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Montag, 8. Juni 2026

The Slaughter in Xian

The Slaughter in Xian

Story:

Captain Ho Yuen Sun (Dung Chi-Wa) will den Tod eines Freundes (Chow Lung) rächen, den ausgerechnet sein Chef Captain Ma (Chui Siu-Kin) befohlen hat.

Meine Meinung:

Die letzten Regiearbeiten von Chang Cheh (Shaolin Temple, Man of Iron, Return of the One-Armed Swordsman) können zwar mehrheitlich nicht mit den alten Werken der Shaw Brothers Legende mithalten, dennoch sind Titel wie Ninja in Ancient China, Hidden Hero, Great Shanghai 1937, The Nine Demons oder den hier besprochene The Slaughter in Xian nicht uninteressant. The Slaughter in Xian, der, wie es scheint, komplett in China gedreht wurde, wartet mit unbekannten aber talentierten Jung-Stars auf.

Nachdem Chang Cheh viele Schauspieler zu Stars machte (Jimmy Wang Yu, Chen Kuan-Tai, David Chiang, Ti Lung, die Venoms etc.), folgt nun seine letzte Garde. Je nach Quellen haben einige der Schauspieler auch mitgeholfen, den Film zu inszenieren. Je nach Quellen und Datenbanken sind zwei bis sogar noch mehr Regisseure gelistet. Der Film hat einen ziemlichen Low-Budget Look, was aber nicht stört. Der Film spielt im vergangenen China. Klassisches Setting. Daher passt das so. Der Film ist kein Kracher, aber Chang Cheh Fans können eigentlich bedenkenlos einschalten.

Alles, was Chang Cheh Filme früher geboten haben, kommt hier zum Tragen (Heroic Bloodshed Momente, blutige Morde, Männerfreundschaft, Aufopferung, Rache-Themen). Was kritisiert werden muss ist die Tatsache, dass der Film nach dem sehenswerten Intro erst Mal einige Längen bietet. Der Plot ist relativ dünn und wenig kreativ. Die ersten 20-30 Minuten muss der Fan warten, danach wird es besser und besser. Die Actionszenen bestehen aus kurzen Kampfszenen und/oder blutigen Shoot-Outs. Die Tötungsszene, vor allem die «Pfählung», ist äusserts blutig und derb anzusehen. Allgemein ist der Film alles andere als harmlos.

Der neue Held wird von Dung Chi-Wa verkörpert, der je nach Quelle auch an der Regie mitwirkte und ansonsten auf jeden Fall auch an den Kampfszenen und der Choreographie mitgearbeitet hat. Dung Chi-Wa spielte auch in weiteren Chang Cheh Filmen mit, die Ende der 80er und Anfang 90er veröffentlicht wurden. Zwar hat ein Dung Chi-Wa, wie schon die Venoms (meiner Meinung nach), weniger Charisma als z.B. ein Jimmy Wang Yu, ein David Chiang oder ein Ti Lung, aber körperlich überzeugt er in den Actionszenen problemlos. Die nötige Physis bringt er gekonnt in die Kampfszenen ein. Das dramatische Ende mochte ich.

Fazit: Solider Chang Cheh Film!

Infos:

O: Xian sha lu

HK, China (je nach Quelle) 1987

R: Chang Cheh, Dung Chi-Wa, Mu Li-Xin, Du Yuming (je nach Quelle)

D: Dung Chi-Wa, Chow Lung, Chui Siu-Kin, Ku Wing-Chuen, Du Yuming, Lok Woon-Yau, Chau Ping, Mu Li-Xin

Laufzeit der HK-VHS: Ca. 101 Min.

Gesehen am: April 2016 / Neusichtung am: 08.06.26

Fassungen: Früher sah ich davon nur ein Bootleg. Diese Disc habe ich schon lange nicht mehr. Die Neusichtung erfolgte via HK-VHS von Universe = Gute Bild- und Tonqualität, Kantonesisch mit festen englischen und chinesischen Subs. Die HK-VCD dürfte identisch sein (Label: Winners's). Dann gäbe es von Universe auch noch eine HK-LD. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juni 2026).

Freitag, 8. Mai 2026

Marooned

Marooned

Story:

Ein Cop (Andy Hui) und das Leben seiner Freundin (Gigi Leung) werden schlagartig auf den Kopf gestellt, als sie zufällig Geld eines Gangsters in ihrem Besitz wiederfinden, welches danach gestohlen wird. Darüber ist der Gangster selbstverständlich nicht erfreut...

Meine Meinung:

Marooned bekam ich von einem Verkäufer/einer Verkäuferin geschenkt. Das war im Juni 2018. Der Film hat mich allerdings nicht interessiert und ich wusste bereits vor der Sichtung, dass das nichts für mich ist. Marooned ist eine HK-Produktion aus dem Jahr 2000 und Regie führte Lo Kim-Wah. Die Hauptrollen werden von Andy Hui (Wonder Seven, Cop Image) sowie Gigi Leung (First Option, Hitman) gespielt. Regisseur Lo Kim-Wah bleib die grosse Karriere verwehrt. Nach der Sichtung von Marooned ist das auch nur richtig so.

Marooned hat mir, wie nicht anders erwartet, nicht gefallen. Ich bin leider auch kein allzu grosser Fan vom Cast. Speziell Andy Hui und Gigs Leung sehe ich nicht wirklich gerne. Sie machen einen Film durch ihre Anwesenheit nicht besser. Das Drehbuch ist schwach und der Film hat Längen. Der Film erinnert an Filme von Johnnie To. An Filme mit Cops und Gangstern und Macau. Der Film wirkt wie ein armer und billiger Versuch, auf diesem Trend mitzuschwimmen. Doch gelingt es dem Film von Lo Kim-Wah nie, an die Johnny To Produktionen, welche auch nicht zu meinen Favoriten im Genre zählen, heranzureichen.

Der Film ist ein Mix aus Drama, Action, Komödie, Thriller, Gangster- sowie Polizeifilm inklusive Romanze. Action gibt es wenig und es gibt keine einzige Szene, die mich staunen oder erfreuen liess. Alles ist belanglos, wie der ganze Verlauf oder Plot des Filmes. Das einzige Positive ist die Tatsache, dass wirklich vor Ort in Macau gedreht wurde. Dadurch hebt sich der Film gekonnt von anderen HK-Produktionen ab und macht Lust auf mehr = Ferien in Macao!

Fazit: Marooned ist einfach nur uninteressant und langweilig!

Infos:

O: Lan Yan Huo

HK 2000

R: Lo Kim-Wah

D: Andy Hui, Gigi Leung, Edmond Leung Woody Chan Chin-Pang, Joe Ma Tak-Chung

Laufzeit der HK-VCD: 1. Disc (43:46 Min.), 2. Disc (43:58 Min.)

Gesehen am: 08.05.26

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Universe vor = Uncut, durchschnittliche (da recht verpixelte) Bildqualität, solide Tonqualität (Kantonesisch und Mandarin mit englischen und chinesischen Subs). Es gibt vom gleichen Label auch eine DVD und auch in Taiwan mind. noch eine VCD. Alle drei Fassungen sind vergriffen und out of Print. Eine Blu-Ray und eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Mai 2026).

Montag, 28. Juli 2025

Action in Border

Action in Border

Story:

Gangster Xu Zhifeng ist bekannt und gefürchtet. Sein Rivale Sakai will Xu loswerden. Sakai plant zusammen mit Chef Onkel Hong, Xu eine Falle zu stellen. Sie geben Xu an, zusammen mit ihm einen Coup zu planen. Ein Geldautomat soll das Ziel sein. Doch Sakai hat andere Pläne. Der Coup misslingt und Xu wird von der Polizei gejagt und sein Kollege Zai stirbt. Xu gelingt die Flucht ins abgelegene Fischerdorf von Onkel Hai, einem Freund seines Vaters, wo er sich ein neues Leben aufbaut und sich in Mei verliebt. Doch die Vergangenheit holt Xu wieder ein, als er erfährt, dass Sakai seinen Freund Curry getötet hat. So macht sich Xu auf nach Kuala Lumpur, um sich an Sakai zu rächen…

Meine Meinung:

Action in Border scheint selten. Ich finde im Internet kein Review zu der HK-Produktion (einige Datenbanken geben noch Malaysia als Herstellungsland an) aus dem Jahr 1991. Bei Action in Border von Regisseur Chung Gwok-Yan (Hong Kong Butcher & Hired Guns) handelt es sich um einen TV-Film und/oder eine Direct to Video Produktion à la Yesterday Once More (in dem spielt Tommy Chung Siu-Tong auch mit). Tommy Chung Siu-Tong hat nur wenige Filme als Regisseur vorzuweisen. Zwei Titel stechen hervor und wandern auf meine Wunschliste: Manchester Dead Warrant mit Alex Fong, Mark Cheng, Alan Chui Chung-San & Lawrence Ng sowie A Fate of Love mit Gordon Liu.

Ich wusste im Vorfeld Bescheid, so dass ich von dem mir unbekannten Action in Border nicht viel erwartet habe. Der Film zeigt vor dem Film einen kurzen Zusammenschnitt (des ganzen Filmes), der schon einzelne Highlights präsentiert. Das war, vor allem bei einigen Filmen aus Taiwan aus der Zeit, normal, dass vor dem Film eine Art Best-of-Zusammenfassung des Filmes gezeigt wurde. Hat man sich als Zuschauer erst Mal an die billige TV/Video-Optik gewöhnt, steht einem soliden Film nichts im Weg. Der Film war schlussendlich absolut solide.

Die Actionsequenzen waren blutiger und die Stunts besser als erwartet. Das hätte ich von dieser Art Film so nicht erwartet, zumal ich den ähnlich gelagerten Yesterday Once More auch in der Hinsicht doch eher enttäuschend fand. Hier gibt es blutige Messer- und Machten-Angriffe, Menschen, die Blut spucken, Polizisten, die blutig erschossen werden und ein Gegner wird sogar nach einer Fluchtszene aufgespiesst. Nichts Weltbewegendes, aber für einen Film dieser Art positiv. Und die Stunts waren auch erste Sahne. Die Stunts sind unter Mithilfe von Mark Houghton (Angel Terminators) entstanden, der im Film nebst Darren Shahlavi (Kickboxer: Vengeance) zu sehen ist (Houghton hat aber mehr Screentime).

Fazit: Dank charmanter Action nach alter Schule kommt der Film in die Sammlung!

Infos:

O: Lie xue jie tou

HK, Malaysia (je nach Quelle) 1991

R: Tommy Chung Siu-Tong

D: Cheung Lui, Debbie Lam, Austin Wai, Yu Kwan-Wa, Cheung Wai-Hung, Wan Yat-Lung

Laufzeit der HK-LD: Ca. ?

Gesehen am: 05.05.25

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Universe vor = Uncut, in Canto oder Mandarin ohne Subs, solide Bild- und Tonqualität. Mir ist abgesehen von der LD vom gleichen Label nur eine VCD-Fassung bekannt. Andere Fassungen konnte ich nicht ausmachen (Stand: Mai 2025).

Mittwoch, 2. Juli 2025

Women Prison 1991

Women Prison 1991

Story:

Im 2. Weltkrieg werden Frauen in einem Frauen-Lager zum Arbeiten gezwungen. Wer fliehen will, wird exekutiert. Eine Spionin will die Machenschaften aufdecken, während die Betreiber nach einem wichtigen Mikrochip suchen. Ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel um Leben und Tod beginnt…

Meine Meinung:

Women in Prison Streifen aus Taiwan von Chester Wang Chung-Kuang (Mad Rose, Butcher). Bei Women Prison 1991 handelt es sich um eine Anfang der 80er Jahre Produktion. Der Film spielt im 2. Weltkrieg. WIP-Filme à la Greta - Haus ohne Männer, Ilsa: She Wolf of the SS, Deported Women of the SS Special Section oder Women in Heat Behind Bars waren dazumal gefragt. Diese Sorte Filme brachte Geld ein und machte Kasse. Auch die Asiaten sprangen auf den Women in Prison Zug auf. Das sind aber nicht wirkliche Kracher. Escape from Hell Hole oder War Victims (beide aus Indonesien) wurden verkauft und/oder entsorgt. The Bamboo House of Dolls (Shaw Brothers) finde ich leicht überbewertet. Von der "Fortsetzung" sprechen wir erst gar nicht.

Wenn wir gerade bei den Shaw Brothers sind: "Frauen im Foltercamp" ist mehr ein Flüchtlingsdrama, als ein echter WIP-Titel. Andere HK-Werke (z.B. Erotic Journey) waren sehr enttäuschend. In diese Kategorie kommt auch der sehr harmlose Im Camp der gelben Tigerinnen. In Sachen Action überzeugte immerhin Caged Beauties (auch HK). Ungesehen liegt mir noch The Great Escape from Women's Prison (aka Straflager der Geschändeten) vor. Da erwarte ich aber auch keinen Spitzenfilm. Women Prison 1991 empfand ich als mindestens gut. Wer jedoch Rape-, Nackt-, Sex- und lesbischen-Sex und/oder Shower-Szenen erwartet, dürfte 100% enttäuscht werden (Bethmann gibt in seinem Buch Deep Wet Torture in der Kategorie Erotik auch nur drei Peitschen). Davon gibt es in Women Prison 1991 nichts zu sehen. Eine Rape-Szene wird angedeutet. Die Kamera schwenkt aber weg und es folgt ein Schnitt.

Der Film überzeugt trotzdem da immer was los ist. Längen gibt es fast keine und der Film ist auch abgesehen von der nicht vorhandenen sexuellen Gewalt fies, schweinisch und abwechslungsreich. Zudem gibt es hier und da blutige Messer-Action und/oder Shoot-Outs zu sehen. Es gibt ein-zwei derbere Szenen (lebend verbrennen, blutig abgestochen und erschossen werden). Die Musik ist komplett aus westlichen Filmen geklaut. Auf der A-Seite der Laserdisc hört man u.a. Italo-Western Musik. Das fand ich Cool. Die Musik auf der zweiten Seite der LD empfand ich als unpassend (erinnerte mehr an einen Abenteuerfilm). Schmunzeln musste ich bei einer surrealen Baum-Szene, die schon fast The Evil Dead oder Das Kindermädchen Vibes hatte. Total verrückt. Pauline Wong (Peacock King) und Wang Hsieh (Cantonen Iron Kung Fu) wirken mit. Letzterer kommt nur im Finale vor.

Fazit: Fans von WIP-Filmen können einschalten. Ich hätte den Film schlechter erwartet.

Infos:

O: 少女集中營

Aka Training Camp

Taiwan 1983

R: Chester Wang Chung-Kuang

D: Wang Hsieh, Pauline Wong, Juliet Chen Li-Yu, Liu Chia-Fen, Yang Hsiung, Huang Feilong, Richard Cui Shou-Ping

Laufzeit der HK-LD: Ca. ?

Gesehen am: Ende März 2025

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Universe vor = Uncut, Widescreen, gute bis durchschnittliche (Nachtszenen) Bildqualität, Kanto/Mandarin Track mit festen englischen und chinesischen Subs. Beim Canto Ton soll es sich um eine «schrottige Neusynchro» handeln. Ob der Mandarin Track auch eine neue Synchro ist, ist mir nicht bekannt. In Deutschland Uncut auf DVD zu haben (Deutsch/Englisch). Titel: Aufstand im Frauenlager. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Ende März 2025).

Freitag, 2. Mai 2025

Witch from Nepal

Witch from Nepal

Story:

Joe (Chow Yun-Fat) macht zusammen mit seiner Freundin (Yammie Lam Kit-Ying) in Nepal Urlaub, als er auf eine mysteriöse Frau (Emily Chu) trifft, die ihm magische Kräfte überträgt. Beide beginnen eine Affäre. Doch ein Katzen-Krieger (Dick Wei) ist hinter Joes Affäre her und trachtet ihr und ihrem Umfeld nach dem Leben. In den Strassen Hong Kongs kommt es zum finalen Duell…

Meine Meinung:

Aka Nepal Affair. Nachdem das US-Label Vinegar Syndrome den Film als Blu-Ray angekündigt hat (wie auch das UK-Label 88 Films), wollte ich meine HK-DVD, eine relativ alte Scheibe, verkaufen. Doch der Deal schlug fehl. So nutzte ich diese Chance, um mir den Film nochmals anzusehen, statt Witch from Nepal, eine Mitte der 80er Jahre Produktion aus Hong Kong, blind neu zu kaufen. Und das war eine korrekte Entscheidung. Denn der Film konnte mich eigentlich nicht mehr wirklich überzeugen und ein Neukauf ist ausgeschlossen und eigentlich müsste ich den Film auch aus der Filmsammlung verbannen.

Witch from Nepal, teilweise wirklich vor Ort in Tibet gedreht, ist nämlich vor allem eins: uninteressant und langweilig. Sehr langweilig. Wenn man bedenkt, welche Namen und welches Filmstudio hinter mit dem Projekt standen (Ching Siu-Tung, Dick Wei, Chow Yun-Fat, Alan Chui Chung-San, Phillip Kwok Chun-Fung, Golden Harvest) kann man eigentlich nur enttäuscht sein. Das dürfte zusammen mit The Scripture with No Words oder Naked Weapon der uninteressanteste Film von Regisseur Ching Siu-Tung (Duel to the Death, A Chinese Ghost Story, Wonder Seven) sein. Auch die kaum vorhandene Action ist im Grossen und Ganzen enttäuschend. Trotz bekannter Namen wie Alan Chui Chung-San (The 7 Grandmasters) und Venom Star Phillip Kwok (Hard Boiled).

Der ähnlich gelagerte (Filmstudio, Herstellungsjahr, Herstellungsland, Chow Yun-Fat) The Seventh Curse war da um Längen besser. In jeder Hinsicht. Chow Yun-Fat (Wild Search, City War, Scared Stiff) war solide. Aber allein durch seine Präsenz kann er die Qualität des lahmen Filmes und des lahmen Plots nicht verbessern. Dick Wei (No Way Back, Rosa, To Kill a Mastermind) als Katzen Geist-Krieger bekommt nur im Finale paar coole Szenen spendiert. Allgemein gibt es nur im Finale und vor dem Finale die besten Szenen zu sehen, die u.a. Zombies und einen Kampf zwischen Dick Wei und Chow Yun-Fat auf menschenleeren Strassen in Hong Kong beinhalten, inklusive eines sehenswerten Abganges von Dick Weis Figur.

Fazit: Kein Must See Titel. Dazu ist der Film viel zu langweilig…

Infos:

O: Qi Yuan

HK 1986

R: Ching Siu-Tung

D: Chow Yun-Fat, Dick Wei, Emily Chu, Lam Kit-Ying

Laufzeit der HK-DVD: 88:51 Min.

Gesehen am: Nov. 2008 / Neusichtung am: 10.02.25

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Universe vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, Code Free, nicht anamorph, durchschnittliche Bild- und Tonqualität. Wer den Film mag, sollte die Vinegar Syndrome Blu-Ray (Double Feature zusammen mit The Seventh Curse) kaufen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2025).

Donnerstag, 20. März 2025

The Sword of Many Lovers

The Sword of Many Lovers

Story:

Der junge Draufgänger Hu Fei (Leon Lai) hat gleich zwei Frauenherzen erobert: jenes von Poison Sue (Michelle Reis) und dieses von Purple Yuen (Sharla Cheung Man). Purple Yuen ist das uneheliche Kind von dem alten Schwertkämpfer Feng (Elvis Tsui Kam-Kong) und resultiert aus einer Vergewaltigung. Purple Yuen will ihre Mutter rächen und ihren Vater töten. Auch Hu Fei hat mit ihm noch eine Rechnung zu begleichen…

Meine Meinung:

The Sword of Many Lovers ist ein Wuxia, dessen Plot scheinbar schon zu Shaw Brothers Zeiten verfilmt wurde (Legend of the Fox, New Tales of the Flying Fox). The Sword of Many Lovers, den es interessanterweise in Hong Kong wohl nicht Mal auf DVD gibt, hat mir gut gefallen. Ich mochte zwar nicht alles an dem Film, aber im Grossen und Ganzen war der Film unterhaltsam und sehenswert. Der Story kann man anhand der Figuren gut folgen, sofern man kein Greenhorn des HK-Kinos der damaligen Zeit ist. Regie führte Poon Man-Kit (To Be Number One).

Die Highlights waren die Actionszenen, die wilde und rasante Choreographie, die interessanten Gimmicks und Waffen, der Fantasy-Gehalt und der krude Humor des damaligen HK-Kinos. Zum Teil hatte der Film Italo-Western Vibes. Zu «krude» passt auch Elvis Tsui (Shaolin and Wu Tang, This Man Is Dangerous, The Seventh Curse) als Bösewicht, wobei letzterer fast schon ein inzestuös Verhalten zu seinem behinderten Sohn aufzeigt und immerhin resultiert auch seine Filmtochter aus einer Vergewaltigung. Sharla Cheung Man (Tiger Cage 3) und Michelle Reis (A Chinese Ghost Story 2) waren solide. Die Kampf- Choreographie wurde cool gefilmt (wie fast alle Filme aus dieser Zeit in diesem Setting) und stammt aus der Hand von Michael Mak Tong-Kit (Dragon Force, Butterfly & Sword).

Schwach war Lead Leon Lai (Fun and Fury). Ihn mochte ich noch nie sonderlich, auch wenn er in den Kampfszenen zu überzeugen weiss. CAT. III Psychopath William Ho Ka-Kui (seine wohl bekannteste Rolle: Daughter of Darkness) ist in einer Nebenrolle zu sehen. Es ist etwas schade, dass es nicht noch mehr Kampfszenen gab. Vor allem von Elvis Tsui hätte ich gerne mehr gesehen. So gibt es auch einige Momente mit Längen oder Klamauk. Es gibt aber auch etliche krude-komische Szenen wie einen Skorpion fressenden Zwerg, der sich auch als Maulwurf versucht, Schweine-Urin, der ins Gesicht von Michelle Reis spritzt (sieht mehr wie Sperma aus), ein Golf-Spiel mit einem abgetrennten Kopf, eine Mutter, die ihrem Sohn den Torso aufschlitzt oder ein aus einem Körper brechendes Skelett.

Fazit: Wuxia Fans können einen Blick riskieren! Bekomme ich gerade Lust, die Shaw Brothers Filme dazu aufzufrischen…

Infos:

O: Fei Hu Wai Zhuan

HK 1993

R: Poon Man-Kit

D: Leon Lai, Sharla Cheung Man, Michelle Reis, Elvis Tsui Kam-Kong, William Ho Ka-Kui

Laufzeit der HK-LD: Ca. 113 Min.

Gesehen am: 05.01.24

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Universe vor = Widescreen, O-Ton, englische Subs, Uncut, durchschnittliche Bild- und Tonqualität. In HK ist der Film ebenso auf VCD und VHS raus. In Frankreich gibt es den Film auf DVD (ohne englische Subs). In HK scheint er auf DVD nicht veröffentlicht worden zu sein. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Sonntag, 8. Dezember 2024

Enemy Shadow

Enemy Shadow

Story:

Jade (Jade Leung Ching) muss mit ansehen, wie ihr Freund von Gangstern erschossen wird. Als Folge quittiert sie ihren Dienst. Später: nun arbeitet Jade Undercover. Doch sie verliebt sich in Gangster-Boss Panther (James Pax). Und es ist ausgerechnet er, den dazumal ihren Freund erschossen hat…

Meine Meinung:

Die HK-Produktion aus dem Jahr 1995 stand unter keinem guten Stern. Nicht nur politisch war die Sache dazumal aufgrund der Rückgabe Hong Kongs an China (1997) angespannt, auch die Filmqualität der HK-Produktionen liess mehr und mehr nach. Regie führte Tung-Chuen Chan, der jedoch während dem Dreh aus dem Projekt schied (ich weiss nicht warum). Stattdessen drehte Peter Mak Tai-Kit den Film fertig.

Obwohl mit Jade Leung Ching (Satin Steel, Fox Hunter, The Peeping Tom) eine tolle Hauptrolle an Bord, gefiel mir der Film kaum. Auch ihr Schauspiel sagte mir diesmal nur bedingt zu. Der restliche Cast gefiel mir bis auf Shing Fui-On (Fist of Fury 1991, Thank You, Sir, The Dragon Family), der als Gangster einen Gastauftritt hinlegt, gar nicht. Vor allem das Trio um James Pax, Kenneth Chan Kai-Tai und Moses Chan Ho war unsympathisch und ohne Charisma. Null Sympathieträger. Ben Ng (O.C.T.B. Case - The Floating Body, Red to Kill, Phantom War) als homosexueller Gangster fand ich mit seinem Overacting auch nervend.

Nebst den schwachen und nervenden Figuren und deren Darstellung gefiel mir vor allem die Optik nicht. Diese war zu störend. Zu «arty». Zu viele wirre Dialoge im off (viel Voice-over), zu viele unnötige Zeitlupen-Einsätze etc. Scheinbar wurde da das Arthouse Kino von Wong Kar-Wai kopiert. Gut zu wissen, denn damit werde ich mir sicherlich nie einen Film von Wong Kar-Wai ansehen (Ausnahme: As Tears Go By). Die Optik und Erzählweise in Enemy Shadow war furchtbar. Positiv stechen nur paar solide Action-Szenen heraus, die den Film aber nicht retten können.

Fazit: Zeitverschwendung! Schade um das Action-Talent von Jade Leung Ching…

Infos:

O: Ying Chi Dik Yan

HK 1995

R: Peter Mak Tai-Kit, Tung-Chuen Chan

D: Jade Leung Ching, James Pax, Kenneth Chan Kai-Tai, Moses Chan Ho, Ben Ng Ngai-Cheung, Shing Fui-On

Laufzeit der HK-LD: 91:66 Min.

Gesehen am: 01.11.24

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Universe vor = Uncut, solide Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische & chinesische Subs, Widescreen. Es scheint den Film abgesehen von der LD noch auf VCD zu geben (sicher auch auf VHS). Ob es eine DVD gibt, ist mir nicht bekannt. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2024).

Donnerstag, 12. September 2024

Fong Sai Yuk II


Fong Sai Yuk II

Story:

Fong Sai Yuk (Jet Li) wird in die The Red Flower Gemeinschaft aufgenommen, deren Ziel darin besteht, den mandschurischen Kaiser zu stürzten. Doch der politische Kampf beeinflusst auch seine Beziehung zu seiner Freundin (Michelle Lee), als es darum geht, dass Fong eine Prinzessin (Amy Kwok) für die Gunst der Bruderschaft verführt. Derweil gilt es auch Master Chans (Adam Cheng) Position zu schützen und Fongs Mutter (Josephine Siao) hat ebenfalls Liebesprobleme mit ihrem Ex (Regisseur Corey Yuen).

Meine Meinung:

Jet Li feierte mit Tsui Harks Once Upon a Time in China grosse Erfolge. Viele Nachahmer, auch im klassischen Setting und auch chinesische Nationalhelden präsentierend, waren die Folge. So auch Fong Sai Yuk, den ich jedoch nicht zu Jet Lis besten Arbeiten zähle. Die Fortsetzung, erneut mit Jet Li (The Last Hero in China), Corey Yuen (Heroes of Shaolin), Michelle Lee (A Chinese Ghost Story II), Josephine Siao (Jumping Ash) und Adam Cheng (General Invincible), kann sogar noch weniger überzeugen und bleibt nur knapp in der Sammlung bestehen.

Im ersten Teil war der Plot besser. Zudem gefiel mir dort das Theme: das war wirklich cool und höre ich gerne. Und mit Vincent Zhao hatte man einen wunderbaren Bösewicht an Bord. Eine Art Newcomer. Er hatte seine beste (kurze) Zeit danach mit Filmen wie The Blacksheep Affair, Green Snake oder The Blade (obwohl ich den heuer auch nicht mehr sonderlich toll finde), zumal er Jet Li für die Once Upon a Time in China Fortsetzungen Once Upon a Time in China IV und Once Upon a Time in China V ersetzte.

Der 2. Teil hat einen schwachen Plot. Es gibt, vor allem im lahmen Mittelteil, zu viele Längen und Belanglosigkeiten. Die ganzen Szenen mit Jet Li, seiner Mutter, seiner Ehefrau und der Japanerin waren einfach uninteressant. Auch der dazu passende Humor und weitere Sub-Plots (Josephine Siao und Corey Yuens Beziehung) waren schwach und die Musik uninteressant. Die Szenen im Mittelteil und die Sub-Plots hätte man am besten durch mehr Kampfszenen ersetzen sollen. Diese sind erneut mit viel Drahtseil-Mithilfe inszeniert worden. Jedoch schnörkellos. Was Wirework-Kampfszenen angehen, ist Jet Li einer der Fähigsten Künstler, um diese Kampfszenen dennoch sehenswert aussehen zu lassen.

Der neue Bösewicht wird von Ji Chunhua (Shaolin Temple, Yellow River Fighter) gespielt. Sein Overacting war etwas zu übertrieben, aber seine Kampfszenen gegen Jet Li, vor allem jene abseits des Finales, waren die besten Action-Momente des Filmes (ca. zwei Stück). Schade, dass seine Figur so eindimensional gezeichnet war. So ist es für alle Beteiligten klar, dass er ein Verräter ist. Warum da Adam Cheng als Anführer der The Red Flower nicht interveniert, fand ich sehr unglaubwürdig und nicht nachvollziehbar. Diese Naivität bekommt den Plots in Sachen Glaubwürdigkeit im HK-Film der damaligen Zeit nicht gut.

Fazit: Mässige Fortsetzung, die nicht zu Jet Lis besten Arbeiten zählt.

Infos:

O: Fong Sai-Yuk II

HK 1993

R: Corey Yuen

D: Jet Li, Michelle Lee, Amy Kwok, Adam Cheng, Josephine Siao, Corey Yuen

Laufzeit der HK-DVD: 96:15 Min.

Gesehen am: März 2006 / Neusichtung am: Ende Juni 204 / Sichtung der UK-Blu: Mitte Dez. 2024

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Universe vor = O-Ton und englische Subs, Code Free, Uncut, mässige (oft viel zu dunkel) Bild- und Tonqualität. In Deutschland als Iron Tiger auf DVD zu haben (Uncut, nur in Deutsch, Label: Splendid). Die franz. DVD von HK Vidéo dürfte qualitativ am besten sein (aber ohne englische Untertitel). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Juni 2024). Nachtrag Dez. 2024: Ich fand den Film in dieser neuen Fassung (UK-Blu-Ray von 88 Films zusammen mit dem 1. Teil in einer Collection) leicht besser als bei der letzten Sichtung (HK Universe DVD, sehr dunkles Bild). Diese Vö ist ein Paradebeispiel, wie ein Film durch ein würdiges Master optisch aufgewertet werden kann. Der Film hat mehrere sehr schöne Szenen, die optisch einfach wundervoll gefilmt und in Szene gesetzt wurden. Beides in Kampfszenen integriert. Dies kam bei der alten HK-DVD kaum zur Geltung, da ziemlich miese Bildqualität. Die Kampfszenen sind, wenn man Wirework-Action nicht abgeneigt ist, toll anzusehen. Der Humor und die Love-Story sind noch immer mässig. Die Zuschauer fanden das wohl auch so, denn der 2. Teil war weniger erfolgreich als sein Vorgänger. Fans machen mit dieser Vö hingegen alles richtig. 

Donnerstag, 29. August 2024

Rosa

Rosa

Story:

Die HKer Polizei (u.a. Yuen Biao, Lowell Lo Koon-Ting) beschützen das Modell Rosa (Lu Hsiao-Fen) vor Killern (u.a. Dick Wei, Chung Fat). Derweil versucht Lowell bei Rosa zu landen und Yuen Biao verliebt sich in Lowells Schwester (Kara Hui) und umgekehrt...

Meine Meinung:

Ich sah den Film im März 2008. Nun, nach über zehn Jahren folgte die 2. Sichtung und ich empfand Rosa als nette, kleine und solide Unterhaltung. Die Hong-Kong-Produktion aus dem Jahr 1986 ist ein Genremix aus Action, Liebesgeschichte (vor allem im Mittelteil zwischen der 30. und 60. Minute) und Komödie. Für meinen Geschmack hätte der Film von Joe Cheung Tung-Cho (Return Engagement), der einige sehenswerte Filme realisiert hat (Flaming Brothers, Pom Pom and Hot Hot, The Killer in White, The Incredible Kung Fu Master), mehr Action haben dürfen.

Vor allem im Mittelteil. Die «Beziehungskiste» um Yuen Biao (Peacock King, Knockabout), Lowell Lo (Pedicab Driver), Ex-Shaw Brothers Legende Kara Hui (Wu Xia, Mrs K) und Lu Hsiao-Fen (Exposed to Danger, Kill for Love) waren die vielleicht schwächsten Szenen in einem sonst relativ amüsanten Film. Am Anfang herrscht guter Humor, auch durch Figuren wie Tai Bo (Into the Night) und vor allem Paul Chun (In the Line of Duty III) in einer amüsanten Rolle als Vorgesetzter von Yuen Biao und Lowell Lo. Blacky Ko Shou-Liang (Imperial Sword) habe ich im Gegensatz zu Ka Lee (Heroes Shed no Tears) nicht erkannt und Charlie Cho Cha-Lee (Who Cares) spielte eine ungewohnt ernste Rolle (mehr oder weniger).

Wer Yuen Biao mag, kommt dennoch auf seine Kosten, da Hauptrolle. Für die wenigen, aber grandiosen Action-Szenen und deren Choreographie war Yuen Biao zusammen mit Yuen Wah (Kick Boxer) und Mr. Vampire Star Lam Ching-Ying (The Ultimate Vampire) verantwortlich. In den ersten 60 Minuten gibt es jedoch nur ca. zwei Kampfszenen. Der Rest folgt im Finale. Etwas schade ist, dass Kara Hui und Chung Fat verhältnismässig wenig Kampfszenen bekommen haben. Und an Potenzialverschwendung erinnert auch der Ausgang des Kampfes von Dick Wei (City Warriors) gegen Yuen Biao. Ansonsten mochte ich, speziell Dick Wei und Chung Fat (Twinkle Twinkle Lucky Stars) als Bösewichte und die Kampfszenen rockten derbe.

Fazit: Für Yuen Biao und HK-Filmfans zu empfehlen!

Infos:

O: San Yung Seung Heung Baau Chuk Chap

HK 1986

R: Joe Cheung Tung-Cho

D: Yuen Biao, Dick Wei, Lu Hsiao-Fen, Lowell Lo Koon-Ting, Kara Hui, Paul Chun, Charlie Cho Cha-Lee, Chung Fat, Ka Lee, Blacky Ko Shou-Liang, Tai Bo

Laufzeit der HK-DVD: 91:49 Min.

Gesehen am: März 2008 / Neusichtung am: 27.05.24

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Universe vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, Code Free, gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2024).

Mittwoch, 19. Juni 2024

Who Am I?

Who Am I?

Story:

Bei einer Mission und einem Verrat sterben alle Soldaten (u.a. Kane Kosugi, Yutphichai Chanlekha, Ken Lo) ausser einem (Jackie Chan). Dieser wacht mit Amnesie in afrikanischen Busch auf und nennt sich fortan «Who Am I». Er findet zurück in die Zivilisation, was auch den Auftraggebern des Verrats nicht entgeht. Sie versuchen Who Am I zu töten. Doch dieser kommt den Tätern (Ron Smerczak, Ed Nelson, Mike Lambert, Kwan Yung, Ron Smoorenburg) in Rotterdam auf die Schliche…

Meine Meinung (Originalfassung):

Who Am I? sah ich vor 18 Jahren das letzte Mal. Ich wusste kaum mehr etwas. Wenig vereinzelte Momente sind mir geblieben (Finalkampf, Dschungel-Setting zu Beginn, Niederlande als Setting), so war ich gespannt auf den Film, auch wenn ich nicht wahnsinnig viel erwartet habe. Die Erwartungen waren also nicht besonders hoch. Who Am I? würde ich als solide-durchschnittlichen Film bezeichnen. Kein Kracher, aber ok.

Dass der Film z.B. für den US-Markt verändert und verkürzt wurde, kann ich auf eine Art und Weise nachvollziehen. Besonders die 1. Filmhälfte war relativ belanglos. Familienfreundliche Unterhaltung, aber mit nahezu null Action. Kann man weggucken, aber man verpasst auch nicht viel, wenn man dazu was liest oder auf der Nintendo Switch Broforce zockt (selten ein Spiel erlebt, das so süchtig macht). Ja, das ist aufwändig gemacht, aber irgendwie wenig interessant und fesselnd. Das Schauspiel einiger Figuren war auch nicht toll und einige Stimmen sind auch im O-Ton scheinbar gedubbed, was sich billig anhört.

Im Originalton wird zu 90% Englisch gesprochen. Der Cast ist sehr international. Auf den ersten Blick sind nebst Jackie Chan (Dragon Fist, Police Story, The Protector, Snake in the Eagle’s Shadow, Twinkle Twinkle Lucky Stars, The Young Master, The Twin Dragons, The Accidental Spy) kaum bekannte Namen dabei. Das stimmt, zumindest in den Haupt- und Nebenrollen ist niemand dabei, den ich kannte. In Cameo-Auftritten sind Ken Lo (Cheetah on Fire), Kane Kosugi (Godzilla: Final Wars) und Bradley James Allan (Erlangte durch seine zwei sehenswerten Kämpfte gegen Jackie Chan in Gorgeous Bekanntheit) zu sehen. Letzterer gleich mehrfach, zumal er auch Ron Smoorenburg in einigen der Kampfszenen im Finalkampf gedoubelt hat.

Ron Smoorenburg (Triple Threat) und Kwan Yung (Gehörte, wie auch Bradley James Allan, Jackie Chans Stuntteam an) sind die Endgegner im Film. Diese machen eine gute Figur, auch wenn Jackie Chan mit Ron Smoorenburg aufgrund des Timings in einigen Kampfszenen und der Choreographie die Geduld verlor (Siehe Doku Jackie Chan My Stunts). Ron Smoorenburg hat sich inzwischen revanchiert und aufgezeigt, dass Jackie Chan im Finalkampf mehr gedoubelt wurde als er (Siehe folgende zwei Videos auf YT: «JACKIE CHAN MY STUNTS II -Who am I ? - Who had more doubles? the Taekwondo kicker or JC - BREAKDOWN» und «What's the Worst Thing Jackie Chan has Ever Done to a Stuntman?»).

Was Jackie Chan und sein Stunt-Team können, sind Action-Sequenzen. Daher macht der Film nach einer Stunde auch mehr Spass. Denn in der 2. Filmhälfte gibt es mehr oder weniger Action-Sequenz um Action-Sequenz zu sehen: Verfolgungsjagden, Crashs, Stunts, Kampfszenen. Und diese sind in bester Jackie Chan Manier choreographiert. Einfallsreich, innovativ und aus jedem Gegenstand macht Jackie Chan eine Waffe, mit welcher er sich zur Wehr setzt. Die 2. Filmhälfte, die immerhin auch 60 Minuten dauert, entschädigt für den lahmen ersten Part. Und der Wechsel diverser Länder (gedreht wurde u.a. in Südafrika, Malaysia oder Rotterdam) gefiel mir auch.

Fazit: Kein Kracher, aber Jackie Chan Fans kommen dank der 2. Hälfte dennoch auf ihre Kosten!  

Infos:

O: Ngo Shut Sui

HK 1998

R: Jackie Chan, Benny Chan

D: Jackie Chan, Yamamoto Mirai, Ron Smerczak, Ed Nelson, Mike Lambert, Kwan Yung, Ron Smoorenburg, Michelle Ferre, Kane Kosugi, Yutphichai Chanlekha, Bradley James Allan, Ken Lo

Laufzeit der HK-DVD: Ca. 120 Min.

Gesehen am: Juli 2006 / Neusichtung am: 01.05.24

Fassungen: Mir lag die Code Free HK-DVD von Universe vor = gute Bild- und Tonqualität (nicht anamorph), O-Ton, englische Subs, Uncut. In Deutschland heisst der Film Jackie Chan ist Nobody. Alle deutschen DVDs haben keinen O-Ton, sind z.T. im falschen Bildformat, sollen eine «matschige Bildqualität» haben und sind z.T. auch nicht anamorph. Die US-Fassung ist verändert, kürzer. Dort fehlen viele Afrika-Szenen (begrüsse ich sogar) aber später halt auch Action- und Stunts (oder Explosionen) = daher uninteressant. Die DVD aus Japan (Warner) soll die qualitativ bisher beste Fassung sein.

Freitag, 3. Mai 2024

The Dragon Family

The Dragon Family

Story:

Lung Ying (Ko Chun-Hsiung) ist das Oberhaupt der «Dragon Family» (Alan Tam, Andy Lau, Max Mok, Lau Kar-Wing, Kent Cheng, Kara Hui, Lisa Chiao Chiao, Cheung Kwok-Keung, Kent Tong Chun-Yip) und plant, innerhalb von zwei Jahren nur noch legal zu arbeiten. Dafür gibt er sich zwei Jahre Zeit. Das und das harte Vorgehen gegen die Konkurrenz, die mit Drogen ihr Geld verdient, sorgt in der Triaden-Welt für Unstimmigkeiten. Vor allem White Wolf (Ku Feng) und seinen Männern (Norman Tsui, William Ho Ka-Kui, Phillip Ko Fei, Shing Fui-On) ist Lung Ying ein Dorn im Auge. Als ein Coup eskaliert und Lung Yings Tod daraus resultiert und es bei dessen Beerdigung zu einem Massaker kommt, sinnen drei der Überlebenden auf Rache…

Meine Meinung:

2. Sichtung seit März 2009. Als ich den Film damals sah, wusste ich um die erste ruhige Filmhälfte nicht Bescheid und kannte jede Menge der Stars vor und hinter der Kamera (noch) nicht. Den Film nun mit richtigen Erwartungen zu sehen und die ganzen Stars zu erkennen, machte The Dragon Family zu einem absoluten Sehvergnügen. Mir gefiel auch die ruhige Hälfte des Filmes ausgezeichnet, gerade wegen den vielen bekannten Gesichtern.

Im Film tummeln sich Namen wie Alan Tam (Pantyhose Hero), Andy Lau (The Last Blood), Max Mok (The Assassin), Lau Kar-Wing (der auch die Regie übernahm), Kent Cheng (The Club), Kara Hui (Legend of the Drunken Tiger), Ku Feng (Return of the Sentimental Swordsman), Norman Tsui (Dirty Trick), William Ho Ka-Kui (Daughter of Darkness), Phillip Ko Fei (Profile in Anger), Shing Fui-On (Legacy of Rage) oder Stanley Fung (Sketch). Für die Action- bzw. Kampf-Szenen zeichnete sich ein weiterer ehemaliger Shaw Brothers Star zuständig: Lau Kar-Leung (Challenge of the Masters).

Der Film war zu keiner Sekunde langweilig. Die 1. Hälfte zeigt Einblicke in die Triaden-Welt und wie versucht wird, aus dieser zu entfliehen. Was Regeln, Traditionen aber auch Verrat bedeuten und wo sie hinführen könnten. Heroic Bloodshed Motive kommen ebenso zur Geltung wie Klischees, welche aus anderen Klassikern stammen (das verkrüppelte Bein aus A Better Tomorrow). Der Film ist technisch einwandfrei in Szene gesetzt und auf asiatischen Klamauk wird verzichtet.

Der Film hat zwar nicht viele Action-Szenen, die sind aber hart in Szene gesetzt, abwechslungsreich und mit viel Kraft, Wucht und Schmerzen verbunden: blutige Shoot-Outs, originelle Tötungsszenen (durch Feuer, Schwert, Glasscheiben…), Stunts und Martial Arts Einlagen runden die Sequenzen ab. Im Finale darf sogar noch zwei Gweilos (Nick Masters u Wayne Archer) mitmischen. Stanley Fung, Kent Cheng und Lau Kar-Wing haben sehr prägende Rollen und fast mehr Screentime als z.B. ein Andy Lau, Max Mok oder ein Alan Tam, dessen Charaktere am Ende zwar die Rache übernehmen, aber zuvor länger durch Abwesenheit glänzen.

Das nicht jede Figur viel Screentime bekommt, versteht sich bei den vielen Stars im Film von selbst. Vor allem Fans von Kara Hui dürfen nicht viel erwarten. Sie ist kaum zu sehen. Freude hatte ich ansonsten an den Bösewichten. Namen wie Ku Feng, Norman Tsui, William Ho Ka-Kui, Phillip Ko oder Shing Fui-On sehe ich immer gerne als Bösewichte und diese machen alle einen sehenswerten, hübsch fiesen Job. Der einzige bekannte Name, der mir im Film nicht auffiel, war The Two Jolly Cops Star Charlie Cho Cha-Lee. Habe ihn wirklich nicht ausmachen und entdecken können. Kleines Detail am Rande…

Fazit: Must See Titel für Freunde des 80er/90er Jahre HK-Actionfilmes!

Infos:

O: Lung Ji Ga Chuk

HK 1988

R: Lau Kar-Wing

D: Ko Chun-Hsiung, Alan Tam, Andy Lau, Max Mok, Lau Kar-Wing, Kent Cheng, Kara Hui, Lisa Chiao Chiao, Cheung Kwok-Keung, Kent Tong Chun-Yip, Ku Feng, Norman Tsui, William Ho Ka-Kui, Phillip Ko Fei, Shing Fui-On, Stanley Fung, Nick Masters, Wayne Archer

Laufzeit der HK-DVD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: März 2009 / Neusichtung am: 17.02.24

Fassungen: Mir lag die Code Free-DVD von Universe aus HK vor = Uncut, solide bis durchschnittliche (Nacht-Szenen) Bild- und Tonqualität (nicht anamorph), O-Ton und englische Subs vorhanden. Da wäre eine restaurierte Blu-Ray wünschenswert! Die HK-DVD von Mega Star ist hingegen anamorph.

Donnerstag, 4. April 2024

Forbidden World

Forbidden World

Inhalt inklusive meiner Meinung:

Bei Forbidden World handelt es sich um einen französischen Mondo à la Mondo Cane und Co. Der Mondo ist jedoch deutlich jünger und stammt aus dem Jahr 1986. Dennoch erinnert er an Mondos wie Mondo Cane, Shocking Asia oder Shocking Africa. Wer Mondos mag, kann sicherlich einen Blick riskieren. Ich selbst fand Forbidden World ziemlich langweilig und nicht wirklich sehenswert. Der Mondo ist aber selten, daher war es schon ok, den Mal zu sehen. Zudem lässt sich damit auch gut Geld verdienen (die VCD findet man für 171 CHF auf Ebay).

Es gibt keine wirklichen Highlights und die Sichtung war zäh. Zudem gibt es viele Passagen, in denen sogar der Kommentator schweigt. Die Musik war auch gar nicht mein Fall. Die Ital. Mondos waren da besser: optisch meist wunderschön gefilmt und mit wunderbarer Musik auskommend, so dass einzelne Szenen immerhin in Sachen Bild- und Ton zu gefallen wussten. So nicht in Forbidden World. Die Inhalte der Doku sind auch nicht weiter spektakulär: Afrikanische Stämme (mit Tier-Snuff), Sex-Shows (Rauchende Vaginen), religiöse Riten (Jesus ans Kreuz nageln Rollenspiel und Geisselungen) bis hin zu gestellten Szenen (Bordell für Frauen, satanische Riten, die Episode mit nekrophilem Inhalt).

Das Ganze ist, wenig überraschend da franz. Produktion, sehr Sex lastig. Aufgrund zwei Fakten ist Forbidden World dennoch nicht uninteressant. Zum einen entnehme ich einem Review, dass der Mondo in Frankreich bei der Uraufführung von der Zensur geschützt und bewahrt wurde. Dafür soll sich der damalige Kultur- und Bildungsminister (und Politiker) Jack Lang gross gemacht haben. Er, der sich u.a. für die Entkriminalisierung der Pädophilie oder für Rechte von Schwulen stark machte (laut Wikipedia). Das französische Kulturgut gilt es schliesslich zu beschützen.

Der zweite informative Aspekt ist die Tatsache, dass Forbidden World von einer Regisseurin realisiert wurde. Regie führte nämlich Chantal Lasbats. Mondos werden meist von einem Kommentator begleitet. Im Fall von Forbidden World war das, zumindest im Original, auch eine Frau. Françoise Vatel ist die Erzählerin. Auch das ist beachtlich und sicher kein Zufall. In der mir vorliegenden englischen Sprachfassung kommentiert hingegen ein Mann. Und die dritte Frau im Bunde ist Monique Pantel, welche für das Drehbuch zuständig war. Zeitgeist pur!

Fazit: Für Sammler von Mondos nicht uninteressant!

Infos:

O: Les interdits du monde

Frankreich 1986

R: Chantal Lasbats

D: Françoise Vatel (Erzählerin)

Laufzeit der HK-VCD: 1. VCD 48:23 Min., 2. VCD 33:49 Min.

Gesehen am: 15.02.24

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Universe vor = Englische Sprachfassung mit chinesischen Subs, mittelmässige VHS-Bildqualität (Vollbild), in Sex- und Nackt-Szenen stark zensiert. Im Vergleich zu einer Italienisch gesprochenen Online-Fassung wird eine Sequenz an einer anderen Stelle gezeigt. Jedoch bietet auch die VCD eine ganze Sequenz, die in der Ital. Online-Fassung komplett fehlt. Es gibt noch eine VHS in Frankreich, eine HK-LD (gleiches Label) und eine HK-VHS von Silver City. Es gibt weder eine deutsche Fassung, noch eine DVD oder Blu-Ray (Stand: Feb. 2024).

Montag, 19. Februar 2024

Black Dream

Black Dream

Story:

Die Killer Sas und Lung nehmen Neuling Tak unter ihre Fittiche und bilden ihn aus. Die drei freunden sich an. Es sind schwere Zeiten. Nach einem missglückten Auftrag landen alle drei auf der Abschussliste ihres Bosses (Michael Chan Wai-Man) - ein Kampf auf Leben und Tod beginnt…

Meine Meinung:

Black Dream ist definitiv kein Must See Titel für HK-Filmfans. Der Film ist ok und solide. Nichts Spezielles. 1995, zwei Jahre vor der Übergabe Hong Kongs nach China, erzählt Black Dream eine Story, die man schon zu oft gesehen hat, um zu überzeugen. Und zumeist schon besser, actionreicher und dramatischer gesehen hat. Laut hkmdb.com war dies der dritte Spielfilm des mir unbekannten Regisseurs John Hau, der auch danach nicht wirklich eine grosse Karriere als Regisseur hingelegt hat.

Bis auf Michael Chan Wai-Man trifft das auch auf den restlichen Cast zu: solide, mir aber unbekannte Namen. Ich kenne nur Michael Chan Wai-Man und er war mein Kaufgrund. Michael Chan Wai-Man, der auch im echten Leben mit den Triaden verkehrte, war natürlich eine ausgezeichnete Wahl für die Rolle. Als inzwischen etwas älterer Herr macht er in der Rolle des Gangster-Bosses eine gute Figur, auch wenn sich Fans von ihm gedulden müssen: er kommt hauptsächlich auf der 2. Disc der HK-VCD vor. In den ersten 45 Minuten ist er ansonsten nur ganze zweimal zu sehen.

Eine Ausnahme stellt die damals noch recht unbekannte Josie Ho dar, die später mit dem CAT. III Slasher Dream Home für Furore sorgen sollte. Die anderen Namen sagen mir aber wirklich gar nichts. Die erste Hälfte des Filmes (die ersten 45 Min.) ist relativ lahm. Soll heissen: bis auf 2-3 Attentate gibt es null Action. Es gibt viele Szenen zu drei drei Killern, ihrer Beziehung zu einander, viel Frauengeschichten und Drama. Sehr lahm. Ich dachte in der Tat daran, den Film zu verkaufen. Doch mit der 2. Disc wird der Film, zum Glück, besser.

Die 2. Disc hat ebenfalls eine Laufzeit von 45 Minuten und in dieser dominieren dann die Action-Szenen. Nach einem missglückten Einsatz landen die drei Killer und Freunde selbst auf der Abschussliste. Sie und ihre Frauengeschichten müssen sich nun selbst gegen neue Killer, von Michael Chan Wai-Man (Adventure in Denmark) geschickt, wehren. In den dunklen Gassen von Hong Kong, zu Hause oder in einem Café. Diese Szenen sind solide und es gibt mehr Michael Chan Wai-Man zu sehen. Die neuen Killer sind auch hübsch fies und der Film zum Teil kompromisslos. Ich mochte auch die Tatsache, dass es kein Happy End gibt. Konsequent.

Fazit: Dank der 2. Filmhälfte schafft es der Film, wenn auch knapp, in die Filmsammlung!

Infos:

O: Xian Dai Gu Huo Zi

HK 1995

R: John Hau

D: Ng Shui-Ting, Raymond Tso Wing-Lim, Michael Tong Man-Lung, Josie Ho Chiu-Yee, Michael Chan Wai-Man, Yvonne Yung Hung

Laufzeit der HK-VCD: 1. Disc (45:14 Min.) / 2. Disc (45:19 Min.)

Gesehen am: 02.01.24

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Universe vor = O-Ton, feste englische und chinesische Subs, Uncut*, solide bis durchschnittliche Bild- und Tonqualität. Vom gleichen Label gibt es eine LD. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2024). * In einer Szene wirkte der Film zensiert. Zudem hat es auf der Rückseite des Covers ein Bild (Killer mit Rasierklinge) die man so im Film nicht sieht. 

Sonntag, 11. Februar 2024

The Peeping Tom

The Peeping Tom

Story:

Ein Vergewaltiger und Mörder (Mark Cheng Ho-Nam) hat sein neues Opfer auserwählt: eine Polizistin (Jade Leung Ching) und dessen Umfeld (u.a. Nomoto Miho)…

Meine Meinung:

Von The Peeping Tom war ich leicht enttäuscht. Da hatte ich zu hohe Erwartungen an das Category III Spätwerk (HK 1997) von Ivan Lai, der den Film auch produzierte und auch abgesehen davon im CAT. III Genre Zuhause war (Erotic Ghost Story III, Daughter of Darkness 1 + 2, Ancient Chinese Whorehouse). Schlecht ist The Peeping Tom definitiv nicht, aber nicht alles sagte mir am Film zu.

Besonders das Overacting und Schauspiel von Mark Cheng hat mich gestört. Obwohl er mich in anderen ähnlichen Rollen (oder allgemein als Bösewicht) zuvor sehr überzeugte (in Filmen wie Raped by an Angel, Guns of Dragon, A Taste of Killing and Romance), gefiel mir sein Schauspiel nicht. Es war zu modern, zu cool, zu schräg. Ich fühlte mich beim Schauen mehr als nur einmal an die 90er Jahre Filme Natural Born Killers sowie die CAT. III Produktion Mad Stylist erinnert.

Mit wenigen Ausnahmen versucht The Peeping Tom eher einen US-Film zu kopieren, statt ein waschechter 90er Jahre CAT. III Film zu sein. Zudem war die Polizeiarbeit im Film eine Katastrophe. Auf Realismus solle nicht geachtet werden. Mehrere Szenen waren mir zu übertrieben. Jade Leung Ching machte ihre Arbeit in einer ähnlichen Rolle (in Fox Hunter) deutlich besser und schlagkräftiger. Es gibt spärliche Action-Momente: eine Shoot-Out Sequenz zu Beginn und im Finale darf etwas gekämpft werden.

Ansonsten gibt es viel Sex, Rape und Nackt-Szenen zu sehen (nicht von Jade Leung Ching). Auf blutige Details wird mit Ausnahme von zwei-drei Szenen verzichtet. Kann man sich einmal ansehen, aber nichts, was wirklich in Erinnerung bleibt.

Fazit: Geschmackssache. Nichts für meine Sammlung. CAT. III Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Chik juk ging wan

HK 1997

R: Ivan Lai

D: Mark Cheng Ho-Nam, Jade Leung Ching, Nomoto Miho, Michael Tse Tin-Wah, Sara Au Ji-Yan

Laufzeit der HK-LD: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 29.12.23

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Universe vor = O-Ton, englische Subs, Uncut (CAT. III Rating), solide Bild- und Tonqualität. Gibt es vom gleichen Label auch auf DVD, VHS und VCD. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Dez. 2023). Meine LD war fehlerhaft. Auf der 1. Seite fiel kurz vor dem Ende der Canto-Ton/Dialoge aus. Klare Störungen zu hören über den Kanal. Die 2. Seite war dann überhaupt nicht mehr abspielbar. So guckte ich den Film ab der ca. 60 Minuten via Stream in Kantonesisch mit vietnamesischen Untertiteln (auf Pornoseiten gefunden).

Dienstag, 19. Dezember 2023

Family Honor

Family Honor

Story:

Polizist Fu Sai Hang (Wilson Lam Jun-Yin) gerät ins Kreuzfeuer der eigenen Ermittler (Michael Miu Kiu-Wai), da sein Stiefbruder Tao (Shing Fui-On) ein auch in der Unterwelt bekannter, aggressiver Kredithai ist. Fu gerät dabei an Gangster Wei (Dick Wei), der zu einer tödlichen Gefahr für Fu und sein Umfeld wird…

Meine Meinung:

Family Honor ist ein doch eher etwas unbekannter Heroic Bloodshed Streifen aus Hong Kong. Das liegt vielleicht auch daran, dass der Film, so wie es aussieht, bisher nie auf DVD (von Blu-Ray sprechen wir erst gar nicht) veröffentlicht wurde. Und auch eine weitere Tatsache könnte eine Rolle gespielt haben: die 1. Filmhälfte ist doch relativ lahm. Muss ich ganz klar sagen. War schon kurz darauf, den Titel zu verkaufen…

…wäre da nicht die klar bessere, derbere und actionreiche B-Seite der Laserdisc gewesen. Der Film bietet bekannte Inhalte wie Familienzusammenhalt, Gewissensbisse, Korruption, Gangster, Triaden-Leben, Aufopferung. Dass gegen Polizist Fu ermittelt wird, sah man im späteren, modernen Hong Kong Film noch und nöcher (ab Infernal Affairs im Jahr 2002) – hier wirkt es hingegen originell und neu. Wilson Lam Jun-Yin als Lead fand ich nicht 100% überzeugend. Muss ich so sagen.

Dafür fand ich Shing Fui-On (Who’s Killer, Ghost for Sale, Running Mate) so richtig toll. Zudem war es schön anzusehen, dass er eine der Hauptrollen spielt und nicht nur eine Nebenrolle. Er hat viele intensive Szenen abbekommen. Ihm mag ich es gönnen. Er hat sowohl in den schauspielerischen, wie auch dramatischen und actionbetonten Szenen völlig überzeugt. Als weiterer im Bunde überzeugt Dick Wei (City Warriors, Visa to Hell, Who Cares), einmal mehr, als Bösewicht. Doch diesmal war er teilweise besonders fies und grausam. Das macht ihn zu einem echten Ekel und das Finale wirkt dadurch umso intensiver.

Die restlichen bekannten Namen sind hingegen wirklich nur als Nebenfiguren dabei und/oder tauchen nur in Gastrollen auf: Joey Wong (100 Ways to Murder Your Wife, A Chinese Ghost Story), Max Mok (Usurpers of Emperor's Power, The Assassin), Ben Ng (Thunder Cop, Red to Kill), Richard Ng (TwinkleTwinkle Lucky Stars, Excuse Me, Please), Blacky Ko (Im Würgegriff der gelben Schlange, My Father Is a Hero), Ka Lee (Heroes Shed no Tears, Above the Law) oder Shaw Brothers Legende Lo Lieh (The Ape Girl, Revenge of the Corpse). An Lo Liehs Auftritt hatte ich Freude – wird ihm gerecht!

Die Actionszenen in der 2. Hälfte sind derb und blutig. Es wird mit allen möglichen Waffen und Gegenständen, die gerade zur Verfügung stehen, gekämpft, verletzt, geschlagen, zugestochen und getötet. Messer, Eisenstangen, Faustfeuerwaffen. Blutige Shoot-Outs und Explosionen wie auch Verfolgungsjagden durch Hong Kong runden die Szenen ab inklusive einer guten Kameraarbeit und kleineren Stunts. Die Actionszenen retten den Film schlussendlich davor, verkauft zu werden. Hätte es bereits in der 1. Hälfte mehr Actionszenen zu sehen gegeben und wäre Wilson Lam Jun-Yin ein besserer Lead-Actor gewesen, hätte das ein ziemlich grosser Kracher werden können…

Fazit: HK-Action-Fans der 90er werden dank der Action auf der B-Seite der LD bestens bedient! Erwartungen anpassen, dann klappt es mit dem Unterhaltungswert und der Befriedigung!

Infos:

O: Wu ming jia zu

HK 1990

R: Norman Law

D: Shing Fui-On, Wilson Lam Jun-Yin, Joey Wong, Dick Wei, Max Mok, Richard Ng, Ben Ng, Blacky Ko Shou-Liang, Lo Lieh, Ka Lee, Michael Miu Kiu-Wai

Laufzeit der HK-LD: 98:22 Min.

Gesehen am: 19.11.23

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Universe vor = Uncut, O-Ton und englische Subs, gute bis solide Bild- und Tonqualität (in den Nacht-Sequenzen etwas zu dunkel). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Nov. 2023).