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Montag, 26. Oktober 2026

Wild Nr. 81 (Gasthof Sternen)


Adresse: Bümplizstrasse 121, 3018 Bern

 

Nach dem doch weniger gelungenen Abend stand ich heute voller Freude auf. Denn heute konnte es, was den Wild-Besuch am Abend angeht, nur besser werden. Den Restaurant-Bericht schrieb ich bereits gestern Abend, so dass ich total entspannt in den neuen Tag starten konnte. Ich sah mir zwei Filme an und schrieb auch gleich die Reviews: Carrie sowie The Roost. Zwischendurch erneuerte ich noch das Katzenstreu in den Katzenkisten und zockte ca. 1h Broforce, ehe es mich um 17.30 Uhr aus der Wohnung Richtung Bümpliz zog. Es war angenehmes Wetter und heute wurde ich von meiner Mutter eingeladen. Ein verspätetes Geburtstagsgeschenk. Wir sahen uns über einen Monat nicht und es gab viel zu erzählen. Auch emotionelle und wenig oberflächliche Inhalte. Ich ass seit dem Morgen nur zwei Toast mit Honig, so dass ich doch einen recht grossen Hunger entwickelt habe.

Ich nahm den Bus und kam pünktlich um 18.00 Uhr im Restaurant (= Gasthof Sternen an). Dort war ich mind. drei Mal essen, unter anderem 2024 und 2023 (jeweils Wild). Ich empfand das Essen und die Küche immer als sehr gut. Leider sollte sich das heute ändern. Meine Mutter war vor mir angekommen. Als ich das Restaurant betrat, lief mir ein Kellner entgegen. Er sah mich an, ich grüsste ihn, er lief weiter ohne irgendwas zu sagen. Das erste Alarmzeichen und ich ahnte Schlimmstes. Die Stimmung war schon hinüber und ich fühlte mich nicht willkommen. Eine andere Kellnerin führte mich dann zum Tisch. Wir sassen genau vor dem Raucherraum, was zumindest meine Mutter, aber nicht mich, störte. Da nahm ich den nicht grüssenden Kellner wahr, wie er am Nachbartisch agierte und verbal sehr laut war. Als wir unsere Speisekarten erhielten, wurde ich weiter ignoriert und nicht gefragt, ob ich schon etwas trinken wolle. Ich war sichtlich genervt und angepisst und der Abend, sorry wenn ich es so formulieren muss, schon am Arsch. Erst als wir die Bestellung aufgaben, konnte ich endlich etwas zu Trinken bestellen. Der Kellner wirkte kalt, einschüchternd, laut & desinteressiert. Keine Sozialkompetenz vorhanden und versteht einfachste Basics seines Jobs nicht. Ich hatte sowieso den Eindruck, er versteht nur die Hälfte von dem, was wir sagten bzw. wollte nur das verstehen, was er wollte. Ich bestellte das, was ich hier auch in den letzten Jahren immer gegessen habe:

 

Vorspeise

Kürbiscrèmesuppe

10.50 CHF

 

Hauptgang

Hirschfilet

an Whiskyrahmsauce mit Butterspätzli, Rosenkohl, Rotkraut und Früchtegarnitur

45.50 CHF

Ich nahm es mit Wildrahmsauce statt einer Whiskyrahmsauce

 

Dessert:

-

 

Die Negativnachrichten gingen weiter. Ich bekam eine falsche Vorspeise. Inzwischen war mir alles egal, zumal ich auch eingeladen war und meine Stimmung sowieso schon am Tiefpunkt angelangt war. Er brachte eine Wildrahmsuppe statt die Kürbiscrèmesuppe.  Die Wildrahmsuppe war okay, aber absolut nichts Besonderes. Mein bestelltes Trinken bekam ich zu dem Zeitpunkt noch immer nicht. Dieses wurde sehr lange nicht gebracht und zu dem Zeitpunkt hatte ich meine Vorspeise schon lange beendet. Erst bevor der Hauptgang gebracht wurde, kam das Trinken endlich. Auch an einem anderen Tisch war die Unfreundlichkeit des Kellners ein Thema. Als der Hauptgang kam, sah der optisch fast so aus wie das Menü, welches ich vor drei Jahren fotografiert hatte. Da stieg meine Stimmung leicht an, nur um während dem Essen gleich wieder in den Keller zu sinken. Die Hälfte des Hirschfilets hatte einen sehr komischen, wenig appetitlichen und wirklich nicht feinen Geschmack. Bei 2-5 Stück Fleisch musste ich sehr lange kauen und das Fleisch, welches nicht gut schmeckte, mit einem Würgen runterschlucken und einen leichten Brechreiz unterdrücken. Der Anstand halber ass ich es. Aber die Lust auf Dessert oder Kaffee, welches weder angeboten noch erfragt wurde, waren so oder so vergangen. Auch auf das Bezahlen mussten wir sehr lange warten. Ein total enttäuschender Abend und ein echtes Ärgernis. In der Vergangenheit ass man hier sehr gutes Wild und nun so was. Meine Vorfreude auf einen schönen Abend wurde zerstört. Mein letzter Besuch im Sternen in Bümpliz. Und den Kellner sollten sie feuern. Das gab auch auf Google eine negative Rezession. Hoffentlich bringt es was! Danach begleitete ich meine Mutter noch aufs Tram und lief Richtung Bahnhof (Bümpliz Süd), wo ich den Zug verpasste. Ich lief dann nach Hause und kam dort um ca. 20.55 Uhr an. Um meinem Ärger Entspannung weichen zu lassen, gönnte ich mir Nightmare City und zwei starke, heisse Kaffee.

 

 

Fazit:

 

Hervorragend

Sehr gut

Gut

Enttäuschend













The Roost

Horroktober 2026

The Roost

Story:

Ein Horror-Host (Tom Noonan) erzählt eine Horrorgeschichte von einer Gruppe Freunden, die auf dem Weg zu einer Hochzeit mit echtem Horror konfrontiert werden…

Meine Meinung:

The Roost stellte 2005 das Spielfilmdebüt von Ti West (X, Pearl, MaXXXine), sieht man von diversen Kurzfilmen ab, dar. Ich wusste nichts über den Film, den ich vom Kumpel geschenkt bekam. The Roost startet sympathisch mit einem Host (à la Ritter der Dämonen, Bordello of Blood), der den Zuschauer am Anfang und Ende in die filmische Welt und Geschichte, die Ti West präsentiert, einführt und begleitet. Diese Szenen haben Charme. Allgemein wirkt der Film aus dem Jahr 2005 sehr nostalgisch. Ich nehme wahr, dass sogar die Bildqualität in einem Art Grindhouse-Look gehalten wurde: dunkel, griessig, billig wirkend.

Das sorgt jedoch für Stimmung. Mit einfachsten Mitteln (angeblich betrug das Budget nur 50'000 USD) wird somit Atmosphäre geschaffen. Für ein solch billiges Regiedebüt, kann sich The Roost sehen lassen. Man sieht, dass Ti West mit Hingabe und Passion dabei ist, auch wenn der Film kein Kracher und schlussendlich nichts Neues bietet und/oder sogar relativ arm an Höhepunkten ist. Der Film nimmt sich für die kurze Laufzeit auch zu viel Zeit, auch wenn mir der langsame Spannungsaufbau besser gefiel als das letzte Viertel. Der Spannungsaufbau lässt etwas Raum für Interpretationen wie im Slasher- oder Backwood-Genre, auch wenn hier dann andere Inhalte (Fledermäuse und Zombies) für Angst & Schrecken sorgen.

Die Musik wirkte nicht immer passend, dafür waren die Settings gut ausgewählt und die Effekte waren für dieses Budget auch erstaunlich gut. Es gibt einige Make-Up Masken und einige blutige Splatter-Szenen. Die Zombies bekommen mehr Screentime als die Fledermäuse. Der mir total unbekannte Cast war solide und machte das Beste aus dem Drehbuch. Mit Sean Reid sollte Ti West später in The Innkeepers erneut zusammenarbeiten. Dasselbe gilt für Larry Fessenden, der vom gesamten Cast am meisten Schauspielerfahrung vorzuweisen hat = in Filmen wie Session 9, Cabin Fever 2, You’re Next, Carnage Park oder The Spine of Night.

Fazit: Solides Regiedebüt mit dem Herzen am rechten Fleck!

Infos:

O: The Roost

USA 2005

R: Ti West

D: Tom Noonan, Karl Jacob, Vanessa Horneff, Sean Reid, Wil Horneff

Laufzeit der franz. DVD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: Okt. 2026

Fassungen: Gesehen via franz. DVD von WE Productions = Uncut, Englischer O-Ton, keine englischen Subs, gute Bild- und Tonqualität. In Deutschland Uncut von Epix auf DVD zu haben. Die DVD soll qualitativ sehr schlecht sein. Es scheint keine Blu-Ray zu geben (Stand: Okt. 2026).

Carrie

Horroktober 2026

Carrie

Story:

Carrie (Sissy Spacek) kann via Gedanken Gegenstände bewegen. Erst langsam wird sie sich ihrer Gabe bewusst. Sie leidet einerseits unter ihrer streng religiösen Mutter (Piper Laurie), andererseits in der Schule durch Mobbing anderer Schüler (u.a. Nancy Allen, P.J. Soles). Beim Abschlussball kommt es zur Tragödie…

Meine Meinung:

Bei Carrie handelt es sich um eine Roman Verfilmung einer Stephen King (Menschenjagd, Der Outsider, Stark - The Dark Half) Geschichte, welche ich bisher nie gelesen habe. Verfilmt wurde diese Mitte der 70er Jahre von Brian De Palma, von dem ich tatsächlich nebst Carrie nur einen einzigen Film kenne (Die Schwestern des Bösen). Der Roman wurde nicht 1:1 verfilmt. Dennoch stimmt der Film so für mich. Es dauerte sehr lange, bis das Thema weiter auf Interesse stiess. So folgte eine Fortsetzung erst im Jahr 1999 nach dem Erfolg von Scream, ein Remake (2013) folgte noch später wie auch die aktuelle TV-Serie, die sich meiner Meinung nach nicht wirklich lohnt (und ich denke, das werde ich auch über die Fortsetzung denken, nachdem ich diese aufgefrischt habe).

Der Inhalt reicht perfekt für die Laufzeit. Mit Themen wie religiösem Fanatismus, sexueller Unterdrückung und Mobbing ist der Film auch für heutige Verhältnisse noch sehr aktuell. Die 70er Jahre Stimmung mag ich einfach (Sportlehrerin raucht im Büro des Direktors oder die hysterische Carrie bekommt eine Ohrfeige verpasst) und ich kann mir gut vorstellen, dass viele Zuschauer den Start des Filmes als höchst kontrovers angesehen haben. Sissy Spacek drehte diese Szenen selbst und wurde dafür nicht gedoubelt. Allgemein macht sie als Carrie, wie auch der restliche Cast, einen wunderbaren Job. Namen wie Betty Buckley, Amy Irving oder Piper Laurie waren stark, während Nancy Allen und John Travolta (Im Körper des Feindes, Operation: Broken Arrow) in einer kleinen Nebenrolle, fast schon comicartig übertrieben wirkten.

Das Finale ist konsequent, jedoch nicht sonderlich graphisch (Gewaltlevel). Dennoch prägte es eine ganze Generation und verhalf dem Film zu seinem Kultstatus. Das Ende mit der Mutter und das typische Horrorende mit der Hand (à la Freitag der 13., A Nightmare on Elm Street, Phantasm II) sind in meinen Augen die waren Highlights nach dem Schulabschluss, auch wenn dieser mit einer blutbesudelten Sissy Spacek in vielen anderen Filmen zitiert wurde (z.B. in Scream). Eine dramatische Geschichte, in der auch Unbeteiligte zu Opfern werden, da Carries Wahrnehmung nach dem finalen Akt beeinträchtig und verzerrt wurde. Nur John Travoltas deutsche Stimme und sein Overacting haben mich etwas irritiert. Er erinnerte mich an David Hess Filmsohn aus Last House on the Left. Und dieser Link hat mich wirklich irritiert beim Schauen…

Fazit: Eine sehenswerte Stephen King Verfilmung!

Gefolgt von: Carrie 2 - Die Rache

Infos:

O: Carrie

USA 1976

R: Brian De Palma

D: Sissy Spacek, John Travolta, Piper Laurie, William Katt, Nancy Allen, Amy Irving, P.J. Soles, Betty Buckley

Laufzeit der deutschen DVD: 93:57 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Neusichtung am: Okt. 2026

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MGM vor = Gute Bild- und Tonqualität (nicht anamorph), Deutsch/Englisch mit diversen Untertitel-Optionen, Uncut. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray und UHD.