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Dienstag, 2. Juni 2026

Pleasure of Killing

Pleasure of Killing

Story:

Zwei Profikiller (Antonio Banderas und Mathieu Carrière) treffen zufällig aufeinander und werden danach zu Freunden. Nachts ziehen sie durch die Bars und unternehmen Schiessübungen. Doch nach einer Weile beginnen sie, auf echte Menschen zu zielen…

Meine Meinung:

Pleasure of Killing befindet sich als Bonusfilm auf der deutschen Perdita Durango DVD. Ansonsten hätte dieser spanische Film aus dem Jahr 1987 nie meinen Weg gekreuzt. Um meine Liste von ungesehenen Titeln zu reduzieren, kam es trotzdem zur Sichtung. Ich las nicht viel Gutes über Pleasure of Killing und ging mit niedrigen Erwartungen an den Film. Und leider muss ich das bestätigen, was ich über den Film gelesen habe.

Pleasure of Killing hat mir nicht wirklich gefallen. Der Film versucht irgendwie, eine Stimmung à la Funny Games zu generieren. Die zwei Männer rauchen (wie JEDE andere Person in dem Film), trinken und erschiessen Unschuldige. Kaltblütig. Da die Opfer aber oft total Fremde sind, wirkt das nicht wirklich grausam oder brutal, zumal die Exekutionen auch sehr harmlos und blutleer inszeniert sind. Der Film wirkt sehr unsympathisch. Das gilt auch für sämtliche Figuren.

Viele der Frauen nerven und/oder sind stereotypisch naiv in Szene gesetzt, während die Antihelden um Mathieu Carrière und einen jungen, damals noch wenig bekannten Antonio Banderas (The Expendables 3, Assassins – Die Killer) gefühlskalt und unterschwellig homosexuell anmuten. Chang Cheh hätte Freude gehabt, mit Ausnahme der fehlenden nackten Oberkörper. Pleasure of Killing fesselt und begeistert nicht. Ich wurde nicht wirklich gut unterhalten und ein Interesse an dem Inhalt baute sich kaum auf.

Fazit: Zeitverschwendung!

Infos:

O: El Placer de matar

Spanien 1987

R: Félix Rotaeta

D: Antonio Banderas, Mathieu Carrière, Victoria Abril, Berta Riaza, Walter Vidarte, Victoria Peña

Laufzeit der deutschen DVD: 89:52 Min.

Gesehen am: 02.06.26

Fassungen: Gesehen als Bonusfilm aus der deutschen Perdita Durango DVD = Uncut, nur Deutscher Ton (Synchro absolut okay), durchschnittliche Bildqualität, nicht anamorph. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juni 2026).

Montag, 1. Juni 2026

Update

Zu Ehren von Lau Shun, der am 29.05.26 verstorben ist, gibt es ein Review zu:









RIP


Swordsman

Swordsman

Story:

Eine wertvolle Schriftrolle wird gestohlen. Wer die Inhalte dieser Schriftrolle kennt und umsetzen kann, der wird unbesiegbar sein. Der oberste Richter (Lau Shun) und seine rechte Hand (Jacky Cheung) machen es sich zur Aufgabe, die Schriftrolle zu finden. Dazu haben sie auch Dritte (u.a. Yuen Wah) beauftragt. Auch diverse Clans sind hinter dieser her. Ling Wu Chung (Sam Hui) sowie Kiddo (Cecilia Yip Tung) geraten in einer Färberei zwischen die Fronten der Parteien…

Meine Meinung:

Swordsman ist der Auftakt in eine dreiteilige Wuxia-Reihe mit fantasievollen Kämpfen, unzähligen Figuren und rasanter Wire-Work-Action. Obwohl die Dreharbeiten von Swordsman durch diverse Tatsachen chaotisch waren und zudem in die Länge gezogen wurden, wirkt das Endergebnis rund und zufriedenstellend. Je nach Datenbanken sind nämlich ganze fünf bis sechs Namen als Regisseure geleistet: Tsui Hark (The Blade), King Hu (Come Drink with Me), Ann Hui (The Secret), Andrew Kam (The Big Heat), Ching Siu-Tung (Duel to the Death) sowie Raymond Lee Wai-Man (Dragon Inn).

Tsui Hark wollte sein Idol King Ku auf dem Regiestuhl haben. Doch unterschiedliche Ansichten und Differenzen inklusive des Gesundheitszustands von King Hu sorgten dazu, dass dieser vor Beendigung des Filmes seinen Posten verliess. Dadurch wurde das Projekt vorübergehend auf Eis gelegt. Auf Druck von Produzenten und Investoren ging es später weiter und Tsui Hark sah sich gezwungen, selbst Regie zu führen. Da er jedoch noch in anderen Projekten feststeckte, wurden Ann Hui (sie half King Hu noch in Taiwan), Ching Siu-Tung (er sorgte für die Actionchoreographie), Raymond Lee Wai-Man & Andrew Kam angeheuert, damit sich Tsui Hark zeitweise auch anderen Produktionen widmen konnte.

Wie gesagt, dem Film sieht man diese "Störungen" nicht negativ an. Von den Originalszenen von King Hu soll nur sehr wenig Material im Film gelandet sein. Der Film wirkt in der Tat wie ein typischer 90er Jahre Wuxia à la Tsui Hark und Ching Siu-Tung. Es handelt sich bei dem Erstlingswerk der Reihe übrigens um eine Wuxia Literatur Verfilmung. Verfilmt wurde die Geschichte The Smiling, Proud Wanderer. Ob diese gelungen ist, kann ich nicht beurteilen, da ich diese nicht kenne. Swordsman sah ich seit fast 20 Jahren nicht mehr. Der Film hat die Neusichtung bestanden. Der Film erreicht jedoch keine Kracher-Qualitäten. Dafür gab es die ein oder andere lahme Sequenz. Mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden war der Film auch zu lang.

Zudem gab es mind. drei Gesangsmomente, die ich zum Fremdschämen fand und die ich spulen musste. Da aber Sam Hui (The Private Eyes, Aces Go Places II, The Last Message) die Hauptrolle verkörperte (auch Sänger), war klar, dass er auch singen würde. Er bringt je nach Szene auch etwas zu viel Humor in den Film und ihm nehme ich den Action-Star nicht ganz ab, auch wenn er in der Hinsicht auch in anderen Filmen erfolgreich war (Dragon from Russia). Die Auftritte von Wu Ma (14 Blades) sowie Lam Ching-Ying (mit total billigem Fake-Bart) hätte man genau so gut streichen können. Die bringen kaum Mehrwert und werden gegen Ende als Flashback sogar nochmals unnötig wiederholt.

Wo der Film für mich nebst den rasanten und fantasievollen Actionmomenten überzeugte, war seine Wahl der Bösewichte. Yuen Wah (Iceman Cometh, Kung Fu vs. Acrobatic) war sehr solide und noch mehr Freude hatte ich Jacky Cheung (Bullet in the Head, Tiger Cage) sowie Lau Shun. Jacky Cheung passt mir manchmal gar nicht (z.B. Bullet for Hire). Hier war er aber von Anfang an stark, da er einen Bösewicht und die rechte Hand des Oberbösewichts spielt. Ohne humorvolle Slapstick-Einlagen. Und in dieser Rolle gefiel er mir ausserordentlich gut. So auch Lau Shun (The Ultimate Vampire), der am 29.06.26 verstorben ist. Er spielt den Eunuchen (in den deutschen Untertiteln als «oberster Richter») und Hauptbösewicht (und ich liebe das in dem Genre, wenn Eunuchen die Endgegner sind) und jede Szene mit ihm war ein Genuss. Die Färberei (welche fast wie ein abgelegenes Gasthaus wirkt) hatte zudem Dragon Inn, The Green Dragon Inn und Co. Vibes.

Fazit: 90er Jahre Wuxia-Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: Swordsman II

Infos:

O: Siu Ngo Gong Woo

HK, TW 1990

R: Tsui Hark, King Hu, Ann Hui, Andrew Kam, Ching Siu-Tung, Raymond Lee Wai-Man

D: Lau Shun, Jacky Cheung, Yuen Wah, Sam Hui, Cecilia Yip Tung, Lau Siu-Ming, Sharla Cheung Man, Fennie Yuen Kit-Ying, Wu Ma, Lam Ching-Ying

Laufzeit der deutschen DVD: 113:02 Min.

Gesehen am: Juni 2008 / Neusichtung am: 01.06.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von e-m-s vor = reguläre HK-Fassung Uncut, in Deutsch/Kantonesisch mit deutschen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Die Taiwan-Fassung (ZDF-Free TV, deutsche Blu-Ray von T&G Vision Film / Cargo Records, deutsche VHS-Fassungen) ist länger, aber die Erweiterungen sind bis auf eine Szene (blutige Handgelenkverletzung von einer Sekunde) vernachlässigbar. In Deutschland ist der Film als Meister des Schwertes veröffentlicht worden.