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Samstag, 11. Juli 2026

Sleep No More

NIFFF 2026 Spezial

Sleep No More

Story:

Nach dem Tod ihrer Mutter, die in einer Perückenfabrik arbeitete, beginnen deren Töchter zu ermitteln und stellen fest, dass es in der Perückenfabrik schon diverse mysteriöse Todesfälle gab…

Meine Meinung:

Sleep No More ist ein wirklich interessanter Film. Ich war schon erstaunt, als ich las, dass sich der Regisseur nur «Edwin» nennt. Von Edwin kenne ich keine anderen Filme. Neue indonesische Horrorfilme sah ich in den letzten Jahren, vor allem auf Filmfestivals oder auch Zuhause (vor allem Remakes von Rapi Films Klassikern), schon einige. Die meisten haben mich nicht überzeugt und taugten nur für eine Sichtung und/oder fanden erst gar nicht den Weg in die Sammlung.

Sleep No More ist wahrscheinlich der beste neue indonesische Horrorfilm, den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Das aufgrund der fantasievollen und innovativen Story, die sich erst Mal von anderen Geister-Filmen aus Indonesien abhebt. Es muss auch klar gesagt werden, dass es viele Dinge gibt, die im Film nicht erklärt werden und die übernatürlich und phantastisch sind. Das dürfte nicht allen gefallen. Stark waren handgemachte Monster- und Verwandlungsszenen, die ich in dem Film nicht erwartet hätte.

Als ich die Kreatur im Finale sah, war das einfach nur schön. Wobei es schon zuvor viele praktische Effekte zu sehen gibt. In einzelnen Momenten fühlte ich mich an Filme wie Exte: Hair Extensions, Das Ding aus einer anderen Welt, Bride of Re-Animator, Seeding of a Ghost sowie Street Trash erinnert. Und das heisst schon was. Toll war auch, wie schnell der Film nach seiner inhaltlichen Abschliessung, endet. Sofort wie zu guten alten Shaw Brothers Zeiten. Kein langes blablabla. Die Darsteller waren solide bis gut. Inhaltlich gibt es eine sozialkritische Note à la Species (Kritik an den Arbeitsbedingungen).

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Monster Pabrik Rambut

Indonesien, Singapur, Japan, Deutschland, Frankreich 2026

R: Edwin

D: Rachel Amanda, Lutesha, Iqbaal Dhiafakhri Ramadhan

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 96 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Sonntag, 21. Juni 2026

Nurses for Sale

 

Nurses for Sale

Story:

Es herrscht eine Pandemie. Im Dschungel werden Krankenschwestern von Gangstern und Menschenschmugglern entführt. Gleichzeitig wird ein Kapitän (Curd Jürgens) beauftragt, einen Impfstoff ins Land zu bringen…

Meine Meinung (US-Fassung):

Nurses for Sale hat eine kuriose Entstehungsgeschichte hinter sich. Ausgangsmaterial war ein deutscher Film aus dem Jahr 1971 namens Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli von Rolf Olsen (Blutiger Freitag, Shocking Asia 1 + 2). Al Adamson und der Produzent von Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli einigten sich Mitte der 70er darauf, dass Adamson das Originalwerk als Englisch synchronisierte Fassung erhält. Er entfernte rund 1/3 des Ausgangsmaterials und drehte, je nach Quellen, 10-20 Minuten an neuen Erotikszenen, die in den Plot integriert wurden. Der Film sollte als Erotikfilm mit Krankenschwestern in billigen Autokinos Kasse machen.

Mir hat Nurses for Sale nicht gefallen. Egal ob es die neuen Szenen von Al Adamson (Cinderella 2000) oder die Szenen des Originalfilmes angehen (die fand ich nochmals billiger und peinlicher). Der Film hat mir aus keiner Perspektive gefallen, unterhalten oder mich erfreuen lassen. Aus Exploitation-Sicht ist der Film einfach völlig harmlos, die neuen Szenen wirken wie Fremdkörper und der Humor der Deutschen ist peinlich, wie auch das Overacting oder der Englische Dub. Da schien damals so ein Zeitgeist-Phänomen gewesen zu sein, da Rolf Olsen mehrere «St. Pauli» Filme drehte.

Die Darsteller agierten amateurhaft, schlecht und am schlimmsten war die Tatsache, dass auch der Plot wirr und unzusammenhängend wirkt (kann natürlich auch daran liegen, dass in dieser US-Fassung viel vom eigentlichen Material fehlt). Der Film hat, obwohl er in der Al Adamson Fassung angenehme 68 Minuten läuft, dennoch massive Längen und fühlte sich leider deutlich länger als 68 Minuten an. Mir wurde beim Schauen sehr langweilig, sodass ich diesen billigen Versuch von Al Adamson, um Geld zu erwirtschaften, nur aus finanzieller Sicht gutheissen kann. Filmisch gesehen war das nichts.

Fazit: Zeitverschwendung!

Infos:

O: Nurses for Sale, Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli

USA, D 1976, 1971

R: Al Adamson, Rolf Olsen

D: Curd Jürgens, Johanna von Koczian, Angelica Ott

Laufzeit der US-Blu: Ca. 67 Min.

Gesehen am: 21.06.26

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (Al Adamson: The Masterpiece Collection) = Englischer Dub, keine Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Al Adamson hat aus dem deutschen Originalfilm von Rolf Olsen Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli viele Szenen entfernt und 10-20 Minuten eigen gedrehtes Material in den Plot eingefügt (mehrheitlich Erotikszenen). Die US-Fassung mit diesen neuen 10-20 Min. läuft nur 67 Minuten, während die deutsche Originalfassung 92 Min. läuft (gibt es in D auch Blu-Ray).

Samstag, 11. April 2026

Fahrt zur Hölle, ihr Halunken

Fahrt zur Hölle, ihr Halunken

Story:

Brad (Johnny Hallyday) macht sich auf den Weg nach Blackstone, was einigen Anwohnern den Schlaf raubt. Denn Brad hat nur ein Ziel: den Tod seines Bruders zu rächen und gestohlenes Geld zu finden…

Meine Meinung:

Wie schon Das Syndikat wurde Fahrt zur Hölle, ihr Halunken, ebenso eine Ko-Produktion zwischen Deutschland, Italien und Frankreich, zu Ehren von Mario Adorf angesehen, der vor paar Tagen in einem stolzen Alter dieses Leben verlassen hat. Die letzte Sichtung ist sehr lange her (2009), so dass ich mich auf den Ende der 60er Jahre Italo-Western von Sergio Corbucci (Compañeros, Django, Leichen pflastern seinen Weg) freute. Sergio Corbucci wurde mit seinem Kultfilm und Mithilfe von Star Franco Nero (Wenn Du krepierst - lebe ich) dank Django zur Legende im Italo-Western-Genre.

Der Film hat die 2. Sichtung bestanden, auch wenn ich jetzt einige Punkte fand, welche mir im Gegensatz zu früher, leicht missfielen. Kurz gesagt war mir der Tonfall des Filmes im Grossen und Ganzen zu wenig ernst und zu wenig düster. Im Gegenteil: der Film war mir zu harmlos und vor allem zu lustig. Dass viele der Szenen mit lustigen und komischen Momenten in der deutschen Fassung früher fehlten (nicht zensurbedingt), konnte ich sogar nachvollziehen. Vor allem der Spieler, der Brad immer als Freud betitelt und die «Randständigen», die im Finale sogar für ein 2. Finale sorgen, empfand ich als etwas doof und störend. Der Film hätte auch ohne diese Szenen, wenn nicht sogar besser, funktioniert.

Mario Adorf spielt hier El Diabolo. Eine Nebenrolle als mexikanischer Bandenanführer. Er kommt ab ca. Mitte des Filmes bis zum Finale vor. Er macht das sehr gut. Wie ich bereits in der Besprechung zu Das Syndikat anfügte, sehe ich ihn definitiv lieber in solchen Rollen statt als Helden. Die Hauptrolle spielt er mir unbekannte Johnny Hallyday, der vor allem als Sänger Karriere machte und dementsprechend in vielen Filmen mit solchen Settings zu sehen war. Er macht seinen Job auch ordentlich. In weiteren grösseren Rollen sind Françoise Fabian und Gastone Moschin zu sehen. Gastone Moschin (Die Zuhälterin) spielte bereits in The Sicilian Checkmate sowie Caliber 9 (wohl seine kultigste Rolle) an der Seite von Mario Adorf.

Fazit: Unterhaltsamer Italo-Western!

Infos:

O: Gli Specialisti

Deutschland, Frankreich, Italien 1969

R: Sergio Corbucci

D: Johnny Hallyday, Gastone Moschin, Françoise Fabian, Sylvie Fennec, Angela Luce, Serge Marquand, Gino Pernice, Mario Adorf

Laufzeit der deutschen DVD: 99:01 Min.

Gesehen am: Juli 2009 / 2. Sichtung: 10.04.26

Fassungen: Gesehen via deutsche DVD von Kinowelt = gute Bild- und Tonqualität (die deutsche Synchronisation ist exzellent), Uncut (ehemals fehlende Szenen sind in Franz. mit Untertiteln). Gibt es inzwischen in Deutschland von Filmjuwelen / AL!VE auf Blu-Ray.

Freitag, 10. April 2026

Das Syndikat

Das Syndikat

Story:

Kommissar Bertone (Enrico Maria Salerno) bekommt es mit diversen Fällen, Gangstern (u.a. Jürgen Drews, Franco Fabrizi) und der Presse, die die Polizei vor allem kritisiert, zu tun. Dann wäre da noch eine geheime Spezialeinheit, welche Gangster, die dem Justizapparat durch die Fänge gehen, eliminieren…

Meine Meinung:

Das Syndikat erfuhr zu Ehren von Mario Adorf (Der letzte Ritt nach Santa Cruz, Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale, Malastrana), der am 08.04.26 in Paris verstarb, eine Neusichtung. Ich sah den Film bisher nur einmal, was lange her ist (2012). Da der Film auf dem Blog noch nicht besprochen wurde und die letzte Sichtung lange her war, freute ich mich auf den Film. Der Film von Steno hat die Neusichtung bestanden, auch wenn ich den Film nicht ganz in die Sphären zu Krachern wie Der Tod trägt schwarzes Leder oder Milano Kaliber 9 zähle.

Dafür hatte der Film etwas zu wenig Action und es gab einige zu komische, lustige Momente, die nicht so wirklich zum Rest des Filmes passen wollen (z.B. die nächtliche Busfahrt mit Kommissar Bertone und der Presse mit dem «Sightseeing» der etwas anderen Art). Das diese in früheren deutschen Fassungen auch entfernt wurden, um den Film zu straffen, kann ich auf eine Art sogar nachvollziehen. Aber abgesehen von diesen zwei Details hat mir der Film, der an Filme wie Calahan (= Dirty Harry 2) oder Ruggero Deodatos Eiskalte Typen auf heissen Öfen erinnert, sehr gut gefallen.

Es handelt sich um eine Zusammenarbeit zwischen drei Ländern (Italien, Frankreich sowie Deutschland). Das erklärt dann auch den Cast um Mario Adorf oder Jürgen Drews, der im Film einen der zwei Gangster spielt, die von der Spezialeinheit gejagt werden. Wer Selbstjustiz-Inhalte mag (Ein Mann sieht rot und Co.), wird den Film mögen. Auch der Zeitgeist (die angeheizte politische Stimmung und die Unzufriedenheit der Bevölkerung) wurde gekonnt und amüsant eingefangen. Der Unterhaltungswert ist gegeben und die wenigen Actionmomente überzeugen auch.

Von den Figuren haben mir Enrico Maria Salerno (Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien) und Mariangela Melato (Mafian Kosto) als Reporterin am besten gefallen. Mario Adorf spielt eine Nebenrolle als Staatsanwalt. Ihn sehe ich definitiv lieber als Bösewicht. Schwach waren de Bösewichte: die wirken wenig charismatisch und bleiben blass. Da wäre es schön gewesen, wenn ein Name hervorgestochen hätte. Das Ende war etwas vorhersehbar. Etwas vom Besten, was der Film bietet, ist sein unglaublich toller Soundtrack. Jede Szene mit diesem (u.a. der ganze Vorspann) ist ein Genuss. Dieser stammt von Stelvio Cipriani (Piercing, Der Mann, der Venedig hiess, Gewalt über der Stadt).

Fazit: Sehenswerter Poliziotteschi!

Infos:

O: La Polizia ringrazia

Deutschland, Frankreich, Italien 1972

R: Steno

D: Enrico Maria Salerno, Jürgen Drews, Franco Fabrizi, Mariangela Melato, Mario Adorf

Laufzeit der deutschen DVD: 93:42 Min.

Gesehen am: Sept. 2012 / 2. Sichtung am: 10.04.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Colosseo Film / AL!VE vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut (früher zensierte Dialoge wurden mit deutschen Untertiteln versehen). Auf einer 2. Disc gibt es viele Extras (u.a. eine Doku in Spielfilmlänge). Die DVD kommt mit einem Schuber daher. Den Film gibt es vom gleichen Label inzwischen auch auf Blu-Ray.

Montag, 22. Dezember 2025

Mark of the Devil Part II Review

Mark of the Devil Part II

Story:

Hexenjäger Natas (Reggie Nalder) und sein Vorgesetzter Balthasar von Ross (Anton Diffring) haben es auf die Gräfin Elisabeth von Salmenau (Erika Blanc) abgesehen, nachdem ihr Ehemann eine Hexen-Folterung störte und dabei zu Tode kam…

Meine Meinung:

Als das deutsche Label Turbine Medien Hexen - Geschändet und zu Tode gequält angekündigt haben, war ich vor Freude aus dem Häuschen. Den Film gab es jahrelang nur in einer wenig ansehbaren Fassungen. Die holländische DVD z.B. war qualitativ ziemlich übel. Umso mehr freute ich mich auf eine fette Edition. Und den Film restauriert und in voller Pracht (mit Originalton und Originalbildformat) sehen zu können, sollte sich perfekt für eine Neusichtung anbieten.

Umso enttäuschter war ich nach der Sichtung des Filmes. Qualitativ gibt es an Vö nichts auszusetzen. Nach dem grossen Erfolg von Mark of the Devil wollten die Filmemacher scheinbar mit dem gleichen Konzept nochmals Geld machen. Doch leider erreicht Mark of the Devil Part II nicht die Qualität des Vorgängers. Alles ist eine Nummer kleiner ausgefallen. Einen tollen Soundtrack wie im ersten Film sucht man vergebens und auch bekannte Namen wie Udo Kier und Co. konnten nicht mehr gecastet werden.

Aus dem Vorgänger kehren nur Reggie Nalder und Johannes Buzalski zurück. Der Film wirkt weniger aufwändig, billiger und zum Teil leider auch unfreiwillig komisch und sogar trashig. Die 2-3 humorvollen Szenen wollen nicht Rest zum Rest des Filmes passen. Einen ähnlichen Plot wie im Vorgänger zu zeigen, war keine gute Idee. Der Film hat nicht gefesselt, zumal der Film auch deutlich harmloser ausgefallen ist als das Erstlingswerk. Die heutige FSK16 Freigabe überrascht mich daher kaum. Der Folter-, Nacktheits- und Blutgehalt ist zurückgefahren worden.

Erika Blanc (Kill Baby Kill, So Sweet… So Perverse, A Dragonfly for Each Corpse) als «Hexe» ist solide. Ebenso Anton Diffring (Love Letters of a Portuguese Nun, Faceless, Seven Deaths in the Cat’s Eyes). Regisseur Adrian Hoven ist, wie bereits im ersten Film, in einer kurzen Rolle zu sehen (diesmal nicht als Folteropfer). Andere Figuren sind mehr Karikaturen (der vergewaltigende Folterknecht und Fettsack Joachim Hackethal) und am schlimmsten am Film war das absolut nervende Kind. Das hat viele Punkte gekostet.

Fazit: Kommt nicht an Mark of the Devil heran!

Infos:

O: Hexen - Geschändet und zu Tode gequält

Deutschland 1973

R: Adrian Hoven

D: Reggie Nalder, Erika Blanc, Anton Diffring, Astrid Kilian, Dietrich Kerky, Joachim Hackethal, Johannes Buzalski

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 90:15 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 16.12.25

Fassungen: Die holländische DVD habe ich entsorgt/verkauft, nachdem Turbine ihre deutsche Blu/UHD Fassung angekündigt haben. Das Set kommt im Mediabook mit Booklet daher. Der Film ist Uncut und neu ab 16 Jahren freigegeben. Der deutsche O-Ton ist an Bord und die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Es gibt drei Discs: den Film als Blu-Ray, den Film als UHD und eine Bonus-Blu-Ray mit Extras.

Stromberg: Wieder alles wie immer Review

Stromberg: Wieder alles wie immer

Story:

Stromberg (Christoph Maria Herbst) und Co. (Diana Staehly, Bjarne Mädel, Oliver Wnuk, Milena Dreißig) werden zu einer Wiedersehen-Show eingeladen. Doch diese läuft nicht, wie geplant…

Meine Meinung:

Es ist noch gar nicht so lange her, da schaute ich mir alle fünf Stromberg-Staffeln sowie den Kinofilm (Stromberg - Der Film) an. Und nun kam mit Stromberg: Wieder alles wie immer, viele Jahre später, ein unerwarteter Versuch, Stromberg und Co. zu einem Comeback zu verhelfen. Ich war leicht skeptisch, da sich der Zeitgeist geändert hat. Würde der Humor und die Sprüche von Stromberg derb und politisch unkorrekt bleiben? Oder würde der «Woke-Virus» dem Treiben Einhalt gebieten?

Als ich in einem Forum las, dass der Humor genau so derb sei wie in der Serie, freute ich mich auf den Kinobesuch. Umso enttäuschter waren wir - und nicht nur wir, sondern auch die anderen Zuschauer hatten mehr erwartet. Der Film schielt, zumindest hier in der Schweiz, nur auf eine kleine Zielgruppe (das Kino war fast leer). Daher ist es unverständlich, dass der Humor mit angezogener Handbremse und zu vielen unnötigen Erklärungsversuchen auf die Leinwand gezaubert wurde. Leider war es definitiv nicht «alles wie immer».

Zudem wäre das alte Konzept besser gewesen. Der Plot verliert sich mit der Zeit und die ständigen Wechsel (Settings) sorgen für Längen. Inhaltlich und wo der Film hinsteuert, das gefiel mir nicht. Zu woke. Bernds Verhalten wird kritisiert, analysiert, moralisiert, entschuldigt und gerechtfertigt. Schade. Da wurde mit dem Zeitgeist-Phänomen schlecht umgegangen und vor der (Woken) Meinung gekuscht. Das ist schade, da diese ideologische Denkweise nur von einer Minderheit ausgeht (und, zumindest in der Schweiz, in meinem echten Leben kaum stattfindet).

Und das ist wirklich schade, denn es gab auch einige nette Sprüche und diverse Momente, die zum Schmunzeln anregten (wirklich lachen musste ich aber nie). Es war schön nostalgisch, die alten Recken aus der Serie und aus dem ersten Film wieder zu sehen. Das wirkte wie ein «Familientreffen» und war sympathisch, zumal Christoph Maria Herbst, Diana Staehly, Bjarne Mädel, Oliver Wnuk und Milena Dreißig das auch wunderbar toll gespielt haben. Leider nerven die neuen Figuren. Im Abspann wurde versucht, eine Art Zusammenfassung aus der Serie zu zeigen. Leider wurde auch da nicht auf die besten Szenen zurückgegriffen. Schade.

Fazit: Enttäuschender Comeback-Versuch. Besser die Serie nochmal schauen!

Infos:

O: Stromberg: Wieder alles wie immer

Deutschland 2025

R: Arne Feldhusen

D: Christoph Maria Herbst, Diana Staehly, Bjarne Mädel, Oliver Wnuk, Milena Dreißig

Laiufzeit der Kinoversion: Ca. 100 Min.

Gesehen am: 04.12.25

Fassungen: In der Schweiz im Kino gesehen = Uncut und im Deutschen Originalton. In Deutschland sollen die DVD und Blu-Ray am 30.06.26 erscheinen.

Sonntag, 30. November 2025

Hexen bis aufs Blut gequält Review

Hexen bis aufs Blut gequält

Story:

Österreich im 17. Jahrhundert zur Zeit der Hexenverfolgung:

Unschuldige (Udo Kier, Olivera Katarina, Gaby Fuchs, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Michael Maien) geraten in eine Fehde zwischen zweien Hexenjägern (Reggie Nalder, Herbert Lom) und dessen Männern (Johannes Buzalski, Herbert Fux)…

Meine Meinung:

Hexen bis aufs Blut gequält ist ein legendärer Exploitation-Film aus den 70ern, der heute wohl als Torture Porn Film betitelt worden wäre und somit Filmen à la Hostel und Co. den Rang abläuft. Hexen bis aufs Blut gequält, der in Deutschland lange verboten war und in den USA ein grosser Erfolg war, wurde zu Ehren von Udo Kier gesichtet. Udo Kier spielte in vielen sehenswerten Filmen die Hauptrolle (Blood for Dracula, Flesh for Frankenstein = für mich seine beste Rolle) und/oder markante Nebenrollen (Suspiria, Blade). Er verstarb diesen Monat.

Hexen bis aufs Blut gequält war, laut Udo Kier selbst, sein erster Farbfilm, in dem er mitwirkte. Er war damals noch ganz jung. Unvergessen sind seine Augen, die zu einem Markenzeichen von ihm werden sollten. Er spielt das sehr souverän und seine Rolle bringt einen Hauch Ethik und Dramatik in den Film, der sich augenscheinlich kritisch und geschichtlich präsentieren will, jedoch vor allem mit ausgewalzten Folter- und Gewaltszenen, darunter auch nackter Haut, Kasse machen wollte. Was den Filmemachern auch gelang.

Die Folterszenen sind auch heute besonders fies anzusehen. Interessant ist, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer gefoltert werden. Darunter ist auch Adrian Hoven (Castle of the Creeping Flesh), einer der beiden Regisseure des Filmes. Die Frauen wie Olivera Katarina, Gaby Fuchs (The Werewolf Versus the Vampire Woman) und Ingeborg Schöner sind mit vollem Körpereinsatz dabei und durften die Männerherzen erfreuen, während schmierige «Typen» und «Fressen» wie Reggie Nalder (spielte auch in der Fortsetzung mit), Herbert Lom (99 Women), Johannes Buzalski (Teenage Playmates) und Herbert Fux (Love Letters of a Portuguese Nun) ebenfalls zu Gefallen wussten. Tolle Charakter-Darsteller. Nebst Reggie Nalder ist auch Johannes Buzalski im 2. Teil zu sehen = die Vorfreude wächst. Lustig ist die Tatsache, gemäss meinem alten Review, das ich durch das Buch Deep Wet Torture auf den Film aufmerksam wurde. Das wusste ich nicht mehr…

Fazit: Herrlicher Schundklassiker mit grandioser Musik, die Cannibal Holocaust Vibes geniesst!

Gefolgt von: Hexen - Geschändet und zu Tode gequält

Infos:

Deutschland 1970

R: Michael Armstrong, Adrian Hoven

D: Udo Kier, Olivera Katarina, Gaby Fuchs, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Michael Maien, Reggie Nalder, Herbert Lom, Johannes Buzalski, Herbert Fux

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 97:16 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 25.11.25

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Turbine vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch (Deutsch ist der Originalton), viele Extras (Dokus, Interviews, Audiokommentar). Turbine haben den Film aus der Versenkung geholt (der Film war lange Zeit verboten).

Sonntag, 28. September 2025

Fitzcarraldo Review

Fitzcarraldo

Story:

Fitzcarraldo (Klaus Kinski) plant, im Dschungel eine Oper aufzuführen. Er wird von seinem Umfeld (Claudia Cardinale) unterstützt. Mit einer Crew (u.a. José Lewgoy, Paul Hittscher, Huerequeque Enrique Bohorquez, Miguel Ángel Fuentes) und einem Schiff macht er sich auf den gefährlichen Weg, seinen Traum zu verwirklichen…

Meine Meinung:

Vierte von fünf Zusammenarbeiten zwischen Regisseur Werner Herzog, einem Arthouse Regisseur, sowie Klaus Kinski (Crawlspace, Nosferatu in Venedig, Death Smiles on a Murderer). Beide verband eine Art Hassliebe. Die Filme wurden, auch im Ausland, zu grossen Erfolgen. Fitzcarraldo wurde zu Ehren von Claudia Cardinale, von der ich vom Kollegen noch weitere Filme empfohlen bekommen habe (Der Tag der Eule, Die Rache der Camorra, Der Aufstieg des Paten, Gewalt und Leidenschaft, Kennwort: Salamander), geschaut, welche vor einigen Tagen verstorben ist.

Von den ganzen Werner Herzog und Klaus Kinski Zusammenarbeiten hatte ich Fitzcarraldo als interessantesten Beitrag abgespeichert. Die bisher letzte und einzige Sichtung ist fast 20 Jahre her. Fitzcarraldo ist auch nach der 2. Sichtung ein nicht uninteressanter, ungewöhnlicher und auch mutiger Film. Der Film, an dem mehr als ein Jahr und unter schwersten und gefährlichen Bedingungen gedreht wurde, sollten sich Fans von Klaus Kinski nicht entgehen lassen. Claudia Cardinale kommt vor allem im ¼ und dann am Ende wieder vor. Sie ist jedoch während der Reise nicht anwesend.

Klaus Kinski hat das, wie auch der restliche Cast, fantastisch gespielt. Einfach ein wunderbarer Schauspieler. Absolut vielfältig. Es wurden auch echte Eingeborene für die Produktion gebraucht und Unmengen an Urwald abgeholzt (etwas, was vor allem junge Menschen in der Datenbank Letterboxd massiv kritisieren und gegen weisse, alte Männer hetzen). Eine Szene, in der die Eingeborenen die Neuankömmlinge mustern erinnerte mich leicht an Cannibal Holocaust, in der Robert Kerman von den (weiblichen) Stammesangehörigen «empfangen» und «untersucht» wird.

Der Film wirkt phasenweise mehr wie eine Doku, statt ein echter Spielfilm. Teilweise mutet der Film wie ein surrealer Traum an.  Der Aufwand, der betrieben wurde, ist eindrücklich. Der Grössenwahn von Fitzcarraldo kommt gut zur Geltung und übertragt sich auf den Zuschauer. Der Film entwickelt einen Sog, dem sich der Zuschauer nur schwer entziehen kann. Ich hatte das Ende jedoch falsch im Kopf. Ich dachte, es gäbe kein «Happy End». Daher war ich etwas enttäuscht, als es eines gab. Nach einer Nacht darüber schlafen, gefiel mir das Ende dann doch relativ gut. Es motiviert, auch an schier unmögliche Träume zu glauben. Das ist eigentlich eine schöne Metapher. Dennoch ist der Film mit seiner stolzen Laufzeit von ca. 150 Minuten zu lang geraten. Es gibt auch definitiv Längen.

Fazit: Ein interessantes Stück Filmgeschichte!

Infos:

O: Fitzcarraldo

Deutschland 1982

R: Werner Herzog

D: Klaus Kinski, Claudia Cardinale, José Lewgoy, Paul Hittscher, Huerequeque Enrique Bohorquez, Miguel Ángel Fuentes

Laufzeit der deutschen DVD: 150:45 Min.

Gesehen am: Sept. 2008 / Neusichtung am: 24.09.25

Fassungen: Gesehen via deutsche DVD-Box (= Klaus Kinski Werner Herzig Exklusiv Edition) von Arthouse/Kinowelt = Uncut, Deutsch/Englisch (gute deutsche Synchro), keine Untertitel, solide Bild- und Tonqualität (speziell die Bildqualität hat Luft nach oben, entspricht nicht mehr heutigen Standards). Dem Set liegt eine Doku bei (Die Last der Träume). Den Film gibt es in der Zwischenzeit vom gleichen Label auch auf Blu-Ray.

Donnerstag, 28. August 2025

Stromberg - Der Film Review

Stromberg - Der Film

Story:

Stromberg (Christoph Maria Herbst), der Chef der Schadensregulierung, macht sich zusammen mit einem Team (Milena Dreißig, Bjarne Mädel, Diana Staehly, Oliver Wnuk) auf zur 50. Jubiläumsfeier der Capitol. Während sein Team an eine grosse Feier denkt, denkt Stromberg an die Zukunft. Er hat nämlich erfahren, dass sein Standort geschlossen werden soll. Stromberg hat Hintergedanken und plant, in die Zentrale zu wechseln. Dafür ist ihm die Jubiläumsfeier als Sprungbrett gerade recht…

Meine Meinung:

2025 kommt ein neuer Stromberg Film in die Kinos. Wer hätte das gedacht? Stromberg war die deutsche Antwort auf die englische Serie The Office. Die Serie aus England fand mehrere Nachahmer. Auch in den USA wurde eine eigene The Office Variante veröffentlicht. In Deutschland war Stromberg das erfolgreiche Pendant von The Office. Die Serie brachte es auf fünf grandiose Staffeln und 2014 auf einen ersten Kinofilm, der nun, 2025, eine Fortsetzung erleben sollte.

Anfang Juni war ich nicht motiviert, Filme zu schauen. Ich arbeitete viel und daher sah ich mir sämtliche Staffeln von Stromberg an und danach auch noch gleich den Kinofilm, den ich seit 2014, als ich den im Kino sah, nicht mehr gesehen habe. Also nach über zehn Jahren folgte die 2. Sichtung. Die komplette Serie und den Kinofilm an praktisch einem Stück anzusehen, war gut und richtig. Ich empfand den Kinofilm weniger gut als die Serie.

Das liegt aber auch daran, dass in einer Serie mehr Abwechslung steckt und die Laufzeit der Episoden kürzer ist. Der Film war mir, vor allem gegen Ende, doch etwas «zu drüber» und auf der anderen Seite auch etwas zu lang (läuft über 120 Minuten). Das ist aber Meckern auf hohem Niveau.  Denn im Grossen und Ganzen macht der Film alles richtig und unterhält gut. Christoph Maria Herbst als Stromberg, wohl seine beste Rolle, die er je spielte, ist erneut köstlich anzusehen und regt zum Schmunzeln an. Was der für Sprüche raushaut, unglaublich. Halt die Deutschen…

Auch seine Co-Stars Milena Dreißig (Jennifer «Schirmchen» Schirrmann), Bjarne Mädel (Berthold "Ernie" Heisterkamp) oder Oliver Wnuk (Ulf) sind immer gern gesehen und amüsant fand ich es, Nebenfiguren aus der Serie im Film anzutreffen (Berkel, Turculu). Ob ich den Gastauftritt von «Erika Burstedt» dazumal im Kino überhaupt bemerkt habe, weiss ich nicht mehr. Und es lohnt sich, auch im Abspann sitzen zu bleiben. Dort kommen weitere Neben- und Gaststars (Becker oder der einarmige Gernot) aus der Serie zu Wort, so dass der Film selbst während des Abspannes zu unterhalten vermag.

Fazit: Wer die Serie mochte, kann sich bedenkenlos an den Kinofilm wagen!

Gefolgt von: Stromberg - Der neue Film

Infos:

O: Stromberg - Der Film

Deutschland 2014

R: Arne Feldhusen

D: Christoph Maria Herbst, Milena Dreißig, Bjarne Mädel, Diana Staehly, Oliver Wnuk, Sinan Akkus

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 123:21 Min.

Gesehen am: März 2014 / 2. Sichtung: 04.06.25

Fassungen: Ich sah den Film dazumal im Kino. Für eine 2. Sichtung lag mir nun die deutsche Blu-Ray von Sony Music vor = Wendecover, Uncut, O-Ton, viele Extras, sehr gute Bild- und Tonqualität.

Sonntag, 30. März 2025

Terminator 3 - Rebellion der Maschinen

Terminator 3 - Rebellion der Maschinen

Story:

Zehn Jahre nach Terminator 2 - Tag der Abrechnung:

John Conner (Nick Stahl) und sein ehemaliger Jugendflirt Kate Brewster (Claire Danes) werden von einem neuen Terminator (Kristanna Loken) attackiert. Doch auch ein neues Modell der alten Terminator Serie (Arnold Schwarzenegger) kehrt in die Vergangenheit zurück, um die beiden zu beschützen…

Meine Meinung:

Es gibt Film-Reihen, auf dessen Fortsetzungen hätte verzichtet werden können. So auch auf Terminator 3 - Rebellion der Maschinen. Den Film, den ich, glaube ich, nur im Kino sah, konnte mich nicht mehr überzeugen. Der Film hat die Neusichtung nicht bestanden und fliegt aus der Filmsammlung. Der Film ist, vor allem im Vergleich mit den Vorgängern (Teile 1 + 2) eine Schande und leider wirklich nur ein lieb- und seelenloses 08/15 Kommerz-Filmchen aus Hollywood, welches sich z.B. von heutigem Marvel-Mainstream Schund nicht zu unterscheiden scheint. Schade!

Störte mich schon leicht im 2. Teil die Harmlosigkeit und der vor allem im Director’s Cut der zusätzlich gezeigte Humor, so haben es die Filmemacher im dritten Teil deutlich übertrieben. Der Humor und die Sprüche, gerade von einer Legende wie Arnold Schwarzenegger, sind peinlich, unlustig, unpassend, schlecht und unangebracht. Schon der Beginn des Filmes, in welcher Arnie an einer Ladies Night eine Bar betritt, um Kleidung zu finden, was zum Fremdschämen wie auch der lächerliche Gastauftritt von Earl Boen.

Der Cast war grösstenteils auch nicht wirklich toll. Sogar Arnold Schwarzenegger wird von einem schwachen Drehbuch, seinem Alter und vor allem den miesen Dialogen im Stich gelassen. Kristanna Loken kann nie das Charisma eines Robert Patrick entflammen und ihre Dialoge sind ebenfalls lächerlich. Am schlimmsten war ausgerechnet Nick Stahl als John Conner. Eine absolute Fehlbesetzung. Dröhnt sich zu, trinkt, in Selbstmitleid zerfressen. Welch Klischees. Und dann unglaublich schlecht und unglaubwürdig gespielt…

Es gibt nur zwei Dinge, die nicht schlecht waren. Die Action am Anfang war sehenswert. Damit meine ich vor allem die längere Verfolgungsjagd auf der Strasse. Da ging unglaublich viel kaputt, es gibt Crashs, diverse Explosionen. Das hat Spass gemacht. Das war cool. Und die zweite Tatsache ist, dass der Film, egal wie ungut der ist, er ist nicht langweilig. Der Schund unterhält, legt ein hohes Tempo an den Tag und in den 104 Minuten Laufzeit wird es eigentlich nie langweilig. Das macht den Film nicht besser, aber erträglicher.

Fazit: Eine Fortsetzung, die die Welt nicht braucht!

Gefolgt von: Terminator - Die Erlösung

Infos:

O: Terminator 3: Rise of the Machines

USA, Deutschland, Grossbritannien 2003

R: Jonathan Mostow

D: Nick Stahl, Claire Danes, Kristanna Loken, Arnold Schwarzenegger, Earl Boen

Laufzeit der deutschen DVD: 104:40 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung: 18.01.25

Fassungen: Gesehen via Terminator Box von MGM, Kinowelt, Studiocanal und Columbia TriStar = Deutsche DVD-Box mit den Teilen 1-3 plus jeweils eine Bonus-Disc. Zu Teil 3: Uncut, Deutsch/Englisch mit Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray und UHD. Ich habe den Film auf Englisch mit Untertiteln gesehen.

Samstag, 15. März 2025

Robin Hood: Ghosts of Sherwood

Robin Hood: Ghosts of Sherwood

Story:

Robin Hood (Martin Thon) nimmt den Kampf gegen den reichen Sheriff of Nottingham (Tom Savini) auf. Nachdem Robin Hood im Kampf getötet wird, erwacht er dank einer Hexe (Anika Neubauer) wieder zum Leben. Später werden sie zu Zombies. Die Nichte vom Sheriff (Ramona Kuen) versucht nun, zusammen mit Little John (Kane Hodder) zu überleben…

Meine Meinung:

Der Film hat mich nie interessiert. Ich bekam den Film, mehr just for fun, vom Kollegen geliehen. Quasi als eine Art masochistischer Akt schaute ich mir diese miese Robin Hood-Verfilmung an (in 2D). Was soll ich sagen? Kurz: wie erwartet Scheissdreck! Alles an dem Film ist schlecht. Was kann man erwarten, wenn ein narzisstischer Möchtegern-Regisseur wie Oliver Krekel, sich als richtiger Filmemacher versucht? Das hat schon in Vergangenheit nicht funktioniert, und tut es auch jetzt nicht.

Der «legendäre» und «kultige» Label-Chef mit der grossen Klappe und viel «stinkendem Eigenlob», er liefert hier auch einen Cameo-Auftritt ab, wie das hier und da Jess Franco in seinen Arbeiten ebenso tat, führte mit Hilfe seiner Familie Regie und versuchte, einen internationalen Robin Hood Film im Horrorgewand zu drehen. Oliver Krekel, Gründer von Astro, war dabei auch für die bescheuerte Story und das wenig perfekte Editing zuständig. Nadine Krekel (seine Frau) hat den Film mitfinanziert. Sogar ihren Sohn liessen sie im Film integrieren. Wie bei einer echten Sekte.

Ich bin wahrlich kein Fan von Robin Hood. Die Idee, den Plot im Horrorgewand zu verpacken, hat eigentlich was. Etwas, was in letzter Zeit auch bei Motiven wie Comics oder Zeichentrickfiguren mehr und mehr Anwendung fand, da die Rechte ausgelaufen sind: Popeye the Slayer Man, The Mouse Trap (Micky Maus Horrorfilm) oder die schon veröffentlichten Winnie the Pooh: Blood and Honey sowie die Fortsetzung Winnie the Pooh: Blood and Honey 2. Ich nehme an, bei Robin Hood war es einfacher, die Rechte zu erwerben. Krekel würde wohl meinen, der Zeit Mal wieder voraus gewesen zu sein.

Der Film ist technisch auf keinem grossen Niveau. Auch als Horrorfan oder Sicht eines Splatter-Fans überzeugt der Film, der eigentlich sehr harmlos gehalten ist, nicht. Der Plot ist lahm und uninteressant und wird nicht Mal zu Ende erzählt. Zum Glück gab es nie eine Fortsetzung. Zwei Stunden absolut gähnende Langeweile mit hölzernen, miesen und unfreiwillig komischen Dialogen und «Schauspielern» aus der Hölle erwarten den Zuschauer. Martin Thon als linksradikaler (= die neuen Nazis) Robin Hood war absolut grottenschlecht. Totale Fehlbesetzung. Kane Hodder (Hatchet, Jason Goes to Hell: The Final Friday, Kill Her Goats) und Tom Savini (The Dark Half, Dawn of the Dead, From Dusk Till Dawn) sollten sich schämen, für den Film vor die Kamera getreten zu sein.

Fazit: Zeitverschwendung!

Infos:

O: Robin Hood: Ghosts of Sherwood

Deutschland, USA 2012

R: Oliver Krekel

D: Martin Thon, Tom Savini, Anika Neubauer, Ramona Kuen, Kane Hodder, Oliver Krekel

Laufzeit der deutschen DVD: 116:13 Min.

Gesehen am: 03.01.25

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von VZ-Handelsgesellschaft vor = 2D und 3D Fassung, Uncut, Deutsch/Englisch ohne Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es auch auf Blu-Ray.

Donnerstag, 13. März 2025

Der letzte Ritt nach Santa Cruz

Der letzte Ritt nach Santa Cruz

Story:

Banditen (u.a. Mario Adorf, Klaus Kinski) stehlen Geld und Entführern den Sohn eines Ex-Sheriffs. Ihr Ziel: Mexiko. Doch der Vater (Edmund Purdom) des Kindes ist ihnen auf der Spur…

Meine Meinung:

Das war ein Blindkauf, den ich 2019 in Zürich auf einer Filmbörse gekauft habe. Ich dachte bei den Namen wie Mario Adorf (Milano Kaliber 9, Malastrana, Mafian Kosto) und Klaus Kinski (Nosferatu in Venedig, Kinski – Ich brauche Liebe, Death Smiles on a Murderer) natürlich an einen Italo-Western. Leider falsch gedacht. Es handelt sich um einen österreichischen-deutschen Film aus dem Jahr 1964. Regie führte der Deutsche Rolf Olsen (Shocking Asia 1 + 2), der den grossartigen Blutiger Freitag realisierte.

Leider erreicht Der letzte Ritt nach Santa Cruz nie und nimmer Blutiger Freitag Qualitäten. Schade. Das wäre schon ein Hammer gewesen: «Italo Western» Setting und Grössen wie Klaus Kinski und Mario Adorf dabei, beide selbstverständlich als Bösewichte und in Hauptrollen. Der letzte Ritt nach Santa Cruz ist absolut ok, aber mehr nicht. Den Film kann man gut weggucken, wie man so schön im Volksmund sagt. Die besten Stellen kommen natürlich Mario Adorf und Klaus Kinski, wobei ich letzteren Aufgrund seines Outfits und der schlimm-miesen Bildqualität der deutschen DVD kaum erkannt habe.

Der Soundtrack ist nicht erwähnenswert und der restliche Cast war uninteressant. Die Actionsequenzen warn sehr unspektakulär. Dass wohl nicht wirklich viel Budget vorhanden war, sieht man dem Werk zu jeder Sekunde an. Es gibt, wenn ich mich korrekt erinnere, nicht einen Tropfen Blut zu sehen (ich mag unblutige Shoot-Outs nichts, da unrealistisch und theatralisch). Zudem sind der Film und der Wahnsinn, der von der Bande im Verlauf ausgeht, sehr harmlos. Da wäre mehr Härte wünschenswert gewesen. So wirkt Mario Adorf trotz allem nie wirklich wie die Bestie, wie er im Film dargestellt werden soll.

Fazit: Trotz grosser Namen enttäuschend. Besser Blutiger Freitag schauen!

Infos:

O: Der letzte Ritt nach Santa Cruz

Deutschland, Österreich 1964

R: Rolf Olsen

D: Edmund Purdom, Mario Adorf, Marianne Koch, Klaus Kinski, Marisa Mell, Walter Giller, Thomas Fritsch

Laufzeit der deutschen DVD: Ca. 93 Min.

Gesehen am: 03.01.25

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Eyecatcher Movies vor = Uncut, Deutscher O-Ton, falsches Bildformat, sehr schlechte Bildqualität, Uncut. Der Film wurde danach in Deutschland neu von Filmjuwelen / AL!VE auf DVD veröffentlicht. Ob diese qualitativ besser ist, weiss ich nicht. Ich denke aber schon. Es gibt keine Blu-Ray/UHD (Stand: Jan. 2025).

Samstag, 7. Dezember 2024

Kiss Me Monster

Kiss Me Monster

Story:

Diana und Regina (Janine Reynaud, Rosanna Yanni), die «roten Lippen», bekommen es in ihrem Urlaub mit einem neuen Auftrag zu tun. Auf einer Insel bekommen sie es mit einem verrückten Wissenschaftler und Co. (u.a. Adrian Hoven) zu tun…

Meine Meinung (Deutsche Fassung):

Kiss Me Monster ist die Fortsetzung von Rote Lippen, Sadisterotica. Wie schon beim Vorgänger, handelt es sich auch bei diesem Werk um eine Co-Produktion zweier Länder sprich Deutschland und Spanien. Daher unterscheiden sich diese Fassungen auch. Wer die Fortsetzung von Jess Franco mochte, wird auch die Fortsetzung mögen. Jess Franco (Night of the Skull, Death Whistles the Blues, The Sinister Dr. Orloff) fungierte erneut als Regisseur.

Es handelt sich um eine sexy Agenten-Klamotte. Zusammen mit dem bereits erwähnten Vorgänger Rote Lippen, Sadisterotica, Rififi in the City sowie Two Female Spies with Flowered Panties sicherlich der bisher beste Agenten-Film, den ich von Jess Franco sah. Mit sexy meine ich nicht spezifisch nackt und explizit, sondern einfach sexy. Die deutsche Synchronisation ist hervorragend und wertet den Film zusätzlich auf. Aus dem Vorgänger kehren auch Janine Reynaud (Castle of the Creeping Flesh) und Rosanna Yanni (In the Eye of the Hurricane) zurück. Beiden zuzuschauen und zuzuhören (ihren Dialogen und ihrer Coolness zu lauschen), macht einfach Spass.

Co-Star Adrian Hoven arbeite bereits mit Janine Reynaud in Castle of the Creeping Flesh zusammen. Er stand unzählige Male als Darsteller vor aber auch hinter der Kamera.  Obwohl er nur vereinzelt als Regisseur tätig war, konnte er sich, vor allem mit Mark of the Devil 1 + 2, in der Szene einen Namen machen. Jess Franco selbst legt auch, wie man das von ihm oft kennt, einen kurzen Gastauftritt hin. Der Film ist weder brutal noch wirklich erotisch oder sleazig, aber der Plot, der sehr an James Bond und Co. (Die Insel des Dr. Moreau, Zombies unter Kannibalen etc.) erinnert, ist spassig, kurzweilig und unterhaltsam, auch dank der kuren Laufzeit von unter 80 Minuten.

Fazit: Für Fans des Vorgängers zu empfehlen!

Infos:

O: Bésame Monstruo

Spanien, Deutschland 1969

R: Jess Franco

D: Janine Reynaud, Rosanna Yanni, Adrian Hoven

Laufzeit der US-Blu: Ca. 79 Min.

Gesehen am: 31.10.24

Fassungen: Siehe Two Undercover Angels!

Samstag, 26. Oktober 2024

Castle of the Creeping Flesh

Horroktober 2024

Castle of the Creeping Flesh

Story:

Eine Gruppe von Partygästen (u.a. Janine Reynaud) verlassen eine Party, um im abgelegenen Landhaus der Party-Organisators (Michel Lemoine) weiterzufeiern. Sie stossen jedoch auf ein altes Schloss, in welchem Graf Saxon (Howard Vernon) wohnt. Dort gehen merkwürdige Dinge vor sich und bald schon sind die Gäste diesen völlig ausgeliefert…

Meine Meinung:

Castle of the Creeping Flesh, ein deutscher Film vom Mark of the Devil Regisseur Adrian Hoven, stammt aus dem Jahr 1968 und bekam ich von einem Kumpel (glaube) geschenkt. Der Film, der im Original Im Schloß der blutigen Begierde heisst, war mir bis zu dem Zeitpunkt unbekannt. Da der Kumpel den Film jedoch nicht gross mochte, habe ich meine Erwartungen auch gesenkt. Und ich muss sagen: ja, der Film ist nichts für meine Sammlung.

Und dies trotz Adrian Hoven als Regisseur, trotz Jess Franco-Liebling Howard Vernon (The Other Side of the Mirror, The Sinister Dr. Orloff, A Virgin Among the Living Dead, Daughter of Dracula, The Bloody Judge) in einer der Hauptrollen, trotz surrealen Szenen und weiteren Exploitation-Szenen. Warum nicht? Der Plot war wirr und der Film und einzelne Szenen dienen nur ihrer Selbstzweckhaftigkeit. Damit sind Aufnahmen einer Herzoperation gemeint. Ellenlange Close-Ups von Herz-Operationen werden zum Selbstzweck im Mondo-Footage-Stil und als Füllszenen in den Plot integriert. Die Szenen nutzen sich ab.

Auch die Nacktszenen sind lahm und wenig erotisch. Nebst den vielen Szenen mit dem Herz sind es viele Nacktszenen, die die Tatsache zu kaschieren versuchen, dass wir es mit Castle of the Creeping Flesh schlicht um einen sehr langweiligen Film zu tun haben. Das Overacting der Figuren hat mir auch nicht gefallen. Auch Howard Vernon (The Howl of the Devil) konnte den Film nicht retten. In den Arbeiten von Jess Franco holte er mich mehr ab, überzeugte er mehr. Hier nicht. Besonders das Schauspiel von Michel Lemoine (Seven Women for Satan) war grenzwertig.

Janine Reynaud (Rote Lippen, Sadisterotica) fand ich auch schwach. Klar, sie zeigt viel von ihrem Körper, aber schauspielerisch gefiel sie mir in der Agentenklamotte von Jess Franco auch besser. Ihr wechselhaftes Schauspiel dort war mir lieber. Claudia Butenuth (What Have You Done to Solange?) ist übrigens in einer Doppel-Rolle zu sehen (Twist im Finale). Der Film hätte gerne stimmungsvoller sein dürfen. Übrigens waren mehrere der Stars im Jess Francos Succubus zu sehen. Da der Plot uninteressant ist, es zu vielen Längen kommt und die Figuren alle irgendwie schräg agieren, bleibt nicht viel Positives an dem Film haften. Schade.

Fazit: Nicht mein Fall!

Infos:

O: Im Schloß der blutigen Begierde

Deutschland 1968

R: Adrian Hoven

D: Janine Reynaud, Howard Vernon, Michel Lemoine, Elvira Berndorff, Claudia Butenuth, Jan Hendriks

Laufzeit der US-Blu: Ca. 83 Min.

Gesehen am: Okt. 2024

Fassungen: Mir lag die Region-All-US-Blu-Ray von Severin Films vor = Schuber, Uncut, Deutsch/Englisch mit Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Gibt es auch in Deutschland auf Blu-Ray (Subkultur Entertainment).

Montag, 8. Juli 2024

Cuckoo

NIFFF 2024

Cuckoo

Story:

Die 17jährige Gretchen (Hunter Schafer) zieht mit ihrem Vater und dessen neuer Frau und deren Tochter aus den USA in die deutschen Alpen in ein kleines Dorf. Dort passieren merkwürdige Ereignisse und Gretchen versucht, die dunklen Geheimnisse der Ortschaft, die sie bedrohen, zu entschlüsseln…

Meine Meinung:

Von Cuckoo einer amerikanisch-deutschen Co.-Produktion, wusste ich im Vorfeld kaum etwas. Ich nahm aber in Foren, Reviews und Social Media einen kleinen Hype um den Film wahr. Der Film wäre schon am BIFFF gelaufen, wo ich diesen bewusst ausgelassen hatte. Warum? Mir gefiel bereits Tilman Singer Luz nicht. Nun holte ich die Sichtung am NIFFF nach. Hat es sich gelohnt? Leider nein. Ich hätte auch hier den Film besser auslassen sollen. Und nach Luz und Cuckoo gesehen zu haben, werde ich meine Lehren ziehen: von Tilman Singer werde ich mir nie mehr einen Film ansehen.

Der Film bietet genau die Klischees und Machart, wie sie nur ein Deutscher in einem Horrorfilm unterbringen kann. Im negativen Sinne. Der Film hat weder gefesselt, noch unterhalten, noch war er wirklich lustig und gruselig schon gar nicht. Eine Spannung tut sich kaum auf und alle Figuren waren uninteressant, überzeichnet, nervend. Und dann kommen noch Diversität und Woke-Einflüsse dazu (die Behinderung der jungen Tochter, die scheinbar homosexuelle Gretchen = Hauptdarstellerin ist eine LGBTQ Aktivistin). Passt natürlich perfekt zu einem Regisseur aus Berlin (bzw. er lebt und arbeitet dort)…

Der Plot ist uninteressant und lässt den Zuschauer fast mit mehr Fragen zurück, als erklärt werden. Scheinbar wollte Tilman Singer viel zu viel im Film unterbringen. Die Umsetzung war aber schlecht. Das Editing und die Dialoge waren zum Teil auch miserabel. Und auch das Einbringen von amerikanischen Schauspielern wie Dan Stevens (Abigail, Apostle) hat nicht funktioniert. Er war mit seinem Overacting als Mad scientist schlicht erbärmlich. Und dass in einem deutschen Alpenort alle nur Englisch sprechen, war auch beknackt.

Fazit: Schlechter Film. Zeit- und Geldverschwendung.

Infos:

O: Cuckoo

USA, Deutschland 2024

R: Tilman Singer

D: Hunter Schafer, Jessica Henwick, Dan Stevens, Marton Csokas, Astrid Bergès-Frisbey

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 102 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen in Deutsch, Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024).

Samstag, 6. Juli 2024

Des Teufels Bad


NIFFF 2024

Des Teufels Bad

Story:

1750 Oberösterreich:

Agnes (Anja Plaschg) heiratet Wolf (David Scheid). Statt bei der Schwiegermutter Mutter Gänglin (Maria Hofstätter) zu wohnen, beziehen Wolf und Agnes ein eigenes Haus. Doch nach dem ersten Glück, macht sich bei Agnes Frust, Einsamkeit und Unglück breit. Sehr zum Leidwesen von Wolf und Mutter Gänglin. Deren Reaktionen üben auf Agnes viel Druck aus, an dem sie zu zerbrechen droht…

Meine Meinung:

Vom Duo (Severin Fiala, Veronika Franz) der vergangenen NIFFF Filme Field Guide to Evil (eine Episode) und The Lodge kommt mit Des Teufels Bad ein interessantes Werk daher, welches auf wahren Begebenheiten und authentischen Aufzeichnungen beruhen soll. Also eine Art «True-Crime» Film (der Vergleich ist jetzt sehr weit von mir hergeholt) und psychologisches Drama verpackt im «Mittelalter» Setting. Cool. Ich war froh, am NIFFF einen Film in Deutsch schauen zu können, dass tut gegen die Müdigkeit gut. Dennoch war ich oft froh um die Untertitel, da natürlich nicht das heutige Deutsch gesprochen wird.

Der Film startet gleich mit einem Ausrufezeichen (Frau, die ein Baby einen Wasserfall runterwirft und exekutiert wird), welches jedoch wichtig für den weiteren Verlauf des Filmes sein sollte. Dass dies üblich war, wusste ich nicht. Vor dem Abspann informiert der Film mit Texteinblendungen darüber. Des Teufels Bad aka The Devil's Bath ist ein humorloser Slow-Burner, der sich langsam entwickelt und dabei optisch wunderschön und stimmungsvoll eingefangen und inszeniert wurde. Ich habe anhand des Trailers (nur kurz reingeschaut) eher einen Film à la The Witch erwartet, aber damit hat Des Teufels Bad nichts zu tun. Hexen sind in dem Film kein Thema.

Das Leidwesen von Agnes wird dabei glaubhaft dargestellt. Man leidet mit ihr mit. Der mir total unbekannte Cast war hervorragend. Ansonsten ist der Film schnörkellos kühl und steril in Szene gesetzt: ungeschönt und ohne Verluste wird das damalige Leben gezeichnet. Ein älteres Paar, welches neben mir sass (die Kinovorstellung war voll), sind mehrfach zusammengezuckt und/oder mussten bei einigen Szenen wegschauen (Maden, Wunden, Tier-Gore, Exekutionen, Barbierchirurgen). Diesbezüglich trifft die Gewalt unverhofft auf den Zuschauer. Nur das Ende war, irgendwie, grotesk übertrieben aber dennoch nicht uninteressant.

Fazit: Am 1. NIFFF Tag gleich die 1. positive Überraschung, so darf es gerne weitergehen!

Infos:

O: Des Teufels Bad

Österreich, Deutschland 2024

R: Severin Fiala, Veronika Franz

D: Anja Plaschg, Maria Hofstätter, David Scheid, Natalya Baranova, Lukas Walcher

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 121 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024 / 2. Sichtung (Blu-Ray): 13.02.26

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen in Deutsch mit Subs, Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024). Nachtrag Feb. 2026: 2. Sichtung nach dem NIFFF. Gefällt noch immer. Der Film hat eine spezielle Atmosphäre, ist stimmungsvoll und überzeugt durch Bilder, Musik und Schauspiel, statt durch Schockeffekte (auch wenn es hier und da einige fiese und/oder eklige Szenen zu sehen gibt). Die deutsche Blu-Ray von Plaion Pictures hat ein Wendecover, ist Uncut (ab 16 Jahren freigegeben), hat zum Glück deutsche Untertitel und die Bild- und Tonqualität sind sehr gut.