Keine Sorge alles gut
Inhalt:
«Romi Weber, Pflegefachfrau in einer psychiatrischen Klinik, tritt ihren Nachtdienst an. Der Roman erzählt die sich überstürzenden Ereignisse der Nacht.»
Meine Meinung:
Ich wurde durch die Online-Ausgabe eines Artikels im «Der Bund» auf den Roman Keine Sorge alles gut aufmerksam. Es handelte sich jedoch um einen Artikel mit Paywall, so dass ich nicht den ganzen Artikel lesen konnte. Aber mir reichte schon die Tatsache, dass das Buch von eine Pflegefachfrau, die in der Psychiatrie gearbeitet hat, geschrieben wurde und der Inhalt einen einzigen Nachtdienst widerspiegelt. Ich arbeite seit April 2014 als Dauernachtwache. Nicht in der Psychiatrie, sondern in der Langzeitpflege (wobei ich auf einzelnen Stationen, z.B. einer Alterspsychiatrie oder anderen Betrieben auch immer wieder Bewohnern begegnet bin, die psychiatrische Probleme hatten). Und ich spiele mit dem Gedanken, irgendwann in Zukunft auch nochmal in der Psychiatrie arbeiten zu wollen (aber nicht auf einer Akutstation).
Daher war Keine Sorge alles gut ein gefundenes Fressen für mich, da der Roman aufzeigen würde, mit welchen Herausforderungen die Pflegefachfrau in einer einzelnen Nachschicht in der Psychiatrie zu kämpfen hat. Ich bekam das Buch und habe es selbst in einer einzigen Nachtschicht auf der Arbeit (in meiner 4. von fünf Nächten) durchgelesen und habe es regelrecht verschlungen. Wer in der Pflege arbeitet, wird mit vielen Situationen konfrontiert, die sie kennt, auch wenn sie nicht unbedingt selbst in der Psychiatrie arbeitet. Aber viele Momente lassen sich auch auf andere Pflege-Settings ableiten. Ich fand es spannend, da der Roman wirklich den ganzen Ablauf einer einzelnen Nachtschicht bis ins Detail wiedergibt. Und die Ausgangslage geht unter die Haut (ihre junge Patientin hat sich am Tag das Leben genommen).
Die Autorin des Buches, Malwina Ledniowska, hat eigene Erfahrungen als Pflegefachfrau, welche sie in der Psychiatrie gesammelt hat, in ihre Erzählungen einfliessen lassen. Sie hat ausschliesslich in Deutschland (Düsseldorf) in dem Tätigkeitsbereich gearbeitet. Malwina Ledniowska lebt schon lange im Kanton Bern und ist nun nicht mehr als Pflegefachfrau tätig. Ihre Erfahrungen bringt sie gekonnt und mehr als realistisch in den Roman ein. Die Erzählweise lässt den Leser in die Haut der Pflegefachfrau aber auch in die Haut der «Insassen» schlüpfen. Es gibt einige herrlich skurrile Momente und der Ton des Buches ist ironisch, schwarzhumorig und oft auch sehr sarkastisch, was mir gut gefiel. Zudem zeigt es perfekt auf, mit welchen Hürden in der Pflege zu rechnen ist.
Fazit: Für Pflegende sehr zu empfehlen!
Infos:
In Deutschland erschienen: Ja
Sprache: Deutsch
Verlag: verlag die brotsuppe
Anzahl Seiten: 211
Roman/Sachbuch: Roman
Art: Fester Einband
Autor: Malwina Ledniowska
Erschienen: 12.09.2025


