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Mittwoch, 3. Mai 2023

Day of Violence

Day of Violence

Story:

 

Schuldeneintreiber und Kleingangster Mitchell (Nick Rendell) findet bei Hopper (Giovanni Lombardo Radice) eine hübsche Summe von 100'000 GBP und tötet diesen. Das Geld sackt er für sich ein. Danach tritt Mitchell der Gangster-Organisation von Boss Boswell (Victor D. Thorn) bei. Dumm nur, dass die 100'000 GBP, welche Mitchell eingesackt hat, eigentlich Boss Boswell gehören. Und dieser und seine Jungs (u.a. Christopher Fosh) wollen das Geld wieder haben. Jedes Mittel, auch Mord und Folter, sind Recht, um den Auftrag auszuführen…

 

Meine Meinung:

 

Darren Ward, der mit seinem Independent-Film Sudden Fury in der Horror- und Kult-Szene für Aufmerksamkeit sorgte, schob 13 Jahre später mit Day of Violence die 1. Fortsetzung nach, welche 2019 mit Beyond Fury einen dritten Teil bekam. Der Zufall wollte es, dass Beyond Fury erst vor kurzem gesichtet wurde. Der Zufall und Tod von Italo-Legende Giovanni Lombardo Radice sorgte nun dafür, dass es ihm zu Ehren eine Neusichtung von Day of Violence gab.

 

Da ich Beyond Fury erst vor kurzem sah, kann ich gut vergleichen. Wie sich Sudden Fury im Vergleich schlägt, kann ich aktuell nicht sagen, da ewig nicht gesehen. Warum ich von Giovanni Lombardo Radice keine anderen Filme, insbesondere die Filme aus Italien (Cannibal Ferox, Cannibal Apocalypse, House on the Edge of the Park, Stagefright, City of the Living Dead) guckte? Die sind alle auf meinem Blog bereits vorhanden.

 

Nun aber zurück zu Day of Violence. Der hat mir doch deine ganze Stufe besser gefallen als Beyond Fury. Day of Violence wirkt aufwändiger und professioneller. Es gibt zudem keine Längen und der Lead (Nick Rendell) gefiel mir vom Schauspiel her besser (mit Ausnahme der Szenen wo er emotional wirken sollte). Mit Nick Roberts im dritten Teil wurde ich weniger warm. Zudem war der Soundtrack mehr nach meinem Geschmack. Teilweise kam fast Giallo-Stimmung auf.  Wenig überraschend, wenn die Produktionsfirma hinter dem Film "Giallo Films" heisst und Regisseur Darren Ward u.a. Filme wie Suspiria, Opera, Tenebre oder Deep Red zu seinen Lieblingsfilmen zählt.

 

Day of Violence gefiel mir, würde ich sagen, sogar etwas besser als bei meiner Erstsichtung vor zehn Jahren. Ich mag den Mix aus Shoot-Outs-Gangster Action, die typische Gangster-Story in Kombination mit harten Folter-Szenen. Ich würde auch klar empfehlen, den Film im O-Ton zu schauen. Das Englisch und das Gangster-Jargon kommen so viel besser und authentischer. Die Gangster sind auch in ihrem Schauspiel überzeugend. Nur die Schlussszene mochte ich nicht. Das Bisschen Kitsch und Dramatik hätte man weglassen können.

 

Giovanni Lombardo Radice ist im Gegensatz zum dritten Teil hier nur in einem Gastauftritt zu sehen. Er muss brutal sterben. Das tun im Film dann auch andere. Die Szene mit der Schere und den Hoden/Penis war z.B. sehr fies. In der 1. Filmhälfte dominiert Folter-Gewalt. In der zweiten Filmhälfte gibt es hübsch blutige, gut eingefangene und übersichtliche gefilmte Shoot-Outs zu sehen. Eine Genugtuung, wenn man das heutige Actionkino anschaut, wo teilweise kaum mehr was zu erkennen ist, da CGI oder viel zu schnell geschnitten oder verwackelte Kamera oder komische Stilmittel. Day of Violence bietet blutige Retro-Shoot-Outs à la John Woo und Co.

 

Fazit: Starke Fortsetzung!

 

Gefolgt von: Beyond Fury

 

Infos:

 

O: A Day of Violence

 

Großbritannien 2010

 

R: Darren Ward

 

D: Nick Rendell, Giovanni Lombardo Radice, Victor D. Thorn, Christopher Fosh, Steve Humphries

 

Laufzeit der österreichischen Blu-Ray: 91:15 Min.

 

Gesehen am: Mai 2013 / Neusichtung: 01.05.23

 

Fassungen: Mir lag die österreichische 4-Disc Limited Collector's Edition von Illusions vor = Film auf Blu-Ray, Film auf DVD, Bonus Disc und auf der vierten Disc ist Sudden Fury als Bonusfilm (Deutsch/Englisch mit deutschen Subs). Zu Day of Violence: Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs, diverse Extras und Booklet mit Infos und Interview. Das Set ist auf 500 Stück limitiert.

Freitag, 3. Juli 2020

Red to Kill Review



Red to Kill

Story:

Mr Chan (Ben Ng Ngai-Cheung) arbeitet als Sozialbetreuer mit Behinderten zusammen. Mr Chan hat ein dunkles Geheimnis: aufgrund eines Traumas, in der Kindheit erlitten, mutiert und dreht er durch, sobald er mit roter Farbe konfrontiert wird. Es folgen Vergewaltigungen. Auch an der kognitiv eingeschränkten Ming Ming (Lily Chung Suk-Wai) vergeht er sich. Diese zerrt ihn vor Gericht, verliert jedoch. Daraufhin bekommt Ming Ming Hilfe von der Sozialarbeiterin Money (Money Lo Man-Yee). Diese versucht, Mr Chan aus der Reserve und damit in eine Falle zu locken…

Meine Meinung:

Regisseur Billy Tang haben HK-Film- und insbesondere die CAT. III Film-Fan-Gemeinschaft einige sehenswerte Filme zu verdanken: Vengeance Is Mine (mit Rosamund Kwan), Dragon Fight (Jet Li Vs. Dick Wei), Run and Kill (Simon Yam Vs. Kent Cheng), Brother of Darkness (à la Daughter of Darkness), Casino (Simon Yam, Triaden = steht schon lange auf Wunschliste) oder Dr. Lamb (wo er als Executive Director fungierte).

Nun ist Billy Tang Anfang Juli dieses Jahres im Alter von nur 69 Jahren an Krebs verstorben! RIP! Ihm zu Ehren gab es nun eine Neusichtung zu seinem CAT. III Streifen Red to Kill, der mir auch aktuell noch gut gefällt. Wer die ganzen 90er Jahre CAT. III Filme wie The Untold Story, Ebola Syndrome, Love to Kill, The Unpublicizable File und Co. mag, macht mit Red to Kill sicherlich auch nichts falsch.

Billy Tang vermochte es schon immer, mit Schock- und Exploitation-Szenen zu schocken, zu provozieren, zu «unterhalten». So auch in Red to Kill. Speziell am Film ist das Setting: Ein Pädagoge und eigentlich Vertrauens- und Bezugsperson missbraucht seine Macht und geht gegen eine kognitiv eingeschränkte, behinderte Frau vor. Kann man sich eine noch grausamere Tat vorstellen? Sozialkritisch ist Billy Tangs Film definitiv nicht gemeint, aber mit dem Setting als Provokation trifft er voll aufs Schwarze.

Der HKer Häuserblock mit seinen finsteren Winkeln, verlassenen Treppenhäusern und viel Dunkelheit nachts, schafft eine bedrohliche Stimmung und Atmosphäre, die gut auf den Zuschauer wirken. Der Film, der bereits mit einem heftigen «Schlag in die Magengrube» beginnt (Vergewaltigung und Gegenschnitt auf eine Mutter und ihr Kind = es folgt ein erweiterter Suizid der mit dem Rest des Filmes nichts mehr zu tun hat), unterhält im späteren Verlauf durch eine solide Story, in der es sogar eine Gerichtsverhandlung zu sehen gibt.

Muskelberg Ben Ng (The Unbearable) war die perfekte Besatzung für den gestörten Mr Chan. Sein Kindheitstrauma wird via Rückblende kurz erläutert und ist, wie auch sein Schauspiel oder der Gewaltlevel, over the Top. Sein Overacting kratz fast schon an der Grenze zum Lächerlichen. Vor allem im total irren und verrückten Finale geht Ben Ng total ab! Muss man gesehen haben!

Aber auch der restliche Cast macht seine Sache ordentlich, vor allem Lily Chung Suk-Wai in ihrer mutigen Rolle als Ming Ming war stark! Mutig deshalb, weil viele Nackt-Szenen mit ungemütlichen Inhalten/Settings. Vor allem die Szene, in der sie sich während dem Duschen nach der Vergewaltigung selbst verletzt, war hart anzusehen! Sie spielte später in weiteren Filmen dieser Art mit: Brother of Darkness, Fatal Obsession, O.C.T.B. Case - The Floating Body, The Eternal Evil of Asia.

Fazit: Für CAT. III Film-Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Ruo sha

HK 1994

R: Billy Tang

D: Ben Ng Ngai-Cheung, Lily Chung Suk-Wai, Money Lo Man-Yee

Laufzeit der österreichischen DVD: 86:59 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 02.07.20

Fassungen: Mir lag die DVD von ILLUSIONS UNLTD. films aus Österreich vor = franz. DVD Master im O-Ton mit deutschen Subs. Sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Juli 2020). Nachtrag Okt. 2024: Der Film hat die Sichtung als neue US-Blu-Ray bestanden. Fieser CAT. III Streifen aus HK vom Run and Kill Regisseur Billy Tang, in welchem ein gestörter Psychopath und Vergewaltiger (stark: Ben Ng) eine geistig behinderte vergewaltigt und dann vor Gericht trotzdem frei gesprochen wird. Die Rape-Szenen sind hart anzusehen. Das Schauspiel aller Beteiligten ist, trotz massivem Overacting, grandios. Das 20minütige Finale ist total verrückt. Die neue US-Blu-Ray von Error4444 bietet dem Zuschauer zwei Film-Fassungen an = "Play with Classic color timing" oder "Play with Modern color timing". Ich guckte mir die "Modern" Variante an = der bläuliche Filter ist verschwunden, die Szenen sind superhell und dadurch wirken viele Szenen im Detail grausamer und härter, auch wenn ggf. weniger stimmungsvoll. Schade, dass es keine exklusiven Interviews mit dem Cast des Filmes gibt. Das Booklet hingegen ist informativ. Die Disc kommt mit Booklet, Schuber, Wendecover, O-Ton und englischen Subs daher. Region-All-Disc. Das Upgrade auf Blu-Ray hat sich gelohnt. 

Donnerstag, 9. August 2018

Ebola Syndrome Review

 
Ebola Syndrome

Story:

Kai (Anthony Wong) flüchtet nach diversen Morden (u.a. an Shing Fui-On) von Hong Kong nach Südafrika. Dort arbeitet er für die Restaurantbesitzer Kei (Lo Meng) und dessen Frau (Cheung Lau). Kai steckt sich mit Ebola an. Jedoch ist Kai immun dagegen, kann aber andere damit anstecken. Im Streit tötet er Kei und dessen Frau, verarbeitet deren Körper zu Hamburgern, welche er im Restaurant verkauft und somit das Ebola-Virus verbreitet. Unter falscher Identität reist er nach Hong Kong zurück, wo er das Virus auch zu verbreiten beginnt, während die HKer Polizei zu ermitteln beginnt…

Meine Meinung:

Ebola Syndrome ist ein berühmt-berüchtigter CAT. III Film aus Hong Kong, welche vor allem Anfang bis Mitte der 90er Jahre die HKer-Fimwelt mit vielen tollen Streifen begeistert hat (und auch viele ausländische Fans).

Da wären grossartige Titel wie Naked Killer (Simon Yam und Chingmy Yau), Raped by an Angel (Simon Yam und Chingmy Yau Teil zwei), Red to Kill, Story of Ricky (Manga Verfilmung), Run & Kill (wieder mit Simon Yam und Kent Cheng), die Sex & Zen Reihe, Her Vengeance, Dr. Lamb (Simon Yam), Diary of a Serial Killer, A Day Without Policeman oder Bloody Beast.

Auch Ebola Syndrome Star Antony Wong ist in diesen Filmen, obwohl er das Genre gar nicht gerne mag (sagt er im Audiokommentar zur US-DVD von Ebola Syndrome), oft vertreten: Daughter of Darkness (Nebenrolle als Cop), Love to Kill (als irrer Killer), 3 Days of a Blind Girl (als irrer Stalker – Opfer eine blinde Frau), Taxi Hunter (vom Ebola Syndrome Regisseur), The Untold Story (mit diesem Film, eine weitere Anthony Wong und Herman Yau Zusammenarbeit, gelang Wong in dem Genre der grosse Durchbruch – es winkte sogar der «HK Oscar» als bester Darsteller), The Underground Banker (teilt sich Film mit Simon Yam) oder Brother of Darkness (Nebenrolle als Anwalt).

Ebola Syndrome ist einer der besten Filme dieser Art. Regisseur Herman Yau (Shock Wave, The Sleep Curse) und Anthony Wong, die zuvor schon das Meisterwerk The Untold Story ablieferten, haben sich dem damals sehr aktuellen Thema (welches auch heute nach wie vor in Afrika auftaucht und wütet) des Ebola Virus angenommen. Der Film ist fies, tabubrechend, teilweise herrlich eklig, tief böse und schwarzhumorig.

Man muss jedoch ein Faible für diesen comicartigen, übertriebenen Humor (plus Mix aus harter Gewalt, Sex und sexueller Gewalt) haben, damit man sich mit dem Film und einzelner Szenen amüsieren kann – vielen dürfte der Inhalt und die widerlichen Ideen, gerade wenn sie die Figur Kai charakterisieren (fies, widerwärtig, eklig, schmierig, psychopathisch…), nicht gefallen.

Die blutigen Effekte sind sehr schön getrickst und aufwändig in Szene gesetzt. Das gilt für den Film allgemein (es wurde wirklich auch in Südafrika vor Ort gedreht) – es wurden echte Tiere (vor der Szene mit den Leoparden hatte Anthony Wong grosse Angst) und echten Feuer-Stunts (am Ende – es handelte sich im übrigen nicht um Anthony Wong sondern um einen Stuntman) eingesetzt aber auch Tiersnuff (die Frösche, die im Restaurant zerkleinert werden, werden nicht von Anthony Wong zerhackt, Hühner die geköpft werden, am Ende eine Maus, die überfahren wird). Anthony Wong ist im Übrigen ein grosser Verfechter von Tiersnuff (kann man auch dem Autiokommentar entnehmen). 

In Ebola Syndrome gibt es eine Hommage an The Untold Story (in welchem Menschen zu Fleisch verarbeitet und als Nahrung verkauft werden) und im späteren The Sleep Curse von Herman Yau zitiert er von seinem Ebola Syndrome (Kopfhaut abziehen bei der Obduktion).

Weiter positiv erwähnenswert: den Soundtrack fand ich Spitze. Die Story soll von Wong Jing, der den Film produziert hat, stammen. Der Mann hatte damals schon ein gutes Händchen für erfolgbringenden Inhalt, um Kasse machen zu können. Anthony Wong brilliert in der Rolle des Psychopathen grossartige Leitung von ihm. Schön zu sehen, dass sogar ein ehemaliger Shaw Brothers Star, nämlich Lo Meng (einer der Venom Darsteller, die von Chang Cheh entdeckt und gefördert wurden – zu sehen in Shaw Brothers Arbeiten wie Pursuit of a Killer, This Man Is Dangerous, Men from the Gutter, Bastard Swordsman, Five Element Ninjas, The Rebel Intruders oder The Naval Commandos) in einer grossen Rolle zu sehen ist. Desweitern ist Shing Fui-On als Anthony Wongs Boss am Beginn des Filmes zu sehen, der damit droht, Wong zu kastrieren da er mit seiner Frau Sex hatte.

Ebola Syndrome – man muss den Film gesehen haben, um es zu glauben! Ein Film, der seinem Ruf gerecht wird und der auf politische Korrektheit definitiv keinen Wert legt! Klare Empfehlung an alle CAT. III Filmfans!

Infos:

O: Yibola bing du

HK 1996

R: Herman Yau

D: Anthony Wong, Lo Meng, Cheung Lau, Angel Wong Chui-Ling, Vincent Wan Yeung-Ming, Shing Fui-On

Laufzeit der österreichischen DVD: 96:21 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überabrietet: 21.05.18

Fassungen: Zu empfehlen ist die österreichische DVD von Illusions = diese präsentierten weltweit zum ersten Mal nebst der Kinofassung die echte Uncut-Fassung, in welcher die geschnittenen Szenen, die kurz vorher zum ersten Mal weltweit auf der US-DVD von Discothek auftauchten (als Bonus), wieder in den Film geschnitten wurden. O-Ton und deutsche Subs liegen bei. Die Bildqualität ist recht gut. Bis daher war nur der Kino-Cut, der für die CAT. III Freigabe stark zensiert wurde, erhältlich. Die US-DVD lohnt trotzdem: es gibt exklusive Interviews mit Herman Yau und sogar einen Audiokommentar mit Herman Yau und Star Anthony Wong (in Chinesisch mit englischen Subs. Nachtrag 27.06.23: Für eine Neusichtung lag mir nun die US-Blu-Ray von Vinegar Syndrome vor = Uncut, bessere Qualität als bei der österreichischen DVD, O-Ton, englische Subs, exklusives Bonusmaterial, Wendecover, Booklet, Region-All Disc und eine UHD-Disc befindet sich ebenfalls an Bord.