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Samstag, 25. April 2026

Fuck My Son!

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Fuck My Son!

Story:

Eine Frau (Robert Longstreet) entführt eine Mutter (Tipper Newton) und deren Tochter (Kynzie Colmery) und zwingt die Mutter, ihren schwer behinderten, deformierten Sohn (Steve Little) zu entjungfern…

Meine Meinung:

Auf Fuck My Son! war ich sehr gespannt. Warum? Im Trailer sah ich Ekelszenen und handgemachte Effekte, zudem hörte sich der Inhalt sehr provokant, makaber und schwarzhumorig an. Durchaus sehr gewagte Themen, die Fuck My Son! da angeht. Dass es sich sogar um eine Comic-Verfilmung handelt, war mir nicht bewusst. Für ein Filmfestival ist ein solches Werk natürlich ein gefundenes Fressen. Aber selbst hier hatte es Zuschauer, die die Vorstellung verlassen haben (aber nur sehr wenige). Der Geschmack des Filmes ist schlecht. Peter Jacksons Filmtitel «Bad Taste» kommt mir da als Vergleich in den Sinn.

Der Film ist eine groteske Ekel-Horror-Komödie, die bewusst provozieren will. Da ich die Comics nicht kenne, kann ich nicht vergleichen. Im Abspann gibt es noch einige Bilder aus dem Comic zu sehen. Diese Vergleiche scheinen gut gelungen zu sein. Ansonsten erinnert der Film auch etwas ans Backwood-Kino, was nicht überrascht, da sich Regisseur Todd Rohal auch von Blutgericht in Texas inspirieren liess. Der Retro-Stil gefiel. Die anderen Einschübe (der Anfang des Filmes) und die digitalen Zwischensequenzen (mit den Fleischfiguren, dem «Himmel» oder schräge Musik- und Nackteinlagen) waren teilweise schräg und, so wie ich jetzt gelesen habe, auch AI zu verdanken. Die wirkten teilweise schon auch unpassend, fand ich.

Die Darsteller haben ihre Sache alle ordentlich gemacht. Mutige Rollen, denn der Inhalt wird nicht allen schmecken. Ich kenne niemanden aus der Produktion. Auf jeden Fall war der Film eine tolle Wahl für eine Art «Midnight Screening» am Brugggore Filmfestival. Das Kino war zwar nicht voll, aber das war die bisher beste Stimmung welche ich am diesjährigen Filmfest erlebt habe. Das Publikum hat viel gelacht. Die Ekelszenen waren hübsch innovativ und wenn man meint, schon das höchste Level erreicht zu haben, kommt was Neues dazu. Für die handgemachten Effekte und das eklige Aussehen des Jungen zeichnete sich Robert Kurtzman (Wishmaster, Nightwish, Vampire) zuständig. Etwas schade ist, dass im Finale auch noch digitale Effekte zum Einsatz kommen (bei den Shoot-Outs). Das kann aber auch als Stilmittel so gewollt gewesen sein. Der digitale Vorspann (Fleisch und Würste) fand ich gewöhnungsbedürftig und schräg war, dass die Entführte, trotz der Tatsache, dass sie den Sohn «entjungfern musste», nie nackt zu sehen war (typisch Amerikaner, trotz dem derben Inhalt gleichzeitig prüde).

Fazit: Mutig, eklig, lustig und abgefahren! Der perfekte Festival-Film!

Infos:

O: Fuck My Son!

USA 2025

R: Todd Rohal

D: Tipper Newton, Steve Little, Robert Longstreet, Kynzie Colmery, George Sample III

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 94 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Deathgasm 2: Goremageddon

Deathgasm 2: Goremageddon

Story:

Als Brodie (Milo Cawthorne) erfährt, dass seine Ex (Kimberley Crossman) in einer anderen Band mitmischt, die an einem Turnier teilnimmt, erwecken sein Kumpel (Daniel Cresswell) und er seine ehemaligen Bandmitglieder Zakk (James Blake) und Zion (Sam Berkley) zu neuem Leben.  Doch Zombies in einer Band zu integrieren, ist einfacher gesagt, als getan…

Meine Meinung:

Es dauerte lange, bis mit Deathgasm 2: Goremageddon die Fortsetzung zum neuseeländischen Fun-Splatter Deathgasm in die Kinos kam. Ich sah Deathgasm 2015 am NIFFF und habe den als charmanten, liebevollen und sympathischen Fun-Splatter abgespeichert. Ob die Fortsetzung nach so langer Zeit an den Vorgänger heranreichen wird? Immerhin kehrt ein Grossteil des Cast inklusive Regisseur (Guns Akimbo) sowie die Hauptdarsteller (Milo Cawthorne, Kimberley Crossman, James Blake, Sam Berkley, Daniel Cresswell) zurück und neue Namen kommen dazu.

Warum es so lange dauerte, bis der 2. Film realisiert werden konnte, weiss ich nicht. Der Film wurde jedoch auch von Fans mit produziert und wie dem Abspann des Filmes zu entnehmen ist, sind wohl gleich mehrere Beteiligte inklusive des Hündchens nicht mehr am Leben. Der Film war auch eine Kickstarter Produktion, die Anfang 2024 in Produktion ging. Derweil besucht der Film diverse Festivals und für solche, ist die Fortsetzung natürlich mehr als gelungen. Seit ich den ersten Teil sah, ist zu viel Zeit her, um vergleichen zu können.

Der Plot von Deathgasm 2: Goremageddon ist simpel. Zumindest an Brodie, Zakk und Medina (seine Ex) konnte ich mich noch erinnern. Nicht so an die anderen Figuren. Neue Figuren, die dazustossen, sorgen für viel Spass (Religiöser Fanatiker und der andere Band-Anführer, der mehr wie ein Sektenguru wirkt). Auch der heutige Zeitgeist wird durch den Kakao gezogen, was mir gefiel. Ansonsten war der Humor oft weniger mein Fall und zu sehr Penis fixiert. Die Gloryhole-Sequenz war schon sehr drüber. Der Humor passt perfekt zu einem Festival, aber mir sagt das oft nichts mehr. Die Figuren sind mir Herzblut dabei. Es gibt hier und da auch Längen.

Vielleich wäre es besser gewesen, den Film etwas zu straffen. Wer eklige Szenen (es wird viel gekotzt in dem Film), pubertierenden Humor, Metal-Band und Fun-Splatter mag, wird Deathgasm 2: Goremageddon hingegen lieben. Es gibt viele abgefahrene Ideen und viele sehr blutige und handgemachte Effekte. In der Hinsicht enttäuscht der Film nicht. Splatterfans werden voll auf ihre Kosten kommen. Das Finale war jedoch etwas enttäuschend, die digitalen Effekte hätte es nicht gebraucht (Strom, Feuer) und in vielen Szenen wirkt der Film, trotz starker handgemachter Effekte, etwas klein, einfach und billig. Das Zombie-Make-Up fand ich allgemein schwach.

Fazit: Perfekter Festival-Beitrag, aber nichts für meine persönliche Sammlung!

Infos:

O: Deathgasm 2: Goremageddon

Neuseeland, Kanada 2025

R: Jason Lei Howden

D: Milo Cawthorne, Kimberley Crossman, James Blake, Daniel Cresswell, Sam Berkley

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 102 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Freitag, 24. April 2026

The Treehouse

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

The Treehouse

Story:

Ale (Sandra Escacena) und Jesús (Claudio Portalo) machen einen romantischen Ausflug in den Wald, den Jesús nicht überlebt. Ein Jahr später kehr das traumatisierte Ale zurück an den Ort des Schreckens, auf der Suche nach Antworten…

Meine Meinung:

The Treehouse hat mir nicht sonderlich gefallen. Es handelt sich um einen spanischen Genrefilm. Ich wusste kaum etwas über den Film und auch nach der Sichtung bleiben viele Fragen offen. Mehr als vorher. Der Film von Regisseur Luis Calderón, der vor allem Musikvideos und Kurzfilme drehte, erinnert dabei an Filme wie Timecrimes, Sleepaway Camp (vor allem) sowie an den franz. Slasher- und Backwood Film High Tension.

Eine für den Film eigentlich unnötige und für den Plot unwichtige Szene beinhaltet ein Rohr und eine Ratte. Wer den American Psycho Roman gelesen hat, weiss, was damit geschieht. Es gibt einige blutige Momente, klassische Musik (vor allem im Vor- und Abspann), einen Hauch Erotik und lobend, ob einem der Film jetzt zusagt oder nicht, ist die Tatsache, dass der Film inhaltlich Mal was Neues und Anderes gewagt hat.

Abgesehen davon sollten kein Realismus gefordert werden. Es gibt viele typische Horrorklischees, die erst aufgrund des Twists am Ende über Bord geworfen werden. Die Kameraarbeit fand ich nicht speziell erwähnenswert. Über das Ende, welches stark Geschmackssache ist und sicherlich polarisieren wird, kann man streiten. Welche Aussage Luis Calderón damit treffen will oder ob er Privates im Plot integriert und/oder offengelegt hat, ist mir unbekannt und ehrlich gesagt auch gleichgültig.

Fazit: War leider weniger mein Fall…

Infos:

O: La casa en el árbol

Spanien 2025

R: Luis Calderón

D: Sandra Escacena, Claudio Portalo, Kandido Uranga

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 80 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Spanisch mit Untertiteln. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).