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Sonntag, 30. November 2025

Hexen bis aufs Blut gequält Review

Hexen bis aufs Blut gequält

Story:

Österreich im 17. Jahrhundert zur Zeit der Hexenverfolgung:

Unschuldige (Udo Kier, Olivera Katarina, Gaby Fuchs, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Michael Maien) geraten in eine Fehde zwischen zweien Hexenjägern (Reggie Nalder, Herbert Lom) und dessen Männern (Johannes Buzalski, Herbert Fux)…

Meine Meinung:

Hexen bis aufs Blut gequält ist ein legendärer Exploitation-Film aus den 70ern, der heute wohl als Torture Porn Film betitelt worden wäre und somit Filmen à la Hostel und Co. den Rang abläuft. Hexen bis aufs Blut gequält, der in Deutschland lange verboten war und in den USA ein grosser Erfolg war, wurde zu Ehren von Udo Kier gesichtet. Udo Kier spielte in vielen sehenswerten Filmen die Hauptrolle (Blood for Dracula, Flesh for Frankenstein = für mich seine beste Rolle) und/oder markante Nebenrollen (Suspiria, Blade). Er verstarb diesen Monat.

Hexen bis aufs Blut gequält war, laut Udo Kier selbst, sein erster Farbfilm, in dem er mitwirkte. Er war damals noch ganz jung. Unvergessen sind seine Augen, die zu einem Markenzeichen von ihm werden sollten. Er spielt das sehr souverän und seine Rolle bringt einen Hauch Ethik und Dramatik in den Film, der sich augenscheinlich kritisch und geschichtlich präsentieren will, jedoch vor allem mit ausgewalzten Folter- und Gewaltszenen, darunter auch nackter Haut, Kasse machen wollte. Was den Filmemachern auch gelang.

Die Folterszenen sind auch heute besonders fies anzusehen. Interessant ist, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer gefoltert werden. Darunter ist auch Adrian Hoven (Castle of the Creeping Flesh), einer der beiden Regisseure des Filmes. Die Frauen wie Olivera Katarina, Gaby Fuchs (The Werewolf Versus the Vampire Woman) und Ingeborg Schöner sind mit vollem Körpereinsatz dabei und durften die Männerherzen erfreuen, während schmierige «Typen» und «Fressen» wie Reggie Nalder (spielte auch in der Fortsetzung mit), Herbert Lom (99 Women), Johannes Buzalski (Teenage Playmates) und Herbert Fux (Love Letters of a Portuguese Nun) ebenfalls zu Gefallen wussten. Tolle Charakter-Darsteller. Nebst Reggie Nalder ist auch Johannes Buzalski im 2. Teil zu sehen = die Vorfreude wächst. Lustig ist die Tatsache, gemäss meinem alten Review, das ich durch das Buch Deep Wet Torture auf den Film aufmerksam wurde. Das wusste ich nicht mehr…

Fazit: Herrlicher Schundklassiker mit grandioser Musik, die Cannibal Holocaust Vibes geniesst!

Gefolgt von: Hexen - Geschändet und zu Tode gequält

Infos:

Deutschland 1970

R: Michael Armstrong, Adrian Hoven

D: Udo Kier, Olivera Katarina, Gaby Fuchs, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Michael Maien, Reggie Nalder, Herbert Lom, Johannes Buzalski, Herbert Fux

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 97:16 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 25.11.25

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Turbine vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch (Deutsch ist der Originalton), viele Extras (Dokus, Interviews, Audiokommentar). Turbine haben den Film aus der Versenkung geholt (der Film war lange Zeit verboten).

Donnerstag, 6. Juni 2024

Mother of Tears

 

Mit Claudio Simonetti am Brugggore Filmfestival 2024

Mother of Tears

Story:

Eine tödliche Urne, in der der Geist einer Hexe (Moran Atias) eingeschlossen ist, wird an einer Uni von einer Angestellten (Asia Argento) geöffnet. Ein tödlicher Fehler…

Meine Meinung:

Mother of Tears war 2007 der überraschende Abschluss von Dario Argentos (Deep Red, Pelts) Mütter Trilogie nach seinen Klassikern Suspiria und Inferno. Dazwischen gab es inoffizielle Filme mit ähnlichem Inhalt (Demons 6).  Leider hat Mother of Tears die 2. Sichtung nicht bestanden. Der Film müsste eigentlich aus der Sammlung fliegen und entfernt werden. Bei der Veröffentlichung schien ich vom Hype geblendet, auf der anderen Seite haben mir auch schon andere Argentos nach Neusichtungen nicht mehr gefallen (La Sindrome di Stendhal).

Im Vergleich zu den noch mieseren Argentos wie Dracula 3D oder Dark Glasses ist der Film irgendwie noch ok, technisch besser und besitzt einen, wenn auch trashigen und mehrfach ungewollt komischen (die Szenen im Zug) Unterhaltungswert. Aber von einem richtig guten Film ist Mother of Tears leider meilenweit entfernt. Da bin ich doch ziemlich erschrocken. Die Neusichtung verdankt der Film dem Ableben des französischen Darstellers Philippe Leroy, dessen Nebenrolle hier etwas an Donald Pleasence aus Phenomena erinnert.

Natürlich erinnern einzelne Aufnahmen, Szenen und Momente an bessere Zeiten (Opera, Tenebre, Sleepless), dennoch wird man als Argento Fan enttäuscht sein, wenn man mit hohen Erwartungen an den Film geht. Das Kaschieren von mangelnder filmischer Qualität durch ultrabrutale Splatter-Szenen (immerhin tolle Effekte von Sergio Stivaletti) spricht Bände. Ohne Erfolg, auch wenn einige Effekte durchaus sehenswert geworden sind. Der Look wirkt billig (wie auch einzelne CGI -Momente), die Musik von Claudio Simonetti (Demons) leider ebenso (teilweise The Omen Vibes) und das Schauspiel der meisten Akteure ist schlecht, wobei Dario seine Tochter Asia (Interstate, The Church) Mal wieder nackt präsentiert.

Fazit: Enttäuschender Abschluss von Dario Argentos Mütter Trilogie!

Infos:

O: La Terza madre

Italien, USA 2007

R: Dario Argento

D: Udo Kier, Asia Argento, Daria Nicolodi, Cristian Solimeno, Adam James, Moran Atias, Valeria Cavalli, Philippe Leroy

Laufzeit der UK-DVD: 97:30 Min.

Gesehen am: April 2008 / Neusichtung am: 03.06.24

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Optimum Home Entertainment = Uncut, Englischer Ton, keine Subs, gute Bild- und Tonqualität. Die Disc wurde am Brugggore Filmfestival 2024 von Claudio Simonetti signiert. Gibt es in Deutsch von diversen Labeln Uncut auf Blu-Ray (ILLUSIONS UNLTD. films, Koch Media, 8-Films).

Samstag, 12. November 2022

Cigarette Burns Review

 
NIFFF 2006

Cigarette Burns

Story:

 

Ein Film- und Requisiten Sammler (Udo Kier) sucht nach dem legendären und verschollenen Film La Fin Absolue du Monde, der die Zuschauer in den Wahnsinn treiben soll. Kirby (Norman Reedus) wird beauftragt, den Film zu finden…

 

Meine Meinung:

 

Cigarette Burns ist John Carpenters (Das Ding aus einer anderen Welt, Halloween) Beitrag zur Masters of Horror Serie (1. Staffel). Aufgrund seiner Gewaltdarstellung war die Episode, zumindest in Deutschland, anfänglich nur zensiert erhältlich. Das machte die Runde und so erstaunt es nicht, dass das NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) 2006 (nebst u.a. Deer Woman) u.a. Cigarette Burns aufführte.

 

Cigarette Burns nehme ich aktuell nur noch als durchschnittlich wahr. Der Plot ist eigentlich gut, aber an der Umsetzung hapert es. Der Wahn und die Besessenheit kommen unglaubwürdig zu Geltung. Eine echte Spannung ist nicht gegeben und ich fand den Film auch nicht speziell stimmungsvoll. Technisch gut gemacht, die Zeit geht mehr oder weniger vorbei. Das auf jeden Fall.

 

Die Musik war ok, aber nichts Besonderes (von Carpenters Sohn Cody). Was Stars angehen kann Carpenters Beitrag punkten. Zum einen spielt der damals beliebte Norman Reedus mit. Ihn sah man dazumal in Filmen wie Der blutige Pfad Gottes, Blade 2 oder 8MM. Alles Filme, die bei den Fans gut angekommen sind. Und über Alt-Star Udo Kier (Blood for Dracula, Flesh for Frankenstein) brauche ich keine Worte verlieren.

 

Die Effekte sind stark in Szene gesetzt. Die Effekte sind blutig geraten. Da durfte sich die KNB-FX Group (From Dusk Till Dawn) so richtig austoben. Auf der anderen Seite merkt man der Produktion an, dass vor allem damit gepunktet werden sollte. Zum Schocken. Daher verwundert es auch nicht, dass die Szenen teilweise selbstzweckhaft wirken. Da die Wirkung aber entfällt, da sich der Film stimmungsvoll nicht entflammt, wirken selbst die originell kreierten Effekte-Sequenzen nicht Besonders d.h. bleiben nicht in Erinnerung.

 

Fazit: Es gibt bessere (Jenifer), aber auch schlechtere Masters of Horror Folgen (Dance of the Dead). Solider Durchschnitt!

 

Infos:

 

O: Cigarette Burns (Masters of Horror)

 

USA, Kanada 2005

 

R: John Carpenter

 

D: Norman Reedus, Colin Foo, Udo Kier

 

Laufzeit der UK-DVD: 58:52 Min.

 

Neusichtung am: 08.10.22

 

Fassungen: Gesehen via UK-DVD Box (Masters of Horror Series One, Volume One - 7 Disc Set) = Uncut, O-Ton, englische Subs, durchschnittliche Bild- und Tonqualität. Hat, qualitativ aus heutiger Sicht, bereits viel Luft nach oben. Die Box wurde am NIFFF von Mick Garris (Schöpfer der Serie) signiert. Gibt es in Deutschland auf Blu-Ray von Nameless Media (Season 1 Komplettbox). In Deutsch/Englisch mit Subs.

Samstag, 16. Oktober 2021

Blood for Dracula Review


Horroktober 2021

Blood for Dracula

Story:

Graf Dracula (Udo Kier) ist dem Tode nahe. Ihm fehlt das Blut einer Jungfrau und in Rumänien erwecken sie zu viel Aufsehen. Also reist Graf Dracula mit seinem Diener Anton (Arno Jürging) nach Italien, wo sie sich das Blut einer Jungfrau erhoffen. Doch die Suche nach einer Jungfrau lässt den Grafen verzweifeln und ein herumschnüffelnder Bediensteter (Joe Dallesandro) wird zur Gefahr…

Meine Meinung:

Früher gefiel mir Blood for Dracula aka Andy Warhol's Dracula schlechter als sein Erstlingswerk und Vorgänger Flesh for Frankenstein (Andy Warhol's Frankenstein). Nach Neusichtung muss ich meine alte Meinung revidieren: Blood for Dracula gefällt mir praktisch genau so gut wie Flesh for Frankenstein.

Der Film ist halt einfach, und das sollte man im Voraus wissen um die Erwartungen korrekt anzupassen, zahmer. Will heissen: es gibt massiv weniger Splatter-Szenen und diese beschränken sich auch lediglich aufs Finale. Wer die gleiche Schlachtplatte wie beim Vorgänger erwartet, dürfte enttäuscht werde (und das war früher bei mir der Fall, denke ich).

Blood for Dracula wartet um das gleiche Dream Team aus Flesh for Frankenstein auf: Paul Morrissey führte wieder Regie und das Trio um Udo Kier (Puppet Master: The Littlest Reich, Brawl in Cell Block 99), Joe Dallesandro (Die Grausamen Drei, The Climber) und Arno Juerging sind wieder mit von der Partie, auch wenn sie alle neuen Charaktere spielen, blieben ihre Eigenschaften die gleichen: Udo Kier der dramatische Bösewicht, an dessen Seite sein loyaler «Diener» Arno Juerging und Joe Dallesandro mimt den Frauenhelden und Helden allgemein.

Das Schauspiel der oben drei genannten Stars ist, wie auch jenes der Nebenfiguren, perfekt. Das Schauen macht grosse Laune und amüsiert. Dies auch bedingt durch eine grossartige deutsche Synchronisation und der Tatsache, dass der Film per se kein reiner Horrorfilm ist. Blood for Dracula würde ich als Mix aus Drama, Komödie und Horror betiteln (vor allem Komödie). Einige Dialoge sind köstlich und regten in Verbindung mit dem Overacting zum Schmunzeln an. Besonders Arno Juerging war in der Hinsicht grandios und lief Udo Kier und Joe Dallesandro fast den Rang ab. Dazu kommt, dass der Soundtrack schön gefühlsvoll klang und perfekt zum Geschehen gepasst hat.

Fazit: Für Euro-Cult Fans Pflichtprogramm!

Infos:

O: Dracula cerca sangue di vergine... e morì di sete!!!

Italien, Frankreich, USA 1974

R: Paul Morrissey

D: Udo Kier, Joe Dallesandro, Arno Juerging, Maxime McKendry, Milena Vukotic

Laufzeit der deutschen DVD: 103:12 Min.

Neusichtung am: Okt. 2021 / 1. Sichtung der Blu-Ray: Ende Dez. 2024

Fassungen: Siehe Flesh for Frankenstein. Gibt es in D von CMV auf Blu-Ray. Wer keinen deutschen Ton braucht kauft den US-Import (3-Disc 4K UHD + Blu-ray + CD Digipack) von Severin Films. Nachtrag Dez. 2024: Für eine weitere Sichtung lag mir nun die deutsche Blu-Ray von CMV vor. Der Film ist Uncut, die deutsche Sprachfassung erstklassig und die Bild- und Tonqualität sind hervorragend und der alten deutschen DVD um Längen überlegen. Die Fassung ist ein Mediabook mit DVD/Blu-Ray und Booklet und auf 333 Stück limitiert. Ich mag den "Frankenstein" zwar lieber da mehr Screentime von Arno Jürging, Udo Kier und mehr Effekte, aber dennoch macht auch "Dracula" richtig viel Laune und bietet ein spassiges Sehvergnügen. 

Dienstag, 13. Oktober 2020

Flesh for Frankenstein Review


Horroktober 2020

Flesh for Frankenstein

Story:

Baron Frankenstein (Udo Kier) und sein Assistent Otto (Arno Jürging) wollen neues Leben (einen Mann und eine Frau) erschaffen und gehen dabei über Leichen – zudem planen sie dank den zwei selbst erstellten Menschen Kinder in die Welt zu stellen. Dumm nur, dass der Diener und Sexsklave (Joe Dallesandro) von Barons Schwester (Monique van Vooren) seinen ehemaligen, getöteten Kumpel (Srdjan Zelenovic) als «Barons» Experiment wieder erkennt…

Meine Meinung:

Flesh for Frankenstein ist in meinen Augen die beste Verfilmung der Frankenstein Geschichte. Paul Morrissey, der oft mit Künstler Andy Warhol zusammenarbeitete (der Film heisst zum Teil auch Andy Warhols Frankenstein), der den Film auch produzierte, schuf Anfang der 70er mit beliebter 3D-Technik die wohl blutigsten, verrückteste und unterhaltsamste Frankenstein Variante.

Der Film, der durch eine grandiose deutsche Synchronisation und das Over-Acting aller Beteiligten, allen voran von Udo Kier (sicherlich eine seiner besten Rollen!), gefällt, erzählt eine Mischung aus Frankenstein-Motiven, sexuellen Perversionen und viel Blut. Dabei ist der Film sehr unterhaltsam aber auch nicht ernst zu nehmen, was den Schockfaktor angeht.

Dafür sind einige Tricks und Spezialeffekte als solche viel zu gut zu erkennen (die Köpfung). Tabubrechender sind die Szenen, die eine Art Nekrophilie beinhalten. Udo Kier (Suspiria, Bacurau) ist wie gesagt eine Wucht. Er alleine trägt nebst deutscher Sprachfassung, Blutgehalt und Schmuddel-Szenen den Film von allein.

Aber auch der restliche Cast ist sehenswert: Joe Dallesandro (Die wilde Meute) war Stamm-Schauspieler in Filmen von oder um Themen von Andy Warhol und auch der Deutsche Arno Jürging passt mit seinem verrückten Auftreten (diese Augen, dieser verrückte Blick!) perfekt in eine Rolle und steht Udo Kier in Sachen Over-Acting, vor allem im Finale, in nichts nach. Monique van Vooren Schauspiel sind auch sehenswert wie ihre Nacktszenen.

Der gleiche Cast war auch für Blood for Dracula verantwortlich, wobei dieser deutlich zahmer und weniger actionreich ausgefallen ist als die Frankenstein-Variante, die es für meinen persönlichen Geschmack zu bevorzugen gilt. Wer das blutige Schmuddel-Horrorkino der 70er Jahre mag (alles was sich mit dem Begriff Euro Cult zusammenfassen lässt), sollte sich diesen sehenswerten Film, im besten in deutscher Synchronisation, nicht entgehen lassen!

Fazit: Für jeden Horrorfilm-Fan klar zu empfehlen!

Infos:

O: Carne per Frankenstein

Italien, USA, Frankreich 1973

R: Paul Morrissey

D: Udo Kier, Arno Jürging, Joe Dallesandro, Monique van Vooren, Srdjan Zelenovic, Dalila Di Lazzaro

Laufzeit der deutschen DVD: 94:50 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: Okt. 2020 / Sichtung der deutschen Blu-Ray: Mitte Dez- 2024

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Marketing Film vot = Double Feature mit Blood for Dracula, Uncut, gute Ton- und Bildqualität, grandiose deutsche Synchro. Gäbe es inzwischen auch von diversen Labels auf Blu-Ray: Criterion (USA), XT Video («Österreich»), CMV (Deutschland). Nachtrag Dez. 2024: Das Upgrade (der alten Marketing DVD zur CMV Blu-Ray) hat sich gelohnt. Das alte Master (Marketing DVD) war sehr dunkel. Die neue Blu-Ray hat nicht nur eine sehr gute Bildqualität, sondern ist auch sehr hell. Einige der super blutigen Szenen kommen so blutiger und viel besser zur Geltung. Der Film ist eine der besten, wenn nicht gar die beste Frankenstein Interpretation. Udo Kier und allgemein der ganze Cast sind wunderbar wie deren Overacting und die grandiose deutsche Synchronisation macht unendlich viel Spass. Ein Genuss, den Dialogen und dem Schauspiel zu lauschen. Ich musste so viel Schmunzeln. 

Montag, 20. April 2020

Dragged Across Concrete Review

Dragged Across Concrete

Story:

Zwei suspendierte Cops (Mel Gibson, Vince Vaughn) brauchen dringend Geld und planen, einer Gangster-Bande (u.a. Michael Jai White) ihr Geld abzuknöpfen – leichter gesagt als getan…

Meine Meinung:

Die allgemein hohen und überdurchschnittlich guten Meinungen, Reviews und Fazits zum Film kann ich leider nicht teilen. Dragged Across Concrete hat mir zu wenig gut gefallen, um in die Filmsammlung aufgenommen zu werden. Da hatte ich mir mehr erhofft.

S. Craig Zahler fiel zuvor mit einigen Arbeiten positiv auf. Sein Regiedebüt war ein nicht uninteressanter Kannibalenfilm (Bone Tomahawk). So richtig für Furore sorgte S. Craig Zahler mit Brawl in Cell Block 99 mit einem grandiosen Vince Vaughn. So gesehen verständlich, dass man auch von Dragged Across Concrete viel erwartet hat, zumal S. Craig Zahler erneut mit Namen wie Vince Vaughn, Don Johnson und Co. aufwarten konnte. Auch mit Jennifer Carpenter arbeitete er zuvor zusammen.

Und neu kommen Namen dazu wie: Mel Gibson (Hauptrolle nebst Vince Vaughn, u.a. bekannt aus Hacksaw Ridge), Michael Jai White (Triple Threat), Udo Kier (Suspiria) oder Thomas Kretschmann (A Taxi Driver). Eigene Erwartungen wurden nach den vielen Lobgesängen zum Film erhöht, unbewusst.

Leider erreicht Dragged Across Concrete nicht die Qualität von Brawl in Cell Block 99. Der Film war mir, gerade in der ersten Stunde (oder noch länger – Film läuft ja ca. 160 Minuten) zu langweilig. Da passiert kaum was. Dazu kommt, dass mir inhaltliche Details nicht gefallen haben. Das Ende mochte ich nicht, ebenso wenig die Tatsache, dass sich Mel Gibson (spielt stark) und Vince Vaughn (deutlich weniger intensiv als in Brawl in Cell Block 99) teilweise sehr blöd und ungeschickt angestellt haben. Passt nicht zu ihren Charakteren, die sie verkörpern.

Das Fass zum Überlaufen gebracht haben jedoch ein Haufen deplatziert wirkender, kitschiger, zu dramatische 08/15 Herz-Schmerz-Szenen die so genervt haben, dass ich teilweise überlegte, den Film und die Sichtung abzustellen und abzubrechen (vor allem die Szenen mit Jennifer "Dexter" Carpenter waren unerträglich nervend). Da halfen dann auch einige derbe Gewaltmomente und starkes Schauspiel nicht, um dieses Manko zu kompensieren.

Fazit: Stark Geschmackssache – aufgrund von Langeweile und nervenden 08/15 Klischee-Drama-Szenen kann ich Dragged Across Concrete nicht empfehlen…

Infos:

O: Dragged Across Concrete

USA, Kanada 2018

R: S. Craig Zahler

D: Mel Gibson, Vince Vaughn, Laurie Holden, Jennifer Carpenter, Fred Melamed, Don Johnson, Michael Jai White, Thomas Kretschmann, Udo Kier

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 158:28 Min.

Gesehen am: 11.03.20

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Universum Film vor = Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit diversen Subs.

Montag, 21. Januar 2019

Puppet Master: The Littlest Reich Review

Puppet Master: The Littlest Reich

Story:

Edgar (Thomas Lennon) braucht Geld. Dafür will er eine Puppe, die seinem Bruder gehörte, an einer Ausstellung verkaufen. Dazu begeben sich Edgar, seine Kollegin (Ashley Summers) und Nerd Markowitz (Nelson Franklin) zu einem Hotel, wo eine Ausstellung zu den Andre Toulon (Udo Kier) Morden stattfindet. Und es dauert nicht lange, bis die dortigen Puppen ein Eigenleben erwecken und ein Massaker veranstalten…

Meine Meinung:

Der neuste Teil der langen Horrorfilmreihe um die mordenden Puppen, die The Puppet Master Reihe, von dem US-Magazin Fangoria produziert, hat gute Kritiken bekommen und lief u.a. in Deutschland am Fantasy Film Fest 2018. Dazu Namen wie Udo Kier (Suspiria) und Barbara Crampton (Re-Animator). Was sollte schon schief gehen?

Leider viel. Natürlich sind die Erwartungen auch etwas gestiegen, nachdem, was man alles über den Film hörte. Doch im Grossen und Ganzen hat mir der Film nur wenig gefallen, so dass diese Fortsetzung, trotz gutem Gore-Gehalt und blutigen Morden, nicht in die Sammlung aufgenommen wird.

Der Film nimmt inhaltlich Bezug zu Teil drei, der während der Nazizeit spielte. Doch in den ersten 30 Minuten herrschen Langeweile. Da schläft man fast ein. Viel schlimmer sind aber alle Figuren im Film: nervend, unsympathisch, schlecht spielend, politisch korrekt. Quasi jede Minderheit wird bewusst übertrieben dargestellt und höllisch nervend vertreten (Jude, Nerd, Nazi, Schwarzer, Homosexuelle…) so dass der ganze Film und alle Figuren total nerven. Der ganze Humor und die Dialoge sind einfach peinlich schlecht, lächerlich und vor allem unlustig.

Dazu kommt, dass der Film politisch korrekt ist. Es nervt, wenn z.B. das Kind oder die Freundin des «Helden» im off screen sterben, weil man das dem Zuschauer nicht zumuten will. Auf der anderen Seite wird eine unbeteiligte Schwangere getötet (und dessen Ungeborenes), sichtbar und grafisch, aber nicht zu den Hauptfiguren zählend, und dann geht so was okay. Heuchlerei. Das Ende (Happy End) passte wunderbar dazu...

Fazit: Guter Gore allein hat einen Film noch nie gut gemacht – dies gilt auch für Puppet Master: The Littlest Reich, den ich nicht empfehlen kann! Ganz allgemein handelt es sich bei der Puppet Master Reihe um eine durchschnittliche Horrorfilmreihe…

PS: Die Shoot-Outs im Finale und vorher sind sehr billig, schlecht gefilmt und choreographiert...

Infos:

O: Puppet Master: The Littlest Reich

Großbritannien, USA 2018

R: Sonny Laguna, Tommy Wiklund

D: Thomas Lennon, Jenny Pellicer, Nelson Franklin, Barbara Crampton, Udo Kier

Laufzeit der US-DVD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 22.11.18

Fassungen: Mir lag die US-DVD von RLJE vor = Schuber, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden, Uncut. Es gibt noch keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2018). Gibt es vom gleichen Label auch auf Blu-Ray.