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Dienstag, 15. Juli 2025

Snake and Crane Arts of Shaolin

Snake and Crane Arts of Shaolin

Story:

Hsu Yin-Fung (Jackie Chan) ist im Besitz eines wertvollen Martial Arts Buches. Master Chin (Chin Kang) möchte es in seinen Besitz bringen und Hsu Yin-Fung sieht sich diversen Gegnern konfrontiert, welche ihm das Buch abluchsen wollen…

Meine Meinung:

Snake and Crane Arts of Shaolin sah ich seit Ewigkeiten nicht mehr. Die letzte Sichtung dürfte im Januar des Jahres 2007 gewesen sein. Im Gegensatz zu anderen Jackie Chan Filmen, welche ich in den letzten Jahren auffrischte (City Hunter, Dragon Lord, Shaolin Wooden Men), hatte ich an Snake and Crane Arts of Shaolin überhaupt keine Erinnerung mehr. Spielte Jackie Chan zu der Zeit vor allem in Filmen von Lo Wei (To Kill with Intrigue) mit, so führte hier Chen Chi-Hwa (Imperial Sword) Regie. Gedreht wurde in Südkorea, was dem Setting positiv bekommt (war sicher schweinekalt während den Dreharbeiten).

Mir hat Snake and Crane Arts of Shaolin sehr gut gefallen und somit hat der Film die 2. Sichtung bestanden. Der Film hat kaum einen Plot. Jackie Chans Figur ist im Besitz eines Buches und jeder will es haben und versucht es, auch mit Gewalt und List, von ihm zu bekommen. Jackie Chan macht eine sehr gute Figur. Die Choreographie, an welcher Jackie Chan bereits mitwirkte, erinnert dabei schon an seine späteren Klassiker. Das Finale ist stark. Es wird mit oder ohne Waffen gekämpft. Im Schnitt fast alle fünf Minuten eine Kampfszene zu bestaunen.

Schon der Vorspann ist toll, wenn Jackie Chan vor rotem Hintergrund Kampf-Demonstrationen präsentiert und/oder gegen Gegner kämpft. Das liebe ich, wenn Eastern und Kung-Fu-Filme so beginnen. Der Film ist mehrheitlich ernst. Hier und da gibt es etwas Humor und Sprüche klopfen von Jackie Chan. Aber keine Situationskomik. Nebst Jackie Chan dürfte Nora Miao (Bruce’s Deadly Fingers, The Way of the Dragon) der bekannteste Co-Star sein. Sie spielt eine Nebenrolle. Der Hauptbösewicht und Endgegner wird von Chin Kang (Tai Chi Shadow Boxing) verkörpert. Der macht das solide.  

Fazit: Klare Empfehlung für Jackie Chan Fans!

Infos:

O: She Hao Ba Bu

HK 1978

R: Chen Chi-Hwa

D: Jackie Chan, Nora Miao, Chin Kang, Kim Jeong-ran, Liu Ya-Ying, Miao Tien

Laufzeit der US-Blu: Ca. 101 Min.

Gesehen am: Jan. 2007 / 2. Sichtung: 19.04.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray The Jackie Chan Collection Vol. 1 von Shout Factory = Uncut, O-Ton, sehr gute Bild- und Tonqualität, Englische Subs, Audiokommentar und Interview (mit Ricky Baker). In Deutschland als Die Unbesiegbaren der Shaolin Uncut auf Blu-Ray zu haben (von Splendid).

Samstag, 22. Februar 2025

The Way of the Dragon

 

The Way of the Dragon

Story:

Tang Lung (Bruce Lee) wird von Hong Kong nach Italien, Rom geschickt. Er soll dort helfen, dass Restaurant von Cheng Ching Hua (Nora Miao) vor Gangstern (Jon Benn, Wei Ping-Ao, Chuck Norris, Robert Wall, Hwang In-Shik, Piet Schweer) zu beschützten, welche Cheng Ching Hua zum Kauf zwingen wollen…

Meine Meinung:

Nach den Erfolgen, die Golden Harvest mit Bruce Lee in The Big Boss und Fist of Fury eingefahren hatte und die Jimmy Wang Yu als Hong Kongs Superstar ablöste, wurde Bruce Lee Vertrauen geschenkt, indem er für seinen 3. Film für Golden Harvest nicht nur als Hautfigur und Star vor der Kamera stand, sondern Bruce Lee, der den Film auch produzierte, sollte auch Regie führen und das Drehbuch schreiben inklusive die Kampfszenen choreographieren.

Da Bruce Lee später so überraschend starb, sollte The Way of the Dragon sein einziger Spielfilm sein, in dem er auch Regie führte. The Way of the Dragon, dessen Produktion sehr spannend verlief (ich empfehle die Extras der Arrow Video Disc zu sichten, viele interessante bis berührende Infos), wurde vor Ort in Italien gedreht. Mit einer HK-Crew, mit einem Italienischen Cast und mit weiteren Ausländern aus den USA. Ein internationaler Mix. Aus Italien wurde Malisa Longo (Salon Kitty) für einen amüsanten Cameo-Auftritt vor die Kamera geholt (und sie wird dennoch als «Hauptfigur» im Vorspann erwähnt).

Aus den USA heuerte Bruce Lee den damaligen Welt-Champion Chuck Norris (Invasion USA, Code of Silence, Hero and the Terror) und später in Rom vor Ort dessen Schüler Robert Wall (Enter the Dragon) für die Rollen als Bösewicht an. Aus Korea wurde Hwang In-Shik (Hard Bastard, Dragon Lord) eingeflogen, der ebenfalls einen der Bösewichte spielen sollte. Hauptbösewicht wird von Jon Benn (The Clones of Bruce Lee, Challenge of the Tiger) gespielt, dessen rechte Hand von Wei Ping-Ao (= Comic-Charakter) und als Kleingangster wurden auch internationale Namen verpflichtet (z.B. den aus Schweden stammende Piet Schweer). Nora Miao (The Beauty Escort, The Kung Fu Kid) und Shaw Brothers Star Anthony Lau (The Brothers, The Pure and the Evil) haben grosse Rollen bekommen.

Ich sah den Film schon lange nicht mehr. Ich hatte den Film nicht mehr als so lustig in Erinnerung und der Klamauk und Humor war schon sehr gewöhnungsbedürftig. Bruce Lees Figur, aus dem fernen Hong Kong kommend, vom Landei in die Grossstadt, zuzusehen, wie er mit der Moderne und neuen Kultur Probleme hat, war schon ein Mix aus amüsant, unterhaltsam, gewagt und eigentlich doof statt wirklich lustig. Auch das Overacvting der Bösewichte geht in diese Richtung, abgesehen von dem Trio, welches erst vor dem Finale im Film eingeflogen wird (Chuck Norris, Robert Wall, Hwang In-Shik). Chuck Norris erste Szene mit Italo-Western Vibes, ist ein epischer Moment in dem Film!

Der Film, der sogar einige Längen hat, wartet auch mit nackten Tatsachen (Malisa Longo Auftritt als Prostituierte, damals in Bruce Lees Hotelzimmer gedreht), viel Klamauk und Sightseeing aus Rom auf. Den Film ausserhalb Hong Kongs zu drehen half mit, den Film erfolgreich zu machen. Ein kluger Schachzug und damit war Bruce Lee anderen Stars wie Jet Li (The Defector – Der Dragon Fighter, The Master), Michael Chan Wai-Man (Adventure in Denmark), Alexander Fu Sheng (Chinatown Kid) oder Jackie Chan (Rumble in the Bronx) weit voraus. Trotz dem wilden (und fast schon trashigen) Mix, hat der Film dadurch einen gewissen Reiz, auch wenn mir The Big Boss und Fist of Fury besser gefallen. Ich würde den Film qualitativ in etwa auf die auch international besetzten Enter the Dragon Stufe setzen.

Die Kampfszenen sind okay. Sie sind realistischer als in früheren Filmen und wirken daher auch unspektakulärer. Bei den ganzen Ausländern sieht man jedoch auch teilweise, dass da wohl nicht immer ein echter Kontakt bei den Kampfszenen bestand. Es macht aber Freude, wenn Bruce Lee die Gangster, die auch fast aus einem Troma oder Charles Bronson Film stammen könnte, verdrischt. Erst gegen Ende, wenn Bruce Lee gegen Chuck Norris, Robert Wall und Hwang In-Shik kämpft, werden die Kampfszenen besser. Das Finale vor toller Kulisse (es wurde Geld gezahlt, damit die Innenaufnahmen vom Kolosseum entstanden sind) ist dann einer der besten Endkämpfe, welche das HK-Kino je hervorgebracht hat, wenn sich Bruce Lee und Chuck Norris in einem Kampf auf Leben und Tod, trotzdem Respekt und Ehre erweisen.

Fazit: Man kann von The Way of the Dragon halten was man will, dennoch muss dem wegweisenden Klassiker Respekt und Ehre gezollt werden! Pflichtprogramm für Bruce Lee Fans!

Infos:

O: Meng Long Guo Jiang

HK 1972

R: Bruce Lee

D: Bruce Lee, Anthony Lau, Nora Miao, Jon Benn, Wei Ping-Ao, Chuck Norris, Robert Wall, Hwang In-Shik, Piet Schweer, Malisa Longo

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 99 Min.

Gesehen am: Okt. 2007 / Neusichtung am: 13.12.24

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video («Bruce Lee at Golden Harvest» Box). Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute bis hervorragende Bild- und Tonqualität, Unmengen an Extras. Nebst jap. Extended Fassung (Neue Musik, veränderte, längere Credits = eigentlich wenig interessant) gefallen ansonsten folgende Extras: Die Doku «The Way of the Camera», glaub die war sogar in Spielfilmlänge, fand ich sehenswert. Viele Hintergründe und viele Fans der Szene kommen zu Wort (Andre Morgan, Michael Worth, Jon Kreng, Andy Cheng, Frank Djeng, David Yeung, Piet Schweer, Jon Benn und John Saxon). Das Interview mit Italienerin Malisa Longo, die im Film nur einen Cameo-Auftritt hinlegt, fand ich auch spannend. Vor allem, weil sie nicht aus der «Kung Fu Szene» stammt und ihre Ansichten wiedergibt. Sehr rührend fand ich die Infos von John Young und seinem Treffen mit Bruce Lee. Von den Archiv-Interviews habe ich nicht alle gesehen, nur jene von Jon Benn, Bob Wall und Hwang In-shik. Die fand ich auch interessant. Es hätte noch mehr Bonusmaterial, aber ich habe nicht für alles Zeit. In Deutschland gibt es den Film von Universum Film Uncut auf Blu-Ray. Titel: Die Todeskralle schlägt wieder zu.

Sonntag, 24. November 2024

Shang Li - Der Tod hat tausend Namen

Shang Li - Der Tod hat tausend Namen

Story:

Shang Li (Charlie Chin Chiang-Lin) verlässt seinen Clan. Grund ist eine Frau namens Pearl (Pearl Chang Ling), die von Shang Lis Kollegen begehrt wird und Shang Li wollte diesem nicht im Wege stehen. Da wird plötzlich Shang Lis Meister getötet. Der Clan beginnt, nach ihm zu suchen. Shang Li taucht mit Gewissensbissen in einem Bordell unter. Er ist nicht der Täter. Im Bordell verliebt sich eine Frau (Nora Miao) ihn in, die den Tod ihrer Eltern rächen möchte. Derweil plant Lo Lieh den Kaiser in den Tod zu schicken, um seinen Platz einzunehmen. Shangs Ex-Clan sieht in Shang den Mörder ihres Meisters. Doch der wahre Täter und Verräter ist ein anderes Clan-Mitglied, welches in Pearl verliebt ist und ihn Shang Li und dessen Kollegen zwei Stolpersteine auf dem Weg zu seinem Glück sieht. Derweil sieht Cliff Lok in Shang Li einen Gegner, mit welchem er sich in einem Tempel voller Fallen duellieren möchte…

Meine Meinung:

Shang Li - Der Tod hat tausend Namen aka Men of the Hour ist ein durchschnittlicher Eastern aus Taiwan aus dem Jahr 1977. Der Film krankt an einem mässigen Whodunit-Plot, der wirr ist und es mangelt dem Film vor allem an sehenswerten Kampfszenen und Duellen. Da gibt es wirklich nur 2-3 bessere Kampfszenen zu sehen. Der Plot ist konfus und der Film bietet mehrere Story-Stränge, die locker Platz für drei Filme geboten hätte. Einerseits ist Shang Li «auf der Flucht» und es geht darum, wer den Meister getötet hat. Dann gibt es den Sub-Plot mit Lo Lieh, der eigene Ziele verfolgt und mit dem eigentlichen Plot gar nichts zu tun hat. Und der kleinste Sub-Plot ist der mit Cliff Lok. Der will sich mit einem starken Gegner duellieren. Er kommt praktisch nur in den ersten und letzten fünf Minuten vor, ebenso der mit Fallen gespickte Tempel, der als Austragungsort gilt.

Leider sorgt das für Längen. Ich musste in lahmen Füllszenen zocken, damit ich nicht einschlief (Broforce). Immerhin gibt es wechselhafte Settings, bunte Kostüme und paar coole Waffen und Gimmicks. Und es wird, das muss ich der Produktion von Regisseur Chen Ming-Hua (The Invincible Swordswoman), der auch das Drehbuch verbrochen hat, hoch anrechnen, dass auf Humor, Klamauk und Slapstick verzichtet wird. Immerhin etwas. Chen Ming-Hua, der mehrfach mit Wolf Devil Woman Star Pearl Chang Ling (The Elimination Pursuit, The War of the Boundary, Inheritor of Kung Fu) zusammengearbeitet hat, erreicht mit Shang Li - Der Tod hat tausend Namen nicht die Klasse und Qualität eins The Invincible Swordswoman. Die anderen Filme der beiden kenne ich (noch) nicht.

Nebst Settings, Ausstattung, Kostüme und Waffen überzeugt vor allem Star Pearl Chang Ling. Sie bekommt nach 54 Minuten auch die erste (!!!) sehenswerte Kampfszene des Filmes präsentiert. In einem Wald, der an King Hus Ein Hauch von Zen erinnert. Einer der Antihelden wird von Charlie Chin Chiang-Lin (On the Run) gespielt, der mir namentlich nicht bekannt ist. Der macht das mässig bis solide. Cliff Lok (Chinese Kung Fu Against Godfather) bekommt kaum Screentime. Mit Nora Miao (The Beauty Escort) hingegen liess sich, wie auch mit Shaw Brothers Legende Lo Lieh (City War), gut werben. Lo Lieh, obwohl nicht den Hauptbösewicht spielend und auch nur eine Nebenrolle, überzeugt von den Männern am meisten, was das Schauspiel und sein Charisma angeht.

Fazit: Für Sammler und Fans von Lo Lieh oder Pearl Chang Ling ok, aber definitiv kein Must See Titel.

Infos:

O: Feng Yun Ren Wu

Taiwan 1977

R: Chen Ming-Hua

D: Charlie Chin Chiang-Lin, Pearl Chang Ling, Nora Miao, Lo Lieh, Cliff Lok, Tien Yeh, Chiang Ming

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 13.10.24

Fassungen: Mir lag das deutsche Mediabook von TVP vor = DVD/Blu-Ray, Mediabook, Schuber, Uncut-Fassung, Deutsch/Englisch (kein O-Ton an Bord, schade) und Weltpremiere eines HD-Masters in Widescreen (hervorragende Bildqualität). Die Qualität der deutschen Sprachfassung ist nicht hervorragend, aber besser als der Englische Dub. Auf YouTube gibt es einen Mandarin-Cut des Filmes (ohne Untertitel) zu sehen. Eine O-Ton Fassung abseits der YouTube-Fassung ist mir nicht bekannt (Stand: Okt. 2024).

Dienstag, 3. September 2024

The Beauty Escort

The Beauty Escort

Story:

Master Long (Shih Chung-Tien), Meister des Dragon Clan, wird im Duell getötet. Sein Nachlass (= Schwert) geht nicht etwa an seinen Sohn (Wang Chung) oder Tochter (Lily Li), sondern an Nan Gong-Ping (Ling Yun). Nan Gong-Ping befindet sich nun im Besitz des Schwertes seines Meisters. Dies sorgt intern für Konflikte. Der Tod von Master Long beinhaltet mysteriöse Geheimnisse, denen Nan Gong-Ping zusammen mit Cold blooded M (Nora Miao Ke-Hsiu) auf den Grund geht…

Meine Meinung:

The Beauty Escort ist eine von noch ca. 100 Videokassetten, welche ich 2019 aus meinem Südkorea Urlaub mitgebracht habe (siehe Bericht). Da habe ich noch längst nicht alles geschaut. Bei ca. 760 ungesehen Titeln aber auch wenig überraschend. The Beauty Escort ist ein Wuxia aus Taiwan aus dem Jahr 1979. Der Film erzählt einen komplizierten Plot, der einiges bewusst zurückhält um später viele Rückblenden mit Motiven oder dem Vorstellen von neuen Figuren aufzeigen zu können.

Das, zusammen mit dem Vollbild und abgeschnittenen englischen Untertiteln, macht die Story leicht wirr. Der Hauptheld wird von Ling Yun (Crazy Nuts of Kung Fu) gespielt. Ihm zu Hilfe eilt die mysteriöse Frau im Sarg, gespielt von Nora Miao Ke-Hsiu (The Kung Fu Kid). Nora Miao Ke-Hsiu macht das richtig toll, Ling Yun ist solide, aber da hätte ich z.B. lieber einen Tien Peng gesehen. Der Hauptbösewicht kommt erst in der ca. 53 Minute vor: Michael Chan Wai-Man (Spirits of Bruce Li). Der ist eine Wucht und bekommt auch die besten Kampfszenen ab. Wang Chung (The Informer) und Lily Li (Daggers 8) sind die «verirrten Neutralen» und Wong Ching (Sketch) spielt einen Banditen und später die rechte Hand von Michael Chan Wai-Man.

Der Film wird etwas vom Finale gerettet. Dieses war wirklich cool, spektakulär und lang anzusehen. Teilweise wird zu dritt gegen Michael Chan Wai-Man gekämpft, der sichtlich Freude an seiner Rolle hatte. Als Bösewicht mag ich ihn sowieso etwas mehr, statt als Helden. Hier blüht er in seinen kurzen Momenten richtig auf. Zudem haben die Kämpfer versteckte Gimmicks und coole, abwechslungsreiche Waffen auf Lager. Auf die ganze Laufzeit berechnet, ist der Film Dialog lastig und es gibt mehr Story/Handlung als Action. Umgekehrt wäre wünschenswert gewesen. Aber man kann im Leben nicht immer alles haben.

Fazit: Solide. Dank dem Finale interessant und sehenswert!

Infos:

O: Hu Hua Ling

Taiwan 1979

R: Pao Hsueh-Li

D: Shih Chung-Tien, Wang Chung, Lily Li, Ling Yun, Nora Miao Ke-Hsiu, Michael Chan Wai-Man, Wong Ching, Tsai Hung

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 83:13 Min.

Gesehen am: 05.06.24

Fassungen: Mir lag die südkoreanische VHS von Seo Jin vor = Statt 2,35:1 nur Vollbild, O-Ton Mandarin mit koreanischen, chinesischen und englischen Subs. Die englischen Subs sind an den Seiten beschnitten und selten aufgrund der koreanischen Subs nicht lesbar da überdeckt. Die Bildqualität ist durchschnittlich. Andere O-Ton Fassungen sind mir nicht bekannt. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Juni 2024). Die UK DVDs sind nur Englisch Dubbed und die HK-LD in Mandarin (ohne Subs) oder Englisch.

Freitag, 9. Juni 2023

The Big Boss





The Big Boss   


Story:

 

Cheng (Bruce Lee) sucht nach einem Job und Dank Hsu Chien (James Tin Chuen) wird er fündig: er beginnt in einer Eisfabrik zu arbeiten. Dumm nur, dass diese von Gangstern (u.a. Lau Wing, Han Ying-Chieh) dazu benutzt wird, um Heroin zu schmuggeln. Als mehr und mehr Arbeiter "spurlos verschwinden", beginnt Cheng zu ermitteln…

 

Meine Meinung (The Mandarin Cut):

 

The Big Boss ist ein wegweisender Klassiker, der Bruce Lee in seinem 1. HK-Spielfilm zum weltweiten Superstar machte und Jimmy Wang Yu als HK-Star ablöste. Zudem brach The Big Boss auch sämtliche Rekorde (von The One-Armed Swordsman) und gilt, auch durch das spätere Ableben von Bruce Lee, als Inspiration für viele andere Filme (den "verschollenen" The Big Boss Part II oder The New Big Boss), Künstler und Sub-Genre (Bruceploitation). Und damit ging Golden Harvest gegenüber den Shaw Brothers als Sieger hervor.

 

Nach dem Ausscheiden von Wu Chia-Hsiang übernahm Lo Wei (The Golden Sword) das Zepter und wie später mit Jackie Chan sorgte er mit Bruce Lee (Fist of Fury) für einen neuen Star am Himmel. Ich sah The Big Boss unendlich lange nicht mehr. 15+ Jahre. Die Neusichtung in London im Kino fühlte sich mehr wie eine Erstsichtung an. Ich würde The Big Boss nicht als besten Bruce Lee Film betiteln, aber wohl als einflussreichsten. Der Film bietet mehre Inhalte, die man im Kung-Fu-Kino immer wieder sah: Typ vom Lande kommt in die Stadt, naive Figuren (James Tin), Selbstjustiz- und Rache, aufgrund eines Versprechens nicht kämpfen zu dürfen etc.

 

Vor allem letzterer Punkt störte mich damals bei Erstsichtung. Ähnlich wie Michael Chan Wai-Man in Chinese Hercules störte es mich, dass Bruce Lee erst gegen Ende zulangen darf. Weil genau deshalb schaut sich der Fan einen Bruce Lee Film an: man will Bruce in Action sehen! Und nicht sehen, dass er nicht kämpfen "darf". Warum auch immer. Bei dieser Sichtung störte es mich nicht mehr, da angepasste Erwartungen. Ausserdem macht Bruce Lee mit seinem Charisma Vieles wieder wett, auch wenn sein Schauspiel noch etwas laienhaft anmutet (vor allem in den lustigen Szenen). Seine Leinwandwirkung und Präsenz sind aber intensiv. Es überrascht nicht, dass er das Publikum damals überzeugte.

 

Nebst Bruce Lee gefiel mir der coole, bunte 70er Jahre Vorspann, die exotischen Settings in Thailand (es wurde vor Ort gedreht), der kleine Schmuddel-Faktor (die Szenen mit Malalin Bonnak), die weiteren Frauen (Maria Yi Yi und Nora Mia), der Blutgehalt in den Kampfszenen (vor allem die Kämpfe in der Eisfabrik und im Finale) und Han Ying-Chieh als Bösewicht. Er strahlte, wie Bruce Lee, auch viel Charisma aus. Der Finalkampf und das Macho-Gehabe zuvor (die Szene mit dem Vogelkäfig) sind einfach cool. Der Sohn des "Bis Boss" wird von Shaw Brothers Star Lau Wing (Human Lanterns) verkörpert. Auch er war in seinen Szenen überzeugend. Daneben ist ein ganz junger Lam Ching-Ying (Pom Pom & Hot Hot) in einer Nebenrolle zu sehen. Dessen Schauspiel war zu der Zeit noch sehr amateurhaft.

 

Fazit: Sehenswerter Kung-Fu-Klassiker!

 

Infos:

 

O: Tong San Dai Hing

 

HK 1971

 

R: Lo Wei, Wu Chia-Hsiang

 

D: Bruce Lee, James Tin Chuen, Lau Wing, Han Ying-Chieh, Maria Yi Yi, Nora Miao Ke-Hsiu, Malalin Bonnak, Lam Ching-Ying

 

Laufzeit des Mandarin-Cut: Ca. 110 Min.

 

Gesehen am: 06.06.23

 

Fassungen: Bisher waren alle Fassungen auf die ein oder andere Weise zensiert (mir liegt die Fortune Star/IVL Box aus HK vor) und es gibt unterschiedliche Fassungen mit unterschiedlicher Musik. Arrow Video werden im Juli 2023 via Blu-Ray und UHD den nahezu unzensierten, zehn Minuten längeren The Mandarin Cut, der in den 70ern auch in den Londonern Kinos lief, veröffentlichen. Es gibt mehr Handlung und mehr Gewaltspitzen. Die Szene mit der Säge (im Kopf) fehlt aber auch in dieser Version. Diese Version wurde im Juni 2023 auch in London im The Prinz Charles Cinema gezeigt, wo ich mir den Film in besagter Fassung angesehen habe. Nachtrag Aug. 2024: Zweitsichtung der zehn Min. längeren Mandarin Cut Fassung nach meiner Sichtung in London (Kino im Juni 2023). Diesmal schaute ich mir jedoch die "Unrestored raw scan" Fassung an. Diese hat viel Charme und mir gut gefallen. Umso mehr ich mir The Big Boss ansehe, umso mehr mag ich den Film. Die Tatsache, dass Bruce Lee erst spät im Verlauf des Plots zuschlägt, stört mich inzwischen immer weniger. Dies aufgrund der Tatsachen, dass es zuvor schon Kampfszenen durch andere Darsteller gibt, der Film hübsch blutig ist (Messer-Morde etc.) und Bruce Lee einfach eine coole Socke ist. Sein Charisma wertet viele seiner Szenen auf. Ich mochte die Bösewichte (Lau Wing, Han Ying-Chieh), die Finalkämpfe und den Vorspann. Obwohl es in der Mandarin Cut Fassung mehr Gewalt zu sehen gibt, wirkt die fehlende "Sägen-Szene" noch immer "zensiert". Infos zur Bruce Lee Box von Arrow Video können im folgenden Neukauf nachgelesen werden = HIER KLICKEN

Sonntag, 18. April 2021

The Kung Fu Kid Review

The Kung Fu Kid

Story:

 

Nachdem Fang Mins (Michael Chan Wai-Man) Vater stirbt heuert Fang als Undercover-Agent für die Polizei bei der Verbrecherorganisation von Big Sister (Tina Chin Fei) an. Dort befreit er erst Mal eine Zwangsprostituierte (Nora Miao) und heiratet sie gleich. Sein Ziel ist es, das Vertrauten von Big Sister zu gewinnen, um an die grossen Fische (Tien Feng) zu gelangen…

 

Meine Meinung:

 

The Kung Fu Kid ist grundsolide Basher-Unterhaltung mit grundsolider 08/15 Undercover-Cop Agent Story von Lo Wei (Summons to Death, Fist of Fury, Dragon Fist) mit Michael Chan Wai-Man (The Escaped Convict, My Heart Is That Eternal Rose, Carry On Doctors and Nurses) als Hauptfigur und Star des Filmes.

 

Die Story gewinnt sicherlich keinen Oscar für ihre Originalität. Doch muss man eingestehen, dass der Film unterhaltsam ist und es kaum Längen gibt. Es gibt einige dramatische Momente im Film, wo Star Michael Chan Wai-Man seinen Dienst versagt da schauspielerisch nicht überzeugend. Jedoch überzeugt er in den Kampfszenen.

 

Inhaltlich gibt es nach im letzten Viertel des Filmes jedoch einen überraschenden Twist, den ich gelungen fand. Das Ende war ganz nach meinem Geschmack und gefiel mir sehr gut. Der Film von Lo Wei ist sehr solide inszeniert. Man merkt, dass jemand mit Erfahrung auf dem Regiestuhl stand und man merkt, dass mit Michael Chan Wai-Man ein Profi vor der Kamera stand, dessen physische Fähigkeiten perfekt zu einer Martial Arts Story passen.

 

Michael Chan Wai-Man und die Kampfszenen sind die besten Parts des Filmes. Schön hart anzusehen und abwechslungsreich. Auch sonst kann der Cast überzeugen: Cheng Kei-Ying (gegen den Michael Chan Wai-Man mehrfach in anderen Filmen antrat, z.B. in Bravest Fist oder The Invincible Killer), Nora Miao (die schon in Bruce's Fingers mit Michael Chan Wai-Man zusammengearbeitet hat), Tien Feng (The Savior) oder Tina Chn Fei (die schon in Female Fugitive mit Michael Chan Wai-Man zusammengearbeitet hat).

 

Fazit: Dank der Action/Kampfszenen allen Michael Chan Wai-Man zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Tie Guan Xiao Zi

 

HK 1977

 

R: Lo Wei

 

D: Michael Chan Wai-Man, Tina Chin Fei, Nora Miao, Tien Feng, Ho Pak-Kwong, Cheng Kei-Ying

 

Laufzeit der HK-VCD: ?

 

Gesehen am: 16.01.21

 

Fassungen: Mir lag die Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) VCD aus HK vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, solide Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung, keine DVD und keine Blu-Ray Version (Stand: Jan. 2021).

Dienstag, 8. Dezember 2020

Bruce’s Deadly Fingers Review


Bruce’s Deadly Fingers

Story:

Ein Gangster (Lo Lieh), der vor Entführung nicht zurückschreckt, ein Held (Bruce Le), der seine entführte Schwester sucht und sein Interpol Agent (Michael Chan Wai-Man), suchen alle nach dem Buch «Bruce Lee's Finger», welches geheime Kampftechniken beinhaltet…

Meine Meinung:

Aka Bruce's Fingers. Solider Mitte 70er Jahre Bruceploitation-Streifen mit schwacher Story aber tollem Cast! Nach dem Tod von Bruce Lee gab es etliche Nachfolger und Filme, die mit Thema Bruce Lee weiterhin Geld machen wollten = das Bruceploitation-Genre war geboren.

Bruce’s Deadly Fingers spielt im modernen Setting. Das Hong Kong der 70er Jahre zu sehen, war erfrischend im Gegensatz zu den ganzen Old School Kung Fu Filmen, die zu 99% im klassischen Setting spielen. Die Story ist nur Mittel zum Zweck. Es gibt dümmlichen Klamauk aber auch Längen und Schmuddel (Nackte Tatsachen).

Die Kampfszenen sind solide aber nichts Besonderes. Der Fan bekommt die besten Szenen vor dem Finale präsentiert. Der Finalkampf selbst war etwas schwach, da ultrakurz und zu schnell vorbei. Leider hat mir vor allem Lo Lieh (The Invincible Swordswoman) in den Kampfszenen am wenigsten gefallen. Als Haupt-Bösewicht war er jedoch sehenswert.

Nebst Lo Lieh sind in den Hauptrollen zu sehen: Bruce Le (Black Spot) als «Bruce Lee Verschnitt» ohne dem grossen Meister wirklich gerecht zu werden und der dritte im Bunde ist Michael Chan Wai-Man (The Bravest Fist) der mir in den Kampfszenen fast am besten gefallen hat. Im Vergleich zu Lo Lieh & Bruce Le bekommt er leicht weniger Screentime.

In Nebenrollen sind zu sehen: Bolo Yeung (Enter the Dragon) und Nora Miao (ohne Kampfszene, bekannt aus Fist of Fury). Die zwei machen einen guten Job, wobei es leicht schade ist, dass Nora Miao keine Actionszene spendiert bekommen hat. Sie spielt aber gut und überzeugt durch ihre Schauspielleistung. Lam Ching-Ying, der spätere Mr. Vampire Star, ist in einer Kampfszene in einer Szene als "Kanonenfutter" zu sehen.

Fazit: Kein Kracher aber solide Unterhaltung und für Bruceploitation-Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Lung Moon Bei Chi

HK 1976

R: Joseph Kong

D: Bruce Le, Michael Chan Wai-Man, Lo Lieh, Nora Miao, Bolo Yeung, Yuan Man-Tzu, Chiang Tao, Fung Ging-Man, Nick Cheung Lik, Zheng Lou-Si, Johnny Koo Kwok-Wah, Lam Ching-Ying

Laufzeit der US-Blu: Ca. 91Min. / Laufzeit der US-VHS: 83:45 Min.

Gesehen am: 20.09.20 / 2. Sichtung am: 19.03.24

Fassungen: Mir lag die US-Blu Ray mit Wendecover von VCI / MVDvisual vor = Uncut, Englischer Dub, erstklassige Bild- und Tonqualität (neuer 2K Scan vom 35mm Negativ und erste Widescreen Vö), englische Subs vorhanden. Dazu gibt es diverse Extras (Trailer, uninteressante geschnittene Szenen, Audiokommentar). In Deutschland als Die Pranke des Leoparden auf Blu-Ray zu haben von DigiDreams Studios (nehme an 1:1 das Maser der US-Disc). Auch hier: kein O-Ton. Nachtrag 20.03.24: Für eine 2. Sichtung lag mir nun das US-VHS von World Video vor = durchschnittliche bis schlechte (Nacht-Szenen) Bildqualität, Vollbild, wahrscheinlich Uncut und vor allem O-Ton Kantonesisch mit englischen und chinesischen Subs. Der Film gefiel mir im O-Ton klar besser als in Englisch Dubbed. Die US-Blu wurde bereits verkauft.