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Mittwoch, 22. April 2026

Dolly

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Dolly

Story:

Macy (Fabianne Therese) wird, während einem Wochenendausflug mit ihrem Freund (Seann William Scott) im Wald von einer maskentragenden Person (Max Lindsey) entführt. Diese sieht in Macy ihr Kind, welches aufgezogen werden muss…

Meine Meinung:

Dolly ist Backwood-Fans zu empfehlen. Der Film von Regisseur Rod Blackhurst basiert auf seinem vergangenen Kurzfilm Babygirl aus dem Jahr 2022. Nun realisierte er drei Jahre später in Spielfilmlänge seinen Festivalbeitrag dazu. Dolly bietet schnörkellose, charmante 70er- und 80er Jahre Charme, auch wenn der Film in der heutigen Zeit spielt (die einzige Szene mit einem Handy kommt zum Glück nur am Anfang vor). Dank der Inszenierung, gedreht wurde auf 16mm, hat der Film einen stimmungsvollen Grindhouse-Stil. Der Film wirkt definitiv mehr wie ein 70er Jahre Film.

Der Film braucht etwas, um in Fahrt zu kommen. Ihr Freund wird von American Pie-Star Seann William Scott (Final Destination) gespielt. Er konnte mich jedoch nicht überzeugen und der Verlauf seiner Figur war relativ unglaubwürdig, selbst für diese Art Genre. Ansonsten hält sich der Film, der auch in diverse Kapitel unterteilt wurde (eigentlich unnötig), an die typischen Genre-Klischees, die der Zuschauer von dieser Art Film auch erwartet. Es geht jedoch relativ humorlos zu. Hier sind keine dummen, austauschbaren Teens Opfer, sondern eine Frau, die zum Kind degradiert wird und viel einstecken muss, ehe sie am Ende zurückschlägt. Das ist zwar nicht wirklich mit grossen Überraschungen versehen, aber zielstrebig und unterhaltsam umgesetzt worden. Der Film bietet auch einige, wenn auch wenige, Splatterszenen. Aufgrund des Budgets ist nicht alles explizit, lange oder im Detail zu sehen.

Der Film punktet aber vor allem durch seine Settings, die gelungene Kameraarbeit und seine Backwood-Stimmung und der wunderbaren Dolly, die von einer Wrestlerin verkörpert wurde. Wrestler sind nebst dem Eastern-Genre (z.B. Nathan Jones in Fearless oder Tom Yum Goong) immer gern im Horrorfilm zu sehen (z.B. Kane in See No Evil), da sie dank ihrer Statur perfekt in die Rolle eines Serienkillers, oder hier, einer verwirrten, gestörten Mutter passen. Dolly wird von der Wrestlerin Max the Impaler verkörpert. Und die macht das, auch ohne ein Wort zu sagen (mehr Grunzen und nonverbale Kommunikation) sehr gelungen.

Im letzten Viertel wird es auch optisch toll und Fabianne Therese gibt ein tolles Final Girl ab. Sie macht ihren Job ordentlich. 2015 sammelte sie bereits in Southbound Horrorerfahrungen. Hier und da hat mich der Film sogar leicht an Romane von Edward Lee (Goon, The Minotauress, Family Tradition) erinnert. Er mag Backwood-Geschichten, Rednecks und Obszönitäten. Zwei Szenen aus Dolly könnten aus dem Edward Lee Universum stammen, wenn es um «perverse Erotik» geht (die Szene mit der Brust oder das Wickeln der Windel). Zur Abwechslung tat es gut, in dem Hinblick einen ernsteren Tonfall entdecken zu dürfen. Gelacht wurde im Kino nämlich wenig.

Fazit: Backwood-Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Dolly

USA 2025

R: Rod Blackhurst

D: Seann William Scott, Ethan Suplee, Michalina Scorzelli, Fabianne Therese, Max Lindsey

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 83 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Incomplete Chairs

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Incomplete Chairs

Story:

Ein Serienkiller (Ryû Ichinose) tötet seine Opfer, um aus ihnen Stühle zu machen…

Meine Meinung:

Ich freute mich den japanischen Serienkillerfilm Incomplete Chairs am Filmfest sehen zu können. Der Film stammt von Regisseur Ken’ichi Ugana. Von ihm kenne ich keine anderen Filme und sein Name war mir zudem unbekannt. Das Plakat des Filmes sah ich bereits zuvor Online. Das machte Lust auf mehr. So war die Buchung des Filmes eine beschlossene Sache. Ich informierte mich nicht weiter und wollte mich am Filmfest vorurteilsfrei überraschen lassen.

Leider fand ich Incomplete Chairs sehr durchschnittlich. Der Film wirkt wie eine Low-Budget Indie-Variante von American Psycho sowie Lars von Triers The House That Jack Built mit einer Zugabe The Machinist. Nur ohne dessen Qualitäten zu erreichen. Nach Realismus sollte nicht gesucht werden. Niemand scheint die Opfer zu vermissen und eine Polizeiarbeit findet nicht statt. Ebenso wenig wird wirklich gezeigt, wie der Killer seine Opfer versteckt.

Der Inhalt war zwar nicht langweilig und Ryu Ichinose spielt den Irren solide, dafür war das Gezeigte jedoch auch sehr repetitiv. Zu viel Gore darf nicht erwartet werden. Viele Szenen und Taten finden im off screen statt. Das lag sicher am kleinen Budget wie auch die limitierten Settings. Einige Dinge werden nicht beantwortet und das mögliche Motiv des Täters ist schwachsinnig. Einzelne Momente wirken anhand der japanischen Mentalität skrupellos und zugleich makaber. Dennoch würde ich nicht von einem Fun-Splatter sprechen (dafür war der Film auch zu harmlos). Der Film versucht ggf. mehr satirisch angehaucht zu wirken.

Fazit: War leider weniger mein Fall. Auf eine mögliche Fortsetzung («Incomplete Tables») verzichte ich wohl dankend…

Infos:

O: Inkonpurîto cheâzu

Japan 2025

R: Ken'ichi Ugana

D: Ryû Ichinose, Ryôka Ôshima, Yukino Kaizu, Ryûtarô Ninomiya, Mondo Otani

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 85 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Japanisch mit Untertiteln. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Brugggore Filmfestival 2026: 1. Tag

Nach dem Event in London erkältete ich mich. Dennoch habe ich mehr oder weniger direkt nach London meine sechs Nächte am Stück (ich arbeite als Nachtwache) bis gestern Morgen gearbeitet und dazwischen dennoch viel erledigt und es sogar noch zweimal vor einzelnen Nächten (!!!) ins Kino geschafft (Lee Cronin's The Mummy und Normal). Aktuell bin ich noch immer erkältet. Die sechs Nächte waren zum Glück sehr ruhig. Nebst Fussball (und erneut einem wunderschönen Resultat, welches viel Schadenfreude ausgelöst hat) musste ich noch viel erledigen. Am Montag wurde die Zentralheizung durch eine neue ersetzt d.h. Lärm, kalte Heizungen und ab Montagnachmittag kein warmes Wasser mehr. Da am Mittwoch, wenn ich am Filmfest verweile, die Firma Zugang zu der Wohnung braucht (Heizungen entlüften), war dies mir organisatorischen Mehraufgaben verbunden. Und dann kam noch Post = The Killer von Arrow Video.

Zum Glück konnte ich alles organisieren und erledigen. Nach der sechsten Nacht schlief ich erfolgreich meine vier Stunden, ehe ich um 12.15 Uhr aufstand. Danach ging die Reise nach Brugg los. Ich nahm zum ersten Mal meinen reguläres Notebook mit. Dieses ist zu gross für das Handgepäck. Aber beim alten Notebook ist die Tastatur anfällig für Fehler, daher diese Entscheidung. Das Wetter war gut. Zwar mit einem kalten Wind, aber immerhin sonnig und nicht regnerisch. Und so soll das Wetter die ganze Woche bleiben. Ich kam um ca. 15.30 Uhr in Brugg an. Mein Aufenthalt findet im Centurion Swiss Quality Towerhotel in Windisch statt. Das Hotel ist nahe am Bahnhof, aber etwas weiter von den anderen Hotels welche ich in den letzten Jahren in Brugg getestet habe, vom Filmfest selbst, entfernt. Der Check-In erfolgte ohne Probleme. Ich zahlte noch die zusätzliche Nacht und die Taxen und erholte mich im Zimmer. Das Hotel macht auf den ersten Blick einen anständigen Eindruck.




Danach ging ich noch einkaufen (Süsses, Sandwiches und Medis da erkältet). In Bern im Bahnhof hatte ich nämlich einen schlimme Reizhustenattacke. Etwas, was ich heute noch drei weitere Male erleben sollte (während zwei Vorstellungen und nachts im Hotel). Doch viel Trinken und AMAVITA Bronchialpastillen brachten zum Glück eine zeitnahe Linderung. Ich sah diverse Bekannte und sah mir drei Filme an, von denen Frankie, Maniac Woman der beste Film war (aber nichts für die Sammlung). Und Whistle war bisher die grosse Enttäuschung. Das war der einzige Film, den die Brugggore Filmfestival Crew auch nicht vorab sehen durfte, da der später noch einen regulären Kinostart erhalten wird. Da neu gleichzeitig 3-4 Vorstellungen laufen, waren die Kinos bisher noch nicht sonderlich voll. Im Zentrum von Brugg, an welchem die ganzen Randständigen rumlungern, hat es neu ca. drei Food-Trucks = "BRUGGGORE Street Food Village". Pannen gab es keine, auch wenn eine Zeitlang die deutschen Untertitel bei Whistle in der Mitte des Filmes gezeigt wurden. Was ich neu machte war, zumindest nach den Sichtungen von Mermaid und Whistle, vor Ort am Handy die Review Texte vorzubereiten. Die Review "Gerüste" hatte ich schon auf dem Notebook und nun schrieb ich provisorisch die «meine Meinung» Texte in meinen eigenen WhatsApp Kanal, kopierte und mailte mir diese. Das testete ich bereits nach den Sichtungen von Lee Cronin's The Mummy und Normal vor meinen Nachtdiensten. Die Filme sah ich mir vor dem Arbeiten an und während der Nachtschicht schrieb ich dann schon die Texte dazu. So sparte ich Zuhause (sechs Nächte, erkältet, Fussball, diverse Vorbereitungen für das Filmfest treffen), da praktisch keine Zeit, Zeit. Das testete ich nun auch am Filmfestival. Vor dem zweiten Film ging ich zudem, um auch noch etwas Sonne zu tanken, laufen.





Frankie, Maniac Woman lief im Salzhaus. Dort, wo ich vor einigen Jahren das Claudio Simonetti Konzert sah. Diese «Kino-Einrichtung» hatte Charme. Vor der Sichtung wurde noch ein Video von Regisseur Pierre Tsigaridis abgespielt. Um ca. 00.30 Uhr war ich im Hotel. Ich hatte Mühe mit Einschlafen. Aber was erwarte ich, wenn ich bis gestern Morgen sechs Nächte am Stück gearbeitet habe? Ich hatte zudem Herzrasen, aber kein Baldrian bei mir. So stand ich wieder auf und schrieb bereits die Reviews zu Mermaid und Whistle und stellte diese Texte bereits nachts online. Zwischen 02.15-03.00 Uhr wurde ich dann müde und dann klappte es auch mit fünf Stunden schlaf bis ca. 08.00 Uhr. Die Hotelwände sind sehr dünn und die Zimmer hellhörig. Mit den vier Stunden, die ich gestern Vormittag schlief, macht das zusammengerechnet immerhin neun Stunden schlaf = muss reichen.




Frankie, Maniac Woman

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Frankie, Maniac Woman

Story:

Frankie Ramirez (Dina Silva) Traum ist es, in L.A. als Sängerin Fuss zu fassen und eine Karriere zu starten. Die Stimme dazu hätte sie, jedoch nicht das gewünschte Aussehen. Massnahmen zur Gewichtsreduktion sind nicht erfolgreich und somit bleibt der Erfolg aus. Als sie sich suizidieren möchte, erscheint der Teufel (Regisseur Pierre Tsigaridis persönlich) und nimmt von ihr Besitz. Danach begibt sich Frankie auf einen blutigen Rachefeldzug an der Gesellschaft…

Meine Meinung:

Pierre Tsigaridis, Regisseur von Traumatika, kehrt mit seiner neusten Indie-Produktion Frankie, Maniac Woman auf die grosse Leiwand d.h. das Brugggore Filmfestival zurück. Als ich den Film für das diesjährige Filmfestival buchte, gab es dazumal noch keinen Trailer. Also eine Art «Blinddate». Frankie, Maniac Woman war am ersten Tag des Filmfestivals der interessanteste der drei Filme, die ich mir angesehen habe. Zwar mochte ich die Settings von Traumatika persönlich mehr, aber dennoch sieht man Frankie, Maniac Woman, Regisseur Pierre Tsigaridis und Hauptdarstellerin Dina Silva (nebst viel Fett) ihr Herzblut auch an.

Der Film ist ein Mix aus schwarzer Komödie, Splatterfilm und Sozialkritik (Bodyshaming und Co.). Seit dem Erfolg von The Substance nehmen solche Filme, zumindest nehme ich es so wahr, zu (oder Serien wie The Beauty). Regisseur Pierre Tsigaridis ist ein grosser Fan von Blutgericht in Texas. Daran erinnert der Film auch (nebst Maniac). Wo der Film punktet, ist sein L.A. Setting, sein Mut, eigene Wege zu gehen und die vielen tollen Splattereffekte. Die blutigen Details und die verspielte, perverse Art von Frankie Ramirezs Figur in den Tötungen, haben mich oft an Blood Feast 2 erinnert, in der der Gore auch genüsslich und ellenlang vor der Kamera «zelebriert» wurde.

Pierre Tsigaridis fungierte dabei einmal mehr als Multitalent. Er führte nicht nur Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch, produzierte sein Werk, filmte und editierte es am Ende in einen Film. Leider finde ich keine Angaben, wer für die Spezialeffekte verantwortlich war. Das ist schade. Die mir unbekannten Darsteller waren glaubhaft, solide und solide bis laienhaft. Und selbstverständlich ist ein Overacting gegeben, speziell bei der von Dina Silva gespielten Figur. Durch ihren mächtigen Körper erinnert sie in der Tat mehrfach an Leatherface, wenn die mit Maske bekleidet, ihren Opfern nachjagt.

Der Film ist in diverse Kapitel (glaube es waren vier) unterteilt und startet in s/w-Bildern, ehe später die Farbe einsetzt. Solche Spielereien sind nett und damit versucht sich der Film, von anderen Produktionen abzuheben. Der Film startet furios und legt zunächst ein sehr hohes, flottes und gewaltbereites Level an den Tag. Leider verschiesst der Film dort schon fast sein ganzes Pulver, denn das hohe Tempo vermag der Film im Verlauf nicht aufrechtzuerhalten. Das dritte Kapitel vor dem Finale schwächelte bereits und spätestens im letzten Kapitel taten sich auch dialoglastige Längen auf. Der Film kam mir am Ende länger vor, als seine 95 Minuten Laufzeit.

Fazit: Nicht uninteressant, auch wenn mir die am letzten Brugggore Filmfestival gezeigte Blutgericht in Texas Hommage (Chainsaws Were Singing) mehr Freude bereitet hat. Fans von Indie-Produktionen können durchaus einen Blick riskieren, ohne wirklich enttäuscht zu werden.  

Infos:

O: Frankie, Maniac Woman

USA 2025

R: Pierre Tsigaridis

D: Dina Silva, Pierre Tsigaridis, Stefanie Estes, Rocío de la Grana, Ian Michaels, Tim Fox

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Whistle

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Whistle

Story:

Eine Gruppe von Jugendlichen findet eine antike Pfeife mit magischer, tödlicher Wirkung…

Meine Meinung:

Whistle war der einzige Titel am diesjährigen Filmfestival, der mir im Voraus etwas sagte, da der Film auch einen regulären Schweizer Kinostart erhalten wird und ich schon darüber in einem Forum gelesen habe. Zudem dachte ich, dass das der neue Film vom Oddity Regisseur sei. Eine falsche Annahme.

In Wahrheit handelt es sich bei Whistle um den neusten Film vom The Nun Regisseur. Das hätte mir eine Warnung sein sollen, da ich bereits The Nun sehr schlecht fand. Leider hat mich Whistle, auch wenn der nicht langweilig war, eher enttäuscht.

Der Film startet bereits schlecht. Kein Gespür für Spannung. Kein Gespür für Stimmung. Die Geisterwesen, die in den ersten 15 Minuten auftauchen, sind extrem schlechte CGI-Momente wie auch mehrere der Kills zu Beginn. Furchtbar. Da wäre ich am liebsten schon aus dem Kino gelaufen. Wer kann solche Effekte als gut absegnen? Schlimm!

Der Film ist zudem mehr oder weniger unoriginell. Der Plot erinnert an Final Destination. Der Film war zu keiner Sekunde spannend oder gruselig. Die Figuren sind nervende Klischees, die aus dem Netflix Universum stammen könnten. Nick Frost (Krazy House) konnte ich in seiner Rolle absolut nicht ernst nehmen. Gut, dass er zum Glück nur eine kleine Rolle spielt. Die Szenen beim Rummelplatz waren immerhin optisch cool und zwei Kills waren aussergewöhnlich brutal, blutig und innovativ. Die zwei Szenen waren das Licht am Horizont. Während dem Abspann gibt es noch ein Leckerli, also noch sitzen bleiben (was ich eben nicht tat).

Fazit: Leider ein mehrheitlich enttäuschender und unorigineller Horrorfilm!

Infos:

O: Whistle

USA, Irland 2025

R: Corin Hardy

D: Percy Hynes White, Dafne Keen, Nick Frost, Sophie Nélisse, Mika Amonsen, Ali Skovbye

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 97 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Mermaid

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Mermaid

Story:

Doug (Johnny Pemberton) ist ein Junkie. Er verliert seinen Job, seine Ex findet ihn beknackt und seine Tochter sieht er zu selten und mit Dritten (u.a. Robert Patrick) hat er Probleme. Er will sich das Leben nehmen. Just in dem Moment findet er eine verletze Meerjungfrau und nimmt sie nach Hause…

Meine Meinung:

Von Mermaid, meinem ersten Film am diesjährigen Filmfestival in Brugg, habe ich nicht allzu viel erwartet. Gleichzeitig habe ich mich auch nicht wirklich um den Cast oder die Produktion informiert. Ich wollte mich ggf. positiv überraschen lassen. Wenn ich im Genre-Kino an Filme mit dem Titel Mermaid denke, kommen mir spontan Guinea Pig 6 - Mermaid in a Manhole, The Mermaid von Stephen Chow, The Lure (am NIFFF gesehen) sowie Mermaid Legend in den Sinn.

Mermaid stammt von Tyler Cornack. Einem sehr jungen Regisseur und mir unbekannt. Das gilt auch für die Mehrheit von Cast und Crew mit Ausnahme von Robert Patrick (grosse Nebenrolle) und Tom Arnold (Gastauftritt). Die Schauspieler haben ihre Sache im Grossen und Ganzen ordentlich gemacht. Robert Patrick spielt natürlich eine Art Bösewicht (sehr viel Overacting). Er war zuletzt öfters in solchen Rollen zu sehen (= Tone-Deaf, Tulsa King).

Mermaid erfüllte seinen Zweck. Anspruchslose Indie-Unterhaltung, aber kein Film für die Sammlung. Dafür fesselte der Inhalt zu wenig, die Grenzen durch das kleine Budget werden aufgezeigt, für eine Horrorkomödie war der Humor zu unlustig und der grösste Schwachpunkt waren die Figuren. Die waren uninteressant. Und ein Looser-Versager/Junkie als "Held" hat bei mir als Identifikationsfigur immer schlechte Chancen.

Der Film weiss zum Teil auch nicht Recht, was er sein will. Horror, Komödie, Sozialkritik oder Drama. Dabei haben die dramatischen Parts für mich nicht funktioniert und die sozialkritischen Untertöne wirkten aufgesetzt. Viel Gore gibt es nicht und das Meerjungenfrau-Make-Up ist selten im Detail zu sehen. Eine teilweise zu dunkle Ausleuchtung half dabei ggf. das niedrige Budget zu kaschieren. Die Musikauswahl traf nicht meinen Geschmack. Florida als Setting war cool. Hier und da kamen Dexter Vibes auf. Die Geburtstagsfeier der Tochter war die beste und lustigste Szene des Filmes.

Infos:

O:  Mermaid

USA 2025

R: Tyler Cornack

D: Johnny Pemberton, Avery Potemri, Robert Patrick, Nancy McCrumb, Tyler Rice, Kevin Nealon, Tom Arnold

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 105 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).