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Sonntag, 17. Mai 2026

The Living Dead Girl

The Living Dead Girl

Story:

Durch Chemikalien wird Catherine Valmont (Françoise Blanchard), die vor zwei Monaten verstorben ist, wieder zum Leben erweckt. Um leben zu können, braucht sie Menschenblut. Es zieht sie an ihr ursprüngliches Zuhause, wo sie von ihrer früheren Freundin Hélène (Marina Pierro) gefunden wird. Diese sucht nach menschlichen Opfern, um Catherine zu helfen. Derweil hat es eine Fotografin auf Catherine abgesehen, welche sie am Vortrag zufällig fotografiert hat…

Meine Meinung (Deutsche Fassung = veränderte Musik):

The Living Dead Girl ist sicherlich zusammen mit The Grapes of Death der bekannteste Film von Jean Rollin (Requiem for a Vampire). Das liegt vielleicht auch daran, dass beide Filme in Deutschland verboten wurden. The Living Dead Girl sah ich bisher nur einmal und gemäss meinem uralten Review empfand ich den Film auch früher nicht als Kracher. Eine Ansicht, die sich nach dieser Neusichtung nicht geändert hat. Ich denke, Jean Rollin liebt oder hasst man. Ob es ein Zwischendrin gibt? Ich weiss es nicht.

Ich nehme The Living Dead Girl als durchschnittlich wahr. Kein Kracher, aber auch nicht wirklich schlecht. Mich hat der Film heuer jedoch kalt gelassen. Nicht gefesselt, nicht erfreut, nicht unterhalten. Das Gezeigte wirkte monoton, repetitiv, belanglos. Es wollte sich keine Stimmung und Atmosphäre entwickeln, was schade ist, denn die Drehorte, vor allem das Schloss, in welchem gedreht wurde (die Crew schlief auch dort und der Besitzer kochte), ist an sich eine tolle Location für eine schaurig-erotische Vampir-Story.

Trotz einiger Nacktszenen geht der Erotikfaktor gleich null. Der Inhalt ist auch alles andere als originell. Das hat man als Horrorfan schon alles irgendwie gesehen und da der Film Längen hat, bietet The Living Dead Girl abgesehen von Mix aus Nacktszenen und einigen drastischen, schön blutigen Momenten und Make-Up-Effekten, keinen Mehrwert, erneut im Blu-Ray Player zu landen. Zudem hat die Fotografin mit ihrer penetranten Art sehr genervt. Das war sogar für diese Art Film einfach bescheuert und unglaubwürdig. Françoise Blanchard (Caligula and Messalina) sowie Marina Pierro (Suspiria) waren hingegen sehr solide in ihren Auftritten.

Fazit: Nur für Jean Rollin Fans zu empfehlen!

Infos:

O: La Morte vivante

Frankreich 1982

R: Jean Rollin

D: Marina Pierro, Françoise Blanchard, Mike Marshall, Carina Barone, Fanny Magier, Patricia Besnard-Rousseau

Laufzeit der europäischen DVD: 86:16 Min.

Gesehen am: Dez. 2005 / Neusichtung am: 17.05.26

Fassungen: Gesehen als 3-Disc Edition von Encore Films aus Holland = PAL, Code Free, zwei DVDs und eine Soundtrack CD inklusive Schuber und einem ca. 60seitigem Booklet mit Gedanken von Jean Rollin. Der Film ist Uncut, bietet nebst dem O-Ton auch die deutsche Synchro (gelungen, aber hat eine neu komponierte Musik von Gerhard Heinz) und massenhaft Untertitel-Optionen. Die Bild- und Tonqualität sind auch für heutige Verhältnisse noch ausgezeichnet. In Deutschland ist der Film unter dem Titel Lady Dracula noch immer verboten. In den USA, England und Österreich (in deutscher Sprache) ist der Film inzwischen auch auf Blu-Ray zu haben sowie UHD (UK). Bildvergleiche zeigen auf, dass sämtliche Blu-Ray Fassungen inklusive die UHD in Sachen Bildqualität dunkler ausfallen als die DVD von Encore Films. Die sieht für mich daher immer noch am besten aus.

Samstag, 16. Mai 2026

The Black Enforcer

The Black Enforcer

Story:

Kuan Yun-Fei (Tien Feng) hat 14 Menschenleben auf dem Gewissen und ist auf dem Weg, zum Gericht eskortiert zu werden. Nachts gelingt ihm die Flucht. Doch zuvor töten er und seine Männer die ganze Familie von Kung Tien-Lung (Tang Ching) inklusive vergewaltigen dessen Tochter. Kung Tien-Lung wird verletzt und wandert danach 15 Jahre ins Gefängnis. Danach sieht er die Zeit der Rache gekommen. Derweil lebt Kuan Yun-Fei, der inzwischen erblindet ist, mit seiner Familie ein ruhiges und abgelegenes Leben…

Meine Meinung:

The Black Enforcer war auch einer dieser Shaw Brothers Titel, die es mit Ausnahme der ZiiEagle Fassung nicht auf VCD und DVD gab. Celestial hat um das Jahr 2000 zwar begonnen, ca. 90% aller Shaw-Titel zu restaurieren und auf VCD und DVD zu veröffentlichen, doch einige Titel gingen ihnen, warum auch immer, durch die Lappen. Titel wie This Man Is Dangerous, To Kill a Mastermind, Ghosts Galore, I Will Finally Knock You Down, Dad!Pursuit of a KillerCurse of Evil, Spirit of the Raped, Revenge of the Corpse, Misfire, The Imperial Tomb Raiders, Crazy Nuts of Kung Fu, Karate King, The Psychopath, Mission Impossible, Die Wilden Engel von Hong KongShadow GirlLovers Blades, Die Bande des gelben Drachen oder Na Cha and the Seven Devils.

Dank verschiedenen Labels wie Shout Factory, TVP, Koch Media und 88 Films sind nun einige dieser Filme auf physikalischem Medium erschienen. Einige der oben genannten gab es immerhin auf VHS oder LD. Zu diesen "verschollenen" Titeln gehörte auch The Black Enforcer. Ein Wuxia und eine angebliche Co-Produktion zwischen den Shaw Brothers (also Hong Kong) sowie Südkorea, wobei in Datenbanken nur Ho Meng-Hua (Shaolin Abbot, Shaolin Hand Lock, The Mighty Peking Man) als Regisseur und kein zweiter, koreanischer gelistet wird. Fakt ist, dass scheinbar der Cast während des Drehs ausgetauscht wurde. Gedreht wurde vor Ort im kalten und verschneiten Südkorea.

Der Film ist zwar kein Kracher, hat mir aber dennoch wirklich gut gefallen. Es sind vor allem zwei Dinge, dir mir zusagten. Zum einen die teilweisen Drehorte vor Ort in Südkorea. Die geben dem Film einen anderen Touch. Viele der Shaw-Filme sind reine Studio-Filme d.h. auch alle Outdoor-Aufnahmen sind nicht selten in Studios gedreht worden. So nicht in The Black Enforcer, auch wenn es selbstverständlich auch hier einige Studio-Aufnahmen gibt (z.B. das Finale = die Bildqualität der Blu-Ray ist so gut, dass an der übermalten Wand am Ende sogar Türen zu erkennen sind!).

Der andere Punkt, den ich mochte, war die grimmige Geschichte um Moral und Rache. Und dass sich diese eben oft auch nicht lohnt. Der Film nimmt sich für seine Figuren Zeit, das mochte ich. Einige der Duelle erinnerten an japanische Samuraifilm und/oder den Italo-Western. Tien Feng (The Awaken Punch, General Invincible) gibt einen soliden Bösewicht und Tang Ching (Bat Without Wings, Thirty Six Killers) einen soliden (Anti)Helden ab. Abgesehen von den beiden und von Choe Kwang-Ho haben mir ansonsten die Mädels gut gefallen. Auch in den ethischen Momenten. Da waren die Filmtöchter den Filmsöhnen überlegen. Cliff Lok (The Invisible Terrorist), den ich nicht wirklich charismatisch finde, hat nur eine kleine Rolle bekommen (zum Glück).  Die Kampfszenen sind hübsch blutig umgesetzt worden. Zusammen mit dem Weiss des Schnee ergibt das hier und da eine schöne Ästhetik.

Fazit: Shaw Brothers Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Hei Ling Guan

HK 1972

R: Ho Meng-Hua

D: Tien Feng, Tang Ching, Wang Ping, Fang Jen-Tzu, Choe Seong, Chao Hsiung, Choe Kwang-Ho, Cliff Lok

Laufzeit der US-Blu: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Juni 2015 / Neusichtung am: 16.05.26

Fassungen: Früher sah ich davon eine ZiiEagle Kopie. Nun sah ich den Film via US-Blu-Ray von Shout Factory (Shaw Brothers Classics Vol. 6) = Wohl die erste Heimmedium Version (zuvor gab es weder eine VHS, LD, VCD, DVD oder Blu-Ray Fassung, zumindest nicht von Celestial), O-Ton mit englischen Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).

Pakt der Wölfe

Pakt der Wölfe

Story:

Frankreich im Jahr 1766:

Morde im ganzen Land, begangen von einer Bestie, sollen im Auftrag des Königs untersucht werden. Dieser schickt Grégoire de Fronsac (Samuel Le Bihan) und seinen Helfer (Mark Dacascos) los, um den Fall aufzuklären…

Meine Meinung (Kinofassung):

Pakt der Wölfe sah ich 2002 mit meinem Bruder und meinem Vater im Kino. Ich war damals noch ein Jugendlicher. Pakt der Wölfe gefällt mir auch heute noch extrem gut. In meinen Augen ist Pakt der Wölfe einer der besten Filme von Christophe Gans (Crying Freeman, Necronomicon). Dass Christophe Gans ein Fan des HK-Kinos ist, sieht man auch Pakt der Wölfe in den Actionszenen an. Dazu kommt, dass Christophe Gans hier nach Crying Freeman erneut mit Mark Dacascos (Sabotage, John Wick: Chapter 3 - Parabellum, China Strike Force) zusammenarbeitete.

Pakt der Wölfe ist ein nicht uninteressanter Mix aus Historienfilm, Kostümdrama, Actionfilm (Martial Arts), Krimi sowie Monster- und Tierhorrorfilm. Der Mix ist in der Tat speziell, originell und innovativ. Mir gefiel er. Trotz seiner stolzen Laufzeit von über zwei Stunden (auch in der regulären, von mir gesichteten Kinofassung) wurde mir zu keiner Sekunde langweilig. Der Film sieht mit Ausnahme von einzelnen Aufnahmen des Biestes, dem man hier und da etwas billiges CGI ankreiden darf, einfach toll aus. Superbe Kameraarbeit und Choreographien, viel Einsatz von Zeitlupe und einfach schöne gefilmt und passende Settings.

Mark Dacascos macht in den Kampfszenen, wenig überraschend, eine starke Figur. So aber auch Samuel Le Bihan. Samuel Le Bihan gibt einen sympathischen Helden ab.  So stark Samuel Le Bihan als Held agiert, so toll macht das auf der anderen Seite Vincent Cassel als Bösewicht. Vincent Cassel, der dazumal mit Monica Bellucci (Beetlejuice Beetlejuice) zusammen war, die im Film auch mitwirkt, war dazumal im franz. Kino ein grosser Star. So war es damals nicht ungewöhnlich, ihn und seine Freundin in vielen Kinofilmen gesehen zu haben (z.B. Dobermann, Irreversible, Die purpurnen Flüsse). In einer Nebenrolle ist noch Genre-Star Philippe Nahon (High Tension) zu sehen.

Fazit: Abgefahren und fantasievoll. Der beste Film von Christophe Gans!

Infos:

O: Le Pacte des loups

Frankreich 2001

R: Christophe Gans

D: Samuel Le Bihan, Mark Dacascos, Émilie Dequenne, Vincent Cassel, Monica Bellucci, Jacques Perrin, Christian Marc, Karin Kriström, Philippe Nahon

Laufzeit der deutschen DVD (Kinofassung): 136:57 Min.

Gesehen am: 21.02.2002 / Neusichtung am: 16.05.26

Fassungen: Mir lag die deutsche Doppel-DVD von Helkon / Columbia TriStar vor = Kinofassung sowie der längere Director’s Cut (etwas mehr Figurentiefe) plus viele Extra verteilt auf zwei Discs. Ich sah mir die Kinofassung an = Deutsch/Franz. mit Untertiteln (sehr gute deutsche Synchronisation), exzellente Ton- und Bildqualität (DTS-Deutsch). Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray und UHD.