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Donnerstag, 5. Februar 2026

No Other Choice

 

No Other Choice

Story:

Ehemann und Vater Man-soo (Lee Byung-hun) verliert nach 25 Jahren seinen Job. Trotz Bewerbungen steht er auch ein Jahr später noch ohne Job da und arbeitet als «Aushilfe» im Supermarkt. Dies hat negative Folgen für seine Familie. Danach fasst Man-soo einen radikalen Plan, um eine Stelle zu bekommen und die Konkurrenz «abzuschütteln»…

Meine Meinung:

No Other Choice ist der neuste Film von Old Boy Regisseur Park Chan-wook (Sympathy for Mr. Vengeance, Sympathy for Lady Vengeance, The Handmaiden, Joint Security Area). Die Prämisse des Filmes hörte sich vielversprechend an. Daher ging ich doch mit einer gewissen Vorfreude ins Kino. Leider konnte mich der Film jedoch nicht abholen. Ganz überrascht bin ich dennoch nicht, da ich allgemein kein wirklich grosser Fan von Park Chan-wook bin (Ausnahme: Old Boy). Ansonsten finde ich die Mehrheit seiner Filme überbewertet. Optisch meist schick, aber sonst relativ zäh und lahm.

Das trifft auch auf No Other Choice zu, der es in der Schweiz sogar ins reguläre Kinoprogramm geschafft hat. Das hatte ich nicht erwartet und das gefiel. Der Film ist bombastisch gefilmt worden. Extrem schöne Bilder, spezielle und innovative Kameraeinstellungen, wunderschöne Bilder und Optik. Die Machart und Inszenierung des Filmes (Ton und Musik) sind ein Genuss, sieht der Zuschauer von einer CGI-Schlange in einer einzelnen Szene ab. Ggf. könnte schon fast von einem Style over Substance Faktor gesprochen werden.

Der Film sieht nicht nur fantastisch aus, sondern ist auch unglaublich gut gespielt. Besonders die Hauptfiguren waren sehr überzeugend. Da geben Lee Byung-hun (A Bittersweet Life, I Saw the Devil) und Son Ye-jin einfach alles. Eine der besten Szenen war die Kostümparty, die fast in einem Drama endet. Aber auch die Nebenfiguren sind alle toll gecastet und überzeugen in ihren Rollen. Zudem gibt es schöne Herbst-Bilder zu sehen. Die lassen Wild Vibes aufkommen, was ich als Wild-Liebhaber (Link 1, Link 2, Link 3) von der Stimmung, die diese Szenen generiert haben, sehr mochte.

Leider bewegt sich der Plot zunächst kaum vom Fleck und der Film weiss nicht, was er eigentlich sein möchte. Ich hätte den Inhalt und dessen Verlauf auch anders erwartet. Da hatte ich vor der Sichtung falsche Erwartungen. Da der Film eine Laufzeit von über zwei Stunden aufweist, wurde die Sichtung auf Dauer zäh und zuweilen auch sehr langweilig. Es braucht viel Sitzfleisch. Und die «Actionparts» sind dabei rar und selten. Und viele der "lustigen Szenen" waren nicht leider nicht wirklich lustig (die wenigen Zuschauer haben kaum bis nie gelacht).

Fazit: Optisch stark, inhaltlich schwach. Fans von Park Chan-wook können dennoch einen Blick riskieren…

Infos:

O: Eojjeol suga eopda

Südkorea 2025

R: Park Chan-wook

D: Lee Byung-hun, Son Ye-jin, Park Hee-soon, Lee Sung-min, Yeom Hye-ran

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 139 Min.

Gesehen am: 05.02.26

Fassungen: In Bern im Kino gesehen = Uncut, O-Ton, deutsche Subs. Soll Ende Mai in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.

Lion Man

Lion Man

Story:

Ein König wird ermordet. Dessen Sohn Süleyman (Cüneyt Arkin) wird im Wald versteckt und wächst zusammen mit Löwen auf. Als Erwachsener schwört Süleyman an den Mördern seines Vaters, die nun die Welt regieren, Rache…

Meine Meinung:

Lion Man bekam ich geschenkt. Es handelt sich um einen Mitte der 70er Jahre Film aus der Türkei mit dem fleissigen Cüneyt Arkin in der Hauptrolle. Da ich Turkish Star Wars mit Cüneyt Arkin unglaublich toll fand, freute ich mich auf die Sichtung von Lion Man, auch wenn ich nie das Ausmass an Fantasy und Verrücktheit aus Turkish Star Wars erwartet habe. Dass die Fassung jedoch nur in Englisch vorlag, hat meine Vorfreude etwas getrübt. Die Vertonung der Fassung tat ihr übriges dazu (mehr unter Fassungen).

Aber auch abgesehen von diesen zwei Details empfand ich den Streifen, der an Ital. Sandalenfilme und Tarzan erinnert, als leicht enttäuschend. Zwar gibt es ab einem gewissen Zeitpunkt viel Action in Form von Kämpfen, aber diese sind relativ repetitiv, lahm, unspektakulär und harmlos ausgefallen. Richtige Effekte gibt es eigentlich fast nur im Finale zu sehen (Tötungsszene des Hauptbösewichtes). Ansonsten gibt es hier und da etwas rote Farbe als Blut zu sehen, aber nichts, was vom Hocker haut. Cüneyt Arkin hat seine Sache aber gut gemacht und seine Krallen erinnerten ans Kung Fu-Genre. Ich denke, davon wurde der Film z.T. sichtlich auch beeinflusst.

Das Interesse während dem Schauen wurde kleiner und kleiner und wirkliche Freude kam selten auf. Dennoch ging die Zeit vorbei. Ich denke, in Türkisch oder sogar Deutsch wäre der Film möglicherweise besser gekommen. Oder wenn andere Musik benutzt worden wäre. Die Musk war nämlich leider praktisch das Schlechteste am ganzen Film: diese empfand ich als total unpassend, billig und sehr nervend. Und leider auch sehr repetitiv. Und wenn die Musik den Zuschauer schon vergrault, dann kann der Inhalt noch so gut sein (und das war der halt auch nicht). Und leider sind die anderen Charaktere relativ öde, so dass dem «Lion Man» auch ein ebenbürtiger Gegner fehlt.

Fazit: Geschmackssache. Fans von Cüneyt Arkin können einen Blick riskieren, ich hingegen bleibe in Zukunft bei Turkish Star Wars!

Infos:

O: Kilic aslan

Türkei 1975

R: Natuk Baytan

D: Cüneyt Arkin, Bahar Erdeniz, Yildirim Gencer, Cemil Sahbaz, Reha Yurdakul

Laufzeit der Fan Edition: 85:35 Min.

Gesehen am: 04.02.26

Fassungen: Gesehen via Turkish Fan Project = sehr gute Bild- aber leider sehr schlechte Tonabmischung = Dialoge sehr leise, Geräusche und Musik gleichzeitig viel zu laut, leider nur in Englisch (der käme in Türkisch oder Deutsch sicher besser). Gibt es in Deutschland sogar von MT Films / Cargo Records auf DVD (Deutsch/Englisch). Im Ausland (USA, UK) gibt es auch Blu-Ray Fassungen. Diese sollen aber zensiert sein und der türkische O-Ton fehlt. Laut AI sollen bei den Blu-Ray Prints 17 Sekunden an Kämpfen fehlen, da ein 35mm Print benutzt wurde, wo diese 17 Sek. fehlen. Angeblich soll der Film früher 109 Minuten gelaufen sein. Solche Fassungen finde ich jedoch nicht. Die gängigen Fassungen laufen ca. 85 Minuten. Gut möglich, dass nur Handlung fehlt.

Mittwoch, 4. Februar 2026

Neukauf

 

Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain

Als ich am BRUGGGORE Filmfestival 2025 die Doku Exorcismo von Severin Films sah, war ich Ende 2025 wenig überrascht, als Severin Films ihre Box Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain angekündigt hat. Die Box beinhaltet 19 Filme auf 10 Blu-Ray-Discs inklusive oben erwähnter Dokumentation und ein 168seitiges Buch. Die seltenen und z.T. bizarren Filme entstanden nach der Franco-Diktatur und dürften für Fans spanischer Genre-Filme (Paul Naschy, Amando de Ossorio und Co.) interessant sein. Daher schlug ich auch zu. Die Box wurde vorbestellt und kam heute an. Folgende Filme sind enthalten: Exorcismo: The Transgressive Legacy of Clasificada "S" (Die Doku, die auch am BRUGGGORE Filmfestival gezeigt wurde), The Bell from Hell (La campana del infierno), Creation of the Damned (El refugio del miedo), The Devil's Exorcist (El juego del diablo), After... Part One: Can't You Be Left Alone? (Después de... Primera parte: No se os puede dejar solos?), The People Who Own the Dark (Último deseo), Battered Flesh (Carne apaleada), The Priest (El sacerdote), Sins of a Nympho (Bacanal en directo), Dimorfo, Bloody Sex (Sexo sangriento), Morbus, Faces (Rostros),  Triangle of Lust (Desnuda ante el espejo), That House in the Outskirts (Aquella casa en las afueras),  Supernatural (Sobrenatural), Poppers sowie After... Part Two: Tied Up and Tied Up Well (Después de... Segunda parte: Atado y bien atado). Es gibt diverse Extras, die Filme sind, wie es scheint, alle im spanischen O-Ton mit englischen Subs und die Filme scheinen auch alle Region-Free Discs zu sein. Gespannt, die ein oder andere Perle darunter entdecken zu dürfen.