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Freitag, 11. April 2025

Violent Blood Bath

Violent Blood Bath

Story:

Ein Richter und dessen Ehefrau verbringen ihren Urlaub in einem Luxushotel. Doch der Urlaub wird jäh unterbrochen, als ein unbekannter Killer in der Umgebung des Hotels Menschen zu meucheln beginnt. Und diese werden auf jene Art und Weise getötet, wie Mörder das getan haben, die der Richter in der Vergangenheit via Todesstrafe verurteilt hat…

Meine Meinung:

Von Violent Blood Bath hätte ich mir mehr versprochen. Ich ging aber auch mit etwas falschen Erwartungen an den Film. Ich habe einen Horrorfilm bzw. Slasher erwartet. Das US-Label Vinegar Syndrome vergleicht den Film von Jorge Grau sogar mit einem Giallo. Es handelt sich um eine Italienisch-Spanische Co-Produktion. Jorge Grau? Da dürfte es bei Horrorfilmfans klingeln. Jorge Grau ist der Mann hinter dem sehenswerten Zombiefilm Let Sleeping Corpses Lie.

Auch aufgrund der Tatsache, dass ein Film von Jorge Grau (Blood Ceremony, Hunting Ground) waren meine Erwartungen nicht gerade tief. Denn auch die anderen genannten Filme des Regisseurs mochte ich. Violent Blood Bath ist dabei leider die Ausnahme. Der Film hat mir nicht gefallen. Wäre es eine einzelne Veröffentlichung und der Film nicht in einer Collection zusammen mit zwei anderen Filmen, würde der Film gar verkauft oder entsorgt werden. Blood Ceremony, Hunting Ground, Let Sleeping Corpses Lie & Violent Blood Bath entstanden alle ca. 1973/1974.

Der Film ist definitiv kein Giallo, sondern ein Mystery-Krimi (Whodunit-Setting). Leider ein total harmloser und noch schlimmer, sehr lahmer und langweiliger. Auch die Figuren konnten mich nicht überzeugen. Der Richter könnte vom Alter glatt der Vater seiner Ehefrau sein. Die zeigt immerhin eine Spur Erotik im Film, aber ansonsten sind auch die Figuren wenig interessant. Als Zuschauer sind einem die Schicksale gleichgültig und es herrscht mangelndes Interesse, dem Geschehen zu folgen.

Fazit: Uninteressant! Erreicht nicht das Niveau der anderen Filme des Regisseurs!

Infos

O: Pena de Muerte

Italien, Spanien 1974

R: Jorge Grau

D: Elisa Laguna, José Lifante, Marisa Mell, Julian Navarro, Fernando Rey

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 92 Min.

Gesehen am: 02.02.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray Collection Spanish Blood Bath = drei Filme in einer Box. Zu Violent Blood Bath = 35mm Print, Spanischer O-Ton mit Subs oder Englischer Dub, Uncut, Region-All-Disc, Schuber und Wendecover. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2025).

Donnerstag, 23. Dezember 2021

Hunting Ground Review

Hunting Ground

Story:

 

Strafverteidigerin Adela (Assumpta Serna) glaubt an das Gute im Menschen, selbst bei den Klienten die sie vertritt. Adela ist der Ansicht, dass die Gesellschaft ein Teil des Problems ist und ihre Klienten die Opfer. Und genau solche sind es dann, die bei einem Überfall dafür sorgen, wenn auch nicht absichtlich, dass ihr Ehemann und Arzt erschossen wird. Einer der Täter wird gefasst und verhaftet, während der andere auf freiem Fuss ist und Adela und ihr Umfeld (Schwiegermutter und die zwei kleinen Kinder) nun zu bedrohen beginnt…

 

Meine Meinung:

 

Hunting Ground ist ein sehenswerter Genre-Film vom Let Sleeping Corpses Lie Regisseur Jorge Frau (Blood Ceremony) und Mix aus Thriller, Drama und Rape & Revenge inklusive der Frage, ob sich Selbstjustiz lohnt und ob Gewalt mit Gewalt bekämpft werden soll oder nicht. In der Hinsicht geht der Film im Vergleich ethisch und moralisch weiter als andere Filme dieser Art, nur schon aufgrund der Tatsache, dass die Hauptfigur Strafverteidigerin ist.

 

Hunting Ground ist ein langsamer Film mit wenig, sagen wir Mal, «Action». Eigentlich gibt’s «davon» nur in den letzten zehn Minuten zu sehen (aber die Szenen haben es definitiv in sich und sind nichts für schwache Gemüter und die heutige Woke-Gesellschaft). Der Film, der an Filme wie Wer Gewalt sät..., Mondo Brutale, Naked Vengeance, Der Schlitzer und I Spit on Your Grave erinnert, ist durch seinen langsame Story-Aufbau und die Figuren, die einem nicht egal sind, packend und spannend.

 

Der Cast ist gut gewählt (selbst die Kinder nerven nicht) und in ihrer Darstellung glaubhaft und mutig. Vor allem Lead Assumpta Serna ist stark, da sie eben auch naive Werte verkörpert, mit denen sie dann jedoch auch konfrontiert wird, als ihr Ehemann beim Überfall unabsichtlich zu Tode kommt. Sie ist dann in ihren Rollen als Ehefrau aber auch als Strafverteidigerin, die, wenn auch etwas naiv, ans «Gute der Menschheit denkt», in einer Zwickmühle da sie nicht weiss, wie damit umgehen. Dies sorgt aber auch für eine gewisse Spannung, da der Zuschauer dann nicht weiss, wie sie in gewissen Situationen handeln wird (vor Gericht oder im Finale) oder ob dann Dritte für sie entscheiden werden.

 

Fazit: Für Euro-Cult und Fans von Filmen wie Wer Gewalt sät…, Naked Vengeance und Co. sehenswert!

 

Infos:

 

O: Coto de caza

 

Spanien 1983

 

R: Jorge Grau

 

D: Assumpta Serna, Víctor Valverde, Luis Hostalot, Montserrat Salvador, Paloma Lorena

 

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 105 Min.

 

Gesehen am: 12.10.21

 

Fassungen: Mir lag die Region All Blu-Ray aus den USA von Mondo Macabro vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, spanischer O-Ton (oder Englischer Dub), englische Subs und exklusive Extras (50minütiges Interview mit dem Regisseur) runden die Disc ab. Gibt es in D nur als VHS und zensiert (Stand: Okt. 2021).

Mittwoch, 22. November 2017

Let Sleeping Corpses Lie Review




Let Sleeping Corpses Lie

Story:

Kunsthändler George (Ray Lovelock), aus London stammend, ist auf dem Weg aufs Land, wo er das Wochenende verbringen will. Auf dem Weg trifft er auf die hübsche Edna (Cristina Galbó), welche ausversehen sein Motorrad beschädigt. Sie nimmt ihn mit. Sie stossen auf ihren weiteren Weg auf einen Untoten, der durch Schädlingsbekämpfungsmethoden zum Leben erweckt wurden. Bald gibt es die ersten Opfer, doch die Polizei (Arthur Kennedy) schenkt George und Edna keinen Glauben – im Gegenteil: für ihn sind sie die Täter…

Meine Meinung:

Der in Deutschland, soviel ich weiss, noch immer (zu Unrecht) beschlagnahmte Zombieklassiker von Jorge Grau gefällt mir auch nach vielen Jahren noch immer sehr gut. Zu Ehren von Hauptdarsteller Ray Lovelock, der am 10.11.17 verstorben ist, habe ich den Film seit über zehn Jahren wieder gesichtet.

Und fand ihn absolut grossartig, wenn nicht gar besser als zuvor. Der spanische Regisseur Jorge Grau hat sich inhaltlich an Romeros Die Nacht der lebenden Toten orientiert, jedoch auch eine sozialkritische Öko-Botschaft in den Film und indirekt viele Elemente von Franco, dem spanischen Diktator, in den Film eingebaut (verweis auf die von Arthur Kennedys gespielter Figur, dem harten, alten Cop).

Der Film ist sehr stimmungsvoll und atmosphärisch. Die Story baut sich quälerisch langsam auf. Es gibt nur vereinzelt hier und da «Action» in Form von Zombies und Gore – trotzdem möchte ich die ruhigen Szenen nicht missen. Langweilig empfand ich den Streifen zu keiner Sekunde. Das liegt vor allem an der schönen und unheimlichen Stimmung, der tollen Fotographie des Filmes und den sympathischen Figuren in Form des Duos Ray Lovelock als moderner, rebellischer und Junger Künstler, der sich mehr als einmal grossartige und hitzige Wortgefechte mit Arthur Kennedy liefert (in der Deutschen Sprachfassung der Knüller schlechthin) und Cristina Galbó als verletzliche, junge Frau.

Ray Lovelock spielte in diversen Italo-Western (Töte Django), ital. Polizeifilmen (Der Berserker, Eiskalte Typen auf heißen Öfen), Horrorfilmen (Murder Rock von Lucio Fulci) oder Erotik/Schmuddel-Produktionen mit (Play Motel) für welche er u.a. auch für den Soundtrack verantwortlich war (Junge Mädchen zur Liebe gezwungen). Arthur Kennedy, der perfekt in die Rolle des harten Polizisten mit altmodischen Werten passt, kennt der Genre-Fan u.a. aus The Antichrist, Killer Cop, Die Viper, Neun Gäste für den Tod oder The Sentinel.

Regisseur Jorge Grau hat nebst diesem Klassiker noch andere Genre-Filme inszeniert, welche jedoch weniger bekannt sind. Auf jeden Fall habe ich mir noch paar Titel notiert (Hunting Ground, Violent Blood Bath oder Ceremonia sangrienta), welche ich mir in Zukunft sicherlich auch zulegen werde, da diese dem Genre und Inhalten nach, auch meinem Geschmack entsprechen könnten.

Ein weiterer bekannter Name, der an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben soll, ist Giannetto De Rossi – italienischer Effekte Künstler, der für die wunderbaren Make-Up Masken und Bluteffekte verantwortlich war. Die Zombies bzw. Untoten sehen auch gut getrickst aus, vor allem der Mann mit der langen Narbe auf dem Torso sieht wunderbar eklig aus. Tolle Effektkreation. De Rossis Arbeiten werden von Horrorfans geschätzt. So zeichnete er sich u.a. aus für die Effekte in: High Tension, Rambo III, Killer Crocodile, Zombi 2, Apocalypse domani, The Beyond oder The House by the Cemetery – vor allem viele Filme von Lucio Fulci. Die Effekte sind im Vergleich zu anderen Filmen dieser Art eher rar und spärlich gesät – aber qualitativ absolut top und sehenswert.

Fazit: Zombieklassiker, der meiner Meinung nach oft unterschätzt wird und mehr bietet, als nur «eine 08/15 Zombiegeschichte». Für Horrorfilmfans auf jeden Fall zu empfehlen!

Infos:

O: Non si deve profanare il sonno dei morti

Italien, Spanien 1974

R: Jorge Grau

D: Ray Lovelock, Cristina Galbó, Arthur Kennedy

Laufzeit der Edition Tonfilm Blu Ray: 92:50 Min.

Gesehen am: Erstsichtung in Jugendzeit / Review überarbeitet am: 22.11.17

Fassungen: Mir lag die österreichische Blu Ray von XT Video / NSM / Edition Tonfilm (Schweizer Label) vor = Wendecover, Schuber, Booklet, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität (auch Ital. Ton und Subs wären an Bord). Die deutsche Synchronisation ist jedoch absolut grossartig und ist ein absoluter Genuss! Aus Anfangszeiten liegt mir auch die schicke, limitierte Anchor Bay Tin Box aus den USA vor, welche in der Sammlung bestehen bleibt!