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Samstag, 11. Juli 2026

Phi Phong: The Blood Demon

NIFFF 2026 Spezial

Phi Phong: The Blood Demon

Story:

Ein Bruder (Kiều Minh Tuấn) und eine Schwester (Minh Anh), beides Schamanen, erhalten einen Telefonanruf, dass es ihrer Mutter, die in einem abgelegenen Berg-Dorf wohnt, schlecht geht. Als sie vor Ort eintreffen, vermuten sie den Phi Phong als Ursache des Schreckens (Phi Phong = «is a bloodthirsty demon from mountainous folklore in Vietnam»)…

Meine Meinung:

Phi Phong: The Blood Demon ist ein vietnamesischer Folklore-Horrorfilm, der sofort zu Beginn klarstellt, dass der Plot frei erfunden und keine echten Tiere getötet wurden. Das wird dem Zuschauer sofort via Texteinblendungen kommuniziert. Phi Phong: The Blood Demon des mir unbekannten Regisseur Đỗ Quốc Trung startet vielversprechend. Aus Vietnam kenne ich, wenn ich nicht irre, keine Horrorfilme. Nur ein bis zwei Actionfilme, wobei einer auch am NIFFF zu sehen war (= Fish, Fists and Ambergris). Ich mag Folklore-Inhalte und der Trailer sah vielversprechend aus.

Phi Phong: The Blood Demon überzeugt zunächst durch einen inhaltlich spannenden Plot, authentische Rituale und Zeremonien, schöne, abgelegene und stimmungsvolle Bilder und Settings, kaum bis kein CGI und unverbrauchte, sympathische Figuren (das Geschwisterpaar). Kiều Minh Tuấn und Minh Anh spielen das stark. Dem Film gelingt es auch, gruselig zu wirken. Erschrocken bin ich aber nie (einer in meiner Reihe ist sicher ein halbes Dutzend Mal zusammengezuckt). Die Prämisse geht lange gut, aber dann fällt der Film inhaltlich in sich zusammen.

Der Plot wirkt uninteressanter und wenig originell, zuweilen wirken Story-Stränge gehetzt. Es geht weniger stimmungsvoll zu und her und am Ende folgt ein Showdown nach dem nächsten. Der Film weiss nicht, wann er enden soll und als Zuschauer habe ich es kaum mehr ausgehalten, sitzen zu bleiben. Alles wirkte langatmig, öde und einfach nur noch langweilig. Am Ende handelt es sich einfach nur um einen 08/15 Rache-Plot. Da hätte man viele Szenen weglassen und straffen können. Mir wäre ein 08/15 Exorzismus-Plot lieber gewesen. Das Finale war auch schwach und das CGI hat in diesen Momenten nicht überzeugt. Das Film wirkt in den Szenen auch über dramatisiert. Immerhin wird auf asiatischen Klamauk verzichtet.

Fazit: Das letzte Viertel zieht den Film negativ nach unten!

Infos:

O: Phí Phông: Quỷ Máu Rừng Thiêng

Vietnam 2026

R: Quoc Trung Do

D: Đoàn Minh Anh, Diệp Bảo Ngoc, Nina Padovan, Kiều Minh Tuấn, Minh Anh

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 120 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Samstag, 4. Juli 2026

Fish, Fists and Ambergris

NIFFF 2026 Spezial

Fish, Fists and Ambergris

Story:

In einem Fischerdorf wird eine wichtige Requisite von Gangstern gestohlen. Der Bruder des Verdächtigen und sein Kumpel reisen nach Saigon, um den Bruder mit dem geklauten Gegenstand zu finden.  Dieser hat Schulden bei Gangstern…

Meine Meinung:

Aka Chase for Amber. Fish, Fists and Ambergris ist eine Martial Arts Komödie aus Vietnam. Der Trailer sah okay aus. Einige der Kampfszenen entsprachen mehr dem klassischen Kung-Fu Film, so dass ich mich auf den Kinobesuch freute. Der Plot wirkte minimalistisch und aufgrund des gestohlenen Gegenstandes fühlte ich mich sofort an Ong-Bak (Buddha Kopf wird gestohlen) oder an Tom Yum Goong (Baby Elefant wird gestohlen) erinnert. Dass der Film nicht die Qualität der genannten Kracher aus Thailand erreichen wird, war mir im Voraus klar.

In der Zeit nach Ong-Bak und Co. brachten auch die Vietnamesen einen Actionfilm in die weite Welt heraus: The Rebel mit Johnny Trí Nguyễn aus dem Jahr 2007. Ansonsten blieb es ruhig d.h. mir ist zumindest nichts Gegenteiliges bekannt. Fish, Fists and Ambergris stammt von Dương Minh Chiến. Dieser ist mir total unbekannt, wie auch der Cast des Filmes. Der Film ist am Ende eine durchschnittliche Angelegenheit mit Licht sowie Schattenseiten. Die Drehorte wirken authentisch, die Kampfszenen waren in der Tat schön Old School inszeniert (wenn auch nichts Neues) und zumindest der 2. Boss am Ende hat auch in der Schurkenrolle überzeugt. Auch die Helden haben in den Kampfszenen eine gute Figur gemacht.

Die Schattenseiten betreffen die Laufzeit. Obwohl der Film nur 103 Min. läuft, fühlte sich die Laufzeit wie zwei Stunden an. Es gab etliche Füllszenen, die unwichtig waren und die man auf Straffungsgründen hätte eliminieren können. Viele Szenen die Dramatik, Rückblenden und unnötige Erklärungsversuche liefern, hätten alle weggelassen werden können. Auch nach dem Ende des Finalbosses gibt es noch zu viele unnötige Dialoge. Da lobe ich mir die Shaw Brothers Filme, in der nach dem Tod des Bösewichtes (oder aller Personen) sofort «The End» eingeblendet wird.

Sogar die Szenen mit der Frau hätte man theoretisch alle weglassen können, da sie in den Kampfszenen nicht wirklich integriert wird. Die Massenkampfszenen am Ende entsprachen auch weniger meinem Geschmack und es ist schade, dass der Oberboss nicht im Kampf besorgt wird. So was mag ich nie und ist natürlich Geschmackssache. Ihn hätte ich im Finale gerne länger kämpfen sehen, da er unseren Helden doch einiges abverlangt hat. Technisch war der Film gut gemacht. Der Humor hat nicht immer gezündet, aber hier und da fühlte ich mich ans HK-Kino der 90er erinnert (Billige Ekel-Jokes mit Speichel).

Fazit: Geschmackssacke. Für einen Kauf für die Filmsammlung überwiegen die Schattenseiten des Filmes zu schwer, so dass es bei dieser einen Sichtung bleiben wird…

Infos:

O: Truy Tim Long Dien Huong

Vietnam 2025

R: Dương Minh Chiến

D: Quang Tuấn, Hoàng Tóc Dài, Ma Ran Đô, Nguyên Thảo, Doãn Quốc Đam, Thanh Nam, Tân Quốc Hy, Tuấn Voi

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 103 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Sonntag, 15. Dezember 2019

Furie Review

Furie

Story:

Als die kleine Tochter von Ex-Gangster Hai (Veronica Ngo) nach Saigon entführt wird, macht sich die kämpferische Mutter auf und daran, diese aus den Fängen der Kidnapper zu retten…

Meine Meinung:

Wenn ich an Vietnam und das Action-Kino denke, kommt mir nur The Rebel (2007) in den Sinn. Natürlich gab es noch andere Versuche, auf den damaligen Ong-Bak Zug aufzuspringen, doch diese konnten nicht mehr überzeugen (z.B. Clash). Auch im Gegensatz zu anderen asiatischen Ländern ist Vietnam nicht für das Martial Arts Genre bekannt.

Furie, den ich Dank Gratismonat auf Netflix sah, passt zu weiteren Action-Filmen dieser Art, welche in letzter Zeit entstanden: Maria, BuyBust, The Prey oder Jailbreak. Furie schien vor allem von Mrs K inspiriert gewesen zu sein (und/oder Maria). Auffallend in diesen Filmen: Frauen sind die kämpfenden Protagonisten, es gibt viel Drama und es geht meist um Entführungen um die Frauen aus der Reserve zu locken.

Furie ist okay für eine einmalige Sichtung. Nichts Besonders, aber okay (so ein typischer "Festival-Film" halt). Die Action ist das beste am Film. Gute Kämpfe, relativ hart, schön choreographiert und übersichtlich gefilmt. So muss es sein. Allerdings hätte es davon gerne (deutlich) mehr geben dürfen. Denn hier und da gute Action machen einen Film allein noch nicht sehenswert.

Der Film hat für meinen Geschmack zu viel Story, zu viel Drama und zu viele Längen. dazu kommt, dass man der Hauptdarstellerin die Kämpferin einfach nicht abnimmt. Der Inhalt und die Rahmenhandlung mit ihrer Vergangenheit und dem Kind haben allgemein mehr genervt, als gefesselt. Eine Endgegnerin war zudem ein Witz und für den Lead kein Problem.

Fazit: Kann man einmal schauen, so für nebenbei, aber kein Film für die Sammlung! Besser Mrs K schauen, da stimmte auch die Dramatik und die Figuren (Kara Hui, Simon Yam) geben mehr her!

Infos:

O: Hai Phuong

Vietnam 2019

R: Le-Van Kiet

D: Veronica Ngo, Lê Bình, Pham Anh Khoa, Thanh Nhien Phan

Laufzeit der Online-Fassung: Ca. 98 Min.

Gesehen am: 27.10.19

Fassungen: Gesehen via Netflix = Uncut, O-Ton, deutsche Subs. Gäbe es in den USA auf DVD / Blu Ray von Well Go USA da kein reiner Netflix Film (wurde nur in deren Vertrieb aufgenommen). Eine deutsche DVD/Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Okt. 2019).