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Samstag, 22. November 2025

Holly Roman Besprechung

Holly

Inhalt:

«SOBALD MAN MEINT, MAN HÄTTE DAS SCHLIMMSTE GESEHEN, WAS MENSCHEN ZU BIETEN HABEN, STELLT MAN FEST, DASS MAN SICH GEIRRT HAT. DAS BÖSE IST EINFACH GRENZENLOS.»

Meine Meinung:

Holly ist eine ursprüngliche Nebenfigur der Romane Mr. Mercedes (plus Fortsetzungen) sowie Der Outsider. Stephen King fand an ihr solchen Gefallen, dass er ihr in Holly einen eigenen Roman widmete. Den habe ich nun gelesen und komme zum Fazit, dass mir Holly im Grossen und Ganzen etwas weniger gut als Mr. Mercedes sowie Der Outsider gefallen hat. Das lag an diversen Dingen, die mich am Roman etwas gestört haben.

Einige Dinge waren meiner Meinung nach unnötig und hätten inhaltlich weggelassen werden können (Tod von Hollys Mutter). Das trug nichts zur Story bei, sondern hat den Roman nur auf Seitenanzahl gebracht. Die Szenen haben immer wieder Risse in den eigentlichen Verlauf des Plots gerissen. Was mich auch störte war die Tatsache, dass Holly am Ende gerettet werden musste. Dass einige der Nebenfiguren in den Hintergrund geraten (Jerome Robinson) fand ich auch schade. Stattdessen bekommt dessen Schwester einen viel wichtigeren Sub-Plot, dessen Inhalte mich am Anfang auch wenig gefesselt haben.

Weiterhin störte mich die Verschmelzung von politischen Ansichten von King, der fiktiven Story und realen Ereignisse wie der Corona-Krise. Welche politischen Ansichten ein Künstler verfolgt, hat mich als Leser nicht zu interessieren. Ich will mich vom Künstler abgrenzen. Es gibt viele Künstler, die Dreck am Stecken haben (Klaus Kinski, Roman Polanski), aber dessen Werke dennoch für sich gesehen eindrücklich sind. Was Künstler privat für Ansichten haben, hat mich nicht zu interessieren. Das immer wieder zwischen den Zeilen lesen zu müssen, sah ich als negativ an. King geht dazu nach dem Roman noch ein und erklärt sich.

Der Plot ist abgesehen davon interessant, wenn auch weniger schrecklich und böse, als erwartet. Zudem nicht unbedingt neu. Experimente, Kannibalismus, Mad scientist Motive. Wer das mag, wird Holly mögen. Ich mochte das alte Kannibalen Ehepaar und die Tatsache, wie sie sich intellektuell als was Besseres sehen und wie sie insgeheim von oben herab auf andere schiessen. Das fand ich amüsant. Zudem wird noch Bezug zu einem weiteren Stephen King Roman genommen, in dem Holly einen Fall bearbeitet. Das müsste Blutige Nachrichten sein. Den werde ich mir auf die Wunschliste setzen. Indem wird auch u.a. Bezug zu Der Outsider genommen.

Fazit: Schwächer als die anderen Romane mit Holly, aber noch immer gut lesbar und unterhaltsam!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Heyne

Anzahl Seiten: 636

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Stephen King

Erschienen: 3. Auflage 11/2024 (Ursprünglich 2023)

Sonntag, 27. April 2025

Chainsaws Were Singing

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Chainsaws Were Singing

Story:

Maria (Laura Niils) wird von einem Kettensägen schwingenden Irren entführt. Ihr Freud Tom (Karl Ilves) setzt alles daran, Maria aus dessen Fängen zu befreien…

Meine Meinung:

Nach The Black Hole der zweite Betrag aus Estland am diesjährigen Brugggore Filmfestival. Den Film nahm ich nur schon aufgrund des Titels und des Plakates in mein persönliches Programm auf. Der Film, der an unzähligen Film Festivals rund um die Erde gezeigt wird und der sich zehn Jahre (!!!) in der Post-Produktion befand, kann nicht nur als Hommage an Tobe Hoopers Blutgericht in Texas verstanden werden, sondern auch als rabenschwarte, total verrückte und sympathische Idee seitens Regisseur Sander Maran und seinem Bruder, wobei letzterer im Film auch mitspielt.

Beim Film handelt es sich um einen Mix aus Hommage, Backwood-Horror, Musical, Liebesgeschichte und Komödie/Satire. Eine wilde Mischung, die so erstaunlich gut funktioniert. Low Budget hin oder her, der Film hat sehr viel Spass gemacht, auch wenn bei Leibe nicht alles perfekt geworden ist. Mit einer Laufzeit von zwei Stunden ist der Film, der mehreren der Hauptpersonen ein Kapitel widmet, in denen ihre Vorgeschichte erzählt wird, sicher etwas zu lange geraten. Zumindest die Figur Cobra und dessen Sub-Plot (Bukkake…) hätte man z.B. zuhanden einer etwas kürzeren Laufzeit komplett weglassen können.

Der Film, der viele Blutgericht in Texas Vibes bietet, ist charmant und auch die Mehrheit der Figuren fand ich sympathisch. Vor allem die Helden und die Guten. Speziell Tom, Maria und Jaan waren super gespielt. Auch die kannibalistische Redneck Familie war gut gespielt: total verrückt und überzeichnet, aber meine Sympathien galten den Helden, nicht der Kannibalen-Familie. Auch Nebenfiguren (die trotteligen Cops z.B.) waren amüsant und der Film bot allgemein extrem viel zu lachen. Mit Blut wird auch nicht gespart. Der Film kaschiert das kleine Budget wunderbar.

Fazit: Sicher einer der wildesten, fantasievollsten und verrücktesten Filme, den ich in den letzten Jahren an einem Filmfestival sah! Tolles Konzept, welches in seiner Entstehungsgeschichte an Bad Taste erinnert.

Infos:

O: Mootorsaed laulsid

Estland 2024

R: Sander Maran

D: Karl Ilves, Laura Niils, Martin Ruus, Janno Puusepp, Rita Rätsepp

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 117 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut, O-Ton und englische Subs. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Mittwoch, 22. Mai 2024

We're Going to Eat You

We're Going to Eat You

Story:

Agent 999 (Norman Tsui) ist hinter dem Dieb Rolex (Melvin Wong) her. Dieser versteckt sich in einem kleinen Dorf. Agent 999 und ein weiterer Dieb (Hon Kwok-Choi) landen in diesem Dorf, in welchem sich Rolex versteckt hält. Agent 999 hofft auf Hilfe des örtlichen Chiefs (Eddy Ko). Dumm nur, dass das Dorf vom Kannibalismus lebt und sich über das «Frischfleisch» freut…

Meine Meinung:

Tsui Hark (Knock Off, The Twin Dragons, Black Mask 2: City of Masks) hat Blut geleckt. Nach seinem Erstlingswerk, The Butterfly Murders, dreht er nur ein Jahr später einen zweiten Film für Seasonal Film: We're Going to Eat You! Diesmal liess sich Tsui Hark vom Ital. Kannibalenfilm und vor allem dem Backwood- und Terrorklassiker Blutgericht in Texas inspirieren. Dazu kommt knackige Martial Arts und amüsanter Slapstick und Klamauk und fertig ist das nächste, sehenswerte Kapitel in der damals noch jungen Karriere von Regisseur Tsui Hark.

Obwohl ich z.B. die Ernsthaftigkeit und den Verzicht von Humor in The Butterfly Murders genossen und gelobt habe, so will ich gerade den Slapstick in We're Going to Eat You nicht missen. Dies in Verbindung mit blutigen Kannibalen-Gore und Kung-Fu macht den Film zu einem herrlich irrwitzigen und unterhaltsamen Vergnügen. Aus dem «Vorgänger» kehrt Eddy Ko (Das Todesduell der Shaolin, The Jade Fox) zurück, der nun eine der Hauptrollen als böser Chief des Kannibalen-Dorfes spielt.

Sein Overacting ist herrlich und jede Szene mit ihm ist ein Genuss. Sein Gegenüber wird von Shaw Brothers Star Norman Tsui (The Dragon Chronicles - The Maidens of Heavenly Mountains, The 36th Chamber of Shaolin) gespielt. Er ist eine wirklich coole Socke und geniesst es sichtlich, als Held und Hauptstar des Filmes im Mittelpunkt zu stehen. Beide machen in den Kampfszenen eine gute Figur. Diese sind spektakulär. Das resultiert aus Corey Yuen (Buddha Killer, Fong Sai Yuk), der die rasanten Action-Szenen meisterhaft choreographiert hat.

Besonders jene in der engen Gasse oder dem Schlachthaus sind sehenswert geworden. Aber auch die restlichen Kampfszenen machen Laune, zumal viele Waffen und Gegenstände involviert sind. Hon Kwok-Choi (Crocodile Evil) gibt zudem einen aberwitzigen Comic-Charakter ab, während Melvin Wong (Two Fists Against the Law, Crimson Street) mehr eine Nebenrolle spielt und vielleicht von allen genannten Stars am schwächsten agiert. Nebst Eddy Ko kehrt auch Michelle Yim (Ambitious Kung Fu Girl) aus The Butterfly Murders zurück. In einem Gastauftritt darf Tai Bo (Back Home, Two Toothless Tigers) gegen Norman Tsui antreten und aufgespiesst werden. Längen gibt es keine und es wurde Musik aus Dario Argentos Suspiria geklaut. Die hat gut zu den Szenen gepasst.

Fazit: Auch die 2. Regie-Arbeit von Tsui Hark kann bedenkenlos empfohlen werden!

Infos:

O: Di Yu Wu Men

HK 1980

R: Tsui Hark

D: Norman Tsui, Melvin Wong, Eddy Ko, Fung Fung, Hon Kwok-Choi, Tai Bo

Laufzeit der HK-DVD: 89:49 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 10.03.24

Fassungen: Mir liegen die franz. DVD von HK Vidéo (Tsui Hark Box) und die HK-DVD von Mei Ah vor. Für das Review wurde die HK-DVD gesichtet = Schuber, O-Ton, englische Subs, Uncut HK-Fassung, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland (zensiert) unter dem Titel Wir kommen und werden euch fressen nur als VHS (Stand: März 2024). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: März 2024).

Samstag, 11. Mai 2024

Wrong Turn

Wrong Turn

Story:

Eine Gruppe von Teens (u.a. Eliza Dushku) erleiden im Backwood von West Virgina eine «Autopanne» und werden kurz darauf von Kannibalen gejagt. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt…

Meine Meinung:

Wrong Turn, eine Co-Produktion aus Amerika und Deutschland (nebst Stan Winston gab Constantin Film Geld für die Produktion), war eine der erfolgreichsten Horrorfilmreihen der Neuzeit. Die Reihe brachte es (bis 2024) auf fünf Fortsetzungen und ein Reboot. Wrong Turn lief dazumal aber noch im Kino, was man dem Film ansieht. Die Fortsetzungen, die mir schon früher deutlich weniger zusagten, waren alles Direct to Video Vös = weniger Budget & weniger Qualität.

Wrong Turn ist sehr solide und noch immer gut schaubar. Aber mein Filmgeschmack hat sich etwas gewandelt. Der Film ist mir aktuell zu wenig speziell und zu sehr 08/15. Ich empfinde moderne Backwood-Filme mit Ausnahmen (wie z.B. The Hills Have Eyes, House of 1000 Corpses) als ausgelutscht - ähnlich halte ich es mit dem Zombiefilm. Das haut mich kaum mehr vom Hocker. Und Wrong Turn ist halt sehr 08/15 und bietet keinerlei Überraschungen.

Stan Winston (Predator, Congo, Aliens - Die Rückkehr) war nicht nur als Produzent am Film beteiligt, sondern sein Studio realisiert auch die Effekte: Kannibalen-Masken & Gore-Szenen. Daher gibt es einige nette Make-Up Arbeiten der Effekte-Künstler zu sehen. Was den Cast angeht, wurde auf dazumal bekannte Serien-Namen gegriffen: Eliza Dushku (Buffy - Im Bann der Dämonen) oder Jeremy Sisto (spielt in Six Feet Under eine total unsympathische Figur). Obwohl der Film von Regisseur Rob Schmidt ein Erfolg wurde, konnte er in seiner Karriere keine grossen Würfe hervorbringen. Wrong Turn war sozusagen seine "Eintagsfliege".

Der Film ist mehr oder weniger unterhaltsam, actionreich und kurzweilig. Die Figuren sind ok gezeichnet. Was der Film aber leider nicht ist, ist spannend oder stimmungsvoll. In der Hinsicht wirkt der Film zu hell, zu glatt, zu harmlos und der Plot zu gehabt und bekannt. Überraschungen gibt es keine. Daher fliegt der Film auch aus der Sammlung.

Fazit: Horrorfilm-Fans können einen Blick riskieren!

Gefolgt von: Wrong Turn 2: Dead End

Infos:

O: Wrong Turn

USA, Deutschland 2003

R: Rob Schmidt

D: Eliza Dushku, Desmond Harrington, Emmanuelle Chriqui, Jeremy Sisto, Kevin Zegers, Lindy Booth

Laufzeit der US-DVD: 84:06 Min.

Gesehen am: 06.10.2003 / Neusichtung am: 20.02.24

Fassungen: Mir lag die US-DVD von 20th Century Fox vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Den Film gibt es inzwischen auch in Deutschland auf Blu-Ray. Uncut.

Freitag, 9. Februar 2024

Scarce

Scarce

Story:

Drei Snowboarder erleben einen verschneiten Alptraum in den Backwoods…

Meine Meinung:

Scarce bekam ich geschenkt. Ein Film, von dem ich sonst nie erfahren hätte. Es handelt sich um eine Independent Produktion aus Kanada, die zuvor auf diversen Filmfesten lief (z.B. Toronto). Ich habe nichts erwartet und ich muss eingestehen, dass ich Scarce besser fand als erwartet. Nichts für meine Sammlung, aber durchaus solide und mit viel Motivation der Filmemacher.

Scarce fängt etwas abschreckend an und nach nicht Mal fünf Minuten wollte ich schon ausstellen, aber gut, blieb ich dran. Danach folgt Plot. Es gibt inhaltlich zwar keine Überraschungen, aber dafür doch einen leichten Anstieg von Stimmung und Atmosphäre, auch durch die verschneiten und abgelegenen Orte, wo der Film spielt. Die drei Männer werden erträglicher.

Und immer, wenn man denkt, jetzt passiert etwas, passiert doch noch nichts. So à la Tanz der Teufel, wo auch mit den Erwartungen der Zuschauer gespielt wird, um sie dann in die Irre zu führen. Die erste Hälfte des Filmes mochte ich sogar mehr, als die zweite Hälfte. Ich mochte den langsamen Aufbau und die Klischees, die Stimmung und das wachsende Unbehagen, welches Unheil ankündigt.

Die 2. Filmhälfte packt dann das Gemetzel, die Action und die Effekte aus. Es soll, wie schon früher zu Lucio Fulci und Co. Zeiten, mit echten Innereien von Metzgern gearbeitet worden sein, um die Effekte realistisch zu gestalten. Danach driftet der Film ins Hostel-Metier ab soll heissen es gibt Inhalte wie Rednecks, Kannibalen, Menschenjagd und Torture Porn. Wer dies mag, kann bedenkenlos einschalten, mir hingegen sagen solche Inhalte leider kaum mehr etwas. Die Effekte sind für diese Produktion sehr gut und Splatter-Fans werden durchaus einige netten Szenen zu Gesicht bekommen.

Fazit: Horrorfans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Scarce

Kanada 2008

R: Jesse Thomas Cook, John Geddes

D: Thom Webb, John Geddes, Jesse Thomas Cook, Steve Warren, Gary Fischer, Chris Warrilow, Amanda, Ayers-Clements, Stephanie Banting

Laufzeit der österreichischen DVD: 93:17 Min.

Gesehen am: 28.12.23

Fassungen: Mir lag die Uncut DVD aus Österreich vor = solide Bild- und Tonqualität, Uncut, Deutsch/Englisch ohne Subs. Habe ihm O-Ton geschaut. Eine Blu-Ray gibt es in Frankreich.

Donnerstag, 1. Februar 2024

Rimba Panas

Rimba Panas

Story:

Bei einer Schatzsuche stirbt ein Professor. Dessen kleine Tochter bleibt im Dschungel zurück und wird von einem Stamm aufgezogen. Sie bekommt den Namen Mozizi und wird als Göttin verehrt. Jahre später wollen Lolo und Peter (Peter O’Brian) den Schatz bergen. Jedoch sind auch Gangster hinter dem Schatz her und entführen Lolo. Im Dschungel bekommen es die diversen Gruppen dann mit gefährlichen Tieren und Kannibalen zu tun, ehe die Helden und Gangster zum Showdown bitten…

Meine Meinung:

Aka Jungle Heat. Der bessere Primitives. Diese 1988er Rapi Films Produktion vereint diverse Genres miteinander: Kannibalen, Action, Dschungel, Abenteuer, Action, Fantasy und Erotik. Der Film hat mir dabei klar besser gefallen als der lahme Primitives, den ich bereits wieder entsorgt/verkauft habe. Dabei ist Rimba Panas sogar seltener, trotz bekanntem Regisseur. Der Film stammt von Ratno Timoer.

Ratno Timoer hat einige interessante Titel realisiert, wenn ich die Letterboxd-Datenbank checke: The Devil’s Sword, The Blind Man from Ghost Cave: Blind Warrior, The Haunted House (auf Wunschliste setzen), Satan’s Revenge (Dito), Female Ghost (Dito), The Blind Man from Ghost Cave: Valley of the Skeletons (Dito) oder Reo, the Werewolf (Dito). Rimba Panas funktioniert als Genre-Mix bestens.

Der Film ist, mir Ausnahme einiger Bettgeschichten auf der 2. Disc, kurzweilig und unterhaltsam. Aber diese Erotik-Szenen, wo man nicht mehr als Nippel erblickt, verlangsamen den Film. Das wären aber auch die einzigen Szenen. Sonst geht es Schlag auf Schlag, mit viel Abwechslung, Action, fantasievollen und optisch ansprechende Sets, paar blutigen Szenen (Shoot-Outs, Puma-Angriff, Speer-Action, Fressszenen der Kannibalen, Tier-Snuff).

Die Stars des Filmes bestehen vor allem aus hübschen Frauen, gespielt von Debbie Young (die blinde «Göttin»), Alba Fuad (Brustwarzen) und Sylvester Stallone Verschnitt und Neuseeländer Peter O’Brian (spielt ja auch in Rambu «Rambo»), der dazumal einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und somit das Interesse von Rapi Films gewann und in einigen Produktionen mittun durfte. Viele andere Nebenfiguren, vor allem die Bösewichte, agieren mit dem nötigen, fast schon zu erwartenden Overacting. Ansonsten wird auf Klamauk verzichtet.

Fazit: Dem Titel würde ich eine restaurierte Neuauflage gönnen! Fans von Rapi Films-Produktionen greifen zu!

Infos:

O: Rimba Panas

Indonesien 1988

R: Ratno Timoer

D: Peter O’Brian, Debbie Young, Alba Fuad, Johan Saimima, Advent Bangun

Laufzeit der malaysischen VCD: 50:16 Min. (1. Disc) / 39:41 Min. (2. Disc)

Gesehen am: 22.12.23

Fassungen: Mir lag die malaysische VCD von Music Valley SDN. BHD. Vor = Uncut, Fullscreen, O-Ton, keine Subs. Die Bild- und Tonqualität sind gut Es gibt noch eine Englisch Dubbed VHS in Griechenland. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Dez. 2023).

Sonntag, 14. Mai 2023

I Saw the Devil

I Saw the Devil

Story:

 

Geheimagent Soo-Hyeon Kim (Byung-Hun Lee) begibt sich, nachdem seine Frau (San-Ha Oh) von einem unbekannten Mörder brutal getötet wurde, auf einen blutigen Rachefeldzug. Doch er will nicht den schnellen Tod des Mörders (Min-Sik Choi), sondern will diesen leiden sehen. Immer, und immer wieder. Ein tödliches Katz- und Maus-Spiel nimmt seinen Lauf…

 

Meine Meinung (Internationale Fassung):

 

I Saw the Devil sah ich nur einmal. Ich wusste nicht mehr viel. Ich wusste aber, dass ich den Film dazumal sehr mochte. Dass ich Filme aus Südkorea sehr mag, ist doch eher selten der Fall. Da kommen mir Filme wie A Bittersweet Life, City of Violence, Bedevilled, The Wailing, The Chaser oder Memories of Murder in den Sinn. Verhältnismässig wenig zur Anzahl, welche ich sehe. Durchschnittliche oder schlechte Titel haben die Überhand (A Company Man, Tell Me Something, Save the Green Planet, Be My Guest, Battle of Jangsari, The Red Shoes, Metamorphosis, Parasite, Revenger, The Villainess, Sympathy for Mr. Vengeance, H, The Wrath, Joint Security Area, Train to Busan).

 

Daher bin ich froh, dass I Saw the Devil die 2. Sichtung bestanden hat. Zwar erinnert der Film leicht an diverse Vorbilder wie Blutgericht in Texas, Sieben oder Kap der Angst, aber im Grossen und Ganzen handelt es sich um einen eigenständigen, anständigen, fiesen, düsteren und brutal-blutigen Rache-Psychothriller, wie sie aus Südkorea, was graphische Blut-Effekte angehen wie hier zu sehen, selten sind. Ich war erstaunt, wie blutig und brutal der Film ist. Auch die psychische und sexuelle Gewalt ist derb in Szene gesetzt. So erstaunt es nicht, dass der Film selbst in Südkorea fürs Kino zensiert werden musste.

 

Der Film beginnt stark, intensiv und spannend. Schnee, Kälte, Panne, ein Mord. Die mir unbekannte San-Ha Oh agiert in der Szene und danach stark. Ohne Erbarmen wird sie zum Opfer des Serienkillers, der, wie es sich herausstellt, auch mit anderen sein Unwesen treibt und Menschenfleisch isst (daher der Blutgericht in Texas Link). Der Film wird zu einem Psychoduell zwischen dem kannibalistischen, vergewaltigenden und mordenden Mörder, und dem Geheimagenten, der das Gesetz bricht und den Mörder leiden sehen will. Das hat zur Folge, dass er den Täter mehrfach schwer lädiert wieder laufen lässt, was aber weiteren Dritten nicht gut bekommt.

 

Auch das Ende ist in der Hinsicht innovativ und schön fies. Kann es in dem Aufeinandertreffen überhaupt so was wie "Gewinner" geben? Moral? Ethik? Selbstjustiz? Der Film ist technisch stark in Szene gesetzt, unglaublich gut gespielt, schön gefilmt, die Effekte toll getrickst und der Film fesselnd und spannend. Trotz der Laufzeit von 136 Minuten wird es zu keiner Sekunde langweilig. Choi Min-sik, Star aus Filmen wie Old Boy, Sympathy for Lady Vengeance oder Tae Guk Gi: The Brotherhood of War, wirkt zwar in der ein oder anderen Szene zu sehr wie ein Robert De Niro (Kap der Angst Link) und schrammt auch hier und da knapp an der Unglaubwürdigkeit vorbei (wegen dem Overacting), aber im Grossen und Ganzen macht er einen souveränen Job. Als Rächer ebenso stark und auch in den sehenswerten Action- und Rache-Szenen überzeugend, ist Lee Byung-hun (The Good, The Bad, The Weird). Regie führte Kim Jee-woon, der schon mehrere Blockbuster in Szene gesetzt hat, z.B. A Tale of Two Sisters, The Last Stand (mit Arnold Schwarzenegger) oder einige der oben bereits genannten Filme.

 

Fazit: Packende Serienkiller-Hatz aus Südkorea! Sehr zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Angmareul boatda

 

Südkorea 2010

 

R: Kim Jee-woon

 

D: Byung-Hun Lee, San-Ha Oh, Min-Sik Choi

 

Laufzeit der deutschen DVD: 136:15 Min.

 

Neusichtung am: 17.04.23

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD (Black Edition) von Splendid Film vor = Uncut*, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Koreanisch mit u.a. deutschen Subs. * = Internationale Fassung. Die koreanische Fassung ist in Sachen Gewalt zensiert. Die deutsche Blu-Ray von Nameless Media (zumindest einige ihrer Auflagen, jedoch nicht alle) haben beide Fassungen an Bord. Da die Korea-Fassung aber Gewalt vermissen lässt, ist sie in meinen Augen uninteressant.

Freitag, 16. Dezember 2022

Bones and All Review


Bones and All 

Story:

 

Die junge Maren (Taylor Russell), auf der Suche nach ihrer Mutter, trifft auf ihrer Reise auf Lee (Timothée Chalamet). Beide verlieben sich und starten einen Road-Trip der etwas anderen Art…

 

Meine Meinung:

 

Als ich, noch einen Kinogutschein habend, das aktuelle Kinoprogramm überprüfte, stach mir der Film Bones and All ins Auge. Der Film, der laut Kumpel auch am ZFF gelaufen wäre, stellt eine amerikanisch-italienische Produktion von Luca Guadagnino dar, dessen Suspiria Remake mir nicht sonderlich zusagte. Ich guckte mir einen Trailer zu Bones and All an (die Version mit der Musik aus You Want It Darker von Leonard Cohen) und fand diesen, und was ich über den Film gelesen habe (Kannibalen-Inhalte), interessant und vielversprechend.

 

Bones and All schaut man sich am besten mit wenig Vorwissen an. Würde man nur den ersten Trailer und keine Inhaltsangabe kennen, wäre sogar der Kannibalen-Inhalt eine ziemliche makabre Überraschung, da der Film diesbezüglich auch paar ganz fiese und gut gemachte Szenen beinhaltet. Bones and All ist ein schöner Film und ein spannender, fesselnder und rührender Mix aus Road-Movie, Coming of Age, Drama, Kannibalenfilm und Liebesgeschichte.

 

Der Film startet gut, fies und schockierend (die Szene mit dem Finger). Das Schauspiel der mir unbekannten Darsteller ist toll: die in den Hauptrollen agierenden Taylor Russell, Timothée Chalamet und Mark Rylance waren fabelhaft. Aber auch die Nebenfiguren sind stark gespielt. Spannung bietet der Film durch die Frage, ob es am Ende für das Paar ein Happy End gibt oder nicht, bei der Beschaffung von Opfern/Nahrung und die zufälligen Treffen von anderen "Eaters". Da dem Zuschauer die Figuren nicht gleichgültig ist, fiebert man auch mit.

 

Der Film basiert auf dem gleichnamigen (Coming of Age) Roman von Camille DeAngelis. Ob der Film abgeändert wurde ist mir nicht bekannt. Ebenso wenig, ob es den Roman auch in Deutsch gibt. Ich werde (nach dem Roman) Ausschau halten, sobald ich Die 120 Tage von Sodom zu Ende gelesen habe (wird noch dauern). Obwohl der Film, der extrem schöne Bilder bietet (halt ein Trip durch mehrere Bundesstaaten, wenn ich dies richtig im Kopf habe) & toll gefilmt wurde, 130 Minuten Spielzeit bietet, war der Streifen zu keiner Sekunde langweilig. Das Einzige, was vielleicht nicht wirklich toll oder erwähnenswert war, was das Intro oder die Musik. Und das Ende dürfte nicht allen gefallen.

 

Fazit: Wie Natural Born Killers als Coming of Age Film mit Kannibalen-Story!

 

Infos:

 

O: Bones and All

 

USA, Italien 2022

 

R: Luca Guadagnino

 

D: Michael Stuhlbarg, Timothée Chalamet, Chloë Sevigny, Mark Rylance, Jessica Harper, Taylor Russell, David Gordon Green

 

Laufzeit der Kino-Fassung: Ca. 130 Min.

 

Gesehen am: 24.11.22

 

Fassungen: Gesehen im Schweizer Kino, wo der Film zum Glück auch im O-Ton mit Subs lief statt nur auf Deutsch. Uncut, ab 16 Jahren freigegeben. Einen Termin für eine deutsche DVD/Blu-Ray ist noch nicht angekündigt (Stand: Nov. 2022). Nachtrag 02.06.24: für eine 2. Sichtung lag mir nun die UK-Blu-Ray von Warner/MGM vor = Schuber, Uncut, gute Bild- und Tonqualität, englische Subs zum O-Ton vorhanden. Das Master wirkte auf mich, selbst in den Tagszenen, störend zu dunkel. Dies fiel mir im Kino nicht auf. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden und erinnerte mich dazu, noch den Roman zu kaufen. Nur die Musik im Film gefiel mir nicht wirklich. 

Mittwoch, 6. Juli 2022

Family Dinner Review

 
NIFFF 2022 Spezial

Family Dinner

Story:

Simi (Nina Katlein), eine übergewichtige 15jährige Jugendliche, begibt sich in der Osterwoche aufs Land zu ihrer Tante Claudia (Pia Hierzegger), die als Ernährungsberaterin arbeitet. Simi plant, durch die Hilfe ihrer Tante an Gewicht zu verlieren. Simi teilt sich das Zimmer mit Claudias Sohn Filipp (Alexander Sladek). Dieser scheint unter der Beziehung zu Claudia und seinem Stiefvater Stefan (Michael Pink) zu leiden und erzählt Simi ungeheuerliche Geschichten. Ob diese stimmen?

Meine Meinung:

Der Trailer zu Family Dinner, einer Produktion aus Österreich, sah nicht verkehrt aus. Zudem: ein Film auf Deutsch ist am NIFFF immer willkommen, wenn man keine Untertitel lesen mag und ggf. müde ist. Aus dem Trailer kann man einzelne Elemente erkennen: Familie, Beziehungen, Geheimnisse, ein Kult?, Backwood Anleihen, möglicher Kannibalismus. Zumindest diese Begriffe kamen mir spontan in den Sinn inklusive Coming of Age Inhalte.

Family Dinner ist ok, solide und kann gut einmal geschaut werden. Schlecht ist anders, aber ein Kracher ist der Film definitiv auch nicht geworden. Dazu wirken die Inhalte halt zu wenig neu, zu wenig originell, zu klischeehaft, zu zusammen geklaut. Solche und/oder ähnliche Inhalte gibt es einfach zu viele (Blutgericht in Texas, The Feast, Hereditary…). Ich sage zwar oft, besser geklaut als schlecht neu gemacht, aber hier trifft es definitiv nicht zu.

Für ein Debüt (Regisseur Peter Hengl scheint sonst bisher nur Kurzfilme realisiert zu haben) ist Family Dinner aber gut geworden. Technisch ist der Film stark eingefangen worden. Die Erzählweise wirkt authentisch. Das Schauspiel ist durchaus gut und von den Beteiligten bemüht. Hier und da tut sich vielleicht eine unfreiwillig komische Note auf. Das Ende hingegen mochte ich nicht. Da hatte ich das Gefühl, die Filmemacher wussten nicht, wie sie ein befriedigendes Ende drehen sollten. Zudem ging es dann plötzlich Schlag auf Schlag.

Fazit: Ok, Horrorfans können durchaus einen Blick riskieren und für ein Spielfilm-Debüt kann Peter Hengl durchaus Stolz sein.

Infos:

O: Family Dinner

Österreich 2022

R: Peter Hengl

D: Pia Hierzegger, Michael Pink, Nina Katlein, Alexander Sladek

Laufzeit der NIFFF Fassung: Ca. 97 Min.

Gesehen am: NIFFF 2002

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2022 Uncut und im O-Ton = Deutsch mit franz. & englischen Subs. Eine DVD/Blu-Ray ist noch nicht angekündigt (Stand: Juli 2022).