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Samstag, 11. Juli 2026

Letzter NIFFF Tag

 

Heute würde der erste Film einige Stunden früher starten als in den vergangenen NIFFF-Tagen. Daher schrieb ich die Berichte von gestern schon diese Nacht, damit ich dann in voller Ruhe schlafen konnte. Ich würde das Zuhause um 11.40 Uhr verlassen. Dennoch stellte ich meinen Wecker auf 08.00 Uhr. Ich habe gerne Zeit am Morgen. Schreiben musste ich nichts mehr. Ich zockte (Broforce) und entschied, heute einen Film auszulassen. Und zwar den Abschlussfilm = Colony. Warum? Vor dem Film habe ich zwei Stunden Pause = rumsitzen. Der Film läuft dann nochmals zwei Stunden und da auch die Abschlusszeremonie stattfindet, würde das heissen, drei Stunden zu sitzen. Und das auf den harten Stühlen der Passage 1. Darauf hatte ich keinen Bock. Zudem denke ich, dass ich Colony so oder so nicht überragend gefunden hätte (schon Train to Busan fand ich schlecht). Ich wollte nach dem 2. Film lieber noch Desserts essen gehen, gemütlich die Heimreise antreten und abends gemütlich Fussball schauen (das England-Spiel).

Es reichte mir auf den 11.59 Uhr Zug statt auf den geplanten 12.15 Uhr Zug. Daher war ich schon um 12.28 Uhr in Neuchatel. Der Zug war voll (glaube eine Art Pfadfinder Gruppe). Praktisch der ganze Zug war voll und unzählige Kinder sassen auch auf den Böden, da keine freien Plätze. Ich fand zum Glück in einem 4er Abteil noch einen freien Platz und las weiter Gewebte Welt. Ist das spannend am Ende! Der heutige erste Film sollte erst um 14.00 Uhr starten. Und es sollte die beste und letzte Chance auf ein Autogramm werden. Gezeigt wird der neuste Film von Eisuke Naito, den ich bisher zweimal sah aber keine Gelegenheit für ein Autogramm hatte. Als ich um ca. 12.35/12.40 Uhr an der Passage ankam, sah ich ihn: Eisuke Naito, seine Ehefrau und diverse andere Personen. Der Standort des Tisches war unpraktisch, da ich nicht von hinten auf ihn zusteuern konnte. Gerade, als ich mein Cover zum Signieren parat machen wollte, kam der Kellner und hat ihnen ihr Mittagessen gebracht. So kam es wie bereits vor einigen Tagen: auch jetzt konnte ich mir kein Autogramm (und Foto) holen, da sie am Mittagessen waren (sie haben Burger und Pommes bestellt, sah gut aus).

Ich entschied daher, auch weil ich früher als geplant in Neuchatel war, selbst was essen zu gehen. Und zwar ins nahegelegene Les Brasseurs. Und was nahm ich dort? Erneut zwei Crème Brulée (Nr. neun und zehn). Es war die gleiche Kellnerin wie gestern und sie erinnerte sich noch an mich. Das Les Brasseurs war diesmal (halt ein Samstagmittag) sehr gut besucht und zum Glück hatten sie die Klimaanlage im Gegensatz zu gestern eingeschaltet. Die Begegnung mit Eisuke Naito hatte mich hungrig gemacht (wohl Auswirkungen von vegetativem Nervensystem). Es war jetzt 12.45 Uhr und die zwei Crème Brulée waren seit 08.00 Uhr das Erste, was ich gegessen hatte. Danach ging ich mir noch ein kaltes Cola kaufen und ging nach 13.00 Uhr wieder in die Passage. Dort wartete ich noch fast bis um 13.30 Uhr, ehe ich mich in die Passage begab und dann Augenkontakt mit Eisuke Naito aufnahm. Es gab ein Foto und ein Autogramm. Er schien schüchtern, aber schien auch sehr dankbar und Freude zu haben. Es war seine Idee, das signierte Cover der US-Blu-Ray ins Foto zu heben, auch wenn dadurch sein cooles T-Shirt (Godzilla Vs. Biollante) bedeckte. Schade war, dass ich die falsche Cover-Seite signieren liess (es handelt sich um ein Wendecover). Cool war noch wer das Foto geschossen hat. Der neue Schnuri. Er und der Dolmetscher (kein Asiate) sassen gegenüber von Eisuke Naito und seine Ehefrau. Er, der mich in einigen Vorstellungen nervte, half mir nun und machte zwei tolle Bilder von uns. Dankeschön!






Danach machte ich mich auf den Weg auf die Vorstellung. Eisuke Naito stellt seinen neusten Film (Blood on Snow) vor. Da hiess es warten und schwitzen. Es war unerträglich heiss und Türöffnung war ca. fünf Minuten vor 14.00 Uhr. Die Vorstellung war ausverkauft. Der Kinosaal wurde zwar gekühlt, aber dessen Wirkung war nach ca. 20 Minuten verlogen. Der Film startete auch verspätet. Eisuke Naito sprach zum Publikum und nahm dann selbst im Kinosaal Platz, um seinen eigenen Film ansehen zu können. Danach war nur kurze Pause angesagt. Die Sitze und die Wärme haben mir zugesetzt. Ich kaufte in einem Dönerladen (alles andere hatte irgendwie schon geschlossen) nochmals ein kaltes Cola und machte mich erneut auf den Weg ins gleiche, heisse Kino und stand an. Auch der nächste Film war praktisch ausverkauft. Cool war, dass sich Eisuke Naito, diesmal allein und ohne Ehefrau, auch diesen Film im Kino, zwei Reihen vor mir sass er, ansah. Sleep No More war ein nicht uninteressanter Film. Ich muss noch überschlafen und reflektieren, ob der auf die Wunschliste kommt oder nicht. Danach verliess ich das Kino um ca. 18.20 Uhr und suchte das Okapi Neuchatel auf, wo ich vor sechs Tagen mit dem Kumpel aus Zürich essen ging. Dort bestellte ich mir erneut eine Crème Brulée (Nr. elf), einen Cheesecake (Nr. drei) und ein Cappuccino. Inzwischen war es windig und angenehm. Ggf. kommt in Neuchatel noch ein Gewitter auf. Um 19.00 Uhr fuhr ich dann wieder Richtung Bern und vom Westside aus mit dem Bus, der heute und um diese Uhrzeit noch fuhr, nach Hause und schrieb nach dem Füttern der Katzen die Berichte. Mein Ziel war, das bis 23.00 Uhr erledigt zu haben, damit ich mir das Fussballspiel zwischen England und Norwegen anschauen konnte. Und ab morgen heisst es dann leider wieder arbeiten!











Fazit:

Folgende Filme gelangen auf meine Wunschliste:

- Hen

- Saccharine

- Ikatan Darah

Eventuell noch: 

- Sleep No More (muss ich noch reflektieren)


Sleep No More

NIFFF 2026 Spezial

Sleep No More

Story:

Nach dem Tod ihrer Mutter, die in einer Perückenfabrik arbeitete, beginnen deren Töchter zu ermitteln und stellen fest, dass es in der Perückenfabrik schon diverse mysteriöse Todesfälle gab…

Meine Meinung:

Sleep No More ist ein wirklich interessanter Film. Ich war schon erstaunt, als ich las, dass sich der Regisseur nur «Edwin» nennt. Von Edwin kenne ich keine anderen Filme. Neue indonesische Horrorfilme sah ich in den letzten Jahren, vor allem auf Filmfestivals oder auch Zuhause (vor allem Remakes von Rapi Films Klassikern), schon einige. Die meisten haben mich nicht überzeugt und taugten nur für eine Sichtung und/oder fanden erst gar nicht den Weg in die Sammlung.

Sleep No More ist wahrscheinlich der beste neue indonesische Horrorfilm, den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Das aufgrund der fantasievollen und innovativen Story, die sich erst Mal von anderen Geister-Filmen aus Indonesien abhebt. Es muss auch klar gesagt werden, dass es viele Dinge gibt, die im Film nicht erklärt werden und die übernatürlich und phantastisch sind. Das dürfte nicht allen gefallen. Stark waren handgemachte Monster- und Verwandlungsszenen, die ich in dem Film nicht erwartet hätte.

Als ich die Kreatur im Finale sah, war das einfach nur schön. Wobei es schon zuvor viele praktische Effekte zu sehen gibt. In einzelnen Momenten fühlte ich mich an Filme wie Exte: Hair Extensions, Das Ding aus einer anderen Welt, Bride of Re-Animator, Seeding of a Ghost sowie Street Trash erinnert. Und das heisst schon was. Toll war auch, wie schnell der Film nach seiner inhaltlichen Abschliessung, endet. Sofort wie zu guten alten Shaw Brothers Zeiten. Kein langes blablabla. Die Darsteller waren solide bis gut. Inhaltlich gibt es eine sozialkritische Note à la Species (Kritik an den Arbeitsbedingungen).

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Monster Pabrik Rambut

Indonesien, Singapur, Japan, Deutschland, Frankreich 2026

R: Edwin

D: Rachel Amanda, Lutesha, Iqbaal Dhiafakhri Ramadhan

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 96 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Blood on Snow

NIFFF 2026 Spezial

Blood on Snow

Story:

Ein Paar aus Tokyo inklusive Sohn ziehen aus der Grossstadt auf das verschneite Land, in dem der kranke Grossvater lebt.  Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Aka Ice Blood. Blood on Snow ist der neuste Film von Eisuke Naito. Dessen vergangene Filme sah ich am NIFFF (Liverleaf, Toxic Daughter) oder am BRUGGGORE Filmfestival (Higuma!! The Killer Bear). Seine bisherigen Filme entsprachen der Hit or Miss Auswahl. Liverleaf und Higuma!! The Killer Bear (einer der besten Filme am diesjährigen BRUGGGORE Filmfestival) mochte ich, Toxic Daughter hingegen gefiel mir gar nicht. Blood on Snow passt nicht in die Hit or Miss Kategorie. Der Film ist solide und durchschnittlich. Also nicht toll, aber auch nicht schlecht.

Blood on Snow ist weniger Ghost-Horror, als erwartet. Es handelt sich um einen sehr ruhigen und zuerst sehr dialoglastigen Film. Der Film spielt in einer ländlichen, verschneiten Gegend. Schnee scheint es Eisuke Naito, auch wenn man die anderen Filme von ihm betrachtet, angetan zu haben. Schnee sehe ich, vor allem im älteren japanischen Kino, immer sehr gerne, da meist sehr stimmungsvoll. Blood on Snow ist ein Mix aus Drama, Sozialkritik und Geister-Film. Der Film baut zuerst die Prämisse um den «Snow Woman» auf. Doch nach und nach zeigt der Hauptplot, dass es eher um Familienkonflikte geht.

Mir kamen da kranke Familienmitglieder, Co-Abhängigkeiten, Femizide und Traumata in den Sinn. Der Film wirkte dann zuweilen wie eine japanische Blaubart-Variante inklusive Vibes à la Ringu und Ju-on: The Curse. Der Film versucht wie die ganzen J-Horrorstreifen Grusel zu erzeugen. Für mich hat das nicht funktioniert, auch wenn die grossen Vorbilder gut studiert und filmisch festgehalten und gekonnt inszeniert wurden. Mir war das Tempo zu langsam, echter Grusel stellte sich zu keiner Sekunde ein und ich fand den Film auch erstaunlich wenig stimmungsvoll. Mit einigen CGI-Momenten wurde ich zudem nicht warm. Abgesehen davon ist der Film wie auch der Cast sonst sehr solide.

Fazit: Geschmackssache! Man sollte einen ruhigen Film erwarten, der mehr an Ringu und Co. erinnert als an die vorherigen Filme von Eisuke Naito…

Infos:

O: Hyoketsu

Japan 2026

R: Eisuke Naito

D: Kitayama Hiromitsu, Kato Chihiro, Sano Shiro

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 98 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).