The Living Dead Girl
Story:
Durch Chemikalien wird Catherine Valmont (Françoise Blanchard), die vor zwei Monaten verstorben ist, wieder zum Leben erweckt. Um leben zu können, braucht sie Menschenblut. Es zieht sie an ihr ursprüngliches Zuhause, wo sie von ihrer früheren Freundin Hélène (Marina Pierro) gefunden wird. Diese sucht nach menschlichen Opfern, um Catherine zu helfen. Derweil hat es eine Fotografin auf Catherine abgesehen, welche sie am Vortrag zufällig fotografiert hat…
Meine Meinung (Deutsche Fassung = veränderte Musik):
The Living Dead Girl ist sicherlich zusammen mit The Grapes of Death der bekannteste Film von Jean Rollin (Requiem for a Vampire). Das liegt vielleicht auch daran, dass beide Filme in Deutschland verboten wurden. The Living Dead Girl sah ich bisher nur einmal und gemäss meinem uralten Review empfand ich den Film auch früher nicht als Kracher. Eine Ansicht, die sich nach dieser Neusichtung nicht geändert hat. Ich denke, Jean Rollin liebt oder hasst man. Ob es ein Zwischendrin gibt? Ich weiss es nicht.
Ich nehme The Living Dead Girl als durchschnittlich wahr. Kein Kracher, aber auch nicht wirklich schlecht. Mich hat der Film heuer jedoch kalt gelassen. Nicht gefesselt, nicht erfreut, nicht unterhalten. Das Gezeigte wirkte monoton, repetitiv, belanglos. Es wollte sich keine Stimmung und Atmosphäre entwickeln, was schade ist, denn die Drehorte, vor allem das Schloss, in welchem gedreht wurde (die Crew schlief auch dort und der Besitzer kochte), ist an sich eine tolle Location für eine schaurig-erotische Vampir-Story.
Trotz einiger Nacktszenen geht der Erotikfaktor gleich null. Der Inhalt ist auch alles andere als originell. Das hat man als Horrorfan schon alles irgendwie gesehen und da der Film Längen hat, bietet The Living Dead Girl abgesehen von Mix aus Nacktszenen und einigen drastischen, schön blutigen Momenten und Make-Up-Effekten, keinen Mehrwert, erneut im Blu-Ray Player zu landen. Zudem hat die Fotografin mit ihrer penetranten Art sehr genervt. Das war sogar für diese Art Film einfach bescheuert und unglaubwürdig. Françoise Blanchard (Caligula and Messalina) sowie Marina Pierro (Suspiria) waren hingegen sehr solide in ihren Auftritten.
Fazit: Nur für Jean Rollin Fans zu empfehlen!
Infos:
O: La Morte vivante
Frankreich 1982
R: Jean Rollin
D: Marina Pierro, Françoise Blanchard, Mike Marshall, Carina Barone, Fanny Magier, Patricia Besnard-Rousseau
Laufzeit der europäischen DVD: 86:16 Min.
Gesehen am: Dez. 2005 / Neusichtung am: 17.05.26
Fassungen: Gesehen als 3-Disc Edition von Encore Films aus
Holland = PAL, Code Free, zwei DVDs und eine Soundtrack CD inklusive Schuber
und einem ca. 60seitigem Booklet mit Gedanken von Jean Rollin. Der Film ist
Uncut, bietet nebst dem O-Ton auch die deutsche Synchro (gelungen, aber hat
eine neu komponierte Musik von Gerhard Heinz) und massenhaft Untertitel-Optionen.
Die Bild- und Tonqualität sind auch für heutige Verhältnisse noch
ausgezeichnet. In Deutschland ist der Film unter dem Titel Lady Dracula noch
immer verboten. In den USA, England und Österreich (in deutscher Sprache) ist
der Film inzwischen auch auf Blu-Ray zu haben sowie UHD (UK). Bildvergleiche
zeigen auf, dass sämtliche Blu-Ray Fassungen inklusive die UHD in Sachen
Bildqualität dunkler ausfallen als die DVD von Encore Films. Die sieht für mich
daher immer noch am besten aus.


