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Mittwoch, 22. April 2026

Brugggore Filmfestival 2026: 1. Tag

Nach dem Event in London erkältete ich mich. Dennoch habe ich mehr oder weniger direkt nach London meine sechs Nächte am Stück (ich arbeite als Nachtwache) bis gestern Morgen gearbeitet und dazwischen dennoch viel erledigt und es sogar noch zweimal vor einzelnen Nächten (!!!) ins Kino geschafft (Lee Cronin's The Mummy und Normal). Aktuell bin ich noch immer erkältet. Die sechs Nächte waren zum Glück sehr ruhig. Nebst Fussball (und erneut einem wunderschönen Resultat, welches viel Schadenfreude ausgelöst hat) musste ich noch viel erledigen. Am Montag wurde die Zentralheizung durch eine neue ersetzt d.h. Lärm, kalte Heizungen und ab Montagnachmittag kein warmes Wasser mehr. Da am Mittwoch, wenn ich am Filmfest verweile, die Firma Zugang zu der Wohnung braucht (Heizungen entlüften), war dies mir organisatorischen Mehraufgaben verbunden. Und dann kam noch Post = The Killer von Arrow Video.

Zum Glück konnte ich alles organisieren und erledigen. Nach der sechsten Nacht schlief ich erfolgreich meine vier Stunden, ehe ich um 12.15 Uhr aufstand. Danach ging die Reise nach Brugg los. Ich nahm zum ersten Mal meinen reguläres Notebook mit. Dieses ist zu gross für das Handgepäck. Aber beim alten Notebook ist die Tastatur anfällig für Fehler, daher diese Entscheidung. Das Wetter war gut. Zwar mit einem kalten Wind, aber immerhin sonnig und nicht regnerisch. Und so soll das Wetter die ganze Woche bleiben. Ich kam um ca. 15.30 Uhr in Brugg an. Mein Aufenthalt findet im Centurion Swiss Quality Towerhotel in Windisch statt. Das Hotel ist nahe am Bahnhof, aber etwas weiter von den anderen Hotels welche ich in den letzten Jahren in Brugg getestet habe, vom Filmfest selbst, entfernt. Der Check-In erfolgte ohne Probleme. Ich zahlte noch die zusätzliche Nacht und die Taxen und erholte mich im Zimmer. Das Hotel macht auf den ersten Blick einen anständigen Eindruck.




Danach ging ich noch einkaufen (Süsses, Sandwiches und Medis da erkältet). In Bern im Bahnhof hatte ich nämlich einen schlimme Reizhustenattacke. Etwas, was ich heute noch drei weitere Male erleben sollte (während zwei Vorstellungen und nachts im Hotel). Doch viel Trinken und AMAVITA Bronchialpastillen brachten zum Glück eine zeitnahe Linderung. Ich sah diverse Bekannte und sah mir drei Filme an, von denen Frankie, Maniac Woman der beste Film war (aber nichts für die Sammlung). Und Whistle war bisher die grosse Enttäuschung. Das war der einzige Film, den die Brugggore Filmfestival Crew auch nicht vorab sehen durfte, da der später noch einen regulären Kinostart erhalten wird. Da neu gleichzeitig 3-4 Vorstellungen laufen, waren die Kinos bisher noch nicht sonderlich voll. Im Zentrum von Brugg, an welchem die ganzen Randständigen rumlungern, hat es neu ca. drei Food-Trucks = "BRUGGGORE Street Food Village". Pannen gab es keine, auch wenn eine Zeitlang die deutschen Untertitel bei Whistle in der Mitte des Filmes gezeigt wurden. Was ich neu machte war, zumindest nach den Sichtungen von Mermaid und Whistle, vor Ort am Handy die Review Texte vorzubereiten. Die Review "Gerüste" hatte ich schon auf dem Notebook und nun schrieb ich provisorisch die «meine Meinung» Texte in meinen eigenen WhatsApp Kanal, kopierte und mailte mir diese. Das testete ich bereits nach den Sichtungen von Lee Cronin's The Mummy und Normal vor meinen Nachtdiensten. Die Filme sah ich mir vor dem Arbeiten an und während der Nachtschicht schrieb ich dann schon die Texte dazu. So sparte ich Zuhause (sechs Nächte, erkältet, Fussball, diverse Vorbereitungen für das Filmfest treffen), da praktisch keine Zeit, Zeit. Das testete ich nun auch am Filmfestival. Vor dem zweiten Film ging ich zudem, um auch noch etwas Sonne zu tanken, laufen.





Frankie, Maniac Woman lief im Salzhaus. Dort, wo ich vor einigen Jahren das Claudio Simonetti Konzert sah. Diese «Kino-Einrichtung» hatte Charme. Vor der Sichtung wurde noch ein Video von Regisseur Pierre Tsigaridis abgespielt. Um ca. 00.30 Uhr war ich im Hotel. Ich hatte Mühe mit Einschlafen. Aber was erwarte ich, wenn ich bis gestern Morgen sechs Nächte am Stück gearbeitet habe? Ich hatte zudem Herzrasen, aber kein Baldrian bei mir. So stand ich wieder auf und schrieb bereits die Reviews zu Mermaid und Whistle und stellte diese Texte bereits nachts online. Zwischen 02.15-03.00 Uhr wurde ich dann müde und dann klappte es auch mit fünf Stunden schlaf bis ca. 08.00 Uhr. Die Hotelwände sind sehr dünn und die Zimmer hellhörig. Mit den vier Stunden, die ich gestern Vormittag schlief, macht das zusammengerechnet immerhin neun Stunden schlaf = muss reichen.




Frankie, Maniac Woman

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Frankie, Maniac Woman

Story:

Frankie Ramirez (Dina Silva) Traum ist es, in L.A. als Sängerin Fuss zu fassen und eine Karriere zu starten. Die Stimme dazu hätte sie, jedoch nicht das gewünschte Aussehen. Massnahmen zur Gewichtsreduktion sind nicht erfolgreich und somit bleibt der Erfolg aus. Als sie sich suizidieren möchte, erscheint der Teufel (Regisseur Pierre Tsigaridis persönlich) und nimmt von ihr Besitz. Danach begibt sich Frankie auf einen blutigen Rachefeldzug an der Gesellschaft…

Meine Meinung:

Pierre Tsigaridis, Regisseur von Traumatika, kehrt mit seiner neusten Indie-Produktion Frankie, Maniac Woman auf die grosse Leiwand d.h. das Brugggore Filmfestival zurück. Als ich den Film für das diesjährige Filmfestival buchte, gab es dazumal noch keinen Trailer. Also eine Art «Blinddate». Frankie, Maniac Woman war am ersten Tag des Filmfestivals der interessanteste der drei Filme, die ich mir angesehen habe. Zwar mochte ich die Settings von Traumatika persönlich mehr, aber dennoch sieht man Frankie, Maniac Woman, Regisseur Pierre Tsigaridis und Hauptdarstellerin Dina Silva (nebst viel Fett) ihr Herzblut auch an.

Der Film ist ein Mix aus schwarzer Komödie, Splatterfilm und Sozialkritik (Bodyshaming und Co.). Seit dem Erfolg von The Substance nehmen solche Filme, zumindest nehme ich es so wahr, zu (oder Serien wie The Beauty). Regisseur Pierre Tsigaridis ist ein grosser Fan von Blutgericht in Texas. Daran erinnert der Film auch (nebst Maniac). Wo der Film punktet, ist sein L.A. Setting, sein Mut, eigene Wege zu gehen und die vielen tollen Splattereffekte. Die blutigen Details und die verspielte, perverse Art von Frankie Ramirezs Figur in den Tötungen, haben mich oft an Blood Feast 2 erinnert, in der der Gore auch genüsslich und ellenlang vor der Kamera «zelebriert» wurde.

Pierre Tsigaridis fungierte dabei einmal mehr als Multitalent. Er führte nicht nur Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch, produzierte sein Werk, filmte und editierte es am Ende in einen Film. Leider finde ich keine Angaben, wer für die Spezialeffekte verantwortlich war. Das ist schade. Die mir unbekannten Darsteller waren glaubhaft, solide und solide bis laienhaft. Und selbstverständlich ist ein Overacting gegeben, speziell bei der von Dina Silva gespielten Figur. Durch ihren mächtigen Körper erinnert sie in der Tat mehrfach an Leatherface, wenn die mit Maske bekleidet, ihren Opfern nachjagt.

Der Film ist in diverse Kapitel (glaube es waren vier) unterteilt und startet in s/w-Bildern, ehe später die Farbe einsetzt. Solche Spielereien sind nett und damit versucht sich der Film, von anderen Produktionen abzuheben. Der Film startet furios und legt zunächst ein sehr hohes, flottes und gewaltbereites Level an den Tag. Leider verschiesst der Film dort schon fast sein ganzes Pulver, denn das hohe Tempo vermag der Film im Verlauf nicht aufrechtzuerhalten. Das dritte Kapitel vor dem Finale schwächelte bereits und spätestens im letzten Kapitel taten sich auch dialoglastige Längen auf. Der Film kam mir am Ende länger vor, als seine 95 Minuten Laufzeit.

Fazit: Nicht uninteressant, auch wenn mir die am letzten Brugggore Filmfestival gezeigte Blutgericht in Texas Hommage (Chainsaws Were Singing) mehr Freude bereitet hat. Fans von Indie-Produktionen können durchaus einen Blick riskieren, ohne wirklich enttäuscht zu werden.  

Infos:

O: Frankie, Maniac Woman

USA 2025

R: Pierre Tsigaridis

D: Dina Silva, Pierre Tsigaridis, Stefanie Estes, Rocío de la Grana, Ian Michaels, Tim Fox

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Whistle

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Whistle

Story:

Eine Gruppe von Jugendlichen findet eine antike Pfeife mit magischer, tödlicher Wirkung…

Meine Meinung:

Whistle war der einzige Titel am diesjährigen Filmfestival, der mir im Voraus etwas sagte, da der Film auch einen regulären Schweizer Kinostart erhalten wird und ich schon darüber in einem Forum gelesen habe. Zudem dachte ich, dass das der neue Film vom Oddity Regisseur sei. Eine falsche Annahme.

In Wahrheit handelt es sich bei Whistle um den neusten Film vom The Nun Regisseur. Das hätte mir eine Warnung sein sollen, da ich bereits The Nun sehr schlecht fand. Leider hat mich Whistle, auch wenn der nicht langweilig war, eher enttäuscht.

Der Film startet bereits schlecht. Kein Gespür für Spannung. Kein Gespür für Stimmung. Die Geisterwesen, die in den ersten 15 Minuten auftauchen, sind extrem schlechte CGI-Momente wie auch mehrere der Kills zu Beginn. Furchtbar. Da wäre ich am liebsten schon aus dem Kino gelaufen. Wer kann solche Effekte als gut absegnen? Schlimm!

Der Film ist zudem mehr oder weniger unoriginell. Der Plot erinnert an Final Destination. Der Film war zu keiner Sekunde spannend oder gruselig. Die Figuren sind nervende Klischees, die aus dem Netflix Universum stammen könnten. Nick Frost (Krazy House) konnte ich in seiner Rolle absolut nicht ernst nehmen. Gut, dass er zum Glück nur eine kleine Rolle spielt. Die Szenen beim Rummelplatz waren immerhin optisch cool und zwei Kills waren aussergewöhnlich brutal, blutig und innovativ. Die zwei Szenen waren das Licht am Horizont. Während dem Abspann gibt es noch ein Leckerli, also noch sitzen bleiben (was ich eben nicht tat).

Fazit: Leider ein mehrheitlich enttäuschender und unorigineller Horrorfilm!

Infos:

O: Whistle

USA, Irland 2025

R: Corin Hardy

D: Percy Hynes White, Dafne Keen, Nick Frost, Sophie Nélisse, Mika Amonsen, Ali Skovbye

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 97 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).