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Samstag, 25. Juli 2026

Firestorm

Firestorm

Story:

Gangster Cao Nan (Hu Jun) und seine Truppe schrecken bei Überfällen auch vor Geiselnahme und Mord nicht zurück. Inspektor Lui (Andy Lau) macht es sich zur Aufgabe, die Bande zu schnappen…

Meine Meinung:

Firestorm bekam ich geschenkt. Bei Firestorm handelt es sich um einen Film, den ich mir wohl sonst nie angesehen hätte, der nicht auf meiner Wunschliste stand und von dessen Existenz ich nicht Mal wusste. Der Grund ist simpel: was das HK-Kino angeht, interessieren mich fast nur Filme bis 1995. Alles, was danach kam, interessiert mich weniger, auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt. Firestorm von Alan Yuen ist am Ende dann auch kein Film für meine (Film)Sammlung.

Firestorm ist für mich im Grossen und Ganzen zu modern. Das heisst auf früheren Klamauk aus 90er Jahren HK-Streifen wird verzichtet. Die Action ist zwar teilweise wirklich toll anzusehen, dennoch gefallen mir auch in dieser Hinsicht die früheren Filme der britischen Kolonie besser. Der Film hat paar nette Schiessereien, wobei vor allem das Ende erwähnt werden sollte. Die Action-Szenen wurden von Chin Ka-Lok (The Iceman Cometh, On the Run, Twinkle Twinkle Lucky Stars) realisiert. Was mir nicht gefiel, waren einigen billig wirkende (CGI?) Effekte (Explosionen, Autocrashs).

Zudem ist der Film hier und da auch etwas übertrieben inszeniert. Nebst Chin Ka-Lok sind die zwei bekanntesten Namen Andy Lau (Lucky Stars Go Places, Magic Crystal, Gameboy Kids) und Ray Lui (Devil Hunters, Hunting List, Fatal Termination). Die spielen beide die Hauptrollen. Michael Wong (First Option, Her Name Is Cat) hingegen kommt gefühlt nur zweimal vor und ist nur kurz zu sehen. Eigentlich nicht erwähnenswert. Der Cast ist im Grossen und Ganzen solide. Die Musik war billig, austauschbar und unauffällig. Was sehr gestört hat, waren lahme Füllszenen, Sub-Plots und zu viel Melodrama und Kitsch.

Fazit: Einmal schauen und vergessen!

Infos:

O: Feng Bao

HK 2013

R: Alan Yuen

D: Andy Lau, Ray Lui, Michael Wong, Hu Jun, Yao Chen, Gordon Lam Ka-Tung, Philip Keung Ho-Man, Jacqueline Chan, Kenny Wong Tak-Ban, Ben Wong Chi-Yin

Laufzeit der malaysischen DVD: Ca. 109 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag die malaysische DVD von PMP Entertainment vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2026). In HK ist der Film inzwischen auch auf Blu-Ray raus.

Mittwoch, 24. September 2025

Lord of East China Sea II Review

Lord of East China Sea II

Story:

Nach den Ereignissen in Lord of East China Sea geht es weiter wie folgt:

Luk Yu-San (Ray Lui), der mächtigste Mann in Shanghai und seine Verbündeten (Kent Cheng, Elvis Tsui), sehen sich in den 30er Jahren neuen Problemen konfrontiert, als die Japaner Shanghai angreifen…

Meine Meinung:

War schon der erste Film eine eher mässige und zähe Angelegenheit (und nichts für meine Filmsammlung), so ist der zweite Teil noch weniger interessant geworden. Vor allem der Inhalt ist diesmal weniger fesselnd und ich würde auch sagen, dass es a) weniger Actionszenen gibt, und diese b) weniger sehenswert sind, im Vergleich zum Vorgänger. Ob der Film nach dem ersten Film gedreht wurde oder der Film als Ganzes einfach in zwei Stücke zerteilt wurde, ist mir nicht bekannt.

Hier geht es jedoch mehr um Story und Politik als um unsere «Gangster-Helden». Teilweise gerät das Trio um Ray Lui (Fatal Termination), Kent Cheng (Run and Kill) und Elvis Tsui (Sentenced to Hang) arg in den Hintergrund. Aber auch Lam Wai (Visa to Hell), Carina Lau (Shadow Cop) und Cecilia Yip (Nomad), die alle auch aus dem Vorgänger zurückkehren, verschaffen es nicht, beim Zuschauer ein Interesse zu erwecken. Der Plot fesselt viel zu wenig. Der Vorgänger war als Gesamtpaket «greifbarer» und «menschlicher».

Der 1. Film lief über zwei Stunden und hatte eine stolze Laufzeit von 141 Minuten. Die Fortsetzung hingegen läuft 98 Minuten. Dennoch fühlte sich Lord of East China Sea II länger an. Ich empfand den Plot als lahmer und es gab mehr Längen. Auf der anderen Seite habe ich in einem Review gelesen, dass der 2. Film (vom Verleih, dem Studio oder den Produzenten?) für die (Kino?) Auswertung um 30 Minuten verkürzt wurde. Es liegt also der Verdacht nahe, dass der Film ursprünglich länger gewesen wäre. Aber da der erste Film nicht an den Erfolg von To Be Number One anknüpfen konnte, sahen sich die Produzenten wohl dazu genötigt, den zweiten Film zu verkürzen. Genutzt hat es wenig…

Fazit: Noch schwächer als der Vorgänger…

Infos:

O: Seung Hoi Wong Dai Ji: Hung Ba Tin Ha

HK 1993

R: Poon Man-Kit

D: Ray Lui, Kent Cheng, Elvis Tsui, Carina Lau, Cecilia Yip, Lam Wai

Laufzeit der taiwanesischen DVD: 98:39 Min.

Gesehen am: 21.09.25

Fassungen: Mir lag die taiwanesische DVD von Catalyst Logic/Fortune Star vor = O-Ton und englische Subs, Uncut, gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Sept. 2025).

Lord of East China Sea Review

Lord of East China Sea

Story:

Shanghai in den 20ern:

Der Film erzählt, wie Ganove Luk Yu-San (Ray Lui) zu einem der mächtigsten Männer in Shanghai wurde. Er wird unter die Fittiche von Polizei-Chef Wong Chuen-Wing (Kent Cheng) genommen und vermittelt in einem Fall, der gestohlenes Opium beinhaltet. Es gelingt Luk, zwischen Wong Chuen-Wing und Yuen Siu-Kwan (Elvis Tsui), dem Besitzer des Opiums, einen Deal auszuhandeln. Das macht die Männer reich. Doch politische Spannungen bedrohen das Machtgefüge des Trios…

Meine Meinung:

2015 kaufte ich in Taiwan vor Ort in Urlaub Lord of East China Sea 1 + 2. Es handelt sich um zwei Gangster-Streifen von Regisseur Poon Man-Kit. Poon Man-Kit ist diesen Monat, um genau zu sein am 09.09.25, verstorben. Ihm zu Ehren wurden die beiden Filme, welche noch ungesehen in meiner Sammlung lagerten, angesehen. Praktisch Stück am Stück.

Poon Man-Kit dürfte Fans vor allem durch seien zwei Gangster-Filme Shanghai Grand (mit Andy Lau und Leslie Cheung) sowie dem Gangster-Epos To Be Number One bekannt sein. Dabei hat er noch andere Filme wie Hero of Tomorrow (auch hier geht es um einen Mann, der in der Triaden-Welt aufsteigt), City Kids 1989 (weitere Zusammenarbeit zwischen Regisseur Poon Man-Kit mit Max Mok und Andy Lau), Lung Fung Restaurant (mit Stephen Chow) sowie dem Wuxia The Sword of Many Lovers inszeniert. 

Shanghai Grand habe ich als stark in Erinnerung (kämpft da Leslie Cheung nicht gegen eine Gummischlange?). To Be Number One habe ich erst vor paar Monaten als Blu-Ray aufgefrischt. Der ist ebenso sehenswert und The Sword of Many Lovers sah ich vor einigen Wochen als Laserdisc. Der war auch unterhaltsam. Leider kann Lord of East China Sea nicht mit To Be Number One mithalten. Beide Filme sind ähnlich.

Der Film sieht zwar gut aus, aber es gibt zu wenig Actionszenen und zu viele Längen. Zudem wurde ich mit Ray Lui (Hunting List) als Lead nicht wirklich warm. Auch Elvis Tsui (The Seventh Curse) bleibt hinter den Erwartungen. Vom Trio gefällt nur Kent Cheng (The Accident), der hingegen eine starke und packende Darbietung abliefert. In einer Nebenrolle überzeugt Lam Wai (The Dignified Killers). Die wenigen Actionszenen sind z.T. recht blutig geraten. Schade, dass es nicht mehr davon gibt. Am Ende flacht der Plot ab.

Fazit: Besser To Be Number One schauen!

Gefolgt von: Lord of East China Sea II

Infos:

O: Seung Hoi Wong Dai Ji: Sui Yuet Fung Wan

HK 1993

R: Poon Man-Kit

D: Ray Lui, Kent Cheng, Elvis Tsui, Carina Lau, Cecilia Yip, Lam Wai, William Ho Ka-Kui

Laufzeit der südkoreanischen DVD: 141:50 Min.

Gesehen am: 21.09.25

Fassungen: Mir lag die taiwanesische DVD von Catalyst Logic/Fortune Star vor = O-Ton und englische Subs, Uncut, gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Sept. 2025). 

Donnerstag, 23. Mai 2024

Dangerous Encounter - 1st Kind

Mit Claudio Simonetti am Brugggore Filmfestival 2024

Dangerous Encounter - 1st Kind

Story:

Die drei Jugendlichen Paul, Loong und A Kao (Albert Au Shui-Keung, Lung Tin-Sang, Paul Che Biu-Law), die im Kino eine Explosion produzieren, werden von Wan-Shu (Lin Chen-Chi) erpresst und animiert, sich an diversen Straftaten zu beteiligen. Wan-Shus älterer Bruder (Lo Lieh) ist Polizist und ahnt nichts von Wan-Shus krimineller Energie. Als die Bande ausländischen Söldnern (u.a. Pierre Tremblay, Bruce Baron) in die Quere kommt, eskaliert die Situation…

Meine Meinung (Director's Cut Fassung):

Aka Dangerous Encounter of the First Kind. Aka Don't Play With Fire. Tsui Hark (The Master, Police Assassins) hat die Messlatte nach seinen Erstlingswerken The Butterfly Murders sowie Wir kommen und werden euch fressen hoch angesetzt. Auch sein dritter Spielfilm als Regisseur vermag zu überzeugen und lässt die schon tollen Vorgänger nochmals um ein kleines Bisschen übertreffen. Ich kenne, wie oben bezeichnet, nur seine Urfassung, den Director's Cut. Leider liegt dieser zu 90% nur mit franz. Untertiteln vor und die ehemals zensierten Szenen haben eine schlechte Bildqualität. Dem Plot kann man aber problemlos folgen, auch wenn man nicht alle Dialoge versteht.

Der Film soll, nachdem er an der Berlinale lief, im Heimatland für Kontroversen gesorgt haben: Kriminelle Jugendliche, Aufruf zur Gewaltbereitschaft und Angst vor Nachahmung, Rassenprobleme (im Film spielen ausländische Söldner eine Rolle), Gewalt (z.T. auch echte Gewalt gegen Tiere). Das war zu viel, so dass der Film entschärft und mit neu gedrehten Szenen und Sub-Plots (John Shum kommt z.B. im DC nicht vor) «entschärft» wurde. Die HK-Kinofassung habe ich bis zum heutigen Tag nicht gesehen. Die reizt mich auch gar nicht.

Dangerous Encounter - 1st Kind hat die 3. Sichtung bestanden. Der Film ist in meinen Augen der wohl beste und wichtigste Film des Regisseurs. Die New Wave Vibes knallen sich richtig schön rein. Der Film ist humorlos, düster, gewalttätig, hoffnungslos, zynisch, deprimierend und wartet auch mit einem entsprechenden Finale auf. Die soziale Situation (Unruhen bei Jugendlichen, Proteste) werden authentisch in den Plot integriert. Im ganzen Film gibt es nur Opfer und alle haben zu leiden: egal ob die Jugendlichen, die Söldner, die Polizisten, Tiere oder die Gesellschaft. Die 1. Filmhälfte ist die ruhigere. Dennoch überzeugt auch diese. Die Figuren werden dort eingeführt.

Die Stimmung ist aber von Beginn an bedrückt, nihilistisch und brutal, wenn schon im Vorspann, wie es aussieht, eine echte Maus mit Nägeln gequält wird. Auch die Szene mit der Katze ist fies und unschön, und, ggf. echt. Wer Mühe hat, wenn Tiere leiden, sollte einen guten Schutzschild haben, wenn er den Film schaut. Dazu kommt das hervorragende, eiskalte Schauspiel der jungen Stars wie Lin Chen-Chi und den drei Jungs Albert Au Shui-Keung (steuerte auch Songs zum Film bei nebst gestohlener Musik von Goblin aus Dawn of the Dead), Lung Tin-Sang (arbeitete ein Jahr zuvor schon in We're Going to Eat You mit Tsui Hark zusammen) sowie Paul Che Biu-Law (Toothless Vampires). Perfekte Wahl für diese rebellischen, soziopathischen und beeinflussbaren Charaktere des Filmes.

Lin Chen-Chi (Heaven and Hell) war eine weitere Shaw Brothers Entdeckung. Trotz grossem Erfolg von Dangerous Encounter - 1st Kind hat sie ihre Schauspielkarriere Mitte der 80er Jahre beendet. Schade (aber immerhin für eine Steakhouse-Kette, dessen Boss sie sein soll). Bekannte Name, welche im Film zu sehen waren, sind Ray Lui (Fatal Termination, Guns of Dragon) in einer Nebenrolle und Shaw Brothers Legende Lo Lieh (Killer from Above, Executioners from Shaolin). Er spielt den grösseren Filmbruder von Lin Chen-Chi und einen Polizisten und Elternersatz. Die «Söldner» sah man später auch in anderen HK-Filmen wie Dragon Force, Men from the Gutter, A Better Tomorrow oder Angel Terminators. Lo Liehs Schauspiel war intensiv, wechselhaft und toll.

Fazit: Der wahrscheinlich beste Film von Tsui Hark. Ein nihilistisches Meisterwerk!

Infos:

O: Dai Yat Lui Ying Aau Him

HK 1980

R: Tsui Hark

D: Lo Lieh, Albert Au Shui-Keung, Lung Tin-Sang, Paul Che Biu-Law, Pierre Tremblay, Bruce Baron, Ray Lui

Laufzeit der franz. DVD (DC): 95:10 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung: 10.03.24

Fassungen: Mir liegt die franz. DVD von HK Vidéo vor (Tsui Hark Box). In dieser sind auch The Butterfly Murders sowie We're Going to Eat You enthalten. Dangerous Encounter - 1st Kind liegt auf der 1. Disc in der Hong Kong-Kino-Fassung vor (= gibt es in Deutschland um Handlung zensiert als Söldner kennen keine Gnade auf VHS) und auf der 2. Disc liegt der restaurierte Director's Cut vor. Dies ist die bisher weltweit einzige Fassung dieser Version. Ehemals zensierte Szenen stammen von einer VHS (die Tsui Hark persönlich dem Label zur Verfügung gestellt haben soll) und sind in Kantonesisch mit englischen und chinesischen Subs. Die Bildqualität ist schlecht. In der HK-Kino-Fassung fehlt Handlung (Jugendliche Charaktere die strafbaren Handlungen begehen = man hatte Angst vor Nachahmung), Tiersnuff (mehr unschöne Szenen gegen Mäuse), weniger Lo Lieh (zensiert da schlechtes Image der Polizei), z.T. alternative Szenen mit den Söldnern (man fürchtete sich vor Fremdenhass). In der Kinofassung wurde daher nicht nur zensiert, sondern auch extra neues Material gedreht (John Shum als Detektiv als Sub-Plot etc.). Als Bonus gibt es noch ein lange Doku über die Entstehung und die Zensurgeschichte des Filmes und auch Tsui Hark kommt dabei zu Wort. Im Sommer 2024 (12.06.24) wird Spectrum Films vom Film (Kinofassung und DC) eine Blu-Ray spendieren. Von einem neuen 2K Master. Das dürfte für die HK-Kinofassung gelten. Ob die Szenen des DC in einer besseren Qualität auftauchen, ist fraglich. Die Disc wird keine englischen Subs haben. Man darf dennoch gespannt sein, wie sich der DC der Blu-Ray im Vergleich zur alten HK Vidéo DVD schlagen wird. Die Fassung lief an Filmfestspielen (die Kinofassung). Das Master soll z.T. sehr dunkel sein. 

Samstag, 2. September 2023

The Prince of Temple Street

The Prince of Temple Street

Story:

Twelve (Andy Lau) ist der junge Triaden-Boss der Tempel Street. Als sich eine religiöse und missionierende Glaubensgemeinschaft um Teresa (Joey Wong) dort niederlässt, sorgt das zunächst für diverse Spannungen, ehe sich Twelve in Teresa verliebt. Die Harmonie wird durch einen anderen Triaden (Chin Ho) gestört, der die Macht an sich reissen und Twelve zur Hölle schicken will…

Meine Meinung:

The Prince of Temple Street lag vier Jahre ungesehen rum und wurde nun nach der Sichtung gleich nach Deutschland verkauft. Der Film hat mir nicht gefallen, trotz paar schönen Bildern aus Hong Kongs Nachtleben, ein bis zwei soliden Actionszenen und einem Cast bestehend aus Andy Lau (Magic Crystal), Joey Wong (A Chinese Ghost Story) oder Ng Man-Tat (Rape and Die). Die Chemie und Harmonie im Film passen nicht zusammen. Der Mix aus Triaden-Film, Komödie, Romanze, Drama und Action passt in Jeffrey Chiangs Film nicht gut zusammen. Es überrascht nicht, dass Regisseur Jeffrey Chiang keine grosse Karriere genoss.

Viele Stars sind nur am Anfang zu sehen (die Runde mit dem Baby), mehr als Cameo-Auftritte: Kenneth Tsang Kong (The Virgin Sword), Amy Yip (Lethal Contact), Kent Cheng (The Accident) oder Ray Lui (Hunting List). In einer Nebenrolle ist Frankie Chan (Full Contact) und als Bösewicht Chin Ho (The Last Blood) zusehen. Letzterer überzeugt am meisten von den Figuren.  Andy Laus Schauspiel war übertrieben, wenig glaubhaft und er oft auch nicht sympathisch. Joey Wong nimmt man die Sektentante zu keiner Sekunde ab und Ng Man-Tat in Kombination mit Deanie Ip Tak-Han, die er immer nur "Bitch" nennt (gemäss den englischen Subs), nervt.

Viele Szenen sind für den Verlauf des Plots nicht relevant und es gibt viel zu wenig echtes Drama und Action, um zu überzeugen. In einzelnen Szenen kommt so was wie Stimmung und Spannung auf, aber viel zu selten. Die viel zu wenigen Actionszenen sind solide, aber mehr auch nicht und vor allem aufgrund der Dunkelheit und der miesen Qualität der DVD kaum zu erkennen. Das kurze Finale war die beste Action-Szene im Film. Aber leider auch sehr schnell vorbei. Ansonsten ist der Film vor allem nervend, lahm und fremdschämend.

Fazit: Nicht wirklich zu empfehlen!

Infos:

O: Miu Gaai Sap Yee Siu

HK 1992

R: Jeffrey Chiang

D: Andy Lau, Ng Man-Tat, Joey Wong, Chin Ho, Frankie Chan, Deanie Ip Tak-Han, Kenneth Tsang Kong, Amy Yip, Kent Cheng, Ray Lui

Laufzeit der HK-DVD: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 05.08.23

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD aus Südkorea von Dadl Media vor = O-Ton, englische Subs, wohl Uncut, nicht anamorph und schlechte bis durchschnittliche Bildqualität. Es scheint keine Blu-Ray zu geben (Stand: Aug. 2023). Es gibt auch keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2023).

Sonntag, 2. April 2023

Fatal Termination Review

Fatal Termination 

Story:

 

Ein korrupter Zollbeamter (Robin Shou) und Gangster (Phillip Ko) bekriegen sich aufgrund einer Waffenlieferung. Die Polizei (Ray Lui, Simon Yam) und Dritte (Moon Lee, Chan Cheuk-Yan) geraten zwischen die Fronten…

 

Meine Meinung:

 

Nach den grandiosen Veröffentlichungen von Error 4444 (Centipede Horror, Red Spell Spells Red) kommt als nächstes der HK-Actionfilm Fatal Termination. Ich wollte wissen, ob sich ggf. ein Blu-Ray Upgrade lohnt oder mir diese DVD aus Österreich reicht. Ich habe keine hohen Ansprüche. Fatal Termination sah ich ewig nicht. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden. Wer das moderne Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre Actionkino aus Hong Kong mag, macht mit dem Film alles richtig.

 

Fatal Termination, der besonders für einige seiner kreativen und fiesen Stunts, welche unter anderem ein kleines Mädchen beinhalten (gespielt von Chan Cheuk-Yan, bekannt aus u.a. Bless This House und On the Run), bekannt ist, macht viel Spass! Nicht im Sinne von Humor und Klamauk. Das gibt es in Fatal Termination nicht. Der Film wirkt ernst, düster und brutal. Teilweise mit mächtig viel Overacting, was die Bösewichte angehen. Plus Klischees (böse Araber). Hat mich nicht gestört. Im Gegenteil.

 

Die Action-Szenen bestehen aus Stunts, Kampfszenen, Explosionen, Verfolgungsjagden und blutigen Shoot-Outs. Es ist für alle etwas dabei. Die Action-Szenen sind abwechslungsreich und toll in Szene gesetzt. Was mir in dieser 2. Sichtung besonders auffiel war die Tatsache, dass die Bösewichte dominieren und den Helden fast den Rang ablaufen. Robin Shou (Forbidden Arsenal) und Ex-Shaw Brothers Star Phillip Ko (Duell der 7 Tiger) machen als Bösewichte extrem viel Spass! Ich sehe beide gerne und besonders als Bösewichte.

 

Die zwei haben mir fast besser gefallen als die Helden, zumal Phillip Ko praktisch mehr Screentime bekommt als einige der Helden. Auch Robin Shou kommt, zumindest in der 1. Filmhälfte, fast mehr vor als ein Ray Lui (Hunting List) oder eine Moon Lee (New Killers in Town). Zunächst darf Simon Yam (Full Contact) wüten, ehe das Zepter in der 2. Filmhälfte mehr und mehr zu Ray Lui und Moon Lee über geht. Phillip Ko fungierte in dem Film von Andrew Kam u.a. auch als Produzent. Fans von Moon Lee sollten ihre Erwartungen anpassen: sie kämpft nur in einer Szene und darf zumindest im Finale noch mit dem Schiesseisen ran. Aber Hauptfiguren und Action-Protagonisten sind diesmal die Männer.

 

Fazit: Sehenswerte Stunts und sehenswerte Action = klare Kaufempfehlung meinerseits!

 

Infos:

 

O: Chi se da feng bao

 

HK 1990

 

R: Andrew Kam

 

D: Robin Shou, Phillip Ko, Ray Lui, Simon Yam, Moon Lee, Chan Cheuk-Yan

 

Laufzeit der österreichischen DVD: 88:20 Min.

 

Neusichtung am: 17.03.23

 

Fassungen: Mir lag die DVD von Atomik Films aus Österreich vor = Uncut, Deutsch/Canto mit deutschen  Subs, gute (Helle Tag-Szenen) bis durchschnittliche (Nacht-Szenen) Bildqualität, nicht anamorph. Ist von dem US-Label Error 4444 angekündigt und soll noch dieses Jahr auf Blu-Ray erscheinen.

Sonntag, 10. April 2022

Raging Fire Review


Raging Fire

Story:

 

Ex-Cops (u.a. Nicholas Tse) werden aus dem Gefängnis entlassen und planen Rache an dem Cop (Donnie Yen), der sie vor Gericht schwer belastet und ins Gefängnis gebracht hat…

 

Meine Meinung:

 

Raging Fire ist der letzte Film von Benny Chan (Rob-B-Hood, Magic Crane) vor dessen unerwartetem, zu frühen Tod und eine weitere Zusammenarbeit zwischen Donnie Yen (Legend of the Wolf, Wu Xia, Enter the Fat Dragon) und Nicholas Tse (Dragon Tiger Gate). Raging Fire hätte ich mir am Zürich Film Festival 2021 angesehen. Ticket war bereits gekauft, ehe ich an Corona erkrankte und dank Isolation die Vorstellung verpasste.

 

Inzwischen las und hörte ich viel zum Film. Die Erwartungen an den Film waren nicht speziell hoch. Raging Fire kann gut einmal geschaut werden, aber der grosse Wurf ist der Film nicht. Vor allem für Freunde des Ende 80er & Anfang 90er Jahre Hong Kong Kinos nicht. Der Film wirkt mehr wie ein 08/15 Hollywood-Film statt ein HK-Actionfilm.

 

Zwar ist der Film weniger dramatisch, kitschig und nervend als z.B. Sha Po Lang oder Special ID, aber mein Filmgeschmack hat sich diesbezüglich auch verändert. Ich bin, vor allem mit neueren HK-Filmen, strenger geworden. Früher hätte ich Raging Fire besser bewertet, zumal er in einigen Punkten, wie oben erwähnt, weniger nervend und dramatisch ist.

 

Dennoch musste ich auch hier in zwei Szenen spulen, da zu dramatisch. Allgemein gibt es unwichtige Längen und Sequenzen, die man auch hätte opfern können. Der Plot gibt eigentlich nicht viel her und die Erzählweise mit den ewigen Rückblenden ist doof. Zudem ist der Wandel von Brillenträger Nicholas Tse zum Psycho Nicholas Tse unglaubwürdig, sein Overacting kratzt an Rade der Lächerlichkeit (wie auch sein Tod und die davor gezeigten Flashbacks – spulte ich das zweite Mal).

 

Der Versuch Heroic-Bloodshed Bruderschaft Emotionen auf die Leinwand zu bringen, ist misslungen, da Nicholas Tse Figur von Anfang an als Bösewicht präsentiert wird. Daher hätte es auch diese Flashbacks im Finale nicht gebraucht, da null Emotion. Nicholas Tse als «Guter» ist eben nur in paar wenigen Rückblenden zu sehen. Donnie Yen selbst macht eine anständige Figur. Auch im Finalkampf macht er einen guten Job.

 

Leider bietet der Film nur zwei gute Action-Szenen. Aber keine sehr gute. Der Rest der Action-Sequenzen ist reiner Durchschnitt, Potenzialverschwendung (Ken Los Rolle) und/oder billig, peinlich und unfreiwillig komisch (wie Nicholas Tse die Pistole beim Abfeuern hält, CGI Effekte, wie Donnie Yen das Kind rettet, die ganze Auto- Motorradszenen). Da kam schon fast Jackie Chan Stimmung auf (miese CGI Effekte in dessen neuen Filmen).

 

Gut war lediglich der Endkampf (wenn auch ein müder Donnie Yen Vs. Wong Jing Abklatsch) und die Action-Szenen mit Ben Lam plus nachfolgende Szenen. Einzig hier kam, gerade durch die Stunts, etwas Old-School Stimmung auf (plus Flash Point). Schade, dass Ben Lam (The Romance of the Vampires) nicht im Kampf besiegt wird. Auf der positiven Seite gabs paar coole Aufnahmen aus Hong Kong, der Film sieht ansonsten schick aus und technisch ist die US-Blu Ray hervorragend. Simon Yam (Full Contact) und Ray Lui (Hunting List) nicht erkannt…

 

Fazit: Gefiel mir zu wenig, um den Film in die Sammlung aufzunehmen. Donnie Yen Fans können dennoch einen Blick riskieren...

 

Infos:

 

O: Nou Fo

 

HK 2021

 

R: Benny Chan

 

D: Donnie Yen, Nicholas Tse, Henry Prince Mak, Yu Kang, Tony Wu Tsz-Tung, Kit Cheung Man-Kit, Ben Lam, Ken Lo, Ray Lui, Simon Yam

 

Laufzeit der US-Blu: Ca. 127 Min.

 

Gesehen am: 18.02.22

 

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Well Go USA vor = O-Ton, englische Subs, Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität. In Deutschland von Koch Films zu haben (DVD, Blu-Ray).

Freitag, 11. Februar 2022

Hunting List Review

Hunting List

Story:

 

Ex-Triade Chu (Ray Lui) begibt sich in die Triaden-Organisation von Ray (Paul Chun) und trifft somit auf «Blutsbruder» Cramp (Tan Lap-Man). Zusammen räumen sie auf und legen sich mit der Bande um 2nd Master (Ku Feng) an, während Cramps Tochter (Vivian Hsu Jo-Hsuan) durch ein Triaden-Mitglied (Jackson Lau Hok-Yin) schwanger wird. Die Situation verschärft sich, da Chu neuerdings als Undercover-Polizist in die Organisation eingeschleust wurde…

 

Meine Meinung:

 

Hunting List ist derbe und blutige Taiwan-Action, die Mitte der 90er in Hong Kong eine CAT. III Freigabe erhalten hat. Bekannt wurde der Film auch, da er in Hong Kong nur zensiert zu bekommen ist und das Werk von Kevin Chu Yen-Ping (You Xia Er, The War Dogs) dreist vom Hollywood-Klassiker True Romance stahl. Ganze zwei Sequenzen sind fast 1:1 übernommen worden. Dies im Kontrast zum billigen Taiwan-Action-Setting wirkt unfreiwillig komisch.

 

Unfreiwillig komisch und durch sein Overacting nervend war Lead Tan Lap-Man (Dream Home), der störte und dem ansonsten anständigen Genre-Cast um Ku Feng (The Avenging Eagle), Tai Bo (Two Jolly Cops), Ray Lui (Master's Necklace) oder Paul Chun (The Killer) nicht gerecht wurde. Der Nebenplot um seine Tochter, die sich von einem Triaden schwängern lässt, ist ebenso wenig interessant wie der Undercover-Plot um Ray Lui.

 

Der Plot und die Füllszenen sind lahm. Nebst der Klasse von Paul Chun und vor allem Shaw Brothers Legende Ku Feng sind es vor allem die Actionszenen, die überzeugen. Dafür war Regisseur Kevin Chu Yen-Ping (Requital) berühmt berüchtigt. Die Shoot-Outs sind ultrablutig und lassen sogar John Woo Shoot-Outs erblassen. Das Problem ist, dass nur diese überzeugen und der Rest des Filmes 08/15 Durchschnitt darstellt – leider lahmer Durchschnitt, so dass der Film nach Neusichtung aus der Sammlung fliegt…

 

Fazit: Wer Low-Budget Actionfilme aus Taiwan mag, kann eine Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Zhong Ji Lie Sha

 

Taiwan 1994

 

R: Kevin Chu Yen-Ping

 

D: Tan Lap-Man, Ku Feng, Ray Lui, Tai Bo, Paul Chun, Vivian Hsu Jo-Hsuan, Jackson Lau Hok-Yin

 

Laufzeit der deutschen DVD: 84:28 Min.

 

Neusichtung am: 16.11.21

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Laser Paradise vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, länger als die zensierten HK-Fassungen (mir ist jedoch unklar, was dort fehlt). Manko: statt Canto O-Ton wurde der Mandarin Track auf die DVD überspielt (mit deutschen Subs oder Dubbed in Deutsch). Eine Canto Uncut Fassung mit englischen Subs ist mir nicht bekannt & eine Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Nov. 2021).

Dienstag, 5. Oktober 2021

Master's Necklace Review

 
Horroktober 2021

Master's Necklace

Story:

Die von Joseph Lee Kwok-Lun gespielte Figur wird dank schwarzer Magie von einem Magier (Chai Hon) und seiner eigenen Ehefrau (Chun Hung), die mit dem Magier ein Verhältnis hat, getötet. Doch der Geist kehrt dank einem Friedhofsgärtner und Magier (Shum Wai) auf die Erde zurück, um sich mit Hilfe eines Cops (Ray Lui) und dessen Ehefrau (Tsui Po-Fung) für seinen Tod rächen zu können…

Meine Meinung:

Master's Necklace aka My Master's Necklace hat mir gar nicht gefallen, so dass der Gruselfilm aus Hong Kong nicht in die Sammlung aufgenommen wird (handelte sich um eine 1. Sichtung) und die Laserdisc bereits verkauft wurde. Immerhin etwas. Der Genre-Mix aus Horror, Ghost, Komödie und Kung Fu/Magie sagte mir aus diversen Gründen gar nicht zu.

Der Genre-Mix fühlte sich sehr unausgegoren an. Die vier Kampfszenen, von denen drei nur zu erahnen sind, da so schlechte bzw. dunkle Bildqualität, passen überhaupt nicht zum Rest des Filmes. Ebenso wenig wirkt eine Nackt-Szene deplatziert und von echtem Horror kann keine Rede sein. Master's Necklace würde ich primär als Gruselfilm betiteln.

Die zwei Hauptprobleme für mich:

1. Die Figuren waren durchs Band unsympathisch, fehlbesetzt, nervend und strahlten null Charisma aus. An einzelnen Hauptfiguren (z.B. dem guten Geist) störte ich mich in jeder Szene. Ray Lui (A Man From Holland) hat gar nicht überzeugend gespielt und Shum Wai (Bloody Brotherhood), der auch Regie führte, sehe ich lieber als Bösewicht. Auch dessen Sidekick war nervend (der Bärtige). Nur die zwei-drei Bösewichte waren gut. Aber diese bekamen im Verhältnis kaum Screentime. Schade.

2. Der Film war stinklangweilig. Trotz keiner übermässig langen Laufzeit war wenig los. Auf Seite B der Laserdisc (ein Film ist zweiseitig auf eine Laserdisc bespielt = Seite 1/Seite 2 oder Seite A/Seite B) war es ganz schlimm, so dass ich dort dann mehr oder wenig bis zum Finale durchgespult habe, obwohl der Film nur knapp 90 Minuten läuft. Ein Armutszeugnis für die filmische Qualität und den Unterhaltungswert!

Fazit: Nur nicht vom coolen Cover oder dem Cast (Ray Lui) täuschen lassen: Master's Necklace ist total langweilig und lohnt sich nicht!

Infos:

O: Meng gui shan fen

HK 1991

R: Shum Wai

D: Joseph Lee Kwok-Lun, Ray Lui, Tsui Po-Fung, Shum Wai, Chai Hon, Chun Hung

Laufzeit der HK-LD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: Okt. 2021

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Mei Ah vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Alternativen: US-VHS von Pan-Asia, HK DVD von Winson, HK VCD von Mei Ah und Winner’s. Eine Blu-Ray oder deutsche Fassung sind mir unbekannt (Stand: Okt. 2021). HK-LD Titel: Master's Necklane.