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Mittwoch, 13. Mai 2026

Stadt des Bösen

Stadt des Bösen

Inhalt:

«Der gewaltige Kampf zwischen Gut und Böse, von dem Barker in «Jenseits des Bösen» erzählt, ist aufs neue entbrannt. Schauplatz der furchtbaren Konfrontation mit den Mächten der Finsternis ist Everville, ein geheimnisvoller Ort der Magie und der Mysterien, wo Vergangenheit, Gegenwart und Traumwelt auf wunderbare Weise ineinander verschmelzen. Everville öffnet die Türen zu einer neuen Realität, die voll phantastischer Möglichkeiten ist - ein Reich der Mythen und Abenteuer, der Schrecken und Visionen.»

Meine Meinung:

Jenseits des Bösen war einer der besten Romane, welchen ich in den letzten Monaten gelesen habe. Umso schöner war es, als ich sah, dass es eine Fortsetzung namens Stadt des Bösen gab. Dieses begann ich kurz vor meinem Trip nach London zu lesen und habe ich nun vorletzte Nacht auf der Arbeit (ich arbeite als Nachtwache) beendet. Stadt des Bösen hat mir genauso gut gefallen wie der Vorgänger. Da die Figuren bekannt sind, wirkte das Lesen wie ein Klassentreffen mit alten Bekannten. Es kommen jedoch auch neue Figuren dazu.

Austragungspunkt der neuen Geschichte ist die Stadt Everville (übrigens auch der Originalname des Romans). Der Roman beginnt fesselnd. Der Inhalt ist spannend. Als Leser fiebert man den diversen Parteien mit. Der Inhalt ist sehr phantastisch. Es geht erneut um die Magie, die Kunst und die Essenz. Es wird diesmal mehr Zeit in der Essenz verbracht als im ersten Roman. Ich mag Kleinstadt-Settings und obwohl der Film auch andere Orte beleuchtet, findet die Mehrheit der Handlung ist der Kleinstadt, wo jeder jeden kennt, statt. Und das mag ich. Zudem bekommt die Figur Harry D'Amour auch mehr Zeit eingeräumt (der ist in Lord of Illusions die Hauptfigur = motiviert, den Film aufzufrischen).

Die neuen Figuren sind auch sympathisch. So auch die neuen Bösewichte. Zudem werden einige Geheimnisse gelüftet, die ich so nicht erwartet hätte. Der Roman, die Beschreibungen der Kreaturen und/oder der zwei Welten ist sehr fantasievoll. Wer solche magischen «Märchen» mag, kommt mit Stadt des Bösen voll auf seine Kosten. Der Roman endet zwar mit einem Art Happy End, aber auch offen. Diverse Schicksale sind ungeklärt und der Kampf von Gut gegen Böse ist definitiv noch nicht zu Ende erzählt. Clive Barker sieht sein Werk als Trilogie an. Der dritte Band ist leider noch nicht geschrieben, und das obwohl Stadt des Bösen nun schon ca. 30 Jahre alt ist. Der Roman hat mich auch motiviert, Barkers Gewebte Welt aufzufrischen. Das habe ich letzte Nacht zu lesen begonnen und freue mich, erneut in eine märchenhafte Fantasywelt eintauchen zu können!

Fazit: Lesenswert!

Infos:

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Heyne

Anzahl Seiten: 779

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Clive Barker

Erschienen: 2. Auflage 1995 (Deutsche Erstausgabe)

Samstag, 4. April 2026

Blutige Nachrichten

Blutige Nachrichten

Inhalt:

«Vier neue Kurzromane von Stephen King.

Als Detective Ralph Anderson den Umschlag öffnet, findet er einen USB-Stick mit der Aufschrift Blutige Nachrichten, offenbar eine Anspielung auf die Journalistenregel, dass blutige Nachrichten sich gut verkaufen. Darauf gespeichert ist ein Audiobericht von Holly Gibney. Sie klingt atemlos.

Ich habe mein Bestes getan, Ralph, nur reicht das vielleicht nicht. Trotz meiner ganzen Planung besteht die Chance, dass ich die Sache nicht überlebe. Falls ich sterbe und du fortführen willst, was ich begonnen habe, pass bitte auf. Du hast Frau und Sohn.»

Meine Meinung:

Blutige Nachrichten von Stephen King (Im Kabinett des Todes, Menschenjagd, Stark - The Dark Half) präsentiert vier neue Kurzgeschichten. Zwei davon wurden mittlerweile verfilmt (The Lift of Chuck als Kinofilm und Mr. Harrigans Telefon als Netflix-Serie).  Ich kaufte den Roman vor allem wegen der titelgebenden Story Blutige Nachrichten, da es hier ein wiedersehen mit Holly gibt. Holly ist eine fiktive Figur, die Stephen King ans Herz gewaschen ist.

Daraus resultierten die Romane Mr. Mercedes, Holly sowie Der Outsider inklusive sehenswerter TV-Serien (zumindest die 1. Staffel von Mr. Mercedes war toll und The Outsider war ebenfalls klasse). Irritierend war, dass Holly in der Outsider TV-Serie schwarz war, während sie in Mr. Mercedes weiss war. Zumindest nach dem Lesen von Blutige Nachrichten kann gesagt werden, dass Hollys Hautfarbe definitiv weiss ist. Der Roman als ganzes hat mich eher enttäuscht.

Das lag vor allem an den ersten zwei Geschichten.  Mr. Harrigans Telefon fand ich langweilig, repetitiv und nervend. Da werde ich mir auch sicher die TV-Serie nie ansehen. Auch die zweite Episode fand ich schwach. Zwar fängt die mysteriös und auf eine Art und Weise auch spannend an, aber Antworten gibt es nie. Also auch keine wirkliche Auflösung. Und da ich keine Person bin, die gerne das Tanzbein schwingt, empfand ich die viele Tanz-Passagen als uninteressant. Die Story war nicht ganz so schwach wie Mr. Harrigans Telefon, aber ich war froh, als sie zu Ende war.

Blutige Nachrichten war die beste der vier Geschichten. Ich fühlte mich an ein Klassentreffen erinnert und die Figuren bedürften kleine lange Einleitung. Natürlich gibt es Links und Querverweise zu Der Outsider und Mr. Mercedes. Die beiden Romane sollten zuerst gelesen werden. Dann Blutige Nachrichten und als letztes Holly. Einige der familiendramatischen Inhalte hätten etwas gestrafft werden können wie auch einige politische Seitenhiebe seitens Stephen Kings (in der er seine persönliche, politische Meinung einbringt). Aber abgesehen davon war das gradlinige, solide und fesselnde Krimi-Unterhaltung mit Figuren, die dem Leser bereits zuvor ans Herz gewachsen sind.

Die letzte Geschichte namens Ratte war dann auch gut. Die war spannend, kurzweilig und amüsant. Zwar bleiben danach Raum für Interpretationen (King geht im Nachtwort u.a. drauf ein), dennoch habe ich diese Geschichte am schnellsten gelesen (zwei lange Zugfahrten). Blutige Nachrichten nahm von den Seitenzahlen am meisten Platz ein. Von den vier Geschichten Mr. Harrigans Telefon, Chucks Leben, Blutige Nachrichten sowie Ratte sind zumindest die zwei letzten lesenswert. Wobei das noch immer Geschmackssache ist…

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Heyne

Anzahl Seiten: 573

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Stephen King

Erschienen: 2. Auflage 08/2021

Dienstag, 17. Februar 2026

Jenseits des Bösen

Jenseits des Bösen

Inhalt:

Randolph Jaffe (später der Jaff genannt) arbeitet in einem Postzentrum und kommt einer mysteriösen, möglichen Verschwörung um einen Geheimkult und einem magischen Geheimnis «die Kunst» betreffend, auf die Spur. Er tut sich mit dem Wissenschaftler Richard Fletcher zusammen. Dieser erschafft den Nuncio, der beide verändert. Randolph Jaffe will mit der Macht des Nuncio Böses bewirken, während sich Fletcher ihm entgegenstellt. Ein Kampf folgt, dessen Fortsetzung in der Stadt Palomo Grove und mit den Kindern von Flechter und Jaffe weitergeführt wird…

Meine Meinung:

Jenseits vom Bösen, dessen Originaltitel The Great and Secret Show lautet, wurde mir von einem Freund empfohlen.  Ich war erstaunt, dass der Roman von Clive Barker (Die Bücher des Blutes IV-VI, Cabal, Gewebte Welt, Hellraiser, Nightbreed, Die Bücher des Blutes I-III) nicht mehr erhältlich war d.h. nach Veröffentlichung im Januar 1990 erfolgte später keine neue deutschsprachige Auflage. Das ist schon speziell. Speziell ist auch, dass der Roman, zumindest in der deutschsprachigen Ausgabe, keine Zusammenfassung bzw. Inhaltsangabe bietet. So wusste ich gar nicht, um was es bei diesem Roman ging.

Ich begann daher voller Überraschung mit dem Lesen. Und ähnlich wie Clive Barkers Gewebte Welt ist Jenseits des Bösen ein absolut komplexes Werk voller fantastischer Inhalte, welches sich über mehrere Jahrzehnte und Welten und mit einer grossen Anzahl von Figuren befasst. Das macht das Lesen, vor allem zu Beginn, nicht immer leicht verständlich, da der Leser bei der Sache sein muss. Es lohnt sich auch, keine grösseren Pausen beim Lesen einzulegen und sich auf dem Plot zu fokussieren. Es nach einer gewissen Zeit, kristallisiert sich mehr und mehr eine Art Haupthandlung heraus.

Ich fand den Inhalt absolut faszinierend, fesselnd, episch, märchen- und fantasievoll. Für mich stellt Jenseits des Bösen zusammen mit Gewebte Welt die bisher beste Arbeit von Clive Barker dar, welche ich bis dahin gelesen habe. Auch besser als seine Werke, die später verfilmt wurden (z.B. Cabal oder Hellraiser). Letztere finde ich sogar auf eine Art und Weise, zumindest als Romane, überbewertet. Da fand ich die Filme schon immer besser, vor allem Hellraiser. Jenseits des Bösen ist packend und lohnt sich, entdeckt zu werden. Es lohnt sich, dran zu bleiben und nicht entgeistert aufzuhören, nur weil der Inhalt sonderbar, komplex und vielleicht zuerst kompliziert anmutet.

Was ich erst nach dem Lesen erfuhr ist die Tatsache, dass es sich bei Jenseits des Bösen um den ersten Band der «Buch der Künste» Trilogie handelt. Dessen Fortsetzung habe ich soeben bestellt. Der dritte und letzte Band hingegen ist noch nicht geschrieben. So freue ich mich auf die Fortsetzung. Ob diese den hohen Qualitäts-Standard weiterführen wird? Es bleibt zu hoffen! Clive Barker Fans sollten sich Jenseits des Bösen unbedingt auf ihre Wunschliste setzen! Es lohnt sich!

Gefolgt von: Stadt des Bösen

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Heyne

Anzahl Seiten: 713 Seiten

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Clive Barker

Erschienen: 01.01.90 (Deutsche 1. Auflage) (Das Original erschien 1989).

Samstag, 22. November 2025

Holly Roman Besprechung

Holly

Inhalt:

«SOBALD MAN MEINT, MAN HÄTTE DAS SCHLIMMSTE GESEHEN, WAS MENSCHEN ZU BIETEN HABEN, STELLT MAN FEST, DASS MAN SICH GEIRRT HAT. DAS BÖSE IST EINFACH GRENZENLOS.»

Meine Meinung:

Holly ist eine ursprüngliche Nebenfigur der Romane Mr. Mercedes (plus Fortsetzungen) sowie Der Outsider. Stephen King fand an ihr solchen Gefallen, dass er ihr in Holly einen eigenen Roman widmete. Den habe ich nun gelesen und komme zum Fazit, dass mir Holly im Grossen und Ganzen etwas weniger gut als Mr. Mercedes sowie Der Outsider gefallen hat. Das lag an diversen Dingen, die mich am Roman etwas gestört haben.

Einige Dinge waren meiner Meinung nach unnötig und hätten inhaltlich weggelassen werden können (Tod von Hollys Mutter). Das trug nichts zur Story bei, sondern hat den Roman nur auf Seitenanzahl gebracht. Die Szenen haben immer wieder Risse in den eigentlichen Verlauf des Plots gerissen. Was mich auch störte war die Tatsache, dass Holly am Ende gerettet werden musste. Dass einige der Nebenfiguren in den Hintergrund geraten (Jerome Robinson) fand ich auch schade. Stattdessen bekommt dessen Schwester einen viel wichtigeren Sub-Plot, dessen Inhalte mich am Anfang auch wenig gefesselt haben.

Weiterhin störte mich die Verschmelzung von politischen Ansichten von King, der fiktiven Story und realen Ereignisse wie der Corona-Krise. Welche politischen Ansichten ein Künstler verfolgt, hat mich als Leser nicht zu interessieren. Ich will mich vom Künstler abgrenzen. Es gibt viele Künstler, die Dreck am Stecken haben (Klaus Kinski, Roman Polanski), aber dessen Werke dennoch für sich gesehen eindrücklich sind. Was Künstler privat für Ansichten haben, hat mich nicht zu interessieren. Das immer wieder zwischen den Zeilen lesen zu müssen, sah ich als negativ an. King geht dazu nach dem Roman noch ein und erklärt sich.

Der Plot ist abgesehen davon interessant, wenn auch weniger schrecklich und böse, als erwartet. Zudem nicht unbedingt neu. Experimente, Kannibalismus, Mad scientist Motive. Wer das mag, wird Holly mögen. Ich mochte das alte Kannibalen Ehepaar und die Tatsache, wie sie sich intellektuell als was Besseres sehen und wie sie insgeheim von oben herab auf andere schiessen. Das fand ich amüsant. Zudem wird noch Bezug zu einem weiteren Stephen King Roman genommen, in dem Holly einen Fall bearbeitet. Das müsste Blutige Nachrichten sein. Den werde ich mir auf die Wunschliste setzen. Indem wird auch u.a. Bezug zu Der Outsider genommen.

Fazit: Schwächer als die anderen Romane mit Holly, aber noch immer gut lesbar und unterhaltsam!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Heyne

Anzahl Seiten: 636

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Stephen King

Erschienen: 3. Auflage 11/2024 (Ursprünglich 2023)

Donnerstag, 6. November 2025

Mr. Merceds

Mr. Merceds

Inhalt:

«Ein Mercedes S 600 rast in eine Menschenmenge. Es gibt viele Todesopfer; der Fahrer entkommt. Der Wagen wird später gefunden. Auf dem Beifahrersitz liegt eine Clownsmaske; das Lenkrad ziert ein grinsender Smiley. Monate später meldet sich der Massenmörder und droht ein Inferno mit Tausenden Opfern an.»

Meine Meinung:

Mr. Mercedes ist Stephen Kings Auftakt in der «Bill-Hodges-Serie» und stellt den «1. Band» dar. «Finderlohn» ist die Fortsetzung und der eigentliche Plot mit «Mr. Mercedes» endet erst in «Mind Control» (à la Patrick lebt). Die Buch-Reihe wurde als Mr. Mercedes als Serie verfilmt. Drei Staffeln. Die Serie sah ich mir an und mochte vor allem die 1. Staffel. Daher holte ich mir auch den Roman. Zum Vergleichen. In dem Roman kommt in der 2. Hälfte auch Holly vor, die Stephen King danach auch in Der Outsider einbaute. In Holly, einem Roman den ich als nächstes lesen werde, bekommt sie sogar ihre ganz eigene Geschichte als Hauptperson.

Mr. Mercedes hat mir auch als Roman gut gefallen. Die Serie wurde, um es auf eine ganze Staffel zu bringen, hier und da erweitert. Bill hat in der Serie nicht nur Jerome und Holly an seiner Seite, sondern auch eine Nachbarin. In der Serie hat er ein Haustier (Schildkröte), im Roman nicht. Desweitern bekommen auch Bradys Arbeitskollegen mehr Zeit in der Serie. Alles in allem wurde die Serie gut mit fiktiven Momenten aufgepeppt, die gut zum eigentlichen Plot passen. Das einzige Detail, welches in der Serie stört, war die Tatsache, dass Bill deutlich mehr ein selbst bemitleidender Alkoholiker ist, als er das im Roman ist. Schön zu sehen, dass das im Roman kaum eine Rolle spielt. Und das Finale (der Ort, wo es stattfindet), wurde für die Serie angepasst. 

Wer gerne Krimis und Thriller liest, die realistisch inszeniert sind (hier mehr True-Crime und Terroranschläge-Vibes), jedoch mit z.T. speziellen Figuren aus dem Stephen King Universum, wird mit Mr. Mercedes eine kurzweilige und spannende Lektüre vorfinden. Ob sich die Fortsetzungen lohnen? Das ist Geschmackssache. Da mir schon die Verfilmungen nur wenig zusagten, verzichte ich gerne auf die weiteren Romane…

Fazit: Stephen King Fans zu empfehlen!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Heyne

Anzahl Seiten: 590

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Stephen King

Erschienen: 6. Auflage 08/2019 (ursprünglich 2014

Freitag, 24. Oktober 2025

Der Outsider

Der Outsider

Inhalt:

«Ein unbeschreibliches Verbrechen. Eine Fülle an Beweisen. Ein überführter Unschuldiger. Zwei gegensätzliche Storys, die beide wahr sind.»

Meine Meinung:

Meine Schwester hat mir vor einiger Zeit die Serie The Outsider empfohlen. Basierend auf einem Stephen King Roman, von dem ich zuvor noch nie was gehört habe. Es handelt sich um eine HBO-Serie. Zehn Episoden und jede Folge läuft ca. eine Stunde. Ich mochte die Serie, bis auf dem Finale, welches mir zu Action geladen war und/oder zu sehr Es Vibes hatte. Aber im Grossen und Ganzen war es für mich als Stephen King Fan eine tolle und sehenswerte Serie. Angefixt durch die Serie Mr. Mercedes (auch basierend auf einer Stephen King Roman Trilogie) und den Vergleich zwischen The Long Walk (Film) und Todesmarsch (Roman) holte ich mir von The Outsider auch den Roman. Ich war total gespannt darauf, zu vergleichen.

Nachdem ich Todesmarsch zu Ende gelesen hatte, startete ich mit Der Outsider. Dieses hat eine stolze Laufzeit von 748 Seiten. Ich habe den Roman in ca. fünf Tagen durchgelesen. Ich empfand den Roman nebst The Stand, Es oder die Der Dunkle Turm Reihe als eine der besten Arbeiten von Stephen King. Zudem mochte ich es enorm, mit der Serie vergleichen zu können. Inhaltliche Änderungen und/oder mit den Bildern zu vergleichen, die ich vor dem geistigen Auge wahrnahm. Ich habe wenig Änderungen wahrgenommen. Zwei Dingen stachen mir ins Auge. 

Holly, eine Nebenfigur aus Mr. Mercedes, welche hier erneut auftaucht und später sogar ihrem eigenen Roman namens Holly bekam, ist im Roman weiss und in der Serie schwarz. Abgesehen davon wurde sie in der Serie ähnlich wie im Roman dargestellt. Die 2. grosse Änderung, welche mir auffiel, war vor dem Finale. In der Serie versucht der Outsider einen kleinen Jungen bei einem Stadtfestival zu entführen und wird gestört. Die örtliche Polizei sucht danach unsere Helden auf. Im Roman passiert das nicht. Und aus einer liebevollen Mutter (im Roman) wurde in der Serie ein Bruder.

Für mich war Der Outsider, obwohl ich wusste, was passieren würde, da ich die Serie schon sah, trotzdem sehr spannend, fesselnd, intensiv, unterhaltsam und abwechslungsreich. Mehrfach auch wirklich episch und einfach toll. Es war so schön, in diese Welt einzutauchen und mit den Figuren mitzufühlen. Die Figuren sind mehrheitlich durch und durch sympathisch und der Roman strotzt nur so vor Stephen Kings Vibes, welche ich auch in dessen Roman-Verfilmungen mag.

Mit anderen Worten: ein Must Have Roman für Stephen King Fans und wirkte als Gesamtwerk noch besser als die schon gelungene Serie! 

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Heyne

Anzahl Seiten: 748

Roman/Sachbuch: Sachbuch

Art: Taschenbuch

Autor: Stephen King

Erschienen: 8. Auflage 12/2019 (Ursprünglich 2018)

Mittwoch, 22. Oktober 2025

Todesmarsch

Todesmarsch

Inhalt:

«Die düstere Utopie des Horror-Kings über einen amerikanischen Militärstaat: Jedes Jahr am 1. Mai brechen einhundert 17-jährige Amerikaner zum Todesmarsch auf. Für neunundneunzig von ihnen gilt das wörtlich - sie werden nicht überleben. Der Sieger dagegen bekommt alles, was er sich wünscht…»

Meine Meinung:

The Long Walk, so der Originaltitel dieser Stephen King Geschichte, sah ich mir vor einigen Wochen im Kino an. Spielfilm = die Roman-Verfilmung. Den Roman selbst kannte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Den Film fand ich okay. Durchschnittlich. Für eine einmalige Sichtung geeignet, aber im Grossen und Ganzen nichts Spezielles. Mein Kumpel hingegen schwört auf den Roman und als ich gelesen habe, dass dem Film auch Veränderungen widerfahren sind (z.B. das Ende), war ich sehr neugierig darauf, zu erfahren, wie sich Film und Roman unterscheiden werden. Ich wollte vergleichen und kaufte mir den Roman.

Ich fand den Roman klar besser. Ich empfand den Roman als derber. Es wird sich für die Figuren mehr Zeit genommen. Das Leiden kommt intensiver zur Geltung. Der Verfall und das Leiden wird dem Leser nähergebracht und fühlt sich echter an, als im Film. Zudem mochte ich es, dass die Figuren im Roman mehr bereuen als im Film. Sie haben mehr Tiefe und bereuen, am Marsch teilgenommen zu haben. Zudem wird auch mehr auf animalische Triebe eingegangen, welche auch in dieser Nahtoderfahrung entsteht. Die pure Lust (auf nacktes Fleisch, Frauen, Nähe, Körper). Primitive Urinstinkte lodern auf. Das wird im Roman ja auch bildlich und inhaltlich dargestellt (die eine Zuschauern, welche sich auf dem Auto räkelt und sich anbietet oder die Erinnerungen der Hauptfigur an seine Freundin Jan).

Daneben hat mir auch das Ende im Roman besser gefallen. Es ist düsterer und böser. Und das entspricht meinem Geschmack. Ich fühlte mich beim Ende sofort an den französischen Film 5150 Elm’s Way und dessen Ende erinnert. In diesem flieht der Entführte nicht, sondern will in seinem Irrsein und nachdem er den Verstand verloren hat, freiwillig weiterspielen. So ähnlich ist es im Todesmarsch. Das Ende gefiel mir daher. Wie das Ende im Film verändert wurde, ist nachträglich reflektiert schade, aber halt kommerzieller und entspricht mehr dem Mainstream. Dass auch eine andere Figur gewinnt und dessen Hautfarbe noch verändert wurde, entspricht zusätzlich dem heutigen Zeitgeist. 

Das sah ich schon in anderen neuen Stephen King Serien. So die Figur Holly aus dem neuern King-Universum betreffend. In der Mr. Mercedes Serie (drei Staffeln) ist sie weiss, in der Serie The Outsider hingegen war sie schwarz. Das ist dann schon irgendwie schräg und unlogisch und vor allem eigentlich auch unnötig und verwirrend. Für den Plot in Todesmarsch spielt die Hautfarbe jedoch keine grössere Rolle. Es ist, sowohl im Film wie auch im Roman nicht klar, in welchem Jahr diese düstere Utopie handelt. Das, was im Film dem Roman am nächsten kommt, war die Darstellung von Barkovitch. Das haben die Produzenten im Film sehr authentisch hinbekommen.

Fazit: Für King Fans Pflichtlektüre!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Heyne

Anzahl Seiten: 374

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Stephen King (als Richard Bachman)

Erschienen: 12. Auflage (10/2013), ursprünglich 1979

Freitag, 29. August 2025

Bullinger - Eine Familiensaga

Bullinger - Eine Familiensaga

Inhalt:

«Eingebettet in die Familiensaga des Reformators Heinrich Bullinger, dem Nachfolger von Ulrich Zwingli, beleuchtet dieser historische Roman die Zeit vor und während der Reformation. Die Schilderungen umfassen wichtige Ereignisse wie die ersten Rufe nach Glaubensfreiheit durch die Täufer und deren Unterdrückung, die Italienfeldzüge, die Hexenverfolgungen, die Pestepidemien, die Entstehung der Landeskirchen. An allen diesen Ereignissen waren Mitglieder der Bullinger-Familie in irgendeiner Form als Priester oder als Krieger beteiligt. Der Roman gibt anhand der Biografie eines Clans einen spannenden Einblick in eine Zeit, welche unsere Gesellschaft bis heute prägt

Meine Meinung:

Auf Bullinger - Eine Familiensaga wurde ich durch die Freundin meines Vaters aufmerksam. Der Autor des Buches (Jérôme Sutter) ist ein Bekannter von ihr und nach einem Treffen brachte sie besagten Roman nach Hause. Er scheint den Roman einer Gruppe von Dritten vorgestellt zu haben. Ich hörte noch nie von Bullinger. Aber die Inhaltsanhabe machte mich neugierig. Ich mag Geschichten, die im «Mittelalter» Setting angesiedelt sind. Zudem ist es keine fiktive Geschichte, sondern eine historisch belegte Geschichte. Das fand ich spannend und interessant.

Inhalte wie Schlachten, Pest oder Hexenverfolgung finde ich spannend. Als ich die Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches las, kam mir sofort der Roman Walliser Totentanz in den Sinn. Den mochte ich auch und dieser basiert auch auf realen Personen, die dazumal lebten. Bullinger - Eine Familiensaga, welches als Buch gut in der Hand liegt (sehr wertig gebunden und gedruckt inklusive Abbildungen, Fotos, Stammbaum und Figurenverzeichnis), hat mir sehr gut gefallen. Es geht vor allem um das Thema Religionen und, und das sage ich aus Sicht eines Atheisten, die Schattenseiten des Glaubens (= Geld verdienen, seine Schäfchen klein halten, Kriege und die Reformation der Kirche).

Der Autor hat mit seiner sozialkritischen Bemerkung recht, dass das Thema leider auch heute noch aktueller denn je ist. Ich habe den Roman während sechs Nächten (ich arbeite als Nachtwache in einem Pflegeheim) regelrecht verschlungen. Der Roman hat mich bereits in den ersten Seiten gefesselt und ist gut geschrieben. Ich empfand den Inhalt als kurzweilig, spannend, unterhaltsam, fesselnd und auch historisch als interessant (und hier und da musste ich Schmunzeln). Es gibt viele Facetten und Hintergrundinfos, die ich geschichtlich nicht kannte. Die (wenigen) fiktiven Charaktere fügen sich gekonnt in die historischen Begebenheiten ein.

Fazit: Klare Empfehlung meinerseits!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Weber Verlag AG

Anzahl Seiten: 232

Roman/Sachbuch: Historischer Roman / Biografie 

Art: Gebunden

Autor: Jérôme Sutter

Erschienen: 19.09.24

Freitag, 22. August 2025

Garou

Garou

Inhalt:

«Endlich ist es soweit. Die Schafe von Glennkill erkunden Europa. Gemeinsam mit ihrer neuen Schäferin Rebecca beziehen sie im Schatten eines französischen Schlosses ihr Winterquartier. Dann sterben plötzlich im Wald Rehe eines unnatürlichen Todes. Ein Werwolf, murmeln die Ziegen von der Nachbarweide. Ein Loup Garou! Oder doch nur ein Hirngespinst? Doch spätestens, als ein Toter unter der alten Eiche liegt, ist klar, dass auch Hirngespinste tödlich sein können. Die Schafe heften sich auf die Spur des Garou und versuchen, mit Schafslogik, Mut und Kraftfutter sich selbst und ihre Schäferin zu retten.»

Meine Meinung:

Garou ist die Fortsetzung von Glennkill, den ich vor ca. zwei Wochen zu Ende gelesen habe. Dass es eine Fortsetzung geben könnte, wird am Ende von Glennkill angedeutet (die Reise nach Europa). Der Roman stammt wieder von Leonie Swann. Der Plot spielt diesmal in Frankreich, nicht mehr in Irland. Der Roman trägt diesmal den Zusatztitel «Ein Schaf-Thriller». Es hat sich gelohnt, Garou so schnell nach Glennkill gelesen zu haben. Mir hat Garou deutlich besser gefallen als der Vorgänger.

Bei Glennkill war alles noch neu. Ich musste mich (im Vorgänger) erst an den Stil gewöhnen, die Dinge aus der Sicht der Schafe zu sehen. Ihre Schlussfolgerungen («Schafslogik»), die ganzen Wortspiele. Im 2. Roman kennt der Leser die Schafe. Es bedarf keine lange Einführung mehr. Zudem bekommen auch die anderen Schafe diesmal deutlich mehr Platz und Raum zur Entfaltung. Die Idee, auch noch Ziegen in den Plot zu integrieren (und wie sich die Schafe und Ziege gegeneinander provozieren) war sehr amüsant zu lesen. Tolle Wortspiele und viel Witz. Und auch die neue Schäferin wächst dem Zuschauer ans Herz. Auch ihre Mutter harmoniert gut mit ihr.

So ist für Abwechslung gesorgt. Schafe, Ziegen, Menschen und mehrere Sub-Plots laufen im Finale zusammen. Ich empfand den Roman sogar spannender als der Vorgänger. Im Vorgänger gab es mir auch zu viele Erinnerungen und Wiederholungen («das klügste Schaf aus…»). Das war hier nicht mehr der Fall. Ich wurde mit Garou bestens unterhalten und habe den Roman ca. während zwei Wochen verschlungen. Von mir aus könnte es gerne eine weitere Fortsetzung geben. Die ermittelnden Schafe sind mir regelrecht ans Herz gewachsen!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Goldmann

Anzahl Seiten: 413

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Leonie Swann

Erschienen: Dez. 2011 (6. Auflage)

Samstag, 2. August 2025

Glennkill

Glennkill

Inhalt:

«Leblos liegt der Schäfer George Glenn im irischen Gras, ein Spaten ragt aus seiner Brust. Seine Schafe sind entsetzt: Wer kann den alten Schäfer umgebracht haben? Und warum? Miss Maple, das klügste Schaf der Herde, beginnt sich für den Fall zu interessieren. Glücklicherweise hat George seinen Schafen vorgelesen, und so trifft sie das kriminalistische Problem nicht ganz unvorbereitet. Unerbittlich folgen sie der Spur des Täters und kommen den Geheimnissen der Menschenwelt dabei nach und nach auf die Schliche…»

Meine Meinung:

Glennkill ist ein Roman und trägt den Zusatztitel «Ein Schafskrimi». Ich wurde durch meine Arbeit auf den Roman aufmerksam. Ich arbeite in einem Pflegeheim als Nachtwache. Eine Heimbewohnerin, die mich von ihrem Charakter und ihren Eigenschaften sehr an meine Stiefmutter erinnert, war den Roman am Lesen. So kam ich erstmal mit Glennkill in Berührung. Und hatte damit das perfekte Geburtstaggeschenk für eine Kollegin, die sehr gerne Schafe mag. Sie bekam den Roman im Januar dieses Jahres geschenkt. Sie ist diesen noch am Lesen. Ich brauchte Lektüren-Nachschub und kaufte mir Glennkill nun selbst.

Das besondere an Glennkill ist, dass es sich um einen Krimi handelt, der aus Sicht der Schafe erzählt wird. Ihr Schäfer wird tot aufgefunden und die Schafe beginnen zu ermitteln. Die Handlung spielt in einer fiktiven Kleinstadt in Irland, wo jeder jeden kennt (was ich auch in Filmen mag). Der Roman ist unterhaltsam. Bevor der eigentliche Plot beginnt, werden die die ganzen Schafe namentlich und charakterlich vorgestellt. Auch während dem Lesen, werden einige Attribute immer wieder erwähnt, was auf Dauer hier und da etwas repetitiv war. Ich brauchte eine Weile, um mich in den Plot zu fühlen und daran Gefallen zu finden.

Mit dem Fortschreiten der Handlung festigte ich mehr und mehr mit den Schafen und dem Inhalt. Hier und da musste ich auch wirklich Schmunzeln. Vor allem wie die Menschen mit den Schafen interagieren und wie die Menschen und ihre Welt aus Sicht der Schafe dargestellt werden, empfand ich als amüsant und originell. Und da ich Krimis so oder so mag, war die Suche nach dem Täter (oder das Motiv) bis zum überraschenden Finale spannend. Das Ganze ist solide geschrieben und der Roman lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Und diese wurde tatsächlich auch nachgeschoben und knüpft an das Ende aus Glennkill an.

Fazit: Wer gerne Schafe hat, sollte sich diesen Krimi nicht entgehen lassen!

Gefolgt von: Garou

Infos:

In Deutschland erschienen:

Sprache: Deutsch

Verlag: cbj Verlag

Anzahl Seiten: 375

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Leonie Swann

Erschienen: August 2011 (erstmals bei cbj als Taschenbuch) 

Sonntag, 22. Juni 2025

Green River Rising

Green River Rising

Inhalt:

"Welcome to Green River…

After three years’ hard time, minding no one’s business but his own, Ray Klein wins his parole and chances his hand at a romance with prison psychiatrist Juliette Devlin. That same day, tribal war erupts and the prison - and ist infirmary - falls into the hands of ist inmates.

Klein must choose either to claim his freedom and leave the ones he cares for to die, or risk everything and fight…

HELL BEGINS NOW…"

Meine Meinung:

Green River Rising bekam ich vom gleichen Kumpel geliehen, der mir bereits Der Fall Undine geliehen hat.  Diese habe ich mir nun bis am Ende aufgehoben. Es handelt sich um eine Prison-Novel. Solche kenne ich nicht und kann daher auch keine Vergleiche liefern. Es ist auch der erste Roman den ich von Tim Willocks gelesen habe. Letzterer ist nicht nur ein Autor, sondern auch Arzt. Das habe ich jedoch erst nach dem Lesen des Romans erfahren. Ob er eigene Ansichten und/oder Fantasien von Patienten im Roman integrierte? Gut möglich!

Green River Rising erinnert vom Macho- und Testosteron-Gehalt an die unterhaltsamen aber auch «stupiden» US-Actionfilme der 80er Jahre (Arnold Schwarzenegger, Chuck Norris, Sylvester Stallone). Ray Klein, der Held, gegen welche die Bösewichte keine Chance haben, ihn fürchten und zugleich (heimlich) auch ehren und am Ende bekommt er, selbstverständlich, auch das Mädchen. Ray Klein, der Karate kämpfende und beherrschende «Shotokan Warrior». Das war hier und da auch etwas übertrieben, aber passte halt wirklich auch gut zum Setting.

Ich hatte fast mehr Freude an den Nebenfiguren. Egal ob es die Angestellten des Gefängnisses, Opfer oder andere Kleinkriminelle oder Psycho- und Soziopathen sind. Das Einbringen eines Cross-Dressers mag auf den ersten Blick heutigen Massstäben gelten, jedoch stammt der Roman schon aus dem Jahr 1994 als das (Gender) noch kaum ein Thema war. Genau so gut hätte man stattdessen einen heterosexuellen Mann nehmen können. Dass Männer im Knast anderen Männern als «Ersatzbefriedigung» dienen «müssen», ist ja wahrlich kein Geheimnis.

Der Haupt-Bösewicht (mit dem Namen Nev Agry) verschwindet leider im Verlauf des Plots über lange Strecken und taucht erst im Finale wieder auf. Das Finale selbst fand ich dann auch leicht unspektakulär und auf der ein oder anderen Seite auch unrealistisch (als sich Ray Klein nochmal in Gefahr begibt, dazu noch aus freien Stücken). Da bekommen andere Bösewichte mehr Szenen ab (Grauerholz) und bleiben definitiv mehr im Gedächtnis. Einzelne Momente haben mich zudem an den Chuck Norris Film Hero and the Terror erinnert. Da gibt es auch einen psychopathischen Hünen. So auch hier, der sogar als eine Art «Gott» beschrieben wird.

Der Inhalt besteht schlussendlich aus obligatorischen 08/15-Klischees, die von dieser Lektüre erwartet werden darf: viel Sex, viel Gewalt und vulgäre Sprache und paar eklige Details. Bis der Aufstand beginnt (da fühlte ich mich auch hier und da etwas an Natural Born Killers erinnert) dauert es hingegen relativ lange und ich empfand diese Momente fast spannender als die Gewaltexzesse danach. Für mich als Edward Lee Fan waren die Exzesse in Green River Rising im Vergleich doch relativ harmlos. Mainstream-Leser dürften aber definitiv «angewidert» werden.

Fazit: Solide Lektüre. Wer Knast-Settings mag und sich an 08/15 Figuren nicht stört, wird mit Green River Rising eine unterhaltsame Geschichte vorfinden.

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja (als Die Gefangenen von Green River)

Sprache: Englisch

Verlag: Vintage Books London

Anzahl Seiten: 417

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Tim Willocks

Erschienen: 2014

Mittwoch, 14. Mai 2025

Die Verwandlung

Die Verwandlung

Inhalt:

Gregor wacht verspätet auf. Hat er den Wecker nicht gehört? Er kommt zu spät zur Arbeit. Plötzlich sind nicht nur seine Eltern und Schwester, die im gleichen Haushalt leben, besorgt, sondern auch der Arbeitgeber. Diese schicken den Prokuristen vorbei, um nach Gregor zu sehen. Dann stellt Gregor ungemütliche Veränderungen an sich fest…

Meine Meinung:

Von Franz Kafka habe ich bisher noch nichts gelesen. Der Name des Autors war mir natürlich bekannt, aber ich muss gestehen, dass ich nicht wirklich wusste, wer er war, wann er lebte oder was für Romane er schrieb. Ich wusste nur, dass er auch surrealistische Inhalte wie Dali schrieb. Franz Kafka, der als einer der wichtigsten Vertreter der modernen Literatur gilt, hat vor allem Kurzgeschichten geschrieben. Die Verwandlung bekam ich von der Kollegin empfohlen. Als sie mir davon erzählte, fühlte ich mich etwas an David Cronenbergs Die Fliege erinnert.

Das reichte aus, um Die Verwandlung zu bestellen. Die Geschichte, die 1915 in der Reihe "Der jüngste Tag" veröffentlicht wurde, ist 79 Seiten lang. Es gibt natürlich viele Anbieter (Verlage), die den Roman zum Verkauf anbieten. Einzeln oder mehrere seiner Kurzgeschichten in einem Band. Die Version vom Nikol Verlag gefiel mir, auch wenn leicht teurer als andere Optionen, am besten. Bestellt und nach drei Wochen Abwesenheit auf Arbeit in meiner ersten Nacht (ich arbeite als Nachtwache) bereits beendet. Die Verwandlung ist keine Die Fliege, was aber auch nicht heissen soll, dass sich Die Verwandlung nicht lohnt.

Die Story legt viel schneller los, als erwartet. Warum sich Gregor in einen Käfer verwandelt, wird nicht erklärt. Die Ausgangslage ist spannend. Der Inhalt ist spannend, fesselnd, dramatisch und auch traurig. Es waren andere Zeiten, in denen Kinder als Ressourcen gesehen wurden, um die Familie zu ernähren und um der Familie das Überleben zu sichern. Die Verwandlung lässt viel Raum für Interpretationen. Der Käfer wird übrigens nicht sonderlich detailliert beschrieben. Die Beschreibungen sind wenig explizit.

Das dramatische Kammerspiel wartet mit einem Ende auf, welches klar werden lässt (zumindest nach meiner Auffassung und meiner Interpretation), dass sich der Titel des Romans, «Die Verwandlung», nicht auf Gregor bezieht, sondern auf dessen Schwester. Ihre Figur wandelt sich am meisten, was in den letzten Zeilen des Romans, am eigentlich traurigen Ende, deutlich wird. Ihr Wandel ist für den Plot und Verlauf am wichtigsten. Ob das jedoch wirklich so ist, kann ich nicht sagen. Es gibt viele Interpretationen zum Roman und Inhalt, das war meine. Ich nahm es beim Lesen, vor allem im letzten Viertel, so wahr.  

Fazit: Macht Lust auf mehr! Als nächstes kommt In der Strafkolonie auf die (Wunsch)Liste (wurde mir von einem Kollegen empfohlen)!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Nikol Verlag

Anzahl Seiten: 79

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Gebunden

Autor: Franz Kafka

Erschienen: 5. Auflage 2024 (Ursprünglich 1915)

Donnerstag, 8. Mai 2025

Der Fall Undine

Der Fall Undine

Inhalt:

«Es gab damals viel zu tun in der Stadt, besonders in dem Viertel zwischen Synagoge, Strassenstrich, Oper und Dom. Die Engel standen direkt vor dem jüdischen Gotteshaus und flatterten um die Autos, die im Schneckentempo vorbeikrochen. Die Korruption blühte, die Mafia sang ihre Lieder, die Polizeipräsidenten gaben sich die Klinke in die Hand. Über der Stadt weinten die Elfen, und in den Kanälen lebten seltsame Wesen, die sich aufmachten, ihr Reich zu verlassen.

Ein poetisches Märchen, das träumen und fürchten lehrt, eine phantastische Geschichte, in der Wunder real sind und Realität wunderbar wird.»

Meine Meinung:

Den Roman Der Fall Undine, der den Zusatztitel «Erinnerungen einer Wasserpistole» sowie «Kriminalmärchen» trägt, bekam ich vom Kollegen geliehen. Ich hörte noch nie etwas davon oder vom Autor Harald-Alexander Korp. Ich las nur die Rückseite des Romans (siehe oben unter Inhalt zitiert) und brauchte am Anfang etwas Zeit, um in die Story zu finden. Ich hätte besser die Zusammenfassung des Klapptextes gelesen, da wäre die eigentliche Geschichte zusammengetragen worden. Auf der anderen Seite war der Plot für mich so viel spannender, da ich überhaupt nicht wusste, um was es geht.

Es handelt sich, wie der Zusatztitel schon sagt, um einen Krimi. Der Plot spielt sich in Berlin ab. Einer Stadt, die ich als Kind und Jugendlicher oft besuchte. Die Protagonisten sind der Privatdetektiv, seine Partnerin (eine Wasserpistole mit Eigenleben) und diverse Gestalten aus Sagen und Legenden. Vor allem aus der griechischen Mythologie. Poseidon und Amphitrite stammen daraus und dann wurde noch die Sage um Undine in den Plot integriert. Ich kannte Poseidon vom Namen her, aber mehr auch nicht. Die Infos, die im Buch zu den Göttern und Wesen erzählt werden, sind korrekt (z.B. was Poseidon von seinen Brüdern Zeus und Hades erzählt).

Der Mix aus Krimi, mythologischen Figuren und Märchen funktioniert erstaunlich gut. Dem Roman gelingt es gut, den Leser in eine andere, fremdartige, zuweilen fiktive Welt zu entführen, auch wenn der Plot in einer realen Stadt wie Berlin spielt. Dass der Privatdetektiv z.B. auch mit einer Wasserpistole als Partnerin Fälle löst, so schräg sich das anhört, funktioniert ebenso, ohne dass es ins Lächerliche gezogen wird. Allgemein waren die Beschreibungen realistisch und hier und da musste ich sogar schmunzeln. Der Roman ist nur 157 Seiten lang und schnell verschlungen. Ich habe den Roman praktisch nur im Zug, als ich nach Basel fuhr, gelesen. Harald-Alexander Korp hat danach Sach-Bücher geschrieben, aber keine Romane mehr. Aus seinem schaffen wandert Am Ende ist nicht Schluss mit lustig: Humor angesichts von Sterben und Tod auf meine Wunschliste.

Fazit: Wer gerne Märchen und Krimis hat, kann sich bedenkenlos an den Roman wagen.

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Rütten & Loening 

Anzahl Seiten: 157

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Gebunden

Autor: Harald-Alexander Korp

Erschienen: 1. Auflage 1994

Mittwoch, 20. November 2024

Das Smartphone

Das Smartphone

Inhalt:

"Von einem Tag auf den anderen ändert sich das Leben der Studentin Paula. Der Besitzer des Handyshops, in dem sie ein gebrauchtes Smartphone gekauft hat, wird ermordet. Paulas Leben steht plötzlich kopf, sie verliert ihren Job, wird von der Polizei verdächtigt. Dann taucht ein Mann auf, der dem Mordopfer sehr ähnlich sieht, sein Zwillingsbruder! Er bietet Paula an, alles aufzuklären, wenn sie ihm hilft. Aber kann sie dem Fremden vertrauen? Und was hat das alles mit ihrem Smartphone zu tun?"

Meine Meinung:

Das Smartphone bekam ich von meinem Vater, als wir im Okt. zu meinem Geburtstag essen gingen (siehe Bericht), geschenkt. Mein Vater hat mir hin und wieder zu Geburtstagen (oder Weihnachten) Romane geschenkt. Ich erinnere mich da an Titel wie Im Kabinett des Todes, Wolfsmond - Der Dunkle Turm Band 5 oder Später. Als ich den Titel sah, "Das Smartphone", hatte ich bereits Vorurteile. Ich dachte zuerst, es sei ein Plot à la Ringu, nur statt mit einer Videokassette mit einem Smartphone. Auch wenn die Inhaltsangabe etwas anderes versprach. Ich hatte, ehrlich gesagt, nicht hohe Erwartungen.

Und nun habe ich den Roman innerhalb von 2-3 Tagen durchgelesen. Ich fand Das Smartphone besser als erwartet. Der Thriller des mir unbekannten Autors Marc Meller bot eine Story, die fesselte. Es geht vor allem um Themen wie künstliche Intelligenz, Verschwörungstheorien und Profi-Killer. Studentin Paula und ihr Umfeld geraten, sagen wir Mal, unfreiwillig in die Sache. Und lange ist unklar, ob einige Story-Elemente wirklich so passiert sind, oder eben wirklich Fake News sind und/oder einige der Figuren «nur» in ihrer «Bubble» leben.  Dabei trifft der Roman, gerade zu Zeiten mit Verschwörungstheorien und Social Media, gekonnt den Nerv der Zeit.

Der Roman ist flott zu lesen und gut beschrieben. Ich mochte die meisten Figuren, vor allem Paula, die «Bösen» oder die «falschen Polizisten». Der Nerd hingegen wirkt etwas klischeehaft. Die medizinischen Fakten sind aber authentisch. Ich arbeite in der Pflege, so waren mir einige Krankheitsbilder oder auch im Roman vorkommende Medikamente (Seroquel) nicht unbekannt. Das Gefühl, nirgendwo mehr sicher zu sein, kommt gut zur Geltung. Ebenso die Paranoia von Paula. Wer gehört zu den Bösen? Welche Hebel können sie in Bewegung setzen, um ihr Leben zu zerstören? Der Inhalt regt zum Denken an, auch mit dem Thema künstliche Intelligenz, welches hier quasi die Motivation der ganzen (Straf)taten und negativen Folgen darstellt. Als Leser ist eine Spannung bis zum Ende gegeben.

Fazit: Lohnt sich!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Lübbe

Anzahl Seiten: 347 Seiten

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Marc Meller

Erschienen: 2024

Freitag, 8. November 2024

Die Eroberung Amerikas

Die Eroberung Amerikas

Inhalt:

«Der spanische Eroberer Ferdinand Desoto hat Gegenden durchquert, in denen niemals zuvor ein Europäer gewesen war, unbekannte Flüsse durchschifft, Indianer getroffen, die zuvor keinen Weissen gesehen hatten, und den Mississippi entdeckt. Mit ihm begann die Globalisierung. Es waren Männer wie er, die den weissen Menschen und dem Christentum die Vorherrschaft über die Welt sicherten.»

Meine Meinung:

Nachdem ich das Buch Das Floss der Medusa verschlungen hatte, startete ich mit Franzobels neustem Roman Die Eroberung Amerikas. Zwischenzeitlich las ich noch Family Tradition sowie Jetzt auf Video - Als das Kino nach Hause kam, so dass Die Eroberung Amerikas warten musste. Das bestellte Erlernte Hilflosigkeit habe ich links liegen gelassen. Das hat während des Lesens nicht überzeugt. Ein Flop. Kompliziert, repetitiv, langweilig. Vielleicht lese ich es dann doch noch Mal zu Ende. Als ich mit Die Eroberung Amerikas startete, hatte ich kurz darauf Urlaub = da habe ich weniger gelesen. Sonst lese ich vor allem auf der Arbeit (ich arbeite als Nachtwache im Pflegeheim).

Und meine Ferien (plus viel Frei auf Arbeit) waren von unzähligen Restaurant-Besuchen besetzt: ich ging 24x essen, davon 23x Wild (siehe Wild Season 2024, Berichte werden alle zwei Tage hochgeladen). So schaute ich Filme, ging essen und schrieb Reviews von Filmen und Berichte für die Wild-Abendessen. Gelesen habe ich weniger. Ich war aber auch mehrfach ausserhalb Berns d.h. in Basel oder Zürich. Und da waren längere Zugfahrten geplant inklusive eine Reise nach Olten (Fortbildung Job) und ein weiterer Ausflug nach Zürich (Smile 2) oder Brugg (Terrifier 3). Daher hatte ich den Roman dann doch fast zu Ende gelesen. Am Tag X, wo das letzte Wild-Dinner anstand (Nr. 23), habe ich den Roman zu Ende gelesen.

Auf Die Eroberung Amerikas freute ich mich. Inhalte wie der Inkakönig, der Sklavenhandel, Inquisition oder Expeditionen hörten sich vielversprechend an. Vor allem dann, wenn der Autor Franzobel heisst und dies grotesk bis satirisch zu erzählen und auszuschmücken weiss. Franzobel hat gewissenhaft recherchiert. Zu vielen der Themen hat er selbstverständlich auch hier und da fiktive Rahmenhandlungen integrieren müssen. Dennoch besuchte er (für seine Recherche) Schauplätze wie Spanien, Panama, Kuba, Florida, Texas oder Algerien. Am Ende des Romans (Danksagung) informiert er zudem über die geschichtlichen Wahrheiten und wie gewisse Quellen davon abweichen. Spannend.

Ich empfand den Roman als weniger gut als Das Floss der Medusa. Das war mir aber vor vornerein klar, dass der Roman nicht getoppt werden wird. Das Setting (in Das Floss der Medusa) gefiel mir besser, der Plot war gradliniger. In Die Eroberung Amerikas brauchte ich länger, bis ich mich inhaltlich zurechtfand und die vielen Figuren vor dem geistigen Auge hatte. Das liegt auch daran, dass der Roman, der zu 80% in der Vergangenheit und zu 20% im heutigen Amerika spielt, nicht immer chronologisch erzählt wird. Da wird viel hin und her gesprungen, was am Anfang etwas verwirrend war und den Lesefluss störte. So richtig toll wurde es, als die Expedition startete. Zu dem Zeitpunkt wurde auch weniger die Zeitebene gewechselt. Der Wortwitz, abstruse Vergleiche, Grausamkeiten und viel schwarzer Humor sorgen dann für amüsante, spannende und fesselnde Unterhaltung.

Fazit: Wer Das Floss der Medusa mochte, kann einen Blick riskieren. Franzobel ist ein nicht uninteressanter Autor, dessen Erzählweise mir zusagt. Ein Autor, dessen zukünftige Werke ich weiterhin im Auge behalten werde…

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Paul Zsolnay Verlag

Anzahl Seiten: 542

Roman/Sachbuch: Roman nach wahren Begebenheiten

Art: Gebunden

Autor: Franzobel

Erschienen: 3. Auflage 2021

Samstag, 7. September 2024

Family Tradition

Family Tradition

Inhalt:

"In this Novel of Eldritch Horror and Gourmet cooking, the Authors whet your Appetite with a delectable Trip to the Pacific Northwest in Search of the rare Crackjaw Eel. This Romp through the Woods is flavored with Inbred Rednecks, sauced with generous Helpings of Sex and topped with an Ending that’s sure to have Food Critics Raving the World over. Only those with Strong Stomachs and a Taste for Heavy Spice should Attempt this Meal.

In Family Tradition, Lee and Pelan show that there are far more Terrible Things Lurking in the Rain Forests of the Pacific Northwest than Amphetamine-Crazed Rednecks…Secrets man was not meant to Sample. It’s «Kitchen Confidential» written by Jeffrey Dahmer on Acid, with Just a Touch of Lovecraftian Flavor and a Hint of Gritty Realism to Satisfy even the Most Discriminating Palate.

Indulge Yourself and Enjoy the Sumptuous Haute Cuisine Served up by these Two Masters of Guerilla Gastronomic Outrage. Not Only will you Think Twice before Visiting the Woods again, you Just Might Never Look at the Food Network in Quite the Same Way…

From the Duo that Brought you Goon, Shifters, and the Cult Favorite Splatterspunk, Family Tradition is a Feast of the Senses that is Best Devoured before it Devours You."

Meine Meinung:

Die Inhaltsangabe und Beschreibung, vom Back-Cover des Buches zitiert, hört sich in meinen Augen nicht speziell an. Dennoch gehört Family Tradition zu den besseren Werken von Edward Lee. Mit einer Länge von nur 150 Seiten ist es unglaublich kurzweilig, unterhaltsam und amüsant zu lesen. Trotz der Kürze wurden unglaublich viele verrückte und fantasievolle Themen in den Plot gesteckt inklusive vieler kaputter Typen (nicht nur die Rednecks). Und wie für Edward Lee üblich, gibt es gegen Ende einen Twist.

Dieser könnte aber auch von John Pelan stammen. Oder zumindest die letzte Szene des Romans, denn diese hat mir persönlich irgendwie nicht gefallen. Passte nicht zum Rest der Story. Da wäre ein anderes Ende mit ihr wünschenswerter gewesen. Die beiden haben schon für andere Romane zusammengearbeitet. In Shifters oder Goon. Family Tradition bietet viel Sex (Frau und Transsexuelle), Perversitäten (Würmer in die Selbstbefriedigung einbinden), Backwood- und Rednecks, absolut perverse Koch-Szenen (in denen Opfer als Lebensmittel herhalten müssen) und Monster- und Tierhorrorelemente. Jedoch immer mit viel schwarzem Humor. 

Ich hatte Family Tradition schon einmal gelesen. Ich wusste jedoch nicht mehr viel. Einige Dinge hatte ich auch mit Edward Lees Slither verwechselt. Die Innovationen und der Fantasiegehalt, vor allem in den Rezepten des Rednecks, der dazu lebende Menschen verwendet, war wohl eines der Highlights des Filmes. Da musste ich mehrfach staunen! Zumal auch mit grossem Ekelfaktor verbunden, Mal abgesehen von Szenen die Würmer oder Blutegel beinhalten. Die eher «normalen» Sex-Szenen sind diesmal eigentlich weniger «pervers». Da gibt es Momente mit Rollenspielen, Unterwerfung und Natursekt.

Fazit: Für Edward Lee Fans zu empfehlen!

Infos:

In Deutschland erschienen: Nein

Sprache: Englisch

Verlag: Necro Publications

Anzahl Seiten: 150

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch 

Autor: Edward Lee, John Pelan

Erschienen: Feb. 2014