Fifteen
Story:
Ligia und Mayte (Greta Martí, Macarena Oz) werden bald 15 Jahre alt und freuen sich auf ihre Quinceañera (= «ein traditionelles lateinamerikanisches Fest zum 15. Geburtstag eines Mädchens»). Doch als Ligia von ihrem Freund, der infiziert scheint, schwanger wird, hat das ungewollte Folgen und die Quinceañera wird anders, als erhofft…
Meine Meinung:
Fifteen ist ein mexikanischer Beitrag und ein Mix aus Sozialkritik (Abtreibungen, Klassenunterschied, Mobbing, Gesellschaftliche Erwartungen), Coming of Age, Komödie und Body- sowie Schwangerschaftshorror und erinnert dabei inhaltlich an Filme wie Carrie oder Ginger Snaps. Der Film ist kein Kracher, aber am heutigen ersten NIFFF-Tag fühlte ich mich während Fifteen am besten unterhalten, was meine drei Vorstellungen betrifft.
Ich sah am NIFFF zwar schon bessere Coming of Age Filme (= Alpha, Grave), aber auch schlechtere (= Mi bestia) oder in etwa gleich gute (Teddy, It Lives Inside). Fifteen war für meinen Geschmack mehr oder weniger unterhaltsam, auch wenn es hier und da einige Mängel und Hänger gab. Manchmal ging der Film ein Schritt vorwärts, und danach gleich wieder zwei Schritte zurück. Das Brüder-Regisseuren-Paar ist zumindest in Mexiko für ihre Independent-Filme bekannt. Vor Fifteen drehten sie bereits einen Horrorfilm mit Bodyhorror-Elementen (The Containment).
Fifteen hat mir vor allem deshalb gefallen, da sich der Film nicht ernst nimmt, ich ihn auf eine Art und Weise wirklich auch amüsant fand, es praktische Effekte gab statt CGI Gore (auch wenn nur wenige) und am besten waren die zwei jungen Schauspielerinnen Greta Martí und Macarena Oz. Die waren herausragend. Auch die anderen Jung-Darstellerinnen haben Spass gemacht, auch wenn ihre Rollen bewusst überzeichnet dargestellt wurden (z.B. die reiche Göre). Da haben die Filmemacher aber auch gekonnt damit gespielt. So wird z.B. die Figur, die am meisten nervt, am Ende am brutalsten getötet.
Von den beiden Mädels scheint zumindest Greta Marti keine Erfahrungen im Filmgeschäft zu haben. Ein beachtliches Debüt. Einige der Erwachsenendarsteller spielten bereits in Genre-Filmen mit, welche ich auch am NIFFF oder am BIFFF gesehen habe (Huesera: The Bone Woman, Deus Irae). Richtig spannend ist der Film nicht, dennoch fühlte ich mit den Mädels mit und hoffte, dass am Ende beide wieder zusammenfinden. Dass ich mit den Figuren sympathisiert habe, spricht auch für die Inszenierung.
Inhaltlich und wie der Film inszeniert wurde, wirkte der Film aber hier und da steinig. Nach Nachvollziehbarkeit und Logik sollte nie gesucht werden. Wer den Film zu realistisch nimmt, dürfte sich dabei den Kopf zerbrechen. Mehr Tempo, mehr Horrorparts und mehr handgemachte Effekte wären dem Film sicher gutgestanden. Dass es jedoch bei solchen Independent-Produktionen nicht unendlich Budget für Effekte gibt, sollte sich jedoch auch von selbst verstehen.
Fazit: Absolut ok!
Infos:
O: Quince
Mexiko, Argentinien 2026
R: Jack Zagha Kababie, Yossy Zagha
D: Greta Martí, Macarena Oz, Aminta Ireta, Enrique Arreola, Mercedes Hernández, Cloe Juresa Furgan
Laufzeit der Kinofassung: Ca. 97 Min.
Gesehen am: NIFFF 2026
Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit
englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli
2026).


