Dieses Blog durchsuchen

Mittwoch, 11. März 2026

Paper Marriage

Paper Marriage

Story:

Jade Lee (Maggie Cheung) will nach Kanada umsiedeln, doch es läuft nicht wie geplant. Um im Land bleiben zu können, willigt sie einer Scheinehe mit Bo Chin (Sammo Hung) zu. Beide heiraten. Beide brauchen Geld. Als sie zufällig an Geld von Gangstern (u.a. Dick Wei) gelangen, machen sie sich zur Zielscheibe derselben…

Meine Meinung:

Paper Marriage gefiel mir aktuell weniger gut als früher bei der Erstsichtung. Es handelt sich um einen Mix aus Romanze, Komödie und Actionfilm von Alfred Cheung (On the Run, Talk to Me, Dicky), der im Film auch eine kleine Rolle spielt, u.a. gedreht in Kanada. Alfred Cheungs On the Run dürfte wohl sein bester und bekanntester Film sein. Etwas, was von Paper Marriage und Sammo Hung (Pantyhose Hero, Der kleine Dicke mit dem Superschlag, Filthy Guy) nicht behauptet werden kann. Daher überrascht es auch nicht, dass das UK-Label Eureka den Film in einer Collection zusammen mit zwei weiteren (z.T. eher mittelmässigen) Filmen veröffentlicht hat.

Der Film braucht lange, bis er sich entwickelt. Die ersten 30-40 Minuten fand ich wirklich lahm, uninteressant und auch nicht speziell lustig, sondern zum Teil unlustig. Mit anderen Worten verpasst der Zuschauer in der Zeit nichts. Action sucht man vergebens. Es gibt Längen. Zudem gab es mir hier sogar zu viele Rape-Jokes. Nichts gegen politisch unkorrekten Humor, aber hier passte es einfach nicht zum Rest des Filmes (Romanze, Gangster-Hatz). Die ersten Kampfszenen bestehen aus Ringkämpfen. In diesen tritt Sammo Hung zuerst gegen Phillip Ko Fei (Mars Villa) und danach gegen Billy Chow (Queen’s High) an.

Die Kampfszenen wurden von Yueh Wah (Kung Fu vs. Acrobatic) sowie Lam Ching-Ying (The Ultimate Vampire) choreographiert und sind die klaren Highlights des Filmes. Die haben beide einen wundervollen Job gemacht. Vor allem im Finale, die Kampfszenen und Stunts im Einkaufszentrum, sind absolut sehenswert geworden. Da gibt es tolle Einfälle und viel Zeitlupe zu sehen. Vor allem Maggie Cheung (The Romancing Star) bekommt viel ab. Sie wird ab Mitte des Filmes bis zum Ende immer besser und besser. Ihr Talent für komische Szenen kommt perfekt zur Geltung.

Phillip Ko Fei ist nur in der Ringkampfszene zu sehen, wobei Billy Chow eine grosse Nebenrolle spielt. Er spielt den neuen Lover von Sammo Hung Ex- Joyce Godenzi (She Shoots Straight), die auch im echten Leben mit Sammo verheiratet ist. Sie spielt auch eine Nebenrolle. Chin Ka-Lok (Mr. Vampire Saga IV), der Bruder des viel Bekannteren Chin Siu-ho, ist nur kurz zu sehen. Als ehemaliger Kickboxer macht Billy Chow in den Kampfszenen natürlich eine ungemein sehenswerte Figur. So auch Dick Wei (The Defector – Der Dragon Fighter), der den Hauptbösewicht spielt. Seine Kämpfe, zuerst in Sammo Hungs Haus, später im Finale, sind eine Wucht. Nur das Ende, wie die Bösewichte besiegt wurden, gefiel mir nicht. Schade.

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten. Dank den wenigen, aber extrem sehenswerten Actionszenen, dennoch zu empfehlen!

Infos:

O: Goh Biu San Leung

HK 1988

R: Alfred Cheung

D: Sammo Hung, Maggie Cheung, Billy Chow, Dick Wei, Billy Chow, Joyce Godenzi, Phillip Ko Fei, Chin Ka-Lok, Alfred Cheung

Laufzeit der UK-Blu: 92:08 Min.

Gesehen am: Aug. 2010 / 2. Sichtung am: 11.03.26

Fassungen: Mir lag für eine 2. Sichtung die UK-Blu-Ray von Eureka (Triple Threat) vor = mit zwei anderen Filmen in einem Set, Schuber, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton mit englischen Subs, Interview mit Regisseur als Bonus (ca. 20 Min. = fand es relativ uninteressant). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2026).

Blind Alley

NIFFF 2012

Blind Alley

Story:

Rosa (Ana de Armas) begegnet nachts in einem Waschsalon einem jungen Mann (Diego Cadavid). Nach allmählichem Palaver beginnt die zuerst empfundene Vorfreude Angst zu weichen, denn Rosa nimmt an, dass es sich bei dem Mann um einen Mörder handelt. Ein Katz- und Maus-Spiel nimmt seinen Lauf…

Meine Meinung:

Blind Alley ist eine spanisch-kolumbianische Koproduktion, die ich 2012 am NIFFF sah. Der Film hat mir heute nicht mehr so zugesagt, wie damals am NIFFF, wo ich natürlich etwas überraschter war. Trotz seiner Laufzeit von nur 73 Minuten nahm ich bei der 2. Sichtung Längen wahr. Blind Alley ist ein Film, der nach einer einmaligen Sichtung, viel von seinem Pulver bereits verschossen hat, da der Zuschauer den Twist bereits kennt. Dieser wirkt zudem auch, aus heutiger Sicht, weniger überraschend, als damals im Kino (à la From Dusk Till Dawn).

Blind Alley ist ein Mix aus Horror- und Kammerspiel, auch wenn das bunte Intro direkt aus Austin Powers stammen könnte. Die Horrorparts nehmen erst im letzten Viertel zu. Hier wäre ein früherer Start wünschenswert gewesen. Einige Effekte, besonders die Gesichter und Masken, waren z.T. auch recht billig, und wenn ich nicht irre, auch unschöne digitale Effekte. Der rote Saft wird hier und da vergossen und es wird öfters mit einem Splitscreen gearbeitet. Regisseur Antonio Trashorras hat zumindest keine grössere Karriere hingelegt. Seine letzte Regiearbeit ist schon über zehn Jahre alt (Anabel 2015).

Apropos Anabel: in diesem setzte Antonio Trashorras wieder auf seine Blind Alley Hauptdarstellerin Ana de Armas. Sie ist wohl der einzige wirkliche Hingucker und durch und durch positive Aspekt des Filmes. Sie spielt nicht nur im Film einen Charakter aus Cuba, sondern sie stammt tatsächlich von dort, ehe sie später in Spanien landete und dort im Filmgeschäft Fuss fasste. Und im Gegensatz zu Regisseur Antonio Trashorras hat sie den Aufstieg geschafft. So wirkte Ana de Armas zuletzt in Hollywood-Filmen wie No Time to Die, Blonde, Blade Runner 2049 sowie Ballerina mit. Die anderen Figuren waren leider relativ uninteressant.

Fazit: Eigentlich kein schlechter Film, aber auch nichts für meine Sammlung. Das Konzept hätte als Kurzfilm besser funktioniert.

Infos:

O: El Callejón

Spanien, Kolumbien 2011

R: Antonio Trashorras

D: Ana de Armas, Diego Cadavid, Leonor Varela, Judith Diakhate, Alfonso Rojas

Laufzeit der deutschen DVD: 73:02 Min.

Gesehen am: NIFFF 2012 / 2. Sichtung am: 11.03.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Koch Media vor = Mit Wendecover, Uncut, Deutsch/Spanisch mit deutschen Untertiteln. Die Bild- und Tonqualität sind gut. Den Film gibt es vom gleichen Label auch auf Blu-Ray.

Je brûle de partout

Je brûle de partout

Story:

Die jungfräuliche Jenny (Susan Hemingway) wird von einem Paar (u.a. Brigitte Lahaie) verführt, unter Drogen gesetzt und an Menschenhändler verkauft. Nun muss Jenny in einem Bordell zusammen mit anderen Frauen ihre Dienste für Kunden anbieten. Ein Gas sorgt dafür, dass sich die Opfer immer in einem erregten Zustand befinden. Als das Paar erfährt, wen sie da verkauft haben (die Tochter eines reichen Geschäftsmannes), planen sie, Jenny zurückzuholen um von ihrem Vater Lösegeld erpressen zu können…

Meine Meinung:

Je brûle de partout war ein extrem seltener Jess Franco (Two Female Spies with Flowered Panties, The Sinister Dr. Orloff, Dracula, Prisoner of Frankenstein) Film, den es scheinbar offiziell nicht auf Heimmedium zu sehen gab. Unter Fankreisen kursierten scheinbar nur qualitativ schlechte Prints, abgefilmte Versionen und andere Bootlegs. Erst das Label Pulse Video schaffte, wohl auch Dank der Mithilfe von einer Crowdfunding-Aktion, Abhilfe. Und lohnt sich der Film? Leider nein. Oder vielleicht und höchstens für Fans von Brigitte Lahaie (Faceless), die hier und da für Jess Franco, Jean Rollin und Co. vor der Kamera stand.

Trotz der interessanten Fakten um die Seltenheit des Filmes, empfand ich Je brûle de partout als wenig sehenswert. In Wahrheit handelt es sich um einen stinklangweiligen, öden, repetitiven und uninteressanten und leider auch wenig erotischen Soft-Sex-Film, der kaum Plot bietet. Das Ende, die schockierende Pointe, drehte Jess Franco schon zuvor in seinem HC-Porno Feuchte Lippen, in welcher die von de Sade erfundene Person Eugenie im Finale feststellt, dass sie da ihren eigenen Vater als Kunden vor sich hat, um genüsslich weiterzumachen.

Je brûle de partout bietet wirklich praktisch gar nichts, was den Film sehenswert macht. Es mutet so an, als sei der Film auf Wunsch der Produzenten erfolgt um Kohle zu scheffeln. Natürlich sind gewisse Jess Franco Merkmale auszumachen, aber im Grossen und Ganzen sind die Szenen und Figuren austauschbar. Selbst Fans der französischen Porno-Darstellerin Brigitte Lahaie dürfen nicht zu viele Momente von ihrem Star erwarten. Sie gerät in den Hintergrund und ab einem gewissen Zeitpunkt ist sie auch nicht mehr zu sehen. Hauptdarstellerin Susan Hemingway, die in Jess Francos Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne debütierte, wirkt besonders lustlos.

Fazit: Nur für Soft-Sex und Brigitte Lahaie-Fans zu empfehlen…

Infos:

O: Je brûle de partout

Frankreich 1979

R: Jess Franco

D: Susan Hemingway, Didier Aubriot, Jean Ferrere, Martine Flety, Brigitte Lahaie

Laufzeit der franz. Blu-Ray: 81:16 Min.

Gesehen am: 11.03.26

Fassungen: Mir lag die franz. Blu-Ray von Pulse Video vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, franz. O-Ton mit englischen Subs. Wohl die weltweit erste offizielle Heimkinofassung des Filmes. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2026). Als Extras gibt es einen weiteren Brigitte Lahaie Film, eine Doku über ihr Leben und einen weiteren Jess Franco Film (= Dark Mission) zu sehen.