicht vor. Mir ist keine Uncut Fassung bekannt und auch keine O-Ton mit Untertiteln Fassung. Die deutschen Fassungen (Der Supermann mit der Todespranke) sollen allesamt nochmals ca. fünf Minuten kürzer sein als diese HK-Fassung. Jedoch soll es in der deutschen Fassung im Finale auch definitiv eine Szene geben, die in der HK-Fassung fehlt. Laut der ofdb (Datenbank) soll das HK-VHS 84:30 Min. laufen. Mein VHS hingegen läuft nur 76:58 Minuten. Laut Douban soll es gar eine 92minütige Mandarin Fassung geben. Als ich diese Zeilen schreibe, bin ich dran, eine solche Fassung aus China zu kaufen (DVD-R). Nachtrag Dez. 2025: Nach der Sichtung der HK-VHS (nur Englisch Dubbed, ggf. zensiert) streckten sich meine Fühler nach einer Mandarin Fassung aus. Auf einem Auktionshaus in China wurde ich fündig. Leider war das Ding ausverkauft. Via Google fand ich aber eine Mandarin-Version auf Taobao. Angeblich Mandarin und 90 Minuten Laufzeit (das HK-VHS läuft nur 76:58 Min.). Die Fassung auf Taobao gekauft. Das Bootleg ist eine Kuriosität. Das Frontcover ziert das deutsche Filmplakat. Auf der Back-Seite ziert das Motiv einer spanischen Fassung die Disc und der Text auf der Rückseite ist in Chinesisch. Der Film ist definitiv länger als die HK-VHS-Fassung, jedoch nicht in Sachen Action oder Gewalt. Ggf. nackte Tatsachen im Finale, das muss ich noch 1:1 vergleichen. Aber mehr Handlung und mehr Charaktertiefe (und leider auch eine Szene, in der Bruce Leung einen lebenden Krebs auf den Boden schleudert der sich dann in paar Einzelteile zerlegt). Das Ding wurde aus mehreren Quellen zusammen gebastelt. Das Hauptmaster dürfte die OS VHS gewesen sein. Dann gibt es aber auch etliche Momente mit einer schlechteren Bildqualität. 2x wird auch in gelb FLK eingeblendet. Ob da Szenen aus einer möglichen Bootleg FLK Version verwendet wurden? Zu 80% ist die chinesische Tonspur in Mandarin, zu 20% in Englisch. Interessant sind auch die diversen Untertitel Optionen wie Englisch und sogar Deutsch! Den Film mochte ich noch immer. Leider gibt es aber auch in dieser Fassung keine erweiterten Kampf- oder Todesszenen von Sammo Hung und Bolo Yeung.

Freitag, 18. Juli 2025

Call Me Dragon


Call Me Dragon

Story:

Siu Gam (Bruce Leung Siu-Lung) und seine zwei Helfer (Hon Kwok-Choi, Mang Hoi) gehen dem illegalen Kauf von Jungen in einem Dorf auf den Grund. Siu Gam ist ein Agent, der verdeckt ermittelt. Bald schon zieht er den Zorn des Gangsters Pao (Yasuaki Kurata) auf sich…

Meine Meinung:

Call Me Dragon ist ein ähnlicher Film wie Kidnap in Rome sowie Little Super Man. In allen drei kommen, mehr oder weniger, der gleiche Cast vor. In der Hauptrolle gibt sich Bruce Leung Siu-Lung (The Dragon Lives Again, Bruce and the Iron Finger) die Mühe als Held und Titelfigur. Er wird von seinen Sidekicks Mang Hoi (The Blonde Fury) und dem oft nervenden Hon Kwok-Choi (Crocodile Evil) begleitet. Beide waren speziell in Little Super Man absolut nervtötend, auch wenn der gegen Ende aufdreht und knallharte Kung Fu Szenen zum Besten gibt. So macht es auch Call Me Dragon.

Call Me Dragon ist im Vergleich deutlich besser als z.B. ein Kidnap in Rome und im Vergleich weniger nervend als Little Super Man. Das heisst jedoch nicht, dass es hier nicht auch Humor, Slapstick und Klamauk zu sehen gibt. Das war zu der Zeit halt einfach so. Der Film von Ng See-Yuen (Game of Death II, The Bloody Fists) ist sehr solide. Da ich eine Fassung ohne Untertitel sah, war mir nicht alles verständlich auf Bezug der Motive und Figuren.

Aber ich denke, der Plot ist dünn und relativ unwichtig und nicht wirklich kompliziert. Bruce Leung Siu-Lung und seine zwei Helfershelfer sind die Helden, Wong Wan-Si (Mismatched Couples) die mysteriöse Frau und Japaner Yasuaki Kurata (Tiger, The Rangers), der schon in The Good and the Bad in einem Film von Ng See-Yuen vor der Kamera stand (ein ziemlicher Kracher und sehr harter Basher), der Bösewicht. Alles wie erwartet ohne wirkliche Überraschungen. Mit anderen Worten: dem Plot kann auch ohne Subs irgendwie gefolgt werden. Die Kampfszenen und Beinarbeit von Bruce Leung Siu-Lung und Yasuaki Kurata sind selbstverständlich erste Klasse und absolut sehenswert!

Fazit: Für Fans von Yasuaki Kurata und Bruce Leung absolut zu empfehlen!

Infos:

O: San Lung Siu Foo Chong Kong Woo

HK 1974

R: Ng See-Yuen

D: Bruce Leung Siu-Lung, Hon Kwok-Choi, Mang Hoi, Yasuaki Kurata, Cham Siu-Hung, Wong Wan-Si, Sun Lan, Dean Shek

Laufzeit der HK-VCD: 54:28 Min. (1. Disc) / 44:26 Min. (2. Disc) / Laufzeit der jap. Blu-Ray: Ca. 98 Min.

Gesehen am: 27.04.25 / Sichtung der jap. Blu-Ray: 30.06.26

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Mei Ah vor = k.A. ob Uncut oder nicht (nehme an, ja), solide Bildqualität, nur Vollbild, Canto Dub statt O-Ton Mandarin, keine Subs. Die DVD aus Japan ist auch nur in Canto und ist zensiert (Szenen mit Dean Shek sollen fehlen). Die jap. Blu-Ray soll Uncut sein und neu restauriert, jedoch auch nur in Kantonesisch. Der Dub hörte sich auf der VCD sehr nach «Fake» an, vor allem, weil Schreie im Original Mandarin belassen wurden. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2025). Nachtrag Juni 2026: Voller Vorfreude sah ich mir den Film in der neuen Fassung an = die japanische Blu-Ray von Amazing D.C. = Statt Mandarin auch in Kantonesisch, im Gegensatz zur alten jap. DVD Uncut (Szenen mit Dean Shek), jedoch kein 2,35:1 Bildformat sondern 1.78:1 (nicht perfekt aber mehr Bild als bei der Vollbild VCD aus HK), zwei Kurzfilme mit Yasuaki Kurata und ein Trailer als Bonus. Was mich überrascht hat, war die eher schwache Bildqualität. Das sah zu keinem Zeitpunkt nach Blu-Ray-Niveau aus. Vor allem der Vorspann war in schlechter Qualität. Anscheinend liess die Materiallage nicht mehr zu. Der Film hat mir bei dieser 2. Sichtung etwas weniger gefallen. Ich fand, dass es zu wenig spektakuläre Kämpfe gibt (vor allem am Anfang und Mittelteil) und das Duo Hon Kwok-Choi und Mang Hoi fand ich nervend. Das Finale war stark, aber ich hätte gerne mehr von Yasuaki Kurata gesehen. Der taucht erst in der 60. Minute auf. Dennoch können, vor allem Fans von Yasuaki Kurata und Bruce Leung, einen Blick riskieren. Und nur schon weil es hier mehr Bildinfos gibt, ist die Fassung am Ende der HK-VCD vorzuziehen. 

Dienstag, 11. März 2025

Dragon from Russia

Dragon from Russia

Story:

Während ihres Aufenthaltes in Russland wird Yao Lung (Sam Hui) von einer Gangster-Bande entführt. Er verliert sein Gedächtnis und wird zu einem Killer ausgebildet. Seine Freundin May (Maggie Cheung) kehrt ohne ihn nach Hong Kong zurück, im Glauben, ihren Yao für immer verloren zu haben. Doch als Yao in Hong Kong eine Zielperson eliminieren soll, wird er dabei zufällig von May beobachtet, die nun als nächstes sterben soll. Doch just in dem Moment kehrt Yaos Erinnerung an sein vergangenes Leben und May zurück, sehr zum Missfallen seiner Auftraggeber, die Yao nun selbst auf die Abschussliste setzen…

Meine Meinung:

Dragon from Russia bekommt für mich in etwa die gleiche Note wie Clarence Fords The Man from Vietnam. Die besten Filme von ihm sind demnach Cheap Killers (nur in der Uncut-Fassung versteht sich) und Naked Killer. Dragon from Russia, der erste HK-Film, der zum Teil in Russland, Moskau gedreht wurde, ist eine Comic-Verfilmung. Clarence Ford hat damit den japanischen Mange Crying Freeman verfilmt. Unter diesem Titel gibt es auch eine französische Verfilmung und Simon Yam spielte später in einer weiteren HK-Adaption mit (Killer's Romance).

Der Plot ist auch hier etwas konfus und sprunghaft in Szene gesetzt. Das gilt auch für viele Figuren- und Nebenfiguren und deren Verhältnis zueinander. Mal stehen sie auf der einen Seite, Mal auf der anderen Seite. Das war schon hier und da etwas verschachtelt. Typisch Clarence Ford, würde ich meinen. Aber unterhaltsam ist der Film, das muss man Dragon from Russia lassen. Die Kampfszenen in der Moskauer Metro sind für meinen Geschmack die besten Action- und Kampfszenen des Filmes, da am bodenständigsten.

Danach folgt Sub Plot um Sub Plot und innovative Trainingsszenen, in welchen Sam Hui (The Private Eyes, The Contract, Aces Go Places II) zum Killer trainiert wird. Letzterer war mehr in Komödien zu sehen, nicht in Actionfilmen. Das ist eine willkommene Abwechslung und er macht in den Actionszenen eine gute Figur. Nebst ihm gefallen in den Action-Sequenzen noch Yuen Tak (auch Choreograph der Actionszenen), Yueh Wah (einer der Killer im ersten Viertel des Filmes), Gweilo Anthony Mark Houn (The Stone Age Warriors), der den Moskau-U-Bahn-Attentäter spielt und Sam Wong Ming-Sing (der den sehenswerten U-Bahn Kampf gegen den Gweilo austrägt). Sam Wong Ming-Sing gehörte dazumal zu Jackie Chans Stunt-Team. Seine Erfahrung sieht man den Szenen positiv an.

Diese Kampfszenen zu Beginn des Filmes sind rasant und cool inszeniert. Später wird es immer mehr Wirework-lastig und nebst Kampfszenen gibt es auch Verfolgungsjagden, Shoot-Outs und Explosionen (im Finale) zu sehen. Die Kameraarbeit ist dabei flott und schnell unterwegs, so dass manch Detail nur kurz zu sehen ist (z.B. wie der dunkelhäutige Kämpfer auf dem Friedhof durch den Messerwurf stirbt). In weiteren Rollen sind Maggie Cheung (mit ihr arbeitete Clarence Ford bereits in Iceman Cometh zusammen), Nina Li Chi (Pedicab Driver), Carrie Ng (mit ihr arbeitete Clarence Ford bereits in Naked Killer zusammen), Rachel Lee Lai-Chun (mit ihr arbeitete Clarence Ford bereits in Gun & Rose zusammen) sowie Dean Shek (By Hook or by Crook). Letzterer hat den Film produziert.

Fazit: Für Fans des 90er Jahre HK-Kinos zu empfehlen!

Infos:

O: Gung Cheung Fei Lung

HK 1990

R: Clarence Ford

D: Sam Hui, Maggie Cheung, Nina Li Chi, Carrie Ng, Yuen Tak, Rachel Lee Lai-Chun, Sun Xing, Dean Shek, Yuen Wah, Pai Ying

Laufzeit der UK-DVD: 90:42 Min.

Gesehen am: Nov. 2006 / Neusichtung am: 10.03.25

Fassungen: Gesehen via UK-DVD von HKL = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs, Extras wie Audiokommentar, geschnittene Szenen oder Interviews (das von Clarence Ford lohnt sich). In Deutschland ist der Film von T&G Vision Film / Cargo Records auf Blu-Ray raus.

Dienstag, 13. August 2024

A Mad World of Fools

Shawgust 2024

A Mad World of Fools

Inhalte inklusive meiner Meinung:

A Mad World of Fools, eine Mitte der 70er Jahre Shaw Brothers Produktion und «Komödie» im modernen Setting, die von David Chiang (Shaolin Abbot, Die Todeskralle des roten Phoenix, What Price Survival), der auch die Hauptrolle spielt und im Film zusätzlich als «Presenter» zu sehen ist (à la Cryptkeeper in Geschichten aus der Gruft), realisiert wurde, wurde von Chang Cheh (Dancing King, The Rebel Intruders, Disciples of Shaolin) produziert. Der Film hat keinen wirklichen Plot.

Die Shaw Brothers gingen nach dem Motto «Sex sells». David Chiang als Presenter bietet den Zuschauern zehn Sketchs in unterschiedlicher Länge, um diese danach jeweils zu kommentieren. Das hatte z.T. fast Fake Mondo Vibes, da dem damals konservativen 70er Jahre Hong Kong Zuschauer sexuelle Vorlieben (Exhibitionismus, Voyeurismus, Fetisch, S/M, Homosexualität, Transvestitismus) und nackte Tatsachen (hier und da paar Brüste) gezeigt werden.  

Aufgelistet bieten die zehn Sketchs folgendes:

1. Dean Shek (A Better Tomorrow 2) als Voyeur und Fetischist. Gebrauchte Frauenkleider, ein BH und Slip, verdrehen ihm den Kopf.

2. Ein Mann in Frauenkleidern begutachtet sich im Spiegel.

3. Ein Mann, der von Frauen umworben wird, stellt sich als homosexuell aus.

4. Wu Ma (Two Jolly Cops) entblösst sich vor diversen Frauen.

5. Ein Schwächling und Tagträumer (David Chiang) wünscht er wäre ein Kung Fu Star. Seine Idole: Bruce Lee, Chen Kuan-Tai und Ti Lung. Doch als er mit seiner Freundin spazieren geht und von einer Gruppe Männern belästigt wird, stellt sich heraus, dass er seine Träume nicht in die Tat umsetzen kann. Einer der wenigen guten Sketchs des Filmes, da David Chiang und lange Laufzeit. Als Belästiger sind u.a. Fung Hak-On (Last Hurrah for Chivalry) und Yuen Cheung-Yan (Drunken Tai Chi) zu sehen.

6. Ein Ehemann steigert seine Lust, indem er eine Prostituierte besucht.

7. Ein Ehemann der Schulden hat und statt seiner Ehefrau die TV-Inhalte geniesst, bringt diese an den Rand der Verzweiflung.

8. Ein Geschäftsmann lässt sich von einer Prostituierten auspeitschen.

9. Ein Sohn kehrt aus Europa zu seiner Familie zurück inklusive seiner europäischen, aufgeschlossenen und freizügigen (blonden) neuen Ehefrau (Marlene Perry) - sehr zum Schrecken der Familie.

10. Die 2. Folge mit David Chiang und nebst dem 5. und 9. Sketch jene mit der längsten Laufzeit. David Chiang spielt einen Kleptomanen. Als er jedoch von Gangstern etwas klaut, wird er von diesen verfolgt. Die Gangster spielen u.a. einmal mehr Fung Hak-On und zusätzlich noch Lau Kar-Wing (der zusammen mit Lau Kar-Leung auch als Action Director fungierte) und Paul Chun Pui (People’s Hero, In the Line of Duty III).

Lohnt sich A Mad World of Fools? Man sollte meinen ja. Zehn Sketchs = abwechslungsreich und unterhaltsam. Dennoch kann ich diese «Komödie» kaum empfehlen. Der Film ist mittelmässig und für eine Komödie eigentlich kaum lustig. Die meisten Episoden sind belanglos und uninteressant. Sketchs Nr. eins und neun waren solide. Nur jene mit David Chiang (Sketchs Nr. fünf & zehn) waren gut. David Chiang und sein Charisma machen vieles wett und in dem fünften Sketch gibt es auch Kung Fu-Szenen zu sehen. Seine Tagträumereien werden amüsant dargestellt und ihn in einer modernen Rolle zu sehen, machte Spass.

Alles in allem müsste der Film eigentlich aus der Sammlung fliegen, aber dank David Chiang und zwei zugedrückten Augen bleibt der Mal vorerst in der Sammlung…

Infos:

O: Guai ren guai shi

HK 1974

R: David Chiang

D: David Chiang, Marlene Perry, Wu Ma, Dean Shek, Yuen Cheung-Yan, Richard Breslin, Lau Kar-Wing, Fung Hak-On, Paul Chun Pui, Tina Chin Fei, Maggie Li Lin-Lin, Lily Chen Ching

Laufzeit der TW-DVD: Ca. 97 Min.

Gesehen am: Aug. 2024

Fassungen: Mir lag die Code-3-Disc aus Taiwan von Celestial/Deltamac vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2024).

Freitag, 5. Juli 2024

Blood Reincarnation

Blood Reincarnation

Story:

Es werden drei Kurzgeschichten erzählt:

The Treasure: Eine schwangere Frau (Shirley Wong Sa-Lee) und ihr Mann (Dean Shek) haben eine alte Frau (Mama Hung) in den Tod getrieben. Nun, während der Geburt, ist die Zeit der Rache gekommen und der Geist der alten Frau schlägt zurück...

The Wanton: Ein Ehemann erwischt seine Frau (Mang Lee) beim Sex mit einem anderen (Henry Yu Yang). Ein Unglück kommt selten allein d.h. der Ehemann wird gewaltsam in einer Box verstaut und im See ertränkt. Doch sein Geist kommt zurück, um Rache zu nehmen...

Lau Tin Sok: Ein Arzt (Peter Yang Kwan) wird zu Unrecht hingerichtet, da er für den Tod einer Patientin verantwortlich gewesen sein soll. Doch dank einer Wiedergeburt bleiben ihm sieben Tagen um Dinge zu vollenden, welche er vor seinem Tod nicht vollenden konnte. Seine Frau ahnt nichts davon und ein Exorzist ist bereits auf dem Weg, den Geist des Arztes zu bekämpfen…

Meine Meinung:

Blood Reincarnation ist zwar kein Kracher, aber für Fans von klassischen Gruselfilmen aus Hong Kong zu empfehlen, zumal der Film sehr selten ist. Der in Taiwan gedrehte Episodenhorrorfilm der Produktionsfirma H.K. Fong Ming Motion Picture Co. Ltd. (The Girl Named Iron Phoenix, Enter the Fat Dragon) aus dem Jahr 1974 bietet drei Kurzgeschichten. Wie es der englische Titel bereits verrät, geht es um die «Blood Reincarnation», welche vor allem in der 3. und längsten Geschichte des Filmes erzählt wird, während der chinesische Titel übersetzt «Yin- und Yang-Reich» bedeutet.

Die drei Kurzgeschichten heissen The Treasure (1. Story), The Wanton (2. Story) und Lau Tin Sok (3. Story). Die ersten zwei Geschichten laufen nur kurz, haben mir aber mehr zugesagt als die 3. Episode, die viel Zeit in Anspruch nimmt, aber gleichzeitig die Dramatik der Tragweite in den Vordergrund stellt, statt auf Grusel und Horror aus zu sein. In den ersten zwei Episoden gibt es mehr Geister, Grusel und Effekte zu sehen, daher sagten mir diese mehr zu, was nicht heissen soll, dass ich die 3. Episode nicht mochte. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich wohl die Laufzeiten der einzelnen Episoden anders priorisiert.

Regisseur Ting Shan-Hsi (Knight Errant, Whiplash), der auch das Drehbuch schrieb, hat mit Blood Reincarnation solide Gruselunterhaltung inszeniert. Was ich gelungen fand, war der Verzicht auf Klamauk. Die Episoden wirken ernst und dank drei Geschichten wirkt der Film nicht langweilig. In der 1. Geschichte hat mir vor allem die Tatsache gefallen, dass es um den Tod und die Geburt geht. Neues Leben wird geschenkt, altes Leben wird genommen. Das wurde stimmungsvoll und creepy eingefangen. Die Tongestaltung war hervorragend. Zudem hat mich Dean Shek (The Bravest Fist) überzeugt. Er spielt zur Abwechslung eine dramatische, ernste Rolle. Toll!

Die 2. Episode hat mir auch gefallen. Dieser erinnerte mich an die Story Something to Tide You Over mit Leslie Nielson aus George A. Romeros Creepshow (Drehbuch: Stephen King). Eine amerikanischer Episodenhorrorfilm aus den 80ern. Auch in dieser geht es um Untreue, einen Mordversuch, Ertränken und Rache. Ob die 2. Episode aus Blood Reincarnation als Vorlage diente? Unwahrscheinlich, aber wer weiss das schon. Wer hätte z.B. gedacht, dass der Urin-Joke, den Steve Buscemi in Desperado erzählt, in der HK-Komödie From Here to Prosperity zu sehen war. Gespielt und vorgetragen (in die Praxis umgesetzt) von David Chiang - und der Film stammt aus dem Jahr 1986, während Desperado erst in den 90ern realisiert wurde.

Fazit: Nicht uninteressante und stimmungsvolle Grusel-Anthologie aus Hong Kong!

Infos:

O: Yin Yang Jie

HK 1974

R: Ting Shan-Hsi

D: Dean Shek, Shirley Wong Sa-Lee, Wang Lai, Mama Hung, Mang Lee, Henry Yu Yang, Chiang Nan, Peter Yang Kwan, Tang Pao-Yun

Laufzeit der HK-VHS: 93:29 Min.

Gesehen am: Sept. 2014 / Neusichtung am: 12.05.24

Fassungen: Früher als Bootleg DVD gesehen, lag mir nun für die 2. Sichtung das seltene HK-VHS von Golden Cinema City Video Distribution Ltd. vor = O-Ton, englische Subs, Vollbild, gute Bild- und Tonqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Mai 2024).

Samstag, 8. Juni 2024

To Hell with the Devil

To Hell with the Devil

Story:

Bruce Lee (Ricky Hu) ist ein erfolgloser Musiker, der um das Herz von Peggy (Jade Hsu) kämpft. Doch Bruce Lee wird von Pech verfolgt und Peggy bevorzugt Musiker und Playboy Rocky (Nat Chan Pak-Cheung). Im Auftrag des Teufels (Chung Fat) sucht Flit (Stanley Fung) auf Erden nach Seelen. Flit schliesst mit Bruce einen Vertrag ab: Bruce hat drei Wünsche gut, dafür verkauft er seine Seele dem Teufel. Gott (Anders Nelsson) schickt Reverend Ma (Paul Chun) los, um die Pläne des Teufels zu verhindern…

Meine Meinung:

Zur Neusichtung des John Woo (Sunset Warriors) Filmes To Hell with the Devil kam es aufgrund des bevorstehenden Filmfest-Besuchs des Brugggore Filmfestival 2024. Da wird die Ital. Band Goblin anwesend sein und live die Musik zu Suspiria beisteuern. Da gehe ich natürlich hin und hoffe auch auf Autogramme - und als ich Filme mit Mitwirkung der Band Goblin oder des Solo-Künstlers Claudio Simonetti herausgesucht habe, stiess ich auch auf To Hell with the Devil. Als einzige Quelle konnte ich die imdb ausfindig machen. Die geben an, dass Goblin musikalisch an dem Film beteiligt gewesen sein soll.

Daher wurde der Film geschaut, um dies zu überprüfen. Und ich kann es nicht bestätigen. Goblin wird weder im Vor- noch Abspann erwähnt und mir sind keine bekannten Italo-Tracks der Band aufgefallen. Es gibt ja viele asiatische Filme, die Musik aus westlichen Filmen stehlen. Auch Goblin-Soundtracks wurden oft geklaut. Ihr Theme aus Dawn of the Dead gibt es z.B. in Die Hölle der lebenden Toten oder Tsui Harks drittem Spielfilm, Söldner kennen keine Gnade, zu hören. Es hat in To Hell with the Devil ganz wenige musikalische Klänge, die ggf. aus westlichen Filmen stammen könnten. Aber ich weiss nicht, ob diese von Goblin sind oder nicht.

Den Film sah ich zehn Jahre nicht mehr. Der Mix aus Grusel und vor allem Komödie/Slapstick hat mir sehr gut gefallen. Die John Woo Komödien wie From Riches to Rags, Laughing Times oder Plain Jane to the Rescue sind, wie auch To Hell with the Devil, leider viel zu unbekannt. Ricky Hui (Mr. Vampire) hat in fast allen dieser Komödien mitgespielt. Auch Dean Shek (His Name Is Nobody), der hier jedoch nebst Namen wie Chung Fat (Twinkle Twinkle Lucky Stars), John Ladalski (Carry On Yakuza), John Shum (Police Assassins) oder Anders Nelsson (Scared Stiff) mehr einen Kurzauftritt hinlegt, statt eine Haupt- oder Nebenrolle zu spielen.

Ricky Hui macht seinen Job sehr gut. Auch Jade Hsu (The Sword), Nat Chan Pak-Cheung (sehr typische Rolle für ihn) oder Paul Chun (In the Line of Duty III) wissen zu gefallen. Am meisten Freude hatte ich aber an Stanley Fung (Sketch) als des Teufels Seelenbeschaffer. Welch wunderbare Performance von ihm. Köstlich amüsant, wechselhaft und sympathisch. Jede Szene mit ihm ist ein Genuss. Die verschiedenen Settings sind hübsch fantasievoll, abwechslungsreich und stimmungsvoll (Grusel-Einrichtungen, die Hölle oder der Himmel).

Die Make-Up-Effekte, Masken, Einfälle und Kämpfe von Gut gegen Böse wurden innovativ und sehenswert eingefangen. Vor allem das letzte Viertel gibt alles und der Film bietet tolle Einfälle und eine innovativ Kameraarbeit. Was den Humor angeht, wird dem Zuschauer einiges abverlangt und vieles war over the top und einzelne Momente auch fast zu doof, um lustig zu sein. Mir gefällt sowohl das Outfit des Teufels, wie auch die Zähne oder der fliegende Kopf im Finale von Stanley Fung.

Fazit: Wer 80er und 90er Jahre HK-Filme mag (vor allem Komödien), sollte sich diesen John Woo Film nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Lut Dang Tin Bye

HK 1982

R: John Woo

D: Ricky Hu, Jade Hsu, Nat Chan Pak-Cheung, Chung Fat, Stanley Fung, Paul Chun, John Ladalski, John Shum, Anders Nelsson, Dean Shek

Laufzeit der HK-DVD: 89:43 Min.

Gesehen am: Jan. 2014 / Neusichtung am: 04.04.24

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD aus Hong Kong von Joy Sales / Fortune Star vor = Gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton, englische Subs. Ton wirkte hier und da minim asynchron. Es gibt keine Blu-Ray, keine UHD und keine deutsche Fassung (Stand: April 2024).

Mittwoch, 11. Mai 2022

A Better Tomorrow 2 Review



A Better Tomorrow 2

Story:

Kit (Leslie Cheung) arbeitet Undercover, um Gangster Lung (Dean Shek Tin) dingfest zu machen. Um den Fall zu lösen setzt die Polizei auch Kits Bruder Sung (Ti Lung) und entlässt diesen nach den Ereignissen aus dem ersten Teil aus dem Gefängnis. Doch als Lung verraten wird und Unschuldige sterben, endet dies für Lung mit einem Nervenzusammenbruch und auch Kit begibt sich in Lebensgefahr. Da tut sich Sung mit Marks Bruder Ken (Chow Yun-Fat) zusammen, um die Bösewichte zu stoppen…

Meine Meinung:

A Better Tomorrow 2 erreicht nicht die Klasse des Vorgängers. Ähnlich wie Jackie Chan mit Police Story 2, schafft es John Woo (Last Hurrah for Chivalry) nicht, seinen Vorgänger zu übertreffen oder dessen Qualität zu erreichen. Dennoch ist A Better Tomorrow 2 nach wie vor ein sehenswerter Heroic-Bloodshed Film, der sich lohnt, gesichtet zu werden.

John Woo brachte Leslie Cheung, Ti Lung und Chow Yun-Fat zurück. Chow Yun-Fats Figur verstarb zwar im ersten Film, also wurde halt ein Zwillingsbruder aus dem Hut gezaubert. John Woo und Co. konnten damals noch nicht ahnen, wie erfolgreich A Better Tomorrow und wie beliebt Chow Yun-Fat bei den Fans werde würde.

Daneben sind Emily Chu, Kenneth Tsang, Ng Man-Tat (Rape and Die), Shing Fui-On sowie Dean Shek (By Hook or by Crook) zu sehen. Es gibt zwei Gründe, die A Better Tomorrow 2, der in True Romance zitiert und gewürdigt wird, die dafür sorgen, dass mir Teil eins besser gefällt: die Reis-Szene mit Chow Yun-Fat und den Schutzgelderpressern fand ich doof und peinlich und schwer erträglich war Dean Shek als kognitiv beeinträchtigter. Diese Szenen habe ich sogar spulen müssen.

Abgesehen davon wartet der Film mit einem coolen Cast, genug Drama und Überraschung (erneut stirbt eine der Hauptfiguren – äusserts dramatisch), einem tollen Soundtrack und vor allem ultrablutigen Shoot-Outs und Action-Szenen auf, in denen teilweise auch Äxte und Samuraischwerter zum Einsatz kommen, um den Feind zu vernichten. Das Finale ist in der Hinsicht ein absoluter Traum für jeden Actionfan.

Fazit: Nicht eine geniale, aber dennoch sehr gute Fortsetzung und jedem Action- und John Woo Fan zu empfehlen!  

Gefolgt von: A Better Tomorrow 3

Infos:

O: Ying Hung Boon Sik II

HK 1987

R: John Woo

D: Ti Lung, Chow Yun-Fat, Dean Shek, Leslie Cheung, Kenneth Tsang, Ng Man Tat, Emily Chu Bo-Yee, Shing Fui-On, Regina Kent, Lung Ming-Yan

Laufzeit der koreanischen DVD: 103:36 Mn.

Neusichtung am: 01.04.22 / Sichtung der US-Blu: 16.12.25

Fassungen: Siehe Teil eins mit der Ausnahme, dass es Teil zwei Uncut in Deutschland von Laser Paradise auf DVD gibt (Deutsch/Kanto mit Subs). Eine deutsche Blu-Ray bzw. Blu-Ray gibt es nicht bzw. nur in Hong Kong (Stand: April 2022). Nachtrag Dez. 2025: Für eine Neusichtung lag mir die neue US-Blu-Ray von Shout Factory vor. Die haben alle drei Teile in einer Box veröffentlicht und das Highlight aus der Edition ist die längere Workprint Fassung von A Better Tomorrow 2. Nur aufgrund dieser habe ich mir diese Edition auch gekauft. Die Fassung hat mir bis auf die nervenden Szenen mit dem Reis und dem irren Dean Shek (und davon gibt es auch etwas mehr zu sehen) gut gefallen. Alles andere, was neu dazukommt (Story, Charaktertiefe, Gewalt und Action) sind toll. Gefällt mir leicht besser als der erste Teil. Die Dramatik gegen Ende (Leslie Cheungs Tod und der Übergang zum 20minütigen Actionfinale) ist eine Wucht und in Zukunft wird nur noch der Workprint im Player landen.