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Donnerstag, 22. August 2024

Rivalen unter roter Sonne

Rivalen unter roter Sonne

Story:

1870: Wilder Western, Zug Richtung Washington:

Der Zug wird von den zwei Gangstern Link (Charles Bronson) und Gauche (Alain Delon) und ihren Männern überfallen. Nebst Geld wird auch ein japanisches Schwert gestohlen.  Gauche verrät Link und versucht diesen zu töten. Verletzt, aber nicht tot, schwört Link Rache. Er wird zudem von dem Samurai Kuroda (Toshirô Mifune) begleitet. Sein Meister gibt ihm sieben Tage Zeit, das Schwert zurückzubringen, während Link vor allem am gestohlenen Geld interessiert ist…

Meine Meinung:

Europäischer Western von Terence Young (Verflucht sind sie alle, Liebesgrüße aus Moskau) mit der damaligen Crème de la Crème des europäischen und internationalen Kinos. So sehen wir hier Namen wie Charles Bronson (Ein stahlharter Mann), Alain Delon, Toshirô Mifune (The Three Treasures, Princess from the Moon, Seven Samurai) und Ursula Andress (Mountain of the Cannibal God) in einem Film vereint. Mit Charles Bronson und Ursula Andress hat Regisseur Terence Young schon in anderen Produktionen zusammengearbeitet (James Bond jagt Dr. No, The Valachi Papers, Kalter Schweiss).

Der Film wirkt mehr wie ein amerikanischer Western, als ein Italo-Western. Der Film nimmt bereits Motive des späteren Buddy Movies vorneweg, indem er hier zwei untypische Parteien zu einer Zusammenarbeit zwingt. Zum einen Gangster Link, stark gespielt von Charles Bronson, zum anderen den japanischen Samurai gespielt von Toshirô Mifune. Wohl einer seiner besten Rollen, welche ich bisher sah. Das gibt dem Plot neue Reize und macht den Film teilweise auch amüsant und lustig, statt nur unterhaltsam. Der Film ist relativ harmlos und nicht mit düsteren Italo-Western aus jener Zeit zu vergleichen.

Der Plot ist dabei wenig originell und der Film ist in meinen Augen, trotz Spitzen-Cast, kein Kracher. Dafür fehlt dem Film das gewisse Etwas. Aber dennoch bietet Rivalen unter roter Sonne durch und durch einen hohen Unterhaltungswert und ist aufwändig und gut inszeniert. Es gibt Explosionen, echte Szenen mit Feuer, eine Lokomotive, Stunts (viele Pferde die zu Boden gehen) und am Ende viele Action-Momente, als unter Trio bei ihrer individuellen Abrechnung von einer Horde Indianer gestört wird. Rivalen unter der Sonne ist übrigens der einzige Film mit Alain Delon, den ich kenne. Ihm zu Ehren, der Star des europäischen Kinos der 60er und 70er starb im August 2024, wurde der Film neu gesichtet.

Fazit: Kein wirklicher Must Have Titel, aber für Fans der genannten Stars (Charles Bronson, Alain Delon, Toshirô Mifune, Ursula Andress) auf jeden Fall nicht uninteressant!

Infos:

O: Red Sun

Frankreich, Italien, Spanien 1971

R: Terence Young

D: Charles Bronson, Alain Delon, Toshirô Mifune, Ursula Andress

Laufzeit der deutschen DVD: 109:06 Min.

Gesehen am: 2015 / Neusichtung: 18.08.24

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Kinowelt vor = Wendecover, Uncut, Deutsch/Englisch mit Untertiteln (hervorragende deutsche Synchronisation), sehr gute Bild- und Tonqualität. Den gibt gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray.

Dienstag, 31. Januar 2023

Seven Samurai Review

Japanuary 2023

Seven Samurai

Story:

Ein Dorf mit Farmern sucht nach Samurai um sich vor bewaffneten Banditen zu schützen. Sieben Samurai (u.a. Toshirô Mifune) werden gefunden und ins Dorf gebracht, wo die Vorbereitungen für die kommende Schlacht beginnen…

 

Meine Meinung:

 

Der Japanuary 2023 wird mit dem epischen und wegweisenden s/w Klassiker Seven Samurai von Akira Kurosawa abgeschlossen, der viele Filme, Filmemacher und Genres inspiriert hat. Mich haben Szenen an Shaw Brothers Werke von Chang Cheh (Heldensterben) oder ans spätere Italo-Western Genre (Schlamm und Duelle im Finale) erinnert. Der Erfolg gibt dem Film sicherlich recht.

 

Klassiker hin oder her, mit der Personalakte Akira Kurosawa kenne ich mich kaum aus. Ich glaube, ich kenne nur einen seiner Filme (Sanjuro). Die Filme sind mir einfach zu alt, deshalb wenig Interesse. Seven Samurai ist für mich persönlich auch kein Kracher und kein Film für die Sammlung. Die DVD lag unendlich viele Jahre ungesehen rum. Abgeschreckt hat mich die sehr lange Laufzeit von 206 Filmminuten. Stolze Laufzeit!

 

Der Plot war mir aus Seven Samurai Ablegern bekannt. Der Plot nimmt sich für die Figuren und dessen Charaktereigenschaften Zeit. Es dauert auch, bis die Mission erfüllt und die sieben Samurai gefunden, zusammengestellt und ins Dorf gelangen. Das nimmt die erste Stunde ein. Danach folgt Strategie und Ausbildung der Dorfbewohner und im Finale gibt es die Konfrontation mit den Banditen. Etwa so würde ich den Film einschätzen. Im Mittelteil gibt es eine musikalische Intermission. Da fühlte ich mich an Stummfilme (z.B. den Start in King Kong) erinnert.

 

Jetzt aber zur Frage, die alle beschäftigt: Wird der Film seinem Ruf gerecht? Nein, leider nicht wirklich! Ich halte Seven Samurai für überbewertet. Da waren mir 08/15 Ableger, z.B. Seven Warriors aus Hong Kong (1989) deutlich lieber. Die Gründe sind schnell gesagt: für mich war der Film deutlich zu lang (206 Minuten Laufzeit). Zudem mochte ich den Humor nicht. War doof. Und ausgerechnet Toshirô Mifune (Swords of Vengeance) spielt der Kasper und Sprücheklopfer. Nervend.

 

Abgesehen davon kann ich kaum motzen: das Schauspiel, die Optik (z.B. bereits der Vorspann), Kameraeinstellungen (Grab am Ende), Aufnahmen (Finale im Regen und Schlamm oder das brennende Wasserrad) und speziell die Musik waren eine klasse für sich und lassen erahnen, warum die Filme von Akira Kurosawa dazumal so erfolgreich waren! Mit einer weniger langen Laufzeit und Verzicht von Klamauk / Overacting hätte durchaus ein Kracher entstehen können! In der Form jedoch kein Film für meine Filmsammlung.

 

Fazit: Wird seinem Ruf nicht gerecht! Seven Samurai kann man Mal schauen, aber definitiv kein Must See Titel!

 

Infos:

 

O: Shichinin no samurai

 

Japan 1954

 

R: Akira Kurosawa

 

D: Toshirô Mifune, Takashi Shimura, Keiko Tsushima, Yukiko Shimazaki, Kamatari Fujiwara, Daisuke Katô, Isao Kimura

 

Laufzeit der US-DVD: 206:27 Min.

 

Gesehen am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Criterion (The Criterion Collection) vor. Die 1. Auflage. Spätere Auflagen sollen qualitativ besser sein. Ich empfand die Bild- und Tonqualität als gut. Uncut, O-Ton und englische Subs vorhanden wie auch Extras und ein Booklet. In Deutschland als Die Sieben Samurai von New KSM auf DVD raus (Deutsch/Jap. Mit deutschen Subs). Wer eine Blu-Ray Ausgabe möchte, sollte zur US- oder UK-Variante greifen (The Criterion Collection #2 / BFI).

Freitag, 9. Februar 2018

The Three Treasures Review




The Three Treasures

Story:

Prinz Yamato Takeru (Toshirô Mifune) soll nicht zum König ernannt werden. Böse Mächte schmieden eine List, in welcher der König und Vater des Prinzen, nicht involviert ist. So wird Prinz Yamato Takeru auf eine gefährliche Mission geschickt, welche viele Gefahren beherbergt, in der Hoffnung, diese nicht zu überleben…

Meine Meinung:

The Three Treasures, auch bekannt unter dem englischen Titel The Birth of Japan, stellte 1959 den damals 1000. Film der Toho Studios dar. Dementsprechend aufwändig und episch wurde der Film in Szene gesetzt mit einer stolzen Laufzeit von drei Stunden.

Praktisch alle bekannten Namen der Toho Studios (mit Ausnahme von Akira Kurosawa) sind im Film vertreten, wobei ich die Mehrheit nicht kenne mit Ausnahme vom Star Toshirô Mifune in der Hauptrolle (und in einer Erzählung im Film noch in einer weiteren Rolle als Gottheit). Toshirô Mifune ist ein grosser des japanischen Kinos. Viele seiner Filme wurden auch international (auch in Deutschland) veröffentlicht und/oder spielte er auch in internationalen Streifen mit. Beispiele: Shogun (sehenswerte TV Mini Serie), Rivalen unter roter Sonne (zusammen mit Charles Bronson), Zatoichi Meets Yojimbo (Shintarô Katsu Vs. Toshirô Mifune) oder Wenn er in die Hölle will, lass ihn gehen (US-B-Action).

Er macht seinen Job erste Klasse. Er ist mit Herz dabei, was man dem Film in jeder Sekunde ansieht. Toshirô Mifune wirkte nie in einem japanischen Monsterfilm (Genre Kaijū), hier darf er aber Mitte des Filmes gegen ein achtköpfiges Monster bzw. Drachen kämpfen, grandiose Szene, eines der vielen Highlight des Filmes.

Wie gesagt – der Film ist sehr aufwändig und episch in Szene gesetzt. Es handelt sich um einen Mix aus Abenteuer- und Fantasy-Film – NICHT um einen Samurai- oder Monsterfilm. Die Erzählungen der japanischen Mythologie um Götter wurde in Nebenplots und als Erzählungen in die Geschichte eingebettet. Die Sets diesbezüglich sind spektakulär, fantasievoll und optisch einfach ein Leckerbissen geworden. Allgemein ist der Film wunderschön gefilmt: tolle Sets, bezauberndere Hintergründe und Landschaftsaufnahmen, eindrucksvolle Effektarbeiten.

Der Film nimmt sich inhaltlich viel Zeit. Es gibt auch nicht so viel Action – aber wenn es zu Actionszenen kommt, sind diese, wie bereits erläutert, eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die Gefühle und Wandlungen der Figuren sind ebenso beeindruckend und nachvollziehbar, die Story jedoch weitaus weniger komplex als zunächst vermutet. Die filmischen Highlights bestehen aus meinem Geschmack aus:

- Götter Erzählungen
- Toshirô Mifune Vs. den achtköpfigen Drachen plus ganze Vorgeschichte
- Toshirô Mifune und seine Armee Vs. die zwei «bösen Brüder»
- Seesturm
- Toshirô Mifune auf Wildschweinjagd und Flucht vor dem Feuer
- Finalkampf
- Erdbeben und Vulkanausbruch inklusive Lava-Tod für viele Kämpfer am Ende

Auch dramatische Szenen, Liebesgeschichten und Humor (Tochter welche in eine Haarspange verwandelt wird) dürfen in dem Film nicht fehlen. Episch und jedem Fan des japanischen Kinos zu empfehlen!

Infos:

O: Nippon tanjô

Japan 1959

R: Hiroshi Inagaki

D: Toshirô Mifune, Yôko Tsukasa, Akihiko Hirata, Kyôko Kagawa, Takashi Shimura

Laufzeit der jap. LD: 181 Min.

Gesehen am: 25.12.17

Fassungen: Ich bin im Besitz von zwei Fassungen. Einmal der wunderschönen Original Laserdisc aus Japan ohne englische Untertitel, Uncut (Kostenpreis: 120 USD), und um den Film zu verstehen lag mir zusätzlich die US-Bootleg DVD vor – eine Kopie der jap. DVD mit englischen Untertiteln. Die Bildqualität ist sehr gut, die englischen Subs absolut professionell. Sogar die Credits sind englisch untertitelt worden. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Dez. 2017). Es gibt eine spanische DVD (Japanisch mit spanischen Subs) und es gibt den Film, sehr rar und selten, in Hong Kong von Mei Ah auf VCD und Laserdisc. Mir nicht bekannt ob englische Subs vorhanden. Zur HK VCD habe ich ein Review gefunden, mit Info, dass der Film, da drei Stunden Laufzeit, nur mit den ersten zwei Stunden auf beiden Discs bespielt wurde. Die letzte Stunde fehlt. Warum nicht eine 3. Disc beigelegt wurde ist mir nicht bekannt. Scheint ein Fehler (Qualitätskontrolle) von Mei Ah zu sein. Ob das bei der HK Laserdisc auch zutrifft, ist mir nicht bekannt aber anzunehmen…Somit scheint es keine Uncut Fassung offiziell in Japanisch mit englischen Subs zu geben. Schade, dass diesem tollen Film ausserhalb Japans nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde...