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Montag, 19. Oktober 2026

Wild Nr. 73 (Gommerstuba)

Adresse: 3995 Ernen

 

Heute war ein entspannender Tag. Keine Reinigungsarbeiten. Sonntag halt. Ich stand am späteren Morgen auf und gönnte mir zum Frühstück nebst Schokolade mit Nüssen, die ich gestern in Luzern gekauft habe, einen Film zum noch aktuellen Horroktober. Ich sah mir Wax Mask an (= Review). Den Restaurant Bericht schrieb ich noch gestern Abend, so dass ich es wirklich ruhig angehen konnte. Das Wetter war leider nicht mehr sonnig, dennoch zu meiner Überraschung trocken. Es sollte aber kälter werden. So gönnte ich mir im Verlauf mit meiner neuen It Tasse, die ich geschenkt bekam, heissen Tee. Nach dem Mittag zockte ich noch (Was wohl? Broforce). Um 13.45 Uhr ging es aus dem Haus. Es regnete noch immer nicht. Meine Powerbank hatte ich zuvor aufgeladen, denn heute hiess mein Ziel: Kanton Wallis. Es würde eine spannende Begegnung stattfinden.

Ich werde im Wallis in Brig zult treffen. Er hatte früher einen Blog und hat nun einen neuen. Einen Walliser Film-Fan, sehr erfahren in Sachen Conventions (Weekend of Horror, Weekend of Hell etc.) und wir tauschen gelegentlich Kommentare aus, wenn wir gegenseitig unsere Blogs lesen gehen. Daher freute ich mich auf das heutige Wildessen. Ich schrieb ihm vor einigen Wochen via Blog, ob er Lust hätte, an einem Sonntag (ich kommunizierte ihm drei Daten) Wild essen zu kommen. Und er hatte Lust und schrieb mir und der Rest ist Geschichte. Nebst Powerbank und den zwei Edward Lee Romanen nahm ich noch vier Filme mit, welche ich ihm gratis anbieten würde. Ich wählte eine langsame aber schöne Zugfahrt. Ca. 1h30Min. Oben über die Berge. Wunderschöne Aussicht, aber es wurde im Zug sehr kalt. Im Zug schaute ich zudem via Handy die ersten 50 Minuten des Fussballspieles Leeds Vs. Manchester United (= erneut Zeitverschwendung).







In Brig angekommen war besseres Wetter als in Bern. Und auch trocken. Das war schonmal gut. Am Bahnhof traf ich dann zult und wir gingen in Brig, nahe der Strasse, in welcher mein Vater aufwuchs und meine Grossmutter lebte, ein Kaffee trinken. Ich nahm ein Cappuccino und wurde, vielen dank nochmals, von zult eingeladen. Zu guten Gesprächen lernten wir uns kennen. zult ist ein total sympathischer und unkomplizierter Typ. Es war eine schöne Begegnung, auch wenn ich hier und da 2-3 hinhören musste, um jedes Wort zu verstehen. Das Walliserdeutsch ist ein sehr eigener Schweizerdialekt, den ich gerne höre, aber halt nicht viel zu hören bekomme. In diesem Café, die auch Wild angeboten hätten, überreichte ich zult die Filme, welche ich ihm gratis abgegeben habe und er nahm diese mit grosser Freude, was auch mich freute, an. Folgende Filme wechselten den Besitzer: Grotesque, Frontier(s), Lucker - The Necrophagous sowie Tanz der Vampire. Vor allem an letzterem hatte zult Freude, da mit vielen persönlichen Erinnerungen verbunden. Nach ca. eine Stunde fuhren wir mit dem Auto Richtung Goms (= bekannt für frühe Hexenprozesse und Hinrichtungen) und gingen dort in die Gommerstuba essen. Das Restaurant habe ich via Google ausfindig gemacht und via WhatsApp reserviert. Das Restaurant hat eine sehr hohe Google-Bewertung (4.9/5!!!). Wir kamen an, genossen die Aussicht und nahmen an einem grossen, runden Tisch (etwas speziell für nur zwei Personen) Platz und studierten zu guten Gesprächen die Speisekarte. Ich ging natürlich schon zuvor schauen und blieb schlussendlich bei dem, was ich zuvor gesehen hatte. So bestellte ich als…

 


 

…Vorspeise

Hirschcarpaccio

Binntaler Hobelkäse

24.00 CHF

 

…Hauptgang

Hirsch Entrecôte

herbstliche Beilagen, Spätzli

49.00 CHF

 

 

Warum ich kein Dessert bestellt habe? Die haben mich nicht angesprochen. Zudem waren dort Beilagen dabei, welche ich leider nicht gerne habe (Zwetschgenkompott, Passionsfrucht, Mango). Es hätte zwar Alternativen gegeben (Käse oder Glace) aber das passte für mich nicht und/oder ich bin kein allzu grosser Glace-Fan. So blieb es heute bei der Vorspeise und beim Hauptgang. Ich freute mich, wieder eine Carpaccio Variante, diesmal vom Hirsch, zu testen. Und als Hauptgang gab es diesmal auch Hirsch. Das Essen war sehr gut. Die Vorspeise hatte die perfekte Grösse und das Fleisch war sehr gut. Allerdings fand ich den Käse leicht unspektakulär. Da wäre vielleicht noch die ein oder andere Beilage wünschenswert gewesen. So wars noch immer sehr gut, aber irgendwie nichts Spezielles und/oder fehlte das gewisse Etwas. Der Hauptgang war ebenfalls sehr gut. Auch eine gute Portion. Nahezu perfekt. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Das Fleisch war fein und schmeckte z.T. wie grilliert. Aber durch die guten Gespräche und meine Begleitung zult, war ich weniger auf das Essen fokussiert (was nicht abwertend oder negativ gemeint ist). Das Essen wurde schnell serviert und die Beilagen haben auch gut geschmeckt. Die Kellnerin war sehr aufmerksam und hat mehrfach und unaufgefordert Trinken nachgefüllt. Das Amuse-Bouche, welches es vor der Vorspeise gab, war interessant: Eine Mini-Crème brûlée in einer Käse-Variation. War sonderbar, aber lecker. Der Abend verging wie im Flug. Und als Überraschung und schöne Geste lud mich zult sogar zum Abendessen ein. Auch dafür nochmals vielen Dank! Nach einer Weile fuhren wir wieder nach Brig. Ich war flexibel unterwegs und staunte aber, wie wenige Züge es abends bis nach Bern gab. Ich nahm den 21.18 Uhr Zug, und das war bereits die vorletzte Verbindung. Die nächste wäre um 22.25 Uhr gefahren mit Ankunft 00:19 Uhr in Bern. Ob ich dann überhaupt noch eine Verbindung nach Hause gehabt hätte? Ich weiss es nicht. Ob es daran lag, dass heute Sonntag war? Ich nahm den 21.18 Uhr Zug und las im Manchester United Forum die Berichte. Ich stieg gemütlich in Thun um, da dort bereits mein Direktzug für nach Hause wartete. So musste ich in Bern nicht 15 Minuten in der Kälte warten. The Chosen las ich bereits auf der Hinfahrt zu Ende. Den 2. Edward Lee Roman, den ich dabeihatte, will ich erst am Dienstag, wenn ich nach St. Gallen fahre, starten. Ich kam um ca. 22.40 Uhr zu Hause an. Ca. eine Stunde später zog es mich müde ins Bett.

 

 

Fazit:

 


Hervorragend

Sehr gut

Gut und solide

Enttäuschend
















The Chosen

The Chosen

Inhalt:

«Restaurant manager Vera Abbot has come to The Inn to embark on the job of her dreams. But from the day she arrives, her dream turns into a harrowing nightmare. She hears strange footsteps, sees faceless figures in the dead of night…and is tormented by erotic dreams in which a hideous stranger makes love to her.

The past never dies. It only sleeps, waiting to unleash a new cycle of bloodshed and terror. For The Inn is a breeding ground for unspeakable atrocities. And now the time has come for Vera to be initiated into its secret world of depravity and horror—whether she wants to or not!»

Meine Meinung:

The Chosen ist ein Roman von Edward Lee (Brain Cheese Buffet, Goon, Teratologist), der ursprünglich schon 1993 erschienen ist und später von Necro Publications neu aufgelegt wurde. Ich las den Roman in der Vergangenheit schon einmal, wusste aber nichts mehr. Als ich neu zu lesen begann, erwartete ich eine Geistergeschichte. Doch schnell waren auch mögliche Rednecks und Backwood-Themen, die Edward Lee liebt, ein Thema. Und dennoch geht der Plot am Ende in eine total andere Richtung. Diese Ungewissheit macht das Lesen spannend und fesselnd. Es laufen quasi parallel drei Sub-Plots ab, die aber zusammengehören und sich am Ende vereinen.

Ich fand The Chosen kurzweilig, unterhaltsam und abwechslungsreich. Ich würde den Roman zwar nicht zu den besten Werken von Edward Lee zählen, dennoch ist das solide Genre-Kost. Eine gewisse Spannung war gegeben, denn ich wollte wissen, warum Vera und ihre Co-Worker von Feldspar abgeworben worden sind und was dessen Motive sind. Dass da nicht alles koscher zu und her geht, daraus wird kein Geheimnis gemacht. Aber nicht warum. Und das reichte für mich aus, um gut unterhaltsam zu werden. Es ist anspruchslose Kost, immer mit einem Schmunzeln auf den Lippen, immer mit einer hier und da fiesen, amüsanten oder schmuddeligen und sleazigen Szene.

Der Plot wird langsam erzählt und trotz einigen derben Momenten, die Sex und Gewalt vermischen, geht es im Vergleich zu anderen Edward Lee Werken als Gesamtwerk, doch zahmer und harmloser zu. Die Figuren sind natürlich vor allem Klischees, erfüllen aber ihren Zweck. Ich mochte Vera, Kyle und Feldspar. Von Paul bekommt der Leser am wenigsten mit. Da hätte ich mir hier und da etwas mehr Szenen gewünscht. Und gegen Ende ging dann alles fast etwas zu schnell, Schlag auf Schlag. Etwas, was in vielen Edward Lee Romanen der Fall ist. Dennoch ist eine Spannung gegeben. Wird es ein Happy End geben oder nicht? Weil auch das ist bei Lee nicht immer der Fall…

Fazit: Solide Arbeit von Edward Lee!

Infos:

In Deutschland erschienen: Nein

Sprache: Englisch

Verlag: Necro Publications

Anzahl Seiten: 287

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Paperback

Autor: Edward Lee

Erschienen: 2012 (Originally Nov. 1993)

Sonntag, 18. Oktober 2026

Wax Mask

Horroktober 2026

Wax Mask

Story:

1900 Paris:

Sonia (Romina Mondello), die als Kind Zeuge eines Mordes wurde, trifft viele Jahre später als junge, erwachsene Frau, auf einen Wachsfigurenkünstler (Robert Hossein), den sie verdächtigt, die damalige Tat begangen zu haben…

Meine Meinung:

Wax Mask sollte eine Zusammenarbeit zwei Italienischer Grössen werden. Eine Zusammenarbeit zwischen Lucio Fulci (Lizard in a Woman's Skin, The Devil's Honey, Der New York Ripper) sowie Dario Argento (Tenebrae, Sleepless, Phenomena). Beide arbeiteten am Drehbuch mit und Dario Argento hat den Film, bei welchem Lucio Fulci Regie führten sollte, produziert. Als Lucio Fulci kurz vor den Dreharbeiten überraschend verstarb, sprang Effektekünstler Sergio Stivaletti (The Three Faces of Terror, Cemetery Man, The Church) in die Bresche und übernahm die Regie. Wax Mask sollte Sergio Stivalettis Regiedebüt werden. Dennoch blieb er auch danach vor allem als Mann für die Effekte der Filmwelt erhalten.

Wax Mask sah ich sicher 20 Jahre nicht mehr. Das Ital. Genre-Kino war zu der Zeit (Ende der 90er Jahre) schon lange tot. Umso überraschender war ich, wie angenehm der Film wirkte. Ich hatte damit, auch wenn der Film kein Kracher darstellt, meinen Spass. Der Film wirkt wie ein älterer Genre-Film aus Italien. Der Plot bedient sich grosser Vorbilder und Themen, die im Horrorfilm gern gesehen sind (Frankenstein und Wachsfiguren Motive). Zudem wurde auch dreist aus dem James Cameron Klassiker Terminator gestohlen, was den Film fast unfreiwillig komisch macht und daran erinnert, was Bruno Mattei und Co. in der Vergangenheit alles verbrochen haben. Ich hatte an den Terminator Vibes Freude, wie auch in anderen Filmen, die den Film «zitiert» haben (z.B. The Heroic Trio).

Der Film überzeugt durch tolle Kostüme, stimmungsvolle Settings, hervorragende Effekte (sieht man von 1-2 digitalen Effekten ab), einige hübsch blutige Momente und eine grosse Portion Erotik. Die Füllszenen zeigen doch relativ viele Sex- und Nacktszenen. Die Effekte (Wachsfiguren, Transformationen, Splatter, Morde) sind toll getrickst, was mit einem Regisseur wie Sergio Stivaletti an der Seite des Effekteteams, wenig überrascht. Die Musik war leider relativ unspektakulär und der Plot ist eigentlich auch wenig originell. Dennoch war Wax Mask im Grossen und Ganzen relativ unterhaltsam. Romina Mondello (Palermo - Milan One Way) ist zudem eine Augenweide und spielt auch abgesehen davon glaubhaft und überzeugend.

Fazit: Euro Kult Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: M.D.C. - Maschera di cera

Italien 1997

R: Sergio Stivaletti

D: Maia Asiride, Daniele Auber, Umberto Balli, Salvatore Cammuca, Ginevra Casini, Loretta Cester, Robert Hossein, Romina Mondello

Laufzeit der US-DVD: 98:21 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Okt. 2026

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Image Entertainment vor = Englischer Dub, gute Bild- und Tonqualität, nicht anamorph, Uncut. Gibt es in Deutschland von cmv-Laservision auf Blu-Ray. Die US-Blu-Ray von Severin Films dürfte bisher das Non Plus-Ultra darstellen, da Unmengen an exklusivem Bonusmaterial. Zudem gibt es den Englischen und Ital. Ton inklusive englische Untertitel.