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Sonntag, 17. Oktober 2021

Inside Review

 Horroktober 2021

Inside

Story:

Sarah (Alysson Paradis), schwanger und seit einigen Monaten Witwe, wird einen abends von einer unbekannten Frau (Béatrice Dalle) aufgesucht und terrorisiert. Als die Polizei auftaucht ist von der Unbekannten nichts mehr zu sehen, doch der Alptraum ist für Sarah noch lange nicht vorbei...

Meine Meinung:

High Tension, ein Mix aus Terrorfilm und hartem Slasher aus Frankreich, hat 2003 international für Furore gesorgt. Der Film kam auf Filmfestspielen und vor allem im Horrorfilm-Lager sehr gut an. Weitere Filme dieser Art aus Frankreich waren die Folge: Inside, Martyrs, Frontier(s), Livid oder Among the Living.

Mit Inside kommt damit nebst High Tension der meiner Meinung nach beste neuzeitliche Terrorfilm aus Frankreich, während ich betreffend Martyrs oder Frontier(s) denke, dass es Kandidaten sind, die nach Neusichtung aus der Sammlung fliegen könnten.

Nicht so Inside: zwar ist die ganz grosse Schlagkraft nicht mehr vorhanden (da man bei Neusichtung ja schon weiss, wie der Film ausgehen wird), aber Inside ist bestes Terrorkino aus Frankreich. Wer radikale Filme wie High Tension mag, wird wohl auch Inside mögen. Inside, der 2016 sogar ein englischsprachiges Remake aus Spanien erhielt, ist eine kammerspielartige Schlachtplatte sonderglichen.

Inside ist herrlich fies, blutig, kompromisslos und schmerzhaft. Auch auch bei Zweitsichtung sind genug Szenen vorhanden die noch immer unter die Haut gehen und in ihrer Intensität und Kompromisslosigkeit nichts von ihrer Stärke verloren haben.  Beim Plot, der schnell zur Sache kommt und minimalistisch erzählt wird, müssen hingegen Abstriche in Kauf genommen werden.

Vor allem das Verhalten einiger Figuren und derbe Logiklöcher (Türe geöffnet lassen, Cops, "Zombie-Cop") sollen an der Stelle nicht unerwähnt belieben. Aber wer sucht in dieser Art Film schon nach Logik? Und der Inhalt von Inside ist HORROR und TERROR pur (schon ab und an in der Zeitung von solchen Fällen gelesen – erschreckend). 

Dazu kommt, dass der Film technisch stark inszeniert ist (absolut spektakuläre Splatter-Effekte) und glaubhaft gespielt. Vom Duo Alysson Paradis und Béatrice Dalle überzeugt vor allem letztere als durchgeknallte Psycho-Tante. Sie sah man wie auch die Regisseure noch in weiteren Horrorfilmen (Leatherface, ABCs of Death 2, Lux Æterna).

Fazit: Wer das neue franz. Horrorkino liebt, sollte sich Inside nicht entgehen lassen!  

PS: 2018 erschien auch eine franz. TV-Serie: À l'intérieur mit Béatrice Dalle.

Infos:

O:  À l'intérieur

Frankreich 2007

R: Alexandre Bustillo, Julien Maur

D: Béatrice Dalle, Alysson Paradis, Nathalie Roussel, François-Régis Marchasson, Jean-Baptiste Tabourin

Laufzeit der US-DVD: 82:19 Min.

Gesehen am: 31.08.08 / Neusichtung am: Okt. 2021

Fassungen: Mir lag die US-DVD mit Schuber von Dimension vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Englisch oder O-Ton franz. mit englischen Subs. Wer in Deutsch schauen möchte muss zur Ösi-Fassungen von NSM schauen (Deutsch/Franz. und deutsche Subs, Uncut). Gibt es auch als Blu-Ray. Film wurde in Deutschland verboten!

Mittwoch, 25. Dezember 2019

The Open House Review


The Open House

Story:

Mutter Naomi (Piercey Dalton) und ihr Teenager Sohn Logan (Dylan Minnette) machen nach dem Tod des Ehemanns / Vaters schwere Zeiten durch. Sie ziehen aufs Land ins Haus der Schwester, mit dem Ziel, dieses zu bewohnen, bis es verkauft wird. Doch schon kurze Zeit nach ihrem Einzug passieren komische, mysteriöse Dinge…

Meine Meinung:

Nach vielen Flops und durchschnittlichen Filmen auf Netflix hatte ich, was The Open House angeht, keine besonders hohen Erwartungen. Erst recht nicht, nachdem ich viele Bewertungen im Internet sah, die nicht gerade Bestnoten verteilten. Doch die Vorschau auf Netflix sprach mich an (abgelegenes Haus, verschneite Wildnis) und Dank des Gratismonats ist es mein Ziel, möglichst viele Filme in Sachen Genre Grusel, Horror oder Action zu schauen. Schlecht hin oder her…

Und im Falle von The Open House hat sich das für mich gelohnt. War bisher eine der besten Netflix-Erfahrungen. Mir gefielen der Film und die Story. Eine Spannung ist gegeben. Als Zuschauer weiss man nicht, was passieren wird, wovon die Bedrohung ausgeht. Geister? Killer? Indianerfriedhof? Paranoia? Hat es mit dem Verarbeiten des toten Ehemannes / Vaters zu tun? Mit den schrägen Nachbarn (da kam z.T. David Lynch / Twin Peaks Feeling auf)?

Das Ende gefiel mir sehr gut. Ich kann jedoch verstehen, dass es einem nicht gefällt. Was mir gefiel war die Abgelegenheit des Hauses, die Umgebung/Setting, die Tatsache, dass das Haus gross und unheimlich ist. Die Bedrohung ist zudem auch in ruhigen Szenen greif- und spürbar. Das fand ich toll. Auch in ruhigen Szenen/Kameraeinstellungen wird Grusel und eine bedrohliche Atmosphäre geschaffen, ohne nur auf 08/15 Jump Scares zu setzen.

Dazu kommt, dass die Darsteller gut agieren und der Film einen passenden, stimmungsvollen Soundtrack bietet, der gewisse Szenen in Sachen Grusel, Aufbau und Intensität unterstützt und aufwertet. Mir hat der Film sehr gut gefallen. Was gibt es Schöneres, als sich gruseln und auf einen Film einlassen zu können?

Schade, dass es sich um einen Netflix-Film (aufgekauft) handelt – so wird man wohl nie eine DVD/Blu-Ray von zu Gesicht bekommen:-( Aber die einmalige Erfahrung via Gratismonat auf Netflix war der Film absolut wert!

Infos:

O: The Open House

USA 2018

R: Matt Angel, Suzanne Coote

D: Dylan Minnette, Piercey Dalton, Sharif Atkins, Patricia Bethune, Matt Angel, Suzanne Coote

Laufzeit der Online Fassung: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 05.11.19

Fassungen: Netflix Film d.h. nur auf Netflix schaubar = Uncut, O-Ton, deutsche Subs. Es gibt keine DVD/Blu-Ray (Stand: Nov. 2019). Nachtrag 23.02.21: auf Ebay eine US-Blu-Ray gekauft. Wahrscheinlich eine professionelle Bootleg-Disc, wobei der Verkäufer öffentlich damit wirbt und Werbung für Netflix macht. Warum lässt Netflix dies nicht unterbinden? Mir soll es recht sein, so kam ich nun nochmal in den Genuss des Filmes. Die Wirkung und Intensität sind natürlich nicht mehr so stark und unheimlich wie bei der Erstsichtung, dennoch fühlte ich mich prächtig unterhalten und es gab einige stimmungsvolle und gruselige Momente. Doch, doch, gefällt mir!

Dienstag, 9. Juli 2019

Tone-Deaf Review

NIFFF 2019 Spezial
Tone-Deaf

Story:

Olive (Amanda Crew), dessen Vater (Ray Wise) sich umbrachte, als sie noch ein Kind war, hat Pech im Leben: sie und ihr Freund trennen sich und sie verliert ihren Job. Sie befolgt den Rat von Kolleginnen und nimmt sich für das Wochenende eine Auszeit auf dem Land. Sie mietet sich im Anwesen von Harvey (Robert Patrick) ein, nicht ahnend, dass es sich bei Harvey um eine gestörte und gefährliche Persönlichkeit handelt…

Meine Meinung:

Tone-Deaf hätte ich am NIFFF 2019 fast verpasst. Ich wurde durch einen Kollegen auf den Titel aufmerksam. Da ich Robert Patrick als Bösewicht sehr mag (The Faculty, Terminator 2, Last Gasp) buchte ich den Film bzw. die Vorstellung. Im gekauften NIFFF Katalog erfuhr ich dann noch, dass Regisseur Richard Bates Jr. zuvor den sehenswerten und zum Teil ekligen Film Excision (2012) drehte, den ich damals ebenfalls am NIFFF sah. Nach dieser Info sind meine Erwartungen leicht angestiegen…

Tone-Deaf hat mir gut gefallen. Zusammen mit Extra Ordinary und The Gangster, the Cop, the Devil stellt Tone-Deaf den bisher besten Film am NIFFF 2019 dar. Die Handschrift von Regisseur Richard Bates Jr., dessen andere Filme sich auch interessant anhören (Suburban Gothic und Trash Fire), ist unverkennbar: keine 08/15 Story, schräge Figuren mit Traumata, originelle, psychedelische Alptraum-Visionen/Szenen (à la Excision), ein Wiedersehen mit Twin Peaks Star Ray Wise (damit spielt er schon in drei Streifen vom Regisseur mit – scheint ein Lieblingsschauspieler von Richard Bates Jr. zu sein) und eine spannende, amüsante, bitterböse und satirische Handlung erwarten den Zuschauer, über dessen Verlauf man sich nie sicher sein kann.

Erst gegen Ende wird die Story gradlinig zu Ende erzählt. Der Erzählstil, die optischen Spielereien in den Traumsequenzen (oder wenn Olive ihren toten Vater in Alpträumen sieht) waren ziemlich cool. Viel Gore sollte man nicht erwarten, viel geschieht auch unübersichtlich, zu schnell, im off screen stattfindend. Der Film ist im Ganzen harmloser als Excision. Einzelne Szenen haben an Lars von Trier The House That Jack Built erinnert (wenn Psycho Robert Patrick z.B. direkt zum Publikum spricht).

Der Film ist, vom Genre her, ein Mix aus «Psycho», Horrorfilm, Komödie/Satire, What the Fuck Elementen und Terrorkino / Home Invasion. Das Ganze funktioniert recht gut, auch wenn das Finale irgendwie leicht enttäuschend war (und der eine Schlag mit dem Tomahawk doch zu sehr CGI – auch wenn nur aus der Ferne zu sehen). Aber langweilig wurde es kaum und wer Robert Patrick mag (oder die anderen Filme des Regisseurs), sollte sich Tone-Deaf nicht entgehen lassen!

PS: Ray Santiago, bekannt aus der Serie Ash Vs Evil Dead, ist in einer Kurzrolle zu sehen (als Chef, der Olive feuert).

Infos:

O: Tone-Deaf

USA 2019

R: Richard Bates Jr.

D: Amanda Crew, Robert Patrick, Hayley Marie Norman, Ray Wise

Laufzeit der Originalversion: Ca. 87 Min.

Gesehen am: NIFFF 2019

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2019. Es gibt noch keine DVD/Blu-Ray und auch keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2019).