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Montag, 7. September 2026

Four Riders


Four Riders

Story:

Nach dem Ende des Korea-Krieges bekommen es vier Soldaten (Chen Kuan-Tai, Ti Lung, David Chiang, Wang Chung) mit einer Rauschgiftbande zu tun (Yasuaki Kurata )…

Meine Meinung:

Mit Four Riders wurde ich irgendwie bereits in der Vergangenheit nicht 100% warm. Ich weiss auch nicht genau warum. Chang Cheh (The Fantastic Magic Baby, The Duel, Heaven and Hell), der diesmal mit seinen Stars Chen Kuan-Tai (Return to Action), Ti Lung (Shaolin Prince, Inheritor of Kung Fu, A Warrior's Tragedy), David Chiang (The Singing Killer, What Price Survival, The Generation Gap) und Wang Chung (Cops and Robbers, The Informer, The Imp) in Korea drehte, lässt die Geschichte im Korea der 50er Jahre spielen. Eine Abwechslung zu sonstigen klassischen Kung-Fu-Geschichten. Reviews lassen erahnen, dass die Settings mehr an die 70er erinnern, satt an die 50er. Dennoch war es nett, Mal andere Settings zu sehen.

Allerdings gefallen mir i.d.R. die klassischen Chang Cheh-Filme meist besser. Was mich an Four Riders störte waren diverse Dinge. Zum einen gab es mit Ausnahme des Finales zu wenig Action. Und diese war auch zu harmlos, zu unblutig. Es gab Längen und mich störte die Tatsache, dass Yasuaki Kurata (Aces Go Places II, Return of the Sister Street Fighter, Wang Yu - Der Karatebomber) nicht der Hauptbösewicht ist, sondern nur der Lakaie eines ausländischen Bösewichtes. Und die Konstellation der vier Hauptfiguren als Freude fand ich unglaubwürdig. Es dauert ewig, bis die vier überhaupt Mal zusammenkommen und einige Dinge waren schlicht unglaubwürdig (David Chiang, der Chen Kuan-Tais Verlust nicht ernst nimmt). Zudem fand ich auch das Schauspiel in einigen dramatischen Momenten schlecht gespielt (Chen Kuan-Tai und sein Verlust).

Die Kampfszenen waren absolut solide und immerhin im Finale dann auch hart, blutig und abwechslungsreich. Mehr davon, schon vor dem Finale, wäre wünschenswert gewesen. Von den vier Stars bekommt Chen Kuan-Tai am wenigsten Szenen, gefolgt von Wang Chung. David Chiang ist der eigentliche Star der Stunde. Am Ende sind sie aber alle tot. Ich mochte das nihilistische und Happy End freie Ende. Lily Li (Relentless Broken Blade) spielt eine Nebenrolle und endet in einer überraschend blutigen Szene. Tina Chin Fei bringt eine Spur Erotik und Sleaze (kurze Nacktszene) in den Film. Ansonsten wirkten die Helden relativ blass und eigentlich auch wenig sympathisch, in ihren Rollen. Aber das Finale und Setting entschädigt dafür.

Fazit: Überbewertet. Dennoch können Chang Cheh Fans einen Blick riskieren!

Infos:

O: Si Qi Shi

HK 1972

R: Chang Cheh

D: Chen Kuan-Tai, Ti Lung, David Chiang, Wang Chung, Lily Li, Yasuaki Kurata, Ching Li, Tina Chin Fei, Lu Ti, Andre Marquis

Laufzeit der HK-DVD: 103:55 Min.

Gesehen am: Jan. 2008 / Neusichtung am: Sept. 2026

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von IVL vor, die 2011 in Amsterdam von Chen Kuan-Tai signiert wurde = in Action Uncut (= es fehlen ca. 25 Sek. = eine Dialogszene, der im deutschen VHS zu sehen war), sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Gibt es in Deutschland von mehreren Anbietern als Blu-Ray (Deutsch/Mandarin mit Englischen und/oder deutschen Subs, je nach Label).

Sonntag, 6. September 2026

Iron Bodyguard

Iron Bodyguard

Story:

Hundert-Tage-Reform (1889) am Ende der Qing-Dynastie:

Der Gelehrte Tan Si-Tong (Yueh Hua) will zusammen mit anderen Verbündeten (u.a. Dean Shek) Reformen vorantreiben und das Land verändern. Durch Zufall trifft er an den Kämpfer und Leibwächter Wang Wu (Chen Kuan-Tai). Es entsteht eine Freundschaft. Wang Wu und seine Männer (u.a. Danny Lee) helfen Tan und schützen ihn vor Attentätern. Tan wird auch von seiner Schwester (Lily Li) unterstützt. Zuerst sieht alles gut aus, doch dann macht die Regierung und dessen Angestellte (u.a. Chiang Tao) offiziell Jagd auf Tan und seine Anhänger…

Meine Meinung:

Iron Bodyguard hat mir besser gefallen als bei meiner Erstsichtung im Jahr 2011. Der Film von Chang Cheh (Police Force, Die 13 Söhne des gelben Drachen, Boxer Rebellion) und Pao Hsueh-Li (The Greatest Eight Kinds of Kung Fu, The Beauty Escort, Man of Iron) ist ein nahezu perfektes Vehikel für Star Chen Kuan-Tai (Die siegreichen Schwerter des goldenen Drachen, Shadow Cop). Ein Jahr zuvor erlebte Chen Kuan-Tai mit Der Pirat von Shantung seinen Durchbruch. Danach stieg er zum Star auf und lieferte Kracher um Kracher. So überrascht es nicht, dass er hier für die Hauptrolle auserwählt wurde.

Iron Bodyguard basiert auf wahren geschichtlichen Gegebenheiten. Natürlich wurde seitens der Shaw Brothers viel dazu gedichtet, um Kung Fu Kämpfe zeigen zu können. Die Freundschaft mit der von Chen Kuan-Tai gespielter Figur gab es in Wahrheit nicht, ebenso wenig Kämpfe oder Attentatsversuche. Der echte Tan Si-Tong und vier andere politische Männer sollen in Peking öffentlich geköpft worden sein, was später zur Revolution (1911) geführt haben soll. Eine historische Grösse wie Tan Si-Tong in einen Shaw Brothers Plot zu verflechten, war aus rein kommerzieller Sicht gewinnbringend.

Chen Kuan-Tai spielt den loyalen Kämper an dessen Seite. Und er macht das sehr gut. Einmal mehr überzeugt er in den Kampfszenen sowie durch sein Charisma. An seiner Seite ist ein junger Danny Lee (Love to Kill, Law with Two Phases, The Gambling Syndicate) zu sehen, der ebenfalls zum Helden wird. Danny Lee sollte später in den Filmen von John Woo zum gefeierten HK-Star werden. Die historische Figur Tan Si-Tong wird von Yueh Hua (On the Wrong Track) verkörpert. Er macht das sehr gut. Seine Filmschwester wird von Lily Li (The Pier) dargestellt. Bei den Bösewichten gefällt vor allem Chiang Tao (Schweig oder stirb), während Namen wie Dean Shek (Blood Reincarnation), Ricky Hui (Mr. Vampire) sowie Fung Hak-On (The Sniping) nur sehr kleine Rollen bekommen haben. Die Mehrheit der Kampfszenen ist im Finale und vor dem Finale zu sehen.

Fazit: Shaw Brothers und Chen Kuan-Tai Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Da Dao Wang Wu

HK 1973

R: Chang Cheh, Pao Hsueh-Li

D: Chen Kuan-Tai, Yueh Hua, Lily Li, Danny Lee, Chiang Tao, Fung Hak-On, Ricky Hui, Dean Sheak

Laufzeit der UK-Blu: 98:33 Min.

Gesehen am: Jan. 2011 / Neusichtung am: Sept. 2026

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von EUREKA! (Furious Swords and Fantastic Warriors) = O-Ton, englische Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2026).

Samstag, 5. September 2026

The Teahouse

 

The Teahouse

Story:

Boss Wang Cheng (Chen Kuan-Tai) führt zusammen mit Fa Ta-Chu (Yang Chi-Ching) und seinen Angestellten (u.a. Wong Yu, Bruce Le) ein Teehaus. Doch es machen sich diverse interne und externe Probleme breit: die Arbeitsmoral der Angestellten lässt zu wünschen übrig, diverse Triaden haben mit diversen Angestellten Probleme, die jedoch durch Boss Wang Cheng Schutz erfahren, sehr zum Wiederwillen der Triaden. Und die Polizei ist auch am Beobachten, während diverse Triaden (Fung Ging-Man, Chung Chan-Chi, Fan Mei-Sheng) planen, Boss Wang Cheng zu töten…

Meine Meinung:

The Teahouse ist ein sonderbarer Shaw Brothers Film. Gemäss meiner alten Besprechung würde ich sagen, dass ich aktuell mit dem Film mehr anfangen konnte als während meiner Erstsichtung vor 16 Jahren. Der Film von Kuei Chih-Hung (Die Wilden Engel von Hong Kong, Corpse Mania, The Gold Connection) ist kein Martial Arts Film und laut Datenbanken soll es ein Kantonesisch gesprochener Film sein. Und das bereits 1974. Die Shaw Brothers haben früher ihre Filme in Mandarin veröffentlicht, erst einige Jahre vor Beendigung ihrer Kinofilme haben sie begonnen, die Filme in Kantonesisch zu veröffentlichen (und natürlich wurden jeweils beide Audio-Optionen in den jeweiligen Regionen veröffentlicht).

Bei The Teahouse handelt es sich um einen Mix aus Gangster- und Triaden-Streifen, der gleichzeitig gewisse sozialkritische Themen aufgreift. Am ehesten würde ich den Film, auch vom Inhalt und der Machart her, mit der Criminals Reihe (The Criminals, The Criminals 2 - Homicides, The Criminals 3 - Arson, The Criminals 4 - Assault, The Criminals 5 - The Teenager's Nightmare), dem Meisterwerk The Delinquent sowie dem Kino von Kinji Fukasaku vergleichen. Auf jeden Fall bekam der Film eine CAT. III Freigabe (zumindest auf DVD) und schien erfolgreich, denn es folgte eine Fortsetzung. Zudem legte Chen Kuan-Tai als «Big Brother Cheng» in Big Bad Sis einen Gasteintritt hin.

The Teahouse hat nicht viel Action und vor allem keine wirklich klassischen Kung-Fu Kämpfe. Das störte mich nicht, da ich das Triaden-Setting mochte. Ich mochte auch den Zusammenhalt von Wang Cheng und seiner Truppe, wie er gegen diverse Bedrohungen vorgeht. Der Film wirkt aber auch sehr episodenhaft und unzusammenhängend. Gewisse Figuren kommen vor, nur um später in eigenen Handlungssträngen, die per se nichts zum Film beitragen, wieder zu verschwinden (z.B. Wong Yu, der sich selbst ins Gefängnis bringt). Zudem wirkt der Film hier und da auch sprunghaft. Chen Kuan-Tai und Co. machen ihre Sache aber sehr ordentlich. Nebst Chan Kuan-Tai überzeugte vor allem auch Yang Chi-Ching (The Bloody Escape). Fan Mei-Sheng (Green Killer) spielt eine typische Nebenrolle als Schurke und interessant war die kleine Nebenrolle von Bruceploitation-Star Bruce Le (Concord of Bruce Lee). Der Film endet quasi offen, und der Plot wird in der Fortsetzung, wenn ich nicht irre, zu Ende erzählt.

Fazit: Ein nicht uninteressanter Beitrag der Shaw Brothers!

Gefolgt von: Big Brother Cheng

Infos:

O: Sing Gei Cha Low

HK 1974

R: Kuei Chih-Hung

D: Chen Kuan-Tai, Yang Chi-Ching, Wong Yu, Bruce Le, Fung Ging-Man, Chung Chan-Chi, Fan Mei-Sheng

Laufzeit der HK-DVD: 95:36 Min.

Gesehen am: Sept. 2010 / Neusichtung am: Sept. 2026

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von IVL vor = 2011 in Amsterdam von Chen Kuan-Tai signiert, Uncut, O-Ton (O-Ton soll Kantonesische sein) und englische Subs, gute Bildqualität, nicht anamorph. Ende Nov. erscheint von Arrow Video das Set Shawscope Presents: Street Gangs of Hong Kong Limited Edition. In dieser wird u.a. auch The Teahouse enthalten sein. Es ist eine eigene, neue Restauration von Arrow Video (keine Framecuts). O-Ton und englische Subs werden vorhanden sein, dazu exklusive Extras wie das letzte Interview mit Chen Kuan-Tai vom Januar dieses Jahres sowie weiteren Interviews mit Bruce Le. Dazu darf Tony Rayns, wohl auch sein letztes Interview vor seinem überraschenden Tod durch Unfall (Treppensturz), ein Special über Kuei Chih-Hung zum Besten geben. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2026).

Freitag, 4. September 2026

The Bloody Escape



The Bloody Escape

Story:

Gu Hui (Chen Kuan-Tai) gehört zur Wolf Head Gang. Dessen neuer Chief (Wu Chi-Chin) ändert traditionelle Regeln. Es folgen Morde, Entführungen und Vergewaltigungen. Gu Hui kann dies moralisch nicht akzeptieren und hilft einer Geisel (Shih Szu) zur Flucht. Damit zieht er jedoch auch den Zorn der Bande und deren Mitglieder (Wu Chi-Chin, Chan Shen, Chiang Tao) auf sich und wird danach gejagt. Gleichzeitig macht sich ein Agent (Wai Wang) daran, die Mitglieder der Bande exekutieren zu lassen…

Meine Meinung:

The Bloody Escape ist eine Shaw Brothers Arbeit der Regisseure Sun Chung (The Proud Youth, City War) sowie Chang Cheh (Kuan - Der unerbittliche Rächer, Chinatown Kid). Letzterer soll mit anderen Projekten beschäftigt gewesen sein, so dass Sun Chung den Film dann zu Ende gestellt hat. Diese Anfang der 70er Jahre Produktion mit Chen Kuan-Tai (Dragon Tiger Gate, Just Heroes, Thirty Six Killers) ist am Ende weniger blutig, als er der Titel vermuten lässt, hat aber die Zweitsichtung bestanden. Wie schon bei anderen Filmen sah ich The Bloody Escape sehr lange nicht mehr. 16 Jahre. Und wie bei anderen Filmen kannte ich nun viel mehr Gesichter, was den Cast des Filmes anging = macht einfach mehr Laune beim Schauen! Der Film hat mir gut gefallen.

Der Vorspann, teilweise in Zeitlupe gefilmt, hatte fast Italo-Western Vibes. Der Plot des Filmes ist sehr simpel und bietet, trotz der kurzen Laufzeit von nur 84 Minuten, einige Phasen zum Durchschnaufen. Der Plot und die Entwicklung der Figuren, insbesondere von Chen Kuan-Tai, der zu seinen moralischen Prinzipien steht und einen Wandel durchmacht, bekommen trotz den vielen Kampfszenen, Zeit zur Entfaltung. Daher bietet The Bloody Escape fast etwas mehr Anspruch, als andere Kung-Fu-Filme aus dieser Zeit. Chen Kuan-Tai macht in den Kampfszenen sowie in den dramatischen Momenten einmal mehr eine gute Figur. Die Kampfszenen (es wird praktisch nur mit Fäusten und Kicks gekämpft, selten mit dem Einsatz von Waffen) sollen eher realistisch und bodenständig aussehen, statt spektakulär. Diese wurden u.a. von Lau Kar-Wing (Skinny Tiger), der auch einen kurzen Auftritt vor der Kamera liefert, inszeniert.

Shih Szu (The Naval Commandos) spielt ebenso stark in den dramatischen Momenten (Mord an ihren Eltern, die versuchte Vergewaltigung). Bei den Bösewichten gefallen vor allem Chan Shen (Kiss of Death), Chiang Tao (hier noch ohne Schnauz) und Wu Chi-Chin (The Bastard). Kurze Auftritte haben zudem noch The One-Armed Swordsman Bösewicht Yang Chi-Ching (The Sword of Swords) sowie Wong Ching (The Prodigal Boxer, The Shanghai Thirteen). Bei letzterem fand ich es fast schade, als ich sah, dass er auch an Bord ist, dass er nur einen Gastauftritt hinlegt und zudem keinen der Gangster spielte. Weil ihn sehe ich immer gerne als Bösewicht. Dafür hat er in seinen Kampfszenen absolut überzeugt. Wer damit leben kann, dass es im Mittelteil doch die ein oder andere längere Handlungssequenz ohne Kämpfe gibt und letztere praktisch blutlos inszeniert sind, kann sich problemlos an den Streifen wagen!

Infos:

O: Tao Wang

HK 1973

R: Sun Cung, Chang Cheh

D: Chen Kuan-Tai, Shih Szu, Wai Wang, Wu Chi-Chin, Chan Shen, Chiang Tao, Yang Chi-Ching, Lau Kar-Wing, Wong Ching

Laufzeit der HK-DVD: 84:23 Min.

Gesehen am: Okt. 2010 / Neusichtung am: Sept. 2026

Fassungen: Mir lag die HK-DVD, die 2011 in Amsterdam von Chen Kuan-Tai signiert wurde, vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2026).

Thunderclap

 


Thunderclap

Story:

Heavenly Demon (Chen Kuan-Tai) erwacht aus einem erzwungenen Schlaf. Meister Sage Chaoyan (Ku Feng) und sein Team (u.a. Hon Kwok-Choi, Rita Yeung Ching-Ching, Wong Lik) wollen ihn aufhalten. Zwei Freunde (Max Mok, Robert Mak Tak-Law) geraten zwischen die Fronten…

Meine Meinung:

Thunderclap, ein sehr seltener Shaw Brothers Film, da bisher ausserhalb der ZiiEagle Box nicht veröffentlicht worden (wie auch Titel wie Misfire, Curse of Evil, Revenge of the Corpse oder Spirit of the Raped), wurde zu Ehren von Chen Kuan-Tai (Blood Brothers, Long Road to Gallantry, I Will Finally Knock You Down, Dad!) angesehen, der leider Anfang Sept. dieses Jahres verstorben ist. Thunderclap ist ein solider Wuxia, aber definitiv kein Kracher. Die Tatsache, dass der Film teilweise auf der Meta-Ebene angesiedelt ist (der Regisseur spricht immer wieder zum Zuschauer, kommentiert die Handlung oder Figuren) und das eigentlich offene, abrupte Ende, gefielen mir aktuell nicht mehr.

Immerhin wusste ich darüber aufgrund meiner Erstsichtung und anderen Reviews Bescheid und ging mit angepassten Erwartungen an den Film. Regie führte Tony Leung Siu-Hung (Guns of Dragon, Satin Steel), der eben auch immer wieder mit klassischem Kostüm und Sonnenbrille in kurzen «Pausen» auftaucht, und zum Publikum fachsimpelt. Gewagt, wurde das zugelassen. Auf der anderen Seite haben die Shaw Brothers ein Jahr später ihre Kinoproduktionen eingestellt. Tony Leung Siu-Hung machte danach vor allem als Choreograph oder Action Director Karriere (in Filmen wie In the Line of Duty III, Deadly Dream Woman, Magic Crystal).

Und die Action- und Kampfszenen, alle sehr fantasievoll und rasant gefilmt und in Szene gesetzt, überzeugen auch in Thunderclap, auch wenn die Kampfszenen oft künstlich beschleunigt wurden. Zudem wäre eine etwas grössere Anzahl an Kampfszenen wünschenswert gewesen. Die Szenen mit Chen Kuan-Tai und Ku Feng (The Great Cheat, No Guilty) gehörten zu den besten Momenten des Filmes. Sie kämpfen auch einmal gegeneinander und abgesehen von den Kämpfen zu Beginn oder später gegen die Hexe, war das dass kleine Highlight eines ansonsten durchschnittlichen, soliden Filmes. Der Hauptplot ist an sich interessant, wird aber immer wieder durch das Duo Max Mok und Robert Mak Tak-Law gestört.

Deren Szenen haben eigentlich immer wieder Tempo rausgenommen oder für lahme Füllszenen gesorgt. Zudem ist Max Mok (Usurpers of Emperor's Power, No Way Back) eigentlich nie am Kämpfen und Robert Mak Tak-Law (The First Vampire in China, Return of the Demon) hat meistens in den humorvollen Szenen genervt, statt für Humor gesorgt (Ausnahme sind ein-zwei Momente mit der Hexe, die wirklich lustig waren). Die Mädels haben allesamt stark agiert, sowohl in den Kampf- wie auch in den schauspielerischen Momenten. Ein Name, den ich sonst immer sehr nervend finde, Hon Kwok-Choi (The Reckless Cricket, We're Going to Eat You), ist ausgerechnet in diesem Film Mal in einer anständigen, deutlich ernsteren Rolle zu sehen, auch wenn ich ihn aufgrund seines Outfits fast nicht erkannt habe. Lustig und was für ein Zufall! Der Film hätte definitiv mehr Potenzial gehabt, dennoch können Shaw Brothers Fans natürlich bedenkenlos einen Blick riskieren!

Infos:

O: Pik Lik Lui Din

HK 1984

R: Tony Leung Siu-Hung

D: Chen Kuan-Tai, Tony Leung Siu-Hung, Ku Feng, Max Mok, Robert Mak Tak-Law, Hon Kwok-Choi, Rita Yeung Ching-Ching, Wong Lik, Lau Yuk-Pok

Laufzeit der ZiiEagle Fassung: Ca. 86 Min.

Gesehen am: Juni 2015 / Neusichtung am: Sept. 2026

Fassungen: Ich sah den Film via ZiiEagle Box = Celestial Master aber qualitativ runtergerechnet da so viele Filme in der Box (= nur gute Bildqualität). Nur Mandarin Ton mit englischen Subs. Machte einen unzensierten Eindruck. Abgesehen davon wurde der Film scheinbar bisher nirgends veröffentlicht (Stand: Sept. 2026).

Montag, 24. August 2026

The Proud Youth

Shawgust 2026

The Proud Youth

Story:

Nangong Song (Wong Yu) wird von seinem Clan durch Clan Führer Luo Chaojun (Stanley Fung) verstossen. Er trifft auf Sacred Lady (Shih Szu), die nach ihrem vermissten Vater (Ku Feng) sucht. Nangong Song trifft auf Shi (Wang Chung), der weiss, wo Sacred Ladys Vater gefangen gehalten wird. Sie befreien ihn. Danach beginnt ein Killer (Michael Chan Wai-Man), etliche Clan-Anführer zu töten…

Meine Meinung:

Diese Shaw Brothers Arbeit von Sun Chung (The Devil’s Mirror, Revenge of the Corpse, A Fistful of Talons) basiert auf dem Roman The Smiling, Proud Wanderer. Mein letzter Shawgust Beitrag in diesem Jahr. Ich habe den Film ausgewählt, da Michael Chan Wai-Man (Prince Charming, Broken Oath, Talk to Me, Dicky) als Co-Star dient und da seit meiner Erstsichtung im Jahr 2013 nichts mehr wusste = die neue Sichtung würde sich mehr wie eine Premiere als ein Auffrischen anfühlen!

Der Film ist, was den Plot betrifft, sonderbar und auch wirr. Am besten ist, wenn man als Vorbereitung das weiss, was ich oben bei Inhaltsangabe geschrieben habe. Der Rest ist unwichtig, wenig nachvollziehbar und bestehend aus Füllszenen. Anhand der oben genannten Beschreibung kann der Fan dem Plot gut folgen, sofern der Zuschauer Namen wie Wong Yu (The Spiritual Boxer, Dress Off for Life), Ku Feng (Bruce and the Iron Finger, The Furious Killer), Shih Szu (The Great Cheat, Lady of the Law), Wang Chung (The Delinquent, Police Force), Stanley Fung (Thrilling Story, Ghost in Me) sowie Michael Chan Wai-Man kennt.

Der Hauptplot formt sich jedoch erst gegen ca. 50 Minuten oder noch später. Einige Figuren (Ku Feng, Wang Chung) kommen fast noch später vor und Michael Chan Wai-Man kommt nur in den ersten fünf Minuten und danach erst wieder im Finale vor. Das war sonderbar und passte irgendwie nicht ganz zusammen. Quasi wie zwei Plots, die dann zu einem verlaufen. An Michael Chan Wai-Man hatte ich Freude, da fies, Bösewicht und coole Waffe. Wong Yu war sehr solide, so auch Ku Feng, Shih Szu und Wang Chung (auch hier: coole Waffe). In Nebenrollen sind noch Chan Shen (Die 7 goldenen Vampire), Alan Chui Chung-San (Two Fists Against the Law) und ein junger Yuen Wah (Iceman Cometh) zu sehen. An Stanley Fung hatte ich auch Freude, da er einen Dreckssack spielt. Das Ende hat mir daher gut gefallen und gab unerwartete Pluspunkte.

Fazit: Solide Shaw Brothers Arbeit!

Infos:

O: Xiao Ao Jiang Hu

HK 1978

R: Sun Chung

D: Wong Yu, Shih Szu, Stanley Fung, Michael Chan Wai-Man, Wang Chung, Ku Feng, Chan Shen, Yang Chi-Ching, Alan Chui Chung-San, Yuen Wah

Laufzeit der thailändischen DVD: 92:38 Min.

Gesehen am: Aug. 2013 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via DVD aus Thailand von United und Celestial = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität (jedoch soll die neue DD 5.1 Tonspur neue Musik, die nichts mit der Originaltonspur zu tun haben soll, beinhalten). In Deutschland als Die Todeskammern der Shaolin auf VHS zu haben (zensiert). Es scheint noch keine Blu-Ray oder UHD zu geben (Stand: Aug. 2026).

Prince Charming




Shawgust 2026

Prince Charming

Story:

Chen Li Pin (Kenny Bee) und sein Kumpel Lolanto (Nat Chan Pak-Cheung) machen in Hawaii Urlaub und sind auf der Suche nach Frauen. Sie treffen auf das Duo May sowie Kitty (Cherie Chung Cho-Hung, Maggie Cheung), doch diese sind nicht interessiert. Zurück in Hong Kong soll Chen Li Pin für seinen schwerreichen Vater in dessen Geschäft den Vorsitzenden Chen Pi Hou (Charlie Cho Cha-Lee) überwachen, da der Verdacht im Raum steht, dass er illegale Geschäfte führt. Dafür gibt sich Lolanto als Chairman und Chen Li Pin als Fahrer aus. Zufällig arbeiten auch May und Kitty dort und so nehmen Chen Li Pin und Lolanto den Kampf um die Frauen wieder auf…

Meine Meinung:

Prince Charming ist der zweite von Wong Jings (The New Legend of Shaolin, Fight Back to School 3, City Hunter) «Lolanto» Trilogie nebst Hong Kong Playboy sowie I Love Lolanto. Mitte der 80er, kurz bevor die Shaw Brothers ihre Kinoproduktionen einstellten, hat Wong Jing für diese mehrere Komödien inszeniert. Darunter auch die «Lolanto» Trilogie. Prince Charming hat mir dabei gut gefallen und mich gut unterhalten. Es geht um Kenny Bee (100 Ways to Murder Your Wife, Together) und Nat Chan Pak-Cheung (Mercenaries from Hong Kong, The Fortune Code) auf ihrer Suche nach Frauen und daraus resultierende Chaoszustände.

Wer Wong Jing-Humor mag, wird mit diesem Mix aus Komödie und Liebesgeschichte gut bedient. Kenny Bee ist sehr solide und macht das souverän und Nat Chan Pak-Cheung stehen solche Rollen einfach. Der Humor ist wechselhaft d.h. Mal infantil, Mal vulgär, Mal innovativ, Mal mit viel Herz. Im Vergleich zu derberem Wong Jing Humor der 90er geht es in Prince Charming jedoch verhältnismässig harmlos zu und her. Interessant ist Prince Charming auch was Maggie Cheung (Dragon Inn) angeht. Sie feierte hier ihr Schauspieldebüt und überzeugt an der Seite von Cherie Chung Cho-Hung (The Dead and the Deadly). Die dritte im Bunde, Rosamund Kwan (Vengeance Is Mine), kommt erst später zum Einsatz und ist quasi die Antagonistin von Cherie Chung Cho-Hung.

Die Mädels machen dabei genau so viel Spass wie die Herren oder die Co-Stars. Als Co-Stars sehen wir hier Charlie Cho Cha-Lee (Who Cares, Police Story 2) als Vater von Maggie Cheung, der perfekt in die schmierige Rolle des Vorsitzenden passt, sowie Michael Chan-Wai Man als Bruder von Cherie Chung Cho-Hung. Als grosser Fan von Michael Chan Wai-Man (The Delivery, The Kung Fu Kid, Spirits of Bruce Li) hatte ich selbstverständlich grosse Freude an seiner Nebenrolle und jede Szene mit ihm ist ein Genuss. Sein Talent für humorvolle Rollen hat er bereits in der Shaw Brothers Komödie Carry On Doctors and Nurses unter Beweis gestellt. Er bringt auch einen Hauch Action in den Film und das Highlight war für mich die Dinner-Szene mit Kenny Bee und Nat Chan Pak-Cheung. Er spielt auch in I Love Lolanto mit, so dass ich mich schon heute auf die "Fortsetzung" freue. Und der Gastauftritt von Alex Man (Killer's Nocturne) war auch amüsant und bringt eine kurze Kampfszene in den Film!

Fazit: Amüsante und unterhaltsame Komödie der Shaw Brothers!

Infos:

O: Ching Wa Wong Ji

HK 1984

R: Wong Jing

D: Wong Jing, Kenny Bee, Nat Chan Pak-Cheung, Cherie Chung Cho-Hung, Maggie Cheung, Rosamund Kwan, Michael Chan Wai-Man, Charlie Cho Cha-Lee, Alex Man

Laufzeit der ZiiEagle-Fassung: Ca. 92 Min.

Gesehen am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via ZiiEagle Box = Im O-Ton Kantonesisch mit englischen Subs, wahrscheinlich Uncut, solide Bild- und Tonqualität. Den Film gibt es in HK auch von IVL auf DVD. Es gibt keine Blu-Ray und keine UHD (Stand: Aug. 2026). Dank Netflix gibt es immerhin eine Fassung mit deutschen Untertiteln.

Sonntag, 23. August 2026

The Flying Guillotine

 



Shawgust 2026

The Flying Guillotine

Story:

Emperor Yung Cheng (Chiang Yang) lässt unter der Führung von Chief Xin Kang (Ku Feng) eine tödliche Geheimwaffe entwickeln: die fliegende Guillotine. Chief Xin Kang stellt eine Spezialeinheit (u.a. Ricky Hu, Norman Tsui) zusammen und lässt diese mit der Waffe trainieren. Als diese geschult sind, erledigen sie im Auftrag von Emperor Yung Cheng Morde. Zu viel für Mitglied Xie Tian-Fu (Wong Yu) der daraufhin selbst getötet wird, und zwar von seinem Kollegen Xu Shuang-Kun (Wai Wang). Das passt Mitglied Ma Tang (Chen Kuan-Tai) nicht, der seit längerem moralische Bedenken hat und somit auf die Todesliste gesetzt wird. Doch Ma Tang gelingt die Flucht…

Meine Meinung:

The Flying Guillotine ist ein erwähnenswerter Film der Shaw Brothers aufgrund der innovativen Waffe, die hier, wohl zum ersten Mal im Eastern, eingesetzt wird und in weiteren Filmen (The Flying Guillotine II, One-Armed Boxer vs. the Flying Guillotine, The Fatal Flying Guillotines, The Guillotines, Imperial Sword, Shaolin – Eine Faust die tötet, A Sword Renounced) folgen sollte. Der Film von Regisseur Ho Meng-Hua (Shaolin Abbot, Black Magic, The Jade Raksha) bekam eine offizielle Fortsetzung und mir gefiel der Film, den ich seit 2008 nicht mehr sah, besser als früher.

Ich mochte die simple Geschichte um einen irren Kaiser, die spezielle Waffe und die «Spezialeinheit», welche damit mordet und die Intrigen in der Gruppe inklusive der moralischen Bedenken, die dann zum weiteren Verlauf der Handlung beitragen. Obwohl ich ein Happy End nicht immer mag, auch ein fieses, böses und nihilistisches Ende kann toll sein, war ich in The Flying Guillotine jedoch froh, dass Chen Kuan-Tai und seine Frau und das Kind überlebt haben. Dennoch ist der Plot nicht ganz zu Ende erzählt, da der Kaiser nach wie vor lebt und nach Ma Tang suchen wird. Es ist zu lange her, um zu wissen, ob die Fortsetzung an die offenen Ereignisse anschliesst oder eine neue, eigenständige Geschichte erzählen wird.

Ich mochte (abgesehen von der fliegenden Guillotine) den Realismus in den Kampfszenen. Die Kampfszenen sind mehr bodenständig inszeniert und gefallen. Vor allem Lead Chen Kuan-Tai zeigt, dass er ein echter Kämpfer ist, der Martial Arts beherrscht. Sobald die fliegenden Guillotinen dann zum Einsatz kommen, wird es skurril und schön fantasievoll. Die kopflosen, noch zappelnden Körper erinnerten mich an geköpfte Hühner, die noch paar Meter weitergeflogen sind, ehe die Reflexe aufhörten, Befehle über die Nervenbahnen zu senden. Ich mochte Chen Kuan-Tai (Gang Master, Long Road to Gallantry, I Will Finally Knock You Down, Dad!) sehr in dieser heldenhaften Rolle. Das Finale war, vor allem aufgrund der Settings (Klippe, Wasserfall), toll gewählt.

Bei den Bösewichten haben mir vor allem Ku Feng (The Black Tavern, The Thundering Sword) sowie Wai Wang (Oath of Death, The Savage 5) gefallen. Wong Yu, der mich zuletzt etwas genervt hat (The Spiritual Boxer) spielte hier eine ernste Rolle ohne humoristische Einlagen (der Film verzichtet komplett auf Klamauk, was der Dramatik gut bekommt). In sehr kleinen, kaum auffallenden Nebenrollen sind noch Norman Tsui (Bastard Swordsman, Invitation of Ghost) sowie Ricky Hui (The Contract, Aces Go Places III) zu sehen. Die spielen ebenfalls Mitglieder der Gruppe, die auserwählt wurde, die fliegende Guillotine zu trainieren.

Fazit: Shaw Brothers Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: The Flying Guillotine II

Infos:

O: Xue Di Zi

HK 1975

R: Ho Meng-Hua

D: Chiang Yang, Ku Feng, Wong Yu, Wai Wang, Chen Kuan-Tai, Ricky Hui Koon-Ying, Norman Tsui

Laufzeit der ZiiEagle-Version: Ca. 101 Min.

Gesehen am: Sept. 2008 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Ich hatte früher die DVD aus China, welche ich verkauft habe, nachdem ich die US-Blu-Ray von Shout Factory erworben habe (Shaw Brothers Classics Vol. Two). Leider läuft die Disc bei mir, warum auch immer, nicht (= «unbekannte Disc»). Daher sah ich mir den Film nun via ZiiEagle Box an = Gute Bild- und Tonqualität, Mandarin O-Ton, englische Subs, sah Uncut aus. In Deutschland gibt es den Film von TVP auf Blu-Ray (als Die Fliegende Guillotine in Deutsch oder Mandarin mit Subs).

The Spiritual Boxer

 
Shawgust 2026

The Spiritual Boxer

Story:

Hsiao Chien (Wong Yu) wird von seinem Meister (Chiang Yang) getrennt. Er zieht allein durchs Land und täuscht diverse Parteien in der Hinsicht, dass er Spirits bekämpfen und befreien kann. Dafür schlüpft er in diverse Identitäten (z.B. Monkey King, God of War etc.). Er trifft auf Jin Lian (Lin Chen-Chi), die ihn unterstützt. Hsiao Chien Bekanntheitsgrad steigt. Er findet viele Schüler (u.a. Addy Sung Gam-Loi, Liu Chia-Liang), die er neu ausbildet. Örtliche Gangster (Shih Chung-Tien, Fung Hak-On) sehen dem Treiben kritisch zu und als sich diese mit zwei gesuchten Kriminellen (Lee Hoi-Sang, Ng Hong-Sang) vereinen, scheint Hsiao Chiens Fassade zu bröckeln…

Meine Meinung:

The Spiritual Boxer gilt als Liu Chia-Liangs (Challenge of the Masters, Heroes of the East, The Eight Diagram Pole Fighter) Regie-Debüt, auch wenn er paar Jahre zuvor bereits für den Film Breakout from Oppression (nebst Gordon Liu und Yang Fan) als Regisseur geleistet wurde. Laut KI wurde Breakout from Oppression jedoch erst nach dem Erfolg von The Spiritual Boxer und Die 36 Kammern der Shaolin veröffentlicht und daher gilt offiziell The Spiritual Boxer als Liu Chia-Liangs Regiedebüt. Der Film markiert auch leichte Ghost-Vibes (noch vor Sammo Hungs Encounters of the Spooky Kind) und gilt als Kung-Fu-Komödie (noch vor Die Schlange im Schatten des Adlers sowie Drunken Master).

Eigentlich wollte ich heute The Flying Guillotine schauen, aber die Disc von Shout Factory scheint irgendwie beschädigt (= unbekannte Disc), was mich sehr genervt und viele Nerven gekostet hat. Also sah ich mir aus einer anderen Shout-Box The Spiritual Boxer an. The Spiritual Boxer empfand ich aktuell als mittelmässig und durchschnittlich. Das lag an folgenden Gründen: Wong Yu (Dirty Ho, Thirteen, Executioners from Shaolin) mag ich in den Shaw Brothers Produktionen weniger als in unabhängigen Eastern von kleineren Studios (z.B. The Young Avenger). Dort nervt er mich weniger. Er gehört nicht gerade zu meinen Favoriten in Sachen Shaw Brothers Darstellern.

Der Plot von The Spiritual Boxer gibt eigentlich nur wenig Kampfszenen her und überzeugen tun eigentlich praktisch nur jene aus dem Finale. Das ist auch schade. Es gibt Längen und der Plot wirkt episodenhaft. Für den Inhalt empfand ich die Laufzeit auch als zu lang. Der Film läuft über 100 Minuten. Da wäre eine Laufzeit von nur 80 Minuten angenehmer gewesen, um den Film actionreicher wirken zu lassen. Nebst dem Finale, in dem u.a. Lee Hoi-Sang (Der Superfighter) als Bösewicht zu sehen ist, hat vor allem der Anfang des Filmes mit Gastauftritten von Ti Lung (Black Magic II), Wilson Tong (The Two Jolly Cops) sowie Chen Kuan-Tai (Ambitious Kung Fu Girl) gut gefallen. Die Kämpfe, vor allem jene im Finale, wurden von Liu Chia-Liang choreographiert.

In weiteren Rollen sind u.a. noch Liu Chia-Liang (zweimal kurz als Schüler von Wong Yu zu sehen), Lin Chen-Chi (Dangerous Encounter - 1st Kind, Haunted Tales) als Tomboy, Fung Hak-On (eher enttäuschende Nebenrolle), Chan Shen (auch ohne wirkliche Kampfszene) und Addy Sung Gam-Loi (nur einmal für einen Bruchteil einer Sekunde zu sehen). Es gibt zudem weitere, spätere Stars in Miniauftritten zu sehen. Diese sind mir jedoch beim Schauen nicht aufgefallen. Dies wären Namen wie Lam Ching-Ying (Mr. Vampire), Eric Tsang (Ghost Punting) sowie Simon Yam (Run and Kill) gewesen. Der Film war so erfolgreich, dass vier Jahre später eine Fortsetzung folgte, die mir gemäss meinem alten Review besser gefiel!

Gefolgt von: Spiritual Boxer, Part II

Infos:

O: Shen Da

HK 1975

R: Liu Chia-Liang

D: Liu Chia-Liang, Wong Yu, Lin Chen-Chi, Chiang Yang, Shih Chung-Tien, Fung Hak-On, Lee Hoi-Sang, Ng Hong-Sang, Ti Lung, Chen Kuan-Tai, Wilson Tong, Chan Shen, Addy Sung Gam-Loi

Laufzeit der US-Blu: Ca. 103 Min.

Gesehen am: Aug. 2011 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Shout Factory (Shaw Brothers Classics Vol. Seven) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität.

Samstag, 22. August 2026

The Brave Archer 2

 
Shawgust 2026

The Brave Archer 2

Story:

Kuo Tsing (Alexander Fu Sheng) wird von Clan Leader Ouyang Fung (Johnny Wang Lung-Wei) und seinem Schüler (Danny Lee) zur Herausgabe eines Manuskripts gezwungen. Dieses soll Kuo Tsing im Gegenzug zur Freilassung seiner Frau (Niu Niu) aushändigen. Doch Kuo Tsings Ehefrau gelingt die Flucht. Bei einer späteren Konfrontation wird Kuo Tsing verletzt. Ihm gelingt die Flucht. Während sich Kuo Tsings im Hintergrund versteckt hält und gesund wird, gehen die Kämpfe der diversen Clans weiter…

Meine Meinung:

Wie schon bei The Brave Archer konnte mich auch die Fortsetzung nach der Neusichtung nicht mehr überzeugen. Ich fand den Inhalt wirr, überladen und schnell war das Interesse an Inhalt, dem Verlauf und dem Film verflogen. Das ist definitiv nicht Chang Chehs (Friends, Man of Iron, Heroes Two) Setting, wo er sich wohlfühlt. Ich empfinde die beiden Filme aktuell als reine Auftragsarbeiten ohne eigene Identität und Seele. Und was merkt man. Dennoch gab es noch zwei weitere Filme, wobei der dritte Teil bei Fans am besten ankommt. Mal schauen.

Zwar ist der Film an sich solide gemacht, aber es gibt keine Highlights. Nichts, was mich wirklich sprachlos zurückliess oder in mir Freude ausgelöst hat. Stumpf nahm ich das Gezeigte neutral zur Kenntnis. Nicht mehr, nicht weniger. Viele der Stars haben nur kleine Rollen oder nerven durch ihr Overacting, durch die Kostüme oder ihr Aussehen. Der Humor war zuweilen peinlich. Die Actionszenen, und das ist der grösste Kritikpunkt, sind auch nur solide. Es gibt keine einzige Kampfszenen die ich als wirklich toll bezeichnen würde. Dazu gab es viele Längen (der Film läuft fast wieder zwei Stunden).

Dazu kommt, dass Star und Hauptfigur Alexander Fu Sheng (The Treasure Hunters, The Fake Ghost Catchers) nach dem Start fast den ganzen Film über versteckt in einem Kämmerchen ausharrt und geheilt wird, während sich der Plot ohne ihn weiterentwickelt. Und vor dem Finale ist der als Gefangener zu sehen. Das ist irgendwie schon schräg. Am besten gefiel mir tatsächlich Venom-Star Lo Meng (Men from the Gutter). Da waren erstmals typische Chang Cheh Vibes zu erkennen. Er taucht jedoch nur im letzten Viertel auf. Johnny Wang Lung-Wei (My Young Auntie) war solide. Der restliche Cast war eigentlich, auch wenn ich viele der Namen gerne sehe, nicht wirklich erwähnenswert.

Fazit: Keine Must See Reihe!  

Gefolgt von: The Brave Archer 3

Infos:

O: She Diao Ying Xiong Chuan Xu Ji

HK 1978

R: Chang Cheh

D: Alexander Fu Sheng, Johnny Wang Lung-Wei, Danny Lee, Niu Niu, Ku Feng, Li Yi-Min, Yue Wing, Phillip Kwok, Tsai Hung, Lo Meng, Kara Hui, Sun Chien, Chan Shen, Lu Feng, Dick Wei, Norman Tsui, Robert Tai

Laufzeit der US-Blu: Ca. 115 Min.

Gesehen am: Jan. 2013 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Shout Factory (The Brave Archer Collection) = O-Ton und englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Als Extras gibt es eine Doku über die Film-Reihe in Spielfilmlänge, in der auch Shaw Stars zu Wort kommen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2026).

Mittwoch, 19. August 2026

The Magic Blade

 
Shawgust 2026

The Magic Blade

Story:

Fu Hung Hsueh (Ti Lung) und Yen Nan Fei (Lo Lieh) duellieren sich. Sie gelten Beide als weltweit beste Kämpfer in der Martial Arts Welt. Schon zweimal standen sie sich gegenüber und das aktuelle Duell soll nun einen Sieger hervorbringen. Doch das Duell wird durch Angriffe von Dritten gestört. Die beiden finden heraus, dass es Master Yu (Tang Ching) auf sie abgesehen hat. Er will sie töten und schickt seine fünf Killer (Fan Mei-Sheng, Ku Feng, Norman Tsui, Liu Hui-Ling, Lily Ly) los, sie zu töten. Derweil suchen unsere Helden nach einer spezifischen Waffe, um es mit Master Yu aufzunehmen…

Meine Meinung:

The Magic Blade ist sicherlich einer der besten Filme von Regisseur Chu Yuan (Full Moon Scimitar, The Duel of the Century, Die Bande des gelben Drachen). Ein echter Leckerbissen und Kracher mit einem ultimativ coolen Ti Lung (The Avenging Eagle, The Master Strikes Back, Shatter) als schwarz gekleideter Held in der Hauptrolle (und eine total coole Waffe, die er benutzt). Den Film sah ich seit 16 Jahren nicht mehr und ich wusste absolut nichts mehr über die Shaw Brothers Produktion. Ich war sehr gespannt auf die neue Sichtung.

The Magic Blade ist düster, dunkel und reich an stimmungsvollen und fantastischen Settings, Ideen und fiesen Gegnern, Gimmicks und Waffen. Wer meint, nur in One Armed Against Nine Killers gibt es ein menschliches Schachspiel, der irrt. Und Kannibalen, die ihre Opfer kochen? Gibt es auch hier! Zuweilen kratzt der Film leicht am Grusel- und Horrorgenre. Obendrauf gibt es vor dem Finale einen Hauch Erotik zu sehen. Ansonsten ist das starke Wuxia Action vom Feinsten! Die Optik und diversen Settings sind hübsch abwechslungsreich (aber fast immer passend d.h. dunkel gehalten).

Der Film ist zu keiner Sekunde langweilig. Der Plot ist simpel und Ti Lung Fans kommen voll auf ihre Kosten. Mit Co-Stars und Namen wie Lo Lieh (Clan of the White Lotus, The Concrete Jungle), Fan Mei-Sheng (Die Eroberer, Last Breath), Ku Feng (Mighty Peking Man, The Deadly Breaking Sword), Norman Tsui (Wing Chun, The Challenger) sowie Lily Li (Shadow Girl, One Foot Crane) ist der Film zudem stark besetzt. Praktisch alle der genannten Namen sind Bösewicht im Film (was cool ist). Der Hauptbösewicht hingegen wird von Tang Ching (Rendezvous with Death) verkörpert. Das Finale ist sehenswert.

Fazit: Must See Titel für Shaw Brothers und Ti Lung Fans!

Infos:

O: Tien Ya Ming Yue Dao

HK 1976

R: Chu Yuan

D: Ti Lung, Lo Lieh, Tang Ching, Fan Mei-Sheng, Ku Feng, Norman Tsui, Liu Hui-Ling, Lily Ly, Ching Li, Tanny Tien Ni, Chan Shen

Laufzeit der UK-Blu: 101:11 Min.

Gesehen am: Aug. 2010 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video (Shawscope Volume Three) = O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, Uncut. Als Extras gibt es viele exklusive Extras, u.a. Interviews mit Chu Yuan und Ti Lung. Es handelt sich um eine eigene Restauration seitens Arrow Video = keine Frame Cuts. In Deutschland ist der Film als Der Todesschlag der Stahlfinger von Lucky 7 auf Blu-Ray zu haben (Deutsch/Mandarin mit Subs).