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Mittwoch, 1. April 2026

Dark Mission

Dark Mission

Story:

C.I.A.-Agent Derek Carpenter (Christopher Mitchum) soll einem Drogenboss (Christopher Lee) das Handwerk legen…

Meine Meinung:

Dark Mission, der zweite Film im Set von Pulse Vide nebst Je brûle de partout, habe ich mehr als Bonusfilm angesehen. Gekauft habe ich das Set primär wegen Je brûle de partout. Wie auch dieser hat mir Dark Mission zu wenig gut gefallen, um in die Sammlung aufgenommen zu werden. Im Vergleich ist der Film aber definitiv unterhaltsamer als Je brûle de partout. Und für einen Jess Franco Film ist Dark Mission sogar technisch einwandfrei in Szene gesetzt.

Zudem kann sich der Cast sehen lassen = Christopher Mitchum (Murder in a Blue World, Faceless), Christopher Lee (The Bloody Judge, Die Rache der Pharaonen, Panga), Richard Harrison (Challenge of the Tiger, Ninja Terminator, Der Tollwütige), Antonio Mayans (Cries of Pleasure, Night of Open Sex, Black Boots, Leather Whip) oder Brigitte Lahaie (Sabine S. - Durch Liebe weg vom Stoff)! Viele bekannte Namen des damaligen europäischen Kinos. Mit vielen hatte Jess Franco (Night of the Skull, Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein, The Silence of the Tomb) bereits in anderen Filmen zusammengearbeitet.

Dark Mission ist okay. Kann einmal angesehen werden. Die deutsche Sprachfassung, welche im Set auch als Option vorhanden ist, wertet den Film zudem qualitativ noch etwas auf und macht ihn besser, als er sonst wäre. Trotz der soliden Leistungen der Darsteller und der soliden Inszenierung fehlt es dem Film an Höhepunkten. Das ist nicht Jess Francos Zuhause, nicht sein Ding, nicht sein Metier. Man merkt, dass es (für Eurociné) eine Auftragsarbeit war. Ohne Seele. Ohne Gefühl. Das Ding ist harmlos (keine blutige Action) und vor allem belanglos und langweilig.

Fazit: Lohnt sich nicht. Den Film können sich Jess Franco Fans sparen…

Infos:

O: Operación cocaína

Frankreich, Spanien 1988

R: Jess Franco

D: Christopher Mitchum, Christopher Lee, Richard Harrison, Antonio Mayans, Brigitte Lahaie, Cristina Higueras

Laufzeit der franz. Blu-Ray: 91:08 Min.

Gesehen am: 01.04.26

Fassungen: Siehe Je brûle de partout. Dark Mission liegt sogar in mehreren Sprachen vor (darunter auch Deutsch) und deren Bildqualität ist absolut fantastisch. Es scheint, als sei das gleiche Master mit den gleichen Audio-Optionen auch in Deutschland auf Blu-Ray erschienen. Label: 8-Films!

Mittwoch, 11. März 2026

Je brûle de partout

Je brûle de partout

Story:

Die jungfräuliche Jenny (Susan Hemingway) wird von einem Paar (u.a. Brigitte Lahaie) verführt, unter Drogen gesetzt und an Menschenhändler verkauft. Nun muss Jenny in einem Bordell zusammen mit anderen Frauen ihre Dienste für Kunden anbieten. Ein Gas sorgt dafür, dass sich die Opfer immer in einem erregten Zustand befinden. Als das Paar erfährt, wen sie da verkauft haben (die Tochter eines reichen Geschäftsmannes), planen sie, Jenny zurückzuholen um von ihrem Vater Lösegeld erpressen zu können…

Meine Meinung:

Je brûle de partout war ein extrem seltener Jess Franco (Two Female Spies with Flowered Panties, The Sinister Dr. Orloff, Dracula, Prisoner of Frankenstein) Film, den es scheinbar offiziell nicht auf Heimmedium zu sehen gab. Unter Fankreisen kursierten scheinbar nur qualitativ schlechte Prints, abgefilmte Versionen und andere Bootlegs. Erst das Label Pulse Video schaffte, wohl auch Dank der Mithilfe von einer Crowdfunding-Aktion, Abhilfe. Und lohnt sich der Film? Leider nein. Oder vielleicht und höchstens für Fans von Brigitte Lahaie (Faceless), die hier und da für Jess Franco, Jean Rollin und Co. vor der Kamera stand.

Trotz der interessanten Fakten um die Seltenheit des Filmes, empfand ich Je brûle de partout als wenig sehenswert. In Wahrheit handelt es sich um einen stinklangweiligen, öden, repetitiven und uninteressanten und leider auch wenig erotischen Soft-Sex-Film, der kaum Plot bietet. Das Ende, die schockierende Pointe, drehte Jess Franco schon zuvor in seinem HC-Porno Feuchte Lippen, in welcher die von de Sade erfundene Person Eugenie im Finale feststellt, dass sie da ihren eigenen Vater als Kunden vor sich hat, um genüsslich weiterzumachen.

Je brûle de partout bietet wirklich praktisch gar nichts, was den Film sehenswert macht. Es mutet so an, als sei der Film auf Wunsch der Produzenten erfolgt um Kohle zu scheffeln. Natürlich sind gewisse Jess Franco Merkmale auszumachen, aber im Grossen und Ganzen sind die Szenen und Figuren austauschbar. Selbst Fans der französischen Porno-Darstellerin Brigitte Lahaie dürfen nicht zu viele Momente von ihrem Star erwarten. Sie gerät in den Hintergrund und ab einem gewissen Zeitpunkt ist sie auch nicht mehr zu sehen. Hauptdarstellerin Susan Hemingway, die in Jess Francos Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne debütierte, wirkt besonders lustlos.

Fazit: Nur für Soft-Sex und Brigitte Lahaie-Fans zu empfehlen…

Infos:

O: Je brûle de partout

Frankreich 1979

R: Jess Franco

D: Susan Hemingway, Didier Aubriot, Jean Ferrere, Martine Flety, Brigitte Lahaie

Laufzeit der franz. Blu-Ray: 81:16 Min.

Gesehen am: 11.03.26

Fassungen: Mir lag die franz. Blu-Ray von Pulse Video vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, franz. O-Ton mit englischen Subs. Wohl die weltweit erste offizielle Heimkinofassung des Filmes. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2026). Als Extras gibt es einen weiteren Brigitte Lahaie Film, eine Doku über ihr Leben und einen weiteren Jess Franco Film (= Dark Mission) zu sehen.

Samstag, 7. März 2026

Dracula, Prisoner of Frankenstein

 

Dracula, Prisoner of Frankenstein

Story:

Dem Vampirjäger Sewart (Alberto Dalbes) gelingt es, Dracula (Howard Vernon) zu töten. Doch Wissenschaftler Frankenstein (Dennis Price) erweckt Dracula wieder zum Leben. Dieser soll ihm nun, wie auch sein Monster (Fernando Bilbao), als Werkzeug dienen. Derweil nimmt Sewart den Kampf gegen Dracula wieder auf…

Meine Meinung:

Dass ich Dracula, Prisoner of Frankenstein irgendeinmal schonmal als japanische DVD unter dem Titel Drácula contra Frankenstein sah, daran konnte ich mich nicht erinnern. Auch nicht, als ich mir den Jess Franco (Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, Greta – Haus ohne Männer, The Sadist of Notre Dame) Film heute ansah. Der Film hat mir heute, wenn ich mit meinem uralten Review vergleiche, schlechter gefallen. Allerdings möchte ich mir erst in Zukunft bei einer weiteren Sichtung mit angepassten Erwartungen ein definitives Urteil erlauben.

Der Film ist, trotz der kurzen Laufzeit von nur 82 Minuten und trotz Beteiligung von diversen Moneten und Geschöpfen wie Dracula, Frankenstein, Frankensteins Monster und einem Werwolf (nur in den letzten acht Minuten oder so zu sehen), langweilig. Die 82 Minuten fühlten sich definitiv länger an. Der Film, der teilweise an Paul Naschy (Werwolf-Maske) oder Jean Rollin Werke erinnert hat, ist sehr dialogarm. Es wird praktisch nichts gesprochen in dem Film. Das war sonderbar. Der Film hat allgemein eine traumhafte und surreale Note. In Sachen Sex und Gewalt ist der Film völlig harmlos. 

Das sind dann auch die Pluspunkte des Filmes: die Bilder sind atmosphärisch dicht und stimmungsvoll eingefangen worden. Die Settings (Schloss) sind toll gewählt und wer Gothic-Stimmung mag, wird mehr als belohnt. Howard Vernon (Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein, The Other Side of the Mirror, Faceless) hat zudem stark gespielt. Die Frauen machten ihre Sache auch ordentlich. Bei den anderen Herren ist ein gewisses Overacting auszumachen und auch eine unfreiwillige Komik (z.B. Kampf Frankenstein gegen den Werwolf im Finale). Nach Antworten und Logik sollte nicht gesucht werden. Jess Franco schuf mit Dracula, Prisoner of Frankenstein eine Hommage an die Universal Gruselklassiker der 40er Jahre.

Fazit: Jess Franco Fans können einen Blick riskieren.

Infos:

O: Drácula contra Frankenstein

Frankreich, Liechtenstein, Portugal, Spanien 1972

R: Jess Franco

D: Alberto Dalbes, Howard Vernon, Dennis Price, Paca Gabaldón, Carmen Yazalde, Josyane Gibert, Fernando Bilbao, Geneviève Robert

Laufzeit der US-Blu: 82:59 Min.

Gesehen am: ? / 2. Sichtung am: 07.03.26

Fassungen: Ich habe den Film als japanische DVD von Atlus (Drácula contra Frankenstein) in der Sammlung (Best of Jess Franco Special Pack). Dieses kaufte ich 2010 in Japan im Urlaub. Über die Spezifikationen weiss ich nicht mehr Bescheid. Für die 2. Sichtung lag mir die US-Blu-Ray von Severin Films vor = Schuber, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität (vielleicht hier und da etwas dunkel), viele Extras (das Interview von Stephen Thrower ist interessant), Region-All-Disc und ganze fünf Audio-Optionen sind vorhanden inklusive englische Untertitel. Ich sah mir den Film in Deutsch an. In Deutschland ist der Film von Colosseo Film / AL!VE Uncut auf Blu-Ray zu haben (Titel: Die Nacht der offenen Särge).

Mittwoch, 10. September 2025

Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein Review

Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein

Story:

Cagliostro (Howard Vernon) will die perfekte Rasse züchten. Dazu lässt er durch die Vogelfrau Melissa (Anne Libert) das Monster (Fernando Bilbao) von Dr. Frankenstein (Dennis Price) entführen. Letzterer wird getötet. Dr. Frankensteins Tochter (Beatriz Savón) sinnt auf Rache…

Meine Meinung (französische Originalversion):

Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein ist Fans von Jess Franco (Night of the Skull, Kiss Me Monster, Rififi in the City) zu empfehlen. Der Film wartet in der französischen Originalversion mit einem simplen Plot auf. Heute würde man von einem Style over substance Faktor sprechen. Der Film ist durch seine kurze Laufzeit von nur 75 Minuten sehr kurzweilig und kaum langweilig. Die später durch neue Szenen verlängerte spanische Fassung ist mehrheitlich uninteressant und wartet mit Szenen auf, die nicht zum Originalfilm passen (= neue Charaktere z.B. von Lina Romay verkörpert).

Jess Franco arbeitet hier mit einem seiner Lieblingsschauspieler zusammen: dem Schweizer Howard Vernon (The Other Side of the Mirror, Castle of the Creeping Flesh, Seven Women for Satan). Dessen Overacting ist besonders auffällig und in Erinnerung bleibend, während die Mädels für ihre Nacktheit und schrillen Kostüme/Rollen in Erinnerung bleiben. So spielt Anne Libert (stand oft in den Filmen Jess Francos vor der Kamera = z.B. in Daughter of Dracula) eine «Vogelfrau» oder ein «Vogelwesen». Beatriz Savón überzeugt als rächende Tochter von Dr. Frankenstein und Fernando Bilbao (Light the Fuse…Sartana Is Coming) passt aufgrund seiner Statur perfekt in die trashig angehauchte Rolle des Monsters.

Der Film gefällt vor allem durch tolle Settings (das Schloss als Kulisse), fantasievolle Masken, der Vermischung von Gewalt (Film jedoch grafisch sehr harmlos) und Sex (wobei der Erotikfaktor trotz vieler Nacktszenen erstaunlich klein ist), einen wunderbaren Lead (Howard Vernon) und vielen hypnotischen, surrealen und trashigen Eindrücken, die den Film stellenweise mehr zu einem Fiebertraum und Trip umwandeln, statt eines «echten Spielfilmes». Wer Jess Francos Filme mag, kann sich freuen!

Fazit: Für Jess Franco Fans zu empfehlen!

Infos:

O: La Maldición de Frankenstein

Frankreich, Spanien 1973

R: Jess Franco

D: Dennis Price, Carmen Yazalde, Howard Vernon, Anne Libert, Luis Barboo, Fernando Bilbao, Jess Franco

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 73:55 Min.

Gesehen am: Sept. 2012 / 2. Sichtung und 1. Sichtung der franz. Originalversion: 09.06.25

Fassungen: Für die 1. Sichtung (2012) sah ich die spanische Fassung (In Spanisch mit jap. Subs = DVD aus Japan von Atlus). In dieser fehlen sämtliche Nacktszenen und/oder wurden durch harmlose Einstellung ersetzt. Es wurden teilweise neue Szenen gedreht (alle Szenen mit Lina Romay), um den Film zu strecken. Zum Teil passen die Szenen nicht in den Originalfilm. Für eine 2. Sichtung lag mir nun die deutsche Blu-Ray von Wicked Vision vor = Mediabook, zwei Fassungen an Bord (franz. Originalfassung mit den Nacktszenen und die später alternativ ausgestattete spanische Fassung) in Deutsch, Franz. oder Englisch (mit deutschen Subs). Ich sah mir die franz. Originalfassung in Franz. mit Subs an. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut, der Film Uncut. Als Bonus waren vor allem das Interview mit Stephen Thrower (ca. 26 Minuten) und Jess Franco (ca. 15 Minuten) interessant.

Samstag, 7. Dezember 2024

Kiss Me Monster

Kiss Me Monster

Story:

Diana und Regina (Janine Reynaud, Rosanna Yanni), die «roten Lippen», bekommen es in ihrem Urlaub mit einem neuen Auftrag zu tun. Auf einer Insel bekommen sie es mit einem verrückten Wissenschaftler und Co. (u.a. Adrian Hoven) zu tun…

Meine Meinung (Deutsche Fassung):

Kiss Me Monster ist die Fortsetzung von Rote Lippen, Sadisterotica. Wie schon beim Vorgänger, handelt es sich auch bei diesem Werk um eine Co-Produktion zweier Länder sprich Deutschland und Spanien. Daher unterscheiden sich diese Fassungen auch. Wer die Fortsetzung von Jess Franco mochte, wird auch die Fortsetzung mögen. Jess Franco (Night of the Skull, Death Whistles the Blues, The Sinister Dr. Orloff) fungierte erneut als Regisseur.

Es handelt sich um eine sexy Agenten-Klamotte. Zusammen mit dem bereits erwähnten Vorgänger Rote Lippen, Sadisterotica, Rififi in the City sowie Two Female Spies with Flowered Panties sicherlich der bisher beste Agenten-Film, den ich von Jess Franco sah. Mit sexy meine ich nicht spezifisch nackt und explizit, sondern einfach sexy. Die deutsche Synchronisation ist hervorragend und wertet den Film zusätzlich auf. Aus dem Vorgänger kehren auch Janine Reynaud (Castle of the Creeping Flesh) und Rosanna Yanni (In the Eye of the Hurricane) zurück. Beiden zuzuschauen und zuzuhören (ihren Dialogen und ihrer Coolness zu lauschen), macht einfach Spass.

Co-Star Adrian Hoven arbeite bereits mit Janine Reynaud in Castle of the Creeping Flesh zusammen. Er stand unzählige Male als Darsteller vor aber auch hinter der Kamera.  Obwohl er nur vereinzelt als Regisseur tätig war, konnte er sich, vor allem mit Mark of the Devil 1 + 2, in der Szene einen Namen machen. Jess Franco selbst legt auch, wie man das von ihm oft kennt, einen kurzen Gastauftritt hin. Der Film ist weder brutal noch wirklich erotisch oder sleazig, aber der Plot, der sehr an James Bond und Co. (Die Insel des Dr. Moreau, Zombies unter Kannibalen etc.) erinnert, ist spassig, kurzweilig und unterhaltsam, auch dank der kuren Laufzeit von unter 80 Minuten.

Fazit: Für Fans des Vorgängers zu empfehlen!

Infos:

O: Bésame Monstruo

Spanien, Deutschland 1969

R: Jess Franco

D: Janine Reynaud, Rosanna Yanni, Adrian Hoven

Laufzeit der US-Blu: Ca. 79 Min.

Gesehen am: 31.10.24

Fassungen: Siehe Two Undercover Angels!

Donnerstag, 10. Oktober 2024

Night of the Skull

 




Horroktober 2024

Night of the Skull

Story:

Nach einer Testamentsvollstreckung begeben sich Familienangehörige (u.a. Lina Romay, Maribel Hidalgo, Evelyne Scott, William Berger, Yelena Samarina, Luis Barboo, Swan Heinze, Dan van Husen) des Hinterbliebenen in Gefahr, da einige von ihnen von einem maskierten Killer dezimiert werden. Die Polizei (Vicente Roca) ermittelt…

Meine Meinung:

Night of the Skull ist zwar nicht ein Kracher, aber sehr solide und absolut ok. Jess Franco (The Sinister Dr. Orloff, Macumba Sexual) hat schon deutlich lahmere Filme (Mansion of the Living Dead, Black Boots, Leather Whip) aber auch sehenswertere Titel (Vampyros Lesbos, Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne) auf die Leinwand gezaubert. Night of the Skull ist durch und durch solide. Jess Franco spielt im Film auch eine Nebenrolle.

Und wo Franco ist, da ist seine Muse, Lina Romay (Two Female Spies with Flowered Panties, The House of Lost Women, Night Has a Thousand Desires), nicht weit entfernt. Aber wer jetzt auf blutige Effekte, wirklichen Horror oder Sex oder nackte Tatsachen hofft, dürfte enttäuscht werden. Es geht mehr um das Thema Whodunit = laut Wiki «Aufklärung eines Verbrechens und der Suche nach dem oder den Tätern». Den Begriff kannte ich noch gar nicht. Passt aber perfekt.

Dank den fantasievollen Morden, der atmosphärisch dichten Stimmung und der stimmungsvollen Totenkopf-Maske kann der Film dennoch auch gerne als Grusel- und/oder Horrorfilm angesehen werden. Ein Krimi mit Gruselmomenten, sozusagen. Die Morde sind zwar nicht blutig, aber schön fies. Da wird Mal jemand lebendig verbrannt oder an der Küste an einen Stein gebunden, um dann a) zu ertrinken oder b) von den Wellen am Felsen zermalmt zu werden. Kreativ!

Der Plot ist mehr oder weniger spannend, die Szenerie hübsch anzusehen (für Franco ein technisch sehr solider Film) und Lina Romay spielte sehr gut. Im Gegenteil zu sonst sehr angezogen. Sie überzeugt als unschuldige junge Frau. Gelungene Darbietung von ihr. Würde man nicht wissen, dass sie sonst sehr oft blankzieht (oder auch in spanischen Pornos mitwirkte), man würde es nicht vermuten. Ansonsten waren Vicente Roca (Compañeros, The Bloody Judge) und Alberto Dalbés (The Silence of the Tomb, Die Stunde der grausamen Leichen) in ihren Rollen überzeugend und erwähnenswert. Der bekannteste Name wird von William Berger (Spider Labyrinth, Maya) gespielt.

Fazit: Solider Film von Jess Franco!

Infos:

O: La noche de los asesinos

Spanien 1974

R: Jess Franco

D: Lina Romay, Maribel Hidalgo, Evelyne Scott, William Berger, Yelena Samarina, Luis Barboo, Swan Heinze, Dan van Husen, Jess Franco, Alberto Dalbés, Vicente Roca

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 82 Min.

Gesehen am: 2015 / Neusichtung am: Okt. 2024

Fassungen: Die Erstsichtung erfolgte via japanische DVD (von ATLUS) im Jahr 2015 (Spanisch mit jap. Subs). Der Film befindet sich in einer Best of Jess Franco-Box mit anderen Filmen. Nun lag mir die neue US-Blu-Ray von Vinegar Syndrome vor = zusammen mit zwei anderen Filmen in einem Set («Spanish Bloodbath) mit Wendecover, Schuber, Region-All-Disc, neu restauriert, Uncut, in Spanisch mit englischen Subs. Die Bild- und Tonqualität ist hervorragend. In Deutschland von epiX Uncut auf DVD zu haben (Deutsch/Spanisch ohne Untertitel). Titel: Im Schatten des Mörders.

Freitag, 6. September 2024

Rififi in the City

Rififi in the City

Story:

Detektiv Miguel Mora (Fernando Fernán Gómez) ist hinter Politiker Maurice Leprince (Jean Servais) her. Er vermutet, dass dieser korrupt ist. Es stehen wichtige Wahlen an, als Miguel Moras Informant tot aufgefunden wird. Gleichzeitig kommt es auch im Umfeld des zwielichtigen Politikers Leprince zu Morden…

Meine Meinung:

Der spanische, legendäre Kultregisseur Jess Franco dürften Fans vor allem für seine Filme mit Horror-, Grusel-, Sex und Exploitation-Inhalten in Verbindung bringen. Werke wie Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, The Sadist of Notre Dame, A Virgin Among the Living Dead, The Sinister Dr. Orloff, Sinfonía erótica oder Faceless. Dass Franco auch andere, «normalere» Filme drehte, wissen viele nicht.

Anfang der 60er waren, auch dank James Bond (James Bond jagt Dr. No), Agentenfilme hoch im Kurs. Und der «Noir Film. Zwar kenne ich von Franco schon Agentenfilme (Rote Lippen, SadisteroticaTwo Female Spies with Flowered Panties), aber diese sind mit dem hier vorliegenden, s/w Film nicht vergleichbar. Severin films haben dem Fan durch ihre «Franco Noir» Veröffentlichung zwei Agentenfilme von Franco nähergebracht.  Rififi in the City, der 2. Film nach Death Whistles the Blues in der Edition, hat mir dabei mehr zugesagt.

Rififi in the City hat mir dabei besser gefallen als erwartet, so dass die Ausgabe von Severin films auch in die Filmsammlung integriert wird. Jess Francos Film lässt sein Talent für Optik, schöne Bilder und stimmungsvolle Bar- und Musik- und Tanzeinlagen (und schöne Frauen) erkennen. Auf Sex oder nackte Tatsachen sollte jedoch nicht gehofft werden. Bei Rififi in the City handelt es sich um einen Krimi. Ich empfand den Film als unterhaltsam und spannend, im Sinne von, wer ist der Täter, was sind die Motive, wie endet der Film.

Die mir unbekannten Darsteller habe ihre Sache mehr als ordentlich gemacht. Ich mochte das Setting: irgendein amerikanischer Ort, der namentlich nie erwähnt wird. Schwüle Szenen, Hitze, Schweiss. Dazu zwei tolle Antagonisten, ein Frauenheld als Opfer und mysteriöse Frauen. Was will man mehr? Oh ja, dann gibt es noch die wenigen (Messer)Morde mit Giallo Vibes (Flüstern, Close-Ups von Handschuhen und Messern, die töten) und ein nihilistisches Ende, welches meinem Geschmack entsprach.

Fazit: Sehenswert!

Infos:

O: Rififí en la ciudad

Spanien, Frankreich 1964

R: Jess Franco

D: Frank Braña, Fernando Fernán Gómez, Manuel Gas, Agustín González, Laura Granados, Rafael Hernández

Laufzeit der US-Blu: 104:22 Min. (Laufzeit-Angabe des Covers ist falsch = 85 Min.)

Gesehen am: 10.06.24

Fassungen: Siehe Death Whistles the Blues. In Spanisch mit englischen Subs, Uncut, exklusive Extras vorhanden, sehr gute Bild- und Tonqualität. Eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Juni 2024).

Mittwoch, 4. September 2024

Death Whistles the Blues

Death Whistles the Blues

Story:

Vogel (Georges Rollin) ist ein Gangster. Hinter seinem Imperium steht Drogen- und Waffenschmuggel. Bei einer Lieferung verrät er seine Kollegen Smith (Manuel Alexandre) und Castro. Castro wird von der Polizei erschossen, Smith landet im Gefängnis. 15 Jahre später: Vogel lebt inzwischen, unter anderem Namen, ein schönes Leben. Dank seiner Vergangenheit ist er reich und braucht sich keine Sorgen zu machen. Doch dann bekommt er einen Brief von Smith und seine Vergangenheit holt ihn ein…

Meine Meinung:

Death Whistles the Blues habe ich mir nur geholt, da ein Double-Feature und Jess Franco Filme. Death Whistles the Blues befindet sich zusammen mit Rififi in the City in dem Set. Zwei seltene Jess Franco Filme, welche es wohl ggf. erstmals mit englischen Untertiteln zu sehen gibt. Musste ich als Jess Franco Fan fast zuschlagen, auch wenn nicht mein Genre. Es handelt sich bei Death Whistles the Blues um einen s/w Krimi- und Spy-Film aus dem Jahr 1964.

Der Film ist absolut okay, aber definitiv aufgrund des Alters und vor allem des Genres nichts für meine persönliche Filmsammlung. Der Film ist für eine einmalige Sichtung gut geeignet und dank der kurzen Laufzeit von nur ca. 81 Minuten sehr kurzweilig. Die Zeit ging beim Schauen schnell vorbei. Die Kameraarbeit war solide und übersichtlich und der mir total unbekannte Cast hat ihre Sache ordentlich gemacht. Erotik gibt es kaum, Actionszenen auch dafür viele authentische Szenen und viel Jazz-Musik.

Wer Jazz-Musik mag, wird den Film lieben. Wer gerne solche alten Krimis mag, wird den Film lieben, wer Film Noir-Filme mag, wohl ebenso. Ich bin leider kein sonderlich Jazz-Fan. Dennoch kreieren die vielen Club- und Bar-Szenen mit der Musik eine sonderbare Stimmung. Die s/w Optik ist sehr schick und die Drehorte und Settings könnten aus mehreren Feriendestinationen stammen soll heissen sind exotisch und machen einfach Lust auf mehr. Der Plot selbst ist sicher nicht wirklich originell, sondern mehr das Mittel zum Zweck.

Fazit: Wer Jess Franco für seine (S)Exploitation-Filme mag, sollte sich zweimal überlegen, sich diesen Film anzuschaffen. Death Whistles the Blues ist alles andere als schlecht, aber nicht mein Genre und daher nichts für meine Filmsammlung.

Infos:

O: La muerte silba un blues

Spanien 1964

R: Jess Franco

D: Conrado San Martín, Danik Patisson, Perla Cristal, María Silva, Georges Rollin, Manuel Alexandre Gérard Tichy

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 81 Min.

Gesehen am: 06.06.24

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin films vor = Death Whistles the Blues und Rififi in the City (also zwei Filme) auf einer Disc. Region All. Spanischer O-Ton und englische Subs, exklusive Extras, hervorragende Bild- und Tonqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juni 2024).

Freitag, 16. Februar 2024

The Sinister Dr. Orloff

The Sinister Dr. Orloff

Story:

Alfred Orloff (Antonio Mayans), Sohn des berüchtigten Dr. Orloff (Howard Vernon), sucht zusammen mit seinem Diener Andros (Rafael Cayetano) nach Frauen. Diese betäubt und verschleppt er, in der Hoffnung, mit diesen ihnen seiner im Koma liegenden Mutter (Rocío Freixas) zu helfen…

Meine Meinung:

Von Jess Franco kenne ich bisher folgende «Dr. Orloff» Filme: Der schreckliche Dr. Orloff (1962), FacelessDr. Orloff’s Monster (1965) und The Sinister Eyes of Dr. Orloff (1978). Es gäbe noch weitere Filme vom Franco zum Thema (Sola ante el terror) und auch andere Filmemacher sprangen auf den «Dr. Orloff» Zug auf. Wie bereits die anderen Dr. Orloff Filme von Jess Franco gefiel mir auch die 1984er Version The Sinister Dr. Orloff.

Howard Vernon (The Other Side of the Mirror, Seven Women for Satan), der auch im 1962er Original mitspielte, kehrt für diese Version zurück. Die Filme sind aber keine wirklichen Fortsetzungen, sondern mehr Neuauflagen einer bekannten Geschichte mit Mad-scientist Motiven und gleichen Figurennamen (Dr. Orloff, Andros). Und Antonio Mayans (Macumba Sexual), der schon so oft für Jess Franco vor der Kamera stand, spielt hier Dr. Orloffs Sohn und die Hauptrolle. Der Film spielt in der Gegenwart.

The Sinister Dr. Orloff würde ich als einen der besseren Jess Franco (Rote Lippen, Sadisterotica) Filme ansehen, welche ich zuletzt sah. Dabei kann ich sagen, dass das Mondo Macabro Programm in der Hinsicht qualitativ interessanter ist als z.B. bei Severin Films, dessen Francos Vös mir zuletzt oft nur durchschnittlich gefallen haben (z.B. Mansion of the Living Dead). Obwohl der Film relativ harmlos ist und der Plot durch die anderen «Orloff» Filme «bekannt», vermochte mich der Streifen zu überzeugen.

Und dies vor allem durch seine Musik und Stimmung. Der Film ist extrem stimmungsvoll, Traum ähnlich und hypnotisch. Da braucht gar nicht viel zu passieren, und dennoch fühlt man sich dank den Bildern und der tollen Musikkulissen gefesselt. Dies, in Kombination mit den sonderbaren Experimenten und einer teils interessanten Kameraführung im Wechsel mit Francos bekannten Zooms und Unschärfen, lässt eine ganz eigene Stimmung generieren. Das Ende mochte ich auch, das Schauspiel war absolut in Ordnung und für etwas nackte Haut ist auch gesorgt.

Fazit: Sehenswert! Must See Titel für Jess Franco Fans!

Infos:

O: El Siniestro doctor Orloff

Spanien 1984

R: Jess Franco

D: Antonio Mayans, Howard Vernon, Rocío Freixas, Tony Skios, Jess Franco

Laufzeit der US-Blu-Ray: CA. 87 Min.

Gesehen am: 01.01.24

Fassungen: Mir lag die Region All US-Blu-Ray von Mondo Macabro vor = Limited Edition im roten Amaray, mit Wendecover und Booklet, erstklassige Bild- und Tonqualität, Spanischer O-Ton mit englischen Subs, Uncut, exklusiven Extras (Jess Franco Kenner Stephan Thrower erzählt über die diversen «Orloff» Filme von Jess Franco, ca. 40 Minuten). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2014).

Mittwoch, 27. Dezember 2023

Macumba Sexual

Macumba Sexual

Story:

Alice (Lina Romay) bekommt in ihrem Urlaub den Anruf, sich auf eine nahe entfernte Insel zu begeben um dort Prinzessin Obongo (Ajita Wilson) zu treffen. Vor Ort angekommen erfährt sie vom Hotel-Angestellten (Jess Franco), dass die Prinzessin schon lange tot sei. Alice hat Alpträume und Visionen. Bald schon macht sich Alices Freund (Antonio Mayans) auf die Suche nach der verschwundenen Alice…

Meine Meinung:

Macumba Sexual hat mir nicht gefallen. Viele der zuletzt von Severin Films veröffentlichten Jess Franco Filme waren in meinen Augen nur mittelmässig oder solide (Night of Open Sex, Mansion of the Living Dead, Black Boots, Leather Whip), aber keine Kracher wie die bekannteren Filme des Regisseurs (Vampyros Lesbos, Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, A Virgin Among the Living Dead). Das Hauptproblem waren die Längen und der kaum vorhanden, uninteressante Plot.

Obwohl der Film nur 80 Minuten läuft, sind der Plot und die Szenen, die uns Jess Franco, der auch einen Kurzauftritt hinlegt, wenig interessant. Es tun sich Längen auf. Die Szenen sind wenig abwechslungsreich und es wird mehr oder weniger immer das gleiche gezeigt. Es wird zwar versucht, eine mysteriöse Story und eine Art phantastische Stimmung zu generieren, aber dies kommt aufgrund der Langweile nicht positiv zum Tragen.

Es gibt hier und da Momente, die schön gefilmt wurden oder die an andere Filme erinnern (nackte Menschen via Leine um den Hals als «Hunde» auf allen Vieren = Die 120 Tage von Sodom Vibes) oder denen es ganz leicht gelingt, etwas Stimmung zu generieren. Leider sind solche Momente Mangelware und der Film ist wirklich nur eins: langweilig, langweilig und langweilig. Von echtem Horror keine Spur. Dafür gibt es ellenlangen, immer gleichen (und vor allem unerotischen) Sex.

In den körperbetonten Rollen geben Lina Romay (Two Female Spies with Flowered Panties, The Sadist of Notre Dame, Night Has a Thousand Desires), Antonio Mayans (Cries of Pleasure, The House of Lost Women, Bahia Blanca) und Ajita Wilson alles. Letztere sah man auch in Francos Sadomania vor der Kamera.

Fazit: Nur den Jess Franco Sammlern zu empfehlen, die von ihrem Liebling alles sammeln, unabhängig von der Qualität der Filme. Mir persönlich war der Film zu uninteressant und zu lahm, um in die Sammlung aufgenommen zu werden…

Infos:

O: Macumba sexual

Spanien 1983

R: Jess Franco

D: Jess Franco, Lina Romay, Ajita Wilson, Antonio Mayans

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 80 Min.

Gesehen am: 28.11.23

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs, exklusive Extras, Region A, B und C. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2023).

Samstag, 21. Oktober 2023

Vampyros Lesbos


Am NIFFF 2008 signiert / Horroktober 2023

Vampyros Lesbos

Story:

Anwältin Linda (Ewa Strömberg) gerät auf einer Job-Mission auf einer abgelegenen Insel in den Bann einer lesbischen Vampirin (Soledad Miranda)…

Meine Meinung:

Vampyros Lesbos sah ich ewig nicht mehr. Ich wusste gar nichts mehr vom Film. Ich habe den Film auch mit einem anderen Jess Franco Film (Female Vampire) verwechselt und habe Linda Romay erwartet. Vampyros Lesbos hat mir sehr gut gefallen. Sicher einer der besseren Filme von Jess Franco (A Virgin Among the Living Dead, Sinfonía erótica, The Silence of the Tomb), auch trotz dem Fernbleiben von Lina Romay. Die Schönheiten Ewa Strömberg und Soledad Miranda stellen dabei einen sehenswerten Ersatz dar.

Beide haben schon öfters mit Jess Franco, der auch einen Cameo-Auftritt hinlegt, vor der Kamera gestanden (in Filmen wie She Killed in Ecstasy, Count Dracula, Eugenie de Sade, X312 - Flight to Hell). Vampyros Lesbos, in dem es allgemein weniger nackt zugeht, als der Titel suggeriert, bietet wenig Inhalt und viel fürs Auge: einen style over Substance Faktor, würde man heute sagen. Der Film fesselt und ist Traum ähnlich in Szene gesetzt. Ruhig aber fesselnd.

Der Film wirkt surreal, hypnotisch und psychedelisch. Die Farben, Kameraeinstellungen und die grossartige Musik und laszive und oft auch unterschwellige Erotik sind eine sehenswerte Kombination. Und auch die wenigen Nackt- und Erotik-Szenen sind knisternd und stark in Szene gesetzt. Auch die männlichen Nebenfiguren (kommen ohne Sexszenen aus), gespielt von Dennis Price und José Martínez Blanco (The Mummy’s Revenge, The Bloody Judge), passen gut zum mysteriösen, kaum vorhandenen Plot.

Für Mainstream-Zuschauer dürfte der Film uninteressant, wirr, lahm und langweilig erscheinen, aber Jess Franco Fans finden mit Vampyros Lesbos einen sehenswerten Beitrag vor!

Infos:

O: Vamypros Lesbos

Deutschland, Spanien 1971

R: Jess Franco

D: Ewa Strömberg, Soledad Miranda, Heidrun Kussin, Dennis Price, José Martínez Blanco, Jess Franco

Laufzeit der US-DVD: Ca. 89 Min.

Neusichtung: Okt. 2023

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Image Entertainment vor = Uncut, O-Ton (Deutsch), gute Bild- und Tonqualität. Inzwischen gibt es auch diverse Blu-Ray Fassungen, die sich lohnen: USA (Severin Films), UK (Severin Films) oder Österreich (ILLUSIONS). Die US-Disc ist zu bevorzugen, da Unmengen an Bonusmaterial.

Donnerstag, 14. September 2023

The Other Side of the Mirror

The Other Side of the Mirror

Story:

Nach dem Suizid ihres Vaters (Howard Vernon) zieht es Ana (Emma Cohen) von Madeira aufs Festland. Sie beginnt dort in Clubs in einer Jazz-Band zu arbeiten. Ana lernt mehrere Männer (Philippe Lemaire, Robert Woods) kennen. Diese verschwinden und/oder werden später ermordet aufgefunden. Ob die Morde etwas mit dem Suizid des Vaters zu tun haben?

Meine Meinung (Spanische Originalfassung):

The Other Side of the Mirror ist ein sonderbarer Jess Franco (Greta – Haus ohne Männer) Film, den ich mir eigentlich gerne ein zweites Mal ansehen möchte, bevor ich ein definitives Urteil fälle. Nicht alles am Film hat mir gefallen, aber ich denke, eine 2. Sichtung würde dem Werk mit Emma Cohen (The Strange Love of the Vampires), Philippe Lemaire, Italo-Western Star Robert Woods (The Sinister Eyes of Doctor Orloff) und dem Schweizer Jess Franco Liebling Howard Vernon (Seven Women for Satan) gut tun.

Ich fand die erste Hälfte des Filmes zu lahm. Zu in die Länge gezogen. Kaum Plot. Der Film ist zudem sehr harmlos und es gibt auch wenig nackte Haut zu sehen. Erst mit dem Auftauchen von Philippe Lemaire und dessen Liebesbeziehung zu der von Emma Cohen gespielten Figur wird der Film besser, da fesselnder, gradliniger und sogar dramatischer. Zwar gibt es auch zuvor Dramatisches zu sehen (Suizid), aber das lässt kalt (Howard Vernon spielt einen inzestuösen Vater). Da kann also keine grosse Sympathie aufkommen.

Ich fand den Plot sehr mystisch und hypnotisch. Ein Spiegel, der Horror verbreitet. Ein nicht ganz seltenes Horrormotiv (siehe Filme à la Mirror Mirror). Die Musik im Film, vor allem die Jazz-Sequenzen, waren weniger mein Fall, da ich kein sonderlicher Jazz-Fan bin. Darunter hat die 1. Filmhälfte gelitten, da ellenlange Szenen in der Bar als Setting dienen, in welcher Ana und ihre Band Musik fabrizieren. Diese Szenen wirkten teilweise zu lang, zu wortkarg und brachten den Plot keine Spur weiter.

Das Schauspiel war jedoch sehr gut. Allen voran Philippe Lemaire, Alice Arno (die auch schon mit Franco Filmen wie A Virgin Among the Living Dead zu sehen war) und Emma Cohen waren stark. In der französischen Fassung ist u.a. noch Lina Romay zu sehen. Das waren aber Nachdrehs, die mit der Originalfassung nichts zu tun hatten und passen nicht wirklich zum Originalfilm. Ich würde sogar das Wort unpassend und deplatziert verwenden. Stark fand ich die Optik des Filmes: spezielle Kamerafahrten, hypnotischen Bilder, ein Hauch unterschwelliger Erotik, farbigen Outfits (vor allem die Kleider von Emma Cohen) und schöne Drehorte (Madeira sieht hinreissend schick aus!)

Fazit: Ruhiger, harmloser aber nicht uninteressanter Jess Franco Film!

Infos:

O: Al otro lado del espejo

Spanien 1974

R: Jess Franco

D: Robert Woods, Philippe Lemaire, Howard Vernon, Emma Cohen

Laufzeit der US-Blu: Ca. 100 Min.

Gesehen am: 22.08.23

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Mondo Macabro vor = Spanische Originalfassung in Spanisch mit englischen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, diverse Extras. Davon ist vor allem das Interview mit Robert Woods informativ und die Alternativen-Szenen aus anderen Fassungen und deren Vergleich mit der spanischen Originalfassung. Region All Disc. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2023).

Mittwoch, 12. Juli 2023

Night of Open Sex

Night of Open Sex 

Story:

Cabaret Tänzerin Moira (Lina Romay) gerät zwischen die Fronten von Agenten auf der Suche nach verstecktem Gold. Sie und Agent Al Crosby (Antonio Mayans) tauschen sich nicht nur im Bett aus, sondern planen auch, das Gold zusammen für sich einzustecken, sobald gefunden…

 

Meine Meinung:

 

Night of Open Sex ist ein solider aber auch relativ zahmer und wenig schockierender Film von Jess Franco (Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne), dessen Gastauftritt ich im Film nicht Mal bemerkte. Night of Open Sex war ein bis vor kurzem unbekannter da kaum veröffentlichter Jess Franco Film. Das lag aber wohl daran, dass andere Franco Filme einfach besser sind und sich besser haben verkaufen und vermarkten lassen (z.B. Titel wie Greta – Haus ohne Männer, A Virgin Among the Living Dead, The Bloody Judge).

 

Night of Open Sex ist per kein Must See Titel und wirklich nur ultimativen Fans von Jess Franco zu empfehlen. Der Film hat einen dünnen Plot. Aus anderen Franco Filmen kehren Jess Franco Muse Lina Romay (Two Female Spies with Flowered Panties, The House of Lost Women) und Stammgast Antonio Mayans (Cries of Pleasure, Black Boots, Leather Whip) zurück. Der Film wirkt mehr wie ein surrealer Traum als ein Film, der eine echte Geschichte erzählt.

 

Viel nackte Haut, minutenlange Musik und Frauenkörper, die sich vor der Kamera räkeln inklusive Zoom-Einsatz und verwackelter Kamera à la Franco. Das bekommt man hier präsentziert. Trotz viel Fleisch ist der Erotikfaktor jedoch sehr klein. Das liegt daran, dass der Film hauptsächlich lustig gestimmt ist. Ja, lustig. 

 

Night of Open Sex ist ein Mix aus Erotik-, Agentenfilm und vor allem Komödie. Jess Franco hat ja nicht nur Erotikfilme gedreht, sondern war in diversen Genres tätig. Lina Romay gibt in den Sexszenen alles. Der heimliche Star des Filmes ist aber rauchende Antonio Mayans mit Schnauz als Agent. Zum Brüllen komisch wie auch das Ende des Filmes!

 

Fazit: Durchschnittlicher Jess Franco Film!

 

Infos:

 

O: Noche de los sexos abiertos

 

Spanien 1983

 

R: Jess Franco

 

D: Lina Romay, Hemy Basalo, Antonio Mayans, Juana de la Morena, Antonio Rebollo

 

Laufzeit der US-Blu: Ca. 90 Min.

 

Gesehen am: 13.05.23

 

Fassungen: Mir lag die Region All US-Blu-Ray von Severin Films vor. Wie die meisten ihrer Franco Vös besticht die Vö durch ein nicht gerade sehr schönes Artwork, wobei dieses hier mehr gelungen ist als dieses von anderen Vös. Uncut, O-Ton (Spanisch) mit englischen Subs, exklusive Extras, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2023).

Dienstag, 14. März 2023

Mansion of the Living Dead Review

Mansion of the Living Dead

Story:

 

Die lesbischen Freundinnen Tina, Vicky, Marta und Maria (u.a. Lina Romay) reisen in den Urlaub. Im Hotel angekommen finden sie ein praktisch menschenleeres Hotel vor. Sie ahnen nicht, dass eine mörderische Sekte in der Gegend ihr Unwesen treibt und auch sie als Opfer auserkoren hat…

 

Meine Meinung:

 

Ich mag ja die meisten Filme von Jess Franco (Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, The Sadist of Notre Dame, Two Female Spies with Flowered Panties), aber Mansion of the Living Dead gehört leider nicht wirklich dazu. Der Film, der leicht an die Blind Dead Filme (Tombs of the Blind Dead, Return of the Evil Dead) erinnert, ist einfach vor allem eines: es wird kaum eine Geschichte erzählt und der Film ist stinklangweilig.

 

Der Mix aus Horror, Erotik und Komödie funktioniert nicht. Der Film ist weder gruselig, noch wirklich lustig und auch nicht erotisch, trotz viel nacktem Fleisch, Sex und auch lesbischem Sex. Der Plot ist sehr schleppend und dünn. Selbst für Franco-Verhältnisse. In den ersten 40-45 Minuten passiert gar nichts ausser etwas Bett-Action und wenig anregenden Nackt- und Lesben-Szenen. Unfreiwillig komische Szenen tun sich auf (der Rezeptionist oder der Gärtner als Spanner). Könnte ggf. mit einer tollen deutschen Synchro Spass machen, aber nicht auf Spanisch mit Subs.

 

Die Tempelritter tauchen vor allem im letzten Viertel auf. Da gibt’s eine längere Rape-Szene und eine unblutige Opferung. Und eine Frau an Ketten wird von ihrem Freund, der S/M-Spiele mag, mit Gift ermordet. Damit hätten wir die Highlights auch schon. Das "Make-Up" der Tempelritter ist zumeist lachhaft und wenig effektiv. In ein-zwei wenigen Szenen gelingt es Franco, so was wie eine Spur an Stimmung und Atmosphäre zu schaffen. Die wenig zusammenhängende Story verhindert dies aber grösstenteils.

 

Lina Romay (Black Boots, Leather Whip), hier wieder als Candy Coster unterwegs, ist solide. Aber die Perücke mag ich nicht. Mit ihrer echten Frisur gefällt sie mir besser. Nebst ihr sind  noch Jess Franco Stamm-Schauspieler Antonio Mayans (The House of Lost Women, Bahia Blanca) und die Mädels Mabel Escaño (arbeite mit Franco für Lolita am Scheideweg zusammen), Elisa Vela (Cries of Pleasure), Eva León (Blue Eyes of the Broken Doll) und Mari Carmen Nieto (Night Has a Thousand Desires) zu sehen. Für mich keine bekannten Namen, auch wenn die Damen bereits in anderen (Franco) Filmen mitwirkten, welche ich gesehen habe. Jess Franco taucht, wie es den Anschein hat, diesmal nicht vor der Kamera auf.

 

Fazit: Zu langweilig und wird daher nicht in die Film-Sammlung integriert. Und wirklich nur für ultimative Jess Franco Fans interessant…

 

Infos:

 

O: La Mansión de los muertos vivientes

 

Spanien 1982

 

R: Jess Franco

 

D: Lina Romay, Antonio Mayans, Elisa Vela, Mari Carmen Nieto, Eva León, Mabel Escaño

 

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 93 Min.

 

Gesehen am: 28.02.23

 

Fassungen: Mir lag die US-All-Region-Blu-Ray von Severin Films vor = Uncut, O-Ton Spanisch, englische Subs, exklusive Extras, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland auf DVD (einzelne Ausgaben haben keinen deutschen Ton und die Bild- und Tonqualität sollen oftmals sehr schlecht sein).