Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label A24 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label A24 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 20. Juni 2026

The Death of Robin Hood

 

The Death of Robin Hood

Story:

Robin Hood (Hugh Jackman) hat eine blutige Vergangenheit voller Diebstähle und Morde zu verzeichnen. Aktuell hilft er seinem Freund Edward (Bill Skarsgård) dabei, seine Ehefrau (Katie Breen) aus den Fängen von Dritten zu befreien, was in späteren Etappen in einem Blutbad endet. Robin Hood wird dabei schwer verletzt und von Edward auf eine Insel gebracht, auf welcher Sister Brigid (Jodie Comer) Menschen heilt und pflegt. Als Robin Hood später erfährt, dass Edward getötet wurde und dessen Tochter (Faith Delaney) und ein möglicher Feind (Noah Jupe) auf der Insel auftauchen, ändert sich alles...

Meine Meinung:

The Death of Robin Hood ging ich relativ erwartungslos und fast ohne Vorwissen schauen. Ein Freund hat mich vor einigen Wochen indirekt auf den Film aufmerksam gemacht. Ich wusste nur, so im Halbwissen, dass es sich um einen neuen A24 Film handelt. Die haben zuletzt ja wieder einige interessante Titel auf die Leinwand gezaubert (z.B. Backrooms, Undertone oder Bring Her Back). The Death of Robin Hood, der eine gänzlich neue Variation von Robin Hood erzählt (als Art Antiheld), ist jedoch ein aufgekaufter A24-Film und keine reine A24-Produktion. Das macht der Qualität aber nicht aus.

The Death of Robin Hood ist definitiv, trotz Namen wie Hugh Jackman (ihn kenne ich nur aus einem Film) und Bill Skarsgård (Barbarian, Locked, It), kein Mainstream-Film geworden und obwohl es sich «nur» um eine amerikanische Produktion handelt, wurde der Film vor Ort in Irland (und England) gedreht. Und zwar in 35mm. Wo der Film punktet, sind die Drehorte, Settings und Aufnahmen. Der Film hat eine ganz eigne, neblige Stimmung (fast etwas à la Conquest), die dem düsteren und tragischen Setting toll zu stehen bekommt. Auch diverse Gesänge und Lieder passen hervorragend dazu und der Cast macht seinen Job hervorragend.

Es war interessant, Mal eine etwas andere Robin Hood Variante zu sehen. Die erste Hälfte des Filmes ist die mit Action, Gewalt, Blut und Schlamm, auch wenn in der Hinsicht in diversen Reviews, was den Gewaltgrad angeht, übertrieben wird. Nebst Nebel ist der Film in den Szenen auch sehr dunkel, was die Momente aber stimmungsvoll werden lässt. Die zweite Filmhälfte ist dann die ruhige, in der sich der Plot, dessen Verlauf und die Charaktere entfalten und vertiefen können. Es gibt interessante Wendungen, auch wenn das Ende selbst dann vorhersehbar (aber trotzdem gut und intensiv) war.

Fazit: Ein nicht uninteressanter Film, der perfekt ins A24-programm passt!

Infos:

O: The Death of Robin Hood

USA 2026

R: Michael Sarnoski

D: Hugh Jackman, Katie Breen, Bill Skarsgård, Jodie Comer, Faith Delaney, Murray Bartlett, Noah Jupe

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 123 Min.

Gesehen am: 20.06.26

Fassungen: Im Kino gesehen ab 16/14 = Uncut, O-Ton mit deutschen Subs. Soll am 25.09.26 in Deutschland auf DVD und Blu-Ray erscheinen.

Freitag, 19. Juni 2026

Backrooms

Backrooms

Story:

Clark (Chiwetel Ejiofor) arbeitet in einem Möbelgeschäft und findet heraus, dass es im Erdgeschoss eine geheime Tür gibt, durch die man in ein weites, verwinkeltes Räume-System gelangt. Zusammen mit zwei Angestellten (Finn Bennett, Lukita Maxwell) versucht er, weiter in die Räumlichkeiten vorzudringen und zu recherchieren. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Um Backrooms gibt es aktuell, wie auch Obsession, einen sehr grossen Hype. Ich habe mich über die Hintergründe nicht informiert und mit Ausnahme eines Trailers auch nichts zum Film angesehen. Mir war nicht Mal der Plot bekannt und ich las auch keine Reviews. Ich wollte völlig losgelöst von Informationen und/oder falschen Erwartungen an den Film herangehen. Backrooms reiht sich zu Filmen wie Talk to Me oder den bereits erwähnten Obsession. Alle haben gemeinsam, dass ihre Regisseure sehr jung sind und ihre Karriere auf YouTube starteten.

Kane Parsons hat 2016 als minderjähriger auf YouTube einen Kurzfilm namens The Backrooms (Found Footage) realisiert. Inzwischen ist diese Reihe auf über 20 weitere Filme auf YouTube gewachsen und bereits The Backrooms (Found Footage) wurde zu einem viralen Hit. A24 haben das Talent (und den möglichen kommerziellen Erfolg) erkannt und Kane Parsons drehte nun seinen ersten richtigen Kinofilm mit einem bescheidenen Budget von 10 Mio. USD. Dabei hat der Film bisher schon 260 USD an den Kinokassen eingenommen. Erstaunlich! Backrooms ist also bereits jetzt, wie auch Obsession, ein voller Erfolg.

Hat mir Obsession gut gefallen, so gefiel mir Backrooms sogar noch besser. Ich fand den Inhalt und den Film als Ganzes kreativ, spannend, gruselig, mysteriös und faszinierend. Endlich Mal kein 08/15-Kino. Der Film lässt viele Fragen offen und ist gewollt mysteriös. Man muss sich auf diese Art Film aber auch einlassen können. Seine Backrooms-Serie wurde auf Social Media und Foren (Reddit und Co.) seitenweise analysiert. Dasselbe wird auch mit Backrooms passieren. Der Zuschauer kann viel in den Inhalt oder das Ende interpretieren. Daher freue ich mich schon auf eine zukünftige Zweitsichtung, um ggf. Anzeichen oder Dialoge zu deuten, die Hinweise geben, was es mit dem Ende auf sich hat. Auf der anderen Seite, muss immer alles erklärt, sinngebend oder logisch sein? Ich denke nicht. Warum nicht einfach geniessen, statt alles zu hinterfragen?!

Die Settings wie auch wenigen Effekte und Make-Up-Sequenzen sind toll getrickst und der Film schafft es, ohne 08/15 Jump-Scares, unbehaglich und gruselig zu sein. Auch die Found-Footage Momente sind gut in den Film integriert. Das Ende hat mir gut gefallen und die mir unbekannten Darsteller waren superb. Allen voran Chiwetel Ejiofor sowie Renate Reinsve. Auch die Nebenfiguren sind gut gespielt und wirken authentisch. Das Sound-Design war stark und passte immer hervorragend zum Gezeigten. Ob ich mir Kane Parsons frühere YouTube Serie noch ansehen werde? Ich weiss es nicht. Aber es dürfte gespannt sein, was Kane Parsons in der Zukunft noch abliefern wird.

Fazit: Für mich bisher eine der besten Horrorfilme in diesem Jahr!

Infos:

O: Backrooms

USA 2026

R: Kane Parsons

D: Finn Bennett, Avan Jogia, Lukita Maxwell, Renate Reinsve, Chiwetel Ejiofor, Mark Duplass

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 110 Min.

Gesehen am: 18.06.26

Fassungen: Gesehen in Kino = Uncut, O-Ton, deutsche Untertitel. Soll Ende Dez. dieses Jahres in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.

Montag, 22. Dezember 2025

Eddington Review

 

Eddington

Story:

Mai 2020 Eddington, eine Kleinstadt in New Mexico:

Sheriff Joe Cross (Joaquin Phoenix) hält nicht viel von der aktuellen Covid-Pandemie. Er und der Bürgermeister Ted Garcia (Pedro Pascal) geraten sich mehrfach in die Haare. Inmitten von Chaos und diversen Herausforderungen (Traumata von Joes Ehefrau, Covid-Pandemie, Ausschreitungen im Zuge nach Black Lives Matter Bewegungen, Social Media, Verschwörungstheorien, Eifersucht unter Jugendlichen) stellt sich Joe zur Wahl zum Bürgermeister und zieht so den Zorn von Bürgermeister Ted Garcia auf sich…

Meine Meinung:

Eddington ist die neuste Arbeit von Ari Aster (Midsommar, Hereditary) und eine weitere A24 Produktion (Bring Her Back, Heretic, Love Lies Bleeding). Ich war seit der ersten Meldung und dem ersten Trailer gespannt. Ari Aster arbeitet hier nach Beau Is Afraid erneut mit Joaquin Phoenix zusammen. Mir gefiel der Einbezug von realen Ereignissen, die Kleinstadtstimmung sowie das New Mexico-Setting. Erfrischend und mit Western Vibes. 

Den Film fand ich trotz seiner stolzen Laufzeit von ca. 150 Minuten als nicht langweilig. Jedoch ist es ein Film, der wohl bei der nächsten Sichtung Längen aufweisen wird. Der Plot hat mich gefesselt, unterhalten, amüsiert und bei Laune gehalten. Wie in der Inhaltsangabe erwähnt werden diverse reale Ereignisse grotesk, satirisch und nicht vorhersehbar in den Plot geflochten. Regisseur Ari Aster bezieht dabei keine klare Stellung, sondern gibt sich neutral. Der Film ist von allen Beteiligten stark gespielt.

Der Film hat Western Vibes, aber ist zugleich auch bitterböse Satire und schwarzer Humor vermischt mit dramatischen Momenten und harten Action-Momenten (blutige Shoot-Outs). Am Ende stellte ich mir die Frage, was der Sinn des Filmes ist. Das letzte Viertel bzw. Ende hat mir leider nicht gefallen. Das ist sicherlich Geschmackssache, aber ich fand es unpassend und das Ende an sich wenig befriedigend. Auf der anderen Seite stelle ich mir die Frage, wie der Film denn besser hätte enden können. Und darauf habe ich keine Antwort.

Fazit: Erfrischendes Kino und kein 08/15 Inhalt. Jedoch mit ärgerlichem Ende.

Infos:

O: Eddington

USA, Finnland 2025

R: Ari Aster

D: Joaquin Phoenix, Pedro Pascal, Emma Stone, Luke Grimes, Austin Butler

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 148 Min.

Gesehen am: 21.12.25

Fassungen: In Bern im Kino gesehen = Uncut, O-Ton mit deutschen Untertiteln. In Deutschland erscheint der Film von LEONINE am 06.03.26 auf Blu-Ray.

Mittwoch, 19. November 2025

Bring Her Back Review

Bring Her Back

Story:

Ein Geschwisterpaar (Billy Barratt, Sora Wong) landet bei einer neuen Pflegemutter (Sally Hawkins). Doch dort erwartet sie keine Liebe...

Meine Meinung:

2025 ist das Jahr der Kinobesuche für mich. Bring Her Back stand aktuell auf der Liste. Die Australier Danny Philippou und Michael Philippou, die 2024 mit Talk to Me einen Hit landeten, bringen mit Bring Her Back ihren neusten Film. Eine reine A24-Produktion. Ich sah von Bring Her Back nur einen Trailer, der vielversprechend aussah. Danach schaute ich mir keine weiteren Trailer oder Clips mehr an und las auch keine Reviews. Ich wusste inhaltlich nicht Mal, um was es ging.

Kann Bring Her Back an Talk to Me anknüpfen? Für meinen persönlichen Geschmack, nein. Talk to Me war als Film und Unterhaltungsprodukt, trotz schwerer Themen, «unterhaltsamer» und vor allem gruseliger als Bring her Back. Bring Her Back ist zwar absolut fantastisch gespielt und technisch stark in Szene gesetzt (schön gefilmt, abgefahrene Kameraeinstellungen, tolle Make-Up-Effekte), aber der Inhalt überzeugte mich nicht. Der Inhalt liess mich kalt, fesselte mich nicht, der Funke sprang nicht rüber.

In den letzten Jahren gab es mehr und mehr Horrorfilme, die Horrorthemen mit Inhalten wie Trauer(Verarbeitung), Traumata und Rituale verknüpft haben. So ist das auch in Bring Her Back. Der Film hat viele schwere Themen, die er unterbringt. Teilweise schon fast zu viel. Es wird zu viel Wert auf die «Depro-Schiene» gelegt. Das Thema (oder die Themen) empfinde ich inzwischen, wie andere Horrorinhalte (Zombies) auch, als ausgelutscht. Es spricht mich weniger an. Schauspielerisch war das aber klasse. Man fühlt Hass (gegenüber Figuren), aber es gab als Gegenpol zu wenig Identifikationsfiguren im Film. Und auf Erklärungen wird verzichtet.  

Fazit: Optisch und schauspielerisch hervorragend, inhaltlich hat mich der Film hingegen nicht überzeugt…

Infos:

O: Bring Her Back

Australien 2025

R: Danny Philippou, Michael Philippou

D: Sally Hawkins, Billy Barratt, Jonah Wren Phillips, Olga Miller, Sally-Anne Upton, Sora Wong

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 104 Min.

Gesehen am: 14.08.25

Fassungen: In Zürich im Kino gesehen in Originalton mit deutschen und franz. Untertiteln, Uncut, ab 16 Jahren freigegeben. In Deutschland hat der Film eine FSK18 Freigabe erhalten. In Kanada wird der Film noch diesen Monat auf Blu-Ray erscheinen (19.08.25).

Montag, 7. Oktober 2024

Heretic

ZFF 2024 / Horroktober 2024

Heretic

Story:

Zwei Bibelverkäuferinnen (Sophie Thatcher, Chloe East) klingeln am Haus von Mr. Reed (Hugh Grant), der ihnen Einlass gewährt. Beide nehmen an und treten ein. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Heretic ist eine neue A24-Produktion. Die Firma, die für Filme wie Love Lies Bleeding, MaXXXine, Talk to Me (= nur aufgekauft) oder Dream Scenario verantwortlich ist. Immer guter Stoff für Filmfeste und Filmfans. Als ich den ersten Trailer zu Heretic sah, war ein Kinobesuch schon beschlossene Sache. Und dank des ZFF in Zürich kam ich nun schon früher in den Genuss des Filmes. Heretic ist ein Kammerspiel, welches in seinen 110 Minuten zu keiner Sekunde langweilig wird.

Heretic ist ein spannendes und stimmungsvolles Kammerspiel, welches vor allem durch seinen tollen und überzeugenden Cast liefert. Hugh Grant, ehemaliger Frauenschwarm, macht in der Rolle des Psychopathen extrem viel Spass. Pures Kino, ihm zuzusehen. Sein Overacting ist klasse. Da kommen mir andere Schauspieler in den Sinn, die selten Bösewichte spielten, dass aber stark gemeistert haben, z.B. George Clooney in From Dusk Till Dawn oder Leslie Nielsen in Creepshow oder Day of the Animals.

Was Hugh Grant angeht, kenne ich nur einen Film. The Lair of the White Worm. Der war jedoch nicht meine Kragenweite. Das Alter bekommt ihm aber gut: er spielt wunderbar creepy. Aber auch die Mädels machen ihre Sache gut. Sophie Thatcher fällt etwas ab, aber Chloe East wirkt in ihrer Rolle als Mormonin glaubhaft. Der Plot ist spannend. Es geht um Glauben und Unglauben inklusive um Religionen. Wo der Film hinführt? Dies sei an dieser Stelle nicht verraten. Allerdings hätte ich mir gegen Ende hin einen grösseren Knalleffekt versprochen und das Ende selbst lässt Interpretationen zu. Geschmackssache.

Fazit: Nur schon aufgrund Hugh Grants tollem Schauspiel sehenswert!

Infos:

O: Heretic

USA 2024

R: Scott Beck Bryan Woods

D: Hugh Grant, Sophie Thatcher, Chloe East, Elle McKinnon, River Codack, Carolyn Adair

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 110 Min.

Gesehen am: 04.10.24

Fassungen: Am Zürich Film Festival 2024 gesehen = Uncut, O-Ton, deutsche Subs. Der Film bekommt Ende Dez. 2024 auch noch einen regulären Schweizer Kinostart spendiert. Eine DVD/Blu-Ray/UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: Okt. 2024).

Sonntag, 7. Juli 2024

MaXXXine

NIFFF 2024

MaXXXine

Story:

Hollywood, 1985:

Maxine (Mia Goth) versucht ihr Glück bei Hollywood. Ihr Ziel ist es, weltbekannt zu werden. Doch ihr Ziel und Bemühungen werden durch einen Serienkiller gestört, der es auf Schauspielerinnen abgesehen hat und der um ihre Vergangenheit (Pearl, X) Bescheid weiss…

Meine Meinung:

Auf MaXXXine, den dritten Teil in der von A24 produzierten Trilogie von Ti West (In a Valley of Violence) mit Mia Goth (Suspiria) habe ich mich gefreut. Inzwischen soll der Film sogar einen regulären Kinostart bekommen haben, was mich doch sehr überrascht. Das war bei den Vorgängern, soviel ich weiss, zumindest in der Schweiz, nicht der Fall. Der dritte Teil spielt nun in den 80ern Jahren und versucht sich in der Hommage an Hollywood- und Serienkiller-Filme.

Letzteres gelingt nur dürftig und Giallo-Vibes, welche dem Film auch nach gesagt werden, empfand ich bis auf einen Mord als unpassend formuliert. MaXXXine ist leider eine ganze Nummer uninteressanter und schwächer als die Vorgänger. Zum einen gibt es relativ wenig Action und auch kaum Effekte (eigentlich bietet der Film nur zwei tolle Splatter-Effekte durch den ganzen Film), zum anderen hat mich der Film vor allem inhaltlich nicht abgeholt. Besonders das letzte Viertel war dann wirklich schade und hat viele Punkte gekostet.

Da hätte ich mir eine andere Auflösung als jene gewünscht. Und was Ti West definitiv auch nicht kann, ist das Inszenieren von Shoot-Outs. Das passte einfach nicht in den Plot. Ti West muss sich gar den Vorwurf gefallen lassen, Quentin Tarantinos Once Upon a Time in Hollywood als Vorbild genommen zu haben. Der Film geht in die Richtung. Die starken Seiten des Filmes nebst zwei sehenswerten Splatter-Szenen ist die Machart: der Retro-Look ist cool und die ganzen 80er Jahre Vibes haben mir gefallen. Zudem ist der Film, zumindest mehrheitlich, auch stark gespielt: Mia Goth überzeugt erneut und am meisten Spass machte ansonsten Kevin Bacon (Freitag der 13.).  Der Rest fällt z.T. aber ab. Schade.

Fazit: Im Gegensatz zu X und Pearl kein Film für die Sammlung und leider eine ganze Nummer schlechter als die Vorgänger. Schade. 

Infos:

O: MaXXXine

USA, Kanada, Neuseeland, UK (je nach Quellen unterschiedlich) 2024

R: Ti West

D: Mia Goth, Elizabeth Debicki, Moses Sumney, Michelle Monaghan, Bobby Cannavale, Lily Collins, Kevin Bacon

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 104 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen in Englisch, Uncut. In Deutschland soll der Film am 31.12.24 auf DVD/Blu-Ray/UHD erscheinen.

Sonntag, 14. April 2024

Love Lies Bleeding

BIFFF 2024 Spezial

Love Lies Bleeding

Story:

Lou (Kristen Stewart), die in einem Gym arbeitet und dessen einflussreicher Vater (Ed Harris) in der Gegend krumme Dinger betreibt, verliebt sich in Jackie (Katy O'Brian), eine Bodybuilderin. Diese befindet sich auf dem Weg nach Las Vegas, um an einem Wettbewerb teilzunehmen. Doch ihre Liebe wird durch einen Mord und dem Entsorgen der Leiche auf eine harte Probe gestellt…

Meine Meinung:

Love Lies Bleeding ist ein interessanter Film und eine A24-Produktion. Bei A24-Produktionen weiss der Zuschauer manchmal nicht genau, was ihm vorgesetzt wird und/oder wo die Reise hinführt. Love Lies Bleeding ist lange relativ «normal» und gradlinig, um am Ende dennoch mit einigen Überraschungen aufzuwarten, die ich so wirklich nicht erwartet hätte. Das finde ich cool, auch wenn es nicht allen gefallen wird.

Regisseurin Rose Glass hat schon mit Saint Maud für A24 abgeliefert. Love Lies Bleeding ist eine Aufwertung: grösser, internationaler Cast, aufwändiger. Der Film bietet eine gewisse Kleinstadtstimmung, wie ich sie mag, dunkel Geheimnisse die Figuren betreffend und ein passendes Lesben-Duo in der Bodybuilding-Szene und eine dramatische Liebesgeschichte. Die Bodybuilding-Szene ist nicht unbedingt ein Setting, welches mich wirklich interessiert (auch wenn ich z.B. Arnie mag) oder begeistert, aber es hat seine Pflicht erfüllt und die Machart war glaubhaft inszeniert. 

Es wird auf skurrile Momente (Insekten, die Bodybuilding-Show in Las Vegas) ebenso wenig verzichtet wie auf nackte Tatsachen, leidenschaftlichen Sex aber auch krude Gewaltspitzen und surreale Momente. Kristen Stewart (hab die zuerst mit Kirsten Dunst verwechselt), Katy O'Brian und Ed Harris (A History of Violence) wie auch alle anderen Beteiligten waren glaubhaft und superb gecastet. Ed Harris steht die Rolle des Bösewichtes einmal mehr sehr gut.  Die Kameraarbeit ist gelungen wie auch die Musik.

Fazit: Pflichtprogramm für A24-Fans!

Infos:

O: Love Lies Bleeding

Grossbritannien, USA 2024

R: Rose Glass

D: Anna Baryshnikov, Kristen Stewart, Dave Franco, Katy M. O'Brian, Jena Malone, Ed Harris, Orion Carrington

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 104 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

FassungenGesehen am BIFFF 2024, Uncut und im O-Ton. Eine DVD oder Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: April 2024). Der Film bekommt am 25.04.24 einen regulären Schweizer Kinostart.

Samstag, 30. September 2023

Dream Scenario

 
ZFF 2023 
Dream Scenario

Story:

Familienvater und Professor Paul Matthews (Nicolas Cage) wird über Nacht zum unfreiwilligen Star, als dieser plötzlich in den Träumen von unzähligen Menschen auftaucht. Was zunächst ganz spassig erscheint, nimmt mit der Zeit negative Formen an, als sich die Träume nach einer Zeit bei den Menschen zu Alpträumen formen…

Meine Meinung:

Dass ZFF 2023 hätte ich dieses Jahr fast verpasst. Kollege aus Zürich hat mich daran erinnert. Immerhin habe ich dort in den letzten Jahren auch gute Filme gesehen (Im Westen nichts Neues, The Lighthouse). Der Eröffnungsfilm vom ZFF 2023 stellt die A24-Produktion Dream Scenario dar. Ich mag A24 Produktionen, egal ob selbst produzierte Filme (X, Pearl, Men, Saint Maud, Under the Silver Lake, It Comes at Night), vertriebene (Under the Skin) oder aufgekaufte Titel (Talk to Me).

Dream Scenario, der vom Midsommar Regisseur Ari Aster (Hereditary) produziert wurde, wartet mit Nicolas Cage (Mandy, Windtalkers, Die Farbe aus dem All) in der Hauptrolle auf. Nach Toronto (Weltpremiere) feierte der Film am ZFF, nicht etwa in Zürich selbst, sondern in Winterthur, Europapremiere. Dies war die weltweit 2. Aufführung des Filmes, der allgemein (in Toronto) sehr gut angekommen zu sein scheint.

A24 hat meiner Meinung nach durch den Film Everything Everywhere All at Once, den ich persönlich nicht interessant finde (daher nie gesehen), einen zu grossen Bekanntheitsgrad erlangt. Der Film wurde viel zu sehr gehypt, was natürlich die Folge der Oscar-Gewinn-Serie war. Dream Scenario wird bereits als nächster Oscar-Kandidat angesehen. Spätere A24 Produktionen fand ich schlechter (Bodies Bodies Bodies) und/oder gar nicht mehr interessant (Beau is Afraid).

Dream Scenario ist an sich ein guter Film, der aber im Grossen und Ganzen weniger meinen Geschmack trifft. Der Film wird im Internet als Horrorkomödie oder gar Sci-Fi Komödie beschrieben. Ich würde den Film vor allem als bitterböse Satire auf Social Media und Cancel Culture sehen inklusive Sci-Fi Touch am Ende und viel sozialkritischem Humor, der vor allem die Woke-Generation durch den Kakao zieht. Hauptsächlich ein Drama, wenn man so viel. Aber echter Horror? Nö!

Dabei ist der Plot spanend und originell. Aber richtige Erklärungen gibt es nicht und über das Ende kann man streiten. Es zeigt aber schön auf, wie Social Media, Influencer und dessen Mob Leben zerstören und Personen vorverurteilen können. Man denke da nur an Namen wie Sion Sono, Richard Stanley, Mason Greenwood, Till Lindemann, Benjamin Mendy oder Kevin Spacey, die alle vor Gericht freigesprochen wurden und/oder es gar nicht zur Anklage kam. Von Persönlichkeiten, die seit Jahren tot sind (Klaus Kinski und aktuell auch Maximilian Schell) ganz zu schweigen, wobei es ja auch andere Beispiele gab, wenn ich da z.B. an Harvey Weinstein oder R. Kelly denke. Das Thema ist also aktuell und etwas, womit sich die Menschen auch die Zukunft noch auseinandergesetzt sehen werden, sowie im Guten wie auch im Schlechten.

Der Film ist optisch und technisch stark in Szene gesetzt, fesselt leicht und ist unterhaltsam. Der Film ist auch durchaus sehr lustig und zuweilen sehr komisch (die nachgespielte Sex-Szene war zum Brüllen komisch). Wo der Film auch stark punktet ist der Cast allen voran Nicolas Cage. Der Star einiger der besten Actionstreifen der 90er Jahre (Im Körper des Feindes, The Rock, Con Air) spielt den unglücklichen Softie- Professor enorm gut und oft genug wird die Marke Nic Cage selbst durch den Kakao gezogen. Ganz starke Leistung von ihm. Aber auch der restliche Cast passt wie die Faust aufs Auge zu ihren Rollen.

Fazit: Ein guter, nicht uninteressanter und sozialkritischer Film mit einem hervorragenden Nicolas Cage, der jedoch persönlich weniger meinem Filmgeschmack entspricht = ok für am Filmfest, aber nichts für meine Filmsammlung!

Infos:

O: Dream Scenario

USA 2023

R: Kristoffer Borgli

D: Nicolas Cage, Julianne Nicholson, Michael Cera, Tim Meadows, Dylan Gelula, Dylan Baker

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 100 Min.

Gesehen am: 28.09.23

Fassungen: Gesehen am Zürich Film Festival 2023 im O-Ton mit deutschen Untertiteln. Der Film dürfte in der Schweiz noch einen regulären Kinotermin erhalten (18.01.24). Also ist mit einer DVD/Blu-Ray erst deutlich später zu rechnen. 

Mittwoch, 13. September 2023

Bodies Bodies Bodies


Bodies Bodies Bodies

Story:

Sophie (Amandla Stenberg) und ihre Freundin Bee (Maria Bakalova) fahren zu einer Party. Diese eskaliert, als David (Pete Davidson) sterbend vorgefunden wird. Wer ist der Killer?

Meine Meinung:

Bodies Bodies Bodies wird als Mix aus Slasher, Horror- und Komödie bezeichnet. Eine Mördersuche und die Frage nach dem Motiv im Generationen Z-Setting. Reiche und oberflächliche Teens in ihren 20ern feiern eine Tornado-Party, ehe ein Mitglied tot aufgefunden wird. Wer ist der Täter? Das ist der Inhalt dieser A24 (Pearl) Produktion. Ich fand schon den Trailer kaum ansprechend. Kein Film, denn ich mir gekauft hätte. Ich bekam die DVD geschenkt und daher guckte ich mir den Film an.

Bodies Bodies Bodies kann gut einmal geschaut werden. Dennoch kein Film für die Sammlung und/oder der lohnt, nochmals angesehen zu werden. Der Film war mehr oder weniger unterhaltsam und spannend im Sinne von «Wer ist der Täter?» / «Was ist passiert?» / «Wie endet der Film»? Die Schauspielleistungen waren gut, aus dem wenigen Budget wird alles rausgeholt und das Ende mochte ich (überraschend). Fast eine Art Kammerspiel.

Einige Fragen bleiben jedoch unbeantwortet. Ein echter Slasher ist der Film in meinen Augen nicht. Dazu ist der Film viel zu harmlos, es gibt zu wenig Action, kaum Gore. Echter Grusel oder Thrills sind Fehlanzeige. Ich würde nicht Mal von Horror sprechen. Eine Satire (Abgesang auf die Generation Z) trifft es da besser. Die Figuren dürften der «heutigen Norm» entsprechen. Ziemlich alle Figuren sind nervtötend und unsympathisch. Die Musik traf auch überhaupt nicht meinen Geschmack, passt aber perfekt zu den Figuren und dem Setting. Der Film war zwar nicht sonderlich toll, aber immerhin unterhaltsam.

Fazit: Nicht wirklich und höchstens für einen langweiligen Abend geeignet…

Infos:

USA 2022

R: Halina Reijn

D: Amandla Stenberg, Maria Bakalova, Pete Davidson, Myha'la Herrold, Lee Pace, Rachel Sennott

Laufzeit der US-DVD: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 22.08.23

Fassungen: Vom Kumpel bekam ich die US-DVD (nur die Disc, da anscheinend ein Blu-Ray/DVD-Set gewesen) von Lions Gate geschenkt = sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Soll im Oktober in Deutschland von Sony erscheinen.

Donnerstag, 24. August 2023

Talk to Me

Talk to Me

Story:

Mia (Sophie Wilde), die vor kurzem ihre Mutter verloren hat, beschwört auf einer Party zusammen mit Freunden und Familie (u.a. Zoe Terakes, Chris Alosio, Alexandra Jensen, Otis Dhanji, Joe Bird) mit einer magischen Hand Wesen aus einer anderen Welt – was dann als Gag gefilmt und ggf. auch Online gestellt wird. Was als Spass beginnt, endet in einem Alptraum…

Meine Meinung:

Von Talk to Me sah ich nur einen Trailer. Ich weiss gar nicht, ob ich den zu Ende schaute oder zuvor beendet habe (damit keine Überraschungen verdorben werden). Ich fand den Trailer ansprechend und ich mag A24 Produktionen (Lamb, Men, Midsommar, The Green Knight, Saint Maud, In Fabric, Under the Skin, It Comes at Night, The Lighthouse, Hereditary, Under the Silver Lake, The Witch, Green Room, February). Erst nach dem Kinobesuch erfuhr ich, dass Talk to Me kein wirklicher A24 Film ist, sondern von denen aufgekauft wurde.

Nachdem ich den Trailer sah, hörte und las ich nichts mehr von dem Film. Scheinbar sprechen aktuell schon wieder einige Leute von einem Hype. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen. Was ich sagen kann ist, dass der australische Film, ein Regiedebüt der Youtuber Zwillinge Danny und Michael Philippou, an den Kinokassen extrem erfolgreich lief. Was ich zudem sagen kann ist, dass der Film für ein Regiedebüt exzellent geworden ist. Ich war 2023 abgesehen vom NIFFF nur zweimal im Kino: Ende Mai sah ich die Doku Krähen und im Juni gönnte ich mir The Big Boss in London.

Talk to Me ist also erst mein 3. regulärer Kinofilm. 2023 ist in der Hinsicht schlecht. Was ich für 2023 noch auf dem Schirm habe sind Filme wie The Exorcist: Believer, Thanksgiving und Expend4bles. Talk to Me hat sich im Kino gelohnt. Sehr. Zwar bin ich nie erschrocken, aber es handelt sich auch weniger um einen 08/15 Geisterfilm, sondern mehr um einen psychologischen Horrorfilm mit zweideutigem Titel. Der Titel "Talk to Me" beruft sich nicht nur auf die magische Hand, mit welcher die Teens die Toten auffordern, mit ihnen zu sprechen, sondern gibt sich auch sozialkritisch, mehr über sich und seine Probleme/Gefühle zu sprechen, um so z.B. Suizide präventiv vorbeugen zu können. Dies ist auch Inhalt des Filmes.

Beide Themen werden intensiv und fesselnd in den Plot verfochten. Der Film, der mit vielen unbekannten Jung-Darstellern aufwartet, ist extrem gut gespielt. Sehr authentisch. Eine Ausnahme stellt Miranda Otto dar, welche bereits in vielen Kinofilmen (Annabelle: Creation, The Lord of the Rings: The Return of the King, The Lord of the Rings: The Two Towers) und TV-Serien (Chilling Adventures of Sabrina) zu sehen war. Die Figuren sind erträglich und man fiebert mit ihnen mit. Der Film hat einige sehr ungemütliche Szenen, die ich jedoch sehr gelungen fand. Die wenigen Effekte waren der Wahnsinn. Extrem starke Make-Up Szenen.

Dem Film gelingt es gekonnt, durch Schauspiel, Plot, Stimmung und Musik zu Punkten und Atmosphäre und Unbehagen zu erzeugen. Also weniger durch Jump-Scares und Co. Dabei ist der Film grandios gefilmt und schön anzusehen. Dies ist beachtlich, vor allem für ein Regiedebüt. Zwar muss sich der Film in einer Szene den Vorwurf gefallen lassen, bei Hereditary abgeguckt zu haben, aber das tut nicht gross was zur Sache. Was ein-zwei skurrile Ekelszenen angehen, kam zudem Drag Me to Hell Stimmung auf. Einziger Wermutstropfen ist, dass eine obligatorische Fortsetzung offengelassen wird. Da wäre es besser gewesen, wenn der Film paar Minuten zuvor geendet hätte = dies hätte deutlich mehr Spielraum für Interpretationen gegeben.

Fazit: Für Horrorfans zu empfehlen!

Infos:

O: Talk to Me

Australien 2022

R: Danny Philippou, Michael Philippou

D: Sophie Wilde, Zoe Terakes, Chris Alosio, Alexandra Jensen, Otis Dhanji, Joe Bird, Miranda Otto

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 95 Min.

Gesehen am: 31.07.23

Fassungen: In Zürich im Kino gesehen = Uncut (ab 16/14) in Englisch mit franz. und deutschen Subs. Soll am 08.12.23 in Deutschland erscheinen (DVD, Blu-Ray, UHD). Label: Capelight Pictures.

Sonntag, 6. August 2023

Pearl

Pearl

Story:

 

1918 USA:

 

Pearl (Mia Goth) wächst unter der strengen und religiösen Hand ihrer Mutter (Tandi Wright) auf. Zusammen betreiben sie den Hof und kümmern sich um ihren kranken Vater/Ehemann (Matthew Sunderland), während Pearls Ehemann (Alistair Sewell) für den Krieg eingezogen wurde.

 

Meine Meinung:

 

Pearl soll die Vorgeschichte von X erzählen, in welcher Mia Goth auch mitwirkt (jedoch eine andere Rolle). Beides sind A24 Produktionen und wie bereits in X führt auch hier Ti West Regie. An allzu viel aus X kann ich mich nicht erinnern. Netter Retro-Look und Blutgericht in Texas Vibes. War gut. Pearl mochte ich auch, wenn nicht sogar mehr. Auch wenn der Film schlussendlich nichts Neues bietet.

 

Das mag überraschen, da Pearl der bedeutend harmlosere und ruhigere Film ist. Der Film ist ein Mix aus Retro, Backwood (Erneut: Blutgericht in Texas und Eaten Alive), Drama (à la Carrie), Horror und Satire. Ich nahm den Film vor allem als satirische Charakter-Studie wahr. In der Hinsicht ist der Film toll anzusehen. Mia Goth spielt irrsinnig. Ihr Spiel mit der Mimik, ihr psychopathisches Lächeln oder ihr Monolog am Ende sprechen Bände. Was für eine Leistung von ihr, die mir in anderen Filmen nie bewusst aufgefallen ist (Suspiria, Nymphomaniac Vol. 2).

 

Ansonsten trifft es der Carrie Vergleich ganz gut, auch wenn es par Klischees gibt, auf die hätte Verzichtet werden können (Pearl ist Deutscher Abstammung). Der religiöse Wahn und die Isolation kommen gut zur Geltung und machen glaubhaft, welcher Qual Pearl ausgesetzt ist. Einzelne Serienkiller-Motive kommen glaubhaft rüber (sich zuerst an Tieren vergehen, später an Menschen). Das ist evidenzbasiert. Der Film ist unterhaltsam und sieht gut aus. Vor allem Intro und Abspann sind im netten Retro-Look gehalten.

 

Der Film ist wenig blutig und die Morde sind wenig explizit. Auf ein-zwei Szenen (CGI-Krokodil) hätte verzichtet werden können. Die Angriffe sind aber stimmungsvoll in Szene gesetzt und auch gut gefilmt. Um nötiges Kleingeld zu kaschieren, wohlmöglich. Aber eine gute Lösung. Obwohl nicht explizit, sind die Szenen nett anzusehen (die Szene mit der Axt vor dem Finale). Dafür gibt es sonst paar eklige Szenen zu sehen (Nasenrotz, Maden auf Schwein etc.). Cool! Das Ende ist gelungen und das Warten darauf lohnt sich. Wer X mochte, kann bei Pearl bedenkenlos einschalten.


Gefolgt von: MaXXXine

 

Infos:

 

O: Pearl

 

USA, Kanada 2022

 

R: Ti West

 

D: Mia Goth, Tandi Wright, Matthew Sunderland, Alistair Sewell, David Corenswet, Emma Jenkins-Purro

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 103 Min.

 

Gesehen am: 27.06.23

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lions Gate vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Die Disc stammt aus einer Blu-Ray/DVD-Combo-Fassung und ich bekam die DVD vom Kumpel geschenkt. Soll in Deutschland von Turbine erscheinen. Es gibt noch kein Vö-Datum.

Samstag, 6. August 2022

X Review


X

Story:

 

Texas 1979: Eine Gruppe von jungen Erwachsenen (u.a. Mia Goth, Martin Henderson) wollen im texanischen Hinterland einen Amateur-Porno-Film drehen. Dafür wurde sogar ein Anwesen angemietet. Doch der Dreh entwickelt sich anders als geplant und zum tödlichen Alptraum…

 

Meine Meinung:

 

Ich bin kein allzu grosser Fan von Ti West (In a Valley of Violence), auch wenn ich House of the Devil nochmals eine Chance geben sollte (vor ewiger Zeit an einem NIFFF gesehen) und auch wenn ich nicht alle seine Filme kenne (z.B. The Innkeepers). Auch The Sacrament war kein Kracher. X hingegen hat mir aber gut gefallen, auch wenn der Trailer zum Film schon zu viel verraten hat.

 

X, der als Überraschungsfilm auch am NIFFF 2022 gezeigt wurde, erinnerte mich mehr als nur einmal an Tobe Hoopers Klassiker Blutgericht in Texas und Blutrausch. X darf gerne als Hommage an diese Werke genannt werden, auch wenn der Film inhaltlich dann eigene Wege geht. Die 1. Hälfte baut eine klasse Stimmung auf. Wie für Ti West Filme nimmt sich der Film beim Aufbau Zeit.

 

Heuer gefällt mir dieser langsame Spannungs- und Bedrohungsaufbau. Die 1. Hälfte hat mir daher fast besser als die 2. gefallen, die dann mehr Action, Effekte und Horror bietet, dafür an Spannung nachlässt. Es gibt schöne Backwood-Klischees und Blutgericht in Texas Vibes. Neuseeland, wo der Film gedreht wurde, wird gekonnt als Texas-Setting missbraucht.

 

Optisch ist der Film interessant eingefangen und gefilmt worden inklusive toller Film-im-Film Sequenzen. Ti West versteht inzwischen geschickt, sein handwerkliches Können gekonnt auf die Leinwand zu bringen. Es gibt viele ruhige, stimmungsvolle und tolle Aufnahmen (z.B. die See-Szene mit dem Alligator aus der Vogelperspektive).

 

Die Darsteller sind mir allesamt unbekannt, passen aber hervorragend in ihre Rollen. Der Zeitgeist (Film spielt 1979) wurde zudem auch authentisch eingefangen. Es gibt übrigens eine überraschende Doppel-Rolle, welche an der Stelle nicht verraten wird. Tipp: im Abspann genau hinschauen! Mia Goth, die bereits in Nymphomaniac tief blicken liess, schnupperte danach im Suspiria Remake Horrorerfahrung. Auch Martin Henderson spielte bereits in Horrorfilmen mit (The Strangers: Prey at Night).

 

Fazit: Für meinen Geschmack der bisher beste Film von Ti West und Vorfreude auf Pearl, der die Vorgeschichte zu X erzählen wird, ist definitiv gegeben

 

Gefolgt von: Pearl

 

Infos:

 

O: X

 

USA, Kanada 2022

 

R: Ti West

 

D: Mia Goth, Martin Henderson, Jenna Ortega, Brittany Snow, Kid Cudi

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 105 Min.

 

Gesehen am: 06.08.22

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lion Gates vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Soll Anfang Sept. 2022 von Capelight P. auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.