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Donnerstag, 5. Februar 2026

Love Unto Waste

Love Unto Waste

Story:

Tony Cheung (Tony Leung Chiu-Wai) und drei Freundinnen (Elaine Jin, Irene Wan Pik-Ha, Tsai Chin) geniessen das Party-Leben in Hong Kong in vollen Zügen. Alle Frauen buhlen um Tony. Erst als eine ihrer Freundinnen tot aufgefunden und Inspektor Lan (Chow Yun-Fat) zu ermitteln beginnt, wird das Leben zur Spassbremse...

Meine Meinung:

Als 88 Films den Mitte der 80er Jahre HK-Film Love Unto Waste auf Blu-Ray angekündigt haben, war ich überrascht. Ein Film, dessen Titel ich zuvor noch nie wahrnahm. Angeblich ein gefeierter New Wave-Film mit Mystery-Inhalten und mit einem Cast um damalige Rookies wie Tony Leung Chiu-Wai (People’s Hero, My Heart Is That Eternal Rose, Butterfly Sword) oder den späteren Superstar Chow Yun-Fat (Long Good Bye, Full Contact, The Story of Woo Viet). Da musste ich natürlich zuschlagen. Gleichzeitig fragte ich mich, ob sich ein solcher Nischenfilm lohnt. Von den Verkaufszahlen und so.

Love Unto Waste hat mir leider gar nicht gefallen. Warum Regisseur Stanley Kwan ein so grosses Aufsehen geniesset (New Wave und Arthouse Vibes), kann ich mir wirklich nicht erklären. Auch sein Ghost-Film Rouge, mit welchem er Erfolge feierte, fand ich überbewertet und blieb nur knapp in der Sammlung. Und abgesehen davon gelang ihm sonst gar nichts. Der Film wird seinem New Wave/Arthouse-Ruf nicht gerecht und die vielen Normierungen an den HK-Film Awards (1987) sind meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Der Film und Plot inklusive dessen Verlauf waren zu sinnlos, zu lahm und zu selbstverliebt. Da wollte Stanley Kwan etwas schaffen, was anderen Regisseuren gelang (z.B. Patrick Tam mit seinem Nomad). Die Dramatik und der Verlauf des Plots fesseln und führen zu nichts (vor allem der Plot). Mystery-Inhalte (davon sprechen Filmdatenbanken und sogar das Back-Cover der UK-Blu-Ray) gibt es auch keine zu sehen.

Der Film hat nur drei gute Szenen: Tony Leung Chiu-Wai kotzt über Billie, Chow Yun-Fat verteilt eine Ohrfeige und sorgt für Ruhe und Chow Yun-Fats Heil Hitler Szene (hat Regisseur Stanley Kwan kurz vorher Let Sleeping Corpses Lie gesehen?). Die Figuren waren alle unsympathisch. Als Zuschauer war mir dessen Schicksal egal und gleichgültig. Chow Yun-Fat nahm ich seine Rolle nicht ab.

Fazit: Kommt im Gegensatz zu Rouge nicht in die Sammlung!

Infos:

O: Deiha tsing

HK 1986

R: Stanley Kwan

D: Tony Leung Chiu-Wai, Elaine Jin, Irene Wan Pik-Ha, Tsai Chin, Chow Yun-Fat

Laufzeit der UK-Blu: 98:19 Min.

Gesehen am: 05.02.26

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von 88 Films vor = Schuber, Wendecover, Uncut, O-Ton, englische Subs, exzellente Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2026). Das US-VHS von Tai Seng zeigt die überraschende Szene mit Chow Yun-Fat und dem Hitlergruss (siehe Bild unten). 

No Other Choice

 

No Other Choice

Story:

Ehemann und Vater Man-soo (Lee Byung-hun) verliert nach 25 Jahren seinen Job. Trotz Bewerbungen steht er auch ein Jahr später noch ohne Job da und arbeitet als «Aushilfe» im Supermarkt. Dies hat negative Folgen für seine Familie. Danach fasst Man-soo einen radikalen Plan, um eine Stelle zu bekommen und die Konkurrenz «abzuschütteln»…

Meine Meinung:

No Other Choice ist der neuste Film von Old Boy Regisseur Park Chan-wook (Sympathy for Mr. Vengeance, Sympathy for Lady Vengeance, The Handmaiden, Joint Security Area). Die Prämisse des Filmes hörte sich vielversprechend an. Daher ging ich doch mit einer gewissen Vorfreude ins Kino. Leider konnte mich der Film jedoch nicht abholen. Ganz überrascht bin ich dennoch nicht, da ich allgemein kein wirklich grosser Fan von Park Chan-wook bin (Ausnahme: Old Boy). Ansonsten finde ich die Mehrheit seiner Filme überbewertet. Optisch meist schick, aber sonst relativ zäh und lahm.

Das trifft auch auf No Other Choice zu, der es in der Schweiz sogar ins reguläre Kinoprogramm geschafft hat. Das hatte ich nicht erwartet und das gefiel. Der Film ist bombastisch gefilmt worden. Extrem schöne Bilder, spezielle und innovative Kameraeinstellungen, wunderschöne Bilder und Optik. Die Machart und Inszenierung des Filmes (Ton und Musik) sind ein Genuss, sieht der Zuschauer von einer CGI-Schlange in einer einzelnen Szene ab. Ggf. könnte schon fast von einem Style over Substance Faktor gesprochen werden.

Der Film sieht nicht nur fantastisch aus, sondern ist auch unglaublich gut gespielt. Besonders die Hauptfiguren waren sehr überzeugend. Da geben Lee Byung-hun (A Bittersweet Life, I Saw the Devil) und Son Ye-jin einfach alles. Eine der besten Szenen war die Kostümparty, die fast in einem Drama endet. Aber auch die Nebenfiguren sind alle toll gecastet und überzeugen in ihren Rollen. Zudem gibt es schöne Herbst-Bilder zu sehen. Die lassen Wild Vibes aufkommen, was ich als Wild-Liebhaber (Link 1, Link 2, Link 3) von der Stimmung, die diese Szenen generiert haben, sehr mochte.

Leider bewegt sich der Plot zunächst kaum vom Fleck und der Film weiss nicht, was er eigentlich sein möchte. Ich hätte den Inhalt und dessen Verlauf auch anders erwartet. Da hatte ich vor der Sichtung falsche Erwartungen. Da der Film eine Laufzeit von über zwei Stunden aufweist, wurde die Sichtung auf Dauer zäh und zuweilen auch sehr langweilig. Es braucht viel Sitzfleisch. Und die «Actionparts» sind dabei rar und selten. Und viele der "lustigen Szenen" waren nicht leider nicht wirklich lustig (die wenigen Zuschauer haben kaum bis nie gelacht).

Fazit: Optisch stark, inhaltlich schwach. Fans von Park Chan-wook können dennoch einen Blick riskieren…

Infos:

O: Eojjeol suga eopda

Südkorea 2025

R: Park Chan-wook

D: Lee Byung-hun, Son Ye-jin, Park Hee-soon, Lee Sung-min, Yeom Hye-ran

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 139 Min.

Gesehen am: 05.02.26

Fassungen: In Bern im Kino gesehen = Uncut, O-Ton, deutsche Subs. Soll Ende Mai in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.

Lion Man

Lion Man

Story:

Ein König wird ermordet. Dessen Sohn Süleyman (Cüneyt Arkin) wird im Wald versteckt und wächst zusammen mit Löwen auf. Als Erwachsener schwört Süleyman an den Mördern seines Vaters, die nun die Welt regieren, Rache…

Meine Meinung:

Lion Man bekam ich geschenkt. Es handelt sich um einen Mitte der 70er Jahre Film aus der Türkei mit dem fleissigen Cüneyt Arkin in der Hauptrolle. Da ich Turkish Star Wars mit Cüneyt Arkin unglaublich toll fand, freute ich mich auf die Sichtung von Lion Man, auch wenn ich nie das Ausmass an Fantasy und Verrücktheit aus Turkish Star Wars erwartet habe. Dass die Fassung jedoch nur in Englisch vorlag, hat meine Vorfreude etwas getrübt. Die Vertonung der Fassung tat ihr übriges dazu (mehr unter Fassungen).

Aber auch abgesehen von diesen zwei Details empfand ich den Streifen, der an Ital. Sandalenfilme und Tarzan erinnert, als leicht enttäuschend. Zwar gibt es ab einem gewissen Zeitpunkt viel Action in Form von Kämpfen, aber diese sind relativ repetitiv, lahm, unspektakulär und harmlos ausgefallen. Richtige Effekte gibt es eigentlich fast nur im Finale zu sehen (Tötungsszene des Hauptbösewichtes). Ansonsten gibt es hier und da etwas rote Farbe als Blut zu sehen, aber nichts, was vom Hocker haut. Cüneyt Arkin hat seine Sache aber gut gemacht und seine Krallen erinnerten ans Kung Fu-Genre. Ich denke, davon wurde der Film z.T. sichtlich auch beeinflusst.

Das Interesse während dem Schauen wurde kleiner und kleiner und wirkliche Freude kam selten auf. Dennoch ging die Zeit vorbei. Ich denke, in Türkisch oder sogar Deutsch wäre der Film möglicherweise besser gekommen. Oder wenn andere Musik benutzt worden wäre. Die Musk war nämlich leider praktisch das Schlechteste am ganzen Film: diese empfand ich als total unpassend, billig und sehr nervend. Und leider auch sehr repetitiv. Und wenn die Musik den Zuschauer schon vergrault, dann kann der Inhalt noch so gut sein (und das war der halt auch nicht). Und leider sind die anderen Charaktere relativ öde, so dass dem «Lion Man» auch ein ebenbürtiger Gegner fehlt.

Fazit: Geschmackssache. Fans von Cüneyt Arkin können einen Blick riskieren, ich hingegen bleibe in Zukunft bei Turkish Star Wars!

Infos:

O: Kilic aslan

Türkei 1975

R: Natuk Baytan

D: Cüneyt Arkin, Bahar Erdeniz, Yildirim Gencer, Cemil Sahbaz, Reha Yurdakul

Laufzeit der Fan Edition: 85:35 Min.

Gesehen am: 04.02.26

Fassungen: Gesehen via Turkish Fan Project = sehr gute Bild- aber leider sehr schlechte Tonabmischung = Dialoge sehr leise, Geräusche und Musik gleichzeitig viel zu laut, leider nur in Englisch (der käme in Türkisch oder Deutsch sicher besser). Gibt es in Deutschland sogar von MT Films / Cargo Records auf DVD (Deutsch/Englisch). Im Ausland (USA, UK) gibt es auch Blu-Ray Fassungen. Diese sollen aber zensiert sein und der türkische O-Ton fehlt. Laut AI sollen bei den Blu-Ray Prints 17 Sekunden an Kämpfen fehlen, da ein 35mm Print benutzt wurde, wo diese 17 Sek. fehlen. Angeblich soll der Film früher 109 Minuten gelaufen sein. Solche Fassungen finde ich jedoch nicht. Die gängigen Fassungen laufen ca. 85 Minuten. Gut möglich, dass nur Handlung fehlt.