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Montag, 1. Juni 2026

Swordsman

Swordsman

Story:

Eine wertvolle Schriftrolle wird gestohlen. Wer die Inhalte dieser Schriftrolle kennt und umsetzen kann, der wird unbesiegbar sein. Der oberste Richter (Lau Shun) und seine rechte Hand (Jacky Cheung) machen es sich zur Aufgabe, die Schriftrolle zu finden. Dazu haben sie auch Dritte (u.a. Yuen Wah) beauftragt. Auch diverse Clans sind hinter dieser her. Ling Wu Chung (Sam Hui) sowie Kiddo (Cecilia Yip Tung) geraten in einer Färberei zwischen die Fronten der Parteien…

Meine Meinung:

Swordsman ist der Auftakt in eine dreiteilige Wuxia-Reihe mit fantasievollen Kämpfen, unzähligen Figuren und rasanter Wire-Work-Action. Obwohl die Dreharbeiten von Swordsman durch diverse Tatsachen chaotisch waren und zudem in die Länge gezogen wurden, wirkt das Endergebnis rund und zufriedenstellend. Je nach Datenbanken sind nämlich ganze fünf bis sechs Namen als Regisseure geleistet: Tsui Hark (The Blade), King Hu (Come Drink with Me), Ann Hui (The Secret), Andrew Kam (The Big Heat), Ching Siu-Tung (Duel to the Death) sowie Raymond Lee Wai-Man (Dragon Inn).

Tsui Hark wollte sein Idol King Ku auf dem Regiestuhl haben. Doch unterschiedliche Ansichten und Differenzen inklusive des Gesundheitszustands von King Hu sorgten dazu, dass dieser vor Beendigung des Filmes seinen Posten verliess. Dadurch wurde das Projekt vorübergehend auf Eis gelegt. Auf Druck von Produzenten und Investoren ging es später weiter und Tsui Hark sah sich gezwungen, selbst Regie zu führen. Da er jedoch noch in anderen Projekten feststeckte, wurden Ann Hui (sie half King Hu noch in Taiwan), Ching Siu-Tung (er sorgte für die Actionchoreographie), Raymond Lee Wai-Man & Andrew Kam angeheuert, damit sich Tsui Hark zeitweise auch anderen Produktionen widmen konnte.

Wie gesagt, dem Film sieht man diese "Störungen" nicht negativ an. Von den Originalszenen von King Hu soll nur sehr wenig Material im Film gelandet sein. Der Film wirkt in der Tat wie ein typischer 90er Jahre Wuxia à la Tsui Hark und Ching Siu-Tung. Es handelt sich bei dem Erstlingswerk der Reihe übrigens um eine Wuxia Literatur Verfilmung. Verfilmt wurde die Geschichte The Smiling, Proud Wanderer. Ob diese gelungen ist, kann ich nicht beurteilen, da ich diese nicht kenne. Swordsman sah ich seit fast 20 Jahren nicht mehr. Der Film hat die Neusichtung bestanden. Der Film erreicht jedoch keine Kracher-Qualitäten. Dafür gab es die ein oder andere lahme Sequenz. Mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden war der Film auch zu lang.

Zudem gab es mind. drei Gesangsmomente, die ich zum Fremdschämen fand und die ich spulen musste. Da aber Sam Hui (The Private Eyes, Aces Go Places II, The Last Message) die Hauptrolle verkörperte (auch Sänger), war klar, dass er auch singen würde. Er bringt je nach Szene auch etwas zu viel Humor in den Film und ihm nehme ich den Action-Star nicht ganz ab, auch wenn er in der Hinsicht auch in anderen Filmen erfolgreich war (Dragon from Russia). Die Auftritte von Wu Ma (14 Blades) sowie Lam Ching-Ying (mit total billigem Fake-Bart) hätte man genau so gut streichen können. Die bringen kaum Mehrwert und werden gegen Ende als Flashback sogar nochmals unnötig wiederholt.

Wo der Film für mich nebst den rasanten und fantasievollen Actionmomenten überzeugte, war seine Wahl der Bösewichte. Yuen Wah (Iceman Cometh, Kung Fu vs. Acrobatic) war sehr solide und noch mehr Freude hatte ich Jacky Cheung (Bullet in the Head, Tiger Cage) sowie Lau Shun. Jacky Cheung passt mir manchmal gar nicht (z.B. Bullet for Hire). Hier war er aber von Anfang an stark, da er einen Bösewicht und die rechte Hand des Oberbösewichts spielt. Ohne humorvolle Slapstick-Einlagen. Und in dieser Rolle gefiel er mir ausserordentlich gut. So auch Lau Shun (The Ultimate Vampire), der am 29.06.26 verstorben ist. Er spielt den Eunuchen (in den deutschen Untertiteln als «oberster Richter») und Hauptbösewicht (und ich liebe das in dem Genre, wenn Eunuchen die Endgegner sind) und jede Szene mit ihm war ein Genuss. Die Färberei (welche fast wie ein abgelegenes Gasthaus wirkt) hatte zudem Dragon Inn, The Green Dragon Inn und Co. Vibes.

Fazit: 90er Jahre Wuxia-Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: Swordsman II

Infos:

O: Siu Ngo Gong Woo

HK, TW 1990

R: Tsui Hark, King Hu, Ann Hui, Andrew Kam, Ching Siu-Tung, Raymond Lee Wai-Man

D: Lau Shun, Jacky Cheung, Yuen Wah, Sam Hui, Cecilia Yip Tung, Lau Siu-Ming, Sharla Cheung Man, Fennie Yuen Kit-Ying, Wu Ma, Lam Ching-Ying

Laufzeit der deutschen DVD: 113:02 Min.

Gesehen am: Juni 2008 / Neusichtung am: 01.06.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von e-m-s vor = reguläre HK-Fassung Uncut, in Deutsch/Kantonesisch mit deutschen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Die Taiwan-Fassung (ZDF-Free TV, deutsche Blu-Ray von T&G Vision Film / Cargo Records, deutsche VHS-Fassungen) ist länger, aber die Erweiterungen sind bis auf eine Szene (blutige Handgelenkverletzung von einer Sekunde) vernachlässigbar. In Deutschland ist der Film als Meister des Schwertes veröffentlicht worden.

Samstag, 28. März 2026

Bullet for Hire

Bullet for Hire

Story:

Nach einem missglückten Attentat setzt Gangsterboss Mr. Dick (Dick Wei) die zwei Profikiller Shan (Jacky Cheung) sowie Han (Simon Yam) auf Ngok (Lo Lieh) an. Dieser wurde von der Polizei (u.a. Elaine Lui) erpresst und hat den Auftrag vermasselt und sich damit auf die Todesliste gesetzt. Doch Han kämpft mit Gewissensbissen, den Auftrag durchzuführen und seinen Mentor zu töten…

Meine Meinung:

Bullet for Hire sah ich nur einmal. Im April 2012. Ich wusste nur noch, dass es ein blutiger Actionstreifen im modernen Setting ist. Daher freute ich mich, den Film von Yuen Jun-Man aufzufrischen. Immerhin war er für Filme wie Forbidden Arsenal oder Night Life Hero zuständig und der Cast kann sich sehen lassen: Simon Yam (Run and Kill, Full Contact), Shaw Brothers Legende Lo Lieh (Clan of the White Lotus, Fists and Guts), Jacky Cheung (A Chinese Ghost Story 2, Bullet in the Head), Dick Wei (Paper Marriage, Witch from Nepal) und Elaine Lui (Iron Angels II, Stone Age Warriors). Der Plot hörte sich auch vielversprechend an (= Mittel zum Zweck).

Und hat Bullet for Hire die 2. Sichtung bestanden? Nicht wirklich. Ja, die Action rockt, ist sehenswert und zuweilen wirklich sehr roh, schmerzhaft, blutig und brutal. Aber das allein macht noch keinen guten Film aus. Zudem ist der Film in den ersten 40-50 Minuten relativ langweilig. Der Ton zu wechselhaft, die Musik unpassend und gefiel mir oft nicht. Einige der Nebenfiguren funktionierten für mich auch nicht (Lo Liehs Filmtochter, die bewusst einen auf kognitiv eingeschränkt macht). Und wer bitte schön hat die Frisur, Kleidung und Co. für Dick Wei ausgewählt? Der sieht aus wie ein alter Uni-Professor. Die Längen machen viel kaputt.

Am Schlimmsten war jedoch ausgerechnet Jacky Cheung. Der war super nervend und der Film hätte eigentlich auch ohne diese Figur funktioniert. Damit hätte der Film gestraft und actionreicher (und weniger nervend) ausfallen können. Der wirkt dumm wie Stroh und naiv. So wie in Kung Fu Filmen, wenn das Landei in die Grossstadt kommt und keinen Plan hat. Hier war es aber zu extrem und übertrieben. Das passte nicht zum Film und Genre und hat sehr gestört, da oftmals einfach lächerlich und peinliche Darbietung. Simon Yam hingegen war cool. Und an Lo Lieh hatte ich Freude. Schade, dass Elaine Lui im Finale nicht mehr vorkam. Sie hat nämlich Pep in den Film gebracht.

Fazit: Längen, Humor und Jacky Cheung sind ärgerliche Attribute des Filmes, die den Film runterziehen und qualitativ schwächen. Schade um die tollen Actionsequenzen…

Infos:

O: Ji Dan Chut Jo

HK 1991

R: Yuen Jun-Man

D: Simon Yam, Jacky Cheung, Lo Lieh, Dick Wei, Elaine Lui

Laufzeit der HK-Blu-Ray: 92:49 Min.

Gesehen am: April 2012 / Neusichtung am: 28.03.26

Fassungen: Früher sah ich den Film als alte HK-DVD in Vollbild. Für die aktuelle Sichtung lag mir die HK-Blu-Ray von CN Entertainment vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, Widescreen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2026).

Donnerstag, 20. November 2025

Wicked City Review

Wicked City

Story:

Die Dämonen-Welt ist in Aufruhr. Dämon Shudo (Roy Cheung) will der alleinige Herrscher über die Dämonenwelt werden. Zwei Dämonenjäger (Jacky Cheung, Leon Lai) sind hinter den Dämonen her. Doch dann verliebt sich einer der Dämonenjäger in eine Dämonin (Michelle Reis) und umgekehrt…

Meine Meinung:

Wicked City ist ein Anfang der 90er Jahre Film aus Hong Kong und basiert auf einem japanischen Comic von Hideyuki Kikuchi. Wicked City ist nicht zu verwechseln mit dem japanischen Anime. Der Film aus Hong Kong wurde von Tsui Hark (The Butterfly Murders, We're Going to Eat You) produziert.  Regie führte der mir unbekannte Peter Mak Tai-Kit (Enemy Shadow). Das ist das zweite Mal, dass die Filmemacher aus Hong Kong einen japanischen Comic verfilmt haben (der andere Film stellt Story of Ricky dar).

Mir gefällt der Film, den ich bisher immer nur als Laserdisc sah. Der Film hat eine ziemlich abgefahrene Handlung voller verrückter Ideen, einen wirklich grossen und bizarren Ideen- und Fantasiereichtum und bietet viele sehenswerte Gummimonster, Verwandlungs- und sonstige CGI-Effekte. Für Fans solcher charmanten Effekte und Fantasy-Action-Szenen ist Wicked City sehenswert geworden. Die Action rockt. Die Liebesgeschichte hätte man vielleicht etwas straffen können, aber bringt noch etwas Dilemma in den Plot.

Zwar sitzt nicht jeder (CGI)Effekt, die Musik empfand ich als belanglos und lahm und von Leon Lai (Fun and Fury, Run) bin ich kein allzu grosser Fan, dennoch gefällt der Film mit Namen wie Roy Cheung (der spielt natürlich den Bösewicht, Jacky Cheung (Tiger Cage, Pom Pom & Hot Hot), Michelle Reis (The Sword of Many Lovers, A Chinese Ghost Story 2), Yuen Woo-Ping (Iron Monkey, Wing Chun) und Japaner Tatsuya Nakadai (Battle of the Japan Sea). Wicked City wurde zu Ehren von Tatsuya Nakadai angesehen.

Tatsuya Nakadai verstarb vor zehn Tagen. Er war eine Legende des japanischen Kinos. Er spielte in Klassikern wie Harakiri, Sword of Doom und in den Filmen von Akira Kurosawa. Er spielt nebst Jacky Cheung, Leon Lai und Michelle Reis die vierte Hauptrolle im Film. Er spielt den Vater von Roy Cheung und bekommt deutlich mehr Screentime als Roy Cheung. Tatsuya Nakadai ist von Anfang an bis zum Finale dabei. In einer japanischen Comic-Verfilmung einen Japaner im Cast zu haben, war sicher auch aus kommerziellen Gründen eine gute Idee, um möglichst viele Japaner in die Kinos zu locken.

Fazit: Abgefahrene Comic-Verfilmung!

Infos:

O: Yao Shou Du Shi

HK 1992

R: Peter Mak Tai-Kit

D: Roy Cheung, Jacky Cheung, Leon Lai, Michelle Reis, Tatsuya Nakadai, Yuen Woo-Ping, Carman Lee

Laufzeit der US-LD: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Aug. 2016 / Neusichtung am: 17.11.25

Fassungen: Gesehen via US-LD von Image Entertainment = durchschnittliche Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. Inzwischen gibt es davon nicht nur eine deutsche Uncut-DVD (als Mutant City in Deutsch oder Kantonesisch ohne Untertitel), sondern auch eine Blu-Ray (in HK mit O-Ton und englischen Subs). In Japan gibt es eine leicht längere Fassung, dafür wurde eine Nacktszene durch eine harmlosere Einstellung ausgetauscht.

Sonntag, 6. April 2025

Once Upon a Time in China

Once Upon a Time in China

Story:

Spätes 19. Jahrhundert Kanton:

Arzt und Martial Arts Meister Wong Fei-Hung (Jet Li) und seine Schüler (u.a. Kent Cheng, Jacky Cheung) finden sich in einer Zeit wieder, in welcher Ausländer (Jonathan Isgar, Mark King, Steve Tar) vor Ort ebenso wie ansässige Kleingangster (Yau Gin-Gwok) für Unruhe sorgen. Dazu kommt, dass Wong Fei-Hung von Iron Robe Yim Chun Tung (Yen Shi-Kwan) zum Duell herausgefordert wird und dann muss Wong Fei-Hung auch noch seine 13. Tante (Rosamund Kwan) beschützen…

Meine Meinung:

Basierend auf dem realen Volksheld Wong Fei-Hung, der in Hong Kong schon durch ältere Generationen verkörpert wurde (Gordon Liu in Martial Club oder Kwan Tak-Hing in 77!!! einzelnen Filmen), schickt Tsui Hark (Knock Off, The Twin Dragons, Aces Go Places III) Jet Li (Hitman, Fong Sai Yuk II, Lethal Weapon 4) ins Rennen. Once Upon a Time in China ist der erfolgreiche und aufwändige Blockbuster des damaligen HK-Kinos, der für viele Preise nominiert wurde, einige einsackte und u.a. fünf Fortsetzungen nach sich zog.

Ich sah den Auftakt der Once Upon a Time in China Reihe sehr lange nicht mehr. So freute ich mich, heute mit dem 1. Teil meine Rewatch-Serie gestartet zu haben. In Once Upon a Time in China steckt viel Qualität. Das sieht man der Produktion trotz diverser Probleme beim Dreh (Cast und Crew, die abgesprungen sind oder Jet Li, der sich verletzt hat und im Finale z.T. gedoubelt werden musste) deutlich an. So muss der Film zu den besseren Werken von Tsui Hark gezählt werden, auch wenn ich Filme wie Dangerous Encounter - 1st Kind, The Butterfly Murders oder We're Going to Eat You nach wie vor zu seinen absoluten Highlights zähle. Noch vor Once Upon a Time in China.

Once Upon a Time in China hat tolle Kulissen, stark choreographierte Kampf- und Actionsequenzen, einen eigentlich tollen, namhaften Cast und eine visuell beeindruckende Kameraarbeit. Dazu ein wunderbares Lied, welches zu Beginn des Filmes im Vorspann die Herzen der Fans erfreut. Der erste Kampf von Jet Li gegen den Bösewicht (Yen Shi-Kwan) im Regen ist für mich eine der besten Szenen des ganzen Filmes. Da konnte dann leider auch das Leiter-Finale nicht anknüpfen. Im 1/4 des Filmes gab es mir zu wenig Action und mit einer stolzen Laufzeit von 134 Minuten war der Film doch vielleicht etwas zu lang.

Co-Star Yuen Biaos (Mr. Vampire II) Potenzial wird total verschenkt. Der bekommt eigentlich nicht eine wirklich tolle Kampfszene spendiert. Das ist schon sehr schade, wenn man so einen Namen an Bord hat. Sein Part wurde, wie auch jener von Jacky Cheung (Comic-Charakter ohne Action), für den 2. Film ausgetauscht. Weiter besetzt mit Kent Cheng (Run and Kill), Yuen Cheung-Yan (Sohn von Simon Yuen), Wu Ma (Gastauftritt) und Rosamund Kwan (ihren ganzen Sub-Plot hätte man zugunsten von mehr Action streichen können). Yen Shi-Kwan als Bösewicht war überzeugend. Dies sollte er später in Iron Monkey, wenn er Donnie Yen gegenübersteht, erneut unter Beweis stellen.

Fazit: Jet Li Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: Once Upon a Time in China II

Infos:

O: Wong Fei-Hung

HK 1991

R: Tsui Hark

D: Jet Li, Yuen Biao, Kent Cheng, Jacky Cheung, Yen Shi-Kwan, Yuen Cheung-Yan, Rosamund Kwan, Wu Ma, Jonathan Isgar, Mark King, Steve Tar, Yau Gin-Gwok

Laufzeit der US-Blu: Ca. 134 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung: 19.01.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray Box Once Upon a Time in China: The Complete Films = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, alle sechs Filme und Booklet in einer Box. Als Extras gibt es u.a. ein Interview mit Tsui Hark (in Englisch), ein Interview mit Yen Shi-Kwan (Englischer Voice Over), Audioaufnahmen von Jet Li (in Englisch), ein kurzes (und uninteressantes) Behind-the-Scenes Spezial und es kommt HK-Film-Kenner Tony Rayns zu Wort (sehr zu empfehlen). In Deutschland von Splendid auf Blu-Ray zu haben (Uncut, Deutsch/Kantonesisch mit Subs).

Samstag, 28. September 2024

Bullet in the Head

Bullet in the Head

Story:

Nach einem Mord flüchten die Freunde Ben (Tony Leung Chiu-Wai), Frank (Jacky Cheung) und Paul (Waise Lee) aus Hong Kong nach Vietnam. In Vietnam herrscht aufgrund des Krieges Chaos. Das Trio verspricht sich mit krummen Dingern Geld zu generieren. Zusammen mit Luke (Simon Yam) stehlen sie eine Kiste voller Gold und befreien «das Mädchen» (Yolinda Yan Choh-Sin) des Gangster-Bosses (Lam Chung). Dieser ist wenig erfreut: das Militär nimmt die Fährte auf und bei ihrer Flucht geraten die Freunde zwischen die Fronten des Krieges…

Meine Meinung (Director‘s Cut):

Die Mehrheit der John Woo Filme habe ich in den letzten Jahren aufgefrischt. Titel wie A Better Tomorrow 1 + 2, The Killer, Hard Boiled oder die Ur-Fassung von Heroes Shed No Tears (The Sunset Warrior). Die letzte Sichtung von Bullet in the Head ist sicher 15-20 Jahre her. Dank einem Schnittbericht und den dortigen Infos wurde ich motiviert, mir die deutsche Blu-Ray zu kaufen. Grund war der zuvor nie gesehen Director‘s Cut des Filmes. Die Blu-Ray stellt, Stand Ende Aug. 2024, die bisher weltweit längste Fassung dar. Zudem wurden Tonprobleme vergangener Veröffentlichungen korrigiert. Perfekt also, um den Film aufzufrischen.

Und was soll ich sagen? Bullet in the Head ist für mich schlicht und ergreifend das HK-Meisterwerk von John Woo (To Hell with the Devil, Silent Night, Hand of Death, Harte Ziele, Windtalkers, Just Heroes, Manhunt, From Riches to Rags, The Crossing 2). Sein bester HK-Film, gefolgt von, und da stehe ich sicher auch alleine da, Last Hurrah for Chivalry. Einem Wuxia Meisterwerk. Bullet in the Head hat im Gegensatz zu A Better Tomorrow, The Killer oder Hard Boiled für mich am besten funktioniert. Am meisten Emotionen ausgelöst. Daher ging meine Stimme an Bullet in the Head, nicht zu verwechseln mit Walter Hills Actionfilm mit gleichnamigem Titel aus dem Jahr 2012.

Bullet in the Head bietet inhaltlich extrem viel. John Woo liess viel aus seiner eigenen Biographie inklusive geschichtlich-politischen Themen (Vietnam-Krieg, Aufstände und Demonstrationen, Tiananmen Square Proteste/Massaker) in den Film einfliessen um hat darum herum eine Story gebildet, die von drei guten Freunden handelt, welche in dem Film vor harte Proben gestellt und am Ende z.T. zu Feinden werden. Themen wie Bruderschaft, Verrat und Aufopferung sind dabei Inhalte, mit denen John Woo, als er zu Shaw Brothers Zeiten unter Chang Cheh (Die Todespagode des gelben Tigers) arbeitete, genügend in Berührung kam. Und so in seine eigenen Filme einbaute. Heroic-Bloodshed Momente.

Der Film ist trotz seiner über zwei Stunden Laufzeit zu keiner Sekunde langweilig. Die Action-Szenen sind phänomenal gut gefilmt und inzensiert worden. Die richtigen Kameraeinstellungen zur richtigen Zeit, intelligente Schnitte, blutige Shoot-Outs, gekonnter Einsatz von Close-Ups oder Zeitlupenaufnahmen, für die John Woo berüchtigt ist. Dazu echte Panzer, Explosionen und Massenszenen. Perfekt choreographierte Momente, die teilweise wie ein Gedicht anmuten (Simon Yams Shoot-Outs oder Messer-Szenen im Haus des Gangster-Bosses). Die Kameraarbeit war ebenfalls eine Wucht. Und die wunderschöne und stimmige Musik erst. Ein Traum.

Und dazu ein Cast zum Zunge schnalzen: Tony Leung (People’s Hero, Magic Crane, My Heart Is That Eternal Rose), Jacky Cheung (A Chinese Ghost Story 3, High Risk, Slickers Vs Killers), Waise Lee (Tough Beauty and the Sloppy Slop, Overheard, A Chinese Ghost Story 2), Simon Yam (Raped by an Angel, Green Killer, Fatal Termination). Top-Cast. Waise Lee und Tony Leung standen bereits für andere John Woo Klassiker vor der Kamera (A Better Tomorrow 1-2, Hard Boiled). Am eindrücklichsten fand ich fast Jacky Cheung. Starke Darbietung. Die einzigen Frauenrollen beziehen sich auf kleinere Nebenrollen, die aber für Dramatik sorgen. In diesen machen Fennie Yuen Kit-Ying (School on Fire) und Yolinda Yan Choh-Sin (The Black Wall) eine gute Figur. John Woo selbst hat einen Gastauftritt.

Fazit: Must See Titel für jeden HK-Filmfan! Ein filmisches Meisterwerk!

Infos:

O: Dip Huet Gaai Tau

HK 1990

R: John Woo

D: Tony Leung Chiu-Wai, Jacky Cheung, Waise Lee, Simon Yam, Yolinda Yan Choh-Sin, Lam Chung, Fennie Yuen Kit-Ying, John Woo

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 137:06 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Neusichtung: 28.08.24

Fassungen: Für die Neusichtung lag mir die neue deutsche Blu-Ray von T&G Vision vor = limitiert auf 3500 Stück (ich habe 3144), mit Booklet, Uncut HK-Kinofassung und dem längeren Director‘s Cut (= längste Fassung weltweit), O-Ton und deutsche oder englische Subs. Es handelt sich bisher um die längste Fassung der Welt. Sogar exklusive Szenen aus einem Trailer wurden in den Film integriert. Die eingefügten Szenen haben eine schlechtere Qualität als der Rest des Filmes. Der Rest des Filmes sieht sehr gut aus. Tonprobleme aus anderen Editionen (Zitat: «neue/doppelte/fehlende Effekte, falsche Abmischung») wurden korrigiert. Löblich. Damit wird meine alte UK-DVD ersetzt und diese zu verkaufen versucht.

Freitag, 8. März 2024

A Chinese Ghost Story 3

A Chinese Ghost Story 3

Story:

Mönch Fong (Tony Leung Chiu-Wai) und sein Meister (Lau Shun) begeben sich zum Orchid Tempel. Dumm nur, dass dieser verhext ist. Es tauchen weibliche Geister (Joey Wong, Nina Li Chi) auf und auch ein Baummonster (Lau Siu-Ming) hat es auf die Helden abgesehen…

Meine Meinung:

Der dritte Teil gefiel mir auch früher deutlich weniger gut als seine Vorgänger (A Chinese Ghost Story 1 + 2). Dies hat nun auch die Neusichtung bestätigt. Der Film spielt zwar 100 Jahre nach dem ersten Teil, doch wirkt die neue Fortsetzung mehr wie ein lahmes und wenig originelles Remake statt eine Fortsetzung. Dazu kommt, dass der Cast mit Ausnahme von Joey Wong (Butterfly Sword) und Lau Siu-Ming als Baum-Dämon, ausgetauscht wurde.

Joey Wong agiert einmal mehr sehr souverän, auch Lau Siu-Ming. Wie schon im 2. Teil ist Jacky Cheung Hok-Yau (Tiger Cage) in einer grossen Rolle auszumachen. Er spielt aber einen neuen Charakter und macht in den Kampfszenen eine tolle Figur. Statt Wu Ma und Leslie Cheung sind nun Lau Shun (The Ultimate Vampire) und Tony Leung Chiu-Wai (Hard Boiled) in den Hauptrollen als Meister und Schüler zu sehen. Beide sind solide, aber erreichen nicht die Intensität und Klasse von Wu Ma und Leslie Cheung.

In einer kleinen Nebenrolle ist noch Tommy Wong Kwong-Leung (Justice My Fool) zu sehen. Der Film bietet Action, Monster, eine Liebesgeschichte und Humor. Jedoch gibt es deutlich weniger Action, Fantasy und Monster als in den Vorgängern. Zwar sind die Effekte noch immer stark und die wahren Highlights des Filmes, aber viel zu wenig vorhanden, um den Film als Gesamtpaket qualitativ über das Mittelmass zu hieven. Dazu war der Plot einfach zu lahm und diesmal zu wenig fesselnd.

Fazit: Schlechtester Teil der Reihe. Fans der Vorgänger können dennoch einen Blick riskieren. Erwartungen sollten aber reduziert werden.

Infos:

O: Sin Neoi Jau Wan III: Dou Dou Dou

HK 1991

R: Ching Siu-Tung

D: Tony Leung Chiu-Wai, Lau Shun, Joey Wong, Lau Siu-Ming, Jacky Cheung Hok-Yau, Tiffany Lau Yuk-Ting, Tommy Wong Kwong-Leung, Nina Li Chi,

Laufzeit der deutschen DVD: 104:51 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 22.01.24

Fassungen: Siehe die Vorgänger A Chinese Ghost Story sowohl A Chinese Ghost Story 2.

Freitag, 28. Juli 2023

A Chinese Ghost Story 2


A Chinese Ghost Story 2 

Story:

 

Schuldeneintreiber Ning Choi San (Leslie Cheung) begegnet im Wald diversen Monstern/Geistern, Autumn (Jacky Cheung), der ihm mittels Magie aus der Patsche hilft und den zwei Damen Windy Fu (Joey Wong) und Moon Fu (Michelle Reis). Die Mädels und Autumn verwechseln Ning und halten ihn für Swordsman Yan (Wu Ma). Zudem zieht eine Eskorte von Swordsman Hu (Waise Lee) durch die Wälder. Sie eskortieren Windys Vater, der exekutiert werden soll…

 

Meine Meinung:

 

Nach dem Erfolg von A Chinese Ghost Story war eine Fortsetzung schnell beschlossene Sache. Erneut schicken Regisseur Ching Siu-Tung (Dr. Wai in the Scriptures with No Words) und Produzent Tsui Hark (Burning Paradise) Leslie Cheung (Little Dragon Maiden), Joey Wong (100 Ways to Murder Your Wife) und Wu Ma (Just Heroes) in ein wildes und spektakuläres Ghost-Adventure, wobei Wu Ma nur am Anfang und Ende des Filmes zu sehen ist.

 

Die Liebesgeschichte, Tragik und Romanze werden stark minimiert und der Action-, Fantasy- und Monstergehalt stark erhöht. Der Film hat von Beginn an ein fast pausenloses und hohes Tempo, welches den Film zu einem absoluten Vergnügen macht. Mir hat die Fortsetzung deutlich besser gefallen als den Vorgänger, den ich sogar etwas übertrieben finde (wird dem Hype nicht gerecht). Längen gibt es nicht und die neuen Gesichter fügen sich gekonnt in den Plot ein.

 

Statt Wu Ma dominieren neu Namen wie Michelle Reis (Fong Sai Yuk), Waise Lee (Shadow Cop) oder Jacky Cheung (Slickers Vs Killers). Sogar Ex-Shaw Brothers Altstar und Legende Ku Feng (The Avenging Eagle) bekommt einen Auftritt spendiert. Nebst Love-Story wurde auch Gesangsszenen mit Ausnahme von einer Szene (Leslie Cheung beim Baden) minimiert. Humor gibt es nach wie vor, aber düstere Horror-Parts (die Gangster-Kannibalen oder Leichenteile fressende Käfer im Finale) sind ebenso auszumachen.

 

Das Beste am Film sind die Fantasy-Elemente und vor allem die Monster-Effekte. Die sind der Wahnsinn: das Waldmonster ist einfach herrlich cool und charmant getrickst und dominiert in der ersten Hälfte des Filmes, als die Figuren mehr und mehr in den Plot eingefügt und dem Zuschauer vorgestellt werden. Vor dem Finale gibt es dann monströse Käfer zu sehen und im Finale einen Fake-Buddha und ein Riesen-Monster: einen Mix aus Drachen und Tausendfüssler. Wer auf altmodische Effekte abfährt, wird mit den sehenswerten Effekte-Kreationen in A Chinese Ghost Story 2 bestens bedient!

 

Fazit: Besser als der Vorgänger und jedem HK-Filmfan zu empfehlen!

 

Gefolgt von: A Chinese Ghost Story 3

 

Infos:

 

O: Sin Neoi Jau Wan II: Jan Gaan Dou

 

HK 1990

 

R: Ching Siu-Tung

 

D: Leslie Cheung, Jacky Cheung, Joey Wong, Michelle Reis, Waise Lee, Wu Ma, Ku Feng

 

Laufzeit der deutschen DVD: 98:49 Min.

 

Neusichtung am: Juni 2023

 

Fassungen: Siehe A Chinese Ghost Story! Das VHS aus Taiwan hat Exklusiv-Material zu bieten! Gibt es in Deutschland inzwischen auch auf Blu-Ray.

Mittwoch, 3. Februar 2021

High Risk Review

High Risk

Story:

Terroristen (u.a. Billy Chow, Ben Lam, Valerie Chow, Kelvin Wong Siu) nehmen in einem Hochhaus Geiseln (u.a. Wu Ma, Jacky Cheung, Chingmy Yau, Lee Lik-Chi, Charlie Yeung Choi-Nei, Charlie Cho Cha-Lee). Ein Ex-Soldat und Bombenspezialist (Jet Li) eilt den Geiseln zur Rettung und hat gleichzeitig die Chance, die Mörder seines Sohnes und seiner Ehefrau zu rächen…

Meine Meinung:

Dreistes 1995er Hong Kong Ripp-Off des Action-Highlights Die Hard mit Bruce Willis. In der 1995er Version von Wong Jing (Enter the Fat Dragon) ist es der damalige Superstar Jet Li (The Sorcerer and the White Snake, The Master, The Last Hero in China, Fist of Legend, Dr. Wai in the Scriptures with No Words, The One, Born to Defend, The New Legend of Shaolin, Black Mask, The Bodyguard from Beijing), der die Geiseln aus dem Hochhaus befreit und den Terroristen den Kampf ansagt.

Der Film wirkt zunächst leicht gewöhnungsbedürftig und befremdlich, bis man sich ab der Dreistigkeit nicht mehr aufregt und bis die Figuren eingeführt sind und der Hauptplot startet. Danach wird dem Fan ein Actionfest sondergleichen präsentiert, welches abwechslungsreich und aufwändig in Szene gesetzt wurde.

Wong Jing wartet zudem mit einem tollen Cast auf und auch in Sachen Action macht der Film viel richtig: es gibt diverse (echte) Explosionen, krasse Stunts, viele fliegende Dummies und Stuntmen, vereinzelt starke Kampfszenen, (blutige) Shootouts und sehenswerte und aufwändige Set-Pieces die u.a. ein brennendes Fahrzeug, einen Crash aus dem Hochhaus und einen Helikopter beinhalten! Da bleibt dem Fan vor Staunen die Spucke weg! So geil hatte ich die Action nicht in Erinnerung! Für die Action-Szenen zeichneten sich Corey Yuen (Above the Law) und Yuen Tak (Hero) verantwortlich.

Längen sind Mangelware und wie es sich für Wong Jing gehört ist auch der Humor nebst Action-Szenen derb: ein Bus voller Kinder und dem Sohn & der Ehefrau von Jet Li wird in die Luft gejagt, Gewalt gegen Frauen, Leichen werden rumgeworfen oder als Schutzschilder missbraucht plus das sinnlose Töten von Geiseln sind nur einige Beispiele, die typisch für das damalige Kino eines Wong Jing sind.

Jet Li liefert sich im Film einen tollen Kampf gegen Ben Lam (mit Sonnenbrille gar nicht erkannt), während Spassvogel Jacky Cheung (Slickers Vs Killers) gegen Billy Chow (Point of No Return) antreten darf, wobei letzterer eine schlimme Haarpracht zum Besten gibt (à la Van Darm in John Woods Harte Ziele). Daneben sind noch zu sehen: Chingmy Yau (Tricky Brains), Wu Ma (Die Eroberer) oder Charlie Cho Cha-Lee (Who Cares) wobei ich letzteren (dank Perücke, Brille, grauer Haare) auch fast nicht erkannt hätte.

Fazit: Perfekt rasante HK-Action von Wong Jing und mit einem starken Jet Li (auch wenn die Action mehrheitlich Schusswaffen lastig ist d.h. Jet Li darf kaum kämpfen) und jedem Fan des HK-Actionkinos zu empfehlen!

Infos:

O: Sue Daam Lung Wei

HK 1995

R: Wong Jing

D: Jet Li, Billy Chow, Ben Lam, Wu Ma, Valerie Chow, Jacky Cheung, Chingmy Yau, Lee Lik-Chi, Kelvin Wong Siu, Charlie Yeung Choi-Nei, Yang Chung-Hsien, Charlie Cho Cha-Lee

Laufzeit der HK-DVD: 100:31 Min.

Gesehen am: Juli 2006 / Review überarbeitet am: 07.11.20

Fassungen: Mir lag die Code Free-DVD aus Hong Kong von Universe vor = Gute Bild- und solide Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Achtung: nur die 1. und die DTS Auflage sind Uncut! Es gibt eine in Gewalt stark zensierte 2. DVD-Auflage (wie auch die HK VCD)! In Deutschland von Laser Paradise auf DVD zu haben (Uncut und u.a. auch im O-Ton, aber ohne Subs). Eine Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Nov. 2020).