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Mittwoch, 5. August 2026

The Reckless Cricket

Shawgust 2026

The Reckless Cricket

Story:

Um seine Liebe Ah Zhu (Yau Chui-Ling) heiraten zu können, muss er ein Kung Fu Meister werden. So verlangt es Ah Zhus Vater. Also sucht sich Cricket (Hon Kwok-Choi) diverse Meister, die er mit Gold bezahlt, damit sie ihn ausbilden. Doch er fällt auf Schwindler herein, die sich das Gold krallen und danach das Weite suchen. Doch so schnell gibt Cricket nicht auf…

Meine Meinung:

The Reckless Cricket ist ein seltener Shaw Brothers Film, da es den Titel nie physikalisch zu erwerben gab. The Reckless Cricket ist Shaws Antwort auf die Jackie Chan Erfolge Im Schatten der Schlange des Adlers sowie Drunken Master. Horror-Regisseur Kuei Chih-Hung (Misfire, Corpse Mania, Spirit of the Raped) wurde mit dem Job beauftragt. Kuei Chih-Hung sollte später erneut einen Kung Fu Film drehen = Coward Bastard. Ansonsten blieb er dem Exploitation- und Horror-Genre treu.  Gut möglich, dass Kuei Chih-Hung damit beauftragt wurde, da er ein Jahr zuvor die Komödie Crazy Imposters drehte. In dieser ist The Reckless Cricket «Star» Hon Kwok-Choi bereits als Hauptrolle zu sehen.

Das könnte der Grund sein, warum Hon Kwok-Choi in The Reckless Cricket als Jackie Chan Klon herhalten musste. Auf den ersten Blick keine gute Wahl. Hon Kwok-Choi, der in einer deutschen Besprechung zum Film passend als Zappelphilipp betitelt wird, nervte mich schon in vielen anderen Eastern (z.B. in Little Super Man). The Reckless Cricket erreicht dann auch nie und nimmer die Qualität der beiden Jackie Chan Erfolgsfilme. Absolut kein Vergleich. Dennoch ist The Reckless Cricket für sich losgelöst betrachtet okay und solide. Man muss den Film einfach als das sehen, was er ist: eine Blödel-Komödie mit viel doofem und grenzdebilen Szenen. Und da passt ein schräger Vogel wie Hon Kwok-Choi dann halt doch ganz gut dazu.

Dennoch wäre es in meinen Augen kein Film für meine Shaw Brothers Sammlung. In einer Sammelbox würde ich den sicherlich nehmen, aber sonst nicht. Dafür war der Film dann halt doch zu unspektakulär. Eigentlich gibt es kaum sehenswerte Kampfszenen zu sehen. Jene im Finale und davor, waren besser, aber nicht wirklich toll. Der Humor hat dagegen öfters funktioniert und war zum Teil auch eklig (die Fressszene oder wenn mit «stinky fingers» oder Fürzen geneckt wird). Und etwas muss man dem Film lassen: langweilig wird es nie. Der Film ist unterhaltsam und kurzweilig. Addy Sung Gam-Loi (The Informer) und Chiang Tao (Five Shaolin Masters) spielen zwei der Endgegner. Lee Hoi-Sang (Bruce and the Iron Finger) einen der Fake-Meister während Lo Lieh (King Boxer) nur eine kleine Nebenrolle als Meister von Hon Kwok-Choi spielt. Kara Hui (Mrs K) hat nur einen Gastauftritt.

Fazit: Mit richtigen Erwartungen an den Film gehen, sonst wird man enttäuscht!  

Infos:

O: Kei Moon Gwaai Chiu Laan Tau Sut

HK 1979

R: Kuei Chih-Hung

D: Yau Chui-Ling, Hon Kwok-Choi, Lo Lieh, Lee Hoi-Sang, Chiang Tao, Addy Sung Gam-Loi, Kara Hui

Laufzeit der Originalversion: 89:02 Min.

Gesehen am: Aug. 2026

Fassungen: Diesen Shaw Brothers Film gab es nie auf VHS, DVD, VCD, LD oder Blu-Ray. Auch in der ZiiEagle Box ist der Film nicht zu finden. 2022 lief der Film in Singapur auf einem Pay-TV-Kanal. Auf YouTube gibt es den Film mind. dreimal, darunter auch in HD, im O-Ton Kantonesisch mit englischen und chinesischen Untertiteln. Die englischen Untertitel steuerte der Webmaster der Homepage Silver Emulsion Film Reviews bei. Er hat daran ein Jahr gearbeitet.

Dienstag, 4. August 2026

The Blood Brothers

Shawgust 2026

The Blood Brothers

Story:

Chang und Huang (David Chiang und Chen Kuan-Tai) sind Kleinkriminelle. Als sie Ma (Ti Lung) ausrauben wollen, entsteht eine Freundschaft. Zu dritt drehen sie einige Dinger, ernten Macht und Bekanntheit. Sie formen eine Allianz und schalten nach und nach unliebsame Gegner aus. Sie werden zu Blutsbrüdern. Doch Ma hat dieses Leben satt. Es wird General und steigt die Karriereleiter hoch. Später verhilft er Chang und Huang zu Jobs in seinem Amt. Alles scheint gut, doch als sich Ma in Huangs Ehefrau (Ching Li) verliebt und mit ihr eine Affäre startet, nimmt das Unheil seinen Lauf…

Meine Meinung:

The Blood Brothers, der auf einer wahren Begebenheit beruht (Ermordung des Generals Ma Xinyi im Jahr 1870) und Ti Lung am Golden Horse Film Festival zu einem Award verhalf, ist eine weitere Shaw Brothers Produktion von Chang Cheh (Disciples of Shaolin, The Savage 5) mit seinen Superstars David Chiang (The Revenge of the Shaolin Kid, From Here to Prosperity), dem bereits erwähnten Ti Lung (The Master Strikes Back, Young Lovers on Flying Wheels) sowie Chen Kuan-Tai (The Iron Monkey, Gallants) in den Hauptrollen. John Woo (Im Körper des Feindes, Last Hurrah for Chivalry), der Action-Regisseur der nächsten Generation, fungierte als Assistent Director.

Die Voraussetzungen für ein Epos und einen weiteren Kracher in Chang Chehs Karriere sind gegeben. Leider halte ich The Blood Brothers nicht für einen Kracher. Ich empfinde den Film und seinen Status als Klassiker als überbewertet. Die Gründe sind simpel. Der Film ist in den ersten 80 Minuten eher unspektakulär und hat Längen. Die Actionszenen, die wir bis zu dem Zeitpunkt sehen, sind nur sporadisch im Einsatz und hauen nicht wirklich vom Hocker. Zudem mag ich Massenszenen, in denen gekämpft wird, auch wenn aufwändig, weniger. Das Hauptproblem war für mich die Dramatik. Der Film will dramatisch sein, aber genau in diesen Szenen ist der Film einfach unglaubwürdig und schlecht gespielt. Besonders Chen Kuan-Tais Figur ist eher blass charakterisiert. Er wird von einem schwachen Drehbuch und Dialogen im Stich gelassen.

Die Naivität der Figuren war einfach unglaubwürdig und nervend. Dass Ti Lungs Figur mit Chen Kuan-Tais Ehefrau eine Affäre hat, ist sehr schnell klar und das Schauspiel der Figuren in dieser Hinsicht war schlecht, da eben so offensichtlich schuldig. Aber niemand ausser David Chiangs Figur schöpft Verdacht. Obwohl der Film perfekte Voraussetzungen für Heroic Bloodshed Momente (Bruderschaft, Verrat, blutiges Sterben) bietet, für die Chang Cheh so bekannt ist, kommt diese hier nur selten wirklich zum Tragen. Die Kampfszenen sind auch wenig blutig. Erst ab der 80. Minute (also für die letzten 40 Minuten) wird der Film besser und intensiver. Besonders Ti Lungs Schauspiel gefiel mir. Der Film wird in Rückblenden erzählt.

Fazit: Nicht der erhoffte Kracher, sondern nur solides Mittelmass…

Infos:

O: Ci Ma

HK 1973

R: Chang Cheh

D: Ti Lung, David Chiang, Chen Kuan-Tai, Ching Li, Danny Lee, Michelle Yim,

Laufzeit der US-Blu: Ca. 122 Min.

Gesehen am: Sept. 2008 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Shout Factory vor (The Ti Lung/David Chiang Collection) = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. In Deutschland gibt es den Film von filmArt auf Blu-Ray (als Die Blutsbrüder des gelben Drachen).

Orthodoxy Chinese Kung-Fu

Orthodoxy Chinese Kung-Fu

Story:

Ein Paar bildet ihren Adoptivsohn in Sachen Martial Arts aus. Sie bringen ihm «Orthodoxy Chinese Kung-Fu» bei und lassen ihn danach in die weite Welt ziehen, damit er sich einen Namen machen kann. Er erlebt diverse Abenteuer, bestreitet diverse Duelle und erlernt immer wieder neue Kampftechniken. Diese sind auch dringend nötig, als vor dem Finale sein Meister getötet wird. Daraufhin schwört der Adoptivsohn Rache…

Meine Meinung:

Orthodoxy Chinese Kung-Fu ist ein seltener Eastern, der aktuell in einigen Datenbanken nicht zu finden ist (ofdb, LB), was sich aber noch ändern wird (in der LB sollte er in einigen Stunden bis einigen Tagen auftauchen). Es handelt sich um eine Kung Fu-Komödie aus dem Jahr 1980 aus Taiwan. Regie führte Yu Han-Hsiang (Tai Chi Shadow Boxing, A Brave Girl-Boxer in Shanghai). Der Cast ist mir relativ unbekannt. Keine wirklich grossen Namen dabei. Mir sagen nur Betty Pei Ti (Intimate Confessions of a Chinese Courtesan) sowie Wang Hsieh (The Black Falcon) etwas. Clement Yeh Chao-Hsu taucht, wenn ich nicht irre, nur für den Finalkampf auf. Markantes Äusseres. Ihn sah ich auch in anderen Eastern (Against Rascals with Kung Fu).

Der Film hat mir gefallen. War sehr solide und vor allem unterhaltsam, auch wenn die wirklich grossen Namen und Stars fehlen. Ich bin auch nicht sicher, wen den Helden gespielt hat. Laut einem YouTube Kommentar soll der männliche Schüler von einer Frau (Wei Hai-Min) gespielt worden sein, was ich mir kaum vorstellen kann. Sah zumindest sehr männlich aus. Wei Hai-Min (The 72 Desperate Rebels) ist eine bekannte Opernsängerin- und Schauspielerin aus Taiwan. Und da die Filme auch nicht mit Originaldialogen gedreht wurden, kann es zumindest sein, dass sie einen jungen Kerl spielt. Die Bildqualität der VHS war jetzt auch nicht super scharf, um das perfekt klären zu können.

Auf jeden Fall hat der Schüler seine Sache in den Kampfszenen ordentlich gemacht. Es gibt diverse Wettkämpfe und «Kampfschulen», die zum Zuge kommen. Zum Beispiel eine reine Frauenkampfgruppe oder eine Kampfschule nur bestehend aus Blinden. Am Ende läuft dann doch alles «nur» auf eine Rache-Story hin. Es gibt sicher alle fünf Minuten Kampfszenen zu sehen und der Ton des Filmes ist wechselhaft. Es wird mit und ohne Waffen gekämpft. Im Finale gar brutal, wenn mit Messern gekämpft wird und der Schüler dann den überraschenden Tod seines Meisters und Adoptivvaters rächen muss.

Fazit: Sehr solide und Eastern Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Tu bao zi da tong guan

Taiwan 1980

R: Yu Han-Hsiang

D: Ling Yun, Wei Hai-Min, Lu Wei, Hu Chin, Ko Hsiang-Ting, Wei Ping-Ao, Betty Pei Ti, Wang Hsieh, Clement Yeh Chao-Hsu

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 86:41 Min.

Gesehen am: Aug. 2026

Fassungen: Mir lag das VHS aus Südkorea von A Joo Video Production vor = Vollbild, solide Bild- und Tonqualität, sah Uncut aus, O-Ton Mandarin mit englischen, chinesischen und koreanischen Untertiteln. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Aug. 2026).