When the Kung Fu Hero Strikes
Story:
Mei Ji (Hu Chin) und Qiang Han (Sek Kin) und ihre Untergebenen (Eddy Ko) betreiben Menschenhandel und Zwangsprostitution im grossen Stil. Mei Ji lockt Kang Tai (Wong Yuen-San) in die Organisation. Als dieser jedoch die schmutzigen Hintergründe der Organisation erkennt, ist es bereits er spät. Er ist ein Teil der Bande und als eine Frau stirbt, nimmt der Druck zu. Immer mehr und mehr stellt sich Kang Tai seinen Vorgesetzen entgegen bis er das Gesetz in die eigene Hand nimmt…
Meine Meinung:
Aka The Virgin Mart. When the Kung Fu Hero Strikes scheint ein eher unbekannter Film aus Hong Kong zu sein. Der Film aus dem Jahr 1974 stammt von Kao Pao-Shu (The Cannibals, The Jade Fox, Bandits, Prostitutes & Silver, The Desperate Chase) und erinnert an den Hong Kong-Film Kung Fu Stars sowie an Kao Pao-Shus Female Fugitive. Manch einer dürfte erstaunt sein, dass ausgerechnet eine Frau einen solchen Inhalt auf die Leinwand gezaubert hat. Ähnlich wie bei deutschen Sex-Klamotten geht es in When the Kung Fu Hero Strikes nämlich grösstenteils auch amüsant und eher lustig als schockierend zu und her, trotz kontroversen Inhalten wie Menschenhandel und Zwangsprostitution.
Ich hatte an dem Mix aus Sleaze, Komödie und Kung-Fu-Action inklusive Selbstjustiz-Inhalten (Finale) Freude. Kao Pao-Shu bringt ihre eigenen Shaw Brothers Erfahrungen gekonnt im Film ein. So werden hier alle Figuren bis hin zu Gastrollen mit ihren englischen Namen eingeblendet erwähnt, wie das auch in einigen Shaw Brothers Filmen der Fall war. Es gibt viele Kampfszenen und diese sind sehr solide. Abgesehen von einem gewissen Overacting der Gangster (und einige comicartige Toneinfälle) wird auf Klamauk verzichtet, was dem schmuddeligen Treiben gutzustehen bekommt.
Besonders Freude und zum Schmunzeln anregend waren die Darbietungen von Hu Chin (The Deadly Silver Spear, Dreaming Fists with Slender Hands, The Demons in the Flame Mountain) als «Puffmutter» sowie Sek Kin (Enter the Dragon, The Mysterious Heroes, The Virgin Sword) als Boss hinter der Organisation. Die zwei haben wirklich köstlich agiert. Vor allem Sek Kin, der öfters ernste Rollen spielte, war hier in einer mehr amüsanten Rolle eine willkommene Abwechslung. Sie kommen fies zur Geltung, wenn sie z.B. anhand von Fotos über die Vergangenheit und Schicksale ihrer Mädchen erzählen und lachen.
Eddy Ko (Ruthless Law, Cunning Kids, Hitman in the Hand of Buddha) spielt einmal mehr solide einen Bösewicht und den Haupthandlanger der Bande. Abzüge gibt es bei Wong Yuen-San (Little Superman, For Whom to Be Murdered, The Good and the Bad), da er einfach zu naiv agiert. Zudem sind einzelne Momente im Finale schon fast unfreiwillig komisch, wenn Wong Yuen-San eine Klippe runterfällt, hinter einem Auto hergezogen wird und später nochmals zwei Abhänge hinuntergestossen wird (u.a. einen steinigen Abhang zu einer Stauseemauer hinunter) und das alles problemlos überlebt. In den Kampfszenen macht er jedoch wirklich eine gute Figur. Ebenso auch Eddy Ko. Die Choreographie erinnerte an jene von Liu Chia-Liang (stammt aber nicht von ihm). Gegen Ende wird der Film ernster, dramatischer und härter. Nackte Tatsachen (Brüste) gibt es wie Kampfszenen viele zu sehen. Das Ende des Filmes ist typisch und soll abschreckend wirken = Selbstjustiz zahlt sich nicht aus.
Fazit: Unterhaltsames Mitte der 70er Jahre Kung-Fu-Kino aus HK!
Infos:
O: Fan Mai Ren Kou
HK 1974
R: Kao Pao-Shu
D: Betty Ting Pei, Sek Kin, Eddy Ko, Hu Chin, Wong Yuen-San, Elaine Jin, Hon Yee-Sang, Tong Tin-Hei, Fung Ngai, Lily Chen Ching
Laufzeit der libanesischen VHS: 91:43 Min.
Gesehen am: Nov. 2026
Fassungen: Gesehen via VHS aus dem Libanon =
Ocean Shores Master, solide Bild- und Tonqualität (recht anständiger,
Englischer Dub mit arabischen Subs), sah bis auf eine Szene Uncut aus
(erstaunlich, dass die ganzen Nacktszenen mit Brüsten nicht zensiert wurden). Andere
Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Nov. 2026).



