Brugggore Filmfestival 2026 Spezial
Fuck My Son!
Story:
Eine Frau (Robert Longstreet) entführt eine Mutter (Tipper Newton) und deren Tochter (Kynzie Colmery) und zwingt die Mutter, ihren schwer behinderten, deformierten Sohn (Steve Little) zu entjungfern…
Meine Meinung:
Auf Fuck My Son! war ich sehr gespannt. Warum? Im Trailer sah ich Ekelszenen und handgemachte Effekte, zudem hörte sich der Inhalt sehr provokant, makaber und schwarzhumorig an. Durchaus sehr gewagte Themen, die Fuck My Son! da angeht. Dass es sich sogar um eine Comic-Verfilmung handelt, war mir nicht bewusst. Für ein Filmfestival ist ein solches Werk natürlich ein gefundenes Fressen. Aber selbst hier hatte es Zuschauer, die die Vorstellung verlassen haben (aber nur sehr wenige). Der Geschmack des Filmes ist schlecht. Peter Jacksons Filmtitel «Bad Taste» kommt mir da als Vergleich in den Sinn.
Der Film ist eine groteske Ekel-Horror-Komödie, die bewusst provozieren will. Da ich die Comics nicht kenne, kann ich nicht vergleichen. Im Abspann gibt es noch einige Bilder aus dem Comic zu sehen. Diese Vergleiche scheinen gut gelungen zu sein. Ansonsten erinnert der Film auch etwas ans Backwood-Kino, was nicht überrascht, da sich Regisseur Todd Rohal auch von Blutgericht in Texas inspirieren liess. Der Retro-Stil gefiel. Die anderen Einschübe (der Anfang des Filmes) und die digitalen Zwischensequenzen (mit den Fleischfiguren, dem «Himmel» oder schräge Musik- und Nackteinlagen) waren teilweise schräg und, so wie ich jetzt gelesen habe, auch AI zu verdanken. Die wirkten teilweise schon auch unpassend, fand ich.
Die Darsteller haben ihre Sache alle ordentlich gemacht. Mutige Rollen, denn der Inhalt wird nicht allen schmecken. Ich kenne niemanden aus der Produktion. Auf jeden Fall war der Film eine tolle Wahl für eine Art «Midnight Screening» am Brugggore Filmfestival. Das Kino war zwar nicht voll, aber das war die bisher beste Stimmung welche ich am diesjährigen Filmfest erlebt habe. Das Publikum hat viel gelacht. Die Ekelszenen waren hübsch innovativ und wenn man meint, schon das höchste Level erreicht zu haben, kommt was Neues dazu. Für die handgemachten Effekte und das eklige Aussehen des Jungen zeichnete sich Robert Kurtzman (Wishmaster, Nightwish, Vampire) zuständig. Etwas schade ist, dass im Finale auch noch digitale Effekte zum Einsatz kommen (bei den Shoot-Outs). Das kann aber auch als Stilmittel so gewollt gewesen sein. Der digitale Vorspann (Fleisch und Würste) fand ich gewöhnungsbedürftig und schräg war, dass die Entführte, trotz der Tatsache, dass sie den Sohn «entjungfern musste», nie nackt zu sehen war (typisch Amerikaner, trotz dem derben Inhalt gleichzeitig prüde).
Fazit: Mutig, eklig, lustig und abgefahren! Der perfekte Festival-Film!
Infos:
O: Fuck My Son!
USA 2025
R: Todd Rohal
D: Tipper Newton, Steve Little, Robert Longstreet, Kynzie Colmery, George Sample III
Laufzeit der Kinoversion: Ca. 94 Min.
Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026
Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in
Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand:
April 2026).


