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Sonntag, 9. August 2026

Keine Sorge alles gut

Keine Sorge alles gut

Inhalt:

«Romi Weber, Pflegefachfrau in einer psychiatrischen Klinik, tritt ihren Nachtdienst an. Der Roman erzählt die sich überstürzenden Ereignisse der Nacht.»

Meine Meinung:

Ich wurde durch die Online-Ausgabe eines Artikels im «Der Bund» auf den Roman Keine Sorge alles gut aufmerksam. Es handelte sich jedoch um einen Artikel mit Paywall, so dass ich nicht den ganzen Artikel lesen konnte. Aber mir reichte schon die Tatsache, dass das Buch von eine Pflegefachfrau, die in der Psychiatrie gearbeitet hat, geschrieben wurde und der Inhalt einen einzigen Nachtdienst widerspiegelt. Ich arbeite seit April 2014 als Dauernachtwache. Nicht in der Psychiatrie, sondern in der Langzeitpflege (wobei ich auf einzelnen Stationen, z.B. einer Alterspsychiatrie oder anderen Betrieben auch immer wieder Bewohnern begegnet bin, die psychiatrische Probleme hatten). Und ich spiele mit dem Gedanken, irgendwann in Zukunft auch nochmal in der Psychiatrie arbeiten zu wollen (aber nicht auf einer Akutstation).

Daher war Keine Sorge alles gut ein gefundenes Fressen für mich, da der Roman aufzeigen würde, mit welchen Herausforderungen die Pflegefachfrau in einer einzelnen Nachschicht in der Psychiatrie zu kämpfen hat. Ich bekam das Buch und habe es selbst in einer einzigen Nachtschicht auf der Arbeit (in meiner 4. von fünf Nächten) durchgelesen und habe es regelrecht verschlungen. Wer in der Pflege arbeitet, wird mit vielen Situationen konfrontiert, die sie kennt, auch wenn sie nicht unbedingt selbst in der Psychiatrie arbeitet. Aber viele Momente lassen sich auch auf andere Pflege-Settings ableiten.  Ich fand es spannend, da der Roman wirklich den ganzen Ablauf einer einzelnen Nachtschicht bis ins Detail wiedergibt. Und die Ausgangslage geht unter die Haut (ihre junge Patientin hat sich am Tag das Leben genommen).

Die Autorin des Buches, Malwina Ledniowska, hat eigene Erfahrungen als Pflegefachfrau, welche sie in der Psychiatrie gesammelt hat, in ihre Erzählungen einfliessen lassen. Sie hat ausschliesslich in Deutschland (Düsseldorf) in dem Tätigkeitsbereich gearbeitet. Malwina Ledniowska lebt schon lange im Kanton Bern und ist nun nicht mehr als Pflegefachfrau tätig. Ihre Erfahrungen bringt sie gekonnt und mehr als realistisch in den Roman ein. Die Erzählweise lässt den Leser in die Haut der Pflegefachfrau aber auch in die Haut der «Insassen» schlüpfen. Es gibt einige herrlich skurrile Momente und der Ton des Buches ist ironisch, schwarzhumorig und oft auch sehr sarkastisch, was mir gut gefiel. Zudem zeigt es perfekt auf, mit welchen Hürden in der Pflege zu rechnen ist.

Fazit: Für Pflegende sehr zu empfehlen!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: verlag die brotsuppe

Anzahl Seiten: 211

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Fester Einband

Autor: Malwina Ledniowska

Erschienen: 12.09.2025

Samstag, 8. August 2026

Das scharlachrote Evangelium

Das scharlachrote Evangelium

Inhalt:

«Zwei Kultfiguren des Horrorgenres liefern sich den ultimativen Kampf. Harry D'Amour, der Detektiv des Übersinnlichen, stellt sich Pinhead, dem Priester der Hölle.

Die letzten sechs Magier der Erde sind vor Angst erstarrt: Ein Priester aus dem Orden der Zenobiten tötet einen nach dem anderen von ihnen. Pinhead ist sein Name, und aus ihren Leichen stiehlt Pinhead alles Wissen, um seine eigenen dämonischen Kräfte zu stärken…

Harry D'Amour ahnt davon nichts, als er das Haus eines Verstorbenen betritt, um dessen ruheloser Seele Frieden zu geben. Doch dann öffnet sich durch die Magie eines dämonischen Würfels ein Riss zwischen dem Totenreich und der realen Welt und Harry erblickt Pinhead und der kämpft gegen den Satan persönlich!

Die Fans von Clive Barker halten den Atem an. Nach vielen Jahren wurde ihr Betteln erhört: Pinhead öffnet die Pforte zu den Zenobiten und zieht Harry D'Amour an Ketten in die Hölle.»

Meine Meinung:

Ich wurde indirekt durch den Blog meines Bekannten zult auf den Roman aufmerksam. Er hat über seinen Kauf des Buches Hellraiser Höllengeläut berichtet und als ich danach via Google suchte, stiess ich u.a. auf den Roman Das scharlachrote Evangelium. Ich war Feuer und Flamme, als ich sah, dass Das scharlachrote Evangelium von Clive Barker stammt. Eine neue Hellraiser und Pinhead-Geschichte vom Meister selbst. Wie konnte ich das verpassen? Und dann kommt noch Harry D'Amour, der mich zuletzt auch in Barkers Romanen wie Stadt des Bösen zu überzeugen vermochte, vor. Spannend!

Doch als ich den Roman las, geschah dies mit vielen gemischten und auch überraschend negativen Gefühlen. Ich war schockiert, dass der Mann, der Bücher wie Jenseits des Bösen, Stadt des Bösen oder die Bücher des Blutes I-III und IV-VI schrieb oder Filme wie Hellraiser realisierte, einen solch absolut belanglosen und mittelmässigen Roman schrieb. Ich war sehr enttäuscht, schämte mich zum Teil anhand der Dialoge der Figuren fremd und dachte mehr als einmal daran, das Lesen abzubrechen. Somit kann ich sagen, dass ich den Roman nicht behalten werde. Das ist für sich gesehen eine unerwartete Überraschung und sehr schade.

Das wird dem Hellraiser-Mythos nicht gerecht. Pinhead wird hier entmystifiziert und erinnert mehr an einen Sprücheklopfer à la einer Figur wie Freddy Krüger und Co. Die Darstellung der Hölle gefiel mir gar nicht. Wirkte alles viel zu menschlich. Am schlimmsten waren jedoch die Nebenfiguren, Clive Barkers teilweise arg pubertierende und vulgärere Dialoge und seine Passion für männliche Geschlechtsteile und schwule Kosenamen inklusive vielen Momente, die einfach unpassend und peinlich wirkten. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass ein 12jähriger das geschrieben hat. Von Clive Barkers Kraft der Worte, wie in seinen alten Arbeiten, ist hier nichts mehr zu sehen. Schade. Viele Klischees machen den Inhalt aus. Toll war nur das letzte Viertel, dass eine leichte Spannung bot (Kampf Pinhead gegen Luzifer).

Fazit: Enttäuschend und das Geld nicht wert!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Festa

Anzahl Seiten: 460

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Clive Barker

Erschienen: 1. Auflage Juni 2015

Mittwoch, 5. August 2026

The Reckless Cricket

Shawgust 2026

The Reckless Cricket

Story:

Um seine Liebe Ah Zhu (Yau Chui-Ling) heiraten zu können, muss er ein Kung Fu Meister werden. So verlangt es Ah Zhus Vater. Also sucht sich Cricket (Hon Kwok-Choi) diverse Meister, die er mit Gold bezahlt, damit sie ihn ausbilden. Doch er fällt auf Schwindler herein, die sich das Gold krallen und danach das Weite suchen. Doch so schnell gibt Cricket nicht auf…

Meine Meinung:

The Reckless Cricket ist ein seltener Shaw Brothers Film, da es den Titel nie physikalisch zu erwerben gab. The Reckless Cricket ist Shaws Antwort auf die Jackie Chan Erfolge Im Schatten der Schlange des Adlers sowie Drunken Master. Horror-Regisseur Kuei Chih-Hung (Misfire, Corpse Mania, Spirit of the Raped) wurde mit dem Job beauftragt. Kuei Chih-Hung sollte später erneut einen Kung Fu Film drehen = Coward Bastard. Ansonsten blieb er dem Exploitation- und Horror-Genre treu.  Gut möglich, dass Kuei Chih-Hung damit beauftragt wurde, da er ein Jahr zuvor die Komödie Crazy Imposters drehte. In dieser ist The Reckless Cricket «Star» Hon Kwok-Choi bereits als Hauptrolle zu sehen.

Das könnte der Grund sein, warum Hon Kwok-Choi in The Reckless Cricket als Jackie Chan Klon herhalten musste. Auf den ersten Blick keine gute Wahl. Hon Kwok-Choi, der in einer deutschen Besprechung zum Film passend als Zappelphilipp betitelt wird, nervte mich schon in vielen anderen Eastern (z.B. in Little Super Man). The Reckless Cricket erreicht dann auch nie und nimmer die Qualität der beiden Jackie Chan Erfolgsfilme. Absolut kein Vergleich. Dennoch ist The Reckless Cricket für sich losgelöst betrachtet okay und solide. Man muss den Film einfach als das sehen, was er ist: eine Blödel-Komödie mit viel doofem und grenzdebilen Szenen. Und da passt ein schräger Vogel wie Hon Kwok-Choi dann halt doch ganz gut dazu.

Dennoch wäre es in meinen Augen kein Film für meine Shaw Brothers Sammlung. In einer Sammelbox würde ich den sicherlich nehmen, aber sonst nicht. Dafür war der Film dann halt doch zu unspektakulär. Eigentlich gibt es kaum sehenswerte Kampfszenen zu sehen. Jene im Finale und davor, waren besser, aber nicht wirklich toll. Der Humor hat dagegen öfters funktioniert und war zum Teil auch eklig (die Fressszene oder wenn mit «stinky fingers» oder Fürzen geneckt wird). Und etwas muss man dem Film lassen: langweilig wird es nie. Der Film ist unterhaltsam und kurzweilig. Addy Sung Gam-Loi (The Informer) und Chiang Tao (Five Shaolin Masters) spielen zwei der Endgegner. Lee Hoi-Sang (Bruce and the Iron Finger) einen der Fake-Meister während Lo Lieh (King Boxer) nur eine kleine Nebenrolle als Meister von Hon Kwok-Choi spielt. Kara Hui (Mrs K) hat nur einen Gastauftritt.

Fazit: Mit richtigen Erwartungen an den Film gehen, sonst wird man enttäuscht!  

Infos:

O: Kei Moon Gwaai Chiu Laan Tau Sut

HK 1979

R: Kuei Chih-Hung

D: Yau Chui-Ling, Hon Kwok-Choi, Lo Lieh, Lee Hoi-Sang, Chiang Tao, Addy Sung Gam-Loi, Kara Hui

Laufzeit der Originalversion: 89:02 Min.

Gesehen am: Aug. 2026

Fassungen: Diesen Shaw Brothers Film gab es nie auf VHS, DVD, VCD, LD oder Blu-Ray. Auch in der ZiiEagle Box ist der Film nicht zu finden. 2022 lief der Film in Singapur auf einem Pay-TV-Kanal. Auf YouTube gibt es den Film mind. dreimal, darunter auch in HD, im O-Ton Kantonesisch mit englischen und chinesischen Untertiteln. Die englischen Untertitel steuerte der Webmaster der Homepage Silver Emulsion Film Reviews bei. Er hat daran ein Jahr gearbeitet.