Dieses Blog durchsuchen

Samstag, 9. Mai 2026

Perdita Durango

Perdita Durango

Story:

Gangster und «Satanist» Romeo (Javier Bardem) trifft auf seiner Reise auf Perdita Durango (Rosie Perez). Beide entführen für ihre Rituale mit Menschenopfer zwei Jugendliche (Aimee Graham, Harley Cross), als Romeo vom reichen Gangsterboss Santos (Don Stroud) einen Auftrag erhält, der viel Geld einbringen soll. Derweil ist jedoch auch ein Polizist (James Gandolfini) hinter Romeo und Co. her…

Meine Meinung:

Als ich im Feb. 2006 Perdita Durango erstmals sah, war mir weder der Film noch Álex de la Iglesia wirklich ein Begriff. Zu dem Zeitpunkt kannte ich (durch eine Free-TV Aufnahme) nur Aktion Mutante. Perdita Durango ist sicherlich auch heute noch einer der besten und bekanntesten Filme von Álex de la Iglesia (Crimen ferpecto, My Big Night, El Bar). Der Film erinnert an ähnliche Filme in den 90ern, die nach dem Erfolg von Quentin Tarantino entstanden sind. So erinnert Perdita Durango leicht an Natural Born Killers, dessen Drehbuch aus der Feder von Tarantino stammt.

Perdita Durango hat die Neusichtung bestanden. Ich mag solche 90er Jahre Filme auch heute noch. Die Filme wirkten zum Teil viel lockerer als der heutige Zeitgeist. Der Film ist ein wilder Mix und ein fieser, schwarzhumoriges Road Movie, an welchem sicherlich auch ein Tarantino Freude hätte. Trotz seiner zwei Stunden Laufzeit wird der Film nie langweilig. Da ich den Film so lange nicht mehr gesehen habe, wurde ich bestens unterhalten. Vieles hatte ich vergessen, so dass ich zum Teil auch positiv überrascht wurde.

Javier Bardem (Mother!) und Rosie Perez machen als irres Pärchen à la Bonnie und Clyde seine gute Figur. Sehr abgedreht, sehr überzeugend und trotz ihrer Grausamkeiten wachsen sie dem Zuschauer ans Herz. Im krassen Gegenstück (als Parodie auf den American Way of Life) agieren als die zwei Entführten Aimee Graham (spielt in From Dusk Till Dawn eine Geisel) und Harley Cross (Die Fliege 2). Die sind ebenso überzeugend in ihren Rollen. Wie sich ihre Dynamik während der Entführung verändert, erinnerte mich als an Chucky und seine Braut.  

James Gandolfini (True Romance) spielt den Cop, der von einem Fettnäpfchen ins andere tritt und einfach nicht sterben will. Sehr amüsante und dadurch auch sympathische Rolle. Er ist es, der verbissen dem Killerpaar hinterherjagt und aus noch so jeder brenzligen Situation, teilweise geschunden aber überlebend, herausfindet. Das hat fast Running Gag und Comic-Charakter. Und Don Stroud (The Amityville Horror, Carnosaur II) spielt ein Ekel und den reichen Gangsterboss Santos. Er macht das auch wunderbar fies, auch wenn er weniger charakterisiert wird als die anderen Nebenfiguren.

Wer abgedrehte, blutige Road-Movies mit viel Abwechslung und Dialogen, die zum Schmunzeln anregen, mag, wird mit Perdita Durango bestens bedienst!

Infos:

O: Perdita Durango

Spanien, Mexiko, USA 1997

R: Álex de la Iglesia

D: Javier Bardem, Rosie Perez, Aimee Graham, Harley Cross, Don Stroud, James Gandolfini, Screamin’ Jay Hawkins

Laufzeit der deutschen DVD: 124:50 Min.

Gesehen am: Feb. 2006 / Neusichtung am: 09.06.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von M.I.B. vor = Bonusfilm auf der Disc, Uncut, Deutsch/Englisch, gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland von Black Hill / Koch Media auf Blu-Ray und von Wicked-Vision Media auf UHD. Die UHD ist vier Sekunden länger als alle vorherigen Fassungen. Diese längere Fassung wurde erstmals in den USA (Severin Films) ausgegraben. Bildvergleiche zeigen jedoch auf, dass mir die DVD von den Farben, Farbfiltern und dem Master mehr zusagt als die Blu-Ray oder die UHD. Die vier Sekunden sind zu verschmerzen. Angeblich soll am Fantasy Film Festival dazumal sogar eine ca. zehn Minuten längere Fassung mit mehr Sex und Gewalt gelaufen sein.