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Freitag, 3. Juli 2026

Blades of the Guardians

NIFFF 2026 Spezial

Blades of the Guardians

Story:

China während der Sui-Dynastie:

Dao Ma (Jacky Wu Jing) hat Schulden. Um diese begleichen zu können, nimmt er einen riskanten Job an. Er soll Zhi Shi Lang (Sean Sun Yizhou), einen Rebellenanführer, durch die Wüste führen. Dumm nur, dass diverse andere Parteien (Banditen und Kopfgeldjäger) ebenfalls hinter Zhi Shi Lang her sind…

Meine Meinung:

Blades of the Guardians habe ich mir nur angesehen, da ich auf dem aktuellen NIFFF dazu die Chance hatte. Ansonsten wäre Blades of the Guardians, der in China an den Kinokassen sämtliche Rekorde brach, nicht auf meiner «Watchlist» gestanden. Solche neuen China-Blockbuster sind einfach nichts für mich und treffen nicht meinen Filmgeschmack. Und das, obwohl ein bekannter Cast um Namen wie Yuen Woo-Ping (Fist of the Double K), Jacky Wu Jing (Sha Po Lang, Call of Heroes), Jet Li (Once Upon a Time in China and America, Martial Arts of Shaolin), Nicholas Tse (Raging Fire, New Police Story), Kara Hui (Mrs K, My Young Auntie) oder Tony Leung Ka-Fai (People’s Hero, Double Vision).

Bei Blades of the Guardians handelt es sich um einen chinesischen Blockbuster, und, was ich nicht wusste, um eine Comic-Verfilmung und um einen Wuxia. Regie führte Altmeister Yuen Woo-Ping. Produziert wurde der Film u.a. von Jacky Wu Jing, der die Hauptrolle spielt. Er erinnert mit der Darbietung als Antiheld mit dem Jungen an einen «Lone Wolf». Vergleiche tun sich auf mit der Hauptfigur aus der Lone Wolf and Cub-Reihe. Jacky Wu Jing wird von diversen Parteien begleitet. Dabei erinnert die Figur Zhi Shi Lang an einen Troma-Charakter aus Sgt. Kabukiman N.Y.P.D., was mich total irritiert hat.

Tony Leung Ka-Fai spielt eine grosse Nebenrolle ohne Kampfszenen. Keine Kampfszenen hat leider auch Shaw Brothers Star Kara Hui erhalten. Sie ist allgemein nur kurz zu sehen, vielleicht fünf Minuten. Nicholas Tse spielt auch nur eine grosse Nebenrolle, aber quasi eine der beiden Endgegner am Ende. Er macht das im Film besser als andere. Fast nicht erkannt hätte ich Jet Li, der auch einen Bösewicht spielt. Er wird im ersten Viertel des Filmes gleich von zwei Kämpfern, darunter auch Jacky Wu Jing, bekämpft. Mit seiner Frisur und Bart fiel es schwer, ihn als Jet Li zu identifizieren. Am Ende war es seine Original-Stimme, die ich noch aus den Expendables-Filmen kannte, die mir halfen, ihn zu identifizieren.

Die Comics kenne ich nicht. Daher kann ich keine Vergleiche liefern. Inhaltlich fand ich den Film überladen, die Laufzeit zu lang (inklusive zu viele Rückblenden), der Ton wechselhaft (Mal blutig, Mal lustig) und die Effekte, insbesondere die CGI-Effekte, waren weniger schlecht als erwartet. Yuen Woo-Ping gab diesmal die Kampf-Choreographie ab. Diese übernahm Ku Huen-Chiu (Shadow, Black Mask, Mirage, The Master, Once Upon a Time in China). Leider hat mir eigentlich nicht eine Kampfszene wirklich gut gefallen. Es gab bessere und es gab schlechtere Kämpfe, aber keine einzige würde ich als wirklich gut betiteln. Kein Vergleich mit 60er, 70er, 80er oder 90er Jahre Wuxia. Und den Wüstensturm, der direkt aus Mad Max: Fury Road stammen könnte, hätte es auch nicht gebraucht.

Fazit: Leider kein Must See Titel!  

Infos:

O: Biao Ren

China 2026

R: Yuen Woo-Ping

D: Jacky Wu Jing, Nicholas Tse, Josh Yu Shi, Sean Sun Yizhou, Ci Sha, Tony Leung Ka-Fai, Jet Li, Kara Hui

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 126 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Samstag, 27. Dezember 2025

Once Upon a Time in China and America Review

Once Upon a Time in China and America

Story:

Als Wong Fei-Hung (Jet Li) und Co. (Rosamund Kwan, Xiong Xinxin) von Indianern angegriffen werden, verliert Wong Fei-Hung sein Gedächtnis. Er landet bei den Indianern (u.a. Daniel Luján, Jason De Hoyos, Chrysta Bell Zucht), während sich Aunt Yee (Rosamund Kwan) auf die Suche nach ihm macht. Derweil planen Gangster (u.a. Ryon Marshall, Joseph Sayah) einen Raub. Aunt Yee wird vom neuen Hilfssheriff (Jeff Wolfe) unterstützt…

Meine Meinung:

Den Film sah ich bisher nur ein einziges Mal als alte HK-DVD. Das war irgendwann zwischen 2002-2006. Ich wusste praktisch nichts mehr über den Film. Ich wusste nur noch, dass es eine Mischung aus Wong Fei-Hung und Western ist inklusive Indianer. Jackie Chan bediente sich kurz darauf eben dieser Mischung und wurde mit seinen zwei US-Komödien Shang-High Noon und Shanghai Knights sehr erfolgreich. Etwas, was Jet Li und Sammo Hung vom sechsten und letzten Teil der Once Upon a Time in China-Reihe nicht behaupten konnten.

Nachdem Jet Li (Martial Arts of Shaolin, Hitman, Fong Sai Yuk II) nach dem dritten Teil der Reihe ausstieg, kehrten er und Rosamund Kwan (Undeclared War, The Assassin, Long Good Bye) wieder zurück. Aus den Vorgängern blieb nebst Tsui Hark (als Produzent) nur noch Xiong Xinxin (Forced Nightmare, Hero Among Heroes, Wonder Seven) übrig. Neu kommen viele Ausländer dazu, die in die Rollen der Amerikaner oder Indianer schlüpfen. Mir sind die Namen um Jeff Wolfe, Joseph Sayah oder Chrysta Bell Zucht unbekannt. Die Actionszenen besorgte Regisseur Sammo Hung (Bruce, Hong Kong Master, Shaolin Traitorous, Twilight of the Warriors: Walled In).

Der Film ist zwar nicht langweilig, aber auch nicht sonderlich toll. Eigentlich empfehle ich aus der Once Upon a Time in China Reihe nur drei Teile. Den ersten, den zweiten und den fünften (mit den Piraten). Die anderen Teile sind uninteressant und können getrost links liegen gelassen werden. Zwar wurde Sammo Hung und sein Team für die Action-Szenen nominiert (Hong Kong Film Awards), aber die Kampfszenen kommen nicht an jene der Vorgänger ran. Unterhaltsam wars hier und da trotzdem. Aber die ganze Machart des Filmes wirkte irgendwie «billig».

Der Humor funktionierte meist kaum und praktisch alle Figuren sind stereotypische 08/15 Klischees. Auch die Musik wirkte meistens billig. Das bekannte Theme des Filmes gibt es nur noch selten und oft in abgewandter Form zu hören. Einige «lustigen» Szenen haben Fremdscham-Charakter. Zudem mag ich solche Plots nicht, wenn die Hauptfiguren ihr Gedächtnis verlieren und dann erstmal weg vom Fenster sind. Das hat so Dean Shek (A Better Tomorrow 2) oder Chow Yun-Fat (God of Gamblers) Vibes. Jet Li Fans empfehlen ich den ein Jahr zuvor gedrehter Black Mask.

Fazit: Unnötiges Comeback!

Infos:

O: Wong Fei-Hung: Chi Sai Wik Hung See

HK 1997

R: Sammo Hung

D: Jet Li, Rosamund Kwan, Xiong Xinxin, Jeff Wolfe, Richard Ng, Ryon Marshall, Joseph Sayah, Daniel Luján, Jason De Hoyos, Chrysta Bell Zucht

Laufzeit der US-Blu: Ca. 102 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Dez. 2025

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Criterion (Once Upon a Time in China: The Complete Films) = sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut, Extras (Making of und Behind the Scenes Special). Gibt es auch in Deutschland auf Blu-Ray.

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Once Upon a Time in China III Review

Once Upon a Time in China III

Story:

Wong Fei-Hung (Jet Li) begibt sich zusammen mit seiner Freundin und seinem Schüler (Max Mok) nach Peking. Dort bekommen sie es mit Drachentänzen, einem rivalisierenden Russen (John Wakefield), der es auf seine Freundin (Rosamund Kwan) abgesehen hat, einem Kung Fu Meister (Xiong Xin-Xin) und einem geplanten Attentat auf den chinesischen Diplomanten Li Hongzhang (Ge Cunzhuang) zu tun…

Meine Meinung:

Den dritten Teil der Reihe empfand ich schon bei einer vergangenen Sichtung des Filmes als schwach. Auch abgesehen vom direkten Vergleich mit den beiden Vorgängern. Aus dem 2. Teil kehren Jet Li (The Last Hero in China, The One, The New Legend of Shaolin), Rosamund Kwan (Vengeance Is Mine, Long Good Bye, Long Road to Gallantry) sowie Max Mok (An Eye for an Eye, No Way Back, Pedicab Driver) zurück. Die spielen alle die gleiche Rolle. Neu ist, dass Wong Fei-Hung nun mit der 13. Tante verheiratet ist.

Scheinbar soll es auch zwischen Jet Li und Regisseur Tsui Hark (Dangerous Encounter - 1st Kind, Dragon Inn, Police Assassins) zu Differenzen gekommen sein, was der Grund sein könnte, warum Jet Li bei den nächsten zwei Fortsetzungen nicht mehr als Volksheld gecastet wurde. Der Film ist im Vergleich zum Vorgänger harmlos, zu lustig. Der düstere Grundton des Vorgängers wurde leider nicht beigehalten. Das führt aber auch dazu, dass der Zuschauer nie um Wong Fei Hung oder dessen Truppe besorgt sein muss. Es ist klar, dass ihnen nie was passiert und die Bösewichte sind alle schwach und kein Vergleich mit Donnie Yen und Co.

Der Plot ist uninteressant. Es sind zu viele uninteressante Nebenplots vorhanden (der Russe, der auch in Rosamund Kwan verliebt ist, das geplante Attentat, die Heirat). Natürlich musste der Film auf seine Länge (fast zwei Stunden Laufzeit) gebracht werden. Weniger wäre mehr gewesen. Die Inhalte konnten mich weder überzeugen, noch fesseln, nicht begeistern. Auch die Kampfszenen haben mich nicht überzeugt. Viel zu unrealistisch, zu viel Wirkwork (alle Szenen mit Xiong Xin-Xin), zu viele Drachentänze. Bodenständiger hätte mehr meinem Geschmack entsprochen.

Fazit: Wäre der Film nicht in einer Sammelbox, würde der aus der Sammlung fliegen. Den dritten Teil kann man getrost links liegen lassen…

Gefolgt von: Once Upon a Time in China IV

Infos:

O: Wong Fei-Hung III: Si Wong Jaang Ba

HK 1993

R: Tsui Hark

D: Jet Li, Rosamund Kwan, Max Mok Siu-Chung, Xiong Xin-Xin, Lau Shun, John Wakefield

Laufzeit der US-Blu: Ca. 111 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 20.11.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Criterion (Once Upon a Time in China: The Complete Films) = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt Unmengen an exklusiven Extras (Interview mit Tsui Hark und John Wakefield sowie 20 Minuten an geschnittenen Szenen). In Deutschland von Splendid auf Blu-Ray erscheinen.

Mittwoch, 16. Juli 2025

Once Upon a Time in China II

Once Upon a Time in China II

Story:

1895 in China:

Wong Fei Hung (Jet Li), sein Schüler (Max Mok) und seine 13. Tante (Rosamund Kwan) reisen nach Shanghai. Dort treibt die Sekte White Lotus unter ihrem Anführer Gao Kung (Xiong Xin-Xin) ihr Unwesen. Diese haben es vor allem gegen die Engländer abgesehen und führen Terroranschläge durch. Zur gleichen Zeit wird Dr. Sun Yat-Sen (Zhang Tielin) zum Staatsfeind erklärt. Wong Fei Hung nimmt den Kampf gegen die White Lotus Sekte auf und setzt sich, da Dr. Sun Yat-Sen unterstützend, auf die Todesliste von Commander Lan (Donnie Yen)…

Meine Meinung:

Kann Tsui Hark (Aces Go Places II, A Better Tomorrow 3, Black Mask 2: City of Masks) an seinen Vorgänger-Hit Once Upon a Time in China anknüpfen? Ja, das kann er. Diesen übertreffen? Nein, das nicht. Die Fortsetzung zu Once Upon a Time in China hält das hohe Qualitäts-Level des Vorgängers. Nebst Jet Li kehrt noch Rosamund Kwan zurück. Kent Cheng entfällt und die im ersten Film von Yuen Biaos gespielten Figur wird folgerichtig von Max Mok gespielt. Neu an Bord sind Shaw Brothers Legende David Chiang, Xiong Xin-Xin als Bösewicht (kommt im 3. Teil in einer neuen Rolle wieder vor) und Donnie Yen als 2. Bösewicht.

Jet Li (The Sorcerer and the White Snake, The Master, Martial Arts of Shaolin) bekommt diesmal mehr Screentime. Er darf sein Können erneut eindrucksvoll unter Beweis stellen. Er scheint für die Drahtseil-Akte und Kampfszenen wie geschaffen. Und dank der Zusammenarbeit mit Choreograph Yuen Woo-Ping (Eine Prise für tödliche Pfeifen, Shaolin Drunkard, Dreadnaught) werden die Kampfszenen erneut zum Highlight des Filmes. Rosamund Kwan (Undeclared War, The Assassin) bekommt weniger Screentime. Sie ist u.a. in einer amüsanten Szene über Hundefleisch zu sehen. Dass Yuen Biao ersetzt wurde, war korrekt, da sein Potenzial total verschwendet wurde. Die Rolle seiner Figur wird nun von Max Mok (An Eye for an Eye, Usurpers of Emperor's Power) gespielt.

Als Shaw Brothers Fan war ich erfreut zu sehen, dass ja auch David Chiang (The Shanghai Thirteen, The Boxer from Shantung, Blooded Treasury Fight) mitwirkt. Allerdings spielt dieser eine relativ unbedeutende Nebenrolle und dies ohne Action. Von Donnie Yen (Blade II, Ip Man 4: The Finale, Special ID) hätte ich mir mehr Screentime gewünscht. Mit der (White Lotus) Sekte wird zu viel Zeit verschwendet und das Overacting von Xiong Xin-Xin (stand schon in The Blade in einem Tsui Hark Film vor der Kamera) war z.T. fast zu viel des Guten. In einem Gastauftritt sehen wir noch CAT. III Psycho William Ho Ka-Kui (Daughter of Darkness). Donnie Yen kehrt hier auch zu seinem Entdecker Yuen Woo-Ping zurück. Unvergessen sind dessen Zusammenarbeiten wie Drunken Tai Chi, Mismatched Couples oder In the Line of Duty 4.

Dass geschichtlich reale Figuren (nebst Wong Fei Hung) wie Sun Yat-sen in den Plot integriert wurden, wusste ich gar nicht mehr. Er floh von den Kommunisten aus China nach Taiwan, der Rest ist Geschichte. Dass ist auch der Grund, warum China Taiwan täglich droht und provoziert. Der Film ist einen Tick ernster als der Vorgänger, was mir gefiel. Ernster heisst düsterer, weniger Klamauk und teilweise geht es überraschend brutal zu, wenn vor allem Westliche mit brennenden Pfeilen angegriffen werden. Zudem fand ich es positiv, dass der Fokus diesmal mehr auf Jet Li liegt, und nicht seinem Schüler oder anderen Drittpersonen.

Fazit: Schon allein aufgrund des Finalkampfes ist der Film sehenswert! Must See Titel für Jet Li und Donnie Yen Fans!

Gefolgt von: Once Upon a Time in China III

Infos:

O: Wong Fei-Hung II: Nam Yi Dong Ji Keung

HK 1992

R: Tsui Hark

D: Jet Li, Rosamund Kwan, Max Mok, Donnie Yen, David Chiang, Xiong Xin-Xin, William Ho Ka-Kui, Zhang Tielin

Laufzeit der US-Blu: Ca. 112 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neue Sichtung am: 20.04.25

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray via der Once Upon a Time in China: The Complete Films Box von Criterion Collection = O-Ton, Englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, Uncut. Es gibt diverse Extras wie u.a. ein Interview mit Donnie Yen oder eine Doku über Wong Fei Hung. Ich bin aber nicht dazu gekommen, mir die Extras anzusehen. Gibt es in Deutschland von Splendid Film auf Blu-Ray (auch Uncut, mit O-Ton und deutschen Subs).

Montag, 2. Juni 2025

Martial Arts of Shaolin

 

Martial Arts of Shaolin

Story:

Zwei Patrioten (Hu Jian-Qiang, Huang Qiuyan) machen es sich zum Ziel, den Tyrann und Herrscher des Landes, Lord He Suo (Yu Chenghui), zu töten. Als dieser zu einer Geburtstagsfeier einlädt, scheint die Zeit der Rache gekommen. Doch Lord He Suo ist nicht einfach zu bezwingen. Das Duo erhofft sich Hilfe von einem der besten Shaolin Schüler des Landes: Lin Zhi Ming (Jet Li), dessen Eltern von Lord He Suo getötet wurden. Auch er hat nur ein Ziel: Rache!

Meine Meinung:

Martial Arts of Shaolin ist nach The Shaolin Temple und Kids from Shaolin der dritte Teil der «Shaolin Temple» Reihe mit Jet Li (Fong Sai Yuk, Lethal Weapon 4, Kiss of the Dragon), der dazumal Superstar-Status genoss. Neu ist, dass der Film durch ein HK-Filmstudio produziert wurde. Bei Martial Arts of Shaolin handelt es sich um eine Shaw Brothers Produktion. Diese schickten Lau Kar-Leung (Shaolin Mantis, The 36th Chamber of Shaolin, Executioners from Shaolin) nach China, wo er aus dem Vollen schöpfen konnte.

Die Stars hingegen waren allesamt aus China. Festland-Stars. Es handelt sich vor allem um den Cast aus The Shaolin Temple, Shaolin from Kids und Yellow River Fighter. Alles ausgezeichnete Martial Arts Künstler wie Hu Jian-Qiang, Huang Qiuyan (weiblicher Lead), Yu Chenghui (Bösewicht und Endgegner), Ji Chunhua (rechte Hand des Bösewichts, spielte später erneut mit Jet LI in Fong Sai Yuk II zusammen) und Yu Hai (spielt Jet Lis Meister und war in wenigen HK-Produktionen wie z.B. Fire on the Great Wall zu sehen). Das Theme des Filmes, das Lied «Shaolin», mit welchem der Vorspann des Filmes beginnt, ist wunderschön.

Wenig überraschend ist zudem anzumerken, dass die Kampf- und Trainingsszenen exzellent sind. Da waren Meister vor und hinter der Kamera dabei. Bei einem solchen Cast und einem Regisseur wie Liu Chia-Liang kann eigentlich nur etwas Grossartiges bei rauskommen. Was dem Film auch gut bekommt sind die wunderschönen Natur-Settings und Bilder aus China. Teilweise wirkt der Film mit seinen Drehorten wie ein Touristenvideo, wenn vor Ort in der verbotenen Stadt oder der Chinesischen Mauer gekämpft wird. Der Plot hingegen ist sehr dünn und nur Mittel zum Zweck, was mich nicht störte.

Fazit: Fans von klassischen Martial Arts Filmen zu empfehlen!

Infos:

HK, China 1986

R: Lau Kar-Leung (Liu Chia-Liang)

D: Jet Li, Hu Jianqiang, Huang Qiuyan, Yu Chenghui, Yu Hai, Sun Jiankui

Laufzeit der UK-Blu: 93:50 Min.

Gesehen am: März 2006 / Neusichtung am: 10.03.25

Fassungen: Gesehen via Shawscope Volume Two Box von Arrow Video = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität und diverse Extras runden die Disc ab. Was die Extras angehen kann ich vor allem folgende Interviews empfehlen: Tony Rayns on Martial Arts of Shaolin (ca. 29 Min.). Sehr informativ. Und auch das Interview mit dem Drehbuchautor war spannend, wenn auch hier und da etwas repetitiv (Interview with Sze Yeung-ping = ca. 42 Min.) In Deutschland ist der Film unter dem Titel Die Macht der Shaolin von Shamrock Media / Cargo Records auf Blu-Ray zu haben.

Sonntag, 6. April 2025

Once Upon a Time in China

Once Upon a Time in China

Story:

Spätes 19. Jahrhundert Kanton:

Arzt und Martial Arts Meister Wong Fei-Hung (Jet Li) und seine Schüler (u.a. Kent Cheng, Jacky Cheung) finden sich in einer Zeit wieder, in welcher Ausländer (Jonathan Isgar, Mark King, Steve Tar) vor Ort ebenso wie ansässige Kleingangster (Yau Gin-Gwok) für Unruhe sorgen. Dazu kommt, dass Wong Fei-Hung von Iron Robe Yim Chun Tung (Yen Shi-Kwan) zum Duell herausgefordert wird und dann muss Wong Fei-Hung auch noch seine 13. Tante (Rosamund Kwan) beschützen…

Meine Meinung:

Basierend auf dem realen Volksheld Wong Fei-Hung, der in Hong Kong schon durch ältere Generationen verkörpert wurde (Gordon Liu in Martial Club oder Kwan Tak-Hing in 77!!! einzelnen Filmen), schickt Tsui Hark (Knock Off, The Twin Dragons, Aces Go Places III) Jet Li (Hitman, Fong Sai Yuk II, Lethal Weapon 4) ins Rennen. Once Upon a Time in China ist der erfolgreiche und aufwändige Blockbuster des damaligen HK-Kinos, der für viele Preise nominiert wurde, einige einsackte und u.a. fünf Fortsetzungen nach sich zog.

Ich sah den Auftakt der Once Upon a Time in China Reihe sehr lange nicht mehr. So freute ich mich, heute mit dem 1. Teil meine Rewatch-Serie gestartet zu haben. In Once Upon a Time in China steckt viel Qualität. Das sieht man der Produktion trotz diverser Probleme beim Dreh (Cast und Crew, die abgesprungen sind oder Jet Li, der sich verletzt hat und im Finale z.T. gedoubelt werden musste) deutlich an. So muss der Film zu den besseren Werken von Tsui Hark gezählt werden, auch wenn ich Filme wie Dangerous Encounter - 1st Kind, The Butterfly Murders oder We're Going to Eat You nach wie vor zu seinen absoluten Highlights zähle. Noch vor Once Upon a Time in China.

Once Upon a Time in China hat tolle Kulissen, stark choreographierte Kampf- und Actionsequenzen, einen eigentlich tollen, namhaften Cast und eine visuell beeindruckende Kameraarbeit. Dazu ein wunderbares Lied, welches zu Beginn des Filmes im Vorspann die Herzen der Fans erfreut. Der erste Kampf von Jet Li gegen den Bösewicht (Yen Shi-Kwan) im Regen ist für mich eine der besten Szenen des ganzen Filmes. Da konnte dann leider auch das Leiter-Finale nicht anknüpfen. Im 1/4 des Filmes gab es mir zu wenig Action und mit einer stolzen Laufzeit von 134 Minuten war der Film doch vielleicht etwas zu lang.

Co-Star Yuen Biaos (Mr. Vampire II) Potenzial wird total verschenkt. Der bekommt eigentlich nicht eine wirklich tolle Kampfszene spendiert. Das ist schon sehr schade, wenn man so einen Namen an Bord hat. Sein Part wurde, wie auch jener von Jacky Cheung (Comic-Charakter ohne Action), für den 2. Film ausgetauscht. Weiter besetzt mit Kent Cheng (Run and Kill), Yuen Cheung-Yan (Sohn von Simon Yuen), Wu Ma (Gastauftritt) und Rosamund Kwan (ihren ganzen Sub-Plot hätte man zugunsten von mehr Action streichen können). Yen Shi-Kwan als Bösewicht war überzeugend. Dies sollte er später in Iron Monkey, wenn er Donnie Yen gegenübersteht, erneut unter Beweis stellen.

Fazit: Jet Li Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: Once Upon a Time in China II

Infos:

O: Wong Fei-Hung

HK 1991

R: Tsui Hark

D: Jet Li, Yuen Biao, Kent Cheng, Jacky Cheung, Yen Shi-Kwan, Yuen Cheung-Yan, Rosamund Kwan, Wu Ma, Jonathan Isgar, Mark King, Steve Tar, Yau Gin-Gwok

Laufzeit der US-Blu: Ca. 134 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung: 19.01.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray Box Once Upon a Time in China: The Complete Films = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, alle sechs Filme und Booklet in einer Box. Als Extras gibt es u.a. ein Interview mit Tsui Hark (in Englisch), ein Interview mit Yen Shi-Kwan (Englischer Voice Over), Audioaufnahmen von Jet Li (in Englisch), ein kurzes (und uninteressantes) Behind-the-Scenes Spezial und es kommt HK-Film-Kenner Tony Rayns zu Wort (sehr zu empfehlen). In Deutschland von Splendid auf Blu-Ray zu haben (Uncut, Deutsch/Kantonesisch mit Subs).

Dienstag, 17. September 2024

Hitman

Hitman

Story:

Ein japanischer Tycoon und Gangster-Boss wird getötet. Der Täter entflieht unbekannt. Dieser ist bekannt als König der Killer. Jedem, der diesen tötet, wird ein grosses Lösegeld versprochen. Auch Immigrant Fu (Jet Li) und sein «Agent» (Eric Tsang) machen es sich zur Aufgabe, den Killer zu schnappen…

Meine Meinung (HK-Fassung):

Nachdem die letzten Jahre bereits My Father Is a Hero sowie Dr. Wai in the Scriptures with No Words aus der Sammlung flogen, folgt nun ein weiterer Jet Li Film dem gleichen Schicksal: Hitman, aus dem Jahr 1998. Sein letzter Film in Hong Kong, bevor es Jet Li nach Hollywood zog (Lethal Weapon 4, The One und Co.). Hitman ist dabei keine Vollkatastrophe aber ich empfand den Plot als wenig interessant. Mit anderem Cast hätte der Film besser gepasst (z.B. Jackie Chan statt ein Jet Li). So gab es Längen und am meisten störte ich mich an Eric Tsang (Lucky Stars Go Places) und Gigi Leung (First Option).

Eric Tsang macht zwar im älteren, Anfang 90er Jahre Kino irgendwie Spass, aber nicht in einem moderneren Film à la Hitman. Und Gigi Leung mochte ich nie. Simon Yam (Full Contact) hingegen ist solide, aber mehr eine Nebenrolle. Jet Li (Fong Sai Yuk) macht in den Actionszenen eine gute Figur. Das ist auch das Einzige, was überzeugt, auch wenn der Film z.B. zu Beginn an den franz. Gangster-Film Léon - Der Profi erinnert inklusive einer späteren Szene, wo sich Jet Li als Jean Reno verkleidet. Etwas, was schon Stephen Chow in Out of the Dark tat.

Der Film von Stephen Tung Wai gefällt nur durch die Actionszenen. Davon hätte es jedoch gerne mehr haben dürfen. Das Finale z.B. rockt. Regisseur Stephen Tung Wai (The Killer in White) war selbst für die Kampf-Choreographie zuständig. Und er fing seine Karriere in schon in den 70ern an. Mit anderen Worten, all seine Erfahrung liess er in die Produktion einfliessen. Als Regisseur versuchte er sich nur paar Male. Ich denke, da sind Fans mit Filmen wie Magic Cop (= Mr. Vampire 5) oder Fox Hunter definitiv besser bedient, als mit Hitman, auch wenn Hitman sicherlich den kommerziellen besseren Cast bietet.

Fazit: Geschmackssache. Mir persönlich war der Plot zu wenig interessant und die Actionszenen zu schlecht über die Handlung verteilt. Dazu ein Cast, der mir zu einem grossen Teil wenig zusagt (Eric Tsang, Gigi Leung) = fliegt aus der Sammlung! Jet Li Fans können natürlich einen Blick riskieren!

Infos:

O: Sat sau ji wong

HK 1998

R: Stephen Tung Wai

D: Jet Li, Eric Tsang, Simon Yam, Paul Rapovski, Kim Yip Kwong-Kim, Sato Keiji, Gigi Leung

Laufzeit der UK-Blu-Ray: Ca. 100 Min.

Neusichtung am: 10.07.24

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Eureka vor = nebst Hitman befinden sich noch My Father Is a Hero sowie Dr. Wai in the Scriptures with No Words in dem Set, welches mit Schuber und Booklet daherkommt. Hitman liegt in zwei Fassungen vor (HK- und internationale Fassung). Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Zum O-Ton gibt es englische Subs. In Deutschland gibt es den Film bisher nur auf DVD und zensiert (als Contract Killer – Im Auftrag des Todes).

Donnerstag, 12. September 2024

Fong Sai Yuk II


Fong Sai Yuk II

Story:

Fong Sai Yuk (Jet Li) wird in die The Red Flower Gemeinschaft aufgenommen, deren Ziel darin besteht, den mandschurischen Kaiser zu stürzten. Doch der politische Kampf beeinflusst auch seine Beziehung zu seiner Freundin (Michelle Lee), als es darum geht, dass Fong eine Prinzessin (Amy Kwok) für die Gunst der Bruderschaft verführt. Derweil gilt es auch Master Chans (Adam Cheng) Position zu schützen und Fongs Mutter (Josephine Siao) hat ebenfalls Liebesprobleme mit ihrem Ex (Regisseur Corey Yuen).

Meine Meinung:

Jet Li feierte mit Tsui Harks Once Upon a Time in China grosse Erfolge. Viele Nachahmer, auch im klassischen Setting und auch chinesische Nationalhelden präsentierend, waren die Folge. So auch Fong Sai Yuk, den ich jedoch nicht zu Jet Lis besten Arbeiten zähle. Die Fortsetzung, erneut mit Jet Li (The Last Hero in China), Corey Yuen (Heroes of Shaolin), Michelle Lee (A Chinese Ghost Story II), Josephine Siao (Jumping Ash) und Adam Cheng (General Invincible), kann sogar noch weniger überzeugen und bleibt nur knapp in der Sammlung bestehen.

Im ersten Teil war der Plot besser. Zudem gefiel mir dort das Theme: das war wirklich cool und höre ich gerne. Und mit Vincent Zhao hatte man einen wunderbaren Bösewicht an Bord. Eine Art Newcomer. Er hatte seine beste (kurze) Zeit danach mit Filmen wie The Blacksheep Affair, Green Snake oder The Blade (obwohl ich den heuer auch nicht mehr sonderlich toll finde), zumal er Jet Li für die Once Upon a Time in China Fortsetzungen Once Upon a Time in China IV und Once Upon a Time in China V ersetzte.

Der 2. Teil hat einen schwachen Plot. Es gibt, vor allem im lahmen Mittelteil, zu viele Längen und Belanglosigkeiten. Die ganzen Szenen mit Jet Li, seiner Mutter, seiner Ehefrau und der Japanerin waren einfach uninteressant. Auch der dazu passende Humor und weitere Sub-Plots (Josephine Siao und Corey Yuens Beziehung) waren schwach und die Musik uninteressant. Die Szenen im Mittelteil und die Sub-Plots hätte man am besten durch mehr Kampfszenen ersetzen sollen. Diese sind erneut mit viel Drahtseil-Mithilfe inszeniert worden. Jedoch schnörkellos. Was Wirework-Kampfszenen angehen, ist Jet Li einer der Fähigsten Künstler, um diese Kampfszenen dennoch sehenswert aussehen zu lassen.

Der neue Bösewicht wird von Ji Chunhua (Shaolin Temple, Yellow River Fighter) gespielt. Sein Overacting war etwas zu übertrieben, aber seine Kampfszenen gegen Jet Li, vor allem jene abseits des Finales, waren die besten Action-Momente des Filmes (ca. zwei Stück). Schade, dass seine Figur so eindimensional gezeichnet war. So ist es für alle Beteiligten klar, dass er ein Verräter ist. Warum da Adam Cheng als Anführer der The Red Flower nicht interveniert, fand ich sehr unglaubwürdig und nicht nachvollziehbar. Diese Naivität bekommt den Plots in Sachen Glaubwürdigkeit im HK-Film der damaligen Zeit nicht gut.

Fazit: Mässige Fortsetzung, die nicht zu Jet Lis besten Arbeiten zählt.

Infos:

O: Fong Sai-Yuk II

HK 1993

R: Corey Yuen

D: Jet Li, Michelle Lee, Amy Kwok, Adam Cheng, Josephine Siao, Corey Yuen

Laufzeit der HK-DVD: 96:15 Min.

Gesehen am: März 2006 / Neusichtung am: Ende Juni 204 / Sichtung der UK-Blu: Mitte Dez. 2024

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Universe vor = O-Ton und englische Subs, Code Free, Uncut, mässige (oft viel zu dunkel) Bild- und Tonqualität. In Deutschland als Iron Tiger auf DVD zu haben (Uncut, nur in Deutsch, Label: Splendid). Die franz. DVD von HK Vidéo dürfte qualitativ am besten sein (aber ohne englische Untertitel). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Juni 2024). Nachtrag Dez. 2024: Ich fand den Film in dieser neuen Fassung (UK-Blu-Ray von 88 Films zusammen mit dem 1. Teil in einer Collection) leicht besser als bei der letzten Sichtung (HK Universe DVD, sehr dunkles Bild). Diese Vö ist ein Paradebeispiel, wie ein Film durch ein würdiges Master optisch aufgewertet werden kann. Der Film hat mehrere sehr schöne Szenen, die optisch einfach wundervoll gefilmt und in Szene gesetzt wurden. Beides in Kampfszenen integriert. Dies kam bei der alten HK-DVD kaum zur Geltung, da ziemlich miese Bildqualität. Die Kampfszenen sind, wenn man Wirework-Action nicht abgeneigt ist, toll anzusehen. Der Humor und die Love-Story sind noch immer mässig. Die Zuschauer fanden das wohl auch so, denn der 2. Teil war weniger erfolgreich als sein Vorgänger. Fans machen mit dieser Vö hingegen alles richtig. 

Mittwoch, 27. September 2023

The Expendables 3

The Expendables 3

Story:

Barney Ross (Sylvester Stallone), Anführer der Expendables, bekommt es mit einem ehemaligen Mitglied seiner Bande zu tun: Stonebanks (Mel Gibson). Um ihn zu schnappen wird ein neues Team (Glen Powell, Kellan Lutz, Ronda Rousey, Victor Ortiz) zusammengestellt. Doch damit hat Barney keinen Erfolg. Stonebanks kann entkommen und Barneys Team gefangengenommen. Barney und sein altes Team (Dolph Lundgren, Jason Statham, Terry Crews, Randy Couture, Jet Li) plus neue Mitglieder und alte Bekannte (u.a. Antonio Banderas und Wesley Snipes, Harrison Ford, Arnold Schwarzenegger) schicken sich nun an, Stonebanks zu beseitigen und die jungen Kollegen zu retten…

Meine Meinung:

Der dritte Teil der bisher gesamthaften doch eher durchschnittlichen The Expendables Reihe (nur der 2. Teil ist noch in der Sammlung) ist der bis dato schlechteste Teil der Reihe und nicht mehr empfehlenswert! Der Film von Patrick Hughes bietet dem Zuschauer nicht mehr das, wofür die Reihe eigentlich Mal stehen sollte (Anlehnung an die US-80er Jahre Actionfilme) und enttäuscht auf ganzer Linie! Der dritte Teil wird nicht in die Sammlung integriert und ist in Sachen Action, Abwechslung / Story, Screen-Time der Stars, coole Sprüche (es gibt im Ganzen nur einen wirklich coolen Dialog), Gewaltlevel und Effekte schlechter als seine beiden Vorgänger (The Expendables und The Expendables 2).

Die Laufzeit ist zu lang, die Story und einige Wendungen oder Vorgehensweisen der Figuren absolut unlogisch, das Einbringen der neuen, jungen 08/15 Expendables ein grosses Desaster während die alten Stars kaum zu sehen sind (Dolph Lundgren z.B.). Jason Statham (The Meg) bekommt auch weniger Actionszenen und Jet Li (The One) kommt nur am Ende ca. fünf Minuten zum Einsatz, nachdem er bereits im Vorgänger kaum zu sehen war. Sehr schade! Harrison Ford war okay, Wesley Snipes (Blade) auch aber Antonio Banderas (Assassins – Die Killer) hat mit seinem Klamauk extrem genervt (Film ist so oder so viel zu zahm, harmlos und pseudo lustig). Aus der Negativität ragt nur Mel Gibson (Lethal Weapon) als Bösewicht heraus. Ordentlich, solide.

Dank der PG-Rating Freigabe, um mehr Zuschauer in die Kinos zu locken, darf nicht auf blutige Action gehofft werden. Diese gibt es schlicht nicht. Die Actionszenen am Anfang und Mittelteil waren allesamt schlecht, langweilig und total billig in Szene gesetzt. Die Effekte (vor allem das viele CGI) sind nochmals verschlechtert worden im Vergleich zu den Vorgängern und konkurrieren schon mit den alten The Asylum Produktionen. Nur im langen Finale ist die Action besser inszeniert, aber um ehrlich zu sein, auch alles andere als grandios: es gibt kaum Abwechslung, kaum Kämpfe, unblutige Shoot-Outs.

Fazit: Der bisher schlechteste «Expendables»!

Gefolgt von: The Expendables 4

Infos:

O: The Expendables 3

USA, Frankreich 2014

R: Patrick Hughes

D: Sylvester Stallone, Mel Gibson, Glen Powell, Kellan Lutz, Ronda Rousey, Victor Ortiz, Dolph Lundgren, Jason Statham, Terry Crews, Randy Couture, Jet Li, Antonio Banderas und Wesley Snipes, Harrison Ford, Arnold Schwarzenegger

Laufzeit der deutschen: DVD: 126:13 Min.

Gesehen am: 2015

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Splendid vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und deutsche UT vorhanden. Gibt es natürlich auch auf Blu-Ray. DVD schon lange entsorgt/verkauft, da mir Film nicht gefallen hat.

Montag, 25. September 2023

The Expendables 2

The Expendables 2

Story:

Auftraggeber Mr. Church (Bruce Willis) lässt das Söldner-Team um die Expendables (Sylvester Stallone, Jason Statham, Dolph Lundgren, Terry Crews, Randy Couture, Liam Hemsworth) einen neuen Auftrag annehmen. Sie sollen einen Computer bergen, der den Aufenthalt von Aluminium preisgibt. Bösewichte (Jean-Claude Van Damme, Scott Adkins) sind hinter dem Aluminium her…

Meine Meinung:

Der 2. Teil hat mir nach der Neusichtung besser als der 1.Teil gefallen und bleibt in der Sammlung. Dinge, welche mich im 1. Teil störten (zu wenig Screentime der Stars, schreckliches Editing und Kameraführung, CGI-Blut), wurden hier sichtlich verbessert: Die Mehrheit der Stars bekommen mehr Screentime, schlechte CGI-Momente wurden reduziert (sieht man von der Szene mit dem Flugzeug im Finale Mal ab) und die Kameraführung ist viel übersichtlicher.

Allein die grandiose und lange Action-Sequenz, mit welcher der Film startet, lässt alle Actionszenen des Vorgängers weit hinter sich. Natürlich gibt es auch hier einige Abstriche zu machen. Ja, von Scott Adkins hätte man gerne mehr sehen dürfen und ja, auch Jet Li (Born to Defend) verabschiedet sich schnell aus dem Film, aber dafür gibt es mehr von Dolph Lundgren (The Demon Hunter), Bruce Willis (Last Boy Scout) und Arnold Schwarzenegger (Red Heat) zu sehen. Und Chuck Norris (Code of Silence) Cameo macht auch viel Spass! Und Jet Li darf vor seinem Ausscheiden auch mehr von seinem Können zeigen, als er dies im Ganzen 1. Teil tat.

Wo der Film bei neuen Gesichtern nebst Chuck Norris gefällt sind die neuen Bösewichte. Jean-Claude Van Damme (Harte Ziele) und sein Overacting machen viel Spass! Er ist immer dann am besten, wenn er sich nicht ernst nimmt. Scott Adkins (Undisputed IV Boyka Is Back) hätte zwar gerne mehr kämpfen und zeigen dürfen, was er kann, aber dennoch mochte ich ihn als rechte Hand von Van Damme. Am meisten erinnert mich die Rolle an seine Boyka-Rolle aus der Undisputed-Reihe. Sylvester Stallone und Jason Statham sind noch immer die eigentlichen Stars des Filmes während Dolph Lundgren etwas mehr zu einem Comic-Charakter geformt wird.

Nan Yu fügte sich gekonnt ins Geschehen ein, Liam Hemsworth ist zum Glück nach einer Weile nicht mehr zu sehen (und das waren auch die einzigen Szenen, die ich als unnötige Gefühlsduselei abtun würde, aber als Klischee mit dem Ausgang zu seinem Charakter, hat es mich während der 2. Sichtung weniger gestört als damals im Kino) und die Action-Momente sind zahlreich und abwechslungsreich: Explosionen, Verfolgungsjagden, blutige Shoot-Outs, Crashs, Panzer-Action, Kämpfe mit Messer und viel Ironie (kultige Sprüche von Arnie oder Willis, Norris Witze) machen den Film zu einem unterhaltsamen und actionreichen Vergnügen.

Fazit: Fans der alten Haudegen werden mit dem Film ihren Spass haben!

Gefolgt von: The Expendables 3

Infos:

USA 2012

R: Simon West

D: Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Chuck Norris, Jean-Claude Van Damme, Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger, Terry Crews, Randy Couture, Liam Hemsworth, Scott Adkins, Nan Yu

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 102:23 Min.

Neusichtung am: 19.09.23

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Splendid vor = Uncut, Deutsch/Englisch (mit deutschen Subs), sehr gute Bild- und Tonqualität.

Sonntag, 24. September 2023

The Expendables

The Expendables

Story:

Ein Söldner-Team (Jason Statham, Sylvester Stallone, Jet Li, Randy Couture, Terry Crews) soll auf einer Insel in Südamerika einen Diktator (David Zayas) ausschalten. Doch bald stellt sich heraus, dass der Feind jemand anderes (Eric Roberts, Steve Austin, Gary Daniels) ist…

Meine Meinung (Kinofassung):

Da noch diesen Monat der 4. Teil in die Kinos kommt, habe ich mir vorgenommen, die ersten zwei Filme nochmals zu schauen. The Expendables, eine Ansammlung von vielen Action-Helden und eine angebliche Hommage ans 80er Jahre Action-Kino, hat inzwischen auch schon mehr als zehn Jahre auf dem Buckel und bringt es bis dato auf drei Fortsetzungen. Mein Filmgeschmack ist strenger, vor allem auch, was neue US-Actionfilme angehen (siehe John Wick und Co.).

Leider hat mich The Expendables heuer nur noch wenig angesprochen, so dass der Film sogar aus der Sammlung fliegt. Warum? Die zwei Hauptgründe sind schnell genannt: das Editing und die Kameraarbeit sind mühsam, verwackelt, viel zu schnell und total unübersichtlich sprich nervend und macht die Action-Szenen kaputt. Das zweite passte ebenfalls in die Kategorie: billigste CGI-Effekte (z.B. die Blut-Szenen oder einige der miesen Greenscreen Hintergründe oder die Verbrennung von Steve Austin). Billiger geht es nicht…

Und diese Punkte, die Machart und Inszenierung der Action-Szenen sind im Grunde genommen keine Hommage an die guten alten 80er oder gar 90er, im Gegenteil. Dazu kommt, dass etliche der Stars zu kurz kommen und viel zu wenig Screentime haben. Verschenktes Potenzial, wenn ich da an Namen wie Jet Li (The Last Hero in China), Dolph Lundgren (The Mechanik) oder Gary Daniels denke. Am meisten Zeit bekommen Sylvester Stallone (Demolition Man) und Jason Statham (Death Race). Die Gastauftritte von weiteren Grössen wie Mickey Rourke (Angel Heart), Bruce Willis (Stirb langsam) oder Arnold Schwarzenegger (Predator) sind nett, aber der Rede nicht wert. Und was Namen wie Randy Couture oder Terry Crews im Film verloren haben, weiss ich auch nicht.

Der Plot ist Mittel zum Zweck und auf einige Gefühlsduseleien (Jason Statham und seine Film-Freundin) hätte gerne verzichtet werden dürfen. Auch wie mit Dolph Lundgrens Figur umgegangen wird, ist unglaubwürdig (soll im Extended Director's Cut etwas korrigiert worden sein) und schade.  Die Action-Szenen sind ok, aber nichts Besonderes. Eigentlich gibt es keine einzige Actionszene wo ich sagen würde, die ist wirklich super. Die Effekte und Kameraarbeit machen fast alles zunichte. Gegen Ende knallt es immerhin ordentlich: kurze aber immer zu schnell endende und übersichtliche Kämpfen im Wechsel mit vielen Shoot-Outs oder Explosionen. Immerhin langweilig ist die Nu Image Produktion definitiv nicht. Aber ein Film, der seine Fans eigentlich relativ unbefriedigt zurücklässt. Schade...

Gefolgt von: The Expendables 2

Infos:

O: The Expendables

USA 2010

R: Sylvester Stallone

D: Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Eric Roberts, Randy Couture, Steve Austin, David Zayas, Charisma Carpenter, Gary Daniels, Terry Crews, Mickey Rourke, Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger

Laufzeit der deutschen DVD: 99:44 Min.

Neusichtung am: 16.09.23

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Splendid vor = Uncut Kinofassung, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. Inzwischen gibt es noch eine Alternativfassung = Extended Director's Cut mit alternativen und neuen Szenen. Figuren bekommen mehr Screentime, werden nun anders dargestellt, CGI Gore wurde entfernt wie auch die Feuer-CGI-Szenen. Beim Kampf Jet Li Vs. Dolph Lundgren ist das Editing leicht besser. Dazu gibt aber auch mehr Drama (Jason Statham und seine Freundin).

Dienstag, 13. Juni 2023

Lethal Weapon 4

Lethal Weapon 4 

Story:

 

US-Cops (Mel Gibson, Danny Glover) und Co. (Joe Pesci, Chris Rock) legen sich mit chinesischen Menschenschmugglern und Gangstern (Jet Li, Kim Chan, Al Leong) an…

 

Meine Meinung:

 

Der vierte und bisher letzte Teil von Richard Donners Lethal Weapon-Reihe sah ich dazumal als Jugendlicher vor den drei ersten Filmen der Reihe. Das war sogar während dem Unterricht in der 10. Schulklasse. Ich glaube, ein Lehrer ist krank ausgefallen und wir guckten uns in der Klasse den Film an. So genau kann ich es nicht mehr sagen. Schon damals gefiel mir der Film und ich empfand den Film als unterhaltsam, amüsant und lustig.

 

Eine Meinung, welche ich nach wie vor Teile. Der Film ist von den vier Filmen der Unterhaltsamste. Besonders nach dem schwachen dritten Teil ist Lethal Weapon 4 sehr willkommen und eine klare Steigerung. Überraschend, dass es bisher nie einen weiteren Teil gab. Gerüchte gab es dazu jede Menge. Aber inzwischen dürften Mel Gibson (Fatman) und Danny Glover definitiv "zu alt sein für den Scheiss" (wobei Gibson noch hin und wieder in guten Filmen zu sehen ist).

 

Interessant ist, dass Lethal Weapon 4, zumindest auf Letterboxd (Social Media Datenbank für Filmfans), viele schlechte Bewertungen bekommt, da der Film angeblich "rassistisch" und "homophob" sein soll. Ich denke, dass sind wohl jüngere "Fans" der heutigen Woke-Generation, welche an allem etwas zu motzen haben, die so denken. Daher sind Reviews zu gewissen Filmen auf Letterboxd amüsant zum Lesen. Gilt auch für seltene Filme abseits des Mainstreams, die heutzutage viel einfacher die Runde machen (Grund: Streaming).

 

Lethal Weapon 4 ist natürlich weder rassistisch noch homophob, sondern bietet Stereotypen, die dazumal gern gesehen waren und macht sich gekonnt über Minderheiten lustig und die Szenen sind halt wirklich witzig. Ich empfand es als gelungenen Schachzug, Joe Pesci etwas in den Hintergrund zu drängen und mit Chris Rock eine neue Figur, die viel Humor in den Film bringt, zu präsentieren. Gelungen. Mel Gibson und Danny Glover sind ein blind eingespieltes Team. Beide machen ihren Job toll.

 

Der grosse Star ist für mich aber Jet Li (Kiss of the Dragon, The Sorcerer and the White Snake, Fong Sai Yuk). Lethal Weapon 4 ist sein US-Debüt. Zwar drehte er schon zuvor in den USA (The Master, Defector - Karate-Kickboxer), aber das waren HK-Produktionen. Spätere US-Filme konnten das Niveau von Lethal Weapon 4 nicht halten und flogen bereits aus der Sammlung (The One) und/oder werden in Zukunft nach Neusichtungen wohl entsorgt werden (Romeo Must Die, Born 2 Die). Bei einigen Titeln kann ich das noch nicht sagen (Forbidden Kingdom, War, The Expendables Reihe). In Lethal Weapon 4 spielte Jet Li erstmals einen Bösewicht. Etwas, was er selten tat (später, wenn ich nicht irre, wiederholte er dies in The Warlords).

 

Jet Li überzeugt in all seinen Szenen. Fies, böse, kaum zu besiegen, tolles Charisma. Er hätte mehr Bösewichte spielen sollen. Das hat er auch drauf. Oft gäbe man das einigen Stars gar nicht. So z.B. auch Chow Yun-Fat (in Scared Stiff). Auch seine Kampfszenen überzeugen mehrheitlich bis auf eine einzelne Sequenz, die zu sehr nach The Matrix ausschaut. Ansonsten macht er in den Kampfszenen eine gute Figur. Das Finale gegen Mel Gibson und Danny Glover (im Regen) ist eines der Highlights des Filmes. Die Choreographie steuerte Corey Yuen (Born Invincible) bei. Bei der Neusichtung stellte ich zudem fest, dass weitere bekannte HK-Stars an Bord sind, auch wenn nur in Nebenrollen aber dennoch erwähnenswert: Eddy Ko (Shaolin Drunkard) und Conan Lee (The Cyprus Tigers).

 

Der Film ist trotz seiner zwei Stunden Laufzeit zu keiner Sekunde langweilig. Der Mix aus Action, Figuren und deren Zusammenspiel sowie Humor funktioniert bestens. Eine Wohltat sind auch die Action-Szenen. Wäre der Film heute gedreht worden, wären wohl sämtliche Szenen mit Auto-Crashs, Verfolgungsjagden, Zügen, Explosionen oder Helikoptern sowie das Meer und Schiff am Anfang aus dem Rechner gekommen. So gibt es hier noch schön klassische, aufwändige und altmodische Action-Szenen mit echten Stunts, Crashs und Explosionen zu sehen (z.B. Zug der das Auto rammt und zur Explosion bringt). Toll!

 

Fazit: Starke Fortsetzung und sehenswerter Abschluss der Lethal Weapon-Reihe!

 

Infos:

 

O: Lethal Weapon 4

 

USA 1998

 

R: Richard Donner

 

D: Mel Gibson, Danny Glover, Joe Pesci, Chris Rock, Jet Li, Kim Chan, Al Leong, Rene Russo, Eddy Ko, Conan Lee

 

Laufzeit der deutschen DVD: 122:13 Min.

 

Neusichtung am: 02.05.23

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Warner vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit diversen Subs, Uncut. Die deutsche Synchronisation ist gelungen. Gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray.