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Samstag, 4. Oktober 2025

Hexenhammer Review

Horroktober 2025

Hexenhammer

Story:

Böhmen gegen Ende des 17. Jahrhundert:

Ein Inquisitor missbraucht seine Macht, um an den Reichtum besser gestellten Einwohnern zu kommen. Durch Folter gestehen sie am Ende alle. Der Prozess beginnt…

Meine Meinung:

Aka Die Hexenjagd. Hexenhammer, den ich im März 2010 unter dem Titel Witches' Hammer sah, sah ich nun erstmals auf Blu-Ray und in Deutsch. Der Film erzählt von einigen der letzten Hexenprozesse aus Böhmen, die sich am Ende des 17. Jahrhunderts zugetragen haben. Der Film aus der Tschechoslowakei wirkt, auch aufgrund der Schwarzweissbilder, sehr stimmungsvoll und atmosphärisch. Im Gegensatz zu Mark of the Devil und Co. geht es in Hexenhammer, was die grafischen Gewalt- und Folterszenen angehen, harmloser zu.

Der Film zeigt klar, deutlich und eindrücklich, wie Menschen dazumal ihre Macht missbrauchten. Macht, um reich zu werden. Macht, um andere zum Schweigen zu bringen. Macht, um Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Macht, um im Namen der Kirche Opfer zu bringen. Vor allem Frauen, aber auch Männer, wurden zu Opfern. Und es sollte nicht beim Pöbel bleiben. Auch reiche und besser gestellte Menschen wurden zu «Opfern».

Die mir unbekannten Darsteller machen ihre Sache ordentlich. Die deutsche Synchronisation ist auch gelungen. Obwohl der Film harmloser ist, als andere Filme zum Thema Hexenverfolgung, gibt es auch hier die ein oder andere fiese Sequenz oder einen Hauch Erotik- und Nacktheit zu erspähen. Interessant ist jedoch, wie die Prozesse ablaufen und wie sich auch das Gremium nicht immer einig ist. Machtbesessen und falsch sind sie aber praktisch alle. Auch vor Freunden wird nicht halt gemacht. Die Denunziation war an der Tagesordnung. Jeder auf seinen eigenen Vorteil aus.

Fazit: Nicht uninteressantes Historiendrama!

Infos:

O: Kladivo na carodejnice

Tschechoslowakei 1970

R: Otakar Vávra

D: Elo Romancik, Vladimír Smeral, Sona Valentová, Josef Kemr, Lola Skrbková, Jirina Stepnicková

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 106:58 Min.

Gesehen am: März 2010 / Neusichtung am: Okt. 2025

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Ostalgica vor = DVD und zwei Hörspiel-CDs, Booklet und Schuber. Uncut, Deutsch/Tschechisch mit Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität.  

Mittwoch, 18. Dezember 2024

The Broken Chain

The Broken Chain

Story:

Basiert auf wahren Tatsachen und zeigt den Irokesen Kämpfer Thayendanegea (oder Joseph Brant, gespielt durch Eric Schweig) während des Franzosen- und Indianerkrieg (1754-1763) sowie während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1775-1783), inmitten von diversen Fronten. Einerseits ist da sein Englischer Mentor, Sir William Johnson (Pierce Brosnan), von dem er viel gelernt hat. Auf der anderen Seite sein Freund aus Kindheitstagen, Lohaheo (J.C. White Shirt), der jedoch mit den Weissen und deren Lehren nichts zu tun haben will, mit fatalen Folgen…

Meine Meinung:

The Broken Chain kam nur durch Zufall in meinen Besitz. Ansonsten hätte ich mir den Film nicht angesehen und bis zu dem Zeitpunkt hatte ich davon auch noch nie was gehört. Ich kaufe für einen Kollegen eine Laserdisc eines indonesischen Filmes aus Hong Kong. Sprich eine Laserdisc aus Hong Kong. Diese wurde in einem Auktionshaus in Hong Kong angeboten. Es waren noch zwei weitere Laserdiscs bei dem Angebot gelistet: Rocky und The Broken Chain. Beides Filme, die mich nicht interessiert haben. Der Preis war aber so billig, dass ich zuschlug. Und ich wusste beim Kauf nicht, ob ich nur eine oder gleich alle drei Scheiben bekommen würde.

Bei The Broken Chain handelt es sich um einen Film, der auf wahren Begebenheiten beruht. Die dargestellten Figuren hat es gegeben. Ob alles jedoch 100% korrekt dargestellt wird, ist mir nicht bekannt. Es handelt sich bei The Broken Chain um einen TV-Film für den Sender TNT. Und mitten drin befindet sich Hollywood-Star Pierce Brosnan (The Foreigner, Nomads). Der macht das solide. Der restliche Cast passt, da indianischer Abstammung. Der Film erinnert leicht an John Woo, wenn aus zwei Freunden quasi Feinde werden. Der Inhalt ist sozialkritisch.

Nebst der Tatsache, dass die zwei Indianer, gespielt von Eric Schweig und J.C. White Shirt unterschiedliche Ansichten haben, geht es natürlich auch um eine Love-Story und um eine Frau. Der Inhalt überlagert viele Jahre und die Figuren und deren Wandel werden glaubhaft dargestellt. Für einen TV-Film sah das ganze auch ok und aufwändig aus. Jedoch ist der Plot dennoch relativ lahm und unspektakulär. Auch grössere Effekte sollte man in den Schlachten nicht erwarten. Ich glaube es gab eine blutige Szene mit einer Axt, und damit hat es sich schon.

Fazit: Wenn ich wissen möchte, was für die Indianer der Anfang vom Ende war, lese ich lieber Franzobels Die Eroberung Amerikas = unterhaltsamer!

Infos:

O: The Broken Chain

USA 1993

R: Lamont Johnson

D: Pierce Brosnan, Eric Schweig, Buffy Sainte-Marie, Wes Studi, Michael Abrams, J.C. White Shirt

Laufzeit der HK-LD: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 08.11.24

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Eagle Entertainment Copr. vor = Englisch mit chinesischen Subs, gute Bild- und Tonqualität, k.A. ob Uncut. Gibt es in Deutschland auf DVD (Uncut, Deutsch/Englisch, keine Subs). Es scheint keine Blu-Ray zu geben (Stand: Nov. 2024).

Samstag, 13. Mai 2023

The Holy Mountain

The Holy Mountain 

Story:

 

Ein Alchimist (Alejandro Jodorowsky) und ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Personen sind auf ihrem fantasievollen Weg, um am Ende den heiligen Berg zu erreichen…

 

Meine Meinung:

 

Nachdem ich vor paar Monaten/Wochen El Topo aufgefrischt habe, war mir klar, dass auch die anderen Filme von Alejandro Jodorowsky mit Ausnahme von Santa Sangre das gleiche Schicksal teilen würden: dem Ausschluss aus meiner Film-Sammlung! The Holy Mountain ist zwar wie El Topo nicht uninteressant, aber einfach zu mühsames Kino. Für mich persönlich gab es zu wenige Highlights.

 

Der Film war, nicht zuletzt dank dem immensen Erfolg von El Topo in den USA und dem Zeitgeist-Faktor, der eine grosse Rolle spielte, ebenso ein grosser Erfolg. "Skandal" in Cannes hin oder her. Eine bessere Werbung kann es ja fast nicht geben. Den Plot von The Holy Mountain zu beschreiben, fällt schwer. Der Film hat definitiv einige herrlich coole, bizarre und verrückt-fantasievolle-Sequenzen. Kritik am (sozialen) System, Glaube/Religionen und Symbole aller Art sind Inhalte des Filmes.

 

Auf der anderen Seite gibt es auch Längen, uninteressante Szenen und Inhalte, die zum Fremdschämen einladen und/oder unfreiwillig komisch sind. Auch auf potenziellen Tier-Snuff müssen sich Zuschauer erneut einstellen. Das Ende des Filmes war seiner Zeit sicher voraus und sehenswert. Wie im Vorgänger schlüpft Alejandro Jodorowsky nicht nur auf den Regiestuhl, sondern auch wieder als Hauptdarsteller in den Film (nebst anderen Familienangehörigen wie z.B. Valerie Jodorowsky).

 

Alejandro Jodorowsky schrieb auch das Drehbuch, produzierte den Film, erstellte die Kostüme etc. Einige Szenen, Kostüme oder andere Inhalte (Krüppel und Behinderte) erinnern an El Topo. Meiner Meinung nach stand Alejandro Jodorowsky sicher auch unter Drogeneinfluss, als er den Film drehte und/oder das Drehbuch schrieb. Anders kann ich mir die vielen schrägen Inhalte nicht erklären. Das würde ja auch gut zur Zeit passen, dass mit Drogen experimentiert und Horizonte erweitert wurden (Nachtrag: Wiki gibt mir da als Quelle z.T. recht = in einigen Szenen wurden Drogen konsumiert, Pilze und LSD).

 

Fazit: Wer El Topo mochte, wird auch The Holy Mountain mögen! Wer gerne experimentelle Arthouse-Filme schaut, macht auch alles richtig! Für das Mainstream-Publikum definitiv nicht zu empfehlen, da einfach zu abgedreht!

 

Infos:

 

O: The Holy Mountain

 

Mexiko 1973

 

R: Alejandro Jodorowsky

 

D: Alejandro Jodorowsky, Horacio Salinas, Zamira Saunders, Juan Ferrara, Valerie Jodorowsky

 

Laufzeit der US-DVD: 115:24 Min.

 

Neusichtung am: 17.04.23

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Anchor Bay vor = Englischer Ton und englische Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es inzwischen von Bildstörung in Deutschland (als Der Heilige Berg) auf Blu-Ray.

Freitag, 17. Februar 2023

Die 120 Tage von Sodom Review

Die 120 Tage von Sodom

 

Story:

 

Vier reiche Männer (Paolo Bonacelli, Giorgio Cataldi, Aldo Valletti, Uberto Paolo Quintavalle) lassen in Italien zur Nazizeit Jungen und Mädchen (Dorit Henke, Renata Moar, Franco Merli) in ein Schloss entführen, um sie dort zu quälen, zu erniedrigen und sie für ihre Gelüste zu gebrauchen. Diverse Erzählerinnen (Hélène Surgère, Elsa De Giorgi, Caterina Boratto) erzählen in einem streng kontrollierten Tagesablauf Geschichten von Passionen, welche sie in ihrem Sexleben als Prostituierte erlebt haben…

 

Meine Meinung:

 

Nachdem ich nach vielen Monaten endlich Die 120 Tage von Sodom zu Ende gelesen hatte, war nun die Zeit der Neusichtung zum Film an der Reihe. Pier Paolo Pasolini, von dem ich sonst keine Filme kenne, nahm sich der kontroversen literarischen Vorlage von de Sade an und hat den Stoff verfilmt. Der Inhalt wurde in die Nazi-Zeit verfrachtet, was eigentlich gut passt: mehr Kontroversen! Zum Film und die Hintergründe gibt es viele Aspekte, Facetten und Theorien (Kritik am Faschismus oder der kapitalischten Gesellschaft der 70er Jahre).

 

Da Pier Paolo Pasolini am 02.11.75 getötet wurde, kann er selbst dazu keine Auskunft mehr geben. Sein Tod ist ebenso mysteriös und kontrovers, wie seine Arbeiten. Bis zum heutigen Tag. Die 120 Tage von Sodom darf als gelungene Verfilmung bezeichnet werden, an welcher auch de Sade selbst seinen "Spass" gehabt hätte, wenngleich der Film weitaus weniger explizit ist, als der Roman. Gewisse Dinge lassen sich halt einfach nicht 1:1 verfilmen.

 

Der Film wurde auch zur Zielscheibe von Behörden – Zensuren, Indizierungen und Verbote waren die Folge. Inzwischen ist dies in vielen Ländern jedoch kein Thema mehr – mehr dazu unter Fassungen. Dem Film sieht man seinen Arthouse-Charakter definitiv an. Der Film ist gelungen, aber nichts mehr, was ich in der Sammlung stehen haben muss. Dazu fand ich einige Szenen einfach doof, peinlich, laden zum Fremdschämen ein und das Schauspiel einiger Beteiligten war hier und da in einzelnen Szenen wenig glaubhaft. Man sieht es, dass teilweise Laien-Darsteller benutzt wurden.

 

Mutig waren die Darsteller, welche die Opfer spielten. Namen wie Dorit Henke oder Renata Moar. Auf der anderen Seite haben diese Erfahrungen mit dem Ital. Erotikfilm/Exploitation-Film der damaligen Zeit. Man sah die beiden z.B. in Filmen wie Der Tod trägt schwarzes Leder, Vrouwenkamp oder Krankenschwestern-Report. Die vier adeligen Perversen werden von Paolo Bonacelli (Caligula), Giorgio Cataldi, Aldo Valletti (Salon Kitty) und Uberto Paolo Quintavalle dargestellt. Davon hat mich Aldo Valletti nicht überzeugt. Interessant ist, das bis auf Paolo Bonacelli die Namen der vier Lüstlinge kaum grosse Karrieren im Film/Kino-Geschäft hatten.

 

Im Gegensatz zu de Sades Roman wird im Film der Inhalt zu Ende erzählt – und diese Szenen, in denen der Zuschauer in die Rolle eines Voyeurs gesteckt wird, sind optisch und stimmungsvoll sehr gelungen. Sehr intensiv und definitiv nichts für Zartbesaitete. Auch die Musik passt. Die Schlussszene lässt Interpretationen offen. In den Szenen zuvor kommt fast ein wenig Cannibal Holocaust und Emanuelle in America Stimmung auf. Ein Film, der quasi zur richtigen Zeit entstanden ist und über den auch heute noch kontrovers diskutiert wird.

 

Fazit: Gelungene Verfilmung von Marquis de Sades Die 120 Tage von Sodom. Wer den Roman mag und/oder interessant findet, sollte den Film zumindest auch Mal gesehen haben. 

 

Infos:

 

O: Salò o le 120 giornate di Sodoma

 

Frankreich, Italien 1975

 

R: Pier Paolo Pasolini

 

D: Paolo Bonacelli, Giorgio Cataldi, Aldo Valletti, Uberto Paolo Quintavalle, Dorit Henke, Renata Moar, Franco Merli, Hélène Surgère, Elsa De Giorgi, Caterina Boratto

 

Laufzeit der deutschen DVD (1. Auflage): 110:56 Min.

 

Neusichtung am: 08.02.23

 

Fassungen: Mir lag zuerst die UK-DVD von BFI vor (Ital. mit englischen Subs, Uncut) und danach die deutsche DVD von Legend. Wie ich nun feststellte, ist deren 1. Auflage um einen Monolog zensiert. Die 2. Auflage ist Uncut. Liegt wohl am Master = auch im Master aus den USA (Criterion von MGM) fehlt diese Szene. Die DVD von Legend hat eine solide Bild- und Tonqualität. Jedoch ist diese nicht mehr zeitgemäss. Auch ist das Bild nicht anamorph. Die deutsche Synchronisation ist hingegen gelungen. O-Ton und Subs wären auch vorhanden. Fans sollten die UK-Blu-Ray kaufen und/oder auf die kommende deutsche Blu-Ray von Wicked Vision warten. Eine DVD aus Japan habe ich schon seit langem verkauft.

Dienstag, 13. Dezember 2022

Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens Review

 

Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens

Story:

Geschäftsmann Hutter (Gustav von Wangenheim) reist ins Ausland zu Graf Orlok (Max Schreck), um ihm ein Grundstück zu verkaufen. Graf Orlok, in Wahrheit ein Vampir, willigt ein. Dabei hat er ein Ziel: Hutters Ehefrau Ellen (Greta Schröder) zu bezirzen …

 

Meine Meinung:

 

Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens ist ein deutscher Klassiker des Stumm- und Horrorfilmes und eine frühe Variante von Bram Stokers Dracula, noch ehe Universal in den 30ern ihre Dracula Variante veröffentlicht haben. Da die Macher jedoch keine Rechte an Bram Stokers Vorlage hatten, waren rechtliche Streitigkeiten, Zensur und Vernichtungen von Kopien die Folge. Das sorgte für viele diverse Schnittfassungen, mehrere Restaurationen und Alternativ-Fassungen, da der Film in den USA unter den Public Domain Artikel fiel. Der Film gilt heute als Welterfolg, der auch ein Remake (mit Klaus Kinski) erfuhr und 2023 wird ein weiteres gedreht (von Robert Eggers = The Lighthouse).

 

Was Stumm-Filme angehen, kenne ich mich nicht aus. Ich sah einmal Vampyr, der mir aber nicht gefallen hat (viel zu lange her, um zu sagen, warum). Metropolis war hingegen eindrücklich und Red Heroine aus China, am NIFFF gesehen, interessant. Nun lief in Bern in einer Retroperspektive (Reihe Angst und Begierde: Erkundungen im Vampirkino) die restaurierte Fassung. Grund genug, den schauen zu gehen. Warum auch nicht? Vereinzelt kannte ich Bilder aus dem Film, und die sahen stimmungsvoll aus.

 

Leider konnte mich Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens nicht wirklich überzeugen. Ich empfand den Film aus mehreren Punkten als durchschnittlich. Die Vorlage ist zwar etwas abgeändert und nicht 1:1 von Bram Stoker übernommen, aber der Plot ist halt dennoch mehr oder weniger bekannt. Soll heissen: keine Überraschungen, keine wirkliche Spannung vorhanden. Die 90 Minuten fühlten sich da teilweise auch mehr wie zwei Stunden an.

 

Drei grössere Kritikpunkte waren aber:

 

1.: Das Schauspiel von Gustav von Wangenheim als Hutter. Das hat mir nicht gefallen. Mochte ich nicht. Und er kommt, vor allem in der ersten Hälfte sehr viel vor. Sein Dauergrinsen erinnerte mich zudem stets an Enrique San Francisco aus Aktion Mutante.

 

2.: Der Film war zu wenig gruselig & stimmungsvoll.

 

3.: Die Musik! Die gefiel mir mehrheitlich nicht. Hat auch mit dem 2. Punkt zu tun: die Musik sorgt in stimmungsvollen Momenten nicht dafür, dass es so bleibt oder gruselig wird. Ich empfand die Musik oft als zu lustig statt gruselig d.h. ich nahm diese als unpassend und deplatziert war. Das ist schade!

 

Sehenswert waren Max Schreck als Vampir. Die klaren Highlights des Filmes. Kommt leider nur sporadisch vor, in der 2. Hälfte immerhin vermehrt, zum Einsatz. Die Pest-Szenen waren ebenso stark. Hier und da gab es auch stimmungsvolle Momente (Schifffahrt, Strand, Meer, Nosferatu). Ich könnte mir sogar vorstellen, dass mir der Film in älteren Fassungen (weniger, anders oder gar nicht restauriert) und/oder in Alternativ-Fassungen mit anderer Musik mehr gefallen würde. Zum Beispiel findet sich auf YT eine "Reborn Cut (the scariest version)" Fassung. Interessant! Vielleicht gebe ich dem Film in dieser Form nochmal eine Chance…

 

Fazit: Klassiker des Genres, der mir persönlich aber nicht sonderlich gut gefallen hat!

 

Infos:

 

O: Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens

 

Deutschland 1922

 

R: F.W. Murnau

 

D: Gustav von Wangenheim, Max Schreck, Greta Schröder

 

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 90 Min.

 

Gesehen am: 20.11.22

 

Fassungen: Die restaurierte Fassung im Arthouse Kino gesehen in der Reihe Angst und Begierde: Erkundungen im Vampirkino = Uncut, Deutsche Texteinblendungen (in Sütterlin = konnte ich oft kaum identifizieren), sehr gute Bild- und Tonqualität. Wer den Film in der restaurierten Fassung auf Blu-Ray möchte, sollte die UK-Ausgabe von Eureka kaufen. Von dem Film gibt es etliche Schnittfassungen und diverse Restaurierungen oder mit neuer Musik. Dies auch, da der Film in den USA als Public Domain Werk galt.

Montag, 21. November 2022

Nudo e crudele Review


Nudo e crudele

Inhalt inklusive meiner Meinung:

 

Nach dem Erfolg von Mondo Cane waren Mondos, vor allem in Italien, weit verbreitet (Africa Addio, Savana Violenta, Mondo cane oggi - l'orrore continua). Zwar, wie auch der Ital. Kannibalen (Cannibal Ferox) oder Naziploitation-Film (Gestapo’s Last Orgy), nur kurzlebig, aber der Erfolg blieb auch in den USA nicht unbemerkt (Ilsa She Wolf of the SS, Gesichter des Todes). Nudo e crudele aka Naked and Cruel ist ein relativ unbekannter, Mitte 80er Jahre Mondo von Bitto Albertini.

 

Zu Ehren des Italienischen Sängers Nico Fidenco, der am 19.11.22 verstarb, wurde dieser Mondo auserwählt, ihm zu Ehren gesichtet zu werden. Warum ausgerechnet diesen Mondo? Einerseits weil verfügbar (Youtube), auf der anderen Seite deshalb, da andere Filme mit seinen (Musik)Inhalten schon auf dem Blog besprochen wurden (Once Upon a Time In... Hollywood, Emanuelle in America, Emanuelle and the Last Cannibals, Zombies unter Kannibalen).

 

Ich war gespannt drauf, den Mondo mit Musik von Nico Fidenco zu sehen. Es gibt auch andere Mondos, dessen Songs gefallen, z.B. Oh My Love von Riz Ortolani in Goodbye Uncle Tom, My Love von Ann Collin in Ultime grida dalla savana, When A Child Is Born von Soleado in Magia Nuda. Sollte sich Nudo e crudele in diese Mondos einreihen? Jein lautet die Antwort! Ja, Nico Fidenco, der im Vorspann des Filmes erwähnt wird, dessen Musik ist mehrheitlich in Nudo e crudele zu hören. Dabei handelt es sich aber um dessen Make Love on the Wing aus Emanuelle and the Last Cannibals. Quasi Dauerschleife und qualitativ am besten im Finale zu hören.

 

Nudo e crudele ist relativ harmlos, sehr zusammengeklaut und wartet auch mit viel Fake-Szenen auf. Inhalte sind viele Szenen aus asiatischen Ländern, Sex-Shops, Transvestiten, Geschlechtsumwandlungen, Jagd-Szenen, Geburten, Schlange Vs. Hasen, Schlangen-Spaghetti etc. Die Szenen-Reihenfolge ist ohne Sinn und Verstand, was daran liegt, dass einfach von überall Szenen gesammelt wurden. Laut imdb sind auch Szenen aus Gesichter des Todes dabei (mir nicht aufgefallen). Zum Sprecher kann ich nichts sagen, da die Ital. Ausgabe gesehen.

 

Fazit: Kein Kracher und daher nur für Mondo-Fans interessant aber ebenso für einen anspruchslosen Trash-Abend, da das Ding mehr unfreiwillig Spass macht, statt mit derbem Inhalt zu schocken…

 

Infos:

 

O: Nudo e crudele

 

Italien 1984

 

R: Bitto Albertini

 

D (Sprecher): Anthony La Penna, Romano Malaspina

 

Laufzeit der Online Fassung: 92:07 Min.

 

Gesehen am: 20.11.22

 

Fassungen: Gesehen in der Ital. Originalfassung auf Youtube. Der Film lief auch schon Uncut im Ital. Free-TV. In Italien ist der Film auch auf DVD erschienen (ab 14 Jahren freigegeben, ohne englische Subs). In China gibt es eine VCD mit Englischem Sprecher und chinesischen Subs. Es soll sich um eine Raubkopie handeln. In Deutschland oder auf Blu-Ray nie erschienen (Stand: Nov. 2022).

Donnerstag, 22. September 2022

Naked Lunch

Naked Lunch

Inhalt:

 

Zitat Back-Cover:

 

"Die Offenbarung der Beat-Generation in der ursprünglichen Fassung

 

William «Bill» Lee ist ein schwuler Junkie. Die Welt seiner Sucht ist die fiktive «Interzone», ein urbanes Ödland, wo Gut und Böse um die Kontrolle über die Menschheit ringen. Es wimmelt dort von Agenten, Drogenhändlern und grässlichen Kreaturen, unter denen Lee geradezu normal erscheint. Denn Lees Aufmerksamkeit gilt jedem gefrorenen Augenblick nackter Realität, in dem man sieht, was da auf den Zinken der Gabel steckt - bei einem «Naked Lunch».

 

«Erst die neue Übersetzung macht für deutsche Leser nachvollziehbar, warum Burroughs als grösster Satiriker seit Swift gefeiert wurde».» FAZ"

 

Meine Meinung (Die ursprüngliche Fassung):

 

Den Film Naked Lunch, von Kult-Regisseur David Cronenberg (Scanners, Die Fliege, Videodrome, Crimes of the Future), mag ich sehr. Eine seiner besten Arbeiten! Ausserdem war mir Naked Lunch auch aufgrund einer Simpsons Episode bekannt, in welcher u.a. Bart und Co. den Film im Kino schauen und nicht das zu sehen bekommen, was sie anhand des Titels erwartet hätten. Nun habe ich mir endlich den Roman dazu gegönnt - und zwar in der besagten "ursprünglichen Fassung".

 

Die Fassungsgeschichte zum Roman ist wirr, kompliziert und sehr komplex. Die Herausgeber des Buches, die den Roman in Deutschland in dieser Form veröffentlicht haben (Barry Miles & James Grauerholz) gehen in dem Roman in einem eigenen Kapitel ("Nachwort der Herausgeber") umfassend darauf ein. Diese Infos sind ein interessantes Zeitdokument und zeigen auf, dass Naked Lunch u.a. in den USA dafür sorgte, dass freizügigere Roman-Publikation keine Zensur mehr befürchten mussten (Naked Lunch wurde wegen angeblicher Obszönität verboten aber spätere Gerichtsprozesse wurden zugunsten des Romans gewertet).

 

Der Roman ist in mehrere Kapitel unterteilt, die nicht zusammenhängend, logisch oder chronologisch erscheinen. Aus dem Stoff hat Cronenberg seinen Film gezimmert. Danach folgen zusätzliche Texte von William S. Burroughs als Anhang. Diese fand ich sehr interessant. Er erzählt und spricht dabei vor allem über seine Sucht und eigene Drogenerfahrungen (wie wirken sie, unerwünschte Nebenwirkungen, Entzug und Symptome). Danach kommen Infos der Herausgeber (u.a. auch Briefe von William S. Burroughs). Am Ende wird der Roman durch Outtakes abgerundet. Letztere sind die einzigen Texte, welche ich ausgelassen habe. 

 

Man sollte bei dem Roman nicht nach Logik suchen. Mir hat der Roman aber viel Spass bereitet. Hier und da fühlte ich mich tatsächlich an den Film von David Cronenberg erinnert. Im Grossen und Ganzen sollte man die Fantasie und Verrücktheit geniessen. Die Texte schrieb William S. Burroughs während seiner Drogensucht und/oder wenn er auf Entzug war, wenn ich nicht irre. Und das merkt man den wirren Inhalten um Drogen, Agenten, Sex und Verfolgungswahn auch in jeder Sekunde an. Homosexueller Sex ist zwar nicht mein Fall (wird halt hier und da recht ausführlich beschrieben da die Titelfigur schwul ist), aber vor allem hatte ich an den schwarzhumorigen Perversitäten und vor allem der Fantasie des Autors grosse Freude. Teilweise fühlte ich mich, was die (kranke) Fantasie angeht, sogar an die Werke von Edward Lee (Header 2) erinnert. Und das will schon was heissen!

 

Fazit: Wer wissen will, zu was Drogenkonsum führen kann, sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen!

 

Infos:

 

In Deutschland erschienen: Ja

 

Sprache: Deutsch

 

Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

 

Anzahl Seiten: 409 Seiten

 

Roman/Sachbuch: Roman

 

Art: Taschenbuch

 

Autoren: William S. Burroughs

 

Erschienen: 4. Auflage Aug. 2019

Freitag, 15. April 2022

El Topo Review

El Topo

Story:

 

Ein mysteriöser Westernheld (Alejandro Jodorowsky) und ein nackter Junge (Brontis Jodorowsky) reisen durch die Wüste, um diverse Aufgaben zu erledigen, welche das Schicksal für sie parat hält. Dabei wird viel Blut vergossen…

 

Meine Meinung:

 

El Topo ist der wohl bekannteste und erfolgreichste Film von Regisseur Alejandro Jodorowsky (Santa Sangre) und ein Arthouse-Western, der viel Symbolträchtigkeit, What the Fuck Momente, Italo-Western Zitate, religiöse Themen und viel Surrealismus zu einem sonderbaren Werk vereint, welches in der damaligen Hippie-Zeit in den Kinos zum Kult mutierte.

 

Nebst Italo-Western Motiven gibt es auch Anleihen zum Ital. Kannibalenfilm, da viel Tiersnuff und auch aus dem japanischen Kino wurde geklaut = Lone Wolf & Cub, in welchem ein Samurai zusammen mit seinem Jungen durch die Gegend streift und immer wieder auf Aufgabe und Gegner trifft, die es zu besiegen gilt. So auch ein El Topo.

 

Sagte mir der Film früher zu, kam es nun, nach unendlich vielen Jahren, zur 2. Sichtung und heuer hat mir El Topo gar nicht mehr zugesagt. Zwar ist das Schauspiel teilweise ordentlich (gerade von Alejandro Jodorowsky, der auch in die Hauptrolle des schwarz gekleideten Antihelden schlüpft) und auch auf blutige Effekte und optisch ansprechende Szenen wird nicht verzichtet, das Hauptproblem war aber der Inhalt und die Länge des Streifens.

 

Ich fand den Inhalt sinnlos, wurde mit den Figuren nicht wirklich warm (viele der Nebenfiguren fand ich eher nervend), die Laufzeit war klar zu lang (Film ist sehr langweilig und das Schauen anstrengend) und irgendwie fand ich den Film als Ganzes doof. Kann auch darin liegen, dass mich das Interesse nicht (mehr) packte und ich wenig von religiösen Themen verstehe (nicht mein Spezialgebiet).   

 

Dass der Film 1970 jedoch zum Kulthit avancierte, kann ich dank dem Zeitgeist-Faktor gut nachvollziehen. Leider sagte mir der Film nicht mehr zu und ich denke, das Schicksal wird auch die anderen Film in der Anchor Bay Box betreffen…

 

Fazit: Schräger Arthouse Film, den ich nur bedingt empfehlen kann…

 

Infos:

 

O: El Topo

 

Mexiko 1970

 

R: Alejandro Jodorowsky

 

D: Alejandro Jodorowsky, Brontis Jodorowsky, Jose Legarreta, Alfonso Arau, José Luis Fernández, Alf Junco

 

Laufzeit der US-DVD: 124:27 Min.

 

Neusichtung am: 06.03.22

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Anchor Bay aus der The Films of Alejandro Jodorowsky Box* vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Das Master ist sicherlich in die Jahre gekommen und Fans sollten sich neuere Versionen kaufen, z.B. die deutsche Blu-Ray von Bildstörung, die US-Blu-Ray von abkco oder die UK Ausgabe von Arrow Video. * Folgende Titel sind nebst El Topo enthalten: Fando y Lis, La Cravate, The Holy Mountain plus zwei Soundtrack-Discs (zu El Topo & The Holy Mountain).