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Freitag, 13. Januar 2023

Hana-Bi - Feuerblume Review

Japanuary 2023

Hana-Bi - Feuerblume

Story:

 

Cop Nishi (Takeshi Kitano) hat diverse Probleme: die Tochter vor kurzem verloren, die Ehefrau (Kayoko Kishimoto) an Krebs erkrankt, Dienst-Kollegen, die von Gangster zu Krüppel geschossen wurden, Geldprobleme und Schulden bei der Yakuza. Nishi erleidet Depressionen und quittiert den Dienst…

 

Meine Meinung:

 

Hana-Bi ist ein sehenswerter Film von und mit Takeshi Kitano (Battle Royale, Outrage Beyond, Zatoichi) und in meinen Augen nebst Violent Cop und Brother einer seiner besten Filme. Wahnsinnig viele Filme hat er als Regisseur nicht realisiert.  Der Film wurde bei Publikum und Kritik gut angenommen und gewann diverse Preise (Ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen, 54. Internationale Filmfestspiele Venedig 1997).

 

Obwohl Takeshi Kitano zuerst im Show-Business als Humorist seine (erfolgreichen) Erfahrungen sammelte, macht er in dem kühlen, nihilistischen und deprimierenden Film eine unglaublich gute Figur. Sehr wortkarger Film. Wenig Dialoge, wenig Musik. Wer den Film schon kennt, weiss, was ihn erwartet. Somit gibt es keine Überraschungen bei einer 2. Sichtung. Die ruhige Art und Weise tun dem Film und Stimmung sehr gut. Cop und Yakuza Setting (wie so oft in den Filmen von Takeshi Kitano).

 

Das Schauspiel aller Beteiligten ist glaubhaft, hier und da bei einigen Figuren zur Grenze der Realität was das Overacting angeht. Die Ortschaften sind schön anzusehen, das Finale am Strand eine Wucht. Die ruhige, monotone Art des Filmes wird durch ein trauriges und negatives Ende abgerundet. Solche Enden mag ich. Dementsprechend passen auch die sporadischen, aber dafür umso härteren Gewaltspitzen perfekt zum ruhigen Rest des Filmes. Perfekter Kontrast.

 

Fazit: Sehenswerter Film! Wem Takeshi Kitano nichts sagt, der sollte mit Hana-Bi (oder Violent Cop oder Brother) starten!

 

Infos:

 

O: Hana-bi

 

Japan 1997

 

R: Takeshi Kitano

 

D: Takeshi Kitano, Kayoko Kishimoto, Ren Ôsugi, Susumu Terajima, Tetsu Watanabe

 

Laufzeit der deutschen DVD: 98:40 Min.

 

Neusichtung am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Kinowelt vor = durchschnittliche Bild- und Tonqualität, Deutsch/Japanisch mit deutschen Subs, Uncut. Die Bild- und Tonqualität sind nicht mehr zeitgemäss. Da sind Fans mit Blu-Ray Alternativen (capelight, Third Window Films, Film Movement) sicher besser dran.

Mittwoch, 20. Januar 2021

Zatoichi Review

Japanuary 2021

Zatoichi

Story:

 

Japan im 19. Jahrhundert:

 

Zatoichi (Takashi Kitano), blinder Schwertkämpfer und Masseur, versucht in einem Dorf Rächenden zu helfen, ihren Feind zu besiegen. Dabei gerät Zatoichi zwischen die Fronten zweiter Clans und muss gegen Bodyguard Hattori Genosuke (Tadanobu Asano) ran…

 

Meine Meinung:

 

2004 sah ich im Kino meinen ersten Zatoichi Film: die langersehnte Fortsetzung mit und von Takashi Kitano! Der letzte Zatoichi entstand 1989 und bis 2003 war Funkstille angesagt! Die alten Zatoichi-Filme guckte ich erst in den letzten Jahren nach und nach. Die Sichtung von Takashi Kitanos Zatoichi ist dagegen ewig her.

 

Da kommt der Japanuary gerade recht und so guckte ich mir diesen Film an, um a) Takashi Kitano und b) dem Phänomen Zatoichi zu würdigen. Nun, wo ich die ganze Reihe kenne muss ich feststellen, dass mir die alten Filme mit Star Shintarô Katsu (Hanzo the Razor: The Sword of Justice) doch um einiges besser gefallen.

 

Dass soll die 2003er Version aber nicht schlecht machen – im Gegenteil: Kitanos Vision von Zatoichi ist absolut solide, unterhaltsam und sehenswert! Er kommt zwar nicht an Shintarô Katsus Darstellung heran, aber er macht seine Sache ordentlich. Wie in den Original-Filmen kommt der Humor, die Figurenzeichnung und auch Elemente wie sich für die Schwachen einsetzen und/oder Gamble-Szenen nicht zu kurz – alles Motive, die der Fan aus der langlebigen Reihe bestens kennt.

 

Die Action und Kampfszenen sind natürlich schneller und moderner. Leider auch mit viel CGI Blut, welches teilweise furchtbar unecht aussieht. Die Story ist dabei wenig überraschend. Optisch, vor allem was die Musik und Geräuschkulisse angeht, ist der Film speziell erwähnenswert.

 

Von den Figuren haben mir vor allem der Bösewicht (Boss) und dessen Bodyguard gefallen. Letzterer wird von Tadanobu Asano verkörpert, der in Takashi Miikes Ichi the Killer Kakihara verkörperte und in Gojoe bereits ins klassische Samurai-Setting schlüpfte (grossartiger Film). Takashi Kitano (Battle Royale) gelang mit Zatoichi ein grosser Erfolg.

 

Fazit: Zwar nicht ganz so gut wie die alten Filme, aber jedem Zatoichi Fan zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Zatôichi

 

Japan 2003

 

R: Takashi Kitano

 

D: Takashi Kitano, Tadanobu Asano, Michiyo Ôkusu, Gadarukanaru Taka, Daigorô Tachibana

 

Laufzeit der jap. DVD: 115:56 Min.

 

Gesehen am: Feb. 2004 / Review überarbeitet am: Jan. 2021

 

Fassungen: Mir lag die DVD aus Japan von Bandai Vision vor = Doppel DVD mit Schuber, gute Bild- und sehr gute Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden, Uncut. In Deutschland Uncut auf Blu-Ray erschienen (Concorde).

Donnerstag, 1. März 2018

Outrage Beyond Review

Outrage Beyond

Story:

Nach Teil eins geht es wie folgt weiter:

Einem korrupten Polizisten ist die Macht der Yakuza ein Dorn im Auge. Er versucht die Clans gegeneinander aufzuhetzen, damit sie sich gegenseitig zerstören. Dies gelingt nicht. Also fasst sich dieser den Alt-Yakuza Boss Otomo (Takeshi Kitano) ins Auge – dieser wird entlassen (und wurde bis dahin für tot erklärt), tut sich mit seinem ehemaligen Feind zusammen, um die neue Bedrohung auszuschalten und selbst die Macht zu übernehmen…

Meine Meinung:

Dass es einen zweiten Teil gab (und ein dritter Film wurde, zumindest in Japan, bereits angekündigt) wusste ich lange gar nicht. Der erste Film stammt von 2012 und erst 2016 sah ich zufällig, dass es einen neuen «Outrage» Film mit und von Takashi Kitano (Violent Cop) gab.

Musste ich natürlich zuschlagen, auch wenn ich von Teil eins kaum mehr was wusste. Die Handlung spielt nach dem Ende von Teil eins. Die Geschichte entwickelt sich interessant und spannend. Noch spannender ist das offene Ende, welches dann wohl im dritten (und Letzen?) Teil zu Ende erzählt wird.

Der Film entwickelt sich langsam. Action kommt erst später und gegen Ende etwas mehr vor. Der Film lebt aber nicht Mal von den Actionszenen, sondern von der Story, den Figuren und wie sich diese entwickeln. Wie sich die Clans ausspielen und die Yakuza im Film dargestellt werden (alte gegen neue Generation, Versuch ins legale Geschäft einzusteigen, Einfluss der auf beiden Seiten des Gesetzes stehenden Cops) war sehr gut dargestellt. Ich fühlte mich mehr als einmal an die grossen Klassiker von Kinji Fukasaku erinnert (seine Battles Without Honor & Humanity Streifen) beim Schauen, was ich als gutes Zeichen werte.

Die wenige Action ist gut, und wie man es aus früheren Kitano Streifen her kennt, teilweise fies und schmerzhaft in Szene gesetzt (nebst regulären Shoot-Outs beisst sich ein Yakuza selbst einen Finger ab, in einer Folterszene kommt ein Bohrer zum Einsatz oder Baseball Bälle) und stehen im krassen Kontrast zum sonst sehr ruhigen Film.

Die Darsteller und Figurenzeichnungen haben mir sehr gut gefallen. Vor allem der Hauptboss, Takashi Kitano, sein Erzfeind und der korrupte Cop haben mir sehr zugesagt. Bin sehr gespannt wie es weitergeht, da der Film an einem spannenden Ort endet und eine wichtige Figur das zeitliche segnet.

Fazit: Für Fans von Teil eins und Takashi Kitano unbedingt zu empfehlen! Schönes Yakuza Kino, welches an alte Klassiker erinnert! 

Gefolgt von: Outrage Coda

Infos:

O: Autoreiji: Biyondo

Japan 2012

R: Takeshi Kitano

D: Takeshi Kitano, Ryô Kase, Toshiyuki Nishida, Ken Mitsuishi, Hirofumi Arai

Laufzeit der deutschen Blu Ray: 111:57 Min.

Gesehen am: 08.01.18

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu Ray von Capelight vor = Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität, Jap. Ton und deutsche Subs an Bord wie auch ein Wendecover.