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Donnerstag, 25. Juli 2019

Flesh + Blood Review

Flesh + Blood

Story:

1510 Europa:

Nach einer gewonnenen Schlacht werden einige der Kämpfer, unter anderem Martin (Rutger Hauer) und dessen Kumpanen, um ihre Beute betrogen. Später: Martin und dessen Bande (u.a. Brion James) stehlen und morden sich durchs Land. Zufällig geraten sie an den Steven (Tom Burlinson), dessen nobler Vater sie in der Vergangenheit um ihre Beute brachte. Dafür wird Steven bestohlen, sein Vater verletzt und man entführt Stevens ihm versprochene Frau (Jennifer Jason Leigh) und zieht weiter. Martin und Co. nehmen eine Burg ein, während Steven den Gegenangriff auf Martin startet…

Meine Meinung:

Zu Ehren des Holländers Rutger Hauer, der in vielen sehenswerten Filmen mitspielte*, der leider vor paar Tagen (19. oder 24.7 – je nach Quelle) überraschend nach kurzer Krankheit starb, gab es eine Sichtung und ein überarbeitetes Review zu seinem 1985er Klassiker Flesh + Blood!

* Anfänge in Holland mit Filmen wie Türkische Früchte, Das Mädchen Keetje Tippel oder Spetters bis hin zu seinen Durchbrüchen in Hollywood mit Filmen wie Nachtfalken, Der Blade Runner, Hitcher, der Highway Killer oder Surviving the Game bis hin zu seinen Ausflügen ins B-Film-Genre/Direct to Video Universum mit Filmen wie Sobibor, Wedlock, Split Second, Hemoglobin, Hobo with a Shotgun (der ging am NIFFF sehr geil ab) oder in Dracula 3D von Dario Argento.

Rutger Hauer tat sich für Flesh + Blood mit einem weiteren, nicht minder bekannten Holländer zusammen: mit Star- und Skandal-Regisseur Paul Verhoeven, dem die Fans auch grosses Kino wie Total Recall, Starship Troopers oder RoboCop zu verdanken haben. Flesh + Blood, ein Mittelalter-Epos mit viel Anarchie, Gewalt, nackter Haut und einem grossartigen Cast (nicht nur auf Hauer bezogen), war bei Verhoeven in den richtigen Händen.

Die Hauptfiguren werden gut charakterisiert, man nimmt sich für die Geschichte und den Verlauf Zeit, genug Budget war vorhanden. Die Requisiten und Bauten sind auch 2019 fantastisch anzusehen (Burgen, Explosionen, Rammbock…) und eine Spannung ist vorhanden (wird Martin ewig Glück haben? Für wen wird sich Jennifer Jason Leigh entscheiden?). Das Ende hatte eigentlich etwas von Starship Troopers (in dem Sinn gings auch dort um eine 3er Beziehung zwischen zwei Männern und einer Frau).

Mit Gewalt und mutigen Szenen, die vor Sex-, Nackt- und Rapeszenen nicht zurückschrecken, dürften ungeübte Zuschauer, die die Filme eines Paul Verhoeven nicht kennen, vor den Kopf stossen. Doch der Film zeigt realistisch wieder, was früher halt Gang und Gäbe war. Starke Leistungen von allen Beteiligten. Nebst Rutger Hauer brillieren Namen wie Brion James (House III), Jack Thompson (Mad Dog Morgan) oder die mutige Jennifer Jason Leigh (eXistenZ).

Wer sich vom Mittelalter-Setting nicht abschrecken lässt, findet eine spannende, aufwändige und fesselnde Geschichte vor, in der die Figuren und deren Entwicklung und Charakterisierung nicht vernachlässigt werden. Eine Geschichte um Moral, Gier und Opfer! Fazit: Absolute Empfehlung!

Infos:

O: Flesh + Blood

Spanien, USA 1985

R: Paul Verhoeven

D: Rutger Hauer, Jennifer Jason Leigh,

Laufzeit der US-DVD: 127:40 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 25.07.19

Fassungen: Mir lag die US-DVD von MGM vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. Gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray (In D von Koch Media). Mir ist die US-DVD völlig ausreichend.

Samstag, 13. Oktober 2018

Inquisition Review

Horroktober 2018 Spezial
Inquisition

Story:

Fossey (Paul Naschy) arbeitet als Inquisitor. Mit seinen Gehilfen führen sie ihre Arbeit in dem kleinen Städtchen Peyriac durch. Fossey verliebt sich in eine junge Frau. Dumm nur, dass diese einen satanischen Hintergrund hat…

Meine Meinung:

Inquisition soll Paul Naschys Regiedebüt gewesen sein – dafür und auch sonst kann sich der Film sehen lassen. Inquisition ist sicherlich einer der besten Filme von / mit Paul Naschy (für Filme mit und von Paul Naschy HIER KLICKEN!). Themen wie Hexenverfolgung, satanische Zeremonien, Folter, Inquisition, nacktes Fleisch und die Pest / Mittelalter sind perfekte Settings für einen Horrorfilm à la Paul Naschy.

Wer oben genannte Inhalte und Filme wie Der Hexenjäger oder Hexen bis aufs Blut gequält mag, wird mit Inquisition bestens bedient. Die Settings sind wunderschön stimmig und Paul Naschy, in einer dreier Rolle agierend, macht einen ausgezeichneten Job als Folter-Chef, der selbst von unzüchtigen Gedanken nicht verschont bleibt.

Zwar sind die Inhalte nicht originell und es gibt auch Längen, doch tut das dem Unterhaltungswert, sofern man Horrorfilmfan ist versteht sich, keinen Abbruch. Nebst Naschy sind auch alle anderen Figuren überzeugend. Es gibt eine grössere Anzahl an sehr schönen Frauen, die das Auge des Zuschauers entzücken wobei es kaum erotische Inhalte gibt.

Nacktes Fleisch ja – aber keine Erotik – dies im Wechsel mit Gewalt und Folter, wenn den armen Frauen Geständnisse durch Folter entlockt werden sollen. Zum Teil ist der Film diesbezüglich recht derb und wartet mit tollen Effekten auf, welche mich überraschten und ich so nicht erwartet hätte.

Optisch gelungen, hypnotisch und surreal wirken im Gegensatz zum restlichen Inhalt die Traum/Visionen-Szenen (satanische Rituale und Zeremonien), die zum Rest des Filmes optisch eine willkommene Abwechslung bieten.

Fazit: einer der besten Filme mit/von Paul Naschy und dessen Fans uneingeschränkt zu empfehlen!

Infos:

O: Inquisición

Spanien 1978

R: Paul Naschy

D: Paul Naschy, Daniela Giordano, Mónica Randall, Ricardo Merino,Tony Isbert

Laufzeit der US-Blu Ray: 90:48 Min.

Gesehen am: 13.10.18

Fassungen: Mir lag die Blu-Ray aus den USA von Mondo Macabro vor = Uncut, Englisch/Spanisch mit englischen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, Region All Scheibe. In Deutschland unveröffentlicht (Stand: Okt. 2018).

Montag, 24. Juli 2017

Marketa Lazarová Review

Marketa Lazarová

Story:

13. Jahrhundert böhmische Wälder:

Ein deutscher aus reichem Hause, Christian (Vlastimil Harapes), wird von zwei Söhnen des Kozlik (u.a. Josef Kemr) auf seiner Reise entführt. Kozil und seine Bande sind bekannt, in der Gegend ihr Unwesen zu treiben und sind das Übel vieler Überfälle. Der König schickt Pivo und seine Armee los, um Kozlik das Handwerk zu legen und Christian zu befreien. Kozlik erhofft sich indes Hilfe von Lazar (Michal Kozuch), der jedoch ablehnt. Daraufhin wird dessen jungfräuliche Tochter Marketa (Magda Vásáryová) von Kozlik entführt. Die Schlacht um Entführungen und Rettungsversuche spitzt sich zu, als Kozliks einarmiger Sohn (Ivan Palúch) in die Hände von Pivo gelangt und es im Finale zur alles entscheidenden Schlacht kommt…

Meine Meinung:

Marketa Lazarová, der teilweise als bester tschechischer Film aller Zeiten gehandelt wird, ist ein intensives, aufwändig und eindrückliches wenn auch teilweise erschwertes, wenig unterhaltsames Kino geworden.

Das liegt daran, dass der fast 3stünder sehr komplex ist, normale Erzählstrukturen über Bord geworfen werden, man in die Geschichte viel interpretieren kann und viel Figuren und Nebenfiguren vorkommen.

Das heisst als Zuschauer muss man bei der Sache sein, sich einfinden, sich konzentrieren. Im Vergleich zum russischen Film Es ist schwer ein Gott zu sein, auch von Bildstörung in Deutschland veröffentlicht worden, ist Marketa Lazarová jedoch besser schaubar und einfacher zu folgen.

Das s/w sorgt für eine fesselnde Stimmung, Requisiten, Bauten, Kostüme etc. veranschaulichen das für damalige Verhältnisse hohe Budget, die Darsteller machen ihre Sache ebenfalls sehr gut und die Story hat zwar auch Längen, bietet aber verschiedene interessante Inhalte und Aspekte (Reich gegen Arm, Religion gegen Heidentum, Rolle in der Gruppe etc.).

Teilweise wirkt der Film gar märchenhaft oder surreal. Kriegsfilm und Actionszenen wie auch Gewalt kommen nur sporadisch vor – man sollte daher keinen blutigen Mittelalter Streifen erwarten. Inhaltlich orientiert man sich am besten an Kozlik (der Hauptclan) vs die Armee des Königs und gegen Lazar. So kann man die Lager und die Figuren am besten auseinanderhalten.

Ein Film, dessen Sehvergnügen nicht unterhaltend sein will, und doch wird man in Anbetracht dessen, was man zu sehen bekommt, gefesselt und erstaunt zurückblicken und sich fragen, was man da eben gesehen hat! Ein Film, der lohnt, mehrfach geschaut und genossen zu werden – in Hinblick auf dessen Komplexität sicherlich empfehlenswert.

Infos:

O: Marketa Lazarová

Tschechoslowakei 1967

R: Frantisek Vlácil

D: Josef Kemr, Magda Vásáryová, Nada Hejna, Jaroslav Moucka, Frantisek Velecký, Karel Vasicek

Laufzeit der deutschen Blu Ray: 165:19 Min.

Gesehen am: 11.06.17

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu Ray von Bildstörung vor = Bonusdisc auf DVD, Schuber, Booklet mit Extras, erstklassige Bild- und Tonqualität, O-Ton (90% Tschechisch, 10% Deutsch) mit deutschen UT, Uncut.