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Mittwoch, 17. Mai 2023

Demonia

Demonia 

Story:

 

Liza (Meg Register) und Co. (u.a. Brett Halsey) geraten bei archäologischen Ausgrabungen in einem Kloster an Geister von Frauen, die vor 500 Jahren an dem Ort getötet wurden. Diese nehmen blutige Rache…

 

Meine Meinung:

 

Demonia, einer von Lucio Fulcis (Aenigma, The Devil's Honey, City of the Living Dead) letzten Filmen, wird nach Neusichtung als souverän und solide befunden. Alles andere als schlecht, aber kein Film (mehr) für meine Film-Sammlung. Warum? Dies aus drei Gründen: a) ist der Film spannungsarm, b) in der ersten Hälfte doch relativ lahm und c) baut der Film keinerlei Stimmung auf und auch die Musik war enttäuschend. Punkt c ist der grösste Kritikpunkt.

 

Abgesehen davon ist der Film, wie gesagt, sehr solide und technisch gut in Szene gesetzt. Der Plot gibt nicht allzu viel her und einzelne Szenen sind relativ repetitiv (wie die Nonnen im Ritual getötet wurden). Ich empfand den englischen Dub als überraschend gut. Da waren frühere Italo-Filme weitaus schlechter "synchronisiert" worden. Lucio Fulci spielt in einer grösseren Nebenrolle mit. Er mimt den Inspektor, der sich dem Fall und den mysteriösen Todesfällen rund um das Kloster annimmt.

 

Ansonsten sind nur Brett Halsey (When Alice Broke the Mirror, Demons 6 De Profundis) und Al Cliver (Zwei Supertypen räumen auf, Zombi 2, The Beyond) "bekannte Namen". Der Rest ist mir unbekannt. Aber im Grossen und Ganzen sind die Darsteller bemüht und solide.  Wo der Film im Gegensatz zu Plot, Spannung und Atmosphäre/Stimmung überzeugt sind die Effekte, obwohl auch hinter diesen keine bekannten Effekte-Techniker standen.

 

Die Effekte sind blutig, abwechslungsreich (teilweise ist für das Ableben eine höhere Macht à la Final Destination zuständig) und gut getrickst. Teilweise wurde sicher mit echten Tier-Därmen gearbeitet, sowohl auch mit toten Tieren (Szene im Schlachthaus). Eine Szene hat Cut and Run Vibes. Die Szene war klasse und beinhaltete wohl die echten Tier-Innereien, um "menschliche Eingeweide" darzustellen. Kostengünstig und effektiv! So soll es sein!

 

Fazit: Kein Totalausfall, aber auch kein Kracher! Lucio Fulci Fans können einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Demonia

 

Italien 1990

 

R: Lucio Fulci

 

D: Lucio Fulci, Meg Register, Brett Halsey, Christina Engelhardt, Al Cliver

 

Laufzeit der US-DVD: 80:59 Min.

 

Neusichtung am: 19.04.23

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor = Englischer Ton (gute Synchro), keine Subs, durchschnittliche Bildqualität, Uncut. Fans des Filmes sei die US-Blu-Ray von Severin Films an Herz zu legen oder die UK-Alternative von Arrow Video (Englisch/Ital., englische Subs, restauriert, diverse exklusive Extras). Gibt es in Deutschland nur auf DVD (von diversen Anbietern, z.B. X-Rated). Uncut und in deutscher Sprache.

Montag, 10. Oktober 2022

Touch of Death Review

 
Horroktober 2022

Touch of Death

Story:

Lester (Brett Halsey) hat zwei Probleme: 1. Er ist wahnsinnig. 2. Er hat Spielschulden. Deshalb sucht er sich speziell hässliche Frauen, die scheinbar vermögend sein könnten, aus, um diese zu töten und mit ihrem Geld/Wertsachen die Spielschulden bezahlen zu können…

Meine Meinung:

Touch of Death aka When Alice Broke the Mirror ist eine später Horrorkomödie von Lucio Fulci (The House by the Cemetery, Zombi 3, Zombi 2, The Devil's Honey, Don’t Torture a Duckling, The Beyond, Murderock, City of the Living Dead, Aenigma) der 1988 seine besten Zeiten definitiv hinter sich hatte. Wenn mich nicht alles täuscht, ist Touch of Death eine Direct to Video Produktion mit Blaubart Motiven.

Im Film tummeln sich zwar Namen wie Brett Halsey (Demons 6), Al Cliver (Zwei Supertypen räumen auf) und Zora Kerova (Man-Eater) und für die Effekte zeichnete sich Angelo Mattei (Amok Train, Macabro, Alien 2 - Sulla Terra) zuständig, aber so richtig zünden kann Touch of Death, auch mit angepassten Erwartungen, nicht mehr. Zwar gibt es drei tolle Gore-Szenen (die später noch für Lucio Fulcis A Cat in the Brain recycelt wurden), aber das waren dann auch schon die Highlights des Filmes.

Der Plot ist spannungsarm, lahm und langweilig. Der Humor ist albern und nur selten wirklich lustig. Dazu war dieser viel zu überzeichnet (die Darstellung der hässlichen Frauen z.B.). Das Finale war schwach und das geringe Budget sah man dem Film zu jeder Sekunde an. Die drei sehenswerten Gore-Szenen erblickt der Fan bereits in den ersten 35 Minuten - danach folgt gähnende Langeweile bis zum Ende. Musik gefiel mir auch nicht sonderlich und auch der Cast, wenn auch mit Inbrunst dabei, machen den Film nicht besser.

Fazit: Nur für Lucio Fulci Hardcore-Fans!

Infos:

O: Quando Alice ruppe lo specchio

Italien 1988

R: Lucio Fulci

D: Brett Halsey, Ria De Simone, Al Cliver, Sacha Darwin, Zora Kerova, Marco Di Stefano, Antonio Maimone

Laufzeit der US-DVD: 80:42 Min.

Neusichtung am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor. Das Master ist älter, was man auch sieht: unscharf, solide DVD-Qualität, nicht anamorph. Aber, und das ist löblich: exklusive Extras, Englisch/Ital. mit englischen Subs. Auf Blu-Ray gibt es den Film in Österreich von XT Video in Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. Eine Ital. Sprachfassung mit deutschen Subs ist als Bonus an Bord.

Mittwoch, 5. Oktober 2022

Zombie 4: After Death Review

 
Horroktober 2022

Zombie 4: After Death

Story:

Ein Voodoo-Priester verflucht eine Insel, da seine an Krebs erkrankte Tochter von den Wissenschaftlern, denen er die Schuld am Tod der Tochter gibt, nicht gerettet werden konnte. Die Folge: Zombies töten die Wissenschaftler. Später: Jenny (Candice Daly), deren Eltern durch die Zombies getötet wurden, kehrt mit Söldnern auf die Insel zurück, um herauszufinden, was passiert ist…

Meine Meinung:

In Italien gibt es eine lose Zombiereihe, ausgelöst durch George A. Romeros Dawn of the Dead. Lucio Fulci hat dann Zombi 2 gedreht - einen seiner besten Horrorfilme. Dies konnte von der "Fortsetzung" Zombi 3, die durch Bruno Mattei fertig gestellt wurde, nicht mehr behauptet werden. Der Film macht aber Spass und bleibt in der Sammlung. Letzteres gilt leider nicht für After Death, der in den USA als "Zombie 4" verkauft wurde während Killing Birds dann als 5. Teil der Abschluss "der Reihe" bildete.

Zombie 4: After Death ist nochmals um einiges billiger als Zombi 3. Die Vorherrschaft des Italo-Horrorkinos war Ende der 80er Jahre definitiv vorbei. Der Look ist billig, es gibt nur noch wenig und vereinzelt Effekte und der Cast ist drittklassig. Nicht ein Name dabei, der mir war sagt. Der Film startet zwar noch ordentlich mit 2-3 besseren Make-Up Masken à la Demons und handgemachtem Gore, doch das nur, um den Zuschauer daran zu hindern, nicht abzuschalten.

Trash, unfreiwillige Komik, null Originalität, Lägen und zu wenig Gore sind die Hauptpunkte von Zombie 4: After Death. Hier und da ist der Film stimmungsvoll, hier und da unterhält der Film (ohne Anspruch), hier und da gefällt die Musik ansatzweise. Aber im Grossen und Ganzen ist Zombie 4: After Death zu billig, zu unblutig und zu harmlos, um den Horrorfan bei Laune zu halten und vor allem, um zu motivieren, sich den Film in Zukunft nochmal anzusehen. Was bei mir definitiv nicht der Fall sein wird = Film fliegt somit aus der Sammlung!

Fazit: Fans sollten nach Zombi 3 "die Reihe" vergessen und die billige Fortsetzung links liegen lassen! Lohnt sich leider nicht wirklich…

Infos:

O: After Death

Italien 1989

R: Claudio Fragasso

D: Jeff Stryker, Candice Daly, Massimo Vanni, Don Wilson, Jim Gaines, Adrianne Joseph, Jim Moss

Laufzeit der US-DVD: 84:03 Min.

Neusichtung am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag die alte US-DVD von Shriek Show vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität (vor allem schön hell), Englischer Ton, exklusive Interviews als Extras. Die deutsche DVD von X-Rated bietet nebst regulärer Fassung auch die längere Fassung, die es bisher nur in Japan (VHS) zu sehen gab. Die Szene bietet drei neue Handlungsszenen. Die DVD ist in Deutsch, Englisch, Ital. ohne Subs. Wer eine Blu-Ray möchte, kauft die Version von Severin Films aus den USA: Blu-Ray, DVD, CD Soundtrack, exklusive Extras aber nur Englisch Dubbed und das Blu-Ray Master sieht mir, im Vergleich zur Shriek Show Version, viel zu dunkel aus, so dass Effekte weniger gut zur Geltung kommen (siehe Pics auf Mondo Digital.com).

Montag, 2. November 2020

Patrick Still Lives Review

 
Horroktober 2020

Patrick Still Lives

Story:

Diverse Personen (Carmen Russo, Mariangela Giordano, Franco Silva, John Benedy) werden von einem Arzt (Sacha Pitoëff) auf sein Anwesen eingeladen. Kurze Zeit später beginnen mysteriöse Vorkommnisse und Todesfälle…

Meine Meinung:

Patrick Still Lives kam in den USA nun als Blu-Ray raus. Dies und die Tatsache, dass im Oktober der Horroktober stattfand und Star Gianni Dei (der den Patrick spielt) am 19.10.20 verstarb, führten dazu, eine Neusichtung zu Patrick Still Lives vorzunehmen. Der Film, ein Remake und/oder eine Variante des australischen Filmes Patrick (1978), hat die Neusichtung bestanden.

Der am gleichen Ort wie Burial Grounds gedrehte Film vom Giallo in Venice Regisseur Mario Landi hat mir gut gefallen. Die Grundidee, dass von einer Person im (Wach)Koma eine Gefahr ausgeht, ist origineller als andere Horrorplots wenn auch nicht neu (siehe z.B. den Inhalt des Filmes Der Schrecken der Medusa).

Der Film nimmt sich Zeit. Die Story ist, wenn man diese nicht wissen würde, mysteriös. Ein altes Haus? Ein Arzt der an diverse Gruppen von Menschen eine Einladung schickt? Mit welchem Ziel? Was hat dies mit dem Start des Filmes zu tun? Fragen über Fragen. Wie gesagt: der Film nimmt sich Zeit. Am Anfang stört dies nicht, jedoch dann im Mittelteil…

Aber ab einer gewissen Zeit wird der schmuddelige Film, der viel nacktes Fleisch, Sex, Erotik (Anna Veneziano) und auch grausamen Horror mit fiesen und fantasievollen Tötungsszenen beinhaltet, besser und besser. Einige der Morde (besonders jene mit der Eisenstange) sind hart anzusehen und sehr frauenfeindlich. Pure Exploitation. Die Darsteller waren für diese Art Film gut ausgewählt.

Mit Sacha Pitoëff hatte man einen Ausländer, den man vermarkten konnte, an Bord. Gianni Dei machte später als Darsteller und Pop-Sänger Karriere und die Mädels sind allesamt nett anzusehen.

Fazit: Wer sich am Schmuddel und Sleaze nicht stört (à la Burial Grounds, Man-Eater, Giallo in Venice, Sado - Stoss das Tor zur Hölle auf…), sollte sich die Ital. «Patrick» Variante nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Patrick vive ancora

Italien 1980

R: Mario Landi

D: Sacha Pitoëff, Gianni Dei, Mariangela Giordano, Carmen Russo, Paolo Giusti, Franco Silva, John Benedy, Anna Veneziano

Laufzeit der US-DVD: 92:23 Min.

Gesehen am: ? / Review überarbeitet am: Ende Okt. 2020

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Ital. Ton, englische Subs, exklusive Interviews als Bonus. Erscheint am 27.10.20 in den USA auf Blu-Ray (Severin Films). Gibt es in Deutschland Uncut auf DVD (Motion Picture).

Freitag, 23. Oktober 2020

Jungle Holocaust Review


Horroktober 2020 
(mit Deodato am NIFFF, wo die DVDs signiert wurden)

Jungle Holocaust

Story:

Zwei Amerikaner (Massimo Foschi, Ivan Rassimov) gehen im philippinischen Regenwald verschollen. Sie geraten an einen Kannibalen-Stamm (u.a. Me Me Lai)…

Meine Meinung:

Nach dem Erfolg von Mondo Cane und Co. sorgte Umberto Lenzi mit Man from Deep River für den Einstieg ins Ital. Kannibalen-Genre, gefolgt von Ruggero Deodatos Jungle Holocaust. Beide sehen sich als Urväter der Ital. Kannibalen-Filmes und beide stahlen Ideen aus Filmen des anderen.

So arbeitete Ruggero Deodato (Der Schlitzer, Body Count) mit dem gleichen Cast wie Umberto Lenzi (Me Me Lai, Ivan Rassimov), wobei letzterer hingegen die letzte Szene mit Me Me Lai aus Jungle Holocaust für seinen Eaten Alive stahl.

Jungle Holocaust ist für sich gesehen ein guter Film, der jedoch, ähnlich wie Eaten Alive, nicht mehr die gleich intensive Wirkung wir früher zu verzichten hat. Der Film ist daher definitiv nicht auf dem Niveau eines Cannibal Holocaust oder Cannibal Ferox, aber für Fans des Ital. Kannibalenfilmes dennoch zu empfehlen.

Der Film geht als Mix aus Abenteuer- und Kannibalenfilm durch und wurde auf den Philippinen und Malaysia gedreht. Laut Darsteller Ivan Rassimov verbrachte die Crew rund einen Monat vor Ort zu teilweise unschönen Bedingungen. Der Film gibt vor, auf wahren Begebenheiten zu beruhen und Deodato gab mehrfach an, mit echten Dschungel-Stämmen zusammen gearbeitet zu haben.

Im Vergleich zu späteren Filmen ist der Film zahmer, im Vergleich zum Vorgänger härter. Es gibt Nackt-Szenen, eine Vergewaltigung, Tier-Snuff und einige derbe Dschungel-Fallen, kannibalistische Riten und ein-zwei blutige Fress-Szenen die u.a. eine echte Schafsleber beinhalten, in welche Massimo Foschi beissen durfte (die sich laut seiner Aussage bereits ungekühlt vier Tage vor Ort befand).

Die Stimmung ist exotisch was dem Setting, dem Drehort und auch der Abwechslung zu verdanken ist (Kannibalen spezifische Themen kommen erst in der 2. Filmhälfte vor). Ivan Rassimov (Der Killer von Wien), Star des Vorgängers, spielt hier lediglich den Co-Star.

Der Haupt-Cast besteht aus  Massimo Foschi (Neun Gäste für den Tod) und der exotischen Schönheit Me Me Lai, welche nebst Jungle Holocaust noch in den Kannibalenfilmen Man from Deep River und Eaten Alive zu sehen war, ehe sie danach praktisch von der Bildfläche verschwand (u.a. sah man sie noch in Lars von Triers Element of Crime oder im Euro-Horror Der Leichengießer).

Fazit: Ein Film, der zur richtigen Zeit entstand und somit gut Kasse machte und als Vorarbeit für das spätere Highlight Cannibal Holocaust anzusehen ist. Wer die Ital. Kannibalenfilme (Cannibal Apocalypse, Emanuelle and the Last Cannibals, Massacre in Dinosaur Valley...) mag, kann bedenkenlos zugreifen...

Infos:

O: Ultimo mondo cannibale

Italien 1977

R: Ruggero Deodato

D: Massimo Foschi, Me Me Lai, Ivan Rassimov

Laufzeit der US-DVD: 88:10 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: Okt. 2020

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor = eine der ersten Vös seiner Art und dementsprechend sieht man der Disc ihr Alter an. Uncut, Englischer Ton, immerhin Widescreen Bildformat und vier interessante Extras: Vorwort von Regisseur Ruggero Deodato, Audiokommentar mit Ruggero Deodato (mit englischen Subs), Interview mit Massimo Foschi und Interview mit Ivan Rassimov. Die US-Blu-Ray dürfte für Fans interessant sein, da eine deutlich bessere Bildqualität habend. In Deutsch gibt es mehrere DVD-Auflagen (84’ Entertainment, X-Rated, NSM, XT Video, X-NK…). Die DVD plus die DVD aus Japan von liegen original signiert vor (Ruggero Deodato 2x am NIFFF getroffen).

Dienstag, 21. Juli 2020

Zombi 2 Review

Zombi 2

Story:

Nachdem ein Schiff mit einem Zombie in New York ankommt, reisen Reporter und Co. auf eine Antillen Insel, wo der Ursprung des Schiffes vermutet wurde. Und tatsächlich: auf der Insel treiben Zombies ihr Unwesen…

Meine Meinung:

Meine erste Erfahrung mit Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies, so der deutsche Titel zum Lucio Fulci (Don’t Torture a Duckling) Klassiker, hatte ich als Jugendlicher. Urlaub in Deutschland – meine Mutter hat damals Horror-VHS für uns minderjährige aus der Videothek ausgeliehen. Ein Titel war: Blutgericht in Texas. Trailervorschau: Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies (glaube war ein Marketing VHS).

Schon damals war ich von einzelnen Szenen (Hai Vs. Zombie) hin und weg und der Film gefällt mir bis heute. Ein wahrer Klassiker in Lucio Fulcis Karriere nebst Titeln wie The Beyond oder City of the Living Dead und allgemein im ital. Zombie- und Horrorfilm. Der Film, der in Italien als «Fortsetzung» zu George A. Romeros Dawn of the Dead verkauft wurde, war nach dem Erfolg des hiesigen US-Zombiefilmes schnell beschlossene Sache.

Die Ital. Filmemacher waren immer schnell darin, Filmtrends zu erkennen und daraus eigene Filme und somit Kasse zu machen. Zombi 2 ist da keine Ausnahme. Der Film ist sicherlich einer der besten, wenn nicht der beste Zombiefilm aus Italien. Wie viele andere Ital. Filme (z.B. Eaten Alive, Cannibal Holocaust) startet die Story in New York, bevor die Geschichte ins exotische Inselparadies wechselt. Stars wie Tisa Farrow (Man-Eater), Al Cliver (Zwei Supertypen räumen auf) oder Ian McCulloch (Contamination) waren durch und durch solide in ihren Rollen.

Der Film bietet einige unvergessliche Szenen: Ein echter Hai im Kampf mit einem Zombie inklusive Gore-Effekten, die Auferstehung der Zombies mit lebenden Würmern, in dem Zombie in der Augenhöhle wuseln (herrlich coole Szene), die berühmt berüchtigte Szene mit dem «Splitter im Auge» sowie die apokalyptische Schlussszene mit den Zombies auf der Brooklyn Bridge (ohne Drehgenehmigung).

Nebst diesen Szenen und der Exotik überzeugt der Film durch einen wunderbaren Italo-Soundtrack und wunderbare Spezialeffekte seitens Giannetto De Rossi (Killer Crocodile, Let Sleeping Corpses Lie) und Gino De Rossi (Weapons of Death, Cannibal Ferox). Der Film bietet stimmungsvolle und fantastische Splattereffekte, die ihresgleichen suchen. Auch die Zombie-Make-Up Effekte und Masken sind der Wahnsinn. Wenn man diese mit Dawn of the Dead vergleicht muss man sagen, dass Tom Savinis Zombies dagegen absolut abstinken und lächerlich wirken. Da waren die Ital. Effekte-Künstler dem US-Klassiker Lichtjahre voraus…

Fazit: Dieser Klassiker ist jedem Lucio Fulci, Horrorfilm- und Zombiefan zu empfehlen!

Infos:

O: Zombi 2

Italien 1979

R: Lucio Fulci

D: Tisa Farrow, Ian McCulloch, Richard Johnson, Al Cliver, Auretta Gay

Laufzeit der US-DVD: 91:14 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: 22.04.20

Fassungen: Mir liegen diverse DVD-Fassungen vor: Frankreich (von Neo Publishing), Japan (JVD), USA (Shriek Show und Blue Underground). Die aktuelle Sichtung fand mit der Code Free DVD von Blue Underground statt = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Englisch/Ital. mit englischen Subs. Die Shriek Show hat sehr viel Bonusmaterial. Inzwischen gäbe es auch diverse Blu Ray Fassungen: USA (von Blue Underground, sogar mit deutschen Subs) oder England (Arrow Films). In Deutsch nur über Österreich von XT Video zu haben (als Blu-Ray).

Mittwoch, 28. August 2019

SS Hell Camp Review

SS Hell Camp

Story:

Italien am Ende des 2. Weltkrieges: in einer abgelegenen Einheit wird am Supermenschen experimentiert. Ein solches «Biest» (Salvatore Baccaro) wird in einem Käfig gehalten, regelmässig werden an ihn wehrlose Frauen «verfüttert». Unter der Einheit der strengen und tödlichen Dr. Ellen Kratsch (Macha Magall) werden Gefangene gequält, gefoltert und für Experimente missbraucht. Doch der Krieg ist bald vorbei, Rebellen tun sich zusammen und greifen die Hochburg der Nazis an…

Meine Meinung:

Nach dem Erfolg von Ilsa: She Wolf of the SS (plus den zwei Fortsetzungen und dem inoffiziellen dritten Teil durch Jess Franco) war es nur eine Frage der Zeit, bis die Ital. Filmemacher viele billige Nachzügler drehten, um das Thema bis zur Grenze des Geschmacklosen auszukosten (Ausnahmen bildeten Filme wie Salon Kitty, Die 120 Tage von Sodom, Der Nachtportier).

Es folgten Titel wie: Achtung! The Dessert Tigers, SS Experiment Love Camp (den es bereits von 88 Films in England auf Blu-Ray gibt), Deported Women of the SS Special Section (für mich der beste Filme dieser Art – mit John Steiner und von Rino Di Silvestro), Private House of the SS Girls (Bruno Mattei), Gestapo's Last Orgy (auch einer der besseren Titel), SS Camp 5: Women's Hell, Women's Camp 119 (Bruno Mattei zum Zweiten – sicher sein besserer Titel zu dem Genre) oder Holocaust 2 (sehr dürftig).

SS Hell Camp gehört sicher zu den weniger sehenswerten aber nicht minder weniger bekannten «Schock-Titeln». Qualitativ sehe ich einige der oben genannten Filme (Deported Women of the SS Special Section, Gestapo's Last Orgy, Women's Camp 119) klar über SS Hell Camp. Das Problem von Luigi Batzellas Film (er drehte Film übrigens mit einem Pseudonym) ist, dass er einfach zu billig ist und zu wenig Schauwerte bietet.

Es gibt viele Längen und gerade die Action- und Kriegsszenen, die nun Mal viel Platz einnehmen, sind total billig, unblutig und stammen, zumindest laut dem Bookelt zur US-DVD, aus anderen Filmen des Regisseurs. Es wird kaum eine gradlinige, echte Story erzählt. Was der Film vor allem bietet ist dies: Längen!

Für einen Trash-Film gibt es zu wenig zu lachen, zu wenig amüsante Szenen, zu wenig Trash. Der Monstermann im Käfig, der den Frauen Schamhaare «zupft» und diese frisst, ist z.B. ein solcher Moment. Es hätte jedoch mehr gebraucht. Erotik gibt es gar nicht. Dass es anders geht, beweisen andere Filme dieser Art (Deported Women of the SS Special Section). Trotz Nacktszenen gibt es nichts Erotisches zu sehen und auf gängige WIP (Women in Prison) Klischees, Inhalten und Regeln wird, trotz provozieren (die Nazi-Braut und ihre zwei Nazi-Scherginnen als rechte Hand) kein gebrauch gemacht (also keine Lesben- wie auch keine Dusch-Szenen).

Der Schockfaktor will sich, aufgrund vom Trash, dem kleinen Budget und den Längen, auch nicht wirklich einstellen. Dafür wird zu wenig Deutsch gesprochen («nur die Fräulein», «schnell», «Heil Hitler»), nach einem packenden Intro (mit bildschirmgrossem Hakenkreuz) folgen harmloses Füllmaterial. Da helfen auch paar derbere Folterszenen (ca. fünf Minuten nach knapp einer Stunde) nichts. SS Hell Camp ist kein Kracher des Genres und nur Fans des sonderbaren Exploitation-Sub-genres zu empfehlen!

PS: Und Macha Magall (Quellen sagen sie kommt aus Deutschland, andere sagen sie kommt aus Belgien…) ist definitiv keine Dyanne Thorne!

Infos:

O: La Bestia in calore

Italien 1977

R: Luigi Batzella

D: Macha Magall, Gino Turini, Edilio Kim, Xiro Papas, Salvatore Baccaro, Giuseppe Castellano

Laufzeit der US-DVD: 88:16 Min.

Gesehen am: März 2003 / Review überarbeitet: 13.06.19

Fassungen: Mir liegen zwei DVDs vor. Die US-DVD von Shriek Show (Booklet, Englisch Dubbed, Uncut, sehr gute Bildqualität) und die DVD aus Japan von The Klock Worx (Ital. O-Ton, nix Englisch, Geschlechtsteile durch Fogging Zensur bearbeitet). Eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Juni 2019). Erscheint noch dieses Jahr von Severin Films in den USA auf Blu-Ray (Uncut, Englisch Dubbed, kein O-Ton Ital.) unter dem Titel The Beast in Heat, Region Free und mit exklusiven Extras wie Interviews und eine neue Doku zum Genre in Spielfilmlänge, u.a. mit Beteiligung von Dyanne Thorne. Nachtrag 28.08.19: die US-DVD soll minim zensiert sein (Handlung, Dialoge, Frame-Cuts, keine Gewalt).

Dienstag, 13. August 2019

House on the Edge of the Park Review




 Mit Regisseur Ruggero Deodato am NIFFF 2008 & 2012
 
House on the Edge of the Park

Story:

Zwei Draufgänger und Psychopathen (David Hess, Giovanni Lombardo Radice) geraten durch Zufall an eine "High Society" Party, wo sie die Gäste (Christian Borromeo, Annie Belle, Marie Claude Joseph, Gabriele Di Giulio, Brigitte Petronio) bedrohen, misshandeln, schlagen, vergewaltigen…

Meine Meinung:

House on the Edge of the Park, der den in Deutschland passenden Titel "Der Schlitzer" trägt, ist nebst Cannibal Holocaust, Jungle Holocaust und Cut and Run der beste Film des Ital. Regisseurs Ruggero Deodato geworden. David Hess, Star des Filmes, bezeichnet Last House on the Left (Wes Craven Terrorklassiker), Hitch-Hike («A-Film») und diesen hier als Trilogie – wobei sie ausser seiner Rolle und einigen sadistischen Inhalten nicht viel gemein haben – zwei der drei Titel sind Ital. Produktionen. David Hess hat es durch die drei Filme auf jeden Fall, zumindest bei Euro-Cult und Horrorfilmfans, zu Weltruhm geschafft und auf solchen Erfolg konnte er nie mehr zurückblicken (auch nicht auf solch intensives Schauspiel).

House on the Edge of the Park, der natürlich auf den Erfolg, den Last House on the Left erreichte (und nur deshalb holte man sich David Hess an Bord) aufbaut, macht Vieles richtig! Man gaukelt dem Zuschauer New York als Drehort vor, spendiert sexuelle Perversitäten durch zwei sadistische Psychopathen ausgeübt, die heute in der Filmwelt undenkbar wären, da sexuelle Gewalt. Sleaze vom Feinsten, was Ruggero Deodato hier zelebrieren lässt. Und dafür war das Duo David Hess und Giovanni Lombardo Radice (Cannibal Ferox) eine gute Wahl. David Hess zieht hier, einmal mehr, alle Register seines Könnens. An nackter Haut, Sex, Schmuddel und Sleaze fehlt es dem Exploitation-Werk definitiv nicht (nur ein Gore-Fest sollte man nicht erwarten).

Vor allem im Finale, die Szenen mit David Hess und Cindy, sind an Sadismus kaum zu toppen! Dazu kommen die mutigen Darsteller(innen), ein nicht weniger fieses Ende (Twist), die Tatsache, dass Hess Frau das Vergewaltigungsopfer am Anfang spielte (unter Pseudonym) und ein wunderbarer Soundtrack von Riz Ortolani dazu, die den Film für jeden Euro-Cult Exploitation-Fan so richtig interessant machen!

Wer Filme wie The Last House on the Left, I Spit on Your Grave und Co. mag, kurzum, es richtig «fies» mag, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen!

Infos:

O: La Casa sperduta nel parco

Italien 1980

R: Ruggero Deodato

D: David Hess, Giovanni Lombardo Radice, Christian Borromeo, Annie Belle, Marie Claude Joseph, Gabriele Di Giulio, Brigitte Petronio

Laufzeit der US-DVD: 91:26 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 23.05.19

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Englischer Ton (zumindest Hess spricht sich selbst), interessante exklusive Interviews. Es gibt mehrere – das mit Hess und am Ende mit seiner Frau (ca. 39 Min.) ist sehr zu empfehlen (besonders was Hess von den Zensoren hält). Wer den Film in Deutsch haben möchte, sollte die XT-Video Blu-Ray kaufen (Deutsch/Ital. mit Subs, Uncut).

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Blood Feast 2: All U Can Eat Review




 Horroktober 2018 Spezial - Webmaster mit Herschell Gordon Lewis am NIFFF 2011, wo Lewis paar Cover, Poster und Booklet signiert hat

Blood Feast 2: All U Can Eat

Story:

Fuad Ramses III (J.P. Delahoussaye) eröffnet in derselben Kleinstadt, in welcher sein Vorfahre ein Massaker veranstaltete, ein Restaurant. Schnell zieht er die Skepsis der Polizei (Mark McLachlan, John McConnell) auf sich. Wie auch sein Vorfahre gerät Fuad Ramses III durch eine Statue einer ägyptischen Gottheit in den Blutbann und beginnt, Frauen zu ermorden. Die Polizei beginnt zu ermitteln…

Meine Meinung:

Ich glaube Blood Feast 2 war damals mein allererster Herschell Gordon Lewis Film, den ich gesehen habe. Und bis heute ist Blood Feast 2 in meinen Augen der beste Herschell Gorden Lewis Film. Deutlich besser als Teil 1 und alle anderen Filme des Regisseurs!

Der Film ist eine direkte Fortsetzung zu Teil eins – erzählt die gleiche Geschichte, nur viele Generationen später. Man kann fast von einem Remake sprechen. Interessant ist, dass Herschell Gordon Lewis nach The Year of the Yahoo! von 1972 keinen Film mehr drehte, bevor er 2002 seinen besten Film drehte – nach so langer Pause. Das ist Herschell Gordon Lewis, der 2016 verstarb, hoch anzurechnen.

Der Film könnte, kennt man sich im Herschell Gordon Lewis Universum nicht aus, für ungeübte Zuschauer billig, übertrieben und theatralisch wirken (gerade das Overacting der Schauspieler, die Figurenzeichnung und den Humor betreffend), aber im Vergleich zu seinen alten Werken ist Blood Feast 2 deutlich aufwändiger, technisch besser, bietet deutlich bessere Leistungen der Darsteller und die Effekte sind die besten, die Herschell Gordon Lewis je auf die Leinwand gebracht hat – dazu, was die Anzahl angeht, auch am höchsten und am blutigsten, was den Blutgehalt angehen.

Mir hat der Humor wie auch die sympathischen Figuren, der Kleinstadt-Charme, der Soundtrack, beigesteuert von der Band Southern Culture on the Skids, sehr gut gefallen. Genau nach meinem Geschmack – wie auch die vielen total blutigen Splattereffekte, die ihresgleichen suchen. Diese werden zum Teil sehr ausführlich und lange gezeigt, in Nahaufnahme – keine schnellen, hektischen Schnitte. Noch nach alter Schule à la Lucio Fulci und Co. Der Gore und die Darbietung und Präsentation der Effekte wird in Blood Feast 2 gefeiert und zelebriert. Für diese war Joe Castro zuständig – ein mir unbekannter Effektekünstler. Ich kenne sonst auch keine Filme, in welchen er mitgewirkt hat (vor allem Low-Budget und Indie-Produktionen wie es scheint).

Die Darsteller sind mir unbekannt (Ausnhame: John Waters in einem Kurzauftritt als Priester) - die meisten haben nur in paar wenigen, unbekannten Filmen mitgewirkt. Gerade die zwei Cops oder J.P. Delahoussaye als Fuad Ramses III haben mir sehr gut gefallen – sehr charismatisch und mit viel Freude dabei. Die Mädels hingegen schauen durch die bank toll aus und könnten praktisch alle aus dem Pornogeschäft stammen – diesbezüglich gibt es auch viel nackte Haut zu sehen – etwas, dass in einem Film von Herschell Gordon Lewis nicht fehlen darf.

Fazit: Herschell Gordon Lewis bester Film! Kann ich nur empfehlen wie noch folgende Filme von ihm: Blood Feast (sollte man als Splatterfan schon gesehen haben), Two Thousand Maniacs (wobei mir das Remake mehr zusagt), The Gruesome Twosome (hat mir gefallen – erinnert ein wenig an Maniac), Wizard of Gore (hier finde ich das Original besser), The Gore Gore Girls (erinnert ein wenig ans Giallo Genre) und The Uh-oh Show (vorletzter Film bevor er starb).

Infos:

O: Blood Feast 2: All U Can Eat

USA 2002

R: Herschell Gordon Lewis

D: J.P. Delahoussaye, Mark McLachlan, John McConnell, Toni Wynne, Christy Brown, Christina Cuenca, Kristi Polit, Jill Rao, John Waters

Laufzeit der US-DVD: 99:14 Min.

Gesehen am: Erstsichtung war vor 2006 / Review überarbeitet am: 18.10.18

Fassungen: Mir lagen die DVDs aus den USA von Shriek Show und aus England von Arrow Video vor (u.a. mit Poster). Poster und Cover habe ich von Herschell Gordon Lewis am NIFFF signieren lassen, siehe Fotos. Weltweit scheinen alle DVDs nicht anamorph zu sein. Die US und UK DVDs bieten keine englischen Subs, auf den deutschen Scheiben (gibt mehrere Uncut Anbieter) sind nebst Deutsch/Englisch auch deutsche Subs vorhanden. In Deutschland beschlagnahmt! Eine Blu-Ray scheint es bisher nicht zu geben (Stand: Okt. 2018).