Das Syndikat
Story:
Kommissar Bertone (Enrico Maria Salerno) bekommt es mit diversen Fällen, Gangstern (u.a. Jürgen Drews, Franco Fabrizi) und der Presse, die die Polizei vor allem kritisiert, zu tun. Dann wäre da noch eine geheime Spezialeinheit, welche Gangster, die dem Justizapparat durch die Fänge gehen, eliminieren…
Meine Meinung:
Das Syndikat erfuhr zu Ehren von Mario Adorf (Der letzte Ritt nach Santa Cruz, Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale, Malastrana), der am 08.04.26 in Paris verstarb, eine Neusichtung. Ich sah den Film bisher nur einmal, was lange her ist (2012). Da der Film auf dem Blog noch nicht besprochen wurde und die letzte Sichtung lange her war, freute ich mich auf den Film. Der Film von Steno hat die Neusichtung bestanden, auch wenn ich den Film nicht ganz in die Sphären zu Krachern wie Der Tod trägt schwarzes Leder oder Milano Kaliber 9 zähle.
Dafür hatte der Film etwas zu wenig Action und es gab einige zu komische, lustige Momente, die nicht so wirklich zum Rest des Filmes passen wollen (z.B. die nächtliche Busfahrt mit Kommissar Bertone und der Presse mit dem «Sightseeing» der etwas anderen Art). Das diese in früheren deutschen Fassungen auch entfernt wurden, um den Film zu straffen, kann ich auf eine Art sogar nachvollziehen. Aber abgesehen von diesen zwei Details hat mir der Film, der an Filme wie Calahan (= Dirty Harry 2) oder Ruggero Deodatos Eiskalte Typen auf heissen Öfen erinnert, sehr gut gefallen.
Es handelt sich um eine Zusammenarbeit zwischen drei Ländern (Italien, Frankreich sowie Deutschland). Das erklärt dann auch den Cast um Mario Adorf oder Jürgen Drews, der im Film einen der zwei Gangster spielt, die von der Spezialeinheit gejagt werden. Wer Selbstjustiz-Inhalte mag (Ein Mann sieht rot und Co.), wird den Film mögen. Auch der Zeitgeist (die angeheizte politische Stimmung und die Unzufriedenheit der Bevölkerung) wurde gekonnt und amüsant eingefangen. Der Unterhaltungswert ist gegeben und die wenigen Actionmomente überzeugen auch.
Von den Figuren haben mir Enrico Maria Salerno (Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien) und Mariangela Melato (Mafian Kosto) als Reporterin am besten gefallen. Mario Adorf spielt eine Nebenrolle als Staatsanwalt. Ihn sehe ich definitiv lieber als Bösewicht. Schwach waren de Bösewichte: die wirken wenig charismatisch und bleiben blass. Da wäre es schön gewesen, wenn ein Name hervorgestochen hätte. Das Ende war etwas vorhersehbar. Etwas vom Besten, was der Film bietet, ist sein unglaublich toller Soundtrack. Jede Szene mit diesem (u.a. der ganze Vorspann) ist ein Genuss. Dieser stammt von Stelvio Cipriani (Piercing, Der Mann, der Venedig hiess, Gewalt über der Stadt).
Fazit: Sehenswerter Poliziotteschi!
Infos:
O: La Polizia ringrazia
Deutschland, Frankreich, Italien 1972
R: Steno
D: Enrico Maria Salerno, Jürgen Drews, Franco Fabrizi, Mariangela Melato, Mario Adorf
Laufzeit der deutschen DVD: 93:42 Min.
Gesehen am: Sept. 2012 / 2. Sichtung am: 10.04.26
Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Colosseo Film /
AL!VE vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut (früher zensierte Dialoge wurden
mit deutschen Untertiteln versehen). Auf einer 2. Disc gibt es viele Extras
(u.a. eine Doku in Spielfilmlänge). Die DVD kommt mit einem Schuber daher. Den
Film gibt es vom gleichen Label inzwischen auch auf Blu-Ray.
