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Mittwoch, 22. Januar 2025

Angel Hunter

Angel Hunter

Story:

Eine Sekte um Bishop Kwok (Anthony Wong) und ihre Mitglieder (u.a. Carrie Ng) treiben ihr Unwesen. Vor allem junge Frauen werden in die Zwangsprostitution geschickt und das Geld fliesst an die Sekte. Nachdem eine Schülerin, die in der Sekte war, tot aufgefunden wird (Suizid), beginnt Sozialarbeiter Jack (Lau Ching-Wan) Nachforschungen anzustellen. Er fühlt sich zudem persönlich betroffen, als eine weitere Schülerin, May (Vivian Chow Wai-Man), der Sekte verfallen. Jack, der Hilfe von einem Religionswissenschaftler (Ng Man-Tat) bekommt, versucht May aus den Fängen der Sekte zu retten und Bishop aufzuhalten…

Meine Meinung:

Angel Hunter ist ein Anfang der 90er Jahre Film aus Hong Kong. Ein Mix aus Action, Okkultismus und Thriller. Von Dean Shek (A Mad Worldof Fools, Blood Reincarnation, To Hell with the Devil) produziert und von Shaw Brothers Regisseur Sun Chung (The Deadly Breaking Sword, Human Lanterns, City War) inszeniert. Leider hat mir der Film nicht gefallen und der Film wird nicht in meine Filmsammlung integriert. Zu der Zeit schienen, auch in Hong Kong und Co., Themen wie Okkultismus oder Serienkiller-Motive in Mode zu sein (eventuell ausgelöst durch amerikanische Vorbilder à la Angel Heart und Sieben).

Angel Hunter gehört, wie auch Satan Returns mit Donnie Yen (Blade II), in der Hinsicht nicht zu den besten Werken. Da haben mir andere Filme wie z.B. die taiwanesische Produktion Double Vision und der grossartige, leider abgesehen von VHS-Fassungen nicht weiter veröffentlichte Blood Ritual doch deutlich besser gefallen. Vor allem Blood Ritual war ein düsterer Mix aus harter Action und Okkultismus-Horror. Stark. Leider erreicht ein Angel Hunter, trotz ansehnlichem Cover-Artwork mit der niedlichen Vivian Chow (Fun and Fury) in Stockings, nicht die Qualität eines Blood Ritual.

Angel Hunter hat definitiv einige Schauwerte zu bieten: knisternde und stimmungsvolle Erotik (durch Vivian Chow Wai-Man und Carrie Ng), Anthony Wong als Bösewicht geht eigentlich fast immer, im Finale waren paar coole Action-Sequenzen (blutige Shoot-Outs) zu sehen. Aber ansonsten wirkt das alles unausgereift. Lau Ching-Wan (Black Mask) spielt sehr laienhaft und auch Ng Man-Tats (Fist of Fury 1991) Schauspiel war wenig glaubhaft. Das Overacting und sein Humor haben genervt. Allgemein gab es einige humoristische Szenen, die einfach nicht zum Rest des Filmes und dessen Stimmung gepasst haben. Aber auch Anthony Wongs (Ebola Syndrome) Charakter und die ganze Inszenierung der Sekte wirkten unfreiwillig komisch.

Fazit: Die Laserdisc wird verkauft/entsorgt!

Infos:

O: Nu xiao feng yun xie jiao ren qin

HK 1991 (je nach Quelle 1992)

R: Sun Chung

D: Anthony Wong, Carrie Ng, Lau Ching-Wan, Vivian Chow Wai-Man, Ng Man-Tat, Wong Kam-Kong, Tse Wai-Kit

Laufzeit der HK-LD: 96:35 Min.

Gesehen am: 25.11.24

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Golden Cinema City Video vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute bis durchschnittliche (dunkle Szenen), Widescreen. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Nov. 2024).

Dienstag, 21. Januar 2025

The Thirty Million Dollar Rush

The Thirty Million Dollar Rush

Story:

Diverse Parteien (Karl Maka, Paula Tsui, Eric Tsang, Anglie Leung, Mark Cheng, Lau Kar-Leung) haben es via Raub auf Geld abgesehen. Ein Inspektor (Wong Ching) und eine Nonne (Brigitte Lin) versuchen, das zu verhindern…

Meine Meinung:

Das Aces Go Places Team schlägt zurück. In dieser Cinema City Company Produktion aus dem Jahr 1987 kommen hier und da, und das nicht nur aufgrund der teilweise gleichen Besetzungen, Aces Go Places Vibes auf. Die Reihe, die in Deutschland besser als Mad Mission Reihe bekannt war. Karl Maka (The Magnificent Scoundrels, Knockabout, His Name Is Nobody) fungiert hier als Multitalent = er schreib am Drehbuch, produzierte den Film, führte Regie und spielt die Hauptrolle. Ringo Lam (The Twin Dragons, Full Contact, Esprit D'amour) war die Nr. 2 und für die Car Crashs (Stunts) zuständig. Der Film aus Hong Kong hat seine Action-Momente, aber es handelt sich vor allem um eine liebevolle, sympathische und charmante Komödie.

Wer die Komödien aus der Zeit (Vergleich: Mad Mission oder die Filme von und mit den Hui Brüdern) mag, macht mit The Thirty Million Dollar Rush alles richtig. Im Film tummeln sich viele bekannte Namen. Nebst Karl Maka sehen wir hier in grossen Rollen Namen wie Brigitte Lin (Love Massacre), Eric Tsang (The Last Blood), den späteren Film-Psychopathen aus Raped by an Angel und A Taste of Killing and Romance (= Mark Cheng), Wong Ching (Blooded Treasury Fight) sowie Lau Kar-Leung (The 36th Chamber of Shaolin). Letzterer war auch Action Director. In Gastauftritten sind Wong Jing (Naked Killer) und John Woo (Bullet in the Head) zu sehen.

Der Film macht von Beginn an viel Spass. Das quirlige Tempo ist hoch und nach und nach werden die Figuren in den eingeführt und dem Plot untergeordnet. Es gibt im Film diverse Gruppen, wo nicht selten durch List und Egoismus probiert wird, die andere Seite über das Ohr zu hauen. Es gibt viel zu lachen, viel Situationskomik und auch derben, sexistischen Humor. Die Darsteller hatten sichtlich Spass mit ihren Rollen und die Action-Szenen stören nicht. Auch die Musik passt perfekt dazu. Ich hätte auf Sam Hui getippt, doch die Musik steuerte Alan Kwok Siu-Lam bei. Längen gibt es keine und der Mix aus Klamauk, Plot und Action funktioniert einwandfrei.

Fazit: Schwer unterhaltsam!

Infos:

O: Wang Choi Sam Sap Man

HK 1987

R: Karl Maka

D: Karl Maka, Brigitte Lin, Paula Tsui, Eric Tsang, Anglie Leung, Mark Cheng, Wong Ching, Lau Kar-Leung, John Woo, Wong Jing

Laufzeit der HK-LD: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 25.11.24

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Golden Cinema City Video vor = gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Den Film gibt es in HK auch auf DVD (Joy Sales/Fortune Star). Auch mit englischen Subs. Ich bekam die HK-LD als Tauschgeschäft (gegen die HK-LD von Tiger Cage). Es gibt keine Blu-Ray, keine UHD und keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2024).

Freitag, 5. Juli 2024

Blood Reincarnation

Blood Reincarnation

Story:

Es werden drei Kurzgeschichten erzählt:

The Treasure: Eine schwangere Frau (Shirley Wong Sa-Lee) und ihr Mann (Dean Shek) haben eine alte Frau (Mama Hung) in den Tod getrieben. Nun, während der Geburt, ist die Zeit der Rache gekommen und der Geist der alten Frau schlägt zurück...

The Wanton: Ein Ehemann erwischt seine Frau (Mang Lee) beim Sex mit einem anderen (Henry Yu Yang). Ein Unglück kommt selten allein d.h. der Ehemann wird gewaltsam in einer Box verstaut und im See ertränkt. Doch sein Geist kommt zurück, um Rache zu nehmen...

Lau Tin Sok: Ein Arzt (Peter Yang Kwan) wird zu Unrecht hingerichtet, da er für den Tod einer Patientin verantwortlich gewesen sein soll. Doch dank einer Wiedergeburt bleiben ihm sieben Tagen um Dinge zu vollenden, welche er vor seinem Tod nicht vollenden konnte. Seine Frau ahnt nichts davon und ein Exorzist ist bereits auf dem Weg, den Geist des Arztes zu bekämpfen…

Meine Meinung:

Blood Reincarnation ist zwar kein Kracher, aber für Fans von klassischen Gruselfilmen aus Hong Kong zu empfehlen, zumal der Film sehr selten ist. Der in Taiwan gedrehte Episodenhorrorfilm der Produktionsfirma H.K. Fong Ming Motion Picture Co. Ltd. (The Girl Named Iron Phoenix, Enter the Fat Dragon) aus dem Jahr 1974 bietet drei Kurzgeschichten. Wie es der englische Titel bereits verrät, geht es um die «Blood Reincarnation», welche vor allem in der 3. und längsten Geschichte des Filmes erzählt wird, während der chinesische Titel übersetzt «Yin- und Yang-Reich» bedeutet.

Die drei Kurzgeschichten heissen The Treasure (1. Story), The Wanton (2. Story) und Lau Tin Sok (3. Story). Die ersten zwei Geschichten laufen nur kurz, haben mir aber mehr zugesagt als die 3. Episode, die viel Zeit in Anspruch nimmt, aber gleichzeitig die Dramatik der Tragweite in den Vordergrund stellt, statt auf Grusel und Horror aus zu sein. In den ersten zwei Episoden gibt es mehr Geister, Grusel und Effekte zu sehen, daher sagten mir diese mehr zu, was nicht heissen soll, dass ich die 3. Episode nicht mochte. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich wohl die Laufzeiten der einzelnen Episoden anders priorisiert.

Regisseur Ting Shan-Hsi (Knight Errant, Whiplash), der auch das Drehbuch schrieb, hat mit Blood Reincarnation solide Gruselunterhaltung inszeniert. Was ich gelungen fand, war der Verzicht auf Klamauk. Die Episoden wirken ernst und dank drei Geschichten wirkt der Film nicht langweilig. In der 1. Geschichte hat mir vor allem die Tatsache gefallen, dass es um den Tod und die Geburt geht. Neues Leben wird geschenkt, altes Leben wird genommen. Das wurde stimmungsvoll und creepy eingefangen. Die Tongestaltung war hervorragend. Zudem hat mich Dean Shek (The Bravest Fist) überzeugt. Er spielt zur Abwechslung eine dramatische, ernste Rolle. Toll!

Die 2. Episode hat mir auch gefallen. Dieser erinnerte mich an die Story Something to Tide You Over mit Leslie Nielson aus George A. Romeros Creepshow (Drehbuch: Stephen King). Eine amerikanischer Episodenhorrorfilm aus den 80ern. Auch in dieser geht es um Untreue, einen Mordversuch, Ertränken und Rache. Ob die 2. Episode aus Blood Reincarnation als Vorlage diente? Unwahrscheinlich, aber wer weiss das schon. Wer hätte z.B. gedacht, dass der Urin-Joke, den Steve Buscemi in Desperado erzählt, in der HK-Komödie From Here to Prosperity zu sehen war. Gespielt und vorgetragen (in die Praxis umgesetzt) von David Chiang - und der Film stammt aus dem Jahr 1986, während Desperado erst in den 90ern realisiert wurde.

Fazit: Nicht uninteressante und stimmungsvolle Grusel-Anthologie aus Hong Kong!

Infos:

O: Yin Yang Jie

HK 1974

R: Ting Shan-Hsi

D: Dean Shek, Shirley Wong Sa-Lee, Wang Lai, Mama Hung, Mang Lee, Henry Yu Yang, Chiang Nan, Peter Yang Kwan, Tang Pao-Yun

Laufzeit der HK-VHS: 93:29 Min.

Gesehen am: Sept. 2014 / Neusichtung am: 12.05.24

Fassungen: Früher als Bootleg DVD gesehen, lag mir nun für die 2. Sichtung das seltene HK-VHS von Golden Cinema City Video Distribution Ltd. vor = O-Ton, englische Subs, Vollbild, gute Bild- und Tonqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Mai 2024).

Dienstag, 21. März 2017

Combat at Heaven Gate Review

Combat at Heaven Gate

Story:

China zu früheren Zeiten: Ein Arzt wird zum Tode verurteilt, weil er einem kranken Herrscher einen Vorschlag zu dessen Heilung machte. Mit dem Tod des Arztes begräbt dieser auch sein Wissen und Heilungsmethoden über diverse Krankheiten mit sich.
China ca. in den 30ern: Deutsche, Japaner und Chinesen sind auf der Suche nach den verschollenen Büchern des Arztes und suchen nach dem Schlüssel zum «Heaven Gate»…

Meine Meinung:

Mix aus Action- und Abenteuerfilm. Der Film, eine Anfang 90er Jahre HK/China Zusammenarbeit und auf dem Festland gedreht (sieht man gut, hinkt der HK Kinoindustrie um Jahrzehnte hinter her), ist kurzweilig und solide.

Sicher kein Filmhighlight das man kennen muss, aber durch und durch okay. Dass der Film wenig Budget hatte und keine Profis aus Hong Kong hinter der Produktion standen, sieht man dem Film zu jeder Sekunde an. Einige der Actionszenen, vor allem dort wo Wire-Work eingesetzt wird, wird in dieser Hinsicht völlig übertrieben. Die Figuren können fliegen und bewegen sich in der Luft total unecht inklusive nicht gut versteckter Seile, an denen die Darsteller aufgehängt sind.

Die Hand zu Hand Kampfszenen sind okay und schon besser, aber teilweise nicht gut geschnitten was das Editing und die Kameraarbeit angehen (jedoch noch immer besser als in jedem neuen Film aus China).

Die Story gibt eigentlich auch nicht viel her, aber immerhin bietet der Film etwas exotische Abwechslung im Vergleich zu vielen 08/15 Inhalten aus HK Actionfilmen. Wer hofft inhaltlich Deutsche oder Nazis auf Schatzsuche zu sehen dürfte enttäuscht werden. Paar «Deutsche» kommen in nur einer Szene vor und diese lassen durch Einheimische nach den Büchern suchen und suchen nichts selbst danach (wie ich es hoffte, wäre schön trashig gewesen).

Die bekanntesten Namen in den Hauptrollen, natürlich aus Hong Kong bzw. deren Filmindustrie stammend, sind Sibelle Hu und Kenneth Tsang. Vor allem Sibelle Hu macht eine gute Figur. Kenneth Tsang spielt gut, aber war mir noch nie sonderlich symphytisch. Er spielt auch emotionslos und bringt keine Sympathien an den Zuschauer.

Hier und da gibt es Längen oder wenig Abwechslung, aber durch regelmässige Action und das China-Setting wird der Zuschauer dann doch immer wieder «geweckt», bevor man beginnt das Interesse zu verlieren.

Bei solchen seltenen Bildkäufen kann nicht immer ein filmisches Highlight entdeckt werden, aber der Versuch war es wert. Gut genug um in der Sammlung zu bleiben, aber kein wichtiger Must See Titel!

Infos:

O: Jue zhan Tian Men

China, HK 1992/1993 (je nach Quelle variierend)

R: Yilian Hu

D: Sibelle Hu, Kenneth Tsang, Jimmy Lung Fong, Ma Chi

Laufzeit der HK LD: 88:32 Min.

Gesehen am: 19.02.17

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung und es scheint keine DVD Version zu geben. Mir lag die Laserdisc aus HK vor = Uncut, O-Ton, feste englische UT, gute Bildqualität.