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Samstag, 4. Juli 2026

Fifteen

NIFFF 2026 Spezial

Fifteen

Story:

Ligia und Mayte (Greta Martí, Macarena Oz) werden bald 15 Jahre alt und freuen sich auf ihre Quinceañera (= «ein traditionelles lateinamerikanisches Fest zum 15. Geburtstag eines Mädchens»). Doch als Ligia von ihrem Freund, der infiziert scheint, schwanger wird, hat das ungewollte Folgen und die Quinceañera wird anders, als erhofft…

Meine Meinung:

Fifteen ist ein mexikanischer Beitrag und ein Mix aus Sozialkritik (Abtreibungen, Klassenunterschied, Mobbing, Gesellschaftliche Erwartungen), Coming of Age, Komödie und Body- sowie Schwangerschaftshorror und erinnert dabei inhaltlich an Filme wie Carrie oder Ginger Snaps. Der Film ist kein Kracher, aber am heutigen ersten NIFFF-Tag fühlte ich mich während Fifteen am besten unterhalten, was meine drei Vorstellungen betrifft.

Ich sah am NIFFF zwar schon bessere Coming of Age Filme (= Alpha, Grave), aber auch schlechtere (= Mi bestia) oder in etwa gleich gute (Teddy, It Lives Inside). Fifteen war für meinen Geschmack mehr oder weniger unterhaltsam, auch wenn es hier und da einige Mängel und Hänger gab. Manchmal ging der Film ein Schritt vorwärts, und danach gleich wieder zwei Schritte zurück. Das Brüder-Regisseuren-Paar ist zumindest in Mexiko für ihre Independent-Filme bekannt. Vor Fifteen drehten sie bereits einen Horrorfilm mit Bodyhorror-Elementen (The Containment).

Fifteen hat mir vor allem deshalb gefallen, da sich der Film nicht ernst nimmt, ich ihn auf eine Art und Weise wirklich auch amüsant fand, es praktische Effekte gab statt CGI Gore (auch wenn nur wenige) und am besten waren die zwei jungen Schauspielerinnen Greta Martí und Macarena Oz. Die waren herausragend. Auch die anderen Jung-Darstellerinnen haben Spass gemacht, auch wenn ihre Rollen bewusst überzeichnet dargestellt wurden (z.B. die reiche Göre). Da haben die Filmemacher aber auch gekonnt damit gespielt. So wird z.B. die Figur, die am meisten nervt, am Ende am brutalsten getötet.

Von den beiden Mädels scheint zumindest Greta Marti keine Erfahrungen im Filmgeschäft zu haben. Ein beachtliches Debüt. Einige der Erwachsenendarsteller spielten bereits in Genre-Filmen mit, welche ich auch am NIFFF oder am BIFFF gesehen habe (Huesera: The Bone Woman, Deus Irae). Richtig spannend ist der Film nicht, dennoch fühlte ich mit den Mädels mit und hoffte, dass am Ende beide wieder zusammenfinden. Dass ich mit den Figuren sympathisiert habe, spricht auch für die Inszenierung. 

Inhaltlich und wie der Film inszeniert wurde, wirkte der Film aber hier und da steinig. Nach Nachvollziehbarkeit und Logik sollte nie gesucht werden. Wer den Film zu realistisch nimmt, dürfte sich dabei den Kopf zerbrechen. Mehr Tempo, mehr Horrorparts und mehr handgemachte Effekte wären dem Film sicher gutgestanden. Dass es jedoch bei solchen Independent-Produktionen nicht unendlich Budget für Effekte gibt, sollte sich jedoch auch von selbst verstehen.

Fazit: Absolut ok!

Infos:

O: Quince

Mexiko, Argentinien 2026

R: Jack Zagha Kababie, Yossy Zagha

D: Greta Martí, Macarena Oz, Aminta Ireta, Enrique Arreola, Mercedes Hernández, Cloe Juresa Furgan

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 97 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Freitag, 3. Juli 2026

Blades of the Guardians

NIFFF 2026 Spezial

Blades of the Guardians

Story:

China während der Sui-Dynastie:

Dao Ma (Jacky Wu Jing) hat Schulden. Um diese begleichen zu können, nimmt er einen riskanten Job an. Er soll Zhi Shi Lang (Sean Sun Yizhou), einen Rebellenanführer, durch die Wüste führen. Dumm nur, dass diverse andere Parteien (Banditen und Kopfgeldjäger) ebenfalls hinter Zhi Shi Lang her sind…

Meine Meinung:

Blades of the Guardians habe ich mir nur angesehen, da ich auf dem aktuellen NIFFF dazu die Chance hatte. Ansonsten wäre Blades of the Guardians, der in China an den Kinokassen sämtliche Rekorde brach, nicht auf meiner «Watchlist» gestanden. Solche neuen China-Blockbuster sind einfach nichts für mich und treffen nicht meinen Filmgeschmack. Und das, obwohl ein bekannter Cast um Namen wie Yuen Woo-Ping (Fist of the Double K), Jacky Wu Jing (Sha Po Lang, Call of Heroes), Jet Li (Once Upon a Time in China and America, Martial Arts of Shaolin), Nicholas Tse (Raging Fire, New Police Story), Kara Hui (Mrs K, My Young Auntie) oder Tony Leung Ka-Fai (People’s Hero, Double Vision).

Bei Blades of the Guardians handelt es sich um einen chinesischen Blockbuster, und, was ich nicht wusste, um eine Comic-Verfilmung und um einen Wuxia. Regie führte Altmeister Yuen Woo-Ping. Produziert wurde der Film u.a. von Jacky Wu Jing, der die Hauptrolle spielt. Er erinnert mit der Darbietung als Antiheld mit dem Jungen an einen «Lone Wolf». Vergleiche tun sich auf mit der Hauptfigur aus der Lone Wolf and Cub-Reihe. Jacky Wu Jing wird von diversen Parteien begleitet. Dabei erinnert die Figur Zhi Shi Lang an einen Troma-Charakter aus Sgt. Kabukiman N.Y.P.D., was mich total irritiert hat.

Tony Leung Ka-Fai spielt eine grosse Nebenrolle ohne Kampfszenen. Keine Kampfszenen hat leider auch Shaw Brothers Star Kara Hui erhalten. Sie ist allgemein nur kurz zu sehen, vielleicht fünf Minuten. Nicholas Tse spielt auch nur eine grosse Nebenrolle, aber quasi eine der beiden Endgegner am Ende. Er macht das im Film besser als andere. Fast nicht erkannt hätte ich Jet Li, der auch einen Bösewicht spielt. Er wird im ersten Viertel des Filmes gleich von zwei Kämpfern, darunter auch Jacky Wu Jing, bekämpft. Mit seiner Frisur und Bart fiel es schwer, ihn als Jet Li zu identifizieren. Am Ende war es seine Original-Stimme, die ich noch aus den Expendables-Filmen kannte, die mir halfen, ihn zu identifizieren.

Die Comics kenne ich nicht. Daher kann ich keine Vergleiche liefern. Inhaltlich fand ich den Film überladen, die Laufzeit zu lang (inklusive zu viele Rückblenden), der Ton wechselhaft (Mal blutig, Mal lustig) und die Effekte, insbesondere die CGI-Effekte, waren weniger schlecht als erwartet. Yuen Woo-Ping gab diesmal die Kampf-Choreographie ab. Diese übernahm Ku Huen-Chiu (Shadow, Black Mask, Mirage, The Master, Once Upon a Time in China). Leider hat mir eigentlich nicht eine Kampfszene wirklich gut gefallen. Es gab bessere und es gab schlechtere Kämpfe, aber keine einzige würde ich als wirklich gut betiteln. Kein Vergleich mit 60er, 70er, 80er oder 90er Jahre Wuxia. Und den Wüstensturm, der direkt aus Mad Max: Fury Road stammen könnte, hätte es auch nicht gebraucht.

Fazit: Leider kein Must See Titel!  

Infos:

O: Biao Ren

China 2026

R: Yuen Woo-Ping

D: Jacky Wu Jing, Nicholas Tse, Josh Yu Shi, Sean Sun Yizhou, Ci Sha, Tony Leung Ka-Fai, Jet Li, Kara Hui

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 126 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Gaua

NIFFF 2026 Spezial

Gaua 

Story:

17. Jahrhundert in Spanien, Baskenland:

Kattalin (Yune Nogueiras) flüchtet nachts vor ihrem Ehemann in die tiefen Wälder. Als ihr Kreaturen nachjagen, weiss Kattalin noch nicht, wohin sie ihre Reise führen wird…

Meine Meinung:

Gaua ist meine erste NIFFF-Buchung in diesem Jahr. Ich habe einen Film über Geister und Hexen im spanischem 17. Jahrhundert-Setting erwartet. Ähnlich wie zuletzt in Akelarre, übrigens auch einem spanischen Film. Oder sollte mich ein zweiter Pans Labyrinth erwarten, in dem sich die Protagonistin in eine Zauberwelt flüchtet? Der genaue Inhalt von Gaua war mir schlicht nicht bekannt. Aber so habe ich meine NIFFF-Besuche am liebsten, wenn ich ohne grosses Vorwissen und somit ohne falsche Erwartungen Filmvorstellungen besuchen gehen kann.

Leider hatte ich heute kein Glück. Der Film hat mir nicht gefallen und am Ende des Tages war Gaua in meinen Augen auch der schwächste filmische Beitrag, den ich am ersten NIFFF-Tag gesehen habe. Ich wurde auch müde und hatte am meisten Mühe, wach zu bleiben. Mein Kumpel, der hier und da eingenickt ist, hat den Film am Ende eigentlich nicht schlecht beschrieben: «Wie The Witch (von Robert Eggers) von Temu». Dem kann ich mich nur anschliessen. Gaua startet interessant, aber umso weiter der Plot voranschreitet, umso mehr Längen gibt es. Und umso uninteressanter wurde das Gezeigte.

Zwar ist der Film mit Ausnahme von CGI-Feuer und CGI-Kaninchen (sehr übel) technisch gut gemacht und die Darsteller gut, aber inhaltlich konnte mich der Film nicht überzeugen. Eine richtige Grusel-Stimmung wollte sich nicht einstellen, die Figuren waren mit total egal und die Zeit ging nicht vorbei. Die Rückblenden erklären zwar inhaltlich einiges, aber ein gradliniger Plot wäre mir in dem Film, der in diverse Kapitel gegliedert wurde, lieber gewesen. Der Plot wurde mit viel weiblicher Empowerment gegen das Patriarchat gestaltet, was mir nicht gefallen hat (alle männlichen Figuren waren negativ und schlecht).

Fazit: Geschmackssache. Leider war Gaua nicht mein Fall…

Infos:

O: Gaua

Spanien, USA 2025

R: Paul Urkijo Alijo

D: Jon Jauregui González, Ane Gabarain, Iñake Irastorza, Elena Irureta, Yune Nogueiras

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 87 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).