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Freitag, 3. Juli 2026

Gaua

NIFFF 2026 Spezial

Gaua 

Story:

17. Jahrhundert in Spanien, Baskenland:

Kattalin (Yune Nogueiras) flüchtet nachts vor ihrem Ehemann in die tiefen Wälder. Als ihr Kreaturen nachjagen, weiss Kattalin noch nicht, wohin sie ihre Reise führen wird…

Meine Meinung:

Gaua ist meine erste NIFFF-Buchung in diesem Jahr. Ich habe einen Film über Geister und Hexen im spanischem 17. Jahrhundert-Setting erwartet. Ähnlich wie zuletzt in Akelarre, übrigens auch einem spanischen Film. Oder sollte mich ein zweiter Pans Labyrinth erwarten, in dem sich die Protagonistin in eine Zauberwelt flüchtet? Der genaue Inhalt von Gaua war mir schlicht nicht bekannt. Aber so habe ich meine NIFFF-Besuche am liebsten, wenn ich ohne grosses Vorwissen und somit ohne falsche Erwartungen Filmvorstellungen besuchen gehen kann.

Leider hatte ich heute kein Glück. Der Film hat mir nicht gefallen und am Ende des Tages war Gaua in meinen Augen auch der schwächste filmische Beitrag, den ich am ersten NIFFF-Tag gesehen habe. Ich wurde auch müde und hatte am meisten Mühe, wach zu bleiben. Mein Kumpel, der hier und da eingenickt ist, hat den Film am Ende eigentlich nicht schlecht beschrieben: «Wie The Witch (von Robert Eggers) von Temu». Dem kann ich mich nur anschliessen. Gaua startet interessant, aber umso weiter der Plot voranschreitet, umso mehr Längen gibt es. Und umso uninteressanter wurde das Gezeigte.

Zwar ist der Film mit Ausnahme von CGI-Feuer und CGI-Kaninchen (sehr übel) technisch gut gemacht und die Darsteller gut, aber inhaltlich konnte mich der Film nicht überzeugen. Eine richtige Grusel-Stimmung wollte sich nicht einstellen, die Figuren waren mit total egal und die Zeit ging nicht vorbei. Die Rückblenden erklären zwar inhaltlich einiges, aber ein gradliniger Plot wäre mir in dem Film, der in diverse Kapitel gegliedert wurde, lieber gewesen. Der Plot wurde mit viel weiblicher Empowerment gegen das Patriarchat gestaltet, was mir nicht gefallen hat (alle männlichen Figuren waren negativ und schlecht).

Fazit: Geschmackssache. Leider war Gaua nicht mein Fall…

Infos:

O: Gaua

Spanien, USA 2025

R: Paul Urkijo Alijo

D: Jon Jauregui González, Ane Gabarain, Iñake Irastorza, Elena Irureta, Yune Nogueiras

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 87 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Mittwoch, 1. Juli 2026

From the Old Earth

 

From the Old Earth

Story:

William Jones (Charles Williams) findet bei archäologischen Ausgrabungen einen Kopf aus Stein und nimmt diesen mit nach Hause. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

From the Old Earth war 1981 einer der ersten Horrorfilme in Walisischer Sprache. Der Film läuft nur knapp 50 Minuten und mutet mehr wie eine TV-Episode (einer Serie) an. Viel Budget war nicht vorhanden. Der Film ist sehr dialoglastig und es gibt fast keine Effekte zu sehen. Das Ganze ist irgendwie okay und solide, aber mehr auch nicht. Zwar beinhaltet der Film keltische Mythologie und ist perfekt geeignet, um sich in Severin Films All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2. Filmauswahl zu sein, aber selbst für die kurze Laufzeit gab es Längen.

Der Film gilt als Highlight in der walisischen Filmlandschaft und der Film basiert auf einer Kurzgeschichte eines Dichters namens Gwyn Thomas. Ob die Verfilmung originaltreu ist, kann ich nicht beurteilen, da ich diese nicht kenne. Dass der Steinkopf Unheil bringt, ist vorhersehbar. Dennoch hätte ich mir gerade in diesen Szenen etwas mehr Grusel, Horror sowie Effekte erwartet. Da bot mir From the Old Earth am Ende dann doch leider zu wenig, um wirklich effektiv und unterhaltsam überzeugen zu können. Der Cast war authentisch.

Fazit: Als «Bonus» (in der All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2. Edition) okay. Die Blu-Ray beinhaltet zudem einen weiteren Kurzfilm von Wil Aaron: Blood on the Stars. Mal schauen, ob mich dieser mehr zu überzeugen vermag…

Infos:

O: O'r Ddaear Hen

Grossbritannien 1981

R: Wil Aaron

D: Lindsay Evans, Jim Fieldsend, Bethan Jones, Elen Roger Jones, Stewart Jones

Laufzeit der US-Blu: Ca. 46 Min.

Gesehen am: 01.07.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2.) = O-Ton mit oder ohne englische Subs, gute Bild- und Tonqualität, Uncut, diverse Extras (diverse exklusive Extras und mehrere Kurzfilme). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2026).

Sonntag, 21. Juni 2026

Ghost of Kasane Swamp

Ghost of Kasane Swamp

Story:

Ein Sohn eines Samurai wird informiert, dass sein Vater unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. Der Sohn findet heraus, dass sein Vater selbst seine Ehefrau und einen blinden Geldeintreiber getötet und die Leichen durch zwei Komplizen in einem Sumpf hat verstecken lassen. Der blinde Masseur hatte viel Geld. Die Frage stellt sich jetzt: Wo ist das Geld und wer hat es?

Meine Meinung:

Ghost of Kasane Swamp stellt ein Remake dar (Original = The Ghost of Kasane aus dem Jahr 1957) und anscheinend, wenn das stimmt, was ich gelesen habe, die letzte Produktion der Daiei Studios. Ich fand den Film solide und unterhaltsam, auch wenn es eigentlich nur sehr wenig Ghost-Szenen in dem Film zu sehen gibt. Der Plot wirkt hier und da etwas überladen. Vor allem am Anfang und Mittelteil geht die Post ab und unzählige Figuren tauchen auf. Dennoch kann dem Treiben gut gefolgt werden, auch wenn es im Verlauf auch noch einige Sub-Plots zu sehen gibt.

Der Film ist zuweilen stimmungsvoll inszeniert, aber nur wenig gruselig. Bei zwei Ghost-Szenen empfand ich die Musik als billig. Der Sumpf selbst kommt nur vereinzelt vor. Die Zwischenmenschlichen Beziehungen, Motive und Intrigen dominieren das Geschehen und überwiegen die kleine Anzahl an Rache- und Ghost-Szenen. Der Film ist allgemein toll inszeniert und die Schauspieler machte ihre Sache ordentlich. Ich fand es gut, dass auf Klamauk verzichtet wurde. Ein Nachteil ist, dass sich keine Gefühle gegenüber den Figuren einstellen.

Das aufgrund der Tatsache, dass alle, und damit meine ich wirklich alle Figuren im Film Dreck am Stecken haben, andere übers Ohr hauen und durch und durch unsympathisch charakterisiert sind. Es gibt keine Guten oder Helden in der Geschichte. Es wird allgemein ein depressives und düsteres Weltbild dargestellt, welches deprimierend erscheint. Da überrascht es dann eigentlich auch nicht, wenn Betrug, Gewalt, Rache, Hintergedanken, Verrat und Tod die Folge sind und die Geister daher auch in den Hintergrund geraten.

Fazit: Fans von klassischen jap. Geisterfilmen können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Kaidan Kasane-ga-fuchi

Japan 1970

R: Kimiyoshi Yasuda

D: Saburô Date, Kenjirô Ishiyama, Teruo Ishiyama, Reiko Kasahara

Laufzeit der UK-Blu: 82:34 Min.

Gesehen am: 21.06.26

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Radiance Films (Daiei Gothic Vol. 2) = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2026).

Freitag, 12. Juni 2026

Pact with the Forces of Darkness

 

Pact with the Forces of Darkness

Story:

Kartika (Suzzanna), ihr Ehemann und ihre Kinder werden erschossen. Kartika kehrt als Geist zurück, um sich an den Tätern und dem Auftraggeber zu rächen…

Meine Meinung:

Auf Pact with the Forces of Darkness freute ich mich. Bei diesem Film von Sisworo Gautama Putra (Santet, Sangkuriang, Revenge of Samson) und Suzzanna (Sundelbolong, Birth in the Grave, White Crocodile Queen) handelt es sich um einen Freddy Krüger Variante. Es werden viele Momente aus A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master und A Nightmare on Elm Street 5:The Dream Child kopiert. Zum Teil fast 1:1, zum Teil etwas verändert. Leider empfand ich Pact with the Forces of Darkness als mittelmässig. Abgesehen von vier Make-Up- und Bluteffekten fand ich den Film doch eher enttäuschend.

Gut ist, dass Pact with the Forces of Darkness nicht langweilig ist. Es ist eigentlich fast immer etwas los und der Film hat eine angenehme Laufzeit von nur 85 Minuten. Zudem gibt es einige unterschwellig sexistische Momente, welche mich für das Herstellungsland überrascht haben. Erinnerte mich an Filme aus Indien, die teilweise ähnlich inszeniert sind. Pact with the Forces of Darkness ist kaum echter Horror oder Grusel (sieht der Zuschauer von Suzzannas Frisur ab), sondern schon fast mehr Trash-Parodie mit viel Klamauk und Overacting. Und genau das hat mir nicht gefallen. Suzzannas Schauspiel lud fast zum Fremdschämen ein.

Die Musik gefiel mir auch nicht und einige Aspekte wie Martial Arts Einlagen passten nicht zum Rest des Settings. Aber auch hier erinnerte der Film an Produktionen aus Indien (Mix aus Grusel, Action, Musical, Komödie). Die Figuren in Pact with the Forces of Darkness waren praktisch alle Karikaturen und total überzeichnet. Suzzanna wurde im Finale in einigen Kampfszenen mit Sicherheit gedoubelt. Am Ende sind es der Glaube und Allah, die für Rettung sorgen. Suzzanna spielte übrigens bereits zuvor in einem A Nightmare on Elm Street Verschnitt mit. Nämlich in Satan's Bed aus dem Jahr 1986. In diesem wurde Wes Cravens Original kopiert. Der steht noch auf meiner Wunschliste und da hoffe ich im Vergleich, einen besseren Film vorgesetzt zu bekommen.

Fazit: Geschmackssache. Mich konnte der Film mit Ausnahme einiger Effekte nicht wirklich begeistern…

Infos:

O: Perjanjian di Malam Keramat

Indonesien 1991

R: Sisworo Gautama Putra

D: Suzzanna, Elly Ermawati, Clift Sangra, Tino Karno, Yenny Farida, Soendjoto Adibroto

Laufzeit der US-Blu: 85:25 Min.

Gesehen am: 12.06.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Suzzanna: Empress of Darkness) = Restauriertet, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton mit englischen Subs, wahrscheinlich Uncut (wobei mir eine Szene auffällig geschnitten vorkam). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juni 2026).

Samstag, 16. Mai 2026

Ghost Ambulance

Ghost Ambulance

Story:

Die Studenten Dicky (William Alvin), Ocha (Ratna Galih), Popi (Fitri Ayu) und Rano (Dimaz Andrean) mieten ein altes Haus, um in Ruhe studieren zu können. Dumm nur, dass das Haus verflucht ist. Zudem scheint ein Zusammenhang zu Ranos Familie zu bestehen. Er fragt bei seiner Grossmutter (Suzzanna) nach…

Meine Meinung:

Ghost Ambulance ist definitiv kein Kracher in Suzzannas (Sundelbolong, Birth in the Grave, White Crocodile Queen) langer Karriere und sollte am besten auch nicht mit ihren Klassikern aus den 70-90ern verglichen werden. Ihre letzten Filme drehte sie 1991 und danach war es mit ihrer Filmkarriere vorbei, bis sie 2008 entschied, für Ghost Ambulance in die Filmlandschaft zurückzukehren. In Ghost Ambulance spielt Suzzanna, wie auch Clift Sangra (Sangkuriang), eine Nebenrolle. Es sollte ihre letzte Rolle werden. Kommerziell war es sicher ein kluger Schachzug, Suzzanna an Bord zu holen.

Der Film stammt von keinem grossen Filmstudio. Ein weiteres Argument, den Film nicht mit früheren Werken von z.B. Rapi Films vergleichen zu wollen. Ich fand Ghost Ambulance relativ belanglos und langweilig. Dazu passt, dass das Original-Master verschollen ist und es nur noch qualitativ schlechtere Versionen vom Regisseur selbst gibt. Regie führte Nayato Fio Nuala, der vor kurzem verstorben ist (18.04.26). Er hat viele Filme gedreht, aber vor allem solche billigen, zu modernen Dinger wie Ghost Ambulance. Er arbeitete auch auf mit anderen Namen (Pseudonyme).

Ghost Ambulance bietet keinen originellen Plot, lässt echte Stimmung und Grusel vermissen, zeigt sich auch relativ harmlos (Sachen Blutgehalt) und spielt im Teenie- Milieu. Suzzanna kommt vor allem im ersten Viertel öfters vor, taucht mit der Zeit unter. Clift Sangra ist noch weniger zu sehen. Die Jungdarsteller sind solide. Die Videooptik wirkt billig. Mir ist nicht bekannt, ob Ghost Ambulance ein Kinofilm war (kann ich mir kaum vorstellen). Im Grossen und Ganzen wirkt der Film mehr wie eine Direct to Video oder TV-Produktion. Das Schauspiel ist okay, die Horrorparts wirken harmlos und das Dauergeschrei hysterisch und nervend. Eine Ambulanz ist selten zu sehen. Ein bis drei Szenen beinhalten Maden = die seltenen Highlights des ansonsten lahmen Filmes…

Fazit: Selbst als Fan von Suzzanna kein Must See Titel!

Infos:

O: Hantu Ambulance

Indonesien 2008

R: Nayato Fio Nuala

D: Suzzanna, William Alvin, Dimaz Andrean, Fitri Ayu, Giannina Emanuela, Ratna Galih, Clift Sangra

Laufzeit der US-Blu: 88:16 Min.

Gesehen am: 16.05.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Suzzanna: Empress of Darkness) = Als Bonusfilm im Set enthalten, solide bis mässige (Texteinblendungen, z.B. Vor- und Abspann total unscharf) Bild- und Tonqualität, wahrscheinlich Uncut, O-Ton und englische Subs. Dazu gibt es exklusive Extras (Interviews und ein Making of). Es dürfte die bisher erste Vö im O-Ton mit englischen Subs sein. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).

Samstag, 25. April 2026

Häxan

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Häxan

Inhalt inklusive meiner Meinung (Brugggore Filmfestival 2026 Version):

Bei Häxan handelt es sich um einen 20er Jahre Stummfilmklassiker aus Schweden/Dänemark. Der Film war dazumal eine der teuersten skandinavischen Filme aller Zeiten, der in vielen Ländern mit Zensurauflagen und Verboten zu kämpfen hatte. Der Film ist kein Spielfilm, sondern gibt sich als (fiktive) Dokumentation über Hexen. Präsentiert wird der Inhalt in sieben Kapiteln. Die Musik, für diese am Brugggore Filmfestival aufgeführte Version, steuerte die Musikerin Anna Murphy bei.

Wie bei vielen anderen Stummfilmen ist die Originalmusik nicht mehr vorhanden (die Filme wurden ohne Ton gedreht). Und wie bei vielen anderen Stummfilmen wurde die Originalversion erst spät entdeckt, was zur Folge hat, dass es zig Schnittfassungen mit unterschiedlichen Kommentaren, Laufzeiten und Musikbeilagen gibt. Die US-Version namens Witchcraft Through the Ages wurde z.B. von Autor William S. Burroughs (Naked Lunch) kommentiert.

Ich bin kein allzu grosser Fan von Stummfilmen. Aber als ich den Trailer zu Häxan sah, überlegte ich mir einen Blindkauf des Tickets, da eben auch interessant da Live-Musik-Vertonung zum Film. Der Trailer zeigte zu 90% nur Effekte: Make-Up-Masken, Teufel, Darstellungen der Höllen, Hexen-Settings. Und dazu wunderschöne, stimmungsvolle und düstere Bilder. Das war der ausschlaggebende Grund, warum ich das Ticket gekauft habe. Die Vorstellung, die scheinbar ausgebucht war, war sehenswert. Häxan war nebst Higuma!! The Killer Bear der bisher beste Film am diesjährigen Filmfestival.

Der Film kommt in der Tat wie eine Doku daher. Die ersten sechs Kapitel waren die besten. Ich liebe Darstellungen der Hölle und solche alten Bilder und Zeichnungen. Davon gab es jede Menge zu sehen und der Zuschauer wird mit echten Hintergrundinfos zur Hexenzeit gefüttert. Damit und mit den charmanten, coolen und starken Effekten und Höllen- und Teufel-Darstellungen hatte mich der Film schnell gewonnen. Auch als echte Darsteller ins Spiel kommen, wird Häxan nicht uninteressanter. Für mich spielen sie nur das wieder, was zuvor theoretisch erklärt wurde. Das Ganze hat für mich keinen echten Spielfilmcharakter und ich denke der dokumentarische Inszenierungsstil half, dass mir Häxan so gut gefiel.

Die Effekte, Kostüme, Settings und Requisiten sind der Wahnsinn, vor allem wenn man bedenkt, dass der Film schon über 100 Jahre alt ist. Unglaublich. Die Darsteller sind eher Beilagen und nicht wirklich der Rede wert. Das letzte Kapitel war vielleicht das schwächte, weil dazumal in der Gegenwart erzählend (über die hysterische Frau und Wahrsagerinnen etc.). Das war auch das kürzeste Kapitel. Ich weiss nicht ob dort durch das Festival ggf. Straffungen vorgenommen wurden, aber gut möglich da weniger interessant als die vorherigen Hexen-Inhalte.

Fazit: Zu Recht ein grosser Klassiker, der es auch auf meine Wunschliste schafft!

Infos:

O: Häxan

Schweden, Dänemark 1922

R: Benjamin Christensen

D: Maren Pedersen, Clara Pontoppidan, Elith Pio, Oscar Stribolt

Laufzeit der Brugggore Filmfestival Version: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival mit deutschen Untertiteln und Live-Musik von Anna Murphy (= Musikerin und Tontechnikerin). Zu Grunde lag der Print von The Criterion Collection, wobei die Festivalveranstalter zwei längere Passagen zu Straffungszwecken entfernt haben. Die Straffungen fielen nicht auf und die Bildqualität war fantastisch. Wer eine Blu-Ray möchte, wird in England (Radiance Films) oder den USA (The Criterion Collection) fündig. Dort sind unterschiedliche Film- und Vertonungen zum Film vorhanden. In Deutschland gibt es keine Heim-Medium Fassung. Der Film lief im Free-TV (u.a. Deutsch eingesprochen aber zensiert = 79 Minuten) und kann gestreamt werden (Englische Subs).

Donnerstag, 2. April 2026

The Devil's Exorcist

 

The Devil's Exorcist

Story:

Die junge Sheila Roberts (Inma de Santis) ist von einer bösen Macht befallen. Sie hört Stimmen, hat Visionen und böse Gedanken…

Meine Meinung:

Gesehen via Severin Films Boxset Exorcismo: Defying A Dictator & Raising Hell In Post-Franco Spain und, wie der Titel schon sagt, einen spanischen Der Exorzist-Klon erwartet. Nach dem Erfolg von Der Exorzist gab es nicht nur Fortsetzungen, Vorgeschichten und Remakes, sondern auch diverse Nachzügler aus anderen Ländern. Zum Beispiel aus Italien (The Antichrist). Und aus Spanien kenne ich den tollen (vor allem aufgrund der deutschen Kult-Synchronisation) Der Exorzist und die Kindhexe. Ich freute mich auf die Sichtung von The Devil's Exorcist. Was kann bei einem Der Exorzist Klon schon schief gehen?

Leider viel. The Devil's Exorcist hat die Sichtung nicht bestanden. Schon wie der letzte Film aus der Collection (Creation of the Damned) lohnt sich The Devil's Exorcist nicht. Der Film ist zwar schön gefilmt und am Anfang auch interessant, aber danach tun sich diverse Schwächen auf. Die grössten Schwächen hat der Film mit seinem Plot. Es wirkte so, als wissen nicht Mal die Filmemacher, wohin sie steuern wollten. Es passiert eigentlich praktisch gar nichts. Alles ohne Sinn und Verstand. Vereinzelt gibt es Mal eine leicht stimmungsvolle Szene, aber sonst passiert nichts.

Und so richtig wie «Der Exorzist» wird es in The Devil's Exorcist auch nie. Im ganzen Film gibt es weder Nacktszene, noch Sex noch Horrorelemente zu sehen. Keine Obszönitäten, kein vulgäres Vokabular, kein Schleim, kein Erbrochenes.  Auch Make-Up Effekte, Blut oder sonstige Effekte sucht der Fan vergebens. Der Film ist viel zu zahm und konservativ. Der Film wirkt daher vor allem eines: blutleer, sinnlos und langweilig. Sehr langweilig. Gegen Ende wird es etwas interessanter, aber das macht den Braten auch nicht mehr fett. Das ist schade, da vor allem die junge Inma de Santis (The Killer of Dolls) stark agiert und spielt (bis auf hier und da ihr künstliches und irres Lachen, das unecht wirkte).

Fazit: Zeitverschwendung! Besser Der Exorzist und die Kindhexe ansehen!

Infos:

O: El Juego del diablo

Spanien 1975

R: Jorge Darnell

D: Inma de Santis, María del Puy, Jack Taylor, Luis Prendes, Alicia Altabella, José Orjas

Laufzeit der US-Blu: 83:30 Min.

Gesehen am: 02.04.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Exorcismo: Defying A Dictator & Raising Hell In Post-Franco Spain) = Uncut, O-Ton mit englischen Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, diverse exklusive Extras. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2026).

Montag, 16. März 2026

The Haunted Castle

 

The Haunted Castle

Story:

Ein blinder Mönch wird ermordet und dessen Leiche versteckt. Ein Lord begehrt dessen Schwester als Konkubine. Als diese gezwungen wird, sich dem Lord zu fügen, begeht sie Harakiri und lässt eine Katze als Geist auf die Täter und Mörder ihres Bruders los…

Meine Meinung:

The Haunted Castle sah ich mir via Radiance Films Blu-Ray (Daiei Gothic Vol. 2 Box) an und im Gegensatz zu Demon of Mount Oe hat mir der richtig gut gefallen. Ich sah bisher ca. drei bis fünf japanische Cat Ghost (Bakeneko: A Vengeful Spirit, Ghost Story: Depth of Kagami, The Ghost Cat and the Mysterious Shamisen, Black Cat Mansion, A Haunted Turkish Bathhouse) Filme und in meinen Augen ist diese 1969er Version abgesehen von Kuroneko der bisher beste Cat Ghost Film aus Japan, den ich sah. Meine Erwartungen wurden übertroffen. Ich wurde positiv überrascht.  

Der Film stammt von Tokuzô Tanaka (The Whale God), der auch den bereits erwähnten Demon of Mount Oe realisiert hat. Der Cast um Kōjirō Hongō (Gamera: Guardian of the Universe), Rokkō Toura (Death by Hanging), Kōichi Uenoyama (Youth of the Beast), Ikuko Mōri (Yokai Monsters: 100 Monsters), Akihisa Toda (Outlaw: Gangster VIP), Akane Kawasaki (The Return of Sister Street Fighter) oder Yūsaku Terashima (Children of Hiroshima) agieren zwar solide, aber was die Figuren angehen, hat der Film sein grösstes Defizit (zum Glück bietet der Film davon sehr wenig). Es ist simpel: die Figuren sind dem Zuschauer relativ egal. Die Figuren sind wenig sympathisch. Das ist vielleicht das einzige Schwachstück des Filmes inklusive des Endes.

Aber abgesehen von diesem Detail ist der Film sehenswert. Mit einer Laufzeit von nur knapp 80 Minuten wird es kaum langweilig. Als der Spuk dann losgeht, ist eigentlich pausenlos Gruselunterhaltung garantiert. Der Film und dessen Stärken liegen dann vor allem an seiner Optik und den Bildern. Der Film ist wunderschön gefilmt, so dass viel stimmungsvolle Gruselparts entstehen. Mit wenig Einsatz und klugem Einsatz von Schatten werden atmosphärisch dichte Bilder geschaffen. Gepaart mit blutigen Szenen, tollen Make-Up Masken und einem starken, immer passenden und unheimlichen Soundtrack (auch das Intro in den Film ist bereits mehr als gelungen) macht das The Haunted Castle zu einem intensiven und schönen Cat Ghost Streifen!

Fazit: Eine der besten Horrorfilme von Daiei Film.

Infos:

O: Hiroku kaibyô-den

Japan 1969

R: Tokuzô Tanaka

D: Kôjirô Hongô, Naomi Kobayashi, Mitsuyo Kamei, Yôko Atsuta, Yûtarô Ban, Jun Fujikawa

Laufzeit der UK-Blu: 82:31 Min.

Gesehen am: 16.03.26

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Radiance Films (Daiei Gothic Vol. 2) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: März 2026).

Samstag, 7. März 2026

Dracula, Prisoner of Frankenstein

 

Dracula, Prisoner of Frankenstein

Story:

Dem Vampirjäger Sewart (Alberto Dalbes) gelingt es, Dracula (Howard Vernon) zu töten. Doch Wissenschaftler Frankenstein (Dennis Price) erweckt Dracula wieder zum Leben. Dieser soll ihm nun, wie auch sein Monster (Fernando Bilbao), als Werkzeug dienen. Derweil nimmt Sewart den Kampf gegen Dracula wieder auf…

Meine Meinung:

Dass ich Dracula, Prisoner of Frankenstein irgendeinmal schonmal als japanische DVD unter dem Titel Drácula contra Frankenstein sah, daran konnte ich mich nicht erinnern. Auch nicht, als ich mir den Jess Franco (Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, Greta – Haus ohne Männer, The Sadist of Notre Dame) Film heute ansah. Der Film hat mir heute, wenn ich mit meinem uralten Review vergleiche, schlechter gefallen. Allerdings möchte ich mir erst in Zukunft bei einer weiteren Sichtung mit angepassten Erwartungen ein definitives Urteil erlauben.

Der Film ist, trotz der kurzen Laufzeit von nur 82 Minuten und trotz Beteiligung von diversen Moneten und Geschöpfen wie Dracula, Frankenstein, Frankensteins Monster und einem Werwolf (nur in den letzten acht Minuten oder so zu sehen), langweilig. Die 82 Minuten fühlten sich definitiv länger an. Der Film, der teilweise an Paul Naschy (Werwolf-Maske) oder Jean Rollin Werke erinnert hat, ist sehr dialogarm. Es wird praktisch nichts gesprochen in dem Film. Das war sonderbar. Der Film hat allgemein eine traumhafte und surreale Note. In Sachen Sex und Gewalt ist der Film völlig harmlos. 

Das sind dann auch die Pluspunkte des Filmes: die Bilder sind atmosphärisch dicht und stimmungsvoll eingefangen worden. Die Settings (Schloss) sind toll gewählt und wer Gothic-Stimmung mag, wird mehr als belohnt. Howard Vernon (Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein, The Other Side of the Mirror, Faceless) hat zudem stark gespielt. Die Frauen machten ihre Sache auch ordentlich. Bei den anderen Herren ist ein gewisses Overacting auszumachen und auch eine unfreiwillige Komik (z.B. Kampf Frankenstein gegen den Werwolf im Finale). Nach Antworten und Logik sollte nicht gesucht werden. Jess Franco schuf mit Dracula, Prisoner of Frankenstein eine Hommage an die Universal Gruselklassiker der 40er Jahre.

Fazit: Jess Franco Fans können einen Blick riskieren.

Infos:

O: Drácula contra Frankenstein

Frankreich, Liechtenstein, Portugal, Spanien 1972

R: Jess Franco

D: Alberto Dalbes, Howard Vernon, Dennis Price, Paca Gabaldón, Carmen Yazalde, Josyane Gibert, Fernando Bilbao, Geneviève Robert

Laufzeit der US-Blu: 82:59 Min.

Gesehen am: ? / 2. Sichtung am: 07.03.26

Fassungen: Ich habe den Film als japanische DVD von Atlus (Drácula contra Frankenstein) in der Sammlung (Best of Jess Franco Special Pack). Dieses kaufte ich 2010 in Japan im Urlaub. Über die Spezifikationen weiss ich nicht mehr Bescheid. Für die 2. Sichtung lag mir die US-Blu-Ray von Severin Films vor = Schuber, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität (vielleicht hier und da etwas dunkel), viele Extras (das Interview von Stephen Thrower ist interessant), Region-All-Disc und ganze fünf Audio-Optionen sind vorhanden inklusive englische Untertitel. Ich sah mir den Film in Deutsch an. In Deutschland ist der Film von Colosseo Film / AL!VE Uncut auf Blu-Ray zu haben (Titel: Die Nacht der offenen Särge).

Freitag, 6. März 2026

Epitaph

Epitaph

Story:

Ein Krankenhaus soll geschlossen werden. Ein ehemaliger Arzt erinnert sich an diverse (Grusel)Geschichten, die er 1942 im dortigen Anwesen erlebt hat…

Meine Meinung:

Epitaph habe ich 2019 in Südkorea im Urlaub gekauft. Quasi ein Blindkauf. Ich glaube, durch einen anderen Blog (eines Kumpels) auf den Film aufmerksam geworden zu sein. So genau weiss ich das nicht mehr. Ich wusste nichts über den Film. Ich dachte, als ich mir heute das Cover der DVD ansah, dass es sich wohl um einen alten Streifen à la The Housemaid oder The Insect Woman handeln würde. Pustekuchen. Es handelt sich um einen «neuen» Film aus dem Jahr 2007. Ein Regie-Debüt der Brüder Jeong Beom-sik und Jeong Sik, die später Gonjiam: Haunted Asylum realisieren sollten.

Ich las vor der Sichtung nur ein Review auf einer anderen Schweizer Homepage und habe nichts erwartet. Aber immerhin wusste ich nun, um was es geht. Ein koreanischer Arzt, der in den 40ern im durch Japan besetzten Korea in einem Krankenhaus arbeitete, erinnert sich, als er erfährt, dass das Krankenhaus geschlossen werden soll, an seine Arbeit. Und der Inhalt sind mehrere Geister-Geschichten, die z.T. auch miteinander verknüpft sind. Und dann sorgt auch noch ein Serienkiller-Sub Plot für Angst und Schrecken.

Ich wurde positiv überrascht. Für mich stellt Epitaph einen Geheimtipp dar und einen der besten südkoreanischen Filme, welchen ich in letzter Zeit sah. Der Film ist optisch eine Wucht. Das gilt sowohl für die Bildsprache, wie auch der innovativen Arbeit der Kameraführung oder der passenden, wunderschönen Musik. Es wird hier Spannung und Grusel durch Stimmung, Bilder und Musik erzeugt, und nicht durch billige Jump-Scares. Toll. Die Effekte und Bilder sind der Wahnsinn, zumal der Film durch die verschiedenen Sub-Plots auch zu keiner Sekunde langweilig wird.

Ich konnte mich gut auf den Film und Inhalt einlassen und wurde somit auch gefesselt. Es kam definitiv Gruselstimmung auf. Die starke Vertonung der südkoreanischen DVD half dabei. Die mir unbekannten Darsteller haben alle durch die Bank überzeugt. Unbekannt heisst, ich kenne diese von den Namen nicht, was jedoch nicht bedeutet, dass es unerfahrene Darsteller sind. Das ist nicht der Fall. Namen wie Jin Goo (A Bittersweet Life), Kim Bo-kyung (Tae Guk Gi: The Brotherhood of War), Kim Tae-woo (JSA) oder Kim Eung-soo (Attack the Gas Station) haben Erfahrung im Film. Einige kreiden dem Plot an, wirr und konfus zu sein. Ich würde meinen, den Film einfach auf sich wirken zu lassen und die Bilder und Musik zu geniessen.

Fazit: Schöner Geheimtipp. Ich freue mich schon auf eine zukünftige Zweitsichtung!

Infos:

O: Gidam

Südkorea 2007

R: Jeong Beom-sik, Jeong Sik

D: Jin Goo, Kim Tae-woo, Lee Dong-gyoo, Kim Bo-kyeong, Ko Joo-yeon, Kim Eung-soo

Laufzeit der südkoreanischen DVD: Ca. 102 Min.

Gesehen am: 06.03.26

Fassungen: Mir lag die südkoreanische DVD von SM Pictures vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und hervorragende Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung und es scheint (noch) keine Blu-Ray zu geben (Stand: März 2026).

Mittwoch, 7. Januar 2026

Purani Haveli: The Monster Wakes

Purani Haveli: The Monster Wakes

Story:

Eine Gruppe von Freunden (u.a. Deepak Parashar, Amita Nangia) bekommt es in einem abgelegenen Gemäuer mit einem uralten Monster zu tun…

Meine Meinung:

Purani Haveli: The Monster Wakes ist der letzte Film der Ramsay Brüder aus Mondo Macabros The Bollywood Collection, welchen ich nun gesehen habe und insgesamt einer der besseren Titel aus der Box. Ich würde sagen, dass der Film zusammen mit Veerana: Vengeance of the Vampire der beste Titel der Box ist. Dabei haben die Brüder insgesamt noch viel mehr solche Gruselfilme gedreht. Es wäre wünschenswert, wenn Mondo Macabro noch eine zweite Box mit weiteren Titeln bringen würde (z.B. Hotel). Träumen erlaubt!

Purani Haveli: The Monster Wakes wäre sogar fast ein Kracher, wäre da nicht der lahme Sub-Plot im Mittelteil, welchen die Zuschauer getrost ignorieren können da nichts zu der eigentlichen Handlung beitragend. Die Szenen wirken wie aus einem anderen Film d.h. deplatziert und unpassend. In der Zeit kann der Zuschauer aufs WC gehen, lesen, Kaffee machen oder auf der Nintendo Switch Broforce zocken. Inhaltlich wird dabei nichts verpasst. Abgesehen davon hat mir Purani Haveli: The Monster Wakes wirklich gut gefallen.

Im Vergleich zu den schwächeren Filmen in der Box gibt es hier deutlich mehr Gruselparts, deutlich mehr stimmungsvolle Momente (schon der Start in den Film ist sehenswert), deutlich mehr charmante Effekte und Kostüme, einen höheren Bodycount und eigentlich keinen nervenden Klamauk. Es gibt zwar Klamauk (gibt es in diesen Filmen übrigens immer), der war jedoch naiv und erinnerte mehr ans HK-Kino der Anfang 90er Jahre. Also keine Fremdscham, sondern Schmunzeln ist angesagt. Dazu kommt, dass es eine gehörige Portion Sleaze zu sehen gibt.

Die Songs und Tanz-Einlagen haben gepasst und die Musik war auch abgesehen davon immer stimmig und trug viel zur Gruselstimmung bei wie auch der Einsatz von Nebelschwaden, Feuer und Donner- und Blitzen. Interessant ist der christliche Einschub in den Film. Christen machen in Indien gemäss KI nur 2,3% der Bevölkerung aus. Dennoch gibt es hier einen Jesus-Vorspann und am Ende ist es das Christentum, welches das Böse zerstört und die Helden rettet. So etwas sieht der Fan in einem indischen Film auch nicht alle Tage. Dazu passt auch, dass einige Szenen fast 1:1 aus US-Klassikern wie Das Omen kopiert wurden.

Auch das (das Kopieren ausländischer Klassiker) war üblich. Auf A Nightmare on Elm Street folgte Mahakaal, auf Chucky - Die Mörderpuppe folgte Papi Gudia, auf Jaws folgte Aatank und auf Godzilla folgte Gogola (leider bisher verschollen). Die Szene mit Johnny Depp und dem Bett in A Nightmare on Elm Street findet in einer Alptraumvariante auch Einzug in Purani Haveli: The Monster Wakes. Der Cast hat seine Sache sehr ordentlich gemacht. Sowohl die Helden um Deepak Parashar (Hatyarin), Amita Nangia oder die Bösewichte um Tej Sapru oder die Komiker um Satish Shah (Purana Mandir).

Fazit: Für Fans der Ramsay-Brüder Pflichtprogramm!

Infos:

O: Purani Haveli

Indien 1989

R: Shyam Ramsay, Tulsi Ramsay

D: Deepak Parashar, Amita Nangia, Tej Sapru, Sikandar Priti, Sapru Walia, Anil Dhawan, Satish Shah

Laufzeit der US-Blu: Ca. 146 Min.

Gesehen am: 07.01.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Mondo Macabro = Bollywood Horror Collection, Uncut, O-Ton mit englischen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Freitag, 2. Januar 2026

The Bride from Hades

Japanuary 2026

The Bride from Hades

Story:

Schullehrer Shinzaburo (Kojiro Hongo) wird von einem weiblichen Geist (Miyoko Akaza) verführt. Im Glauben, dass es sich bei der Frau um einen Menschen handelt, lässt Shinzaburo die Nähe des Geistes zu. Selbst als sein Umfeld den Geist bemerkt und Vorkehrungen trifft, um den Geist zu vertreiben, will Shinzaburo an den nächtlichen Treffen mit ihr festhalten…

Meine Meinung:

The Bride from Hades von Regisseur Satsuo Yamamoto ist der beste Film aus Radiance Films Daiei Gothic-Box. Der Film aus dem Jahr 1968 erzählt zwar nicht unbedingt einen neuen Plot und ich fühlte mich an den vor nicht allzu längerer Zeit gesehenen Nang Nak erinnert, dennoch vermochte der Film zu überzeugen. Von Regisseur Satsuo Yamamoto kenne ich nur einen Beitrag zur langjährigen Zatoichi-Reihe. Ansonsten bin ich mit dessen Arbeiten nicht vertraut. Er scheint jedoch keine weiteren Grusel- und Horrorfilme realisiert zu haben. Schade.

Der Film ist überzeugend gespielt. Auch wenn zwei wichtige Nebenfiguren etwas an ihrem Overacting «kranken», agiert der Rest glaubhaft und überzeugend. Miyoko Akaza (Lady Snowblood) als weiblicher Geist und Kojiro Hongo (Gamera: Guardian of the Universe, The Whale God, Yokai Monsters: Along with Ghosts) als tragisch Auserwählter «Nobelmann» sind gut gecastet, auch wenn letzterer im Vergleich zu Miyoko Akaza etwas abfällt. Sein Zerfall ist jedoch gut gespielt und dokumentiert. Bei The Bride from Hades handelt es sich, wie der Name der UK-Edition bereits verrät, um eine Daiei Produktion. Die waren vor allem für ihre Filmreihen wie Zatoichi, Gamera oder Daimajin bekannt.

Der Film punktet durch seine Inszenierung. Die Kameraarbeit ist gelungen. Zusammen mit den unheimlichen Bildern (vor allem bei seinen Ghost-Szenen), einer klug eingesetzten Kameraführung und der Musik, gelingt es dem Film, eine quälend langsame und unheimliche Stimmung zu generieren. Der Film ist einfach schön gefilmt und herrlich atmosphärisch und stimmungsvoll anzusehen. Zudem waren die Figuren am überzeugtesten, was die drei Filme aus der Edition angehen. Niemand, der mich genervt hat. Top.

Fazit: Fans von klassischen Gruselfilmen kommen mit The Bride from Hades auf ihre Kosten!

Infos:

O: Botan-dorô

Japan 1968

R: Satsuo Yamamoto

D: Kojiro Hongo, Miyoko Akaza, Hajime Koshikawa, Kō Nishimura Mayumi Ogawa Takashi Shimura Atsumi Uda

Laufzeit der UK-Blu: 88:35 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen als Daiei Gothic (Box) als UK-Blu-Ray von Radiance Films = O-Ton, englische Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Montag, 29. Dezember 2025

Purana Mandir - The Haunted Temple Review

Purana Mandir - The Haunted Temple

Story:

Suman (Arti Gupta) verliebt sich in Sanjay (Mohnish Bahl) und umgekehrt. Doch die Liebe wird durch Sumans Vater gestört. Grund: seit 200 Jahren liegt ein Fluch auf der Familie. Als Suman und Sanjay darüber aufgeklärt werden, machen sie sich zur Ursprungsstätte der Tragödie auf. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Purana Mandir war 1984 für das Gebrüder-Regie-Gespann Shyam Ramsay und Tulsi Ramsay ein grosser Erfolg und zeitgleich markierte der Film das Debüt von Darstellerin Arti Gupta, die zuvor vor allem als Modell gearbeitet hatte. Sie spielte danach noch in den Ramsay Gruselfilmen Tahkhana sowie 3D Saamri mit. Purana Mandir - The Haunted Temple ist für Fans des «Bollywood Horror» Genre zu empfehlen. Der Film hat mir seinem Inhalt eine Welle ähnlich gelagerter Gruselfilme in Indien ausgelöst.

Ein Kracher ist Purana Mandir - The Haunted Temple dennoch nicht geworden. Warum nicht? Das Finale war eine grosse kleine Enttäuschung. Für die Laufzeit von über zwei Stunden gibt es eigentlich auch nur wenige Gruselparts zu sehen. Von Effekt-Arbeiten ganz zu schweigen. Die können an einer Hand abgezählt werden. Der grösste Kritikpunkt ist aber der Sub-Plot mit den Dorf- und Dschungelbewohnern (vor allem im Mittelteil). Dort setzt auch störender Klamauk ein und die Szenen haben den Plot immer wieder ausgebremst und wirkten unpassend.

Das ist etwas schade, da der Film ansonsten wirklich nicht schlecht ist. Die Gruselparts sind stimmungsvoll. Das gilt für Musik, Inszenierung und Ideen (selbst fahrender Rollstuhl, die Blutdusche, viel Einsatz von Nebenschwaden). Die wenigen Kampfszenen sind auch solide und fast die (überraschend) blutigsten Parts des Filmes. Der Cast gefällt. Vor allem die Frauen haben stark agiert, allen voran die damalige Debütantin Arti Gupta. Sie hat einen tollen Job gemacht und als früheres Modell wusste sie ihren Körper gekonnt und (auch sexy) einzusetzen. Etwas, was die Regisseure auch gekonnt integriert haben.

Fazit: Fans der Ramsay Gruselfilme können einen Blick riskieren. Mein persönlicher Favorit aus der Collection ist noch immer Veerana: Vengeance of the Vampire.

Infos:

O: Purana Mandir

Indien 1984

R: Shyam Ramsay, Tulsi Ramsay

D: Mohnish Bahl, Arti Gupta, Puneet Issar, Sadashiv Amrapurkar, Ajay Agarwal

Laufzeit der US-Blu: Ca. 145 Min.

Gesehen am: 29.12.25

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Mondo Macabro (Bollywood Horror Collection) = sehr gute (auch wenn es einige Beschädigungen und Verschmutzungen im Master gibt) Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut, keine nennenswerten Extras. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Dez. 2025).

Samstag, 27. Dezember 2025

Sex of the Witch Review

Sex of the Witch

Story:

Diverse Familienangehörige (u.a. Camille Keaton) werden nach dem Tod des Vaters (Simone Santia) zu Erben. Dann beginnt ein mysteriöser Killer die Familienmitglieder zu töten. Die Polizei (Donald O'Brien) ermittelt…

Meine Meinung:

Der zweite Film aus Vinegar Syndromes Box Camille Keaton in Italy nach dem relativ langweiligen Tragic Ceremony hat mir besser gefallen. Zwar ist der Film noch immer kein wirkliches Highlight, aber er hat seine Momente. Camille Keaton, Star aus I Spit on Your Grave, spielt hier einer der Familienangehörigen (Erbin), die zum einen zum Opfer eines Killers werden, und zum anderen unter Verdacht geraten, die Täterschaft zu sein. Regie führt der mir unbekannte Angelo Pannacciò. Er arbeitete mir einigen der Darstellerinnen schon in Holocaust II zusammen.  

Inhaltlich gibt es einen ermittelnden Cop und jede Menge Sexszenen als Füllszenen zu sehen. Laut Blu-Ray Back-Cover gibt es hier erstmals zehn Extra-Minuten zu sehen, die bisher wohl als verschollen galten. Was mir am Film, vor allem zu Beginn, sehr gefiel waren Jess Franco Vibes. Der Film wirkt sehr traumhaft und psychedelisch. Positiv hervorheben, praktisch in jeder Szene, war dabei auch die immer passende und sehr stimmungsvolle Musik. Hat mir gut gefallen. Das waren die stärksten Momente des Filmes.

Der Plot selbst ist jedoch dünn und kaum vorhanden. Ab einer gewissen Zeit vergeht die zunächst entstandene Faszination und es kommt zu Längen. Diese werden immerhin mit vielen Nacktszenen (Sexszenen) aufgefüllt. Könnte also schlimmer sein. Wirklich blutig wird es praktisch nur in einer Szene und etwas übernatürlicher Schnickschnack kommt auch vor. Die weiblichen Darstellerinnen um Susanna Levi, Marzia Damon (The Hand That Feeds the Dead) und Lorenza Guerrieri sind hübsch anzusehen, Donald O'Brien erinnerte mich jedes Mal an seine irre Mad scientist Rolle aus Zombi Holocaust und Franco Garofalo (Star aus Hell of the Living Dead) wird von den Frauen umgarnt.

Fazit: Euro-Cult Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Il Sesso della strega

Italien 1973

R: Angelo Pannacciò

D: Susanna Levi, Jessica Dublin, Sergio Ferrero, Camille Keaton, Franco Garofalo, Donald O'Brien, Simone Santia

Laufzeit der US-Blu: 95:17 Min.

Gesehen am: 27.12.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Vinegar Syndrome (Camille Keaton in Italy) = drei Filme in einer Box, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Ital. O-Ton mit englischen Subs. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Dez. 2025).

Montag, 22. Dezember 2025

Gremlins Review



Gremlins

Story:

Billy (Zach Galligan) bekommt von seinem Vater (Hoyt Axton) ein besonderes Weihnachtsgeschenk: einen Mogwai. Ein niedliches, flauschiges und liebeswertes Haustier, welches Billy Gizmo tauft. Es gibt drei Regeln zu beachten. Leider werden diese nicht eingehalten. Die Folge ist, dass sich Gizmo vermehrt und seine Nachkömmlinge sind das Gegenteil von lieb, flauschig und niedlich. Sie beginnen, die Gegend zu terrorisieren…

Meine Meinung:

Gremlins ist ein Klassiker von Joe Dante, produziert von Jaws-Regisseur Steven Spielberg. Daher wirkt der Film auch wie Jaws, Poltergeist oder Zurück in die Zukunft. Der Fingerabdruck von Steven Spielberg ist unverkennbar. Steven Spielberg und Joe Dante haben zudem auch Änderungen am Drehbuch vorgenommen (wäre das ursprüngliche Drehbuch verfilmt geworden, wäre wohl ein R-Rated Film daraus geworden) und Spielberg hat auch einige eigene Ideen in den Film gebracht, wobei er sich nicht immer (gegen Joe Dante) durchsetzen konnte.

Ich sah Gremlins nur einmal. Das war vor zehn Jahren. Ich war dazumal ca. 30 Jahre alt. Die Fortsetzung sah ich hingegen schon als Kind/Jugendlicher öfters. Als mich der Kollege aus Zürich fragte, ob ich Gremlins in Zürich im Kino ansehen wolle, sagte ich zu. Die Sichtung fühlte sich nicht wie eine 2. Sichtung, sondern wie eine Premiere für mich an. Ich wusste nämlich seit der Sichtung vor zehn Jahren praktisch nichts mehr. Ich wusste um die Kleinstadt und um die verschneiten Bilder. Mehr blieb nicht hängen. Zu einer guten Stimmung im Kino hat der Film die 2. Sichtung bestanden.

Der Humor von Joe Dante (Piranha, Meine teuflischen Nachbarn) macht viel Spass und der Film vermag zu unterhalten. Nebst sympathischen Hauptfiguren wie Zach Galligan (Hellraiser III - Hell on Earth, Warlock: The Armageddon) oder der schnuckeligen Phoebe Cates gefallen auch bekannte Namen in Nebenrollen. So sehen wir hier Namen wie Corey Feldman (Friday the 13th: The Final Chapter), Dick Miller (Ritter der Dämonen) oder Judge Reinhold (Beverly Hills Cop Reihe). Die Schauspieler machen ihre Sache ordentlich. Der Film war spassig, unterhaltsam, kommt mit Herz und mit sensationellen Effekten daher. CGI wird das nie toppen können. Die Kreaturen-Effekte (inklusive Verwandlungen, die z.T. an Alien erinnert haben) waren der Wahnsinn. Spektakuläre Arbeit von Chris Wales (Die Fliege 1 + 2, Naked Lunch, Dragonslayer). Der Mix aus Grusel und Humor hat bestens funktioniert und andere Filmemacher liessen sich davon inspirieren (Critters-Reihe oder zuletzt in The Creeps).

Fazit: Gremlins wird seinem Klassiker-Status gerecht!

Gefolgt von: Gremlins 2

Infos:

O: Gremlins

USA 1984

R: Joe Dante

D: Zach Galligan, Phoebe Cates, Hoyt Axton, John Louie, Keye Luke, Corey Feldman, Dick Miller, Judge Reinhold

Laufzeit der CH-Kinofassung: Ca. 106 Min.

Gesehen am: 2015 / Neusichtung am: 02.12.25

Fassungen: Ich habe die deutsche DVD Zuhause. Für diese Neusichtung sah ich mir den Film jedoch mit dem Kumpel in Zürich im Kino an (Iconic Night, Christmas Edition) = Uncut, im O-Ton, keine Subs. Obwohl die Vorstellung nicht ausverkauft war, war die Stimmung im Kino sehr gut.