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Samstag, 11. Juli 2026

Teenage Sex and Death at Camp Miasma

NIFFF 2026 Spezial

Teenage Sex and Death at Camp Miasma

Story:

Der Slasher Camp Miasma soll eine Fortsetzung erhalten. Endlich. Das Projekt geht an die neue, talentierte Regisseurin Kris (Hannah Einbinder). Diese will unbedingt den Star des ersten Filmes im Projekt dabeihaben und sucht sie auf. Doch Billy (Gillian Anderson), das ehemalige Final Girl aus Camp Miasma, lebt total isoliert und zurückgezogen. Dennoch wagt sich Kris, Billy aufzusuchen. Und sofort ist Kris von Billy fasziniert. Wird es ihr gelingen, sie für das Projekt zu begeistern?

Meine Meinung:

Teenage Sex and Death at Camp Miasma ging ich nur schauen, da auch ein Slasher. Ansonsten hat mich der Film nicht wirklich interessiert. Letztes Jahr lief von der Regisseurin I Saw the TV Glow am NIFFF und mein Kumpel hatte nicht viel dafür übrig. Teenage Sex and Death at Camp Miasma ist ein Mix aus Slasher, Hommage an die 80er Jahre Slasher, Arthouse-Film, Meta-Kommentar, Film-im-Film, Satire, Erotikfilm sowie ein Film über die weibliche Sexualität, auch wenn der Film von einer Transsexuellen Regisseurin stammt statt von einer Frau.

Teenage Sex and Death at Camp Miasma ist am Ende zwar nichts für meine Sammlung und nicht jede Szene oder jeder Dialog gefiel mir, aber im Grossen und Ganzen war es einer der unterhaltsameren Filme an diesem NIFFF. Die Liebeserklärung an 80er Jahre Slasher kommt im Vorspann wunderbar zur Geltung (plus später Videodrome). Da fühlte ich mich natürlich sofort an die Freitag der 13. Reihe erinnert. Aber auch die Mörder aus der Halloween oder A Nightmare on Elm Street Reihe finden Erwähnung wie auch Psycho (oder Ed Gein, auf dessen Story Psycho basiert) oder die Sleepaway Camp-Reihe.

Der Film punktet nebst dem grossen Unterhaltungswert durch den Plot (wo steuert die Reise hin?), die starken Leistungen der beiden Hauptdarstellerinnen sowie seine Optik. Eine gewisse Spannung ist gegeben. Die Film-im-Film-Szenen fand ich cool. Das Ende hingegen gefiel mir nicht. Ich hätte es besser gefunden, wenn es (nach der La petite mort Szene) kein Happy End gegeben hätte. Gillian Anderson spielte stark, auch wenn ich sie nur aus Akte-X (und daher mit ihrer deutschen Stimme) kenne. Ihre Originalstimme zu hören, schien mir fremd. Die mir unbekannte Hannah Einbinder machte ebenfalls einen sehenswerten Job.

Fazit: 80er Jahre Slasher Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Teenage Sex and Death at Camp Miasma

UK, Kanada, USA 2026

R: Jane Schoenbrun

D: Hannah Einbinder, Gillian Anderson, Patrick Fischler

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 106 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Samstag, 4. Juli 2026

Species

NIFFF 2026 Spezial

Species

Story:

Margot Loiseau (Mara Taquin) arbeitet neu als Assistenzärztin im Notfall. Sie will Ärztin werden. Sie steht unter der Leitung der renommierten, aber knallharten Ärztin Dr. Vergile (Karin Viard). Mit anderen Kandidaten (Kim Higelin, Sami Outalbali) nimmt der Konkurrenzdruck zu. Nachdem Margot eine Patientin mit sonderbarem Rückenausschlag behandelt hat, nimmt sie kurze Zeit später auch an sich Veränderungen wahr…

Meine Meinung:

Auf Species, so der englische Titel dieses französischen Filmes, war ich gespannt. Von Species wusste ich praktisch nichts. Ich glaube, dass es zu dem Zeitpunkt, als ich mir am NIFFF die Vorstellung gebucht habe, auch noch keinen Trailer zum Film existierte. Das ist nicht Mal so unüblich. Das kommt bei Filmen, die an Filmfestivals laufen, ab und zu vor (oder dass noch kein Filmplakat existiert). Aber auch solche Filme haben ihren Reiz, da der Zuschauer wirklich nicht weiss, was er da zu sehen bekommt. Es ist nicht möglich, sich anhand eines Trailers oder eines Plakates Vorstellungen zum Film zu machen.

Das Setting im Krankenhaus fand ich als Diplomierter Pflegefachmann (so heisst die Ausbildung der Krankenschwester in der Schweiz), der seit über 16 Jahren im Pflegeberuf arbeitet, spannend. Gerade im Bezug auf einen möglichen Horrorfilm mit möglichen Themen wie Paranoia, Infektionen, Zombies bzw. Infizierte. Um was genau geht es denn in Species? Der Film war inhaltlich spannend, konnte mich aber am Ende nicht ganz überzeugen. Der Film ist eine übertriebene und sozialkritische Satire. Das kann der Zuschauer gut finden. Für mich war der Film, der sich zuerst realistisch gibt, am Ende zu überdreht.

Die anti-kapitalistische Sozialkritik von Regisseurin Marion Le Coroller am Ende gefiel mir nicht. Auf der einen Seite ist es schön, dass sie schützend die Hand über die Gen-Z und deren Arbeitsmoral hält und mögliche Folgen, auf satirische und übertriebene Art und Weise, aufzeigt. Auf der anderen Seite sehe ich selbst tagtäglich im Beruf, dass viele der heutigen jüngeren Arbeitskräfte eine schlechte Arbeitsmoral haben und teilweise im Beruf unbrauchbar sind. Der Film zeigt diese Auswirkungen aus der Sicht aus zwei Berufen: im Pflegeberuf und im Bankwesen. Ich selbst habe diese Erfahrungen, die Margot im Film macht, nicht gemacht, obwohl ich seit über 16 Jahren und mit den beiden Ausbildungen zusammen 22 Jahre im Pflegeberuf tätig bin. Ok, sie ist Assistenzärztin, ich «nur» Pflegefachmann.

Natürlich werden Menschen im Beruf ausgenutzt, aber viele lassen das halt auch zu. Ich bin der Meinung, dass viele auch selbst schuld sind und nicht zu sich schauen. Ich spreche jedoch aus der Sicht der Langzeitpflege (Alters- und Pflegeheime) und nicht aus dem Akut d.h. nicht aus der Sicht einer Angestellten im Krankenhaus. In der Langzeitpflege ist das krasse Gegenteil der Fall: da kann die Angestellte auch grottenschlecht arbeiten, lügen, immer krank sein, gefährliche Pflege leisten, psychisch auffällig sein, bei Angehörigen Reklamationen auslösen, Rückmeldungen nie annehmen und nie umsetzen, Weisungen missachten etc. und es passiert nichts. Es wird weggeschaut und geduldet da Personalmangel (und schlechte Vorgesetzte). Das ist erschreckend. Da wünschte ich mir, dass man Menschen, die nichts im Pflegeberuf verloren haben, da krank, manipulativ, nicht teamfähig, nicht reflektierend und einfach nur faul und asozial, aussortieren würde. Aber Pustekuchen. Das ist der Alltag in der Langzeitpflege.

Species ist zwar eine Zeitlang inhaltlich spannend, bevor klarer wird, wo die Reise hinsteuert, technisch innovativ und toll gespielt, aber das Problem ist für mich die Tatsache, dass der Film stark an The Substance und vor allem die Serie The Beauty erinnert. Vor allem an Letztere fühlte ich mich sehr erinnert, da sich auch dort die Opfer verändern und aggressive Tendenzen entwickeln, ähnlich wie hier. Und andere auch angesteckt werden können. Daher muss ich sagen, dass ich den Inhalt in Species nicht wirklich neu, erfrischend oder original fand. Die Bodyhorror-Momente hätten für meinen Geschmack auch gerne ekliger sein dürfen. Die Musik von Rob war passend, dennoch kommen die Klänge nicht an seine Arbeit aus Maniac heran.

Fazit: Geschmackssache. Viele werden Species abfeiern. Ich fand den Film absolut in Ordnung, aber ich fühlte mich zu sehr an die Serie The Beauty erinnert und das Ende traf meinen persönlichen Geschmack nicht = Es dürfte bei dieser Sichtung bleiben…

Infos:

O: Sanguine

Frankreich, Belgien 2026

R: Marion Le Coroller

D: Mara Taquin, Karin Viard, Kim Higelin, Sami Outalbali

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 103 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Freitag, 27. Juni 2025

Meine teuflischen Nachbarn

Meine teuflischen Nachbarn

Story:

Eine neue Familie zieht in eine typische US-Kleinstadt. Diese erscheint mysteriös und verlässt nie das Haus. Nachbar Ray Peterson (Tom Hanks), der eine Woche Urlaub geniesst, kommt zusammen mit anderen Freunden (Bruce Dern, Rick Ducommun) zur Überzeugung, dass mit den neuen Nachbarn etwas nicht stimmt. Als dann noch ein Nachbar (Gale Gordon) spurlos verschwindet, sieh Ray den Grund bei der neu zugezogenen Familie. Ray und seine Freunde beginnen zu ermitteln…

Meine Meinung:

Meine teuflischen Nachbarn bekam ich, so viel ich weiss, gratis vom Kollegen. Der Titel sagte mir nichts und stand nicht auf der Wunschliste. Es handelt sich bei Meine teuflischen Nachbarn um eine Satire auf das Spiessbürgertum. Es gibt einige Filme, die, auch in anderen Genres, mit solchen Klischees spielen bzw. in solchen Settings angesiedelt sind. Spontan fallen mir da die Horrorkomödie Pfui Teufel - Daddy ist ein Kannibale, den Actionfilm Thursday oder die TV-Serie Desperate Housewives (es soll sogar die gleiche Strasse als Drehort hingehalten haben) oder der Roman The Horn-Cranker von Edward Lee. Sogar die 3. Staffel von You würde ich diese Sparte passen (hatte Desperate Housewives Vibes). 

Joe Dante (Piranha), der es immer verstand, seinen Horrorfilmen eine humorvolle und/oder satirische Note zu verleihen, versuchte dies auch hier. In meinen Augen ist Meine teuflischen Nachbarn von einem Horrorfilm, oder wie das Cover der Blu-Ray schreibt, «Horrorkomödien-Klassiker», weit entfernt. Der Film ist in meinen Augen eine Komödie. Aber das hat nichts mit Horror zu tun. Auch nicht mit Grusel. Sondern nur mit Humor, Satire und vielen Figuren, die total überzeichnet dargestellt werden, so dass man diese, ihre Handlungen und den Plot, nach und nach, nicht mehr für voll nehmen kann.

Ich fand den Film ziemlich lahm und unlustig. Das Overacting und die Figurenzeichnung haben genervt. Ab Mitte des Filmes verlor ich mehr und mehr das Interesse an der Handlung und dessen Verlauf. Das Ende gefiel mir nicht wirklich. Der Film ist mit Namen wie Tom Hanks, Carrie Fisher, Corey Feldman (Friday the 13th: The Final Chapter, Bordello of Blood) oder Dick Miller (Terminator, Ritter der Dämonen) prominent besetzt, auch wenn Letzterer nur einen Gastauftritt hinlegt. Zwar scheinen die Darsteller mit viel Freude, Motivation, Fleiss und Herz bei der Sache, aber das nutzt nicht, wenn das Drehbuch nicht viel taugt.

Fazit: Kommt nicht in die Sammlung!

Infos:

O: The 'Burbs

USA 1989

R: Joe Dante

D: Tom Hanks, Bruce Dern, Carrie Fisher, Rick Ducommun, Corey Feldman, Wendy Schaal, Dick Miller, Gale Gordon

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 101:26 Min.

Gesehen am: 29.03.25

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Koch Media vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch (die deutsche Synchro ist toll), Untertitel-Spuren sind ebenfalls dabei wie ein Wendecover und 1-2 Extras.

Sonntag, 27. April 2025

Chainsaws Were Singing

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Chainsaws Were Singing

Story:

Maria (Laura Niils) wird von einem Kettensägen schwingenden Irren entführt. Ihr Freud Tom (Karl Ilves) setzt alles daran, Maria aus dessen Fängen zu befreien…

Meine Meinung:

Nach The Black Hole der zweite Betrag aus Estland am diesjährigen Brugggore Filmfestival. Den Film nahm ich nur schon aufgrund des Titels und des Plakates in mein persönliches Programm auf. Der Film, der an unzähligen Film Festivals rund um die Erde gezeigt wird und der sich zehn Jahre (!!!) in der Post-Produktion befand, kann nicht nur als Hommage an Tobe Hoopers Blutgericht in Texas verstanden werden, sondern auch als rabenschwarte, total verrückte und sympathische Idee seitens Regisseur Sander Maran und seinem Bruder, wobei letzterer im Film auch mitspielt.

Beim Film handelt es sich um einen Mix aus Hommage, Backwood-Horror, Musical, Liebesgeschichte und Komödie/Satire. Eine wilde Mischung, die so erstaunlich gut funktioniert. Low Budget hin oder her, der Film hat sehr viel Spass gemacht, auch wenn bei Leibe nicht alles perfekt geworden ist. Mit einer Laufzeit von zwei Stunden ist der Film, der mehreren der Hauptpersonen ein Kapitel widmet, in denen ihre Vorgeschichte erzählt wird, sicher etwas zu lange geraten. Zumindest die Figur Cobra und dessen Sub-Plot (Bukkake…) hätte man z.B. zuhanden einer etwas kürzeren Laufzeit komplett weglassen können.

Der Film, der viele Blutgericht in Texas Vibes bietet, ist charmant und auch die Mehrheit der Figuren fand ich sympathisch. Vor allem die Helden und die Guten. Speziell Tom, Maria und Jaan waren super gespielt. Auch die kannibalistische Redneck Familie war gut gespielt: total verrückt und überzeichnet, aber meine Sympathien galten den Helden, nicht der Kannibalen-Familie. Auch Nebenfiguren (die trotteligen Cops z.B.) waren amüsant und der Film bot allgemein extrem viel zu lachen. Mit Blut wird auch nicht gespart. Der Film kaschiert das kleine Budget wunderbar.

Fazit: Sicher einer der wildesten, fantasievollsten und verrücktesten Filme, den ich in den letzten Jahren an einem Filmfestival sah! Tolles Konzept, welches in seiner Entstehungsgeschichte an Bad Taste erinnert.

Infos:

O: Mootorsaed laulsid

Estland 2024

R: Sander Maran

D: Karl Ilves, Laura Niils, Martin Ruus, Janno Puusepp, Rita Rätsepp

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 117 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut, O-Ton und englische Subs. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Montag, 18. November 2024

Onkel Addi - Gib dem Führer Saures

Onkel Addi - Gib dem Führer Saures

Story:

Der Film erzählt im dokumentarischen Stil die Geschichte von Adolf Hitler (Adolf Hitler). Daneben geht es um zwei Brüder: einer (Adriano Celentano) ist vom Nationalsozialismus fasziniert und tritt der Armee bei, während der andere (Adriano Celentano) versucht, Hitler zu töten, da er in diesem eine Gefahr sieht…

Meine Meinung:

Adriano Celentano ist ein Ital. Sänger und Schauspieler. Er war vor allem in Komödien zu sehen. Er war vor allem in den 60ern, 70ern und 80ern aktiv. Die Komödie im dokumentarischen Touch, Onkel Addi - Gib dem Führer Saures, ist meine einzige filmische Erfahrung mit Adriano Celentano. Ich kann also mit anderen Filmen, in denen er involviert ist, nicht vergleichen. Ich denke, dass ist so eine nostalgische Sache à la Bud Spencer und Terence Hill. Für viele Kult, die damit aufgewachsen sind. Auch heute noch. Als Neuling und Erwachsener ist es aber teilweise nur zu einem bestimmten Grad nachvollziehbar.

Das gleiche können mir andere Personen auch über meine Vorliebe für Kung-Fu- oder Godzilla-Filme «an den Kopf werfen». Stört mich nicht, ist aber so. Ich kenne nur wenige Komödien aus Italien. Am ehesten die Tomas Milian Reihe um den «Superbullen» von Bruno Corbucci. Die sind jedoch nicht nur lustig, sondern bietet dennoch hier und da (zum Teil) Action-Momente. Daher mag ich diese als Poliziotteschi-Fan. Der Humor ist jedoch sonderbar. So auch in Onkel Addi - Gib dem Führer Saures. Allerdings bin ich auch durch den Klamauk und Humor des Hong Kong Kinos (vor allem der 90er Jahre) «sonderbaren Humor» gewohnt.

Dass das aber nicht allen zusagt, kann ich annehmen. Onkel Addi - Gib dem Führer Saures ist natürlich durch den dokumentarischen Stil, seinem satirischen Inhalt und dem teilweise makabren, bitterbösen und schwarzen Humor einfach herrlich unterhaltsam und amüsant. Ich musste oft lachen und schmunzeln. Der Film nimmt YouTube oder sonstige Internetclips vorneweg, die lustige Clips über Hitler zeigen (ihn mit neuer Stimme versehen, ihm ulkige Dialoge in den Mund legen etc.). Der Film wartet nämlich mit vielen Archiv-Aufnahmen des echtes Hitler (oder anderen Gestalten aus der Zeit) auf und zieht diese durch den Kakao.

Der Humor funkte nicht immer, aber auch das ist halt so, da ungewöhnlich und speziell. Zusätzlich aufgewertet wird der Film durch eine grandiose deutsche Synchronisation und tollen Akteuren, allen voran natürlich Adriano Celentano in seiner Doppelrolle. Adriano Celentano wurde (in der deutschen Fassung) vom grossartigen Thomas Danneberg gesprochen, der u.a. auch Terence Hill, Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone oder Bruce Willis gesprochen hat, ehe er vor einem Jahr im Sept. 2023 verstarb. Daher sind vor allem seine Dialoge herrlich zum Schmunzeln anregend.

Fazit: Für Menschen mit einem Faible für schwarzhumorige Szenen und vor allem für Fans von Adriano Celentano Pflichtprogramm!

Infos:

O: Zio Adolfo, in arte Führer

Italien 1978

R: Franco Castellano, Giuseppe Moccia

D: Adriano Celentano, Anna Cardini, Filippo Costanzo, Amanda Lear, Giuseppe Diamanti, François Bastien

Laufzeit der deutschen DVD: 89:10 Min.

Gesehen am: Okt. 2014 / Neusichtung am: 22.09.24

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MIG vor = Uncut, Deutsch/Ital. mit deutschen Subs (einige zensierte Szenen liegen nur in Ital. mit Subs vor), gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine Blu-Ray (Stand Sept. 2024).

Mittwoch, 6. November 2024

The Substance

 

The Substance

Story:

Promi Elisabeth Sparkle (Demi Moore) kämpft und hadert mit dem Älterwerden. Auf dem Schwarzmarkt findet sie eine Droge namens «Substance», welche den Alterungsprozess aufhalten soll. Sie testet das Mittel. Ein Fehler...

Meine Meinung:

Ich sah einen Trailer des Filmes und las danach von meinem Kumpel aus Zürich ein vielversprechendes Review, so dass ein Kinobesuch für mich beschlossene Sache war. Der Film von Coralie Fargeat, dessen Revenge mir persönlich nicht wirklich zusagte, läuft derzeit auch in Deutschland am Fantasy Film Fest. Ans BIFFF, Brugggore Movie Festival oder ans NIFFF hat es der Film hingegen nicht geschafft. Dafür gewann der Film in Cannes den Preis für das beste Drehbuch.

The Substance läuft über zwei Stunden und bietet dabei bis zum Enden einen spannenden Plot. Einen nicht vorhersehbaren Plot. Der Film ist auf jeden Fall ein ungewöhnlicher Film und abseits vom Mainstream angelegt. Ein Film, den ich auch erst Mal wirken lassen sollte und dem ich sicherlich auch später, auf Blu-Ray, eine weitere Sichtung schenke. Gespannt, wie der Film dann wirken wird. Ein Film, der eine Botschaft erzählt. Was diese für das Individuum bedeutet, ist jedoch individuell.

Der Film ist dabei stark gespielt, voller What the Fuck Momente und grandiosen, so nicht erwarteten Effekten. Der Film ist ein wilder Mix aus Satire, Sozialkritik und Bodyhorror. Dementsprechend fällt auch das Overacting aus. Demi Moore, Margaret Qualley & Dennis Quaid (was für ein wunderbares Ekel = seine Fressszenen) liefern. Im Finale fühlte ich mich ans Kino von Frank Henenlotter (Basket Cage), Dario Argento (Tenebre) oder Yoshihiro Nishimura erinnert. Muss man gesehen haben, um es zu glauben! Was musste ich lachen!

Fazit: Abgefahren!

Infos:

O: The Substance

USA, Grossbritannien 2024

R: Coralie Fargeat

D: Margaret Qualley, Dennis Quaid, Demi Moore, Hugo Diego Garcia, Joseph Balderrama, Oscar Lesage, Gore Abrams

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 140 Min.

Gesehen am: 19.09.24

Fassungen: In Bern im Kino gesehen = Originalton und deutsche Subs, Uncut. Erscheint am 09.12.24 in Finnland auf Blu-Ray. Andere Versionen sind noch nicht angekündigt (Stand: Sept. 2024).

Donnerstag, 9. Mai 2024

Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger

Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger

Story:

Polizist Dottore (Gian Maria Volontè) bekommt eine Beförderung: er wird in ein wichtiges, mit politischen Themen vertrauten, Team aufgenommen.  Dottores Affäre (Florinda Bolkan) witzelt noch, dass er nun zu wichtig sei und sogar mit Mord davonkäme. Gesagt, getan. Dottore bringt seine Affäre um und amüsiert sich, wie seine Partei damit beginnt, Spuren zu verwischen…

Meine Meinung:

Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger, der sogar für einen Oscar nominiert wurde, ist ein Mix aus Poliziotteschi, Polit-Thriller, Sozialkritik und bitterböser Satire, in der das dazumal Ital. System und alle, die es betraf (Rechte, Linke, Anarchisten, Studenten, Kommunisten, Politiker, Polizei, der hart arbeitende 08/15-Bürger etc.), ihr Fett abbekommen. Der Film beginnt mit dem Mord von Dottore an Florinda Bolk, die danach nur noch in Rückblenden vorkommt (= Motive und Charaktereigenschaften von Dotorre und seiner Affäre werden dem Zuschauer nähergebracht).

Der Film erscheint zunächst ernst, driftet aber, vor allem gegen Ende, mehr und mehr Richtung Satire ab. Vor allem das Finale erinnerte mehr an eine Theateraufführung, als an einen richtigen Film. Das Ganze ist, bis in die kleinsten Nebenrollen, stark gespielt. Der mir unbekannte Gian Maria Volontè trägt den Film fast allein, aber auch die anderen Gesellen machen viel Spass in ihren Rollen. Auch Florinda Bolkan (Nonnen bis aufs Blut gequält, La settima donna, A Man to Respect, Don’t Torture a Duckling) ist, quasi als einzige starke Frauenrolle, eine Wucht. Kein Wunder, war sie im Italo-Kino der 70er Jahre so beliebt. Die Musik steuerten Bruno Nicolai (A Virgin Among the Living Dead) und Ennio Morricone (Wenn Du krepierst - lebe ich) bei. Tolle Wahl und auch tolle Musik im Film.

Ich empfand den Film, auch wenn sehr dialoglastig, als sehr unterhaltsam und erfrischend. Ganz leicht erinnert der Film an den viel ernsteren, aber nicht weniger interessanten Film Gewalt - Die fünfte Macht im Staat, den es, wie Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger, in Deutschland bislang (leider) auch nur auf VHS zu sehen gibt. Regisseur Elio Petri war mir bisher auch unbekannt. Wenn ich auf seine Filmographie schaue, könnten ggf. noch A Quiet Place in the Country (Zitat aus einem Letterboxd Review: «a haunting psychedelic spiral into madness» mit Franco Nero) sowie The 10th Victim (Artsy sci-fi mit Ursula Andress) interessant sein.

Fazit: Interessant und sehenswert!

Infos:

O: Indagine su un cittadino al di sopra di ogni sospetto

Italien 1970

R: Elio Petri

D: Gian Maria Volontè, Florinda Bolkan, Gianni Santuccio, Orazio Orlando, Sergio Tramonti, Arturo Dominici, Aldo Rendine

Laufzeit der Ital. Blu-Ray: 115:14 Min.

Gesehen am: 20.02.25

Fassungen: Mir lag die Ital. Blu-Ray von Lucky Red vor = 4K Restauration, Uncut, Ital. O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland nur auf VHS (Stand: Feb. 2024).

Montag, 11. März 2024

Das Heerlager der Heiligen

Das Heerlager der Heiligen

Inhalt:

Zitat Back-Cover:

«Hundert Schiffe! Den alten Professor durchlief ein Schauder. Es war jene eigenartige Mischung aus Demut und Erregung, wie sie einen manchmal überkommt, wenn man seine Gedanken intensiv auf das Unendliche oder Ewige richtet. An diesem Karsamstagabend belagerten 800 000 Lebende und Tote friedlich die Grenze des Abendlandes. Am nächsten Morgen würde alles vorbei sein.»

Meine Meinung:

Das Heerlager der Heiligen wurde mir vom Kumpel empfohlen. Ich habe zuvor noch nie etwas von diesem Titel oder dem französischen Autor des Buches, Jean Raspail, gehört. Der Originalroman wurde, wenn ich nicht irre, 1973 (in D 1985) veröffentlicht und erlebte in Deutschland erst vor einigen Jahren seine Premiere im «Director’s Cut», wenn man so will. Zitat von der Homepage des Verlages:

«in einer neuen, erstmals vollständigen Übersetzung von Martin Lichtmes»

Martin Lichtmes steuerte dem Roman auch ein informatives Vorwort bei (2015). Das Heerlager der Heiligen hat mir ausgezeichnet gefallen. Es hat sich gelohnt, der Empfehlung gefolgt zu sein. Der Roman wurde in der Vergangenheit kontrovers diskutiert. Vor allem radikale Linke und Zensurbefürworter haben den Inhalt, falls sie den Roman überhaupt zu Ende gelesen haben, missverstanden und werfen dem Buch und dem Autor vor, rassistisch zu sein. Angeblich soll der Roman unter rechtsradikalen viele Fans haben.

Da ich mich in dieser Szene nicht auskenne (bin politisch nicht aktiv), kann ich diese Behauptungen weder bestätigen noch dementieren.  Jean Raspail war nicht nur Autor, sondern ist in seinem Leben auch viel gereist. Er nahm an vielen Expeditionen Teil, hat politische und wirtschaftliche Wandlungen durchgemacht, war eher konservativ und hat auch als Generalkonsul in Argentinien, Patagonien gearbeitet. Seine Lebenserfahrung kommt in Das Heerlager der Heiligen, die eine düstere, apokalyptische Dystopie erzählt, authentisch zur Geltung.

In dem Roman geht es darum, dass Frankreich und der Rest der westlichen Welt, von einer friedlichen Übernahme aus der dritten Welt, im Roman Inder, bedroht wird. Und erzählt, wie Frankreich dabei unter geht mit fatalen Folgen für die restliche Welt. Und beschreibt die Einflussfaktoren, wie es dazu kommen konnte («Vielleicht ist dies eine Erklärung?»). Eindrücklich ist, dass Jean Raspail dabei schon viele zukünftige Szenarien, die sich bewahrheiten sollten, vorneweg nimmt. Jean Raspail als moderner Nostradamus sozusagen. Ich fühlte mich mehr als nur einmal an Themen erinnert, welche ich z.T. tagtäglich in der Presse lese. Die Inhalte lassen sich auch auf andere aktuelle politische Themen kritisch ableiten (nicht nur die Integration betreffend).

In meinen Augen ist der Roman nicht rassistisch, sondern vor allem eine bitterböse Satire und reinste Sozialkritik. Ich musste beim Lesen so oft Schmunzeln, dass ich aufgehört habe, zu zählen wie oft. Vor allem aus heutiger Hinsicht (Woke-Wahnsinn, politische Korrektheit, Flüchtlingskrise), in der teilweise Wohlstandsprobleme herrschen (zumindest in der Schweiz), bekommt im Roman jeder und jede sein Fett weg: Linke, die Presse/Medien, die (verlogenen) Politiker, die Kirche, das Militär, Intellektuelle oder der einfache Gutmensch und Moralapostel.

Dabei wird es treffend beschrieben, wie der 08/15-Mensch und der einfache Bürger, vor allem auch durch die Beeinflussung der Medien und Politiker, in gewisse Bahnen gelenkt werden. Würde es ein Remake dieses Stoffes geben, könnte man noch Social Media und dessen Schattenseiten in den Roman integrieren. Es zeigt die Doppelmoral, Heuchlerei und Verlogenheit diverser Gruppierungen ausgezeichnet auf. Wäre der Roman heuer geschrieben worden, hätte dieser in der Form so nicht veröffentlicht werden können. Zu sehr wird aktuell an alten Büchern, Serien oder Filmen, zugunsten von Minderheiten und politischer Korrektheit, die Schere angesetzt und Geschichte und Kultur zensiert oder umgeschrieben. Politisch bedenklich, wenn man sich erinnert, dass früher auch die Nazis Literatur verbieten und verbrennen liessen.

Der Roman ist interessant beschrieben und ich empfand die Handlungen/Inhalte als sehr spannend, fesselnd, sozialkritisch, amüsant/schwarzhumorig/makaber und abwechslungsreich. Es wird diversen Personengruppen/Figuren von «beiden Seiten» Platz gegeben, welche den Leser durch den ganzen Roman begleiten. Eine Spannung ist gegeben: wie geht die düstere Zukunftsvision von Jean Raspail zu Ende? Mich hat der Roman begeistert. Als Link gibt es auch Themen, die zum Horror- bzw. Genre-Filme passen: Selbstjustiz, Endzeit-Beschreibungen, «Zombies», Action/Menschenjagd, etwas anrüchigen Sex, Ausübung von Macht im negativen Sinne (à la Die 120 Tage von Sodom), Ekelmomente und viel französischer Nationalstolz (musste dabei irgendwie auch an Filme wie Delicatessen oder Das grosse Fressen denken, auch wenn eigentlich unpassend).

Fazit: Lesenswert!  

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Verlag Antaios

Anzahl Seiten: 416

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Gebunden

Autor: Jean Raspail

Erschienen: 4. Auflage 2022 (Original 1973)

Sonntag, 3. März 2024

The Death Kiss

The Death Kiss

Story:

Hollywood Studios: bei den Dreharbeiten zum Film «Death Kiss» wird ein Darsteller erschossen. Die Polizei beginnt zu ermitteln…

Meine Meinung:

The Death Kiss wurde nur geschaut, da als Bonusfilm verfügbar (auf der Blu-Ray von Das Geheimnis des Dr. Mirakel). Die Verbindung besteht zu Dracula Darsteller Bela Lugosi, der hier auch in einer Nebenrolle zu sehen ist. Zudem sind zwei weitere Stars aus Dracula mit an Bord. Im Gegensatz zu Das Geheimnis des Dr. Mirakel hat mir The Death Kiss jedoch noch weniger gefallen.

Von Horror oder Grusel kann in dieser Produktion aus dem Jahr 1932 nicht die Rede sein. Es ist mehr eine satirische Mördersuche in den Hollywood-Studios. Ein Abgesang auf die damalige Arbeit hinter den Kulissen. Ein Krimi, sozusagen. Leider ist der Film vor allem eines: sehr langweilig! Das Geheimnis des Dr. Mirakel bot immerhin noch vereinzelt so was wie Horrormotive oder stimmungsvoller Bilder, aber The Death Kiss war nun gar nicht mein Fall.

Ganz leicht an Scream 3 erinnernd, ist der Film vor allem dialoglastig und einfach nur lahm und wenig interessant. Und teilweise war mir der Krimi durch sein Overacting zu lustig. Natürlich sind noch andere Personen involviert und am Recherchieren, nicht nur die Polizei (Reporter, die Bosse der Studios, die Verluste befürchten etc.). 

Fazit: Zu langweilig, um empfohlen zu werden! Der Bonusfilm lohnt sich nicht und es ist nachvollziehbar, warum der Titel nur als Bonus auf die Disc gelandet ist!

Infos:

O: The Death Kiss

USA 1932

R: Edwin L. Marin

D: David Manners, Adrienne Ames, Bela Lugosi, John Wray, Vince Barnett

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 70:51 Min.

Gesehen am: 11.01.24

Fassungen: Bonusfilm auf der Das Geheimnis des Dr. Mirakel Blu-Ray von Ostalgica = Schuber, Booklet, zwei Audio-CDs (Hörspiele), Uncut, O-Ton, deutsche Subs. Es gibt keine deutsche Synchronisation. Bild- und Tonqualität sind sehr gut.

Samstag, 23. Dezember 2023

Falling Down - Ein ganz normaler Tag

Falling Down - Ein ganz normaler Tag

Story:

Cop Prendergast (Robert Duvall) bekommt es an seinem letzten Tag (vor dem Ruhestand) mit dem Amokläufer «D-Fens» (Michael Douglas) zu tun, der eine Spur der Verwüstung nach sich zieht…

Meine Meinung:

Falling Down - Ein ganz normaler Tag ist für mich ein nostalgischer Film, den ich, wie andere Filme*, während meiner Schulzeit, also als Kind/Jugendlicher, sah (*A Nightmare on Elm Street 1 + 2, Jaws, Link - Der Butler, Predator, The Terminator 1 + 2, Critters 1, 2 & 3, Stephen Kings Es, Der Blob). Nur schon deshalb hat der Film für mich einen grossen Bonus gegenüber anderen Filmen. Aber auch abgesehen davon ist Falling Down - Ein ganz normaler Tag einfach ein extrem guter und sehenswerter Film.

Ob der Film die inhaltlichen Themen bewusst oder unbewusst satirisch angeht oder nicht, spielt mir dabei nicht Mal eine Rolle. Den Film mag ich von der Idee. Ich empfinde Falling Down - Ein ganz normaler Tag als sehr unterhaltsam, interessant und einfach abwechslungsreich, gar schwarzhumorig. Das liegt an der souveränen Inszenierung von Regisseur Joel Schumacher, den realen Drehorten in L.A. (wirkt alles authentisch) und dem grandiosen Schauspiel, allen voran von Michael Douglas.

Natürlich spielen auch die anderen Schauspieler sehr ordentlich. Jeder passt hervorragend in seine Rollen, egal ob Haupt- oder Nebenrollen. Aber der Film gehört fast ausschliesslich Michael Douglas, der dies seine beste Performance überhaupt nannte. Der Film bietet nicht übermässig viel Action, aber die Szenen sind handwerklich solide und gekonnt in Szene gesetzt. Schnitt, Musik und Schauspiel gehen Hand in Hand.

Und haben wir nicht alle einen D-Fens in uns? Das wird im neuen Mediabook (2023 veröffentlicht worden) gut von den Autoren beschrieben. Durch Social Media und Co. und dem demographischen Wandel und neuen Technologien und/oder neuen Problemen, welche die Welt bedrohen. Es gibt in der Tat viele dünnhäutige Menschen. Ich warte z.B. nur darauf, bis die ersten Autofahrer Klimaaktivisten überfahren, weil sie z.B. durchdrehen.

Das wäre etwas, was man z.B. in einem Falling Down Remake einbauen könnte, würde der Film in der heutigen Zeit spielen. Der Film zeigt das, was viele vielleicht nur denken, aber aufgrund ihres Gewissens von Recht und Ordnung dann doch sein lassen wobei die von Michael Douglas im Film auch krank ist und dies sogar einmal Erwähnung findet (ohne näher darauf einzugehen). Seine Taten beruhen also nicht auf einer normalen Stressreaktion (dank ungenügenden Copingstrategien) aufgrund von externen und äusseren Einflüssen, die nerven oder belasten sondern die von ihm gespielte Figur leidet an einer Krankheit. 

Fazit: Sehenswert!

Infos:

O: Falling Down

USA 1993

R: Joel Schumacher

D: Michael Douglas, Robert Duvall, Barbara Hershey, Lois Smith, Rachel Ticotin

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 112:35 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Neusichtung: 25.11.23

Fassungen: Die alte deutsche DVD von Warner habe ich nach der letzten Sichtung entsorgt. Ich war erschrocken, wie schlecht die DVD ausschaut. Sehr schlecht gealtert. Der Film wurde inzwischen neu in Deutschland veröffentlicht. Von Warner & Plaion = DVD/Blu-Ray Mediabook mit Booklet, neues Master in hervorragender Bild- und Tonqualität, Uncut, Deutsch/Englisch mit Subs. Es war ein Genuss, den Film in einer würdigen Fassung neu zu schauen! Die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen (kenne den Film auch nur so).

Montag, 18. September 2023

Der Werwolf von Washington

Der Werwolf von Washington

Story:

Jack (Dean Stockwell) arbeitet für das Weisse Haus und wird in Ungarn, nachdem er von einem Wolf gebissen wurde, zu einem Werwolf. Als er in die USA zurückkehrt, tauchen kurz Zeit später die ersten Leichen auf. Politik und Polizei ermitteln…

Meine Meinung:

Der Werwolf von Washington hat mir nicht gefallen. Der Film wurde nur geschaut, da Bonusfilm der Das Monster von Tokio Blu-Ray. Letzterer wurde als Titel für den kommenden Horroktober ausgewählt. Da ich denke, dass mir auch Das Monster von Tokio wenig zusagen dürfte und das Set verkauft/entsorgt werden wird, guckte ich mir vor dem Oktober den Bonusfilm an. Der Werwolf von Washington lohnt sich definitiv nicht.

Der Low-Budget-Film versucht sich als Horror-Satire. Vorbild sind politische Seitenhiebe auf die damalige Politik um US-Präsident Nixon, wenn ich das in Reviews richtig gelesen habe. Davon habe ich keine Ahnung (bin Jahrgang 1985), so dass diese Politik-Szenen für mich total lahm und uninteressant sind. Und leider nehmen besonders diese Szenen viel Platz ein. Wirkliche Horrorparts gibt es nicht. Nicht Mal von echtem Grusel würde ich sprechen.

Der Plot ist lächerlich, unglaubwürdig, unlustig und einfach langweilig. Der Film fesselt nicht und es wird keine Spannung oder Stimmung generiert. Auch die Szenen, die in Ungarn spielen sollen, haben null Atmosphäre (ok, auch die Bildqualität war jetzt alles andere als der Hit). Die mir unbekannten Darsteller waren auch nicht wirklich toll und die Figuren eigentlich durchs Band wenig sympathisch, das Schauspiel wenig glaubhaft. Gore oder coole Verwandlungsszenen gibt es nicht zu sehen.

Fazit: Zeitverschwendung!

Infos:

O: The Werewolf of Washington

USA 1973

R: Milton Moses Ginsberg

D: Biff McGuire, Clifton James, Beeson Carroll, Jane House, Michael Dunn, Thayer David

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 87:55 Min.

Gesehen am: Ende August 2023 / Anfang Sept. 2023

Fassungen: Der Film ist als Bonusfilm auf der deutschen Blu-Ray von Das Monster von Tokio enthalten = durchschnittliche Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch, keine Subs, Uncut.

Mittwoch, 13. September 2023

Bodies Bodies Bodies


Bodies Bodies Bodies

Story:

Sophie (Amandla Stenberg) und ihre Freundin Bee (Maria Bakalova) fahren zu einer Party. Diese eskaliert, als David (Pete Davidson) sterbend vorgefunden wird. Wer ist der Killer?

Meine Meinung:

Bodies Bodies Bodies wird als Mix aus Slasher, Horror- und Komödie bezeichnet. Eine Mördersuche und die Frage nach dem Motiv im Generationen Z-Setting. Reiche und oberflächliche Teens in ihren 20ern feiern eine Tornado-Party, ehe ein Mitglied tot aufgefunden wird. Wer ist der Täter? Das ist der Inhalt dieser A24 (Pearl) Produktion. Ich fand schon den Trailer kaum ansprechend. Kein Film, denn ich mir gekauft hätte. Ich bekam die DVD geschenkt und daher guckte ich mir den Film an.

Bodies Bodies Bodies kann gut einmal geschaut werden. Dennoch kein Film für die Sammlung und/oder der lohnt, nochmals angesehen zu werden. Der Film war mehr oder weniger unterhaltsam und spannend im Sinne von «Wer ist der Täter?» / «Was ist passiert?» / «Wie endet der Film»? Die Schauspielleistungen waren gut, aus dem wenigen Budget wird alles rausgeholt und das Ende mochte ich (überraschend). Fast eine Art Kammerspiel.

Einige Fragen bleiben jedoch unbeantwortet. Ein echter Slasher ist der Film in meinen Augen nicht. Dazu ist der Film viel zu harmlos, es gibt zu wenig Action, kaum Gore. Echter Grusel oder Thrills sind Fehlanzeige. Ich würde nicht Mal von Horror sprechen. Eine Satire (Abgesang auf die Generation Z) trifft es da besser. Die Figuren dürften der «heutigen Norm» entsprechen. Ziemlich alle Figuren sind nervtötend und unsympathisch. Die Musik traf auch überhaupt nicht meinen Geschmack, passt aber perfekt zu den Figuren und dem Setting. Der Film war zwar nicht sonderlich toll, aber immerhin unterhaltsam.

Fazit: Nicht wirklich und höchstens für einen langweiligen Abend geeignet…

Infos:

USA 2022

R: Halina Reijn

D: Amandla Stenberg, Maria Bakalova, Pete Davidson, Myha'la Herrold, Lee Pace, Rachel Sennott

Laufzeit der US-DVD: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 22.08.23

Fassungen: Vom Kumpel bekam ich die US-DVD (nur die Disc, da anscheinend ein Blu-Ray/DVD-Set gewesen) von Lions Gate geschenkt = sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Soll im Oktober in Deutschland von Sony erscheinen.

Sonntag, 6. August 2023

Pearl

Pearl

Story:

 

1918 USA:

 

Pearl (Mia Goth) wächst unter der strengen und religiösen Hand ihrer Mutter (Tandi Wright) auf. Zusammen betreiben sie den Hof und kümmern sich um ihren kranken Vater/Ehemann (Matthew Sunderland), während Pearls Ehemann (Alistair Sewell) für den Krieg eingezogen wurde.

 

Meine Meinung:

 

Pearl soll die Vorgeschichte von X erzählen, in welcher Mia Goth auch mitwirkt (jedoch eine andere Rolle). Beides sind A24 Produktionen und wie bereits in X führt auch hier Ti West Regie. An allzu viel aus X kann ich mich nicht erinnern. Netter Retro-Look und Blutgericht in Texas Vibes. War gut. Pearl mochte ich auch, wenn nicht sogar mehr. Auch wenn der Film schlussendlich nichts Neues bietet.

 

Das mag überraschen, da Pearl der bedeutend harmlosere und ruhigere Film ist. Der Film ist ein Mix aus Retro, Backwood (Erneut: Blutgericht in Texas und Eaten Alive), Drama (à la Carrie), Horror und Satire. Ich nahm den Film vor allem als satirische Charakter-Studie wahr. In der Hinsicht ist der Film toll anzusehen. Mia Goth spielt irrsinnig. Ihr Spiel mit der Mimik, ihr psychopathisches Lächeln oder ihr Monolog am Ende sprechen Bände. Was für eine Leistung von ihr, die mir in anderen Filmen nie bewusst aufgefallen ist (Suspiria, Nymphomaniac Vol. 2).

 

Ansonsten trifft es der Carrie Vergleich ganz gut, auch wenn es par Klischees gibt, auf die hätte Verzichtet werden können (Pearl ist Deutscher Abstammung). Der religiöse Wahn und die Isolation kommen gut zur Geltung und machen glaubhaft, welcher Qual Pearl ausgesetzt ist. Einzelne Serienkiller-Motive kommen glaubhaft rüber (sich zuerst an Tieren vergehen, später an Menschen). Das ist evidenzbasiert. Der Film ist unterhaltsam und sieht gut aus. Vor allem Intro und Abspann sind im netten Retro-Look gehalten.

 

Der Film ist wenig blutig und die Morde sind wenig explizit. Auf ein-zwei Szenen (CGI-Krokodil) hätte verzichtet werden können. Die Angriffe sind aber stimmungsvoll in Szene gesetzt und auch gut gefilmt. Um nötiges Kleingeld zu kaschieren, wohlmöglich. Aber eine gute Lösung. Obwohl nicht explizit, sind die Szenen nett anzusehen (die Szene mit der Axt vor dem Finale). Dafür gibt es sonst paar eklige Szenen zu sehen (Nasenrotz, Maden auf Schwein etc.). Cool! Das Ende ist gelungen und das Warten darauf lohnt sich. Wer X mochte, kann bei Pearl bedenkenlos einschalten.


Gefolgt von: MaXXXine

 

Infos:

 

O: Pearl

 

USA, Kanada 2022

 

R: Ti West

 

D: Mia Goth, Tandi Wright, Matthew Sunderland, Alistair Sewell, David Corenswet, Emma Jenkins-Purro

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 103 Min.

 

Gesehen am: 27.06.23

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lions Gate vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Die Disc stammt aus einer Blu-Ray/DVD-Combo-Fassung und ich bekam die DVD vom Kumpel geschenkt. Soll in Deutschland von Turbine erscheinen. Es gibt noch kein Vö-Datum.

Montag, 28. November 2022

Piggy Review


Piggy

Story:

 

Die adipöse Jugendliche Sara (Laura Galán) wird während den Sommerferien von einer Mädchen-Gang schikaniert, gedemütigt und gemobbt. Doch bald wendet sich das Blatt auf unerwartete Art und Weise…

 

Meine Meinung:

 

Mit dem spanischen Fantasy Film Fest Beitrag Piggy spendiert Regisseurin Carlota Pereda ihren Langfilm zu ihrem im Jahr 2018 veröffentlichten Kurzfilm (15 Min.) Piggy. Mit dabei ist der adipöse Star des Kurzfilmes, Laura Galán, welche glaubhaft und stark agiert. Mit viel Fett zum Detail! Den Film hätte ich dazumal gerne am ZFF dieses Jahres gesehen, aber an allen Daten musste ich arbeiten. Nun habe ich die Sichtung in Zürich in einem der vielen Arthouse-Kinos nachgeholt.

 

Und? Hat sich die Reise nach Zürich dafür gelohnt? Leider heisst die Antwort «nein, definitiv nicht!». Piggy wirkt wie ein typischer 08/15-Festivalfilm und typischer "aus einem Kurzfilm machen wir nun einen Spielfilm Film". Das geht oft auch besser (Terrifier 2*, Smile), aber nicht selten lohnt sich das eben auch nicht, wenn ich andere Festival-Filme in Betracht ziehe (Frank & Zed). Und leider lohnt das auch im Fall von Piggy nicht wirklich.

 

*Terrifier 2011

 

Zwar ist der Mix aus Sozialkritik (Mobbing, Schönheitswahn, Social Media), Satire, Horror/Backwood und Coming of Age nicht uninteressant, aber die Motive einzelner Figuren oder diverse Handlungsstränge sind unglaubwürdig und/oder werden nicht erklärt. Das Ende gefiel mir nicht. Vor allem jene, die eine blutige Rache-Geschichte erwarten und hoffen, dass die Mobber genau das bekommen, was sie verdienen, dürften enttäuscht werden. Den Kurzfilm Piggy kenne ich nicht, daher kann ich keine Vergleiche liefern, ob das Ende identisch blieb oder für den Spielfilm geändert wurde. Zudem gab es zu wenig Inhalt für die Laufzeit. Zur Hälfte war der Film auch viel zu dunkel, so dass ich den Film nicht wirklich empfehlen kann.

 

Fazit: Dann doch lieber Filme wie Raw (Grave)!

 

Infos:

 

O: Cerdita

 

Spanien 2022

 

R: Carlota Pereda

 

D: Claudia Salas, Carmen Machi, Pilar Castro, Camille Aguilar, Mabel del Pozo, Julián Valcárcel, Laura Galán

 

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 90 Min.

 

Gesehen am: 09.11.22

 

Fassungen: In Zürich im Arthouse Kino gesehen = Spanischer O-Ton, deutsche Subs, Uncut. In Bern lief der Film nur in Deutsch. Soll in Deutschland am 02.12.22 auf DVD/Blu-Ray erscheinen (Deutsch/Spanisch mit Subs).