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Montag, 9. März 2026

Ein Mann wie Dynamit

Ein Mann wie Dynamit

Story:

Warren Stacey (Gene Davis) ist ein irrer Frauenmörder. Die zwei Cops Leo Kessler und Paul McAnn (Charles Bronson, Andrew Stevens) kommen ihm auf die Schliche, doch durch einen Behördenfehler (Bronson hat Beweise gefälscht) kommt Warren frei und bedroht Bronsons Tochter Laurie (Lisa Eilbacher). Bronson wird vom Dienst suspendiert und macht es sich zum Ziel, Warren zu schnappen…

Meine Meinung:

Ein Mann wie Dynamit ist eine weitere The Cannon Group, Charles Bronson (Death Wish, Das Gesetz bin ich, Rivalen unter roter Sonne, Spiel mir das Lied vom Tod) und J. Lee Thompson (Death Wish 4, The White Buffalo) Zusammenarbeit. Ein Mann wie Dynamit ist in meinen Augen einer der besten und unterhaltsamen Filme mit Charles Bronson. Der Film geht diesmal Wege eines Slasher-Films vermischt mit Krimi- und Selbstjustiz-Motiven. Inspiriert wurde der Film von den Taten von Ted Bundy sowie Richard Speck.

Ich genoss jede Minute dieses Filmes. Das Katz- und Mausspiel zwischen Charles Bronson und Gene Davis ist ein vergnügliches Szenario. Dass Gene Davis der Mörder ist, daraus wird kein Geheimnis gemacht und Bronson kommt ihm relativ schnell auf die Schliche. Der Film bietet viel Exploitation und Sleaze. Die Morde sind blutig und es gibt viel nackte Haus zu sehen, sowohl von den Opfern wie auch vom Täter. Gene Davis tötet im Film nackt. Die Darbietung und das Overacting von Gene Davis und die Konfrontationen und Dialoge zwischen ihm und Charles Bronson (die Verhöre) laden zum Schmunzeln ein.

Gene Davis hat mich in seiner Rolle und von der Optik her an Mark Cheng erinnert, der auch oft in Hong Kong Psychopathen darstellte (Raped by an Angel, A Taste of Killing and Romance). Er spielte später erneut an der Seite von Charles Bronson (Messenger of Death). Lisa Eilbacher (Beverly Hills Cop) spielt die Tochter von Charles Bronson. Sie macht das sehr souverän. Wilford Brimley (The Thing) spielt Charles Bronsons Boss. Er hat mich in anderen Rollen und Filmen genervt (Harte Ziele). Charles Bronsons Partner wird von Andrew Stevens gespielt, der sich in Bronsons Tochter verguckt und umgekehrt. Auch er stand schon mit Charles Bronson vor der Kamera (in Death Hunt).

Die Action-Szenen bestehen hier mehr aus Morden oder der Jagd nach Opfern. J. Lee Thompson war auch im Horrorgenre tätig (er führte im kultigen Happy Birthday to Me Regie). Daher überrascht es nicht, dass er die Slasher-Parts wunderbar inszeniert hat. Im Finale, wenn Gene Davis ins Frauenstundenheim einbricht und dort mehrere junge Frauen verzweifelt und verängstigt um ihr Leben kämpfen, dann ist das eine wunderbar intensive, stimmungsvolle und höchst spannende Szene, in die J. Lee Thompson seine ganze Horrorerfahrung einfliessen lässt plus die Verschmelzung von Fiktion und Realität (siehe Ted Bundy und Richard Speck Taten).

Fazit: Must See Titel für jeden Charles Bronson Fan!

Infos:

O: 10 to Midnight

USA 1983

R: J. Lee Thompson

D: Charles Bronson, Andrew Stevens, Gene Davis, Lisa Eilbacher, Katrina Parish, Shawn Schepps, Wilford Brimley

Laufzeit der deutschen DVD: 98:02 Min.

Gesehen am: Aug. 2008 / Neusichtung am: 09.03.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MGM vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit diversen Subs (ich schaute in Englisch mit englischen Subs). Gibt es inzwischen in Deutschland auch auf Blu-Ray (von Wicked-Vision Media).

Crave

Crave

Story:

Aiden (Josh Lawson) ist Tatortfotograph. Er fühlt sich von Gewalt angezogen und verfällt in Tagträumereien, in denen er als Rächer durch die Gegend zieht, und das vermeintlich Böse bekämpft. Ausser einem Cop (Ron Perlman) hat er keine sozialen Kontakte. Er verguckt sich in seine Nachbarin Virginia (Emma Lung) und beginnt, diese zu stalken. Was zunächst für positive Stimmung sorgt, schlägt schnell um, als Virginia erkennt, dass mit Aiden etwas nicht stimmt. Und als Aiden dann wieder zu ihrem Ex (Edward Furlong) zurückkehrt, brennen bei Aiden die Sicherungen durch…

Meine Meinung:

Crave bekam ich geschenkt. Anhand des Covers dachte ich, es sei ein Actionfilm mit Ron Perlman (Pro-Life, Blade II, Alien - Die Wiedergeburt) in der Hauptrolle. Das ist aber nicht der Fall. Bei dem Film handelt es sich nicht um einen Actionfilm. Auf mich wirkte der Film wie ein Mix aus Taxi Driver, Dexter sowie der Netflix Serie You. Leider mit einem untalentierten Schauspieler für die Hauptrolle, der zudem einen unsympathischen Kerl spielt, dessen Stalker-Tendenzen glorifiziert werden. Schlechte Aussage für einen Film. Eine gefährliche Aussage, wenn mental kranke und gefährliche Personen im Film als Antihelden dargestellt werden.

Es gab diverse Szenen, die zum Fremdschämen eingeladen haben. Die nicht glaubwürdig wirkten. Der Sinn des Filmes wurde mir am Ende nicht klar. Ron Perlmans Figur z.B. hätte es kaum gebraucht. Das wirkte mehr so, als ob sie noch einen bekannten Namen gebraucht haben, um für den Film werben zu können. Auch Terminator 2: Judgment Day Star Edward Furlong bekommt am Anfang und Mittelteil so gut wie keine Szenen zugesprochen. Er wirkte hier überzeugender, als ich ihn zuletzt vor der Kamera sah (Unspeakable: Beyond the Wall of Sleep). Beide agierten aber besser als der mir unbekannte Josh Lawson. Der hat mich mehr genervt.

Emma Lung, quasi das Stalker-Opfer, spielt gut. Ihr Charakter tat mir leid. Zudem tat ich mir leid, mir diesen filmischen Müll anzutun. Mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden quälte ich mich durch den Film, der mich zu keiner Sekunde packen wollte. Eher genervt hat mich das Gezeigte, so das ich mehrfach daran dachte, die Sichtung abzubrechen. Es gibt zwar hier und da einige übertrieben blutige Gewaltmomente, da die Ausführung aber durch einen unsympathischen Kerl erfolgen, kann sich der Zuschauer, im Gegensatz zu anderen Filmen mit solchen Szenen (z.B. Falling Down oder Super), daran nicht erfreuen. Das Ende mochte ich zudem auch nicht.

Fazit: Zeitverschwendung!

Infos:

O: Crave

USA 2011, 2012

R: Charles de Lauzirika

D: Josh Lawson, Emma Lung, Ron Perlman, Edward Furlong, Christopher Stapleton, William Gines

Laufzeit der US-DVD: Ca. 113 Min.

Gesehen am: 09.03.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Phase 4 Films vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, Englischer O-Ton, keine Subs, Uncut. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: März 2026).

Lizard in a Woman's Skin

Lizard in a Woman's Skin

Story:

Carol Hammond (Florinda Bolkan) hat Alpträume von sexuellen Orgien. In den Träumen kommt auch Carols Nachbarin Julia Durer (Anita Strindberg) vor. Julia wird im Traum von Carol getötet. Carol begibt sich aufgrund der Träume in Therapie zu Dr. Kerr (Jorge Rigaud). Als Julia eines Tages ermordet vorgefunden wird, so wie es Carol im Traum sah, macht sie sich bei der Polizei (u.a. Stanley Baker) zur Tatverdächtigen…

Meine Meinung:

Lizard in a Woman's Skin ist ein nicht uninteressantes Frühwerk (1971) von Lucio Fulci (A Cat in the Brain, Der New York Ripper, The Devil's Honey) und eine Co-Produktion zwischen Frankreich, Italien und Spanien. Der Film ist ein Mix aus Mystery, Thriller, Krimi, Horror, Giallo und Erotik. Der Film hat sich vor allem aufgrund einiger surrealistischer Traum- und Horrorsequenzen einen Ruf gemacht, wobei der Film im Grossen und Ganzen ein ruhiger und harmloser Film darstellt.

Die erwähnten Traumszenen sind jedoch wirklich gelungen, stimmungsvoll und sehenswert geworden. Sehr surreal. Sehr sexy. Teilweise hübsch horrorhaft. Speziell erwähnen möchte ich in dieser Hinsicht die Sequenz mit den Hunden. Diese Make-Up-Effekte und Kreationen von Carlo Rambaldi (The Hand That Feeds the Dead, Mondo Cane 2, Rex: A Dinosaur's Story) waren exzellent und perfekt geeignet für jeden Horrorfilm. Dazu die Musik von Ennio Morricone (Compañeros, Das Ding aus einer anderen Welt) unter der Leitung von Bruno Nicolai (Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger). Perfekt.

Auch der Cast kann sich sehen lassen. Florinda Bolkan (Nonnen bis aufs Blut gequält, La settima donna, A Man to Respect), Star aus der sehenswerten Serie Allein gegen die Mafia, spielt die Hauptrolle. Sie macht das sehr gut und sollte nur ein Jahr später in einem weiteren sehenswerten Frühwerk von Lucio Fulci mitwirken: in Don’t Torture a Duckling. Anita Strindberg spielt mehr eine Nebenrolle und «Küken» Ely Galleani (Die Wiege des Teufels, High Crime), die später in vielen Erotikfilmen mitwirkte (an der Seite von Laura Gemser), ist hier in einer ihrer ersten Rollen zu sehen. Jean Sorel spielt die männliche Hauptrolle.

Jean Sorel (Murder in a Blue World, Malastrana) spielte in ähnlichen Filmen wie Lizard in a Woman's Skin mit. In den Gialli vom Umberto Lenzi (A Quiet Place to Kill). Im Vergleich zu diesen ist der Lucio Fulci Film jedoch erotischer, aufwändiger und blutiger, auch wenn es der Film im letzten Viertel, wenn Twist auf Twist folgt, etwas übertreibt. Ich kann auch verstehen, wenn Zuschauer mit der ruhigen Art und Weise des Filmes Mühe haben und sich gerne mehr Horror- oder Erotikparts gewünscht hätten. Auch der hier und da durchbrechende Humor und die Over-the-Top Figurenzeichnung (der eine Inspektor auf dem Revier, der irische Hippie, der Schwule auf dem Polizeirevier) sind zum Teil schlecht gealtert. Halt ein Zeitgeist-Ding.

Fazit: Wer von Lucio Fulci nicht nur Gore erwartet und seine Frühwerke mag, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen!  

Infos:

O: Una Lucertola con la pelle di donna

Frankreich, Italien, Spanien 1971

R: Lucio Fulci

D: Florinda Bolkan, Anita Strindberg, Leo Genn, Jean Sorel, Mike Kennedy, Stanley Baker, Ely Galleani, Jorge Rigaud

Laufzeit der US-Blu-Ray: 104:11 Min.

Gesehen am: März 2005 / Neusichtung: 08.03.26

Fassungen: Früher sah ich den Film via US-DVD von Shriek Show. Die DVD wurde schon lange durch die US-Blu-Ray von Mondo Macabro ersetzt = Hervorragende Bild- und Tonqualität in Englisch oder Ital. mit englischen Subs, Uncut. Es gibt viele Extras. Am besten fand ich die Doku Fulci: Day for Night. Leider ist die Doku nicht komplett. Es sind davon nur 33 Minuten zu sehen, in denen Lucio Fulci über seine Karriere spricht. Spannend. Ich wusste z.B. nicht, dass seine Ehefrau Suizid beging oder er einen damals noch sehr jungen Adriano Celentano (Onkel Addi - Gib dem Führer Saures) ins Filmgeschäft geholt hat. Der Film soll Ende Mai 2026 von filmArt erstmal in Deutschland erscheinen. Titel: Eine Eidechse in der Haut einer Frau.