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Dienstag, 20. Februar 2024

Limbo

Limbo

Story:

Ein Serienkiller terrorisiert Hong Kong. Zwei Cops (Gordon Lam Ka-Tung, Mason C. Lee Sun) versuchen, den Fall zu klären…

Meine Meinung:

Was Limbo angeht, war ich, auch wenn der Trailer optisch vielversprechend wirkte, skeptisch. Daher packte ich den Titel auf eine Wichtelliste zusammen mit ca. 30 (oder waren es 50?) anderen Titeln und wie der Zufall so spielt, bekam ich den Film 2023 als Wichtelgeschenk geschenkt. Gute Idee, um kein Geld für Filme auszugeben, die einem vielleicht nicht zusagen. So war es dann leider auch mit Limbo: der Film hat mir nicht wirklich gefallen.

Der Film und alles, was in dem Film passiert und zu sehen ist, war mir total gleichgültig. Der Film ist, gerade was viele Reviews oder Rezessionen aus Filmfesten (Berlinale) angehen, total überzogen. Der Film wird seinem Ruf nicht gerecht. Nur weil die Bilder schick in Szene gesetzt sind und der Film mit der Optik spielt (aufgrund seiner Schwarzweiss-Bilder), macht das einen Film nicht automatisch künstlerisch anspruchsvoll und/oder den Film qualitativ gut.

In meinen Augen ist Limbo einfach nur an eine schwache, relativ lahme und repetitive Sieben Kopie ohne die Qualität des US-Filmes zu erreichen (Pessimistische Stimmung, Dauerregen). Die Handlung kommt nur schwer in die Gänge, die Figuren sind durch die Bank unsympathisch, das Drama zu kitschig und klischeehaft (ohne Sub-Plot mit Wong To und dem Familiendrama des Cops, wäre der Film besser gewesen), eine echte Spannung nicht gegeben (der Film startet ja mit dem Ende, so dass eine gewisse Spannung zu gewissen Figuren nie vorhanden ist).

Und selbst im Finale ist der Akt des Twists vorhersehbar. Ja, optisch ist der Film nett gemacht und es gibt schöne Bilder aus Hong Kong zu sehen. Aber sonst kann ich dem Film kaum etwas Positives abgewinnen. Der Serienkiller-Plot gerät teilweise stark in den Hintergrund. Und Japaner Ikeuchi Hiroyuki wird erneut als Klischee-Figur dargestellt, nebst Filmen wie The Battle: Roar to Victory (als böser Japaner) oder Ip Man (als böser Japaner).

Fazit: Mit Soi Cheang werde ich nicht warm. In meinen Augen ein total überbewerteter Regisseur. Limbo kann man 1x gucken, aber mehr auch nicht…

Infos:

O: Zi Ci

HK 2021

R: Soi Cheang

D: Gordon Lam Ka-Tung, Mason C. Lee Sun, Cya Liu Yase, Ikeuchi Hiroyuki, Fish Liew, Hugo Ng Doi-Yung

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: Ca. 118 Min.

Gesehen am: 02.01.24

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Capelight Pictures vor = Uncut, Wendecover, O-Ton und Untertitel (Englisch, Deutsch), hervorragende Bild- und Tonqualität.

Montag, 25. Dezember 2023

Running Man

Running Man

Story:

Die USA im Jahr 2017:

Die USA werden von einem Polizeistaat regiert. Unliebsame Personen werden zu Unrecht verhaftet und/oder in die brutale aber beim Volk beliebte Reality-Menschenjagd-Show Running Man gesteckt, um vor wahren Problemen abzulenken. Auch Ben Richards (Arnold Schwarzenegger) erleidet dieses Schicksal, doch während der Jagd durch Killer (Erland van Lidth, Gus Rethwisch, Professor Toru Tanaka) dreht er den Spiess um…

Meine Meinung:

Running Man ist eine Verfilmung von Stephen Kings Roman Menschenjagd, auch wenn der Plot recht verändert wurde. Der Film, der zudem an den deutschen Film Das Millionenspiel (1970) und dessen franz. Remake Kopfjagd - Preis der Angst (1983) erinnert, hat die 2. Sichtung bestanden. Ich sah den Film als Jugendlicher. Dazumal noch als schrottige Laser Paradiese DVD in Dialogen/Handlung zensiert. Ich sah den Film seither nicht mehr und konnte mich an kaum mehr was erinnern.

Running Man war mir daher weniger bekannt als andere Arnold Schwarzenegger (Red Heat, The Expendables, Prey) Filme, welche ich deutlich mehr sah (The Terminator 1 + 2, Total Recall, Predator, Commando). Menschenjagd habe ich erst vor paar Monaten gelesen. Bis auf den sozialkritischen Hintergrund, eine Reality-Show, den Einbezug der Zuschauer, der Täuschung der Zuschauer und den Namen der Hauptfigur (Ben Richards) wurde der Plot verändert. Man darf also keine 1:1 Verfilmung erwarten.

Der Film ist sehr auf Arnold Schwarzenegger zugeschnitten. Der Film ist mehr lustig, als brutal und für heutige Verhältnisse sehr harmlos. Die Gegner sind Comic-Charaktere: viel Overacting und übertrieben dargestellt, aber nicht unsympathisch. Arnold Schwarzenegger war dazumal auf dem Höhepunkt seiner Karriere und jede Szene und jeder Spruch passten perfekt zum Geschehen! Kein Wunder, war der Film erfolgreich. Richard Dawson als «Bösewicht» und Mann hinter dem sadistischen und falschen TV-Spiel war ebenso stark.

Und mit María Conchita Alonso hat man eine schöne Frau in den Plot integriert, so dass der Film teilweise fast wie ein Buddy-Movie anmutet. Die anderen Läufer an der Seite von Arnie waren mehr Kanonenfutter und daher auch egal, dass diese ausgeschieden sind. Aber María Conchita Alonso war sympathisch und hübsch. Im Buch kommt zwar vor dem Finale und im Finale auch eine Frau vor, die wichtig sein sollte, aber anders als im Film dargestellt. Was die Killer angehen stand Professor Toru Tanaka (Dead Heat) später erneut mit Arnold Schwarzenegger vor der Kamera. Und zwar in Last Action Hero. Die Action-Szenen bestehen aus Explosionen, Prügeleien, Verfolgungsjagden und unblutigen Shoot-Outs.

Fazit: Für Arnold Schwarzenegger Fans zu empfehlen!

Infos:

O: The Running Man

USA 1987

R: Paul Michael Glaser

D: Arnold Schwarzenegger, Erland van Lidth, Gus Rethwisch, Professor Toru Tanaka, Maria Conchita Alonso, Richard Dawson

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 96:41 Min.

Neusichtung am: 27.11.23

Fassungen: Mir lag für diese 2. Sichtung die deutsche Doppel-Blu-Ray von capelight pictures vor = Uncut (FSK16 absolut gerechtfertigt, Film für heutige Verhältnisse sehr harmlos), sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit deutschen oder englischen Subs. Die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen. Es handelt sich um die Original-Kinosynchro. Auf der 2. Disc sind viele Extras.

Montag, 24. April 2023

VFW - Veterans of Foreign Wars

VFW - Veterans of Foreign Wars 

Story:

 

Kriegsveteranen (u.a. Stephen Lang, William Sadler, Martin Kove, Fred Williamson) bekommen es mit einer Horde von Süchtigen und Gangstern (Travis Hammer) zu tun, die hinter einem Mädel (Sierra McCormick) und einer Tasche voller Drogen her sind…

 

Meine Meinung:

 

Mit VFW ist das Thema Joe Begos und auch zukünftige Filme von ihm für mich abgeschlossen und kein Thema mehr. Bliss nervte am meisten gefolgt von Christmas Bloody Christmas, wobei der immerhin in den Action- und Slasher-Szenen am meisten Spass machte. VFW hat vereinzelt paar coole Gore-Szenen (zumindest jene, die man überhaupt erkennt) und es ist nett, paar Alt-Stars wie Fred Williamson oder William Sadler (Ritter der Dämonen) in einem neuen Film zu sehen inklusive From Dusk Till Dawn Hommage.

 

Abgesehen davon war der Film trotz seiner nur 92 Minuten Laufzeit langweilig und die Figuren nervend und unglaubwürdig (die Bösewichte). Lächerlich und zum Fremdschämen. Der Film und die Macher wussten nicht, was sie wollten. Mal wirken Szenen sehr ernst, dann wieder stimmig (à la John Carpenter), dann wieder trashig (à la Troma). Die Dialoge sind unfreiwillig komisch, teilweise sehr pubertär (so als hätte ein 12jähjriger das Drehbuch geschrieben) und es wird oft, vor allem zu Beginn und in den total lahmen Füllszenen, sinnlos gelabbert. Besonders die Dialoge zwischen Fred (Hauptheld) und Boz (Hauptbösewicht) waren mies.

 

Ja, der Film hat viel Gore. Handgemachte Kreationen. Es wird kreativ getötet. Aber ich denke davon erkennt man vielleicht nur 30-40% vom Gezeigten. Alles andere ist zu schnell geschnitten, zu verwackelt gefilmt oder es ist nichts zu erkennen, da viel zu dunkel. Das liegt an einer miserablen Beleuchtung. Sollte es als Stilmittel gelten? Wenn ja, dann selten dämlich da der Fan und die Effekte-Crew um ihre handgemachten Gore-Szenen gebracht werden. Und davon bietet der Film in einzelnen Momenten eigentlich sehr viel. Eine filmische Atmosphäre kann man ebenso vergessen wie eine Spannungsschraube und die Figuren sind dem Zuschauer auch total egal.

 

Fazit: Nicht zu empfehlen und in Zukunft werde ich mir keine Filme mehr von Joe Begos ansehen!

 

Infos:

 

O: VFW

 

USA 2019

 

R: Joe Begos

 

D: Stephen Lang, William Sadler, Martin Kove, Fred Williamson, Travis Hammer, Sierra McCormick

 

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 92:02 Min.

 

Gesehen am: 09.04.23

 

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Capelight vor = Uncut, gute bis sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs.

Sonntag, 12. Februar 2023

Christmas Bloody Christmas Review

Christmas Bloody Christmas

Story:

 

Tori (Riley Dandy) und Robbie (Sam Delich) werden auf dem Heimweg von einem Killer-Weihnachtsmann-Roboter (Abraham Benrubi) angegriffen. Der Kampf ums Überleben beginnt…

 

Meine Meinung:

 

Der Trailer zum Weihnachts-Horrorfilm mit Killer-Roboter à la The Terminator sah vielversprechend aus. Durch Zufall bekam ich den Film geschenkt und konnte ihn mir ansehen. Leider fand ich Christmas Bloody Christmas zu wenig gut, um in die Sammlung aufgenommen zu werden. Mit den Arbeiten von Joe Begos scheine ich nicht richtig warm zu werden – siehe Bliss. Da schwant mir für den ungeschauten VFW Böses…

 

Die Idee ist eigentlich cool: Weihnachten, Horrorfilm, Killer-Roboter, Gore, Schnee-Setting, Kleinstadt-Stimmung und paar Überraschungen (wer stirbt und wer nicht). ABER die Figuren nerven. Sehr sogar. Der Start in den Film ist bereits lahm und nervt. Uninteressantes, vulgäres Gequatsche folgt. Noch und nöcher. Das Dauergequatsche hat höllisch genervt. Und dann stirbt z.B. die falsche Person nicht und jene, die am meisten nervt…

 

Die Musik war auch weniger mein Geschmack. Eine echte Spannung tut sich nur selten auf. Stimmungsvoll war der Film auch wenig, da eben nicht speziell gute Musikwahl für meinen Geschmack. Auch in Sachen Gore ist der Film bis auf 2-4 Szenen nicht Besonders aufregend. Dann auch schnell geschnitten, verwackelt und wenig explizit. Einige Kills sind sogar rein off screen. 

 

Cool war der Roboter, die Kameraführung und das Spiel mit Lichteffekten. Besonders im Finale. Das war cool und sehenswert. Die Heldin bekommt auch einiges ab, die Roboter-Effekte (Haut löst sich und die Maschine kommt mehr und mehr zum Vorschein) sind stark und es gibt klare Terminator Vibes.

 

Fazit: Geschmackssacke! Wer die Filme von Joe Begos mag, dürfte mit Christmas Bloody Christmas alles richtig machen! Ich werde in Zukunft wohl eher die Finger von seinen Werken lassen…

 

Infos:

 

O: Christmas Bloody Christmas

 

USA 2022

 

R: Joe Begos

 

D: Riley Dandy, Sam Delich, Abraham Benrubi, Jeremy Gardner, Jeff Daniel Phillips, Elliott Gilbert

 

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 86:47 Min.

 

Gesehen am: 04.02.23

 

Fassungen: Mir lag das deutsche Mediabook von capelight pictures vor = Blu-Ray, UHD und Booklet. Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. Uncut. Die Bild- und Tonqualität waren für meinen Geschmack gut. Im Vergleich soll die UHD jedoch deutlich besser sein, was ich gelesen habe.

Samstag, 29. Oktober 2022

Gretel & Hänsel Review

 
Horroktober 2022

Gretel & Hänsel

Story:

Gretel (Sophia Lillis) und dessen jüngerer Bruder Hänsel (Samuel Leakey) irren durch die dunklen Wälder, hoffend nach einem besseren Leben. Sie stossen auf eine alte Hütte und eine liebeswerte, alte Dame lädt sie zu sich ins Haus ein. Gretel und Hänsel treten ein. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Ich kenne mit Ausnahme des südkoreanischen Filmes Hansel & Gretel (Henjel gwa Geuretel, 2007) keinen Film um das Märchen der Brüder Grimm aus dem Jahr 1812. Der Trailer zu Gretel & Hansel sah optisch spannend aus. Zudem mochte ich February von Regisseur Oz Perkins. Leider hat mir Gretel & Hänsel nur bedingt gefallen.

Der Film hat seine starken Momente in der Optik. Schöne Bilder, stimmungsvolle Atmosphäre, langsame Kamerafahrten. Sieht alles optisch bunt, düster und schön zu gleich aus. Arthouse-Elemente können Gretel & Hansel definitiv nicht abgesprochen werden. Vergleiche mit A24 Produktionen tun sich auf, was auch andere Zuschauer in ihren Reviews so sahen. Die Vergleiche passen…

Abgesehen davon hat der Film doch mehr enttäuscht statt unterhalten und erfreut. Die Vorlage wurde analog der Woke-Gemeinschaft abgeändert (statt Hänsel und Gretel kommt wird nun Gretel zuerst im Filmtitel genannt und ist die starke Figur im Plot, natürlich mit Kurzhaarfrisur und Co.). Das hat schon etwas genervt. Apropos Kurzhaarfrisur: Gretel wirkte auf mich mehr wie Eleven aus Stranger Things - auch Kurzhaar-Frisur und telekinetische Kräfte wie sie Gretel plötzlich im Finale präsentiert. Cool war hingegen die Tatsache, dass der Film wirklich nicht für Kinder geeignet ist…

Der Plot ist sehr dünn. Obwohl der Film nur 87 Minuten läuft (mit Abspann) kam mir das Schauen wie eine Ewigkeit vor. Spricht definitiv nicht für den Film. Die Musik wird von Synthesizer-Einsatz beherrscht und hatte à la Turbo Kid oder Dead Shack einen netten Retro-Touch. Passt teilweise gut zu den stimmungsvollen Bildern. Der Film hat definitiv einen Style over Substance Faktor. Die Darsteller spielen ihre Sache gut, auch wenn Sophia Lillis (It: Chapter 1 + 2) Figur, wie gesagt, an andere fiktive Charaktere erinnert. Alice Krige passt gut in die Rolle der alten Hexe. Gibt eine bessere Performance ab als zuletzt im Horror-Genre (Texas Chainsaw Massacre).

Fazit: Optisch cool und schick, aber ansonsten eigentlich lahm und nicht zu empfehlen…

Infos:

O: Gretel & Hansel

Irland, Kanada, USA 2020

R: Oz Perkins

D: Sophia Lillis, Samuel Leakey, Alice Krige, Jessica De Gouw, Ian Kenny

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 87:29 Min.

Gesehen am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Capelight vor = Wendecover, Deutsch/Englisch mit Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es auch als UHD.

Montag, 26. September 2022

Im Westen nichts Neues Review

 

ZFF 2022

Im Westen nichts Neues

Story:

 

Als der Krieg ausbricht (1. Weltkrieg) melden sich die Jugendlichen Paul (Felix Kammerer) und dessen Freunde Albert und Müller freiwillig zur Front im Kampf gegen die Franzosen. Etwas, was sie bald bereuen werden…

 

Meine Meinung:

 

Auf Im Westen nichts Neues wurde ich durch den Trailer und die Netflix Ankündigung in einem Forum aufmerksam. Es handelt sich um eine Verfilmung des 1928er Romans von Erich Maria Remarque, der den Schrecken des 1. Weltkriegs erzählt. Der Stoff wurde bereits zweimal von den Amis verfilmt (1930, 1979). Der Trailer sprach mich an.

 

Nun bekam ich dank ZFF die Chance, den aus Deutschland stammenden Film, der auch für die 2023er Oscars auflaufen soll, im Kino auf der grossen Leinwand zu sehen. Und das lohnt sich unbedingt: Im Westen nichts Neues ist definitiv ein Film für die grosse Leinwand! Umso bedauerlicher, dass der am Ende Sept. nur via Netflix zu sehen sein wird…

 

Ich kenne den Roman und die ersten Verfilmungen nicht. Ich kann daher keine Vergleiche liefern. Im Westen nichts Neues hat mich aber beeindruckt. Der Film geht unter die Haut. Sehr intensiv. Der Film zeigt den Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges in aller Vielfalt. Am Ende gibt es noch Infos via Text-Einblendungen dazu, bevor der Abspann beginnt.

 

Trotz der langen Laufzeit war der Film zu keiner Sekunde langweilig. Der Film fesselt, schockiert und berührt. Den Filmemachern gelingt es, eine Gruppe von Figuren zu kreieren, die dem Zuschauer nicht gleichgültig ist. Daher fiebert man mit der Truppe auch mit. Auch das junge, naive und weltfremde Verhalten der Truppe spielt eine Rolle. Glaubhaft dargestellt.

 

Der Film ist, vor allem im Vergleich zu US-Kriegsfilmen, was Effekte und den Blutgehalt angehen, weniger graphisch. Da übertrieben es einige Publikationen deutlich ("Es fließt literweise Kunstblut", FAZ). Da merkt man auch, dass es einigen nicht gefällt, dass Netflix einen Oscar-Kandidat an der Angel hat. Aber der Schrecken, der durch Stimmung, Optik und Schauspiel generiert wird, ist unglaublich intensiv. Der Inhalt geht unter die Haut.

 

Der Film ist stark gemacht und hebt sich von miesen 08/15 Netflix-Filmen mit Woke-Inhalten ab. Sieht man Mal von einer schlechten CGI Feuer-Szene im letzte Viertel ab, ist der Film toll anzusehen. Auch optisch. Die Bilder, Kameraeinstellungen und die Musik sind der Wahnsinn. Der Film überzeugt auch audiovisuell. Ein Grund mehr, den Film im Kino zu sehen, sofern es dafür Chancen gibt (Filmfeste etc.). Die mir unbekannten, deutsche Schauspieler (z.B. Felix Kammerer als Paul Bäumer) waren fabelhaft gut.

 

Fazit: Eindrücklich und sehenswert!

 

Infos:

 

O: All Quiet on the Western Front

 

Deutschland, USA 2022

 

R: Edward Berger

 

D: Felix Kammerer, Albrecht Schuch, Moritz Klaus, Aaron Hilmer, Edin Hasanovic, Devid Striesow, Daniel Brühl

 

Laufzeit der ZFF-Fassung: Ca. 147 Min.

 

Gesehen am: ZFF 2022

 

Fassungen: Gesehen im O-Ton Deutsch am ZFF 2022. Am 28.10.22 startet der Film offiziell auf Netflix. Nachtrag Aug. 2024: für eine 2. Sichtung lag mir nun die deutsche Blu-Ray von Capelight vor. Der Streifen hat mir noch immer gut gefallen: stimmungsvoll, fesselnd, toll gespielt und einfach eindrücklich. Toller Antikriegsfilm. Wohl nebst Die Brücke der beste Film dieser Art (Wir waren Helden und Platoon muss ich noch auffrischen). Der Film ist Uncut, im Originalton Deutsch (paar wenige Dialoge sind in Franz. mit Subs) und diverse Extras bietet die Disc auch. Ich kaufte die Single-Disc Edition. Zudem hat die Disc ein Wendecover ohne Freigaben-Logo. 

Sonntag, 4. September 2022

Die Bartholomäusnacht Review

Die Bartholomäusnacht

Story:

 

Frankreich 1572:

 

Königin Margot (Isabelle Adjani) wird von ihrer Familie gezwungen, Henri de Navarre (Daniel Auteuil) zu heiraten. Damit soll zwischen den Katholiken und Protestanten von nun an Frieden herrschen. Doch Margots Familie geht es jedoch gar nicht um Frieden und während der Bartholomäusnacht führen sie ein Massaker durch, um die Stadt vor Protestanten zu säubern. Auch Henri befindet sich in Lebensgefahr, während Margot mit einem Liebhaber (Vincent Perez) fliehen möchte. Doch familiäre Intrigen erschweren dies. Denn auch der aktuelle König Charles IX (Jean-Hugues Anglade) soll getötet werden…

 

Meine Meinung (bezieht sich auf die Langfassung der DVD):

 

Die Bartholomäusnacht sah ich bisher nur einmal und das ist viele Jahre her. Ich wusste eigentlich kaum mehr etwas. Ich wusste, dass es ein blutiges Massaker gibt und dies geschichtlich bedingt ist. Mehr wusste ich nicht. Als ich dieses Jahr Possession guckte war mir klar, dass ich demnächst auch Die Bartholomäusnacht auffrischen sollte. Wegen Isabelle Adjani…

 

Die Bartholomäusnacht ist eine europäische Produktion (mehrere Länder beteiligt aber vor allem Frankreich) und eine Soap Opera Love-Story-Romanze inklusive genug "tödlicher" Intrigen verpackt in ebenbesagte geschichtliche Settings um das Massaker in der Bartholomäusnacht = sehenswert! Und dass, obwohl der Film (in der Langfassung) fast drei Stunden Laufzeit bietet. Ich mochte den Film. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden.

 

Der Film ist sehr aufwändig gemacht, der Plot sehr komplex. Aber wenn der Zuschauer gut aufpasst, dann wird man früher oder später fesselnd in die Geschichte gezogen und beginnt auch, Mitgefühl und Interesse für die Figuren und den Verlauf der Geschichte zu zeigen. Eine Spannung ist vorhanden. Werden sich Margot und Henri lieben? Oder wird Margot mit ihrem neuen Liebhaber Glück finden? Wird König Charles IX durch die eigene Familie ersetzt (also getötet) werden? Das sind Inhalte, die eine Spannung generieren.

 

Wie gesagt: der Film ist extrem aufwändig. Sehr authentisch. Viele Figuren, viele Statisten, viele Kostüme und Requisiten. Auch mit Effekten wird nicht gespart (Schweine Angriff und dann natürlich das Massaker, welches sehr blutig ausgefallen ist). Da gibt’s wirklich auch Splatter-Szenen in einem europäischen Kinofilm- und Grossproduktion zu sehen. Zu sehen gibt es auch wunderbare Leistungen der Darsteller:

 

Isabelle Adjani (Possession), Jean-Hugues Anglade (Killing Zoe), eine junge Asia Argento (The Church), Thomas Kretschmann (The Stendhal Syndrome), Daniel Auteuil oder Vincent Perez waren alle toll anzusehen wie auch sämtliche anderen Figuren. Perfekte Wahl. Niemand wirkte falsch oder unpassend besetzt. Nebst Plot und Schauspielern hatte ich auch Freude an den fiesen Intrigen im Film. Da kommt so richtiges fesselndes Soap Opera Niveau zur Geltung, so dass man Figuren hasst oder sich für sie freut oder um sie trauert. Alles möglich!

 

Fazit: Packendes, spannendes und aufwändiges Epos aus Frankreich! Sehenswert!

 

Infos:

 

O: La Reine Margot

 

Deutschland, Italien, Frankreich 1994

 

R: Patrice Chéreau

 

D: Isabelle Adjani, Daniel Auteuil, Vincent Perez, Jean-Hugues Anglade, Asia Argento, Thomas Kretschmann

 

Laufzeit der deutschen DVD (Langfassung): 163:34 Min.

 

Neusichtung am: 20.08.22

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Capelight vor (Langfassung). Diese stellt die für mich beste Fassung dar, was die Version angeht, da alle Handlung (will ich nicht missen) und alle Gewaltszenen (ebenso) enthalten sind. Andere Fassungen sind kürzer und in Handlung und/oder Gore zensiert. Die Bildqualität der DVD erachte ich als sehr mässig für einen Film aus dem Jahr 1994. Sehr unscharf und allgemein auch viel zu dunkel. Dies scheint aber auch neue Restaurationen zu betreffen (zu dunkel). Daher weiss ich noch nicht, ob ich auf Blu-Ray upgraden werde…