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Freitag, 3. Juli 2026

Blades of the Guardians

NIFFF 2026 Spezial

Blades of the Guardians

Story:

China während der Sui-Dynastie:

Dao Ma (Jacky Wu Jing) hat Schulden. Um diese begleichen zu können, nimmt er einen riskanten Job an. Er soll Zhi Shi Lang (Sean Sun Yizhou), einen Rebellenanführer, durch die Wüste führen. Dumm nur, dass diverse andere Parteien (Banditen und Kopfgeldjäger) ebenfalls hinter Zhi Shi Lang her sind…

Meine Meinung:

Blades of the Guardians habe ich mir nur angesehen, da ich auf dem aktuellen NIFFF dazu die Chance hatte. Ansonsten wäre Blades of the Guardians, der in China an den Kinokassen sämtliche Rekorde brach, nicht auf meiner «Watchlist» gestanden. Solche neuen China-Blockbuster sind einfach nichts für mich und treffen nicht meinen Filmgeschmack. Und das, obwohl ein bekannter Cast um Namen wie Yuen Woo-Ping (Fist of the Double K), Jacky Wu Jing (Sha Po Lang, Call of Heroes), Jet Li (Once Upon a Time in China and America, Martial Arts of Shaolin), Nicholas Tse (Raging Fire, New Police Story), Kara Hui (Mrs K, My Young Auntie) oder Tony Leung Ka-Fai (People’s Hero, Double Vision).

Bei Blades of the Guardians handelt es sich um einen chinesischen Blockbuster, und, was ich nicht wusste, um eine Comic-Verfilmung und um einen Wuxia. Regie führte Altmeister Yuen Woo-Ping. Produziert wurde der Film u.a. von Jacky Wu Jing, der die Hauptrolle spielt. Er erinnert mit der Darbietung als Antiheld mit dem Jungen an einen «Lone Wolf». Vergleiche tun sich auf mit der Hauptfigur aus der Lone Wolf and Cub-Reihe. Jacky Wu Jing wird von diversen Parteien begleitet. Dabei erinnert die Figur Zhi Shi Lang an einen Troma-Charakter aus Sgt. Kabukiman N.Y.P.D., was mich total irritiert hat.

Tony Leung Ka-Fai spielt eine grosse Nebenrolle ohne Kampfszenen. Keine Kampfszenen hat leider auch Shaw Brothers Star Kara Hui erhalten. Sie ist allgemein nur kurz zu sehen, vielleicht fünf Minuten. Nicholas Tse spielt auch nur eine grosse Nebenrolle, aber quasi eine der beiden Endgegner am Ende. Er macht das im Film besser als andere. Fast nicht erkannt hätte ich Jet Li, der auch einen Bösewicht spielt. Er wird im ersten Viertel des Filmes gleich von zwei Kämpfern, darunter auch Jacky Wu Jing, bekämpft. Mit seiner Frisur und Bart fiel es schwer, ihn als Jet Li zu identifizieren. Am Ende war es seine Original-Stimme, die ich noch aus den Expendables-Filmen kannte, die mir halfen, ihn zu identifizieren.

Die Comics kenne ich nicht. Daher kann ich keine Vergleiche liefern. Inhaltlich fand ich den Film überladen, die Laufzeit zu lang (inklusive zu viele Rückblenden), der Ton wechselhaft (Mal blutig, Mal lustig) und die Effekte, insbesondere die CGI-Effekte, waren weniger schlecht als erwartet. Yuen Woo-Ping gab diesmal die Kampf-Choreographie ab. Diese übernahm Ku Huen-Chiu (Shadow, Black Mask, Mirage, The Master, Once Upon a Time in China). Leider hat mir eigentlich nicht eine Kampfszene wirklich gut gefallen. Es gab bessere und es gab schlechtere Kämpfe, aber keine einzige würde ich als wirklich gut betiteln. Kein Vergleich mit 60er, 70er, 80er oder 90er Jahre Wuxia. Und den Wüstensturm, der direkt aus Mad Max: Fury Road stammen könnte, hätte es auch nicht gebraucht.

Fazit: Leider kein Must See Titel!  

Infos:

O: Biao Ren

China 2026

R: Yuen Woo-Ping

D: Jacky Wu Jing, Nicholas Tse, Josh Yu Shi, Sean Sun Yizhou, Ci Sha, Tony Leung Ka-Fai, Jet Li, Kara Hui

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 126 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Montag, 18. Mai 2026

The Punisher: One Last Kill

The Punisher: One Last Kill

Story:

Frank Castle (Jon Bernthal) Standort wird sämtlichen Gangstern in der Gegend kommuniziert und ein Kopfgeld auf ihn ausgeschrieben. Kurze Zeit später kämpft Frank ums Überleben…

Meine Meinung:

Marvel Studios haben via Streaming-Plattform eine neue Filmversion von The Punisher ins Leben gerufen. The Punisher: One Last Kill ist ein ca. 50minütiger Kurzfilm. Jon Bernthal, der bereits in den zwei The Punisher Staffeln in die Rolle von Frank Castle schlüpfte, kehrt erneut als totbringender Rächer zurück. Neu jedoch mit Bart und mit viel Dramatik. Für meinen Geschmack mit zu viel Dramatik. Der Film kommt nicht an das Niveau der Serie heran. Von dieser hat zumindest die erste Staffel sehr überzeugt und immerhin der Anfang der 2. Staffel.

Ich las in den letzten Tagen viel zu The Punisher: One Last Kill. Überraschend brutal, zu brutal, actionreich, eine positive Überraschung da auf Disney Plus abrufbar. Ich sah mir The Punisher: One Last Kill heute an und der Kurzfilm ist solide. Aber mehr nicht. Die Action startet in dem Film erst ab der ca. 25. Minute und der Abspann erfolgt bereits in der 44. Minute. Das war am Ende doch zu wenig. Für mich gab es zu viele Längen, zu viel Winselei und Selbstmitleid von Frank (hat sehr genervt) und für die Gesamtlaufzeit zu wenig Action.

Die Actionszenen sind zwar in der Tat gut und blutig (aber gelegentlich spielt sich die Gewalt auch nur im off screen ab), erinnern aber schlicht und einfach zu sehr an The Raid, um eigenständig zu wirken. Es ist auch schade, dass Frank wie ein Penner rumläuft und nur kurz vor dem Abspann sein bekanntes Outfit trägt. Die Actionszenen sind blutig. Es wird nicht nur geschossen, sondern auch anderweitig eliminiert. Es gibt auch 1-2 Stunts und eine Explosion zu sehen. Der Plot endet offen. Das Pack und Gesindel erinnert an Troma, Death Wish oder Hobo with a Shotgun.

Fazit: Kein Kracher, aber Fans vom «Punisher» können durchaus einen Blick riskieren! Ich bleibe beim Dolph Lundgren Punisher!

Infos:

O: The Punisher: One Last Kill

USA 2026

R: Reinaldo Marcus Green

D: Jon Bernthal, Deborah Ann Woll, Jason R. Moore, Judith Light, Kelli Barrett, Andre Royo

Laufzeit der Streaming-Fassung: Ca. 51 Min.

Gesehen am: 18.05.26

Fassungen: Der Film kann bei Disney Plus gestreamt werden. Der Film ist Uncut. Ich sah mir davon die deutschsprachige Ausgabe an (die Synchronisation geht absolut in Ordnung). Da eine Disney Plus Produktion ist es äusserst unwahrscheinlich, dass der Kurzfilm je auf DVD, Blu-Ray oder UHD erscheinen wird.

Samstag, 25. April 2026

Fuck My Son!

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Fuck My Son!

Story:

Eine Frau (Robert Longstreet) entführt eine Mutter (Tipper Newton) und deren Tochter (Kynzie Colmery) und zwingt die Mutter, ihren schwer behinderten, deformierten Sohn (Steve Little) zu entjungfern…

Meine Meinung:

Auf Fuck My Son! war ich sehr gespannt. Warum? Im Trailer sah ich Ekelszenen und handgemachte Effekte, zudem hörte sich der Inhalt sehr provokant, makaber und schwarzhumorig an. Durchaus sehr gewagte Themen, die Fuck My Son! da angeht. Dass es sich sogar um eine Comic-Verfilmung handelt, war mir nicht bewusst. Für ein Filmfestival ist ein solches Werk natürlich ein gefundenes Fressen. Aber selbst hier hatte es Zuschauer, die die Vorstellung verlassen haben (aber nur sehr wenige). Der Geschmack des Filmes ist schlecht. Peter Jacksons Filmtitel «Bad Taste» kommt mir da als Vergleich in den Sinn.

Der Film ist eine groteske Ekel-Horror-Komödie, die bewusst provozieren will. Da ich die Comics nicht kenne, kann ich nicht vergleichen. Im Abspann gibt es noch einige Bilder aus dem Comic zu sehen. Diese Vergleiche scheinen gut gelungen zu sein. Ansonsten erinnert der Film auch etwas ans Backwood-Kino, was nicht überrascht, da sich Regisseur Todd Rohal auch von Blutgericht in Texas inspirieren liess. Der Retro-Stil gefiel. Die anderen Einschübe (der Anfang des Filmes) und die digitalen Zwischensequenzen (mit den Fleischfiguren, dem «Himmel» oder schräge Musik- und Nackteinlagen) waren teilweise schräg und, so wie ich jetzt gelesen habe, auch AI zu verdanken. Die wirkten teilweise schon auch unpassend, fand ich.

Die Darsteller haben ihre Sache alle ordentlich gemacht. Mutige Rollen, denn der Inhalt wird nicht allen schmecken. Ich kenne niemanden aus der Produktion. Auf jeden Fall war der Film eine tolle Wahl für eine Art «Midnight Screening» am Brugggore Filmfestival. Das Kino war zwar nicht voll, aber das war die bisher beste Stimmung welche ich am diesjährigen Filmfest erlebt habe. Das Publikum hat viel gelacht. Die Ekelszenen waren hübsch innovativ und wenn man meint, schon das höchste Level erreicht zu haben, kommt was Neues dazu. Für die handgemachten Effekte und das eklige Aussehen des Jungen zeichnete sich Robert Kurtzman (Wishmaster, Nightwish, Vampire) zuständig. Etwas schade ist, dass im Finale auch noch digitale Effekte zum Einsatz kommen (bei den Shoot-Outs). Das kann aber auch als Stilmittel so gewollt gewesen sein. Der digitale Vorspann (Fleisch und Würste) fand ich gewöhnungsbedürftig und schräg war, dass die Entführte, trotz der Tatsache, dass sie den Sohn «entjungfern musste», nie nackt zu sehen war (typisch Amerikaner, trotz dem derben Inhalt gleichzeitig prüde).

Fazit: Mutig, eklig, lustig und abgefahren! Der perfekte Festival-Film!

Infos:

O: Fuck My Son!

USA 2025

R: Todd Rohal

D: Tipper Newton, Steve Little, Robert Longstreet, Kynzie Colmery, George Sample III

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 94 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Freitag, 12. Dezember 2025

Devil’s Sword Review

Devil’s Sword

Story:

Die Königin eines Krokodil-Kultes (Gudi Sintara) entführt einen Mann. Dessen Freundin und Mandala (Barry Prima) wollen diesen befreien. Dazu braucht Mandala aber das «Devil’s Sword» und auch andere finstere Gestalten sind hinter diesem her…

Meine Meinung:

Auf die neue Sichtung von Devil’s Sword, eine Rapi Films Produktion, freute ich mich. Ich sah den Film seit unendlich langer Zeit nicht mehr. Und das hat sich auch etwas gerächt. Falsche Erwartungen und so. Ich hatte den Film noch etwas abgedrehter und blutiger in Erinnerung. Daher muss ich sagen, dass der Film nicht ganz an die Rapi Films Kracher wie The Warrior, Mystics in Bali oder The Queen of Black Magic herankommt. Schlecht ist Devil’s Sword, übrigens eine Comic-Verfilmung, was ich nicht wusste, bei Leibe nicht.

Der Film lief, laut Produzenten des Filmes, auch sehr gut, was zur Folge hatte, dass er auch ins Ausland (z.B. Deutschland) verkauft wurde. Und mit Barry Prima (Tarzan Raja Rimba, Red Devil Fight, Special Silencers) ist natürlich das damalige Aushängeschild von Rapi Films als Hauptfigur und Star dabei. Auch Co-Stars wie Gudi Sintara (Escape from Hellhole), Advent Bangun (The Hungry Snake Woman) oder H.I.M. Damsyik (Lady Terminator) waren damals im Rapi Films Universum Zuhause.

Obwohl der Film nicht ganz das The Warrior Niveau bietet, bietet er genug Abgefahrenes, um kurzweilig zu unterhalten. Klar, etwas mehr blutige Effekte in den Kampfszenen und charmante Monster- oder Fantasy-Elemente hätte es vertragen dürfen. Aber auch so gibt es genug, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Nebst den Fantasy-Elementen hat sich der Film ansonsten sichtlich am Hong Kong-Kino der 70er und 80er orientiert. Es wird viel gekämpft (alles sehr solide) und einer der Gegner von Barry Prima hat sogar eine fliegende Guillotine, die im Film mehrfach zum Einsatz kommt. Sehr cool.

Fazit: Für Fans von Rapi Films uneingeschränkt zu empfehlen!

Infos:

O: Golok setan

Indonesien 1984

R: Ratno Timoer

D: Gudi Sintara, Barry Prima, Advent Bangun, Enny Christina, Rita Zahara, Kusno Sudjarwadi, Kandar Sinyo, H.I.M. Damsyik

Laufzeit der US-Blu: Ca. 101 Min.

Gesehen am: Juli 2006 / Neusichtung am: 06.11.25

Fassungen: Mir lag für eine 2. Sichtung die neue US-Blu-Ray von Terror Vision vor = Schuber, neues 2K Master, erstmals O-Ton mit englischen Subs. Der Film ist Uncut. Das auf dem Cover erwähnte Making of ist nicht zu finden, dafür gibt es drei Interviews (mit dem Produzenten sowie mit Barry Prima und Gudi Sintara). Das neue HD-Master von Rapi Films wirkt leicht enttäuschend d.h. zu dunkel und zu wenig farbintensiv. Ich denke, da hatte selbst die Mondo Macabro DVD die Nase vorn. Das nahm ich schon bei anderen HD-Mastern von Rapi Films war (z.B. Sundel Bolong). Selbst Mondo Macabro sagt, dass Rapi Films HD-Master z.T. enttäuschend seien. Das war auch der Grund, warum Mondo Macabro für ihre The Warrior Blu-Ray Vö ihre alte DVD selbst restauriert haben und/oder das auch mit ihren bald erscheinenden Mystics in Bali und The Queen of Black Magic Releases (Blu-Ray) machen, statt auf Rapi Films HD-Master zurückzugreifen. Ihre eigenen Restaurationen waren schlicht besser. In Deutschland inzwischen auch Uncut auf DVD zu haben (Deutsch/Englisch). Titel: Der Herr der Krokodile - Devils Sword.

Donnerstag, 20. November 2025

Wicked City Review

Wicked City

Story:

Die Dämonen-Welt ist in Aufruhr. Dämon Shudo (Roy Cheung) will der alleinige Herrscher über die Dämonenwelt werden. Zwei Dämonenjäger (Jacky Cheung, Leon Lai) sind hinter den Dämonen her. Doch dann verliebt sich einer der Dämonenjäger in eine Dämonin (Michelle Reis) und umgekehrt…

Meine Meinung:

Wicked City ist ein Anfang der 90er Jahre Film aus Hong Kong und basiert auf einem japanischen Comic von Hideyuki Kikuchi. Wicked City ist nicht zu verwechseln mit dem japanischen Anime. Der Film aus Hong Kong wurde von Tsui Hark (The Butterfly Murders, We're Going to Eat You) produziert.  Regie führte der mir unbekannte Peter Mak Tai-Kit (Enemy Shadow). Das ist das zweite Mal, dass die Filmemacher aus Hong Kong einen japanischen Comic verfilmt haben (der andere Film stellt Story of Ricky dar).

Mir gefällt der Film, den ich bisher immer nur als Laserdisc sah. Der Film hat eine ziemlich abgefahrene Handlung voller verrückter Ideen, einen wirklich grossen und bizarren Ideen- und Fantasiereichtum und bietet viele sehenswerte Gummimonster, Verwandlungs- und sonstige CGI-Effekte. Für Fans solcher charmanten Effekte und Fantasy-Action-Szenen ist Wicked City sehenswert geworden. Die Action rockt. Die Liebesgeschichte hätte man vielleicht etwas straffen können, aber bringt noch etwas Dilemma in den Plot.

Zwar sitzt nicht jeder (CGI)Effekt, die Musik empfand ich als belanglos und lahm und von Leon Lai (Fun and Fury, Run) bin ich kein allzu grosser Fan, dennoch gefällt der Film mit Namen wie Roy Cheung (der spielt natürlich den Bösewicht, Jacky Cheung (Tiger Cage, Pom Pom & Hot Hot), Michelle Reis (The Sword of Many Lovers, A Chinese Ghost Story 2), Yuen Woo-Ping (Iron Monkey, Wing Chun) und Japaner Tatsuya Nakadai (Battle of the Japan Sea). Wicked City wurde zu Ehren von Tatsuya Nakadai angesehen.

Tatsuya Nakadai verstarb vor zehn Tagen. Er war eine Legende des japanischen Kinos. Er spielte in Klassikern wie Harakiri, Sword of Doom und in den Filmen von Akira Kurosawa. Er spielt nebst Jacky Cheung, Leon Lai und Michelle Reis die vierte Hauptrolle im Film. Er spielt den Vater von Roy Cheung und bekommt deutlich mehr Screentime als Roy Cheung. Tatsuya Nakadai ist von Anfang an bis zum Finale dabei. In einer japanischen Comic-Verfilmung einen Japaner im Cast zu haben, war sicher auch aus kommerziellen Gründen eine gute Idee, um möglichst viele Japaner in die Kinos zu locken.

Fazit: Abgefahrene Comic-Verfilmung!

Infos:

O: Yao Shou Du Shi

HK 1992

R: Peter Mak Tai-Kit

D: Roy Cheung, Jacky Cheung, Leon Lai, Michelle Reis, Tatsuya Nakadai, Yuen Woo-Ping, Carman Lee

Laufzeit der US-LD: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Aug. 2016 / Neusichtung am: 17.11.25

Fassungen: Gesehen via US-LD von Image Entertainment = durchschnittliche Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. Inzwischen gibt es davon nicht nur eine deutsche Uncut-DVD (als Mutant City in Deutsch oder Kantonesisch ohne Untertitel), sondern auch eine Blu-Ray (in HK mit O-Ton und englischen Subs). In Japan gibt es eine leicht längere Fassung, dafür wurde eine Nacktszene durch eine harmlosere Einstellung ausgetauscht.

Mittwoch, 5. November 2025

Crying Freeman Review

Crying Freeman

Story:

Als der Sohn eines Yakuza Bosses von einem Profikiller namens Freeman (Mark Dacascos) getötet wird, schaltet sich die franz. Polizei (Rae Dawn Chong, Tchéky Karyo) in die Sache ein, nur um den Vater (Mako) kurz danach ebenso ins Jenseits befördert zu wissen. Doch der Freeman wurde von einer Zeugin (Julie Condra) erkannt. Diese gilt es, auszuschalten. Doch der Freeman verliebt sich…

Meine Meinung:

Crying Freeman basiert aus einem japanischen Comic, welches vom Franzosen und HK-Filmliebhaber und Gründer von HK Vidéo (eine franz. DVD-Label) Christophe Gans inszeniert wurde. Produziert wurde das Ganze von Horror-Spezialist Brian Yuzna (Dentist II, Faust: Love of the Damned, The Guyver). Zuvor folgten bereits weitere Comic-Verfilmungen aus Hong Kong (Dragon from Russia, Killer's Romance). Brian Yuzna und Christophe Gans lernten sich bei Necronomicon kennen.

Als Titelfigur, die zum Töten gezwungen wird, macht Mark Dacascos (John Wick: Chapter 3) eine starke Figur. Wohl nebst seinen Rollen in Der Pakt der Wölfe (erneute Zusammenarbeit zwischen ihm und Regisseur Christophe Gans) sowie Drive seine beste Rolle. Nicht nur schauspielerisch vermag er zu überzeugen, sondern auch in den Actionszenen. Seine Martial Arts Fähigkeiten brachte er gekonnt in den Film ein. Dass Christophe Gans das HK-Actionkino liebt, sieht man Crying Freeman jeder Sekunde an.

Speziell das Kino von John Woo (Hard Boiled, The Killer, A Better Tomorrow) dürfte es Christophe Gans angetan haben. Der Film strotz nur so vor John Woo Vibes, mit Ausnahme der blutigen Shoot-Outs. Das ist auch das einzige, kleine Manko, welches der Film aufweist. Für so viele Shoot-Outs sind diese sehr harmlos und relativ unblutig inszeniert, auch wenn es hier und da eine blutige Sequenz zu sehen gibt. Die Action-Szenen bestehen aus Shoot-Outs, Schwertkampfszenen, vielen Slow-Mo Momenten und echten Explosionen. Ein Hochgenuss.

Ob der Inhalt 1:1 das japanische Comic widerspiegelt, ist mir nicht bekannt, da ich dieses nicht kenne. Die Liebesgeschichte nimmt zum Glück nicht zu viel Platz ein und wirkt nicht zu übertrieben oder schnulzig. In weiteren Rollen sieht man Namen wie Rae Dawn Chong (The Borrower, Commando), Tchéky Karyo (Kiss of the Dragon), Masaya Katô (Gozu, Re:Born) oder Byron Mann. Der Film wurde zu Ehren von Tchéky Karyo angesehen, der gestern verstorben ist. Zwar sehe ich Tchéky Karyo lieber als Bösewicht (Kiss of the Dragon), aber er macht seine Sache mehr als ordentlich.

Fazit: Sehenswerter und optisch ansprechend, schicker Action-Film. Wer das damalige HK-Actionkino mochte, dürfte an Crying Freeman seine Freude haben! Schade, dass Christophe Gans nicht mehr Filme realisiert hat…

Infos:

O: Crying Freeman

Frankreich, Japan, Kanada, USA 1995

R: Christophe Gans

D: Mark Dacascos, Julie Condra, Rae Dawn Chong, Tchéky Karyo, Mako, Masaya Katô, Byron Mann

Laufzeit der franz. DVD: 97:27 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 01.11.25

Fassungen: Mir lag die franz. DVD von Metropolitan vor. Uncut, auch heute noch eine hervorragende Bild- und Tonqualität. Einziges Manko: keine englischen Subs d.h. nur franz. Zwangsuntertitel. Es gibt wenige Dialoge in Japanisch, welche ich somit nicht verstanden habe. Inzwischen gibt es den Film auch in Deutschland Uncut auf Blu-Ray oder UHD (Turbine Medien). War der Film früher zu VHS und DVD-Zeiten noch ab 18 Jahren freigegeben, wurde das in der Zwischenzeit folgerichtig nach unten korrigiert.

Donnerstag, 4. September 2025

Birth in the Grave Review

Birth in the Grave

Story:

Die schwangere Lila (Suzzanna) gerät zwischen die Fronten einer internen Familienfehde. An dessen Spitze steht ihre ältere Schwester Dhora (Mieke Wijaya). Als Lilas Mann verreist, sieht Dhora die Chance gekommen, ihre verhasste Schwester in eine Falle zu locken und zu töten…

Meine Meinung:

Aka Birth in the Tomb. Bei Birth in the Grave handelt es sich um eine Anfang der 70er Jahre Produktion aus Indonesien von Ali Shahab und um, was ich im Voraus nicht wusste, um eine Comic-Verfilmung. Und wer ist mittendrin? Suzzanna (The Hungry Snake Woman, Santet 2, White Crocodile Queen)! Ali Shahab hat nebst Birth in the Grave zwei weitere Filme mit Suzzanna auf die Leinwand gezaubert und beide hören sich nicht uninteressant an, sind jedoch Titel, von welchen ich bisher noch nie gehört habe. Zum einen The Earth Gets Hotter und zum anderen Crazy Desire. Die landen beide Mal auf der Wunschliste…

Birth in the Grave, der 2007 ein Remake erfuhr (soll sehr schlecht sein), hat mir gut gefallen, auch wenn der Film fast mehr Drama statt Ghost- oder Gruselfilm ist. Und es gab für einen Film mit Suzzanna eigentlich relativ wenig Suzzanna zu sehen. Es geht mehr um die Beziehungen der zwei Schwestern zueinander und um die Familienfehde. Drama passt eigentlich ganz gut. Der Film ist daher auch sehr sparsam, was Effekte und Make-Up Kreationen angehen. Inhaltlich hat der Film hier und da leicht an Sundelbolong erinnert.

Suzzanna spielt das, wie der restliche Cast, sehr gut. Mieke Wijaya als Suzzannas Schwester spielt ebenso stark. Mit der Leistung und dem Auftreten hätte sie auch perfekt in einen WIP-Film gepasst (als Aufseherin). Mieke Wijaya (Srigala) war als Gegenstück zu Suzzanna die perfekte Wahl und sie hat, würde ich Mal sagen, sogar deutlich mehr Szenen abbekommen als die spätere "horror queen" aus Indonesien. In welcher Hinsicht ich auch überrascht war, war die Tatsache, dass der Film komplett auf Humor und Klamauk verzichtet. Welch willkommene Abwechslung.

Fazit: Sehenswertes Ghost-Drama mit Suzzanna!

Infos:

O: Beranak Dalam Kubur

Indonesien 1972

R: Ali Shahab

D: Suzzanna, Mieke Wijaya, Ami Priyono, Dicky Suprapto

Laufzeit der Indonesian Fan Project-Disc: Ca. 86 Min.

Gesehen am: 07.06.25

Fassungen: Mir lag der Film als Indonesian Fan Project vor = O-Ton und englische Subs, aus mind. zwei Quellen eine Uncut-Fassung gebastelte Vollversion (86 Minuten). Die VCD aus Malaysia ist z.B. zensiert (79 Min.). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juni 2025).

Donnerstag, 3. April 2025

City Hunter

City Hunter

Story:

Privatdetektiv City Hunter (Jackie Chan) und seine Adoptivtochter (Joey Wong) gelangen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes. City Hunter hat den Auftrag, die Tochter (Gotoh Kumiko) eines jap. Geschäftsmannes zu finden. Dumm nur, dass Terroristen (Gary Daniels, Richard Norton, Ken Lo, Vincent Laporte) das Kommando übernehmen und die Gäste (Chingmy Yau, Tan Lap-Man, Leon Lai, Carol Wan Chui-Pan) als Geiseln nehmen. Doch diese schlagen zurück…

Meine Meinung:

City Hunter wurde zu Ehren des Australiers Richard Norton (Millionaires Express, The Kickfighter) angesehen, der überraschen Ende März 2025 verstorben ist. City Hunter sah ich seit 19 Jahren nicht mehr. Ich hatte den Film nicht wirklich als toll abgespeichert. Als ich mein altes Review studierte war ich überrascht, wie schlecht ich den Film dazumal fand. Die Gründe waren vor allem der Humor (Wong Jing) und dass ich von den Actionszenen mehr erwartet hatte.

Und jetzt, fast 20 Jahre später? Jetzt fand ich City Hunter richtig toll. Der gefiel mir und hat richtig viel Spass gemacht! Der Film ist eine Verfilmung eines japanischen Mangas und das sieht man City Hunter, der vor kurzem eine weitere Verfilmung aus Japan (für Netflix) erhielt, zu jeder Sekunde an. Der Plot, eigentlich eine Art Stirb langsam und Red Wolf, ist sehr unterhaltsam. Der Film von Wong Jing (Iceman Cometh, The Thirty Million Dollar Rush), der auch das Drehbuch schrieb, ist in Sachen Humor und Overacting total übertrieben, politisch unkorrekt und derb. Ich fand den Humor heuer super. Ich musste viel Schmunzeln. Auch der von Jackie Chan selbst gesungene Song ist toll.

Auch der Cast ist grossartig und kann sich sehen lassen. Nebst Jackie Chan, dessen Stuntteam für die Action-Choreographie zuständig war, gefallen Gary Daniels (The Expendables), Chingmy Yau (Naked Killer, Raped by an Angel), Richard Norton (Magic Crystal, Twinkle Twinkle Lucky Stars), Joey Wong (A Chinese Ghost Story 1, 2 + 3), Leon Lai (Fun and Fury, Run), Ken Lo (Cheetah on Fire, Lucky Dragon), Gotoh Kumiko, Carol Wan Chui-Pan und Michael Wong (Her Name Is Cat, In the Line of Duty 4). Die Action ist abwechslungsreich (Shoot-Outs, Stunts, Kämpfe, Gamble-Szenen inklusive Spielkarten als tödliche Wurfgeschosse = God of Gamblers Link) inszeniert. Eine Bruce Lee Hommage gibt es obendrauf und die Street Fighter Parodie war klasse.

Fazit: Sehenswerter und sehr spassiger Film mit Jackie Chan!

Infos:

O: Sing Si Lip Yan

HK 1993

R: Wong Jing

D: Jackie Chan, Joey Wong, Gotoh Kumiko, Gary Daniels, Richard Norton, Ken Lo, Vincent Laporte, Chingmy Yau, Tan Lap-Man, Leon Lai, Carol Wan Chui-Pan, Michael Wong

Laufzeit der US-DVD: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Feb. 2006 / Neusichtung: Ende März 2025

Fassungen: Mir lag die US-DVD von 20th Century Fox vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton, englische Subs, drei Interviews als Bonus (u.a. mit Wong Jing). Gibt es in Deutschland Uncut auf Blu-Ray (Splendid, Deutsch/Kantonesisch mit deutschen Subs).

Dienstag, 11. März 2025

Dragon from Russia

Dragon from Russia

Story:

Während ihres Aufenthaltes in Russland wird Yao Lung (Sam Hui) von einer Gangster-Bande entführt. Er verliert sein Gedächtnis und wird zu einem Killer ausgebildet. Seine Freundin May (Maggie Cheung) kehrt ohne ihn nach Hong Kong zurück, im Glauben, ihren Yao für immer verloren zu haben. Doch als Yao in Hong Kong eine Zielperson eliminieren soll, wird er dabei zufällig von May beobachtet, die nun als nächstes sterben soll. Doch just in dem Moment kehrt Yaos Erinnerung an sein vergangenes Leben und May zurück, sehr zum Missfallen seiner Auftraggeber, die Yao nun selbst auf die Abschussliste setzen…

Meine Meinung:

Dragon from Russia bekommt für mich in etwa die gleiche Note wie Clarence Fords The Man from Vietnam. Die besten Filme von ihm sind demnach Cheap Killers (nur in der Uncut-Fassung versteht sich) und Naked Killer. Dragon from Russia, der erste HK-Film, der zum Teil in Russland, Moskau gedreht wurde, ist eine Comic-Verfilmung. Clarence Ford hat damit den japanischen Mange Crying Freeman verfilmt. Unter diesem Titel gibt es auch eine französische Verfilmung und Simon Yam spielte später in einer weiteren HK-Adaption mit (Killer's Romance).

Der Plot ist auch hier etwas konfus und sprunghaft in Szene gesetzt. Das gilt auch für viele Figuren- und Nebenfiguren und deren Verhältnis zueinander. Mal stehen sie auf der einen Seite, Mal auf der anderen Seite. Das war schon hier und da etwas verschachtelt. Typisch Clarence Ford, würde ich meinen. Aber unterhaltsam ist der Film, das muss man Dragon from Russia lassen. Die Kampfszenen in der Moskauer Metro sind für meinen Geschmack die besten Action- und Kampfszenen des Filmes, da am bodenständigsten.

Danach folgt Sub Plot um Sub Plot und innovative Trainingsszenen, in welchen Sam Hui (The Private Eyes, The Contract, Aces Go Places II) zum Killer trainiert wird. Letzterer war mehr in Komödien zu sehen, nicht in Actionfilmen. Das ist eine willkommene Abwechslung und er macht in den Actionszenen eine gute Figur. Nebst ihm gefallen in den Action-Sequenzen noch Yuen Tak (auch Choreograph der Actionszenen), Yueh Wah (einer der Killer im ersten Viertel des Filmes), Gweilo Anthony Mark Houn (The Stone Age Warriors), der den Moskau-U-Bahn-Attentäter spielt und Sam Wong Ming-Sing (der den sehenswerten U-Bahn Kampf gegen den Gweilo austrägt). Sam Wong Ming-Sing gehörte dazumal zu Jackie Chans Stunt-Team. Seine Erfahrung sieht man den Szenen positiv an.

Diese Kampfszenen zu Beginn des Filmes sind rasant und cool inszeniert. Später wird es immer mehr Wirework-lastig und nebst Kampfszenen gibt es auch Verfolgungsjagden, Shoot-Outs und Explosionen (im Finale) zu sehen. Die Kameraarbeit ist dabei flott und schnell unterwegs, so dass manch Detail nur kurz zu sehen ist (z.B. wie der dunkelhäutige Kämpfer auf dem Friedhof durch den Messerwurf stirbt). In weiteren Rollen sind Maggie Cheung (mit ihr arbeitete Clarence Ford bereits in Iceman Cometh zusammen), Nina Li Chi (Pedicab Driver), Carrie Ng (mit ihr arbeitete Clarence Ford bereits in Naked Killer zusammen), Rachel Lee Lai-Chun (mit ihr arbeitete Clarence Ford bereits in Gun & Rose zusammen) sowie Dean Shek (By Hook or by Crook). Letzterer hat den Film produziert.

Fazit: Für Fans des 90er Jahre HK-Kinos zu empfehlen!

Infos:

O: Gung Cheung Fei Lung

HK 1990

R: Clarence Ford

D: Sam Hui, Maggie Cheung, Nina Li Chi, Carrie Ng, Yuen Tak, Rachel Lee Lai-Chun, Sun Xing, Dean Shek, Yuen Wah, Pai Ying

Laufzeit der UK-DVD: 90:42 Min.

Gesehen am: Nov. 2006 / Neusichtung am: 10.03.25

Fassungen: Gesehen via UK-DVD von HKL = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs, Extras wie Audiokommentar, geschnittene Szenen oder Interviews (das von Clarence Ford lohnt sich). In Deutschland ist der Film von T&G Vision Film / Cargo Records auf Blu-Ray raus.

Mittwoch, 15. Januar 2025

13 Steps of Maki

Japanuary 2025

13 Steps of Maki

Story:

Maki (Etsuko Shihomi) ist die Anführerin einer Frauentruppe genannt 13 Steps. Mit dem Karate, welches sie von ihrem Vater (Sonny Chiba) gelernt hat, weiss sie sich zu wehren. Bis sie eines Tages im Knast landet. Dort erwartet sie Schikane und Folter. Sie muss überleben. Derweil geht es auch ihrer Gang und weiteren Gangs an den Kragen (unter Drogen setzen, sich prostituieren gehen etc.). Maki gelingt die Flucht und sie kennt nur ein Ziel: Rache!

Meine Meinung:

13 Steps of Maki ist zwar in der «The Sonny Chiba Collection, Volume 2» von Shout Factory enthalten, es handelt sich aber nicht wirklich um einen «Sonny Chiba Film». Das ist eine kleine Mogelpackung. Ja, Sonny Chiba (Swords of Vengeance, Karate for Life, Samurai Reincarnation) spielt im Film mit, aber er kommt nur in einer einzigen Szene vor. In einer kurzen Flashback-Szene, in welche er seine Tochter, gespielt von Sister Street Fighter Star Etsuko Shihomi (Soul of Bruce Lee, Message from Space, The Executioner II: Karate Inferno), Karate beibringt.

Fans, besonders jene von Sonny Chiba, sollten dies vorher wissen. Ansonsten sind falsche Erwartungen und Enttäuschungen vorprogrammiert. 13 Steps of Maki, was ich nicht wusste, basiert auf einem Comic. Bei dieser Toei-Produktion handelt es sich also um eine Comic-Verfilmung. Dazu passt dann auch das Overacting der Figuren wunderbar dazu. Der extrem kurzweilige Film (nur 78 Minuten Laufzeit) ist äussert unterhaltsam. Etsuko Shihomi gibt eine wunderbare Antiheldin und Rächerin ab.

Regisseur Makoto Naito, von dem ich scheinbar keinen einzigen anderen Film kenne, hat ganze Arbeit geleistet. Der Film bietet von Beginn an (nur schon der grandiose Vorspann macht Lust auf mehr) Unmengen an Schlägereien, blutigen Szenen, viel nackter Haut und Sleaze. Teilweise kommen klar WIP (Women in Prison) Motive zum Tragen. Fast jeder zieht hier blank, nur Etsuko Shihomi nicht. Sie bleibt sich treu und ihre Figur kann den Gefahren trotzen. Der Mix aus harter Frauengang-Action, Yakuza und WIP machen den Plot hübsch abwechslungsreich. Actionszenen dominieren das Geschehen.

Fazit: Pflichtprogramm für Exploitation-Fans!

Infos:

O: Wakai kizoku-tachi: 13-kaidan no Maki

Japan 1975

R: Makoto Naito

D: Etsuko Shihomi, Sonny Chiba, Misa Ohara, Hiroshi Kondô, Hiroshi Nawa

Laufzeit der US-Blu: Ca. 78 Min.

Gesehen am: Jan. 2025

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Shout Factory vor (= The Sonny Chiba Collection, Volume 2) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine Extras. In dem Set sind mehrere Sonny Chiba Filme enthalten. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Freitag, 3. Januar 2025

Ninja Scope

Japanuary 2025

Ninja Scope

Story:

Ninja Akakage und seine zwei Helfer bekommen den Auftrag, nach Undercover-Spionen zu suchen, die zum Opfer eines Kultes geworden sind. Auf ihrer Reise sehen sie sich unzähligen Gefahren, Magiern und Monstern ausgesetzt…

Meine Meinung:

Aka Ninja Scope aka Akakage: 3-D Adventure Movie. Ninja Scope ist ein ca. 52minütiger, ursprünglicher 3D-Film, der auf der japanischen TV-Serie Kamen no Ninja Akakage basiert. Basierend auf einem japanischen Manga. Aus der Serie wurden mind. drei unterschiedliche Zusammenschnitte als «Filme» veröffentlicht. Ninja Scope aka Akakage: 3-D Adventure Movie scheint jedoch ein offizieller Kinofilm zu sein. Durch die angenehme Laufzeit ist der Film unglaublich Reich an Action-Szenen und sehr unterhaltsam und kurzweilig.

Da der Film ursprünglich in 3D lief, wird mit dem Zuschauer, der Film ist für Kinder gedacht, kommuniziert. Vor einigen Action-Sequenzen kommt die Einblendung, jetzt die 3D Brille aufzusetzen und wenn die Actionszene vorbei ist, der Hinweis, sie zu entfernen. Das Blu-Ray Master ist in 2D. Dort wurden die ursprünglichen «3D Sequenzen» selbstverständlich auch in 2D präsentiert, jedoch in s/w und der Rest des Filmes ist in Farbe. Ein nettes Detail.

Ninja Scope hat viel Spass gemacht. Mehr als erwartet. Schon beim Vorspann, der eine Art Trailer des Filmes zeigt, hoffte ich, all die Action-Szenen, Waffen, Kämpfer und Monster auch im Film zu sehen zu bekommen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Unsere Helden sind praktisch alle fünf Minuten in einer neuen Action-Szene zu bestaunen. Es wird gegen schrille Gegner, böse Magier und diverse Monster in Gummikostümen gekämpft (u.a. ist auch der Frosch aus Dragon Showdown zu sehen!). Herrlich! Effekte und Naivität ganz nach meinem Geschmack.

Ninja Akakage ist der Held und die Hauptperson der Geschichte. Seine zwei Sidekicks, u.a. auch ein Kind Ninja, spielen mehr die 2. Geige. Vor allem das Kind wird mehrheitlich entführt und muss dann gerettet werden. Kluger Schachzug. Mit einer anderen japanischen Comic-Verfilmung, Watari, hat das ganze übrigens nichts zu tun. Ich sage das nur, weil die Inhaltsangabe der US-Blu-Ray von einem Charakter namens Watari spricht. Das ist aber ein anderer Manga und eine andere Manga-Verfilmung (Watari, the Ninja).

Fazit: Für Fans von (kindergerechten) Ninjas, Mangas und Monstern in Gummikostümen zu empfehlen!

Infos:

O: Tobidasu Boken Eiga: Akakage

Japan 1969

R: Junji Kurata, Tetsuya Yamanouchi

D: Yûzaburô Sakaguchi, Yoshinobu Kaneko, Fuyukichi Maki, Bin Amatsu, Shirô Ôtsuji

Laufzeit der US-Blu: Ca. 52 Min.

Gesehen am: Januar 2025

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Shout Factory vor. Der Film wurde in der Classic Tokusatsu Collection Box zusammen mit anderen Filmen veröffentlicht. Der Film liegt Uncut, im japanischen O-Ton mit englischen Subs vor. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Als Bonus gibt es einen Trailer zu sehen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Montag, 8. Juli 2024

Twilight of the Warriors: Walled In

NIFFF 2024

Twilight of the Warriors: Walled In

Story:

Nachdem Chan Lok Kwan (Raymond Lam) unabsichtlich Drogen von Mr. Big (Sammo Hung) klaut, flüchtet dieser von Mr. Bigs Schergen (u.a. Philip Ng) in die Walled City. Chan Lok Kwan freundet sich mit Shin (Chun-Him Lau), Twelfth Master (Tony Tsz-Tung Wu) und AV (Man Kit Cheung) an. Unter ihrem Boss Tornado (Louis Koo) wird Chan Lok Kwan zu einem «Mitglied» der Familie. Als sich jedoch herausstellt, dass Chan Lok Kwan der Sohn eines Mörders (Aaron Kwok) ist, hinter welchem Tornados Sworn Brother (Richie Jen) her ist, eskaliert die Situation…

Meine Meinung:

Was den neuen HK-Film Twilight of the Warriors: Walled In angeht, war ich extrem skeptisch. Der Film, der in Cannes lief, drohte ich in Neuenburg am NIFFF zu verpassen. Ich würde das Ende des Filmes nicht sehen können, Ticket bereits gekauft hin oder her, da ich auf den letzten Zug muss. Solche NIFFF Sichtungen sind immer wertvoll. Sie bewahren mich vor einem späteren DVD/Blu-Ray Fehlkauf. Um Twilight of the Warriors: Walled In, wie ich nun las eine Comic-Verfilmung in der berühmten Walled City spielend, gibt es inzwischen, in Foren und Social Media, einen grossen Hype, den ich nicht glauben konnte/wollte.

Das hat auch mit Regisseur Soi Cheang zu tun. Ich bin kein grosser Fan von ihm und finde ihn überbewertet. Siehe Limbo als Beispiel. Auch SPL 2: A Time for Consequences hat es nicht in die Sammlung geschafft, obwohl das Mitwirken von Kampf erfahrenen Schauspielern wie Tony Jaa (Ong-Bak) und Co. The Monkey King mit Chow Yun-Fat, Aaron Kwok und Donnie Yen war auch nur CGI-Kommerzschrott der übelsten Sorte. China Blockbuster. Der hat es auch nicht in die Sammlung geschafft. An Dog Bite Dog kann ich mich nicht erinnern. Müsste den Mal auffrischen.

Mein Karma meinte es gut mit mir: eine Kollegin fuhr mich, und sogar ohne Geld zu nehmen, nachts von Neuchatel nach Hause. Mit anderen Worten: ich konnte den Film am NIFFF bis zu Ende schauen, unabhängig davon, ob ich den letzten Zug jetzt verpassen würde oder nicht. Der Film war schlechter besucht, als ich es erwartet hätte. Mein Kumpel hatte grosse Erwartungen an den Film, ich eigentlich gar keine. Nach der Sichtung kann ich sagen, dass ich Twilight of the Warriors: Walled In besser fand als erwartet. Ich wurde positiv überrascht.

Zwar haben mir einige Action- und Kampfszenen (einzelne Momentaufnahmen) nicht gefallen, da digital unschön inszeniert (sahen künstlich, unecht, Fake, CGI behaftet aus), aber es gab genug Action, die mindestens und immerhin solide und gut in Szene gesetzt war. Zudem haben einige Aspekte an klassische Old School Kung Fu Filme erinnert: zum Beispiel, dass Kämpfer Schwerthiebe und Verletzungen wegstecken, ohne Verletzungen davon zu tragen, weil sie eine besondere Kampffähigkeit anwenden oder mit den Zähnen Schwerter festhalten und diese brechen. Das fand ich wirklich cool da in einem modernen Setting nicht so erwartet (dass es eine Comic Verfilmung ist, habe ich erst nach der Sichtung gelesen).

Und ich muss sagen, dass mir der Film sogar unabhängig von der Action her vom Plot und den Figuren her gut gefallen hat. Mit anderen Worten hat mir der Film sogar als ganzes Paket, also als Film mit Figuren, deren Entwicklungen oder der Dramatik des Plots (um Bruderschaft, Verrat, Rache) gut gefallen. Auch in der Hinsicht fühlte ich mich ans alte HK-Triaden-Kino der 80er und 90er erinnert. Ich fand es auch gut, dass die Jungspunde viel Platz bekommen haben und die älteren Stars weniger (vielleicht mit Ausnahme von Louis Koo). Ich würde nicht behaupten, dass der Film 100% den Geist der 80er oder 90er Jahre HK Filme versprüht, aber in einzelnen Momenten lässt er gewisse Vibes aufkommen, die daran erinnern.

Der Film, der von Wilson Yip (Sha Po Lang) produziert wurde, war trotz der langen Laufzeit nicht langweilig. Die Kampfszenen hat Japaner Tanigaki Kenji choreographiert. Anfang der 90er zog es ihn aus Japan nach HK, wo er im Filmgeschäft tätig war (als Choreograph, Director, Actor) und in diversen Produktionen beteiligt war (Legend of the Wolf, Flash Point, Enter the Fat Dragon, Wu Xia). Vor allem Zusammenarbeiten mit Donnie Yen waren die Folge. Was den Cast betrifft, haben diese eine gute Figur gemacht. Was Alt-Stars angehen haben mich vor allem Louis Koo (Rob-B-Hood) und Sammo Hung (Der kleine Dicke mit dem Superschlag) überzeugt. Aaron Kwok (Close Escape) kommt nur in einer Flashback-Szene als Killer vor.

Was dem Film vielleicht angekreidet werden kann, ist das Overacting von Philip Ng. Mich persönlich hat es nicht gestört, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass dies einige Zuschauer als doof markieren würden. Zudem wurde rein optisch wenig aus dem Setting gemacht: der Film hätte genau so gut ausserhalb der Walled City spielen können. Einige politische Themen diesbezüglich wurden nett eingefangen. Die Dialoge vor dem Abspann könnte man sogar China kritisch deuten. Interessant, dass dies von den chinesischen Zensoren anders beurteilt wurde. Desgleichen mit dem ganzen Rauchen. Da wird gepafft als gäbe es kein Morgen mehr, was natürlich wunderbar zur Zeit passt, in welcher die Handlung vorgetragen wird.

Fazit: Besser als erwartet. Fans des HK-Kinos können einen Blick riskieren!

Gefolgt von: Twilight of the Warriors: Dragon Throne

Infos:

O: Jiu Long cheng zhai · Wei cheng

HK 2024

R: Soi Cheang

D: Louis Koo, Sammo Hung, Richie Jen, Raymond Lam, Terrance Lau, Philip Ng, Kenny Wong Tak-Ban, Aaron Kwok, Chun-Him Lau, Tony Tsz-Tung Wu, Man Kit Cheung

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 126 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen im O-Ton mit englischen Subs. Soll Ende Jahr in den USA von Well Go USA erscheinen.

Montag, 1. April 2024

The Punisher

The Punisher

Story:

Frank Castle (Dolph Lundgren) sinnt nach dem Tod seiner Familie auf Rache an Gangster-Boss Gianni Franco (Jeroen Krabbé). Der für totgeglaubte Castle zieht als «Punisher» mordend durch die Unterwelt. Während sein Ex-Partner (Louis Gossett Jr.) weiterhin nach Frank sucht, beansprucht in der Gegend die Yakuza (Kim Miyori, Zoshka Mizak) ihre Vorherrschaft und erklärt Franco den Krieg, was Franks Rachepläne durcheinander bringt…

Meine Meinung:

The Punisher ist nebst Blade die einzige sehenswerte Marvel-Verfilmung, die bisher veröffentlicht wurde. Alles andere, vor allem der ganze neue Schrott, sind uninteressanter, herzloser CGI-Mist, absoluter Kommerzschund und ein Haufen Scheissdreck. Nur meine Meinung. The Punisher aus dem Jahr 1989 ist dabei auch bis heute die beste The Punisher Verfilmung. Das Remake mit John Travolta und Thomas Jane war missraten und schlecht. Besser machte es die später veröffentlichte Direct to Video-Produktion Punisher: War Zone mit Rom-Star Ray Stevenson als «The Punisher».

Überraschend sehenswert war die Netflix-Serie Marvel's The Punisher aus dem Jahr 2017. Besonders die 1. Staffel und die ersten drei Folgen der 2. Staffel waren in der Tat starke Action-Unterhaltung. Etwas vom Besten, was ich in den letzten Jahren in Sachen Action in einer US-Serie gesehen habe. Dennoch bleibt die 80er Jahre Fassung von Mark Goldblatt (Dead Heat) und mit Action-Star Dolph Lundgren (Showdown in Little Tokyo) der beste Punisher. Ob die Verfilmung des Comics jedoch gelungen und inhaltsgleich ist, ist mir, da ich die Comics nicht kenne, nicht bekannt.

War mir auch nicht bewusst ist, ist die Frage, warum Regisseur Mark Goldblatt nicht mehr Filme als Regisseur realisierte. Nebst The Punisher zähle ich nur Dead Heat zu seinen Regiearbeiten. Warum war seine Karriere so schnell wieder vorbei? Immerhin war der Film, gerade in der Fan-Szene, doch sehr beliebt. Dolph Lundgren war dazumal nebst anderen Action-Helden wie Bruce Willis (Stirb langsam), Arnold Schwarzenegger (Running Man), Sylvester Stallone (Rambo 2 - Der Auftrag), Jean-Claude Van Damme (Bloodsport), Chuck Norris (The Delta Force), Charles Bronson (Death Wish 3) oder Steven Seagal (Nico) auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

Dolph Lundgren passt von seiner Statur, dem Aussehen und dem Outfit perfekt in die Rolle des Punisher. Man nimmt ihm den gequälten Menschen glaubhaft ab. In den Action-Szenen macht er eine gute Figur. Explosionen, Stunts, einen hohen Bodycount, kürzere Kampfszenen, innovative Tötungsszenen und kreative Waffen (Messer, Samurai Schwert, tödliche Ohrringe, Gift…) runden den actionreichen und schwer unterhaltsamen Film ab. Besonders gegen Finale bekommt der Film mehr und mehr einen Videospiel-Charakter, in welchem sich Dolph Lundgren und Co. durch «diverse Level» kämpfen. Auch die Musik fällt positiv auf.

Auch optisch gibt es coole Farbspiele und Settings. Ansonsten herrschen die üblichen 08/15 80er-Jahre US-Film Klischees, die Fans von dieser Art Film erwarten. Der Film ist kreativ brutal: nebst blutigen Shoot-Outs wird auch Mal das ein oder andere Körperteil abgehackt. Es hatte schon seine Gründe, dass der Film vor seinem Kino-Release Federn lassen musste. Nebst Dolph Lundgren überzeugen auch der leider vor kurzem verstorbene Louis Gossett Jr. (sein Verhör an Castle ist schauspielerisch eine der intensivsten und besten Momente des Filmes), Jeroen Krabbé (Spetters), Kim Miyori und dessen Filmtochter Zoshka Mizak. Letztere bleibt als stumme Tochter und Killerin für die Yakuza und ihrem Finalkampf gegen Dolph Lundgren definitiv in Erinnerung. Schade, dass sie keine Karriere in der Filmwelt erfuhr und so schnell verstarb (Krebs).

Fazit: Einer der besten Filme mit Dolph Lundgren und der beste Punisher!

Infos:

O: The Punisher

USA, Australien 1989

R: Mark Goldblatt

D: Dolph Lundgren, Jeroen Krabbé, Louis Gossett Jr., Kim Miyori, Zoshka Mizak

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 89:16 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 29.03.24

Fassungen: Mir lag die japanische Laserdisc von Herald Videogram und die deutsche Blu-Ray von Koch Media vor. Als ich damals die LD kaufte, gab es die deutsche Blu-Ray noch nicht. Der Film wurde für die R-Rated Freigabe zensiert. Wie bei anderen Filmen auch (A Nightmare on Elm Street, A Nightmare on Elm Street Part 5) wurden von den Studios die falschen Master für DVD/Blu-Ray restauriert: die zensierte Kinofassungen statt Uncut-Prints. Und die LD aus Japan bot eben diesen Uncut Print. Koch Media haben dem Film eine Uncut-Fassung gegönnt: die ehemals zensierten Szenen fallen leicht ab (qualitativ), ansonsten ist das qualitativ eine Top-Vö: hervorragende Bild- und Tonqualität, Steelbook, zwei Blu-Ray Discs (Film und Extras) und der Film liegt in Deutsch oder Englisch (mit deutschen Untertiteln) vor. Die deutsche Synchronisation ist jedoch sehr gelungen.

Montag, 26. Februar 2024

Darna Ajaib

Darna Ajaib

Story:

Superheldin Darna (Lydia Kandou) rettet nicht nur Menschen, sondern sagt ihrer ehemaligen Schulfreundin Maria (Dian Ariestya), die vom Bösen besessen ist, den Kampf an…

Meine Meinung:

Aka The Amazing Darna. Darna Ajaib bekam ich geschenkt. Bei Darna handelt es sich um einen bekannten Comic aus den Philippinen. Es scheint wohl etliche Filme und Serien mit dem Thema zu geben. So à la Zuma 1 + 2 bzw. diese Filme kamen mir gleich in den Sinn, da auch Comic-Verfilmungen aus den Philippinen. Was Darna angeht, habe ich keine Erfahrungen. Darna Ajaib ist in der Hinsicht interessant, da scheinbar eine der wenigen, wenn nicht sogar die einzige Darna-Version/Verfilmung die nicht aus den Philippinen stammt.

Darna Ajaib des fleissigen Regisseurs Lilik Sudjio (The Queen of Black Magic) ist eine indonesische Produktion und wartet mit Lydia Kandou und Dian Ariestya in den Hauptrollen auf. Lilik Sudjio hat einige interessante Titel wie Blind Virgin, Hunting the Corpse Broker, Pair of Female Demons sowie Demon of Gonggo Gulf (Kiaju-Vibes) realisiert. Und Lydia Kandou & Dian Ariestya sah man in Filmen wie Black Magic Wizard, Revenge of Nini Towok, Srigala oder Five Deadly Angels. Das Outfit von Darna erinnerte mich leicht an Wonder Woman.

Der Film ist ein Mix aus Drama, Coming of Age, Fantasy, indonesischen Folklore-Einflüssen und Superhelden-Film. Ich denke, vor allem die Coming of Age und Folklore-Einflüsse heben den Film von den Originalen aus den Philippinen ab. Besonders am Anfang erinnerten einige Szenen an Mystics in Bali und waren sehr stimmungsvoll eingefangen.

Der 16mm Print tat optisch sein eigenes dazu. Der Film hatte Charme. Die zwei Mädels konnten mich in ihren Rollen überzeugen. Auf etwas Kitsch, Romantik und Drama wird nicht verzichtet, so dass Darna Ajaib zu unterhalten vermag und genug Abwechslung bietet, um nicht langweilig zu sein. Die wenigen Effekte haben Charme und waren genau nach meinem Geschmack. Wer das Kino aus Indonesien mag kann einen Blick riskieren und für Darna-Fans ist der Film sicherlich ein Must-See Titel!

Infos:

O: Darna Ajaib

Indonesien 1980

R: Lilik Sudjio

D: Lydia Kandou, Dian Ariestya, Donny Nurhadi

Laufzeit der Indonesian Fan Project Disc: 92:12 Min.

Gesehen am: 09.01.24

Fassungen: Mir lag das Indonesian Fan Project vor = Kopie eines 16mm Prints im O-Ton mit englischen Subs. Keine Ahnung ob Uncut oder nicht. Es gibt diverse Störungen im Master. Der Print hat aber Charme. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2024). Laut Busan Film-Festival wurde dort sogar eine 35mm Fassung aufgeführt.