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Montag, 22. Dezember 2025

The Patriotic Knights Review

The Patriotic Knights

Story:

Jin Zhuliu, der Beggar Held, hilft den Armen und macht sich in der Martial Arts Welt einen Namen, indem er das Böse und die Ungerechtigkeit bekämpft. Eines Tages rettet Jin einen Kämpfer namens Li Dun, der von diversen Schergen angegriffen wurde. Li Dun ist in Wahrheit kein Kämpfer, sondern ein Gelehrter. Er ist Sekretär der Six Harmony Gang. Dessen Anführer Shi Baidu ist der Gier verfallen und will mit dem Feind gemeinsame Sache machen. So soll an einem Geburtstagsfest (Eunuch Lius 60. Geburtstag) ein wertvolles Geschenk der Six Harmony Gang dem Feind übergeben werden. Mönch Yuanhai und Dong Shisan Niang werden damit beauftragt…

Meine Meinung:

The Patriotic Knights ist ein seltener Film. In einigen Datenbanken (hkmdb, imdb) ist der Film zwar gelistet, aber ohne Inhaltsangabe und ohne Reviews. In anderen Datenbanken (ofdb, LB) ist der Film gar nicht zu finden. Auch auf YouTube (dem legendären Wu Tang Kanal) fehlt der Film. Nur auf Douban gibt es dazu mehr Infos. Oben genannte Inhaltsangabe habe ich 1:1 vom VHS-Back-Cover übersetzen lassen. Es geht eigentlich um Rebellen, die sich der Regierung in den Weg stellen und ein Geschenk entwenden, welches im Finale einem Eunuchen übergeben werden soll. Dazu noch eine Love-Story.

Im Grossen und Ganzen nichts Spezielles oder Originelles. Überrascht war ich nur, dass der frühere Schwertkampffilm aus dem Jahr 1971 auch lustig ist. Das passte irgendwie nicht zu einem ernsten Schwertkampffilm und ernst wirkt der Film auch nicht. Die Stars sind mir leider völlig unbekannt, so dass ich mich mit den Figuren, auch aufgrund fehlender Untertitel, nicht identifizieren konnte. Wer jedoch zu den Helden oder Bösewichten gehört, kann der Zuschauer problemlos anhand ihrer Kleidung oder ihrem Schauspiel erraten. Die Hauptrollen spielen Fu Chi, Wong Pao-Cheng, Chow Chung, Li Tse-Yu sowie Gam Sha.

Regisseur Cheung Sing-Yim (White Hair Devil Lady, Yellow River Fighter) drehte später die wegweisenden Filme mit Jet Li = Shaolin Temple sowie Kids from Shaolin. Es ist Cheung Sing-Yim anzusehen, dass er gerne klassische Inhalte verfilmt. Mir persönlich war The Patriotic Knights jedoch zu unspektakulär und zu dialoglastig. Es wird zu viel gesprochen, zu wenig gekämpft. Und die Kampfszenen waren dabei auch absolut nichts Besonderes, vor allem wenn diese Produktion mit damaligen Shaw Brothers Produktionen vergleichen wird. Schade war, dass der Eunuch am Ende kein Kämpfer ist. Etwas, was im späteren HK-Kino oftmals gegenteilig dargestellt wurde.

Fazit: Für Sammler interessant, als Unterhaltungsprodukt (in dieser Form) wenig interessant…

Infos:

O: Xia gu dan xin

HK 1971

R: Cheung Sing-Yim

D: Fu Chi, Wong Pao-Cheng, Chow Chung, Ping Fan, Li Tse-Yu, Gam Sha, Liu Su, Chui Lik

Laufzeit der US-VHS: ?

Gesehen am: 03.12.25

Fassungen: Gesehen via US-VHS von World Video = sehr gute Bild- und Tonqualität, Canto Dub (O-Ton wäre Mandarin), keine Subs. Sah Uncut aus (sehr harmlos). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Dez. 2025). Das VHS wurde nach London verkauft. 

Dienstag, 16. Dezember 2025

The Lady Punisher Review

The Lady Punisher

Story:

Fang (Tsui Man-Wah) und ihre Freundin werden von drei Gangstern (u.a. Tommy Wong Kwong-Leung) überfall und vergewaltigt. Fang überlebt, ihre Freundin stirbt. Als Fang drei Jahre später zufällig dem einen Täter begegnet, schwört sie blutige Rache…

Meine Meinung:

Der Kauf von The Lady Punisher war ein Glückstreffer und Zufall. Ich weiss nicht mehr genau, wie es lief. Ich glaube ich habe von einem US-Sammler irgendwie 12 oder 14 Laserdiscs abgekauft aber ein Titel fehlte und dann kam raus, dass er den wohl gar nicht mehr hat und ich durfte mir einen Titel gratis als Ersatz auswählen. Und das war The Lady Punisher. Ein Mitte der 90er Jahre HK-Category III Streifen. Ein Rape & Revenge Film mit Racheplot und viel lesbischem Sex.

Gut möglich, dass der Film nach dem Erfolg von Naked Killer entstand. Ein billig heruntergekurbelter Film mit Sex, nackter Haut, Sleaze und immer wieder eingestreuten, kürzeren Actionszenen. Regie führte auch ein Actionspezialist. Nämlich Lu Chin-Ku, der Fans Titel wie The Big Deal, Tough Guy, The Holy Virgin Versus the Evil Dead, Dreaming the Reality, The Haunted Madam, Bastard Swordsman, Holy Flame of the Martial World, Lovers Blade oder Toothless Vampires servierte. Mir hat der Mix aus lesbischem Sex (die Szenen wurden oft wirklich erotisch eingefangen), politisch unkorrektem Inhalt (und Dialogen), Rache-Story und Actionszenen gut gefallen. Die Bösewichte waren hübsch überzeichnet. Davon stellt Tommy Wong Kwong-Leung (Justice My Fool) der bekannteste Name dar. In Nebenrollen sind noch Shing Fui-On (Running Mate) sowie Chung Fat (Mr. Vampire II) zu sehen. Als Titelheldin darf Tsui Man-Wah (Mr. Vampire 1992) vollen Körpereinsatz zeigen.

Tommy Wong Kwong-Leung war ja oft im CAT. III Kino zu Hause. Fans dürften sich da an Titel wie A Day Without Policeman, Malevolent Mate und Vendetta erinnern. Die wenigen Action-Szenen sind zwar sehr Low-Budget, aber okay. Es gibt auch die ein oder andere blutige Szene zu sehen oder kleinere Stunts. In diesen Kampfszenen werden dann auch Shing Fui-On und Chung Fat in Nebenrollen integriert. Was mir an den Kampfszenen hingegen hier und da nicht gefiel, war die Tatsache, dass diese in verschnellertem Tempo ablaufen. Das wirkt unecht. Die sexy Strandszenen wurden scheinbar in Thailand gedreht. Passt.

Fazit: Für CAT. III und Rape & Revenge Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Tung Chong 2 Mung

HK 1994

R: Lu Chin-Ku

D: Tsui Man-Wah, Tommy Wong Kwong-Leung, Shing Fui-On, Chung Fat, Edith Au Ngoi-Ling

Laufzeit der HK-LD: 82:48 Min.

Gesehen am: 18.11.25

Fassungen: Gesehen als US-LD von World Video = gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, machte eine unzensierten Eindruck. Es gibt keine DVD, keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2025).

Montag, 17. Februar 2025

The Ming Patriots




Von Gordon Liu signiert

The Ming Patriots

Story:

Bösewicht Prince Yu (Chang Yi) jagt einer entflohenen Prinzessin und deren Meister nach. Diese sind im Besitz von Perlen und einer Liste, welche sie einem General der Opposition (Roy Chiao) übergeben wollen. Später werden die Gejagten von weiteren Bösewichten gejagt (u.a. Michael Chan Wai-Man, Lung Fei). Auf der Gegenseite werden die Prinzessin und ihr Meister von Zhao Yu-Jun (Judy Lee) und Li Tia-Long (Bruce Lai) begleitet, welche sie beschützten und gegen die Bösewichte ankämpfen…

Meine Meinung:

The Ming Patriots steht schon länger, vor allem aufgrund Michael Chan Wai-Man (The Big Boss Part II, Blooded Treasury Fight, Dragon Lord), auf der Wunschliste. Und jetzt kommt es: ich habe den Film schon in der Sammlung und den Streifen im Jahr 2009 schon gesehen! Doch das wusste ich bis Mitte Dez. 2024 nicht (mehr). Ich sah mir den Film sogar beim Kollegen an (mehr dazu unter Fassungen) und ich erinnerte mich nicht, den Film 2009 schon gesehen zu haben. Ob ich an Demenz leide? Oder zu viele gleiche Eastern schaue? Wohl letzteres plus die unterschiedlichen (Alternativ)Titel und Fassungen…

The Ming Patriots von Ulysses Au-Yeung Jun (The Nude Body Case in Tokyo, King of the Children, Island Warriors), eine Produktion von First Films, 1975 gedreht (zusammen mit anderen Klassikern wie u.a. The Secret Rivals, The 18 Bronzemen) ist ein sehenswerter Eastern. Der Plot ist weder originell noch neu. Im Grossen und Ganzen kann der Plot als eine lange Verfolgungsjagd beschrieben werden. Es gibt viele Kampfszenen. Nur vor dem Finale gibt es 2-3 kleinere Hänger. Abgesehen davon wird ein hohes Tempo mit vielen Kampfszenen an den Tag gelegt. Einzelkämpfe aber auch Gruppenkämpfe. Dazu: z.T. mit Italo-Western Musik, cool!

Die Kampfchoreographie stammt von Lau Kar-Wing (The 36th Chamber of Shaolin, Master of the Flying Guillotine, His Name Is Nobody) und Liu Chia-Liang (Shaolin and Wu Tang, Executioners from Shaolin, Dirty Ho). Das ist auch der Grund, warum der Film in der US-DVD-Collection Gordon Liu and the Lau Family zu finden ist (mehr dazu unter Fassungen). Der Film hat einen grossartigen Cast mit Namen wie Michael Chan Wai-Man, Chang Yi (Shaolin Traitorous, The Shaolin Kids, Profile in Anger), Bruce Lai (Dragon Force, The Gold Connection, The New Game of Death), Judy Lee (The Unique Lama, Imperial Sword, The Legend of Mother Goddess), Lung Fei (Story in Temple Red Lily, Right Overcomes Might), Carter Wong (The Mysterious Heroes), Roy Chiao (Good Bad & Losers) oder Lung Fong (The Rebellious Reign). Carter Wong und Roy Chiao haben nur kleine Rollen am Anfang bzw. am Ende.

Ich hatte vor allem an Michael Chan Wai-Man als Bösewicht, an Chang Yi als Endboss und Bösewicht (ich könnte schwören, dass er im gleichen Outfit schon in einem anderen Film als Bösewicht zu sehen war), an Judy Lee als toughe Kämpferin und Heldin und an Bruceploitation-Star Bruce Lai als Held Freude, der hier ausserhalb des Bruceploitation eine starke Performance bietet. Nebst den lahmen Hängern vor dem Finale wird der Film durch einen Comic-Charakter, der leider dann auch im Finalkampf mitmischt (plus das überraschende Auftauchen von Roy Chiao und seinen Männern) «gestört». Ich hätte mehr Freude gehabt, wenn der schier unbesiegbare Chang Yi durch Judy Lee und Bruce Lai besiegt worden wäre. Desweitern gibt es, ganz im Stil von Ital. Kannibalenfilme, eine unschöne Tiersnuff-Szene mit einem Schwein zu sehen. Abgesehen davon aber sehenswert!

Fazit: Eastern Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Zhong Yuan Biao Ju

HK 1976

R: Ulysses Au-Yeung Jun

D: Michael Chan Wai-Man, Chang Yi, Bruce Lai, Judy Lee, Lung Fei, Roy Chiao, Carter Wong, Lung Fong, Jack Long Shi-Chia,

Laufzeit der libanesischen Betamax: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Sept. 2009 / Neusichtung: 11.12.24

Fassungen: Ich sah den Film beim Kumpel, nachdem ich einmal nicht erfolgreich versuchte, aus einem Auktionshaus in Hong Kong, einem VHS zu dem Film zu kaufen (Der Verkäufer fand die VHS angeblich in seinem Warenhaus nicht mehr). Mein Kumpel hat drei Versionen zu dem Film: Das US-VHS von World Video (Mandarin mit festen englischen & chinesischen Subs, 1,33:1), das deutsche VHS mit klarer Gewalt-Zensur (Titel: Stärker als 1000 Drachen) und eine Betamax aus dem Libanon (Englisch mit französischen und arabischen, gelben Subs, beste Qualität und an den Seiten am meisten Bild). Dazu kommt, dass bei der US-VHS, bei einem Rollenwechsel, längere Sequenzen am Stück fehlen, die auch Kampfszenen betreffen. Bei der Fassung aus dem Libanon fehlt auch eine Mini-Sequenz, aber im Grossen und Ganzen sah dort die Sequenz praktisch am komplettesten aus. Und am meisten Bild. Und die beste Qualität. Und davon habe ich sogar noch eine DVD von VideoAsia (als Revenge of the Patriots) = gemäss meinem alten Reviewe in einer schlechten Bildqualität (sogar von Work-Print Qualität spreche ich da oder längeren Sequenzen ohne Bild). Englisch. K.A. ob Uncut/Cut. Habe die Fassung verglichen. Die in der US-VHS fehlende Sequenz ist bei der DVD einfach ca. acht Sekunden schwarz (schwarzes Bild). Die Bildqualität ist deutlich schlechter als beim US-VHS oder der libanesischen Betamax. Die DVD wurde von Gordon Liu signiert (siehe Foto). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Dez. 2024).

Dienstag, 11. Juni 2024

Phantom War

Phantom War

Story:

Yin (Yammie Lam Kit-Ying), die zusammen mit ihrem Mann Nan (Ben Ng Ngai-Cheung) in Vietnam kämpfte, geraten in London zwischen die Fronten von Gangstern (u.a. Alex Man). Und ein alter Erzfeind aus Vietnam-Zeiten (Phillip Ko Fei) mischt auch noch mit…

Meine Meinung:

Phantom War ist ein relativ durchschnittlicher Low-Budget Actionfilm aus Hong Kong. Kein unbedingter Must See oder Must Have Titel, aber auch nicht schlecht. Der Film des Regie-Gespannes Cindy Chow Fung und Simon Yeung Siu Gwong ist einer jener Filme, die es nicht ins DVD-Zeitalter geschafft haben. Wie so viele andere Filme aus Hong Kong (oder Taiwan) auch. Es handelt sich um eine Regent Film Limited Produktion und aus dieser stammen auch viele andere ähnliche Actionfilme mit Phillip Ko Fei (Final Run, Fatal Termination, The Cyprus Tigers).

Phillip Ko Fei (Profile in Anger) hat zudem mehrfach mit Cindy Chow Fung (Hard to Kill) und Simon Yeung Siu Gwong (Fatal Chase) zusammengearbeitet und Phantom War auch produziert. Die meisten genannten Filme finde ich qualitativ besser als Phantom War. Phantom War überzeugt in zwei Punkten: seinem Unterhaltungswert und der vielen und abwechslungsreichen Action. Aber der Rest ist halt ziemlich uninteressant: kaum fesselnder Plot, die ewigen Kriegs-Flashbacks, billige, unpassende Musik und Phillip Ko Fei und vor allem auch Alex Man haben schon deutlich besser gespielt. Immerhin das London-Setting ist Mal was Neues.

Auch der restliche Cast vermag nicht sonderlich zu überzeugen. Yammie Lam Kit-Ying macht zumindest in den Kampfszenen eine gute Figur. Schade, dass der Fokus mehr auf ihrem Film-Ehemann liegt. Und Lau Siu-Min (The Butterfly Murders) als Gangster-Boss fand ich ganz übel. Sehr schlechtes Schauspiel. Null Charisma oder Ausstrahlung. Schade. Die Actionszenen oder Effekte (Enthauptung, blutige Shoot-Outs) kommen durch die sehr durchschnittlich und teilweise auch viel zu dunkle Bildqualität kaum zur Geltung. Da würde ein restauriertes Master Abhilfe schaffen und den Film zumindest in den Actionmomenten aufwerten.

Fazit: Solider Durchschnitt mit viel harter Action.

Infos:

O: Ying lun yuet jin

HK 1991

R: Cindy Chow Fung, Simon Yeung Siu Gwong

D: Yammie Lam Kit-Ying, Ben Ng Ngai-Cheung, Alex Man, Phillip Ko Fei

Laufzeit der kanadischen LD: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 05.04.24

Fassungen: Mir lag die kanadische LD von Eternity Video & Film Inc. vor (in den USA von World Video vertrieben) = durchschnittliche Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs (für 90% der Dialoge), Uncut. Dürfte inhaltsgleich sein mit der HK-LD von Mei Ah. Alternativen: HK-VCD von WorldTrade Entertainment (Canto/Mandarin mit englischen Subs), HK-VCD von Mei Ah, VHS aus Südkorea (Audio und Subs unbekannt). Es gibt keine DVD, keine Blu-Ray, keine UHD und auch keine deutsche Fassung (Stand: April 2024).

Montag, 19. Juni 2023

Ghost Festival


Ghost Festival 

Story:

 

Sung Tzu Mou (Michael Chan Wai-Man) ist ein Gangster-Boss. Lam Gho Yui (Norman Tsui) ist ebenfalls ein Gangster-Boss, jedoch fährt er auch Taxi und bringt Frauen um, nachdem er sich an ihnen vergangen hat oder lädt dazu seine Jungs (mit Herpes Erkrankungen) ein. Die Gangster bekriegen sich. Warum ist nicht ganz klar. Die Geister der toten Frauen wickeln den King of ghosts (Lau Yat-Fan) um den Finger, damit sie auf Erden Rache üben können. Dazu soll Sung Hilfe von Inspektor Wong (Phillip Ko Fei) anfordern, um Lam zu kriegen…

 

Meine Meinung:

 

Ghost Festival ist ein erstmal sehr seltener Mitte der 80er Jahre HK-Film, der von einem kaum bekannten Produktionshaus inszeniert wurde (= unbekannt welches). Der Film hat auch keinen englischen On-Screen Titel, was ungewöhnlich ist (zumindest in der Fassung, welche ich sah). Der Cast um Michael Chan Wai-Man (V.I.P.), Norman Tsui (Blood Ritual) und Phillip Ko Fei (The Pier) machen Lust auf mehr. Das moderne Setting macht Lust auf mehr. Die Genres (Adult, Horror, Crime) machen Lust auf mehr. Die Tatsache, dass es den Film bisher wohl nur als total seltene VHS aus HK gibt (400 Euro), macht den Film ebenfalls interessant!

 

Zum Glück jedoch habe ich mir den Film (vor allem zu dem Preis) nie gekauft. Denn Ghost Festival ist nur mittelmässig und nicht wirklich ein guter Film für die Sammlung. Und dies sage ich als extrem grosser Fan von Namen wie Michael Chan Wai-Man, Norman Tsui oder Phillip Ko Fei. Die drei haben immerhin zusammen schon mehrfach gute Filme realisiert (The Club z.B.). Auch Co-Star Cheng Kei-Ying stand schon mehrfach mit Michael Chan Wai-Man vor der Kamera (in Filmen wie (Bravest Fist, The Delivery, The Kung Fu Kid, The Invincible Killer, The Handcuff, The Man from Holland), meist als sein Widersacher.

 

Ich habe nix gegen solche Filme, die Themen wie Action, Ghost-Setting, Schmuddel/Sleaze/Sex etc. miteinander verbinden. Aber in Ghost Festival war dies nun wirklich unausgegoren und teilweise wirr. Ich dachte oft, laufen hier zwei Filme nebeneinander ab? Dazu die schlechte Qualität des Prints. In den dunklen Nacht- oder Höllenszenen (oder Disco/Club) ist ja Mal gar nichts zu erkennen. Es gibt zu wenig Action und es gibt Längen. Cool war die hohe Anzahl Sex-, Nackt- und Sleaze-Szenen. Dafür gibt’s kaum Gore. Ich bin oft viel zu schnell zufriedenzustellen und habe keine hohen Erwartungen, aber Ghost Festival ist wirklich nicht gut geworden.

 

Der Humor war teilweise unpassend (die Herpes Typen, die sich beide an der Frau vergehen und danach ihre Finger beschnuppern) und einige Szenen wären zwar potenziell interessant (als ein Typ, wohl durch Magie, Skorpione erbricht und stirbt = aber so dunkel, dass praktisch nichts zu sehen), werden aber durch hier und da schlechtes Schauspiel zunichte gemacht (als die zwei Geister-Frauen Michael Chan Wai-Man erscheinen ist sein Schauspiel sehr mässig und unfreiwillig komisch). 

 

Überrascht war ich über Norman Tsui: der spielt nämlich einen Frauen vergewaltigenden, tötenden und zerstückelnden Serienkiller (und Gangsterboss?). Ein Link zum echten Serienkiller Lam Kor-wan, dessen Taten bereits in Dr. Lamb (1992) und Hong Kong Butcher (1983) verfilmt wurden. Da hat Lo Kei (Unreal Dream) schon besser geliefert (Bruce Lee The Invincible)…

 

Fazit: Kein Must See Titel!

 

Infos:

 

O: Leng Xie Tu Fu

 

HK 1985

 

R: Lo Kei

 

D: Michael Chan Wai-Man, Norman Tsui, Lau Yat-Fan, Phillip Ko Fei, Lily Chan Lee-Lee, Lau Ying-Lung, Cheng Kei-Ying

 

Laufzeit der Youtube Fassung: 89:13 Min.

 

Gesehen am: 04.05.23

 

Fassungen: Ich sah den Film auf Youtube = 89 Min. in Kantonesisch mit englischen Subs. Bin nicht sicher, ob es eine Kopie des HK-VHS (oder US-VHS von World Video) ist oder eine TV-Aufnahme. Es gibt auch einen in Vietnamesisch gesprochenen Print auf Youtube. Der scheint aber zensiert (nur 80 Minuten Laufzeit) und hat teilweise neue Musik (u.a. aus A Nightmare on Elm Street). Das US-VHS sah ich nur einmal und ist im Besitz eines Sammlers aus Deutschland. Der Preis hat mich aber immer abgeschreckt (400 Euro). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Mai 2023). 

 

Das US-VHS sieht aus wie folgt:

 



Dienstag, 8. März 2022

Toothless Vampires Review


Toothless Vampires

Story:

 

Durch eine Erbkrankheit hat eine Vampir-Familie (u.a. Lau Hak-Suen, Kong Oh-Oi, Hon Lai-Fan) keine Fangzähne und kann daher ihre Opfer nicht aussagen. An Blut zu kommen, ist schwer. Da sind sie an Dritte angewiesen und werden jedoch vertrieben. Danach versuchen sie als mobiles Blutspende-Team ihr Glück, als ihnen Zahnarzt (oder Zahnarzt-Helfer) Paul (Paul Che Biu-Law) ins Auge springt. Sie laden ihn zu sich nach Hause ein und versuchen nach erfolglosen Plänen, ihn auszusaugen, dessen Hilfe in Anspruch zu nehmen: er soll ein Stahlgebiss kreieren, damit sie damit den Opfern Blut aus den Venen saugen können. Ein weiblicher Hippie (Rosalind Chan Yee-Hing) und ein Priester (Lau Yat-Fan) im Rollstuhl eilen Paul zu Hilfe…

 

Meine Meinung:

 

Toothless Vampires ist ein seltener und wenig bekannter Vampir-Film bzw. eine 80er Jahre Vampire Komödie aus Hong Kong. Der Film, der in einigen Datenbanken nicht Mal gelistet ist (ofdb) und wo sich Reviews zu schwer finden lassen, liegt zudem selten mit verständlichen Subs vor (nur die VHS aus Taiwan soll englische Subs haben).

 

So wird man Toothless Vampires sicher nicht gerecht, wenn man sich als Fan eine nicht untertitelte Version anschaut. Aber was soll man manchen? Ich bin überzeugt, dass der Film mit verständlichen Subs noch lustiger wäre, als er so schon ist. Trotz fehlenden Subs fand ich gefallen an Toothless Vampires. Es ist ja nicht so, als ob Toothless Vampires der erst Film ist, welchen ich ohne Subs schaue. Aber eben – wenn es die Filme nicht anders gibt, ist es halt so. Als Fan möchte ich auch solche Titel nicht missen…

 

Alles, was mit Mr. Vampire und Co. zu tun hat (die ganzen Nachzügler) sind potenziell interessant und werden gesichtet. Toothless Vampires ist vor allem eine Komödie und nur schon die Ausgangslage fand ich herrlich amüsant und originell: eine Vampirfamilie, die ihre Opfer nicht beissen und aussaugen kann! Dazu gibt es reihenweise HK-Humor zu sehen (sexistisch, übertrieben, Urin). Nicht jeder Joke sitzt, aber es gibt genug Humor, den man erkennt und wahrnimmt, fehlende Subs hin oder her.

 

Auch dem Plot kann man nach einer Weile gut folgen. Nicht jedes Motiv ist klar (spielt Paul Che nun einen Zahnarzt oder einen Zahnarzt-Helfer oder den Sohn eines Zahnarztes und wer genau ist die Hippie-Frau), aber das tut dem Unterhaltungswert keinen Abbruch. Was den Cast angehen, wurde auf mir unbekannte Namen gesetzt. Ich kenne keinen der Namen. Regie führt Tony Lou Chun-Ku (The Haunted Madam, Devil Hunters, Dreaming the Reality), in Taiwan geboren und später für Cathay und Shaw Brothers arbeitend (The Master, Bastard Swordsman, Return of the Bastard Swordsman).

 

Der Cast besteht aus Stars wie Paul Che Biu-Law (Port of Call, The Big Deal), Rosalind Chan Yee-Hing, Lau Hak-Suen, Kong Oh-Oi (The Teenager's Nightmare, The Bamboo House of Dolls) oder Lau Yat-Fan (The Invincible Killer, Killer of Snake, Fox of Shaolin). Vor allem Paul Che war amüsant und auch die Mädels. Paul Che ist sogar heute noch aktiv (z.B. spielt er in Coffin Homes mit = der auf der Wunschlist steht). Was beim Humor auffallend war, nebst amüsantem und sehenswertem Finale, waren viele Tanz- und Musikeinlagen, welche einige der Highlights ausmachten.

 

Fazit: Wer gerne HK Vampir/Ghost-Komödien aus den 80ern schaut, macht mit dem seltenen Toothless Vampires alles richtig!

 

Infos:

 

O: Wu ya jiang shi

 

HK 1983 (hkmdb) / 1987 (imdb)

 

R: Tony Lou Chun-Ku

 

D: Paul Che Biu-Law, Lau Hak-Suen, Kong Oh-Oi, Hon Lai-Fan, Rosalind Chan Yee-Hing, Lau Yat-Fan

 

Laufzeit der US-VHS: 87:50 Min.

 

Gesehen am: 01.01.22

 

Fassungen: Mir lag das US-VHS von World Video vor = O-Ton Canto, durchschnittliche Bildqualität, Vollbild, keine Subs. Alternativen: HK VHS von Universe (Canto, keine Subs), HK LD von Citymax (Canto, keine Subs) oder das VHS aus Taiwan von New Ship (hat englische Subs ist aber Dubbed in Mandarin). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2022).

Samstag, 30. Oktober 2021

Shocking! Review

 Horroktober 2021

Shocking!

Story:

In einem Haus, in welchem sich in Vergangenheit tragische Schicksalsschläge ereigneten (Suizid, Morde, japanische Besetzung etc.), wird eine neu eingezogene Familie von Geistern heimgesucht…

Meine Meinung:

Shocking! ist ein weiterer unbekannter 80er Jahre Gruselfilm aus Taiwan wie ähnliche Filme à la The Old Lock, Born in Coffin, Who's the Ghost in the Sleepy Hollow?, A Haunted House, Keep Out of Danger oder The Mid-Night. Ich würde sagen, dass Shocking! zusammen mit The Mid-Night die anderen erwähnten Filme qualitativ übertrifft.

Obwohl ich dem Inhalt und den Motiven nicht 100% gerecht werde, da die Fassung nur in synchronisierter Form (Kantonesisch) und ohne Untertitel vorlag, kann ich behaupten, dass der Plot wenig originell, nicht neu und teilweise ans US-Kino der Zeit erinnert. Spezifisch der Backwood-Film (Blutgericht in Texas) oder der Slasher Streifen (Und wieder in Freitag der 13.) kommen mir den Sinn, da es 08/15 Szenen gibt, in denen randständige, leicht zurückgebliebene Personen im Film vor dem Haus (und dessen Fluch) warnen.

Warum ist Shocking! also besser als andere erwähnte Gruselfilme aus Hong Kong oder Taiwan? Zwei Gründe sind es: es ist fast immer was los. Wenig Längen. In anderen Filmen dieser Art wartet man, wenn man Pech hat, bis ins Finale, bis Mal was passiert. Nicht so hier. Zudem versucht der Film mehr westlich zu wirken d.h. die Umsetzung wirkte ernster und bot verhältnismässig wenig Klamauk. Teilweise hat der Film auch an Poltergeist erinnert.

Etwas, was auch half, war die verhältnismässig solide Bildqualität. Die war in anderen Filmen dieser Art teilweise massiv schlechter (auch wenn alle schlecht sind, da nur schon stark beschnitten von 2.35:1 zu Vollbild = es geht massiv viel Bildmaterial verloren. In einer Szene in Shocking! sehen wir Büsche miteinander reden, da die Personen quasi weggeschnitten sind durch das Vollbild…).

Regisseur Yao Feng-Pan war als Grusel-Regisseur bekannt. Viele der oben genannten Filme stammen von ihm und wenn seine Filmographie berücksichtig wird, kommen da noch unzählige andere potenziell interessante Horrorfilme aus Taiwan dazu: Ghost Rapist, Nightmarish Highway, Love with Cloud, Scary Devil, Horror Inn, The Song In Midnight, Ghost Under the Cold Moonlight, The Blue Lamp in Winter Night oder All in the Dim Cold Night.

Mit Doris Lung Chun-Erh spielt dann zumindest auch ein bekannter Martial Arts Name mit. Sie sah man Film im taiwanesischen Kung-Fu-Kino zu jener Zeit. Meist wirkte sie in klassischen Geschichten und Filmen mit wie Shaolin Wooden Men, The 18 Bronze Girls of Shaolin, Shaolin Heroes, The Silver Spear oder Seven Men of Kung-Fu (Review noch nicht Online) plus viele ungesehene Filme meiner Sammlung (The Invisible Terrorist, A Brave Girl-Boxer in Shanghai, The Adventure of the "Heaven Mouse", Eunuch of the Western Palace).

Nebst der Tatsache, dass der Film weniger Längen als andere Filme dieser Art hat und weniger Längen, kommen auch einige schicke Effekte nicht zu kurz: das Motiv der Axt als Mordwaffe kommt in vielen Alptraum (Visionen) vor inklusive blutigen Morden. Dies in Abwechslung mit den typischen Ghost oder Szenen à la Poltergeist machen den Grusel und Schrecken effektiver und sehenswerter. Was Effekte-Kreationen angehen sei an dieser Stelle auch verweste Leichen mit Würmern und Wunden erwähnt (plus einen Frosch, der zerhackt wird = wohl Tiersnuff).

Fazit: Wer obskure, unbekannte Gruselfilme aus (Taiwan oder Hong Kong) den 70ern/80ern mag, kommt um Shocking! nicht herum! Einer der besseren seiner Art!

Infos:

O: Gui wu jin di

Taiwan 1981

R: Yao Feng-Pan

D: Doris Lung Chun-Erh, Chun Fung, Fang Cheng, Fuh Bih-Huei, Chin Tu

Laufzeit des US-VHS: 79:00 Min.

Gesehen am: Okt. 2021

Fassungen: Mir lag das US-VHS von World Video vor = Kein O-Ton sondern nur eine Dub Fassung (Kantonesisch statt Mandarin), keine englischen Subs, Vollbild, solide bis gute Bild- und Tonqualität. Jedoch ist das Vollbild schlecht, da massiv viel Bildmaterial verloren geht. Im Abspann fehlen ganze Namen, in anderen Szenen wo zwei Personen miteinander reden sieht man die Personen nicht, sondern nur einen Busch und die Stimmen der Personen. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Okt. 2021).