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Freitag, 6. November 2026

Bruce Lee Fights Back from the Grave

 

Bruce Lee Fights Back from the Grave

Story:

Han Wook (Jun Chong) sucht in Amerika nach den Mördern seines Freundes. Unterstützt wird er dabei von Sally (Deborah Dutch)…

Meine Meinung:

Aka Visitor of America. Aka The Stranger. In den USA gedrehter Bruceploitation-Beitrag aus Südkorea von Regisseur Lee Doo-yong (The Haunted Villa, The Early Years). Der Film, der einen coolen Englischen Titel und ein noch cooleres Artwork (z.B. als japanische VHS) ziert, ist solide und anspruchslos unterhaltsam. Am Anfang des Filmes sehen wir Bruce Lees Grab, in welches ein Blitz einschlägt und die Legende wieder zum Leben erweckt. Dennoch geht es danach mit einem eigenständigen Charakter und nicht mit einem «Fake Bruce Lee» weiter. Speziell ist, dass der Film fast ausschliesslich mit Ausländern gedreht wurde.

Nur Jun Chong (Street Soldiers) in der Hauptrolle stammt aus Südkorea und mind. noch die Namen Kim Mun-ju sowie Kim Mun-ju (Crush, The Neckless Murderess). Die Mehrheit der grossen Nebenrollen und Gegner von Jun Chong sind jedoch westlicher Art. Der Film ist okay, aber kein Kracher. Dennoch wurde ich ohne Erwartungen relativ gut unterhalten. Die erste Hälfte ist die ruhigere, in der 2. wird dann mehr und mehr gekämpft. Da erinnert der Film fast etwas an ein Videospiel, wenn Jun Chong von Setting zu Setting und somit von Zwischengegner zu Zwischengegner gelangt. Wo mich der Film hingegen unerwartet überrascht hat, war das eigentlich traurig Ende, welches ich nicht als wirkliches Happy End betiteln würde. Die Stille und Trauer, die vom gebrochenen Jun Chong ausgeht, wurde stark eingefangen.

Jun Chong hat seinen Job sehr solide erledigt. Die Kampfszenen versuchen vor allem realistisch zu sein. Zwar sind einige der Dialoge ziemlich billig, sinnfrei und mies (z.B. als sich Jun Chong von Sally verabschieden will und ihre daraufhin folgenden Dialoge), dennoch wird es dank der 2. Hälfte, in der es immer mehr Kämpfe zu sehen gibt, besser. Auch Sally, gespielt von einer während den Dreharbeiten 17jährigen Deborah Dutch (laut KI soll sie doch schon volljährig gewesen sein, da einige Datenbanken falsche Geburtsdaten angeben), machte ihre Sache gut. Vor allem in Korea soll sie danach sehr bekannt gewesen sein. Sie sollte später in einigen Erotik- und Horrorfilmen mitwirken (z.B. Dinosaur Island und Co.). Der Cast ist mir ansonsten unbekannt, aber solide.

Fazit: Bruceploitation-Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: America bangmungaeg

Südkorea, USA, HK (je nach Quelle) 1976

R: Lee Doo-yong

D: Jun Chong, Deborah Dutch, Debby Tebora, Bae Su-cheon. Anthony Bronson, Kim Mun-ju

Laufzeit der japanischen VHS: 84:11 Min.

Gesehen am: Aug. 2008 / Neusichtung am: Nov. 2026

Fassungen: Für meine Erstsichtung im Aug. 2008 lag mir die US-DVD von Quality / Direct Source vor = Englischer Dub, wahrscheinlich Uncut, durchschnittliche Bild- und Tonqualität (VHS Master), Vollbild. Für die Neusichtung lag mir die VHS von Tohokushinsha Home Video aus Japan vor, welches ich von meinem Japan-Dealer geschenkt bekam. Auch hier nur Vollbild (vielleicht ganz wenig mehr Bild an den Seiten und etwas schärfere Bildqualität als bei der DVD), Englischer Dub mit japanischen Subs, wahrscheinlich Uncut und mit wunderschönem Artwort. In Deutschland heisst der Film Bruce Lee - Noch aus dem Grab schlage ich zurück. Dort gibt es den Film bisher auch nur auf VHS. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Nov. 2026). O-Ton Fassungen (z.B. eine VHS aus Südkorea) sind mir nicht bekannt.

Donnerstag, 5. November 2026

Godzilla Minus Zero

Godzilla Minus Zero

Story:

Japan 1949:

Zwei Jahre nach den Ereignissen in Godzilla Minus One bekommt es Japan mit einem neuen Monster zu tun…

Meine Meinung:

Ich sah nur einen einzigen Trailer zu Godzilla Minus Zero und ich weiss gar nicht mehr wo. Bewusst im Internet oder unbewusst während einer Kinovorstellung? Ich weiss es nicht mehr. Leider wurde mir die Monster-Überraschung bereits vor der Sichtung verdorben, da in einem YouTube Kommentar und in einem Satz in einem Forum gelesen. Auf der anderen Seite macht der Film mit dem Auftauchen eines neuen Monsters auch absolut kein Geheimnis. Es taucht schon in den ersten fünf Minuten des Filmes auf und dessen Schreie sind im Trailer zu hören. In Godzilla Minus Zero bekommt es Godzilla mit King Ghidorah zu tun.

Ich war gespannt auf die Fortsetzung. Der letzte Godzilla Teil, den ich bisher nur einmal im Kino sah, habe ich als sehr gut in Erinnerung. Der Film war auch ein sensationeller Erfolg inklusive Gewinn eines Oscars für die besten visuellen Effekte. Toho liess daher und wenig überraschend erneut Regisseur Takashi Yamazaki (Returner) auf dem Regiestuhl Platz nehmen und aus dem Vorgänger kehrten mehrere Schauspieler für ihre Rollen zurück, z.B. Ryunosuke Kamiki (The Great Yokai War) als Ex-Pilot, Minami Hamabe (Ace Attorney) als dessen Freundin, Sae Nagatani als deren «Tochter», Yuki Yamada sowie Yuki Yamada (beide spielen zu 95% im zweiten Film jedoch keine grosse Rolle mehr) plus Hidetaka Yoshioka (Das Dorf der acht Grabsteine) als Wissenschaftler und noch 2-3 andere, die ich vergessen habe.

Ich ging neutral an den Film. Ich habe nichts über den Film gelesen und sah mir auch keine weiteren Trailer an. Ich wusste nicht Mal die Inhaltsangabe. Ich hörte nur, dass der Film brutal und düster sei. Nach der Sichtung bleibe ich doch mit relativ gemischten, zu einem grossen Teil auch unbefriedigenden Gefühlen zurück. Es wäre mehr möglich gewesen. Deutlich mehr. Ich könnte sogar von einer Potenzialverschwendung sprechen. Obwohl ich Godzilla Minus One, den Vorgänger, bisher noch nicht aufgefrischt habe, habe ich den besser als Godzilla Minus Zero in Erinnerung. Es gibt doch mehrere Dinge in der Fortsetzung, die mich gestört haben. Die ärgerlich waren. Im Grossen und Ganzen gab es für meinen Geschmack schlicht einfach zu wenig Monster, zu wenig Kämpfe und zu wenig Action. Das ist schade, denn genau diese Szenen sind teilweise wirklich sehr gelungen, teilweise nahezu hervorragend und teilweise und in Zusammenhang mit dem alten Godzilla Theme auch wirklich episch. In 2-3 Szenen wurde es extrem episch, aber nur sehr kurz und so schnell wie das Gefühl entstand, so schnell war es leider auch wieder weg, da die besagten Momente zu kurz waren. Jammerschade!

Die Spezialeffekte waren gut bis überwältigend. Vor allem die Nahaufnahmen der Monster (Münder, Mäuler, Mutationen, abgerissene Gliedmassen und Zeitlupenaufnahmen) waren der Wahnsinn. Daher einmal mehr umso bedauerlicher, dass es für die Laufzeit von 125 Minuten nur so wenig Monster und Zerstörungen zu sehen gab. Godzilla Fans sei gesagt, dass ihr Liebling sogar noch weniger vorkommt. Ich glaube, der taucht in der ersten Stunde gar nicht auf (was mich nicht störte, da King Ghidorah dafür viel Screentime bekommen hat). Was mich störte war das Verhältnis Monster Vs. Menschen und ihre Traumata. Einen Kaiju schauen Fans wegen den Monstern, Monsterkämpfen und den Zerstörungen, nicht wegen den Menschen. In Godzilla Minus Zero gab es zu viel Menschen und zu viel Drama und zu wenig Monster und zu wenig Action. Einige Sub-Plots (z.B. der alte Mann, der sich an den Amerikanern für Hiroshima rächen will) fand ich auch wirklich affig, störend, repetitiv (dreimal sehen wir die gleichen Hiroshima Flachbacks) und hätte ich daher, um den Film zu straffen, entfernt. Auch dass überhaupt Amerikaner im Film vorkommen, fand ich blöd. Diese Szenen hätte man, wie auch die Tatsache, dass die Freundin des Piloten Godzillas Erbteil in sich trägt (was dem Ganzen fast eine Art Superhelden-Vibe beschert), alle weglassen können. Das ewige USA-Bashing und die ewige Sicht aus der Opferrolle heraus kann ich inzwischen irgendwie auch nicht mehr sehen. Einzelne dramatische Momente trugen nichts zum Plot bei und waren einfach uninteressant, kitschig oder nervend. Damit ist vor allem die Tochter im letzten Viertel und nach dem Finale gemeint. Die ist mir am Ende echt auf den Sack gegangen, was Punkte gekostet hat (Gut habe ich nur Katzen Zuhause!). Was ich im Finale auch schade fand ist die Tatsache, dass man überhaupt nicht sieht, was mit King Ghidorah passiert ist. Dessen Zerstörungen wird nämlich gar nicht richtig gezeigt. Unbefriedigend…

Fazit: Technisch und was die Monsterszenen angehen ein Genuss. Leider wird dieser Genuss durch ein zu melodramatisches und zu vollgestopftes Drehbuch nie richtig entfaltet und dann ist der «Spuk auch vorbei»… 

PS: Immerhin motiviert mich der Film, alle hier im Blog fehlenden Godzilla Filme im Januar zum Japanuary innerhalb eines Monats chronologisch anzusehen! 

Infos:

O: Gojira -0.0

Japan 2026

R: Takashi Yamazaki

D: Ryûnosuke Kamiki, Minami Hamabe, Sae Nagatani, Yuki Yamada, Kuranosuke Sasaki, Jun Kunimura, Miou Tanaka

Laufzeit der Originalversion: Ca. 135 Min.

Gesehen am: Nov. 2026

Fassungen: Im Kino gesehen: Japanischer O-Ton und deutsche Subs, IMAX-Vorstellung, Uncut (ab 16 Jahren freigegeben). Eine deutsche DVD, Blu-Ray oder UHD sind noch nicht angekündigt (Stand: Nov. 2026).

When the Kung Fu Hero Strikes

 

When the Kung Fu Hero Strikes

Story:

Mei Ji (Hu Chin) und Qiang Han (Sek Kin) und ihre Untergebenen (Eddy Ko) betreiben Menschenhandel und Zwangsprostitution im grossen Stil. Mei Ji lockt Kang Tai (Wong Yuen-San) in die Organisation. Als dieser jedoch die schmutzigen Hintergründe der Organisation erkennt, ist es bereits er spät. Er ist ein Teil der Bande und als eine Frau stirbt, nimmt der Druck zu. Immer mehr und mehr stellt sich Kang Tai seinen Vorgesetzen entgegen bis er das Gesetz in die eigene Hand nimmt…

Meine Meinung:

Aka The Virgin Mart. When the Kung Fu Hero Strikes scheint ein eher unbekannter Film aus Hong Kong zu sein. Der Film aus dem Jahr 1974 stammt von Kao Pao-Shu (The Cannibals, The Jade Fox, Bandits, Prostitutes & Silver, The Desperate Chase) und erinnert an den Hong Kong-Film Kung Fu Stars sowie an Kao Pao-Shus Female Fugitive. Manch einer dürfte erstaunt sein, dass ausgerechnet eine Frau einen solchen Inhalt auf die Leinwand gezaubert hat. Ähnlich wie bei deutschen Sex-Klamotten geht es in When the Kung Fu Hero Strikes nämlich grösstenteils auch amüsant und eher lustig als schockierend zu und her, trotz kontroversen Inhalten wie Menschenhandel und Zwangsprostitution.

Ich hatte an dem Mix aus Sleaze, Komödie und Kung-Fu-Action inklusive Selbstjustiz-Inhalten (Finale) Freude. Kao Pao-Shu bringt ihre eigenen Shaw Brothers Erfahrungen gekonnt im Film ein. So werden hier alle Figuren bis hin zu Gastrollen mit ihren englischen Namen eingeblendet erwähnt, wie das auch in einigen Shaw Brothers Filmen der Fall war. Es gibt viele Kampfszenen und diese sind sehr solide. Abgesehen von einem gewissen Overacting der Gangster (und einige comicartige Toneinfälle) wird auf Klamauk verzichtet, was dem schmuddeligen Treiben gutzustehen bekommt.

Besonders Freude und zum Schmunzeln anregend waren die Darbietungen von Hu Chin (The Deadly Silver Spear, Dreaming Fists with Slender Hands, The Demons in the Flame Mountain) als «Puffmutter» sowie Sek Kin (Enter the Dragon, The Mysterious Heroes, The Virgin Sword) als Boss hinter der Organisation. Die zwei haben wirklich köstlich agiert. Vor allem Sek Kin, der öfters ernste Rollen spielte, war hier in einer mehr amüsanten Rolle eine willkommene Abwechslung. Sie kommen fies zur Geltung, wenn sie z.B. anhand von Fotos über die Vergangenheit und Schicksale ihrer Mädchen erzählen und lachen.

Eddy Ko (Ruthless Law, Cunning Kids, Hitman in the Hand of Buddha) spielt einmal mehr solide einen Bösewicht und den Haupthandlanger der Bande. Abzüge gibt es bei Wong Yuen-San (Little Superman, For Whom to Be Murdered, The Good and the Bad), da er einfach zu naiv agiert. Zudem sind einzelne Momente im Finale schon fast unfreiwillig komisch, wenn Wong Yuen-San eine Klippe runterfällt, hinter einem Auto hergezogen wird und später nochmals zwei Abhänge hinuntergestossen wird (u.a. einen steinigen Abhang zu einer Stauseemauer hinunter) und das alles problemlos überlebt. In den Kampfszenen macht er jedoch wirklich eine gute Figur. Ebenso auch Eddy Ko. Die Choreographie erinnerte an jene von Liu Chia-Liang (stammt aber nicht von ihm). Gegen Ende wird der Film ernster, dramatischer und härter. Nackte Tatsachen (Brüste) gibt es wie Kampfszenen viele zu sehen. Das Ende des Filmes ist typisch und soll abschreckend wirken = Selbstjustiz zahlt sich nicht aus.

Fazit: Unterhaltsames Mitte der 70er Jahre Kung-Fu-Kino aus HK!

Infos:

O: Fan Mai Ren Kou

HK 1974

R: Kao Pao-Shu

D: Betty Ting Pei, Sek Kin, Eddy Ko, Hu Chin, Wong Yuen-San, Elaine Jin, Hon Yee-Sang, Tong Tin-Hei, Fung Ngai, Lily Chen Ching

Laufzeit der libanesischen VHS: 91:43 Min.

Gesehen am: Nov. 2026

Fassungen: Gesehen via VHS aus dem Libanon = Ocean Shores Master, solide Bild- und Tonqualität (recht anständiger, Englischer Dub mit arabischen Subs), sah bis auf eine Szene Uncut aus (erstaunlich, dass die ganzen Nacktszenen mit Brüsten nicht zensiert wurden). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Nov. 2026).