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Freitag, 6. Februar 2026

Bat Without Wings

 

Bat Without Wings

Story:

Lei Feng (Susanna Au-Yeung Pui-San), die Tochter von Sicherheitschef Chief Lei Xun (Wang Yong), wird ermordet. Als Täter wird der mysteriöse Bat Without Wings (Tang Ching/Ku Feng) identifiziert, der jedoch seit fünf Jahren nach einer Reihe von Morden und Vergewaltigungen in einem Duell getötet worden sein soll. Plötzlich fällt der Verdacht auf den Schwertkämpfer Xiao Qi (Derek Yee). Xiao Qi tut sich mit Lei Fengs Freund Han Shen (Ku Kuan-Chung) und Chief Lei Xun zusammen, um den Fall zu klären und den wahren Täter zu ermitteln…

Meine Meinung:

Bat Without Wings ist ein solider Wuxia der Shaw Brothers. Chu Yuan (Perils of the Sentimental Swordsman, Die Bande des gelben Drachen, Killer Clans), der hier so viel Nebel präsentiert, dass selbst Lucio Fulci vor Neid erblassen würde, führte Regie. Er macht das gekonnt. Im Vergleich zu anderen Wuxia dieser Art ist der Plot weniger komplex und verständlicher. Ich mag taiwanesische Wuxia von kleinen, unabhängigen Studios jedoch fast lieber, als diese Shaw Produktion. Die Produktionen aus Taiwan sind meist noch mehr drüber und noch fantasievoller, was mir besser gefällt. 

Bat Without Wings ist solide, aber kein Kracher. Die Kampfszenen ebenso. Da bin ich seitens Shaw Brothers auch Besseres gewohnt (mehr Spektakel, schnellere Fights, mehr spektakuläre Choreographien, höherer Blutgehalt etc.). Zudem gehören die männlichen Hauptfiguren um Derek Yee und Co. nicht gerade zu meinen Shaw Lieblingen. Bekannte Gesichter wie Yang Chi-Ching (The Swordmates), Jason Pai Piao (Bolo) sowie Chan Shen (The Psychopath) haben nur Mini-Auftritte. Yuen Wah ist in einer grossen Nebenrolle zu sehen. Aber auch er war in besseren Shaw Arbeiten zu sehen, die mehr in Erinnerung bleiben (Killer Constable) als seine Beteiligung in Bat Without Wings.

Ein Name machte es besser als Derek Yee (Shaolin Prince): Ku Feng (The Avenging Eagle). Er spielt den Bösewicht gekonnt. Nur im Finale, wenn er «verblödet» (durch ein Gift), fand ich das, ehrlich gesagt, etwas albern. Das gefiel mir nicht. Die diversen Mädels im Film haben auch stark agiert. Von anderen Leads wie z.B. Ku Kuan-Chung (In the Line of Duty V - Middle Man) war ich nie ein grosser Fan. Wo der Film dafür nebst Ku Fengs Leistung auftrumpft und punktet sind die nebligen, stimmungsvollen Bilder, die innovative Kameraführung und abwechslungsreichen Settings. Optisch waren die Filme von Chu Yuan immer prachtvoll und toll anzusehen. Bat Without Wings macht dabei keine Ausnahme.

Fazit: Solide Arbeit der Shaw Brothers!

Infos:

O: Miu Yik Bin Fook

HK 1980

R: Chu Yuan

D: Susanna Au-Yeung Pui-San, Wang Yong, Derek Yee, Ku Kuan-Chung, Ku Feng, Jason Pai Piao, Chan Shen, Yuen Wah, Tang Ching, Yang Chi-Ching

Laufzeit der UK-Blu: 88:22 Min.

Gesehen am: April 2009 / Neusichtung: 06.02.26

Fassungen: Für meine 1. Sichtung lag die US-DVD vor, welche ich inzwischen verkauft habe. Für die 2. Sichtung lag die UK-Blu-Ray von Arrow Video vor (Shaw Scope Vol. 4) = Eigene Restauration ohne Frame Cuts, O-Ton, englische Subs, Uncut. Die Bild- und Tonqualität sind exzellent. Gibt es in Deutschland als Der Killer mit der Todesmaske von Lucky Seven auf Blu-Ray (Deutsch/Mandarin mit deutschen Untertiteln).

Donnerstag, 5. Februar 2026

Love Unto Waste

Love Unto Waste

Story:

Tony Cheung (Tony Leung Chiu-Wai) und drei Freundinnen (Elaine Jin, Irene Wan Pik-Ha, Tsai Chin) geniessen das Party-Leben in Hong Kong in vollen Zügen. Alle Frauen buhlen um Tony. Erst als eine ihrer Freundinnen tot aufgefunden und Inspektor Lan (Chow Yun-Fat) zu ermitteln beginnt, wird das Leben zur Spassbremse...

Meine Meinung:

Als 88 Films den Mitte der 80er Jahre HK-Film Love Unto Waste auf Blu-Ray angekündigt haben, war ich überrascht. Ein Film, dessen Titel ich zuvor noch nie wahrnahm. Angeblich ein gefeierter New Wave-Film mit Mystery-Inhalten und mit einem Cast um damalige Rookies wie Tony Leung Chiu-Wai (People’s Hero, My Heart Is That Eternal Rose, Butterfly Sword) oder den späteren Superstar Chow Yun-Fat (Long Good Bye, Full Contact, The Story of Woo Viet). Da musste ich natürlich zuschlagen. Gleichzeitig fragte ich mich, ob sich ein solcher Nischenfilm lohnt. Von den Verkaufszahlen und so.

Love Unto Waste hat mir leider gar nicht gefallen. Warum Regisseur Stanley Kwan ein so grosses Aufsehen geniesset (New Wave und Arthouse Vibes), kann ich mir wirklich nicht erklären. Auch sein Ghost-Film Rouge, mit welchem er Erfolge feierte, fand ich überbewertet und blieb nur knapp in der Sammlung. Und abgesehen davon gelang ihm sonst gar nichts. Der Film wird seinem New Wave/Arthouse-Ruf nicht gerecht und die vielen Normierungen an den HK-Film Awards (1987) sind meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Der Film und Plot inklusive dessen Verlauf waren zu sinnlos, zu lahm und zu selbstverliebt. Da wollte Stanley Kwan etwas schaffen, was anderen Regisseuren gelang (z.B. Patrick Tam mit seinem Nomad). Die Dramatik und der Verlauf des Plots fesseln und führen zu nichts (vor allem der Plot). Mystery-Inhalte (davon sprechen Filmdatenbanken und sogar das Back-Cover der UK-Blu-Ray) gibt es auch keine zu sehen.

Der Film hat nur drei gute Szenen: Tony Leung Chiu-Wai kotzt über Billie, Chow Yun-Fat verteilt eine Ohrfeige und sorgt für Ruhe und Chow Yun-Fats Heil Hitler Szene (hat Regisseur Stanley Kwan kurz vorher Let Sleeping Corpses Lie gesehen?). Die Figuren waren alle unsympathisch. Als Zuschauer war mir dessen Schicksal egal und gleichgültig. Chow Yun-Fat nahm ich seine Rolle nicht ab.

Fazit: Kommt im Gegensatz zu Rouge nicht in die Sammlung!

Infos:

O: Deiha tsing

HK 1986

R: Stanley Kwan

D: Tony Leung Chiu-Wai, Elaine Jin, Irene Wan Pik-Ha, Tsai Chin, Chow Yun-Fat

Laufzeit der UK-Blu: 98:19 Min.

Gesehen am: 05.02.26

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von 88 Films vor = Schuber, Wendecover, Uncut, O-Ton, englische Subs, exzellente Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2026). Das US-VHS von Tai Seng zeigt die überraschende Szene mit Chow Yun-Fat und dem Hitlergruss (siehe Bild unten). 

No Other Choice

 

No Other Choice

Story:

Ehemann und Vater Man-soo (Lee Byung-hun) verliert nach 25 Jahren seinen Job. Trotz Bewerbungen steht er auch ein Jahr später noch ohne Job da und arbeitet als «Aushilfe» im Supermarkt. Dies hat negative Folgen für seine Familie. Danach fasst Man-soo einen radikalen Plan, um eine Stelle zu bekommen und die Konkurrenz «abzuschütteln»…

Meine Meinung:

No Other Choice ist der neuste Film von Old Boy Regisseur Park Chan-wook (Sympathy for Mr. Vengeance, Sympathy for Lady Vengeance, The Handmaiden, Joint Security Area). Die Prämisse des Filmes hörte sich vielversprechend an. Daher ging ich doch mit einer gewissen Vorfreude ins Kino. Leider konnte mich der Film jedoch nicht abholen. Ganz überrascht bin ich dennoch nicht, da ich allgemein kein wirklich grosser Fan von Park Chan-wook bin (Ausnahme: Old Boy). Ansonsten finde ich die Mehrheit seiner Filme überbewertet. Optisch meist schick, aber sonst relativ zäh und lahm.

Das trifft auch auf No Other Choice zu, der es in der Schweiz sogar ins reguläre Kinoprogramm geschafft hat. Das hatte ich nicht erwartet und das gefiel. Der Film ist bombastisch gefilmt worden. Extrem schöne Bilder, spezielle und innovative Kameraeinstellungen, wunderschöne Bilder und Optik. Die Machart und Inszenierung des Filmes (Ton und Musik) sind ein Genuss, sieht der Zuschauer von einer CGI-Schlange in einer einzelnen Szene ab. Ggf. könnte schon fast von einem Style over Substance Faktor gesprochen werden.

Der Film sieht nicht nur fantastisch aus, sondern ist auch unglaublich gut gespielt. Besonders die Hauptfiguren waren sehr überzeugend. Da geben Lee Byung-hun (A Bittersweet Life, I Saw the Devil) und Son Ye-jin einfach alles. Eine der besten Szenen war die Kostümparty, die fast in einem Drama endet. Aber auch die Nebenfiguren sind alle toll gecastet und überzeugen in ihren Rollen. Zudem gibt es schöne Herbst-Bilder zu sehen. Die lassen Wild Vibes aufkommen, was ich als Wild-Liebhaber (Link 1, Link 2, Link 3) von der Stimmung, die diese Szenen generiert haben, sehr mochte.

Leider bewegt sich der Plot zunächst kaum vom Fleck und der Film weiss nicht, was er eigentlich sein möchte. Ich hätte den Inhalt und dessen Verlauf auch anders erwartet. Da hatte ich vor der Sichtung falsche Erwartungen. Da der Film eine Laufzeit von über zwei Stunden aufweist, wurde die Sichtung auf Dauer zäh und zuweilen auch sehr langweilig. Es braucht viel Sitzfleisch. Und die «Actionparts» sind dabei rar und selten. Und viele der "lustigen Szenen" waren nicht leider nicht wirklich lustig (die wenigen Zuschauer haben kaum bis nie gelacht).

Fazit: Optisch stark, inhaltlich schwach. Fans von Park Chan-wook können dennoch einen Blick riskieren…

Infos:

O: Eojjeol suga eopda

Südkorea 2025

R: Park Chan-wook

D: Lee Byung-hun, Son Ye-jin, Park Hee-soon, Lee Sung-min, Yeom Hye-ran

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 139 Min.

Gesehen am: 05.02.26

Fassungen: In Bern im Kino gesehen = Uncut, O-Ton, deutsche Subs. Soll Ende Mai in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.