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Donnerstag, 10. Oktober 2024

Night of the Skull

 




Horroktober 2024

Night of the Skull

Story:

Nach einer Testamentsvollstreckung begeben sich Familienangehörige (u.a. Lina Romay, Maribel Hidalgo, Evelyne Scott, William Berger, Yelena Samarina, Luis Barboo, Swan Heinze, Dan van Husen) des Hinterbliebenen in Gefahr, da einige von ihnen von einem maskierten Killer dezimiert werden. Die Polizei (Vicente Roca) ermittelt…

Meine Meinung:

Night of the Skull ist zwar nicht ein Kracher, aber sehr solide und absolut ok. Jess Franco (The Sinister Dr. Orloff, Macumba Sexual) hat schon deutlich lahmere Filme (Mansion of the Living Dead, Black Boots, Leather Whip) aber auch sehenswertere Titel (Vampyros Lesbos, Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne) auf die Leinwand gezaubert. Night of the Skull ist durch und durch solide. Jess Franco spielt im Film auch eine Nebenrolle.

Und wo Franco ist, da ist seine Muse, Lina Romay (Two Female Spies with Flowered Panties, The House of Lost Women, Night Has a Thousand Desires), nicht weit entfernt. Aber wer jetzt auf blutige Effekte, wirklichen Horror oder Sex oder nackte Tatsachen hofft, dürfte enttäuscht werden. Es geht mehr um das Thema Whodunit = laut Wiki «Aufklärung eines Verbrechens und der Suche nach dem oder den Tätern». Den Begriff kannte ich noch gar nicht. Passt aber perfekt.

Dank den fantasievollen Morden, der atmosphärisch dichten Stimmung und der stimmungsvollen Totenkopf-Maske kann der Film dennoch auch gerne als Grusel- und/oder Horrorfilm angesehen werden. Ein Krimi mit Gruselmomenten, sozusagen. Die Morde sind zwar nicht blutig, aber schön fies. Da wird Mal jemand lebendig verbrannt oder an der Küste an einen Stein gebunden, um dann a) zu ertrinken oder b) von den Wellen am Felsen zermalmt zu werden. Kreativ!

Der Plot ist mehr oder weniger spannend, die Szenerie hübsch anzusehen (für Franco ein technisch sehr solider Film) und Lina Romay spielte sehr gut. Im Gegenteil zu sonst sehr angezogen. Sie überzeugt als unschuldige junge Frau. Gelungene Darbietung von ihr. Würde man nicht wissen, dass sie sonst sehr oft blankzieht (oder auch in spanischen Pornos mitwirkte), man würde es nicht vermuten. Ansonsten waren Vicente Roca (Compañeros, The Bloody Judge) und Alberto Dalbés (The Silence of the Tomb, Die Stunde der grausamen Leichen) in ihren Rollen überzeugend und erwähnenswert. Der bekannteste Name wird von William Berger (Spider Labyrinth, Maya) gespielt.

Fazit: Solider Film von Jess Franco!

Infos:

O: La noche de los asesinos

Spanien 1974

R: Jess Franco

D: Lina Romay, Maribel Hidalgo, Evelyne Scott, William Berger, Yelena Samarina, Luis Barboo, Swan Heinze, Dan van Husen, Jess Franco, Alberto Dalbés, Vicente Roca

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 82 Min.

Gesehen am: 2015 / Neusichtung am: Okt. 2024

Fassungen: Die Erstsichtung erfolgte via japanische DVD (von ATLUS) im Jahr 2015 (Spanisch mit jap. Subs). Der Film befindet sich in einer Best of Jess Franco-Box mit anderen Filmen. Nun lag mir die neue US-Blu-Ray von Vinegar Syndrome vor = zusammen mit zwei anderen Filmen in einem Set («Spanish Bloodbath) mit Wendecover, Schuber, Region-All-Disc, neu restauriert, Uncut, in Spanisch mit englischen Subs. Die Bild- und Tonqualität ist hervorragend. In Deutschland von epiX Uncut auf DVD zu haben (Deutsch/Spanisch ohne Untertitel). Titel: Im Schatten des Mörders.

Mittwoch, 27. Dezember 2023

Macumba Sexual

Macumba Sexual

Story:

Alice (Lina Romay) bekommt in ihrem Urlaub den Anruf, sich auf eine nahe entfernte Insel zu begeben um dort Prinzessin Obongo (Ajita Wilson) zu treffen. Vor Ort angekommen erfährt sie vom Hotel-Angestellten (Jess Franco), dass die Prinzessin schon lange tot sei. Alice hat Alpträume und Visionen. Bald schon macht sich Alices Freund (Antonio Mayans) auf die Suche nach der verschwundenen Alice…

Meine Meinung:

Macumba Sexual hat mir nicht gefallen. Viele der zuletzt von Severin Films veröffentlichten Jess Franco Filme waren in meinen Augen nur mittelmässig oder solide (Night of Open Sex, Mansion of the Living Dead, Black Boots, Leather Whip), aber keine Kracher wie die bekannteren Filme des Regisseurs (Vampyros Lesbos, Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, A Virgin Among the Living Dead). Das Hauptproblem waren die Längen und der kaum vorhanden, uninteressante Plot.

Obwohl der Film nur 80 Minuten läuft, sind der Plot und die Szenen, die uns Jess Franco, der auch einen Kurzauftritt hinlegt, wenig interessant. Es tun sich Längen auf. Die Szenen sind wenig abwechslungsreich und es wird mehr oder weniger immer das gleiche gezeigt. Es wird zwar versucht, eine mysteriöse Story und eine Art phantastische Stimmung zu generieren, aber dies kommt aufgrund der Langweile nicht positiv zum Tragen.

Es gibt hier und da Momente, die schön gefilmt wurden oder die an andere Filme erinnern (nackte Menschen via Leine um den Hals als «Hunde» auf allen Vieren = Die 120 Tage von Sodom Vibes) oder denen es ganz leicht gelingt, etwas Stimmung zu generieren. Leider sind solche Momente Mangelware und der Film ist wirklich nur eins: langweilig, langweilig und langweilig. Von echtem Horror keine Spur. Dafür gibt es ellenlangen, immer gleichen (und vor allem unerotischen) Sex.

In den körperbetonten Rollen geben Lina Romay (Two Female Spies with Flowered Panties, The Sadist of Notre Dame, Night Has a Thousand Desires), Antonio Mayans (Cries of Pleasure, The House of Lost Women, Bahia Blanca) und Ajita Wilson alles. Letztere sah man auch in Francos Sadomania vor der Kamera.

Fazit: Nur den Jess Franco Sammlern zu empfehlen, die von ihrem Liebling alles sammeln, unabhängig von der Qualität der Filme. Mir persönlich war der Film zu uninteressant und zu lahm, um in die Sammlung aufgenommen zu werden…

Infos:

O: Macumba sexual

Spanien 1983

R: Jess Franco

D: Jess Franco, Lina Romay, Ajita Wilson, Antonio Mayans

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 80 Min.

Gesehen am: 28.11.23

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs, exklusive Extras, Region A, B und C. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2023).

Mittwoch, 12. Juli 2023

Night of Open Sex

Night of Open Sex 

Story:

Cabaret Tänzerin Moira (Lina Romay) gerät zwischen die Fronten von Agenten auf der Suche nach verstecktem Gold. Sie und Agent Al Crosby (Antonio Mayans) tauschen sich nicht nur im Bett aus, sondern planen auch, das Gold zusammen für sich einzustecken, sobald gefunden…

 

Meine Meinung:

 

Night of Open Sex ist ein solider aber auch relativ zahmer und wenig schockierender Film von Jess Franco (Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne), dessen Gastauftritt ich im Film nicht Mal bemerkte. Night of Open Sex war ein bis vor kurzem unbekannter da kaum veröffentlichter Jess Franco Film. Das lag aber wohl daran, dass andere Franco Filme einfach besser sind und sich besser haben verkaufen und vermarkten lassen (z.B. Titel wie Greta – Haus ohne Männer, A Virgin Among the Living Dead, The Bloody Judge).

 

Night of Open Sex ist per kein Must See Titel und wirklich nur ultimativen Fans von Jess Franco zu empfehlen. Der Film hat einen dünnen Plot. Aus anderen Franco Filmen kehren Jess Franco Muse Lina Romay (Two Female Spies with Flowered Panties, The House of Lost Women) und Stammgast Antonio Mayans (Cries of Pleasure, Black Boots, Leather Whip) zurück. Der Film wirkt mehr wie ein surrealer Traum als ein Film, der eine echte Geschichte erzählt.

 

Viel nackte Haut, minutenlange Musik und Frauenkörper, die sich vor der Kamera räkeln inklusive Zoom-Einsatz und verwackelter Kamera à la Franco. Das bekommt man hier präsentziert. Trotz viel Fleisch ist der Erotikfaktor jedoch sehr klein. Das liegt daran, dass der Film hauptsächlich lustig gestimmt ist. Ja, lustig. 

 

Night of Open Sex ist ein Mix aus Erotik-, Agentenfilm und vor allem Komödie. Jess Franco hat ja nicht nur Erotikfilme gedreht, sondern war in diversen Genres tätig. Lina Romay gibt in den Sexszenen alles. Der heimliche Star des Filmes ist aber rauchende Antonio Mayans mit Schnauz als Agent. Zum Brüllen komisch wie auch das Ende des Filmes!

 

Fazit: Durchschnittlicher Jess Franco Film!

 

Infos:

 

O: Noche de los sexos abiertos

 

Spanien 1983

 

R: Jess Franco

 

D: Lina Romay, Hemy Basalo, Antonio Mayans, Juana de la Morena, Antonio Rebollo

 

Laufzeit der US-Blu: Ca. 90 Min.

 

Gesehen am: 13.05.23

 

Fassungen: Mir lag die Region All US-Blu-Ray von Severin Films vor. Wie die meisten ihrer Franco Vös besticht die Vö durch ein nicht gerade sehr schönes Artwork, wobei dieses hier mehr gelungen ist als dieses von anderen Vös. Uncut, O-Ton (Spanisch) mit englischen Subs, exklusive Extras, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2023).

Dienstag, 14. März 2023

Mansion of the Living Dead Review

Mansion of the Living Dead

Story:

 

Die lesbischen Freundinnen Tina, Vicky, Marta und Maria (u.a. Lina Romay) reisen in den Urlaub. Im Hotel angekommen finden sie ein praktisch menschenleeres Hotel vor. Sie ahnen nicht, dass eine mörderische Sekte in der Gegend ihr Unwesen treibt und auch sie als Opfer auserkoren hat…

 

Meine Meinung:

 

Ich mag ja die meisten Filme von Jess Franco (Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, The Sadist of Notre Dame, Two Female Spies with Flowered Panties), aber Mansion of the Living Dead gehört leider nicht wirklich dazu. Der Film, der leicht an die Blind Dead Filme (Tombs of the Blind Dead, Return of the Evil Dead) erinnert, ist einfach vor allem eines: es wird kaum eine Geschichte erzählt und der Film ist stinklangweilig.

 

Der Mix aus Horror, Erotik und Komödie funktioniert nicht. Der Film ist weder gruselig, noch wirklich lustig und auch nicht erotisch, trotz viel nacktem Fleisch, Sex und auch lesbischem Sex. Der Plot ist sehr schleppend und dünn. Selbst für Franco-Verhältnisse. In den ersten 40-45 Minuten passiert gar nichts ausser etwas Bett-Action und wenig anregenden Nackt- und Lesben-Szenen. Unfreiwillig komische Szenen tun sich auf (der Rezeptionist oder der Gärtner als Spanner). Könnte ggf. mit einer tollen deutschen Synchro Spass machen, aber nicht auf Spanisch mit Subs.

 

Die Tempelritter tauchen vor allem im letzten Viertel auf. Da gibt’s eine längere Rape-Szene und eine unblutige Opferung. Und eine Frau an Ketten wird von ihrem Freund, der S/M-Spiele mag, mit Gift ermordet. Damit hätten wir die Highlights auch schon. Das "Make-Up" der Tempelritter ist zumeist lachhaft und wenig effektiv. In ein-zwei wenigen Szenen gelingt es Franco, so was wie eine Spur an Stimmung und Atmosphäre zu schaffen. Die wenig zusammenhängende Story verhindert dies aber grösstenteils.

 

Lina Romay (Black Boots, Leather Whip), hier wieder als Candy Coster unterwegs, ist solide. Aber die Perücke mag ich nicht. Mit ihrer echten Frisur gefällt sie mir besser. Nebst ihr sind  noch Jess Franco Stamm-Schauspieler Antonio Mayans (The House of Lost Women, Bahia Blanca) und die Mädels Mabel Escaño (arbeite mit Franco für Lolita am Scheideweg zusammen), Elisa Vela (Cries of Pleasure), Eva León (Blue Eyes of the Broken Doll) und Mari Carmen Nieto (Night Has a Thousand Desires) zu sehen. Für mich keine bekannten Namen, auch wenn die Damen bereits in anderen (Franco) Filmen mitwirkten, welche ich gesehen habe. Jess Franco taucht, wie es den Anschein hat, diesmal nicht vor der Kamera auf.

 

Fazit: Zu langweilig und wird daher nicht in die Film-Sammlung integriert. Und wirklich nur für ultimative Jess Franco Fans interessant…

 

Infos:

 

O: La Mansión de los muertos vivientes

 

Spanien 1982

 

R: Jess Franco

 

D: Lina Romay, Antonio Mayans, Elisa Vela, Mari Carmen Nieto, Eva León, Mabel Escaño

 

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 93 Min.

 

Gesehen am: 28.02.23

 

Fassungen: Mir lag die US-All-Region-Blu-Ray von Severin Films vor = Uncut, O-Ton Spanisch, englische Subs, exklusive Extras, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland auf DVD (einzelne Ausgaben haben keinen deutschen Ton und die Bild- und Tonqualität sollen oftmals sehr schlecht sein).

Sonntag, 27. März 2022

Black Boots, Leather Whip Review

Black Boots, Leather Whip

Story:

 

Privatdetektiv Al Pereira (Antonio Mayans) soll für Stripperin Lina (Lina Romay) eine Tasche mit spezifischem Inhalt von einem Auto-Friedhof holen – und wird dafür bezahlt (Cash und Sex). Al Pereira kehrt zwar mit der «Beute» zurück, hinterliess am Ort des Geschehens jedoch auch zwei Leichen. Da macht ihm Lina ein weiteres Angebot…

 

Meine Meinung:

 

Black Boots, Leather Whip ist leider ein relativ lahmer Jess Franco Film geworden. Im Jahr 1983 und ausschliesslich in Málaga gedreht, war Jess Franco besonders fleissig. Black Boots, Leather Whip war nur einer von vielen Arbeiten des fleissigen Spaniers. Black Boots, Leather Whip ist ein Mix aus Erotik, Thriller, Agentenfilm & Krimi.

 

Black Boots, Leather Whip hatte ein kleines Budget und auf viele Effekte oder Settings darf der Fan nicht hoffen. Meist sind es Hotel-Zimmer oder Outdoor-Aufnahmen, die uns Jess Franco mit einer relativ anständigen Kamera einfängt. Spezielle Zooms, Close-Ups und Unschärfen gibt es nicht zu sehen. Untypisch für Franco (Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne).

 

Jess Franco, der oft mit Namen wie Howard Vernon, Katja Bienert, Klaus Kinski oder Susan Hemingway drehte, tat dies auch mit Antonio Mayans (Cries of Pleasure) und Lina Romay (Bahia Blanca). Beide sind die Hauptfiguren und Stars des Filmes. Lina Romay agierte unter ihrem Pseudonym Candy Coster und trägt die gleiche Perücke wie in The House of Lost Women, wobei letzterer definitiv amüsanter war als Black Boots, Leather Whip (wenn auch beide keine Jess Franco Highlights sind).

 

Die Kameraführung ist ebenso wenig speziell oder in Erinnerung bleibend wie auch die Musik. Dies ist leicht schade. Der Plot ist nicht wirklich spannend und der Film langweilig. Die wenigen Agenten/Action-Szenen bestehen aus lahmen und billigen Kampfhandlungen (Faustschläge) und unblutigen Shoot-Outs (für Effekte gab es wohl kein Budget). Auch der Sex ist weniger im Vordergrund, als auch schon. Dieser ist zudem relativ harmlos, unsexy und wenig ästhetisch und prickelnd in Szene gesetzt.

 

Fazit: Es ist offensichtlich, dass dies eine Auftragsarbeit war und Jess Franco mit wenig Herz dabei war (oder gedanklich schon beim nächsten oder übernächsten Filmprojekt). Eigentlich nicht zu empfehlen bzw. nur für Sammler von Jess Franco Filmen…

 

Infos:

 

O: Botas negras, látigo de cuero

 

Spanien 1983

 

R: Jess Franco

 

D: Lina Romay, Antonio Mayans, Asunción Calero, Alfredo Kier, Rocío Freixas, Juan Antonio García

 

Laufzeit der US-Blu: Ca. 89 Min.

 

Gesehen am: 02.02.22

 

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin films vor = gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, exklusive Extras, Uncut. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Feb. 2022).

Samstag, 26. Februar 2022

The House of Lost Women Review

The House of Lost Women

Story:

 

Eine einsame Insel wird von einer merkwürdigen Familie bewohnt: die nymphomanisch veranlagte Desdémona (Lina Romay), deren kognitiv beeinträchtige Schwester Paulova (Asunción Calero), ihre Stiefmutter Dulcinea (Carmen Carrión) und Vater Mario (Antonio Mayans), den Desdémona zu verführen versucht. Bizarre Gewohnheiten lassen die Familie überleben, bis eines Tages ein fremder Mann auf der Insel auftaucht, der das Familienleben zu verändern beginnt…

 

Meine Meinung:

 

The House of Lost Women ist ein seltener Jess Franco (Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne) Film, den es wohl bis ins Jahr 2021 auch nicht im spanischen Ton mit englischen Subs gab. Der Film, der leicht an den japanischen Takashi Miike Film Visitor Q erinnert, ist ein durchschnittlicher Jess Franco Film und nur dessen Fans zu empfehlen. Franco kann es zwar auch schlechter, aber meist auch besser.

 

The House of Lost Women hat so gut wie keinen Plot und es geht darum, dass das Oberhaupt der Familie in Sachen Beziehungen ein «Versager» und notorischer Lügner ist, der sich ein eigenes Lügenbild zusammenreimt, welches am Ende zerbricht (jedoch wenig spektakulär). Er scheint impotent, wenn es darum geht, mit seiner Frau Sex zu haben und auch Töchterchen Desdémona versucht vergebens, ihren Vater in Bett zu kriegen.

 

Vom Setting (abgelegene Insel) und den Figuren erinnert der Film an den ähnlichen Jess Franco Film Bahia Blanca, der jedoch abwechslungsreicher und besser war. Zudem erzählte der etwas mehr Story. The House of Lost Women bietet viel Sex. Für dazumal sicherlich schockierend, auch gerade Inhalte wie Inzest und Co. (Zitat von Tochter Lina zu ihrem Vater im Film: «Daddy, would you like to molest me?»). Jedoch dürften die Sex-Szene heute niemand mehr schocken.

 

Am meisten nacktes Fleisch zeigt und bietet Lina Romay (Two Female Spies with Flowered Panties, Cries of Pleasure, Night Has a Thousand Desires), welche in mehreren Selbstbefriedigungs-Szenen zu sehen ist, in der u.a. eine Statue, eine Zigarette oder Nahrungsmittel zum Einsatz kommen. Daneben sind es dann auch vor allem lesbische Sex-Szenen, die dominieren (Lina Romay die ihrer kognitiv eingeschränkten Schwester die Onanie lehren möchte oder Sex mit der Stiefmutter).

 

Fazit: Wer Jess Franco mag, kommt um den Film nicht herum, auch wenn es bessere Francos gibt.

 

Infos:

 

O: La Casa de las mujeres perdidas

 

Spanien 1983

 

R: Jess Franco

 

D: Asunción Calero, Carmen Carrión, Antonio Mayans, Antonio Rebollo, Lina Romay

 

Laufzeit der US-Blu: Ca. 93 Min.

 

Gesehen am: 26.11.21

 

Fassungen: Mir lag die Code Free US-Blu-Ray von Severin films vor = Spanischer O-Ton, englische Subs, exklusive Extras, hervorragende Bild- und Tonqualität, Uncut. Eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Nov. 2021).

Montag, 8. November 2021

Shining Sex

Shining Sex

Story:

 

Eine Stripperin (Cynthia) wird von einem ausserirdischen Wesen (Evelyne Scott) und ihrem Sklaven (Raymond Hardy) als Sex- und Mörderwerkzeug missbraucht…

 

Meine Meinung:

 

Shining Sex war ein bis dato seltener Jess Franco (The Sadist of Notre Dame, A Virgin Among the Living Dead) Film da dieser bisher, zumindest nicht auf digitalem Medium, zu bekommen (u.a. gab es eine VHS in Japan) war, was Dank Severin films nun der Vergangenheit angehört. Der Film hat mir gefallen und ist nicht uninteressant.

 

Aber man muss Jess Franco und seine Arbeiten schon mögen, sich darauf einlassen können und in der richtigen Stimmung sein, damit es klappt. Shining Sex ist ein Mix aus style over substance, Erotik/Sex-Film und Science-Fiction. Ein Plot ist jedoch kaum vorhanden. Auch Dialoge sind spärlich. Der Film hat phasenweise eine ganz spezielle Atmosphäre, die, wenn man für Franco-Filme offen und zugänglich ist, in seinen Bann ziehen kann.

 

Der Film wirkt zuweilen sehr surrealistisch und wie ein langer (sexueller) Fiebertraum, der von passenden Klängen und (unscharfen) Kamerafahrten und Zooms à la Franco abgerundet wird. Fans von ihm wissen sofort, was ich meine. Die Musik hört sich teilweise experimentell an und auch der von Franco geliebte Jazz ist mehrfach zu hören. Die Musik passt gut zu den stimmungsvollen Bildern.

 

Der Film, der ganz leicht (im Entferntesten) an den neuen Film Under the Skin erinnert, wartet in den Hauptrollen mit Raymond Hardy (dazumal noch Ehemann von Lina), Evelyne Scott und einer total rasierten Lina Romay (Two Female Spies with Flowered Panties, Bahia Blanca) auf, die mehrfach Einblicke in ihre Intimzone gewährt. Jess Franco, für dessen sich Lina später von ihrem Ehemann trennen sollte, ist in einer unbedeutenden Nebenrolle zu sehen (als ein im Rollstuhl sitzendes Medium).

 

Fazit: Für Erotik-, Jess Franco- und Lina Romay Fans klar zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Shining Sex

 

Belgien, Frankreich, Italien, Schweiz 1977

 

R: Jess Franco

 

D: Lina Romay, Jess Franco, Raymond Hardy, Evelyne Scott

 

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 106 Min.

 

Gesehen am: Ende Juli 2021

 

Fassungen: Mir lag die Region All Blu-Ray aus den USA von Severin films vor = Schuber, Uncut, Englischer Dub, restauriert.  Bild- und Tonqualität sind superb. Es gibt englische Subs und Unmengen an Extras (u.a. HC-Szenen, Interviews etc.). Es gibt keine deutsche Fassung. Eine Fassung im O-Ton mit englischen Subs ist mir nicht bekannt (Stand: Juli 2021).

Montag, 8. Februar 2021

Bahia Blanca Review

Bahia Blanca

Story:

An einer Insel wird die Leiche eines jungen Mannes angespült, der scheinbar ermordet wurde. Dies bringt die «Ordnung» auf der Insel und umgebenen Inseln und die der Anwohner (Jess Franco, Lina Romay, Eva León, Antonio Rebollo, Analía Ivars, José Llamas) ins Wanken…

Meine Meinung:

Wenn man sich einen ruhigen Film zum Entspannen aussuchen möchte, so sei Bahia Blanca von Jess Franco (Cries of Pleasure) zu empfehlen. Der Film hatte auf mich eine extrem beruhigende und hypnotische Wirkung, und dies alleine rechtfertig bereits das Sehvergnügen dieses seltenen 80er Jahre Franco-Filmes.

Bahia Blanca mag kein Kracher in seinem Schaffen (auch unmöglich bei der Anzahl Filme, die es realisiert hat) und nur echten Franco Fans zu empfehlen sein, trotzdem fand ich den Film, in welchem Jess Franco eine Nebenrolle spielt (à la dem Typ, der im Backwood-Genre die Warnungen und bösen Omen ausspricht), nicht uninteressant.

Interessant ist das Genre: Bahia Blanca kann als Mix aus Drama, Rachefilm (Inspiration für Tarantinos Kill Bill?), Komödie und Gangsterfilm angesehen werden, abseits seiner Horror-, Exploitation- und Erotikfilme, auch wenn es hier und da unterschwellig erotisch wird (Lina Romay und Eva León sind oft oben ohne zu sehen und sehr hübsch und sexy fand ich Analía Ivars).

Die Darsteller haben bis auf kleine Ausnahmen (z.B. der Sheriff oder der Arzt) ihre Sache ordentlich gemacht d.h. die Hauptfiguren haben überzeugt. Lina Romay (Two Female Spies with Flowered Panties) spielt die stumme Schwester von Eva León (Blue Eyes of the Broken Doll). Beide machen ihre Sache ordentlich. Aber auch Analía Ivars, der Haupt-Bösewicht oder die männlichen Figuren waren überzeugend.

Die beste Szene, die unter die Haut ging, war jene, in welcher die Leiche von Andy gefunden und den Zuschauern, darunter seinem Vater (und Gangsterboss des Ortes) und seiner Geliebten (eben besagte Analía Ivars) präsentiert wird. Ganz starke Szene, die zeigt, welches Talent und Können in Franco steckte.

Ein weiteres grosses Plus war das traumhafte Insel-Setting und der wunderschöne Gitarren-Soundtrack: audiovisuell ein Fest für die Sinne! In dem Sinne: Fans von Jess Franco greifen zu!

Infos:

O: Bahía blanca

Spanien 1984

R: Jess Franco

D: Jess Franco, Lina Romay, Antonio Mayans, Trino Trives, Analía Ivars, Eva León

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 98 Min.

Gesehen am: 09.11.20

Fassungen: Der Film war bis dato selten (= wohl nur ein VHS in Spanien). Dank dem US-Label Severin films gibt es den Film jetzt auch als Code Free Blu-Ray = Uncut, Spanischer O-Ton, englische Subs, exklusive Extras, sehr gute Bild- und Tonqualität. Eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Nov. 2020).